TV-Tipp für den 12. Januar: Up in the Air

Januar 11, 2019

RTL II, 20.15

Up in the Air (Up in the Air, USA 2009)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Jason Reitman, Sheldon Turner

LV: Walter Kirn: Up in the Air, 2001 (Mr. Bingham sammelt Meilen)

Ryan Bingham reist durch die USA und entlässt, im Auftrag verschiedener Firmen, deren Angestellte. Bindungen hat der Single keine. Sein Ziel als Vielflieger ist es die magische Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Grenze zu durchbrechen. Dafür sammelt er wie besessen Bonusmeilen. Als er eine jüngere Kollegin ausbilden soll und er eine andere Vielfliegerin kennen lernt, gerät sein sorgloes Leben aus dem Takt.

Jason Reitmans feinfühliges, perfekt komponiertes und austariertes Porträt eines Arschlochs ist auch ein Gesellschaftskommentar. Außerdem übernahm George Clooney die Hauptrolle.

mit George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick, Jason Bateman, Amy Morton, Melanie Lynskey, J. K. Simmons, Sam Elliott, Danny McBride, Zach Galifianakis

Wiederholung: Sonntag, 13. Januar, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Up in the Air“

Wikipedia über „Up in the Air“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)

Meine Besprechung von Jaso Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)

Bonushinweis

Am 17. Januar läuft Jason Reitmans neuer Film an:


Neu im Kino/Filmkritik: Katastrophe! Sohn „Ben is back“

Januar 11, 2019

Wenige Tage nach Weihnachten, dem Fest der Familie, kommt das an Weihnachten spielende Drama „Ben is back“ in unsere Kinos. Das ist nur auf den ersten Blick eine paradoxe Entscheidung des Verleihs. Denn „Ben is back“ ist kein fröhlicher Weihnachtsfilm, sondern ein Drama über eine Familie und ihren drogensüchtigen neunzehnjährigen Sohn Ben (Lucas Hedges). Die Burns sind eine gut situierte, in einem New Yorker Vorort lebende Familie. Bens Mutter Holly (Julia Roberts) ist in zweiter Ehe mit Neal (Courntey B. Vance) verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder. Aus ihrer ersten Ehe hat Holly noch eine Tochter. Sie lieben alle ihre Kinder. Ihr Sorgenkind ist Ben. Nach einer Sportverletzung wurden ihm Medikamente verschrieben. Er wurde abhängig, nahm auch illegale Drogen und bestahl und betrog seine Familie. Jetzt ist er in einer Entziehungsklinik.

Als er am Heiligabend überraschend auftaucht, reagieren die Familienmitglieder vollkommen unterschiedlich darauf. Bens beiden jüngsten Geschwister freuen sich über ihren älteren Bruder. Bens Schwester ist entsetzt. Bens Stiefvater möchte, dass Ben möglichst sofort wieder in die Klinik zurückkehrt. Bens Mutter freut sich und möchte, dass ihr Sohn den Heiligabend mit der Familie verbringt. Nachdem sie vorher alle Wertsachen und Drogen versteckte.

Schon diese Szene zeigt, wie schwierig der Umgang mit Süchtigen ist. Denn sie tun letztendlich alles, um an Drogen zu gelangen. Und Holly und Neal wissen das. Deshalb testet Holly ihren Sohn auf Drogen und er muss die ganze Zeit in ihrer Nähe bleiben. So hofft sie, kontrollieren zu können, ob er nicht doch an Drogen gelangt.

Peter Hedges schrieb die Drehbücher zu „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (auch Roman) und „About a boy“ und führte bei „Das wundersame Leben von Timothy Green“ Regie. In seinem neuesten Film „Ben is back“ beschreibt er sehr genau die Schwierigkeiten, die eine Familien im Umgang mit einem Abhängigen hat. Er konzentriert sich dabei auf das Verhältnis von Holly zu ihrem Sohn und dank der guten Schauspieler würde das schon genügen.

Jedenfalls vergeht in der ersten Hälfte so schnell die Zeit und es gibt so viele potentielle Konflikte, dass man gut auf die Wendung zum Thriller hätte verzichten können. Ben trifft bei einer Einkaufstour mit seiner Mutter seine alten Freunde, die mit ihm noch eine Rechnung offen haben. Nachdem die gesamte Familie Burns den Gottesdienst besucht hat, stellen sie fest, dass bei ihnen eingebrochen wurde und ihr Hund Ponce verschwunden ist. Ben glaubt, dass einer seiner alten Freunde dafür verantwortlich ist. Er will Ponce zurückholen und verschwindet in der Nacht.

Seine Mutter sucht ihn verzweifelt in den Ecken der Stadt, die sie vorher niemals besuchte. In den Momenten bedient „Ben is back“ zu sehr altbekannte Thriller-Topoi.

Das ist aber nur ein kleiner Einwand gegen einen Film, der sich mit einem in den USA immer größerem Problem beschäftigt. Inzwischen beginnt und endet in den USA die Drogenabhängigkeit oft mit einer Medikamentenabhängigkeit. Auch bei Ben war die Einstiegsdroge ein verschreibungspflichtiges Medikament, das er nach einem Unfall erhielt. Der Dealer war sein Arzt. Die Anbieter Arzneimittelfirmen und Apotheker.

Hedges zeigt auch sehr genau die widerstreitenden Gefühle und Dynamiken innerhalb einer Familie, wenn ein Familienmitglied zu einem potentiell die Familie zerstörendem Problem wird und man ihm nicht mehr vertrauen kann. So ist Ben zwar immer noch Hollys über alles geliebter Sohn. Aber ihre mütterliche Liebe sollte Strenge, Misstrauen und Kontrolle sein. Also alles das, was eine Mutter nicht tun möchte.

