Neu im Kino/Filmkritik: „Minions & Monster“ in Hollywood

Juli 1, 2026

Über einige Umwege, die zu grotesk sind, um hier verraten zu werden, stolpern die Minions in eine Verfolgungsjagd in einem Hollywood-Stummfilmwestern. Die Aufnahme läuft vollkommen aus dem Ruder. Regisseur Max ist verzweifelt, aber die beiden Produzenten sind begeistert über den Auftritt dieser Agenten des Chaos. Und so beginnt in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Hollywood-Karriere der Minions. Treibende Kräfte bei den Minions sind die beiden filmbegeisterten Freunde James und Henry.

Mit dem Beginn des Tonfilms ist diese Karriere allerdings gefährdet. Sie verfallen auf die Idee, mit einem echten Monster einen Monsterfilm zu drehen. Der von ihnen mit der Hilfe eines Zauberbuchs befreite, verdächtig harmlos aussehende und agierende Goomi bietet ihnen seine Hilfe an. Er kenne gute auf einer einsamen Insel lebende Monster. Dabei verfolgt er sinistre Pläne.

Minions & Monster“ ist Pierre Coffins mit Zitaten und Anspielungen gespickte Liebeserklärung an das klassische Hollywood, den Stummfilm und den B-Picture-Monsterfilm. Während Cineasten in dem Moment einen „wer erkennt die meisten Anspielungen“-Wettbewerb starten, dürften vor allem Kinder die wenigsten Anspielungen erkennen und einordnen können. Für das Vergnügen ist das nicht schlimm, aber schade. Deshalb wäre bei der DVD/Blu-ray-Veröffentlichung ein entsprechender erklärender, auf alle Anspielungen eingehender Audiokommentar fantastisch. Dann wäre dieser Teil der Arbeit der Macher nicht vollkommen umsonst.

Am besten funktioniert der neueste Minions-Film, wenn er einfach nur Episoden aneinanderreiht, in denen die Minions Minions-Dinge tun; also voller Energie und gutem Willem und kindlicher Unschuld versuchen, etwas besonders gut zu machen und dabei ein veritables Chaos auslösen. Sie wollen einem Bösewicht helfen und werden durch ihre eigene Unfähigkeit zu Kräften des Guten. Wer da nicht beginnt, an göttliche Fügung zu glauben, muss an die heilende Kraft des eskalierenden Slapsticks glauben.

Coffin, der Erfinder der Minions und der Regisseur der ersten drei von vier „Ich – Einfach unverbesserlich“- und des ersten und dritten, also diesem „Minions“-Films, erzählt den gesamten Film durchgängig in hoher Geschwindigkeit. Das ist, weil es nur ein Erzähltempo gibt und, wenn es dann doch in der zweiten Filmhälfte so etwas wie eine Monster-Geschichte gibt, ermüdend. In dieser Hälfte fällt nämlich negativ auf, dass die Figuren arg eindimensional sind. Ihre Auftritte dienen weniger der Geschichte, sondern mehr einzelnen Gags. Nach dem Gag verschwinden sie aus der Geschichte. Manchmal tauchen sie wieder auf. Manchmal nicht.

Minions & Monster (Minions & Monster, USA 2026)

Regie: Pierre Coffin

Drehbuch: Brian Lynch, Pierre Coffin

mit (im Original den Stimmen von) Allison Janney, Christoph Waltz, Jeff Bridges, Jesse Eisenberg, Zoey Deutch, Bobby Moynihan, Phil LaMarr, Trey Parker, Pierre Coffin

(in der deutschen Fassung den Stimmen von) Pierre Coffin, Bill Kaulitz, Tom Kaulitz, Christoph Waltz, Alexandra Marisa Wilcke, Joachim Tennstedt, Alice Bauer, Tim Sander, Tilo Schmitz

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 6 Jahre (allerdings sollten Eltern prüfen, ob diese Slapstick-Komödie für ihre Kinder geeignet ist)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Minions & Monster“

Metacritic über „Minions & Monster“

Rotten Tomatoes über „Minions & Monster“

Wikipedia über „Minions & Monster“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Kyle Balda/Brad Ableson (Co-Regie)/Jonathan del Vals (Co-Regie) „Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ (Minions: The Rise of Gru, USA 2022)

Meine Besprechung von Chris Renaud/Patrick Delages „Ich – Einfach unverbesserlich 4“ (Despicable Me 4, USA 2024)


TV-Tipp für den 1. Juli: Volver – Zurückkehren

Juni 30, 2026

Arte, 20.15

Volver – Zurückkehren (Volver, Spanien 2006)

Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Eigentlich kann man einen Almodóvar-Film nicht in wenigen Worten nacherzählen – und das ist gut so. Jedenfalls geht es hier um Frauen aus drei Generationen einer Familie, es gibt einen ermordeten Stiefvater (er hatte es verdient) und eine tote Mutter, deren Geist zurückkehrt.

„Die Hommage an die pragmatische Lebensweisheit der Frauen überzeugt durch die souveräne Kombination widersprüchlicher Elemente, wobei vor allem der gelassene Umgang mit dem Tod angenehm überrascht.“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Duenas, Blanca Portillo, Chus Lampreave

Wiederholung: Freitag, 3. Juli, 14.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Volver“

Wikipedia über „Volver“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars “Fliegende Liebende” (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Julieta“ (Julieta, Spanien 2016)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ (Dolor y gloria, Spanien 2019)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Parallele Mütter“ (Madres paralelas, Spanien 2021)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „The Room next Door“ (The Room next Door/La habitación de al lado, Spanien 2024)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. Juni: Get the Gringo

Juni 29, 2026

Sommerurlaub?

Tele 5, 22.35

Get the Gringo (Get the Gringo, USA 2012)

Regie: Adrian Grunberg

Drehbuch: Mel Gibson, Stacy Perskie, Adrian Grunberg

Ein namenloser Fluchtwagenfahrer wird kurz hinter der Grenze von der mexikanischen Polizei verhaftet und in einen von einem Gangsterboss regierten Knast gesteckt. Jetzt will er überleben, ausbrechen und seine Kohle wieder haben.

Das B-Picture „Get the Gringo“ ist eine unterhaltsame Hardboiled-Krimikomödie mit etwas Action und einem lakonischen Voice-Over des Fahrers, der auch über die Auslassungen und Unwahrscheinlichkeiten der Geschichte hinwegerzählt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Mel Gibson, Kevin Hernandez, Daniel Giménez Cacho, Jesús Ochoa, Dolores Heredia, Peter Gerety, Roberto Sosa Martinez, Peter Stormare, Mario Zaragoza, Gerardo Taracena

Wiederholung: Donnerstag, 2. Juli, 00.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Get the Gringo“

Metacritic über „Get the Gringo“

Rotten Tomatoes über „Get the Gringo“

Wikipedia über „Get the Gringo“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Adrian Grunbergs „Get the Gringo“ (Get the Gringo, USA 2012)

Meine Besprechung von Adrian Grunbergs „Rambo: Last Blood“ (Rambo: Last Blood, USA 2019)


TV-Tipp für den 29. Juni: Liebe 1962

Juni 28, 2026

Arte, 2o.15

Liebe 1962 (L’Eclisse, Italien 1962)

Regie: Michelangelo Antonioni

Drehbuch: Michelangelo Antonioni, Tonino Guerra, Elio Bartolini (Mitarbeit), Ottiero Ottieri (Mitarbeit)

Die reiche Römerin Vittoria verlässt ihren brutalen Freund. Sie verliebt sich in den Börsenmakler Piero. Aber dieser zögert.

Ein Liebesfilm der von der Unmöglichkeit der Liebe in der modernen Gesellschaft erzählt. Kein leichtverdaulicher Film. Ein Klassiker.

Anschließend, um 22.15 Uhr zeigt Arte die neue Doku „Monica Vitti, die Königin des italienischen Films“ (Deutschland 2024) und, nur so halb passend, um 23.10 Uhr, ebenfalls als TV-Premiere, die Doku „Das Kino des Bernardo Bertolucci – Opulent & unangepasst“ (Italien 2025) (das hätten die doch mit einem seiner Filme verknüpfen können) und, als Wiederholung, um 00.05 Uhr die Doku „Der schönste Junge der Welt – Björn Andrésen: Viscontis blonder Engel“ (Schweden/Deutschland/Frankreich 2019) (Luchino Visconti machte ihn mit seinem Film „Tod in Venedig“ zum Weltstar).

mit Alain Delon, Monica Vitti, Francisco Rabal, Lilla Brignone, Rossana Rory, Mirella Ricciardi, Louis Seigner

Wiederholung: Mittwoch, 8. Juli, 15.40 Uhr

Hinweise

Arte über den Film (auch in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Liebe 1962“

Wikipedia über “Liebe 1962″ (deutschenglisch)

 

 


TV-Tipp für den 28. Juni: Scarface

Juni 27, 2026

Arte, 22.00

Scarface – Toni, das Narbengesicht (Scarface, USA 1983)

Regie: Brian De Palma

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Armitage Trail: Scarface, 1930 (Scarface)

Buch zum Film: Paul Monette: Scarface, 1983 (Scarface – Der Mann mit der Narbe)

De Palma aktualisierte „Scarface“, die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Gangsters, und schuf ein packendes Sittengemälde des Verbrechens in Florida in den frühen Achtzigern.