Ben wird gespielt von Lucas Hedges. Er ist der Sohn von Regisseur Peter Hedges. Aber, so das Presseheft, es war der Vorschlag und Wunsch von Julia Roberts gewesen, Lucas Hedges als ihren Sohn zu besetzen. Ihr gefiel seine Oscar-nominierte Performance in „Manchester by the Sea“. Demnächst können wir Hedges in „Der verlorene Sohn“ (ab 21. Februar) und „Mid90s“ (Berlinale und ab 7. März) im Kino sehen.

Am 24. Januar läuft mit Felix van Groeningens „Beautiful Boy“ an. Das ebenfalls sehenswerte Drama erzählt die Geschichte des renommierten Journalisten David Sheff und seines drogenabhängigen Sohns Nic. Beide schrieben Bücher darüber.

Ben is back (Ben is back, USA 2018)

Regie: Peter Hedges

Drehbuch: Peter Hedges

mit Julia Roberts, Lucas Hedges, Courtney B. Vance, Kathryn Newton, Mia Fowler, Jakari Fraser, Michael Esper, David Zaldivar, Rachel Bay Jones, Alexandra Park

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ben is back“

Metacritic über „Ben is back“

Rotten Tomatoes über „Ben is back“

Wikipedia über „Ben is back“ (deutsch, englisch)

Alle miteinander, vor und nach der Weltpremiere, beim TIFF auf der Bühne

Julia Roberts und Lucas Hedges sprechen über den Film

Peter Hedges und Ian Blume (Schnitt) über den Film


TV-Tipp für den 11. Januar: In the Cut

Januar 11, 2019

Selten gezeigt. Und Hulk ist auch dabei

3sat, 22.25

In the Cut (In the Cut, USA/Australien/Großbritannien 2003)

Reige: Jane Campion

Drehbuch: Jane Campion, Susanna Moore, Stavros Kazantzidis (zusätzlicher Autor)

LV: Susanna Moore: In the cut, 1995 (Aufschneider)

Lehrerin Frannie Avery glaubt den Mörder einer Frau zu kennen. Trotzdem verliebt sie sich in ihn.

Ein auf einem schlechten Buch basierender Langweiler, der mit pseudophilosophischen Sprüchen, etwas nackter Haut und Gewalt aufgepeppt wird. Ohne Hauptdarstellerin Meg Ryan (Hat sie wirklich kein besseres Drehbuch für ihren ersten Nacktauftritt gefunden?) wäre der Erotikthriller „In the Cut“ ohne Umwege in der wohlverdienten Direct-to-Video-Ecke gelandet.

Mit Meg Ryan, Mark Ruffalo, Jennifer Jason Leigh, Kevin Bacon (ungenannt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „In the Cut“

Wikipedia über „In the Cut“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Ziemlich „Kalte Füße“

Januar 11, 2019

Weil Denis (Emilio Sakraya) bei Adam (Aleksandar Jovanovic) seine Schulden nicht bezahlen kann, macht dieser ihm eines dieser Angebote, das er nicht ablehnen kann. Denis soll die einsam gelegene Villa von Raimund Groenert (Heiner Lauterbach) ausräumen. Der Hausherr ist nicht da und auch sonst sei niemand in der Villa. Denis muss also nur einbrechen, die Wertsachen einsammeln und verschwinden.

Was kann da schon schiefgehen?

Außer dass der nach einem Schlaganfall fast vollständig gelähmte Hausherr einen Tag früher aus dem Krankenhaus entlassen wird und schon grummelnd auf dem Boden liegt und dass Groenerts Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt) von ihrer überaus beschäftigten Mutter verpflichtet wurde, die Nacht auf ihren Großvater, den sie seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, aufzupassen. Am nächsten Tag soll dann ein Krankenpfleger kommen. Oh, sie ist auch eine angehende Polizistin.

Damit ist in Groenerts Villa das Personal für eine ordentliche Portion Chaos und Verwechslung versammelt.

Denn selbstverständlich hält Charlotte Denis für den Pfleger von Groenert. Und weil Denis seine Anwesenheit in dem Haus nicht anders erklären kann, bestätigt er ihre Vermutung. Notgedrungen muss er den miesepetrigen Hausherrn pflegen, ohne wirklich eine Ahnung von der Krankenpflege zu haben. Entsprechend unorthodox und auch respektlos ist sein Umgang mit Groenert, der sich nach dem Schlaganfall nur noch mit Lauten, Augen- und wenigen Armbewegungen äußern kann.

Diese Prämisse von Wolfgang Groos‘ Komödie „Kalte Füße“ erinnert unübersehbar an den französischen Komödienerfolg „Ziemlich beste Freunde“. Neil Burgers US-Remake „Mein Bester & Ich“ (The Upside) mit Kevin Hart, Bryan Cranston und Nicole Kidman startet am 21. Februar in unseren Kinos.

Aber „Kalte Füße“ erzählt eine andere Geschichte. In der Nacht schneit es so sehr, dass Denis, Groenert und Charlotte die nächsten Tage gemeinsam im Haus bleiben müssen. Schnell verliebt Denis sich in Charlotte, die nicht erfahren sollte, warum er hier ist. Außerdem hat sie einen Freund. Und der fast vollständig gelähmte Groenert denkt nicht daran, Denis laufen zu lassen. Trotz seiner Lähmung kann er sich wehren. Und er tut das mit diebischer Freude gegenüber allen Menschen, die ihn bestehlen wollen. Oder die er nicht mag.

Weil Denis gegenüber Adam immer neue Ausreden erfindet, um den Diebstahl nicht durchzuführen, wird Adam ungeduldig. Mit seinem Bodyguard taucht er in Groenerts Villa auf. Er will das Geld aus dem Safe haben. Notfalls mit Gewalt.

So ist „Kalte Füße“ dann doch kein Remake von „Ziemlich beste Freunde“, sondern eine Gaunerkomödie zwischen Klamauk und Slapstick. Mal mehr, mal weniger gelungen. Es ist eine Verwechslungskomödie mit simpel gestrickten Figuren und vorhersehbaren Verwechslungen und Wendungen, die fast ausschließlich in dem in keinster Weise behindertengerechten Anwesen von Groenert spielt.

Kalte Füße (Deutschland 2018)

Regie: Wolfgang Groos

Drehbuch: Christof Ritter

mit Heiner Lauterbach, Emilio Sakraya, Sonja Gerhardt, Aleksandar Jovanovic, Michael Ostrowski, Gerti Drassl, Alexander Czerwinski, Ischtar Isik, Jasmin Gerat

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Kalte Füße“

Moviepilot über „Kalte Füße“

Wikipedia über „Kalte Füße“


Neu im Kino/Filmkritik: „Robin Hood“ mit Hood im Hood

Januar 11, 2019

Historisch akkurat war wahrscheinlich keiner der unzähligen Filme mit Robin Hood, die wir in den vergangenen Jahrzehnten sehen konnten. Außerdem können sogar Historiker kaum die spärlichen Fakten von den zahlreichen Erzählungen über Robin Hood trennen. Das ist aber auch nicht wichtig. Denn letztendlich wollen wir nur eine zünftige Abenteuergeschichte sehen, in der Robin Hood mit Little John, Bruder Tuck und seiner geliebten Marian gegen den bösen Sheriff von Nottingham kämpft. Und in Deutschland ist, dank der Synchronisation, auch die Frage, ob er jetzt den richtigen Akzent hat, vollkommen unerheblich. Im angloamerikanischen Raum ist das ja bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ein abendfüllendes Thema.

Der neue „Robin Hood“-Film kümmert sich dann auch wenig um historische Genauigkeit. Stattdessen wird das vertraute mittelalterliche Nottingham zu einem Steampunk-England, das, auch von der Story, näher an „V wie Vendetta“ als an allen anderen Robin-Hood-Filmen ist. Jedenfalls den bekannten.

Nachdem Robin von Locksley (Taron Egerton) in Syrien war, kehrt er zurück nach Nottingham. Dort hat man geglaubt, er sei gestorben. Sein Schloss ist zerfallen. Seine Geliebte Lady Marian (Eve Hewson) ist in den Armen eines anderen Mannes. Will Scarlet ist auch der Anführer der geknechteten Bevölkerung, die in den Minen schuften muss. Er will das System ändern. Aber nicht mit einer Revolution, sondern durch einen friedlichen Ausgleich mit den Mächtigen. Ihr Vertreter ist der skrupellose, machtgierige und überaus fiese Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn).

Ben Mendelsohn spielt den Sheriff vollkommen over the top. Als habe der Regisseur ihm gesagt, er solle einfach noch einmal seine Rolle als Bösewicht aus „Rogue One: A Star Wars Story“ wiederholen. Nur nicht so subtil. Mendelsohn tat es und einen lustvoller in seiner Bosheit aalenden Bösewicht werden wir dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr im Kino sehen.

Während er die Bevölkerung ausbeutet, nimmt Robin den Kampf gegen ihn auf. Mit Pfeil und Bogen (dank morgenländischer Technik im MP-Schnellfeuermodus) und einer Mütze.

Little John (Jamie Foxx), der ihm aus Syrien folgte, hilft ihm. Als top ausgebildeter Sarazenenkrieger gibt er Robin von Locksley zuerst einmal körperlichen und geistigen Kampfunterricht. Danach beginnen sie, die Mächtigen zu bestehlen.

Der verdiente TV-Regisseur Otto Bathurst („Peaky Blinders“, „Hustle“) inszenierte sein Spielfilmdebüt als modernen Actionfilm mit Pfeil und Bogen und Pferden.

Schon der erste Kampf von Robin und den anderen englischen Soldaten in Syrien in den engen Gassen einer Stadt könnte mit seinen schnellen Schnitten, den Nahaufnahmen und der Wackelkamera, direkt aus einem modernem Kriegsfilm stammen. Nur der Einsatz von Pfeil und Bogen passt nicht in das moderne Bild. Zurück in Nottingham geht es bei den Actionszenen ähnlich modern weiter. Zwischen all den Schnitten bleibt dann auch jegliche Originalität auf der Strecke.

Die Story wirkt, als habe man mehrere Drehbücher einfach zusammengefügt ohne darauf zu achten, ob das dann als Film zwischen den Actionszenen funktioniert. Durchgehend werden wichtige und interessante Themen, von den Kreuzzügen über die Zusammenarbeit von Kirche, Kapital und Politik, dem Arbeiterkampf und dem Kampf gegen ein faschistisches Regime, angesprochen, aber niemals vertieft. Mit der nächsten Szene ist man dann beim nächsten Thema. Oder es gibt schnell einen Diebstahl von Robin Hood, dem netten Dieb aus der Nachbarschaft.

In Bathursts „Robin Hood“ ist niemals ersichtlich, warum er ausgerechnet diese Geschichte in dieser Welt erzählen wollten. Seinem Film fehlt durchgehend der erzählerische Fokus, der Druck und die Notwendigkeit, die aus seiner Neuinterpretation der altbekannten Legende mehr als einen letztendlich austauschbaren, in einer Fantasy-Welt spielenden, künstlich hochgepushten Abenteuerfilm macht.