Damals wurde die Sprache („Fuck“) und die Brutalität kritisiert. Heute wäre es die grauenhafte, altmodische Disco-Musik von Giorgio Moroder. Ansonsten ist „Scarface“ in der ungekürzten Fassung inzwischen einer der Klassiker des Gangsterfilms.

Mit Al Pacino, Michelle Pfeiffer, Mary Elizabeth Mastrantonio, Robert Loggia, F. Murray Abraham

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Scarface“

Wikipedia über „Scarface“ (deutschenglisch)

New York Times: Vincent Canby: Besprechung von “Scarface” (9. Dezember 1983)

Roger Ebert über “Scarface” (9. Dezember 1983, 28. September 2003)

Schnittberichte: Vergleich der FSK-16-Fassung (ein trauriger Torso) mit der Kinoversion

Meine Besprechung von Christian De Metter/Armitage Trails „Scarface“ (Scarface, 2011) (Comic, der auf Armitage Trails Roman basiert)


TV-Tipp für den 27. Juni: Rechtsruck im Silicon Valley

Juni 26, 2026

3sat, 19.20

Rechtsruck im Silicon Valley: Warum die kalifornischen Tech-Eliten Trump unterstützen (Deutschland 2026)

Regie: Cornelius Janzen

Drehbuch: Cornelius Janzen

TV-Premiere. Vierzigminütiger Dokumentarfilm über den aktuellen Geisteszustand der Silicon-Valley-Tech-Elite und die historischen Wurzeln des dortigen Rechtsruck, der die Demokratie hochgradig gefährdet.

Hinweis

3sat über die Doku


Neu im Kino/Filmkritik: „Hallo Betty“ Bossi, Köchin der Nation

Juni 26, 2026

Kochrezepte. Und zwar nicht nur von der komplizierten Art, sondern einfache Rezepte, die die Hausfrau schnell kochen kann mit den Zutaten die gerade in der Küche sind und die der Familie schmecken, gab es nicht schon immer in Reklame-, Frauen- und Kochzeitschriften.

In der Schweiz begann dies 1956 mit Betty Bossi. Sie wurde schnell populär und das Gesicht der Zeitschrift, die ganz banal „Betty Bossi Post“ hieß und aus einer Mischung aus Kochrezepten und Ratschlägen bestand.

Dabei gab es Betty Bossi nicht. Sie wurde von der Werbetexterin Emmi Creola (Sarah Spale) erfunden für die Firma Astra, die den Verkauf von Margarine und Erdnussöl ankurbeln wollte. Die einfachen Rezepte der patenten Schweizer Hausfrau kamen gut an. Später trat sie in der Öffentlichkeit als Betty Bossi auf. Und kümmerte sich neben ihrer immer mehr Zeit in Anspruch nehmenden Arbeit auch um ihre Kinder und ihren Ehemann. Noch später wurden ihre Leistungen als ‚Köchin und Hausfrau der Nation‘ umfassend gewürdigt. In dem Moment war Betty Bossi schon ein Markenzeichen und ein großes, heute immer noch bestehendes Unternehmen.

Die am 3. September 1912 geborene Betty-Bossi-Erfinderin Emmi Creola-Maag starb am 2. Oktober 2006.

Auch „Platzspitzbaby“-Regisseur Pierre Monnard lernte mit Betty Bossis einfachen und, was der wichtigste Punkt war, immer gelingenden Rezepten Kochen.

Jetzt erzählt er in „Hallo Betty“ sehr warmherzig und mit mild pointiertem Humor die Anfänge von Betty Bossis Geschichte mit einer ordentlichen Portion Fünfziger-Jahre-Retro-Charme. Er spricht auch die mangelnde Gleichberechtigung, vor allem bei der Arbeit das herablassende Verhalten der Männer gegenüber Frauen, die schlechte Behandlung der aus Italien kommenden Arbeiter und die sich dagegen formierende Solidarisierung der Frauen an. Denn Betty Bossis Geschichte ist auch die Geschichte der Emanzipation von Emmi Creola, einer bei uns in Deutschland fast unbekannten Frau. Während sie sich nach der Zubereitung von Tiramisu erkundigt, gab es in Deutschland Toast Hawaii.

Hallo Betty (Schweiz 2026)

Regie: Pierre Monnard

Drehbuch: André Küttel

mit Sarah Spale, Martin Vischer, Rabea Egg, Viviana Zappa, Cyril Metzger, Ueli Jäggi, Morgane Ferru, Magdalena Neuhaus, Esther Gemsch, Thomas Douglas, Leonardo Nigro, Pablo Caprez, Dominique Müller

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Hallo Betty“

Wikipedia über „Hallo Betty“, Betty Bossi und Emmi Creola-Maag

Meine Besprechung von Pierre Monnards „Platzspitzbaby“ (Schweiz 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Bi Gans Cannes-Gewinner „Resurrection“

Juni 26, 2026

In Cannes erhielt Bi Gans Science-Fiction-Film „Resurrection“ den Spezialpreis der Jury. Er erzählt von einer Zukunft, in der Menschen ewig Leben. Dafür haben sie aufgehört zu Träumen. Ein Namenloser macht sich mit dem Ziel, Träume vor dem Vergessen zu bewahren, auf eine Reise durch Raum und Zeit und fantastische Welten.

Für Bi Gan ist das eine Gelegenheit, viele dieser Träume zu zeigen. Sie ahmen dabei verschiedene Filmstile und Genres nach.

Es beginnt, wunderschön verspielt, mit dem Stummfilm, dem Expressionismus und dem magischen Realismus. Realität, also Filmrealität, Fantasie und Traum sind, höchst verspielt, untrennbar miteinander verbunden. Weiter geht es mit einem Noir-Traum, einer Samurai-Geschichte, einer Coming-of-Age-Vater-Tochter-Geschichte, einem Vampir- und Jugenddrama. Immer wieder verknüpft Bi Gan dabei verschiedene Stile und Genres. Immer wieder erinnern die Träume an frühere Filme und bekannte Figuren und Figurenkonstellationen.

Dieses Spiel mit den Genres ist mal mehr, mal weniger befriedigend. Vor allem das anfängliche Spiel aus der Welt und Zeit des Stummfilms gefällt.

Diese Verspieltheit und der Ideenreichtum des Anfangs wird in den späteren Träumen nicht mehr erreicht. Sicher, einige Träume haben beeindruckende Filmsequenzen und variieren gekonnt und geschickt die bekannten Erzählmuster dieser Geschichte. So ist ein Noir-Agententhriller mit einem Alain-Delon-Der-eiskalte-Engel-Lookalike immer sehenswert.

Aber es wird zunehmend müßig zu versuchen, einen großen, die Geschichten verbindenden Bogen herauszufinden. Regisseur Bi Gan will das auch nicht. Er will auch nicht eine bestimmte Interpretation vorgeben. Das ist sicher eine Stärke des Films – jeder Zuschauer kann seinen eigenen Film, der sich vollkommen von dem Film des Nachbarn unterscheidet, daraus machen – und eine Schwäche. Wer sich davon nicht angesprochen fühlt, glaubt, er befinde sich in einem schlecht gestaltetem Kaufhaus, begleitet von dem Manager, der einem beständig ins Ohr brüllt, alles sei einzigartig grandios.

Über 160 Minuten ergibt sich so nur eine Abfolge von Kurzfilmen, die nicht miteinander zusammenhängen. Entsprechend ermüdend und frustrierend ist das Ergebnis als Spielfilm, der die Geschichte einer Person und eines Problems, das sie lösen will, mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende erzählt. „Resurrection“ würde genausogut mit weniger oder mehr oder anderen Träumen funktionieren. Er würde vielleicht sogar besser als Serie funktionieren, in der der Protagonist in Träumen etwas herausfinden muss oder herausfindet. Je nach dem Interesse des Publikums kann die Serie dann kürzer oder länger ausfallen. Genausogut würde sie als YouTube-Serie funktionieren, zu der jeder seinen von einem anderen Filmgenre beeinflussten Traum hochladen kann.

Als 159-minütiger Spielfilm funktioniert das nicht.