Robin Hood (Robin Hood, USA 2018)

Regie: Otto Bathurst

Drehbuch: Ben Chandler, David James Kelly

mit Taron Egerton, Jamie Foxx, Jamie Dornan, Eve Hewson, Ben Mendelsohn, Tim Minchin, Paul Anderson, F. Murray Abraham

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Robin Hood“

Metacritic über „Robin Hood“

Rotten Tomatoes über „Robin Hood“

Wikipedia über „Robin Hood“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 10. Januar: Rosa Luxemburg

Januar 9, 2019

RBB, 23.30

Rosa Luxemburg (Deutschland 1986)

Regie: Margarethe von Trotta

Drehbuch: Margarethe von Trotta

Äußerst sehenswertes Biopic über Rosa Luxemburg.

Margarethe von Trotta „geht es nicht um eine dokumentarische Rekonstruktion zeitgeschichtlicher Fakten, sondern um das persönliche Porträt einer Frau, bei der Haltungen im Privatleben und in politischen Aktionen nahtlos übereinstimmten. (…) Mit ihrem Film hat Margarethe von Trotta eine historische Figur ins politische Tagesgespräch gebracht, innerparteiliche Empfindsamkeiten bloßgelegt und heftige Diskussionen provoziert, die auch beabsichtigt sind.“ (Fischer Film Almanach 1987)

mit Barbara Sukowa, Daniel Olbrychski, Otto Sander, Adelheit Arndt, Jürgen Holtz, Hannes Jaenicke, Karin Baal, Winfried Glatzeder

Wiederholungen

Dienstag, 15. Januar, 3sat, 22.25 Uhr

Dienstag, 15. Januar, MDR, 23.45 Uhr

Hinweise

Filmportal über „Rosa Luxemburg“

Moviepilot über „Rosa Luxemburg“

Rotten Tomatoes über „Rosa Luxemburg“

Wikipedia über „Rosa Luxemburg“ (deutsch, englisch) und Rosa Luxemburg

Meine Besprechung von Margarethe von Trottas “Hannah Arendt” (Deutschland 2012; DVD-Besprechung)

Meine Besprechung von Margarethe von Trottas „Auf der Suche nach Ingmar Bergman (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 9. Januar: Schindlers Liste

Januar 9, 2019

Ein Klassiker, der demnächst in einer restaurierten Fassung wieder im Kino gezeigt wird

Kabel 1, 20.15

Schindlers Liste (Schindler’s List, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Thomas Keneally: Schindler’s Ark, 1982 (später Schindler’s List) (Schindlers Liste)

Holocaustdrama über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der in Polen über 1100 Juden vor den Vernichtungslagern rettete, indem er sie als Zwangsarbeiter rekrutierte und dabei alles riskierte.

in jeder Hinsicht bemerkenswert und legt eine künstlerische Strenge und ein unsentimentales Verständnis an den Tag, das es von allen bisherigen Filmen des Regisseurs abhebt. (…) Trotz seiner Länge von über drei Stunden bewegt sich der Film schnell voran und ist keine Minute zu lang für die Geschichte, die er erzählt, und die Menge von Informationen, die er vermittelt.“ (Todd McCarthy, Variety)

Universal Pictures International Germany bringt den Klassiker am 27. Januar 2019, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, in technisch überarbeiteter Version (4K, Dolby Cinema und Atmos) einmalig wieder in die deutschen Kinos.

Steven Spielberg dazu: „Es ist schwer zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, seit Schindlers Liste in die Kinos kam. Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach. Ich fühle mich geehrt, dass das Publikum die Reise noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann.“

mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schindlers Liste“

Wikipedia über „Schindlers Liste“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. Januar: Mein Ein, mein Alles

Januar 8, 2019

3sat, 22.25

Mein Ein, mein Alles (Mon Roi, Frankreich 2015)

Regie: Maïwenn

Drehbuch: Maïwenn, Etienne Comar

Nach einem Skiunfall bilanziert Tony (Emmanuelle Bercot) in einer Reha-Klinik ihre jahrelange, äußerst stürmische Beziehung zu Georgio (Vincent Cassel).

TV-Premiere der feinfühligen Charakterstudie über eine extrem schwierige Beziehung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Vincent Cassel, Emmanuelle Bercot, Louis Garrel, Isild Le Besco, Chrystèle Saint-Louis Augustin, Patrick Raynal

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Mein Ein, mein Alles“

Metacritic über „Mein Ein, mein Alles“

Rotten Tomatoes über „Mein Ein, mein Alles“

Wikipedia über „Mein Ein, mein Alles“ (englisch, französisch)

Meine Besprechung von Maïwenns „Mein Ein, mein Alle“s (Mon Roi, Frankreich 2015)


TV-Tipp für den 7. Januar: Tatort: Reifezeugnis

Januar 7, 2019

RBB, 22.00

Tatort: Reifezeugnis (Deutschland 1977, Regie: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte

Tagespiegel: Joachim Huber über den Tatort (22. März 2017)


TV-Tipp für den 6. Januar: Es war einmal in Amerika

Januar 6, 2019

3sat, 22.00

Es war einmal in Amerika (Once Upon a Time in America, USA/Italien 1984)

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Enrico Medioli, Franco Arcalli, Franco Ferrini, Sergio Leone, Stuart Kaminsky (zusätzliche Dialoge), Ernesto Gastaldi (ungenannt)

LV: Harry Grey: The Hoods, 1952

Buch zum Film: Lee Hays: Once Upon a Time in America, 1984 (Es war einmal in Amerika)

Kamera: Tonino Delli Colli

Musik: Ennio Morricone

Ein grandioses Gangsterdrama: die Geschichte von Freundschaft und Verrat – erzählt in wunderschönen Bildern und in einer komplexen Struktur, die lose auf dem autobiographischen Buch von Harry Grey basiert. Leone meinte, im Drehbuch seien nur zehn bis zwanzig Prozent des Buches geblieben.