Resurrection (Kuang ye shi dai, China/Frankreich/USA 2025)

Regie: Bi Gan

Drehbuch: Bi Gan, Zhai Xiaohui

mit Shu Qi, Jackson Yee, Mark Chao, Li Gengxi, Huang Jue, Chen Yonngzhong

Länge: 159 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Resurrection“

Metacritic über „Resurrection“

Rotten Tomatoes über „Resurrection“

Wikipedia über „Resurrection“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 26. Juni: The Shallows – Gefahr aus der Tiefe

Juni 25, 2026

Nitro, 22.30

The Shallows – Gefahr aus der Tiefe (The Shallows, USA 2016)

Regie: Jaume Collet-Serra

Drehbuch: Anthony Jaswinski

Nancy will allein an einem einsamen Strand surfen. Dabei begegnet sie einem Hai, der sie für einen Teil seines Speiseplans hält.

Spannender Thriller und eine Solo-Show für Blake Lively.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Blake Lively – außerdem, nicht unwichtig, aber durchgehend im Cameo-Bereich: Óscar Jaenada, Angelo Jose, Lozano Corzo, Jose Manual, Trujillo Salas, Brett Cullen, Sedona Legge, Pablo Calva, Diego Espejel, Janelle Bailey, Ava Dean, Chelsea Moody, Sully ‚Steven‘ Seagall (Debüt!)

Hinweise

Moviepilot über „The Shallows“

Metacritic über „The Shallows“

Rotten Tomatoes über „The Shallows“

Wikipedia über „The Shallows“

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras “Non-Stop” (Non-Stop, USA 2013)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (The Shallows, USA 2016)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Commuter“ (The Commuter, USA/Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Jungle Cruise“ (Jungle Cruise, USA 2021)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Woman in the Yard“ (The Woman in the Yard, USA 2025)


Neu im Kino/Filmkritik: „Power Ballad – Der Song meines Lebens“ wurde geklaut

Juni 25, 2026

Rick Power (Paul Rudd) war einmal auf dem Weg einer mehr als ordentliche Karriere als Rockmusiker. Aber dann traf der US-Amerikaner auf einer Tour seine große Liebe und jetzige Frau. Ihre Tochter ist siebzehn Jahre alt. Sie leben in Dublin. Er spieltt in einer Hochzeitsband. Das Programm besteht aus den größten Hits anderer Bands und den Wünschen des Publikums.

Danny Wilson (Nick Jonas von den „Jonas Brothers“) war Sänger in einer unglaublich erfolgreichen Boygroup. Jetzt, mit 27 Jahren, versucht er sich mit seinem Solo-Debüt neu zu erfinden.

Diese beiden unterschiedlichen Männer treffen sich auf einer Promi-Hochzeit. Nach den Feierlichkeiten hängen sie in Dannys Zimmer ab und musizieren gemeinsam. Rick spielt ihm dabei seinen großen, bislang unveröffentlichten Song vor. Bis jetzt ist es nur ein seit Jahren unvollendetes Fragment.

Monate später hat Danny mit diesem Song, den er als seinen eigenen Song ausgibt, einen weltweiten Hit.

Rick beschließt um seine Ehre zu kämpfen. Er will für den Song die Anerkennung haben, die ihm zusteht. Gemeinsam mit seinem besten Kumpel Sandy (Peter McDonald) macht er sich auf den Weg nach Los Angeles. Sandy entspricht dabei dem Klischee des herzensguten sauf- und rauflustigen irischen Kumpels, der als erstes Dannys Bar ausprobiert.

Power Ballad – Der Song meines Lebens“ ist der neue Musikfilm von John Carney. Wie in seinen vorherigen Filmen – wozu „Once“, „Can a Song save your Life?“ und „Sing Street“ gehören – geht es um Musik, Musiker, Bands und die Kraft der Musik.

Das ist, mit viel Musik, humorvoll erzählt und, vor allem wenn es um Ricks Leben geht, sehr stimmig. Er ist 48-jähriger Mann, der den Traum von einem Leben als Rockstar für ein anderes Leben aufgegeben hat. Trotzdem komponiert er in jeder freien Minute und er hat immer noch seine Träume. Dannys Leben entspricht dagegen dem Leben eines von seiner Entourage umsorgten Pop-Musikers, der sich um nichts kümmern muss. Gegensätzlicher könnten die beiden Männer nicht sein. Und sie könnten den Liedtext auch nicht gegensätzlicher verstehen. Wenn Rick um seinen Song kämpft, entfernt sich die Filmgeschichte ein Stück weit von der Realität zugunsten des etwas eskalierenden Konflikts zwischen zwei Musikern um einen Song.