Mit Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci, Treat Williams, Burt Young, Elizabeth McGovern

Antiquarischer Buchtipp: Zum Filmstart erschien im Bastei-Lübbe-Verlag das Buch zum Film mit Hays’ Roman, vielen Filmbildern (SW und Farbe), einem Sergio-Leone-Porträt von Andreas Kern und einem Text von Leone über den Film. So machen „Bücher zum Film“ Spaß.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Es war einmal in Amerika“

Wikipedia über “Es war einmal in Amerika” (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Once upon a time in America”

Fanseite zum Film

Sternstunde der Filmgeschichte über “Es war einmal in Amerika”


TV-Tipp für den 5. Januar: Pulp Fiction

Januar 5, 2019

Vox, 22.05

Pulp Fiction (Pulp Fiction, USA 1994)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)


TV-Tipp für den 4. Januar: Terminator

Januar 4, 2019

RTL II, 00.00

Terminator (The Terminator, USA 1984)

Regie: James Cameron

Drehbuch: James Cameron, Gale Anne Hurd

Los Angeles, 1984: Ein Terminator kommt aus der Zukunft. Er hat den Auftrag, Sarah Connor zu finden und zu töten. So soll verhindert werden, dass sie ein Kind bekommt, das in der Zukunft der Anführer des Widerstandes gegen die Roboter wird.

Zur gleichen Zeit wird Kyle Reese aus der Zukunft in die Gegenwart geschickt. Er soll den Terminator zerstören, bevor dieser seine Mission ausführt.

Und schon beginnt eine actionhaltige Menschenjagd durch Los Angeles.

Heute ein Science-Fiction-Klassiker, der etliche Karrieren beförderte.

Damals ein kleines B-Picture, von dem vor dem Kinostart niemand viel erwartete. Vor allem nicht, dass nach vielen, meist misslungenen Fortsetzungen jetzt „Deadpool“-Regisseur Tim Miller mit Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton ein Reboot der Serie inszeniert, das an James Camerons „Terminator“-Filme anknüpfen soll. James Cameron ist als Produzent involviert. Ob es hilft, wissen wir im November 2019, wenn der Film im Kino anläuft.

mit Arnold Schwarzenegger, Michael Biehn, Linda Hamilton, Paul Winfield, Lance Henriksen, Rick Rossovich, Bill Paxton

Wiederholung: Sonntag, 6. Januar, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Terminator“

Metacritic über „Terminator“

Rotten Tomatoes über „Terminator“

Wikipedia über „Terminator“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Camerons „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (Terminator 2: Judgment Day, USA 1991)

Meine Besprechung von Alan Dean Fosters Filmroman „Terminator: Die Erlösung“ (Terminator Salvation: The Official Movie Novelisation, 2009)

Meine Besprechung von Alan Taylors „Terminator: Genisys“ (Terminator: Genisys, USA 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: Glenn Close ist „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Januar 3, 2019

In „Das krumme Haus“ hantierte Glenn Close vor wenigen Wochen fachmännisch mit einem Gewehr. In „Eine verhängnisvolle Affäre“ mit einem Messer. In „Die Frau des Nobelpreisträger“ ist es eine Schreibmaschine. Obwohl die von Glenn Close gespielte Ehefrau nur in ihren jungen Jahren, als Studentin, eine verheißungsvolle Schriftstellerin war. Während des Studiums lernt sie 1958 am Smith College den verheirateten Lehrer Joe Castleman (Jonathan Pryce) kennen. Sie verlieben sich ineinander und heiraten. Joan verzichtet zugunsten ihres Mannes auf ihre Karriere als Schriftstellerin. Nicht wegen ihres Talents, sondern, wie ihr eine andere Schriftstellerin sagt, aufgrund der Strukturen, die Männer bevorzugen, während die Bücher von Frauen unbemerkt in Regalen verstauben. Sie wird Ehefrau, Hausfrau und Mutter.

Dass sie das nicht bedauert, zeigen die ersten Minuten von Björn Runges Meg-Wolitzer-Verfilmung „Die Frau des Nobelpreisträgers“. 1992 leben Joe und Joan Castleman immer noch zusammen. Als das Nobelpreiskomitee sie telefonisch über die Verleihung des Nobelpreises an den bedeutenden Schriftsteller Joe Castleman informiert, feiern sie kurz darauf ausgelassen tanzend auf dem Bett in ihrem Haus in Connecticut. Danach kümmert Joan sich um die nötigen Empfänge zur Bekanntgabe des Preises und dass ihr Mann sich in der Öffentlichkeit nicht zum Affen macht.

Der Flug nach Stockholm zur Verleihung des Nobelpreises und die Vorbereitungen für die Verleihung, inclusive des ihn begleitenden Presserummel, stellen die Ehe auf eine harte Probe.

Joan beginnt über ihr Leben und ihre Ehe nachzudenken, während Joe die Aufmerksamkeit genießt und mit der ihn ständig begleitenden Fotografin des Nobelpreiskomitee anbändelt.

Die Frau des Nobelpreisträgers“ ist Schauspielerkino, in dem Glenn Close einmal mehr zeigt, dass sie mehr kann, als kreischend mit einem Messer auf Michael Douglas loszugehen. Für ihre feinfühlige Darstellung einer gebildeten Frau, die zugunsten ihres Mannes auf ihre Karriere verzichtet, wird sie zu Recht überall gelobt. Bis jetzt gingen fast alle Preise und Nominierungen, die Runges Film bislang erhielt, an Glenn Close. Und nach sechs Oscar-Nominierungen hätte sie mindestens eine weitere Oscar-Nominierung verdient. Und den Preis. Bei „Albert Nobbs“ (ihrer letzten Nominierung) hat es ja nicht geklappt. „Die Frau des Nobelpreisträgers“ ist nicht nur nach dem Titel ihr Film.

Trotzdem solle man die anderen Schauspieler nicht vergessen. Jonathan Pryce spielt ihren Ehemann, einen selbstverliebten, fremd gehenden Großautor, der leicht zu einer unsympathischen Karikatur hätte werden können. Im Film ist er ein liebender Ehemann, der kein besonders mitfühlender, aber niemals bösartiger Mensch. Er hat auch die Unbeschwertheit eines Kindes. Max Irons spielt ihren Sohn, der als beginnender Autor von seinem selbstverliebten Vater anerkannt werden möchte. Der erste Schritt wäre, dass Joe das Manuskript seines Sohnes liest und ehrlich beurteilt. Aber dafür hat der große US-amerikanische Literat keine Zeit. Christian Slater (zwischen all den TV-Serien endlich mal wieder im Kino) ist ein mild schleimiger Journalist, der eine Biographie über den von ihm bewunderten Joe Castleman schreiben möchte, bei den Recherchen schon einige Merkwürdigkeiten bemerkte und jetzt gerne mehr wissen möchte. Das sind die wichtigsten Figuren, die auch alle verschiedene Facetten des Themas spiegeln und im Film wesentlich sympathischer sind, als man es nach meiner Beschreibung vermuten könnte. Denn Björn Runge beobachtet sie sehr genau, ohne sie zu verurteilen, mit einem durchgehend freundlich zugewandtem Blick. So liefert er bereits in den ersten Minuten alle für die Filmgeschichte wichtigen Informationen über Joan und Joe Castleman.

Joan sieht es als Frau der fünfziger Jahre als ihre Aufgabe, ihren Mann bedingungslos zu unterstützen. Auch wenn er mal wieder einen Affäre hat. Und das ist nicht das einzige Geheimnis ihrer nach außen hin perfekten Ehe.

Das ist eine sehr spezielle Konstellation, die „Die Frau des Nobelpreisträgers“ nicht ohne weiteres, eigentlich überhaupt nicht sinnvoll, zu einem Statement in der aktuellen #MeToo-Debatte macht. Nicht etwa, weil Wolitzers Roman bereits 2003 erschien und der Film bereits, ein gutes Jahr vor seinem Kinostart, im September 2017 beim Toronto International Film Festival seine Premiere hatte, sondern weil die im Film porträtierten Castlemans ein Ehepaar der fünfziger Jahre sind und es im Film um eine Beziehung zwischen zwei Menschen und persönliche Entscheidungen geht. Gesellschaftliche Machtverhältnisse und Konventionen sind da nebensächlich. Drehbuchautorin Jane Anderson und Regisseur Björn Runge verwenden viel Zeit auf die feinfühlige, sich aus zahlreichen Rückblenden langsam zusammensetzende Analyse der Ehe und Familie Castleman. Der Literaturbetrieb und die sehr auf Etikette bedachte, entsprechend konservative Nobelpreis-Verleihung sind da nur die durchaus interessante Kulisse, vor der sich das Ehedrama wie eine in Zeitlupe stattfindende Katastrophe entfaltet.

Die Frau des Nobelpreisträgers“ ist grandioses, präzise inszeniertes Schauspielerkino, das als intimes Ehedrama die Frage stellt, wie eine langfristige Beziehung funktioniert, wer dafür mehr von seinem Leben aufgibt, was man dafür bekommt und ob es nicht doch ein ungefähr gleichgewichtiges Geben und Nehmen sein sollte. Darüber kann man dann nach dem Abspann diskutieren.

P. S., weil ich es recherchiert habe: Bis heute erhielten vierzehn Frauen den Literatur-Nobelpreis. Erstmals ging der Preis 1909 an Selma Lagerlöf und, immerhin spielt der Film 1992, 1991 ging er an Nadine Gordimer und 1993 an Toni Morrison.

Die Frau des Nobelpreisträgers – The Wife (The Wife, Großbritannien/Schweden/USA 2017)

Regie: Björn Runge

Drehbuch: Jane Anderson

LV: Meg Wolitzer: The Wife, 2003 (Die Ehefrau)

mit Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Annie Starke, Harry Lloyd, Alix Wilton Regan, Elizabeth McGovern, Karin Franz Körlof

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 6 Jähre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Metacritic über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Rotten Tomatoes über „Die Frau des Nobelpreisträgers“

Wikipedia über „Die Frau des Nobelpreisträgers“ (deutsch, englisch)

Björn Runge, Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater und Annie Starke reden in der BUILD Series über den Film (Für alle Clips gilt: Gefahr von Spoilern)

Glenn Close und Meg Wolitzer im Times Talk der New York Times

Björn Runge redet über seinen Film


TV-Tipp für den 3. Januar: Bei Anruf Mord

Januar 3, 2019

Ein Hinweis vom Meister

Arte, 20.15

Bei Anruf Mord (Dial M for Murder, USA 1954)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Frederick Knott

LV: Frederick Knott: Dial M for Murder, 1952 (Theaterstück)

Der ehemalige Tennisprofi Tony Wendice plant den perfekten Mord an seiner untreuen Ehefrau Margot. Als sie den Killer umbringt, wird es Zeit für Plan B.

Für Hitchcock war die Verfilmung des Broadway-Stückes eine Verlegenheitsarbeit, bei dem er damals modische 3-D-Effekte einbauen musste. Er tat dies nur in einer Szene: als Margot den Killer mit einer Schere ersticht. Der Rest ist gut abgefilmtes Theater.