Insgesamt gefällt diese versöhnlich endende Feelgood-„Power Ballad“ mit ihren kindischen Männern. Sie weigern sich nicht erwachsen zu werden, aber in ihrem Innersten bleiben sie Kinder.

Die Musik, mehr Poprock als Rock, gefällt ebenfalls, auch wenn sie für meinen Geschmack etwas zu gefällig ist.

Power Ballad – Der Song meines Lebens (Power Ballad, Irland/USA 2026)

Regie: John Carney

Drehbuch: John Carney, Peter McDonald

mit Paul Rudd, Nick Jonas, Peter McDonald, Marcella Plunkett, Havana Rose Liu, Jack Reynor, Rory Keenan, Keith McErlean, Paul Reid, Beth Fallon

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Power Ballad“

Metacritic über „Power Ballad“

Rotten Tomatoes über „Power Ballad“

Wikipedia über „Power Ballad“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Carneys „Can a Song save your Life?“ (Begin again, USA 2013)

Meine Besprechung von John Carneys „Sing Street“ (Sing Street, Irland/USA/Großbritannien 2016) (und dem Soundtrack) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Der überwältigend erfolgreiche Horrorfilm „Obsession – Du sollst mich lieben“

Juni 25, 2026

Inzwischen ist „Obsession – Du sollst mich lieben“ ein an der Kinokasse erfolgreicher Horrorfilm, der, zusammen mit dem letzte Woche gestarteten Horrorfilm „Backrooms“, zahlreiche Artikel inspirierte. Denn irgendetwas muss uns der gleichzeitige Erfolg von zwei Horrorfilmen an der Kinokasse doch über unsere Gesellschaft sagen.

Während „Backrooms“ mit dem Konzept liminaler Räume arbeitet und man leicht über die Unwirtlichkeit des Kapitalismus räsonieren kann, ist es bei „Obsession – Du sollst mich lieben“ anders.

Bear (Michael Johnston) ist schon seit Jahren in Nikki (Inde Navarrette), seine Arbeitskollegin in einem Musikgeschäft, verliebt. Sie verstehen sich auch gut, aber es bleibt bei einer Freundschaft. Weil der schüchterne Romantiker Bear sich nicht traut, Nikki seine Liebe zu gestehen, verfällt er auf einen One-Wish-Willow. Er hat diesen One-Wish-Willow in einem aus der Zeit gefallenem Geschäft für allerlei Zauberartikel gefunden und aus einer Laune heraus gekauft. Wenn man diesen One-Wish-Willow zerbricht, so erzählt ihm der Verkäufer, erfüllt er einen Wunsch. Bear wünscht sich, dass Nikki sich unsterblich in ihn verliebt.

Zuerst geschieht nichts.

Etwas später ist sie in ihn verliebt, zeigt ihm ihre Liebe und zieht bei ihm ein.

Kurz darauf dämmert es Bear, dass sich sein Wunsch erfüllte. Nikki ist jetzt in ihn verliebt. Sie erfüllt ihm jeden Wunsch. Sie will ihm nicht mehr von der Seite weichen. Und sie verteidigt ihre Liebe mit allen Mitteln gegen echte und vermeintliche Bedrohungen.

Curry Barker postete, wie „Backrooms“-Regisseur Kane Parsons, seine ersten Filme auf YouTube. „Obsession – Du sollst mich lieben“ ist jetzt das ebenfalls in langen Szenen gedrehte Spielfilmdebüt des 26-jährigen. Er inszenierte ihn mit einem Microbudget von 750.000 US-Dollar.

Inzwischen hat der Horrorfilm in den USA über 220 Millionen US-Dollar eingespielt. Aktuell steht der in den USA am 15. Mai gestartete Film immer noch mal auf dem zweiten, seltener auf dem dritten Platz der täglichen US-Kinocharts. Weltweit spielte er über 337 Millionen US-Dollar ein. Damit ist er der umsatzträchtigste Horrorfilm des Jahres.

Noch mehr als bei „Backrooms“ stellt sich die Frage, warum dieser Film so erfolgreich ist. Sicher, er ist gut gemacht. Die Schauspieler überzeugen, vor allem Inde Navarrette hat eine beunruhigende Präsenz, wenn sie etwas seltsam reagiert, in einer dunklen Zimmerecke steht oder zu lang in bestimmten Posen verharrt. Die Story von „Obsession“ wirft einen beunruhigenden Blick auf sich anders als erwartet entwickelnde Beziehungen. Es geht um Begehren, Macht, Besessenheit, Abhängigkeit und Freiheit. Das kann jeder nachvollziehen. Nach dem Film kann man mit dem Freund darüber reden, wann aus Liebe etwas anderes wird.