Mit Grace Kelly, Ray Milland, Robert Cummings, John Williams, Anthony Dawson

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Bei Anruf Mord“

Wikipedia über „Bei Anruf Mord“ (deutsch, englisch) und Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2“

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks „Mr. und Mrs. Smith“

Meine Besprechung von Thilo Wydras „Alfred Hitchcock“

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 2. Januar: The Artist

Januar 1, 2019

Arte, 20.15

The Artist (The Artist, Frankreich 2011)

Regie: Michel Hazanavicius

Drehbuch: Michel Hazanavicius

Unglaublich, aber wahr: Heute ist die TV-Premiere von „The Artist“, den Film, den damals alle liebten und der damals mit Preisen überhäuft wurde. Unter anderem erhielt der französische Film fünf Oscars, unter anderem den Oscar als bester Film des Jahres.

Michel Hazanavicius‘ Tragikomödie ist eine Liebeserklärung an Hollywood und an den Stummfilm. Selbstverständlich in SW und als Stummfilm.

Die ‚A Star is born‘-Schmonzettenstory – Stummfilmstar George Valentin lehnt den Tonfilm ab. Er verliebt sich in das Starlet Peppy Miller, das durch den Tonfilm zum Star aufsteigt. – dient dabei nur als Rahmen für eine mit vielen wundervollen Details verzierte Liebeserklärung an das Kino.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Jean Dujardin, Bérénce Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Malcolm McDowell, Uggy (Palm Dog Award Cannes 2011 als bester Hundedarsteller)

Wiederholungen

Sonntag, 6. Januar, 09.25 Uhr

Freitag, 11. Januar, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Artist“

Wikipedia über „The Artist“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Michel Hazanavicius‘ „The Artist“ (The Artist, Frankreich 2011)


TV-Tipp für den 1. Januar: Zoomania

Dezember 31, 2018

Sat.1, 20.15

Zoomania (Zootopia, USA 2016)

Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jared Bush (Ko-Regisseur)

Drehbuch: Jared Bush, Phil Johnston, Dan Fogelman (zusätzliches Material) (Nach einer Geschichte von Byron Howard, Jared Bush, Rich Moore, Phil Johnston, Jennifer Lee, Josie Trinidad und Jim Reardon)

Als Jung-Polizistin und Karnickel Judy Hopps mit dem verbrecherischen Fuchs Nick Wilde (Hey, er ist ein Fuchs!) den spurlos verschwundenen Mr. Otterton sucht, entdecken sie ein riesiges, Zoomania bedrohendes Komplott.

Äußerst gelungener Disney-Film mit sympathischer Botschaft und unzähligen Anspielungen, die jüngere Zuschauer übersehen werden. Aber die sollten um diese Uhrzeit auch im Bett sein.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit vielen Tieren und vielen Sprechern

Wiederholung: Mittwoch, 2. Januar, 11.50 Uhr

Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Moviepilot über „Zoomania“
Metacritic über „Zoomania“
Rotten Tomatoes über „Zoomania“
Wikipedia über „Zoomania“ (englisch)

Meine Besprechung von Byron Howard/Rich Moore/Jared Bushs „Zoomania“ (Zootopia, USA 2016)


TV-Tipp für den 31. Dezember: Pop around the Clock

Dezember 30, 2018

3sat, 06.00

Pop around the Clock

Wie jedes Jahr: 3sat zeigt 24 Stunden Konzertmitschnitte, die normalerweise neu sind, erstmals gezeigt werden und danach nie wieder laufen. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass einer der in den vergangenen Jahre gezeigten Konzertmitschnitte wiederholt wurde.

Die Musiker und Bands sind normalerweise gut abgehangene, etablierte Größen. Heute spielen, unter anderem, Norah Jones (um 06.45 Uhr), Herbert Grönemeyer („Tumult“ um 16.00 Uhr), The Rolling Stones (um 18.00 Uhr, ein 2018 veröffentlichter Mitschnitt der 1999er „No Security“-Tour), Elton John (um 20.00 Uhr, so als Vorbereitung für das Elton-John-Biopic „Rocketman“) und Rammstein (um 22.45 Uhr, das Paris-Konzert lief, glaube ich, schon mal im TV.)

Hier das vollständige Programm und die Möglichkeit zum Musikgenuss.


TV-Tipp für den 30. Dezember: Spiel mir das Lied vom Tod

Dezember 30, 2018

RBB, 22.00

Spiel mir das Lied vom Tod (C’era una volta il west, Italien/USA 1968)

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Sergio Donati (nach einer Geschichte von Dario Argento, Bernardo Bertulucci und Sergio Leone)

Die Story – Killer Frank will für die Eisenbahn an das Land der Exhure Jill gelangen, während ‚Mundharmonika‘ ihm einen Strich durch die Rechnung macht – ist eher Nebensache gegenüber den von Ennio Morricone untermalten Bildern von Tonino Delli Colli.

Ein Western-Klassiker, der eigentlich auf die große Leinwand gehört.

mit Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards, Frank Wolff, Gabriele Ferzetti, Keenan Wynn, Lionel Stander, Jack Elam, Woody Strode

Wiederholung: Montag, 31. Dezember, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Spiel mir das Lied vom Tod“

Wikipedia über „Spiel mir das Lied vom Tod“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Dezember: Teufel in Blau

Dezember 28, 2018

ZDFneo, 00.02

Der Teufel in Blau (Devil in a blue dress, USA 1995)

Regie: Carl Franklin

Drehbuch: Carl Franklin

LV: Walter Mosley: Devil in a blue dress, 1990 (Teufel in Blau)

Los Angeles, 1948: Amateurdetektiv Easy Rawlins soll Daphne finden. Aber Daphne hat es faustdick hinter den Ohren.

Franklins gelungene Verfilmung von Mosley Debütroman. „Teufel in Blau“ ist ein Film Noir, der seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie immer deutlich zitiert und damit immer zum gut gemachten, aber auch langweiligem Ausstattungskino tendiert.

Während Mosley in den USA regelmäßig neue Romane (auch mit Easy Rawlins) veröffentlich, sind die deutschen Verlage wieder ausgestiegen.

Mit Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Teufel in Blau“

Wikipedia über „Teufel in Blau“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Easy Rawlins

Homepage von Walter Mosley

Meine Besprechung von Walter Mosleys Kurzroman „Archibald Lawless: Freier Anarchist“ in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)


Neu im Kino/Filmkritik: Das Biopic „Mary Shelley“

Dezember 28, 2018

Frankenstein.

Auch zweihundert Jahre nach der ersten Publikation von „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ ist der Horrorroman immer noch bekannt. Er wird immer wieder neu aufgelegt und verfilmt. Entsprechend bekannt ist die Geschichte von Victor Frankenstein und seiner Kreatur.

Weil Mary Shelley (geborene Godwin am 30. August 1797 in London – gestorben am 1. Februar 1851 in London) in einem Vorwort zu „Frankenstein“ die Entstehung ihres Romans schildert, dürfte auch diese Geschichte bekannt sein. Im Sommer 1816 gastierte sie mit ihrem Geliebten und späteren Ehemann Percy Shelley, John Polidori und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont bei Lord Byron am Genfer See. Während einer stürmischen Nacht hatte Lord Byron die Idee, in einem Wettbewerb herauszufinden, wer von ihnen die beste Gruselgeschichte erzählen könnte. 1986 erzählte Ken Russell in seinem Film „Gothik“ die Ereignisse dieser Nacht.

Und damit dürfte sich das Wissen über Mary Shelley, bzw. Mary Wollstonecraft Shelley, erschöpfen.

Haifaa Al-Mansours Biopic mit Elle Fanning als Mary Shelley könnte da Abhilfe schaffen. In ihrem Film konzentriert sie sich auf die frühen und sehr turbulenten Jahre der Autorin. 1814 lernt die schreib- und literaturbegeisterte sechzehnjährige Mary Godwin den berühmten romantischen und schon verheirateten Dichter Percy Bysshe Shelley (Douglas Booth) kennen. Sie verliebt sich. Sie haben Sex und Kinder. Nach dem Suizid von Shelleys Ehefrau heiratet sie ihre große Liebe. Er ist ein Verfechter der freien Liebe. Sie ist von dieser Idee nicht so begeistert. Sie haben kein Geld.

1816 verbringen sie, alle bürgerlichen Konventionen missachtend, den Sommer bei Lord Byron (Tom Sturridge).

Herausgefordert von dem ebenfalls berühmten Lord Byron beginnt sie „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ zu schreiben. Das Buch wird zuerst anonym veröffentlicht. Mit der Enthüllung ihrer wahren Identität endet der Film und auch die im Film angelegte Emanzipationsgeschichte.

Im Film ist, auch wenn die Shelley-Forschung es nicht so eindimensional sieht, Shelleys Horrorroman eine kaum verklausulierte autobiographische Erzählung ihres bisherigen Lebens. Mit dieser filmisch leichter zu bewältigenden Gleichsetzung von persönlichen Erlebnissen und literarischen Erzeugnissen huldigt der Film dann dem platten Kult, dass großes Leid zu großer Literatur führt. Das intellektuelle und damit sehr unfilmische Umfeld, in dem Mary Shelley sich bewegte – ihre kurz nach ihrer Geburt verstorbene Mutter Mary Wollstonecraft war eine Schriftstellerin und Feministin, ihr Vater William Godwin war Sozialphilosoph und Begründer des politischen Anarchismus, die damaligen Denker verkehrten in der Buchhandlung ihres Vaters – wird dagegen kaum beachtet.

Haifaa Al-Mansour („Das Mädchen Wadjda“) erzählt das alles chronologisch als biederes, feministisch grundiertes Ausstattungskino, in dem erst am Ende der rote Faden zwischen den einzelnen Episoden aus Mary Shelleys Leben sichtbar wird. Entsprechend desinteressiert folgt man den Ereignissen und wartet auf die Nacherzählung des legendären Sommers am Genfer See. Diese ist erst ziemlich spät im Film.

Während Mary Shelley ein dreidimensionaler Charakter ist, sind die sie umgebenden Männer alle arg dimensional gezeichnet. Vor allem ihre große Liebe Percey Shelley und Lord Byron werden so sehr überzeichnet, dass man schon bei ihrem ersten Auftritt eine gepflegte Antipathie gegen diese egomanischen Trottel hat.

In dem Moment läuft auch die feministische Lesart, die Mary Shelley als damals (und auch heute noch) moderne Frau und als Vorbild für junge Frauen zeigen möchte, ins Leere. Denn es ist vollkommen rätselhaft, warum Mary Shelley und auch sonst irgendjemand diese Männer bewundern und sich in sie verlieben könnte.

Mary Shelley (Mary Shelley, Großbritannien/Irland/Luxemburg 2017)

Regie: Haifaa Al-Mansour

Drehbuch: Emma Jensen, Haifaa Al-Mansour

mit Elle Fanning, Douglas Booth, Tom Sturridge, Bel Powley, Stephen Dillane, Joanne Froggatt, Ben Hardy

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Mary Shelley“

Metacritic über „Mary Shelley“

Rotten Tomatoes über „Mary Shelley“

Wikipedia über „Mary Shelley“ (deutsch, englisch) und Mary Shelley (deutsch, englisch)