Das ändert aber nichts daran, dass die Geschichte nur sattsam bekannte Topoi leicht variiert. Der Plot ist in seinen Grundzügen bekannt. Ebenso die Moral der Geschichte und die sich schnell abzeichnende Lösung für Bears Problem. Es ist auch eine Geschichte, die mit 109 Minuten deutlich zu lang geraten ist. Eigentlich sollte sie in unter neunzig Minuten erzählt werden. Oder, dann unter sechzig Minuten, als Geschichte in einer Anthologieserie wie „The Twilight Zone“.

Selbstverständlich wird es aufgrund des überwältigenden Einspiels an der Kinokasse in den kommenden Jahren Fortsetzungen geben. Irgendwo wird sich nämlich immer wieder ein Trottel finden, der sich etwas wünscht und einen One-Wish-Willow zerbricht.

Obsession – Du sollst mich lieben (Obsession, USA 2025)

Regie: Curry Barker

Drehbuch: Curry Barker

mit Michael Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson, Megan Lawless, Haley Fitzgerald, Darin Toonder

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Obsession – Du sollst mich lieben“

Metacritic über „Obsession – Du sollst mich lieben“

Rotten Tomatoes über „Obsession – Du sollst mich lieben“

Wikipedia über „Obsession – Du sollst mich lieben“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Über die Hundeliebhaberin „Supergirl“

Juni 25, 2026

Am Ende von „Superman“ hatten Kara Zor-El (Milly Alcock) und ihr schlecht erzogener Hund Krypto, als sie ihren Cousin Kal-El (aka Superman aka Clark Kent) (David Corenswet) auf der Erde besuchten, ihren ersten, ziemlich denkwürdigen Auftritt.

Jetzt hat Superman via Bildtelefon seinen Auftritt in dem ersten Solo-Film von Kara Zor-El; – Jeannot Szwarc‘ „Supergirl“ von 1984 können wir ignorieren. Der biedere Kal-El will ihr zu ihrem Geburtstag gratulieren. Sie will ihren Geburtstag mit einer gigantischen Sauftour feiern. Sowieso bemüht sich Regisseur Craig Gillespie sein Supergirl als das komplette Gegenteil von dem edlen Superman zu etablieren.

Als die dreizehnjährige Ruthye Marie Knoll vom Danastia Clan (Eve Ridley) in einer Halbweltkaschemme den Gästen ein Angebot macht, will Kara nichts davon wissen. Ruthye sucht den überall gefürchteten Banditenführer Krem of the Yellow Hills (Matthias Schoenaerts). Er ermordete ihre Familie. Jetzt möchte sie, dass jemand sie zu Krem bringt. Sie will ihn töten. Als Lohn für die Hilfe bietet sie ein von ihrem Vater geschmiedetes unbezahlbares Schwert an. Niemand möchte das Angebot annehmen.

Aber als Krem einen vergifteten Pfeil auf ihren geliebten Hund Krypto abschießt und ihr Raumschiff klaut, beginnt Kara ihn kreuz und quer durch das Universum zu jagen. Denn er hat das Gegengift, das sie innerhalb von drei Tagen besorgen muss. Sonst stirbt Krypto.

Nach „Superman“ ist „Supergirl“ der zweite Film im DC Cinematic Universe unter der Ägide von James Gunn und Peter Safran. Als erstes verordneten sie dem DC-Filmuniversum einen umfassenden Neustart. Alles, was vor Gunns Zeit geschah, wurde ins Museum befördert. Alle Pläne, die vorher existierten, wanderten auf den Müllhaufen der Geschichte. Figuren, die weitere Abenteuer erleben sollten, wurden neu besetzt. David Corenswet wurde der neue Superman. Milly Alcock, die in „Superman“ einen Mini-Auftritt hat, Supergirl. Jetzt hat sie einen eigenen Film bekommen, der sich durchaus erfolgreich bemüht, das Gegenteil der „Superman“-Filme zu sein. Die Geschichte spielt nicht auf der Erde, sondern auf verschiedenen Planeten irgendwo im Weltall und Supergirl ist in ungefähr jeder Beziehung das Gegenteil von Superman.

Sie ist die weibliche Ausgabe von Han Solo. Nur schlechter gelaunt, trinksüchtiger und, je nachdem, wo sie gerade ist, mit Superkräften ausgestattet. Schnell wirken ihre Superkräfte wie ein Ersatz für schlampiges Drehbuchschreiben. Je nachdem, was in der Szene gerade benötigt wird, verfügt sie über die Kräfte – oder auch nicht.

Auch der restliche Film wirkt wie ein Film aus dem „Star Wars“-Universum: die Raumschiffe (Karas Raumschiff erinnert an Han Solos Millennium Falcon), Krypto ist ihr Chewbacca, die Kneipen, die Aliens, denen sie begegnet, die Planeten und die Konflikte könnten alle aus einem Han-Solo-Abenteuer sein.

Auch der B-Plot, die Geschichte von Ruthye, erinnert an „Star Wars“. Der Anfang von „Rogue One“ wird hier in Teilen variiert und mit dem zweimal verfilmten Westernklassiker „True Grit“ gekreuzt. In „True Grit“ engagiert die vierzehnjährige Mattie Ross den versoffenen US-Marshal Rooster Cogburn, um den Mord an ihrem Vater zu rächen.

Nur die Idee mit der Bushaltestelle für Raumschiffe, die wie eine stinknormale Bushaltestelle im Nirgendwo aussieht, und dem Greyhound-Bus-Raumschiff ist neu; – hätte aber gut in „Per Anhalter durch die Galaxis“ gepasst.

Das Ergebnis ist okay als Superheldenfilm, der sich kaum um das übliche Superheldengedöns kümmert, und der als SF-Abenteuerfilm beständig an andere Filme und Welten erinnert. Nichts ist wirklich gut oder überraschend. Nichts ist wirklich schlecht. Vieles ist erstaunlich erwartbar. Dazu gehören auch die schlampigen Tricks, die wir so ähnlich inzwischen auch aus anderen Superheldenfilmen kennen.

P. S.: Es gibt keine Szene im oder nach dem Abspann.

Supergirl (Supergirl, USA 2026)

Regie: Craig Gillespie

Drehbuch: Ana Nogueira

mit Milly Alcock, Matthias Schoenaerts, Eve Ridley, David Krumholtz, David Corenswet, Emily Beecham, Jason Momoa

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Supergirl“

Metacritic über „Supergirl“

Rotten Tomatoes über „Supergirl“

Wikipedia über „Supergirl“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Superman“ (Superman, USA 2025)

Meine Besprechung von Craig Gillespies „Fright Night“ (Fright Night, USA 2011)

Meine Besprechung von Craig Gillespies „I, Tonya“ (I, Tonya, USA 2017)

Meine Besprechung von Craig Gillespies „Dumb Money – Schnelles Geld“ (Dumb Money, USA 2023)


TV-Tipp für den 25. Juni: All die schönen Pferde

Juni 24, 2026

ZDFneo, 21.35

All die schönen Pferde (All the pretty horses, USA 1999)

Regie: Billy Bob Thornton

Drehbuch: Ted Tally

LV: Cormac McCarthy: All the pretty horses, 1992 (All die schönen Pferde)

Texas, 1949: der 19-jährige John Grady Cole (Matt Damon) und sein Kumpel Lacey Rawlins (Henry Thomas) wollen in Mexiko ihren Cowboytraum von wilden Abenteuern, wahrer Liebe, heißblütigen Pferden und unberührter Natur erleben.

Die erste Cormac-McCarthy-Verfilmung, ein selten gezeigter Coming-of-Age-Spätwestern, ist ein langer Marlboro-Werbespot.

Mit Matt Damon, Henry Thomas, Lucas Black, Penélope Cruz, Ruben Blades, Robert Patrick

Hinweise

Rotten Tomatoes über „All die schönen Pferde“

Wikipedia über „All die schönen Pferde“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von John Hillcoats Cormac-McCarthy-Verfilmung „The Road“ (The Road, USA 2009)


TV-Tipp für den 24. Juni: Firewall

Juni 23, 2026

Um 20.15 Uhr ist Harrison Ford „Auf der Flucht“, danach kämpft er gegen die

Nitro, 22.50

Firewall (Firewall, USA 2006)

Regie: Richard Loncraine

Drehbuch: Joe Forte

Bankräuber Bill Cox (Paul Bettany) nimmt die Familie von Jack Stanfield (Harrison Ford), Sicherheitschef bei einer Bank, gefangen. Er verlangt von Stanfield, dass dieser ihm bei dem Bankraub hilft. Stanfield versucht den Bankraub zu verhindern und seine Familie zu retten.

Gut, die Story ist mit etwas Hightech-Voodoo aufgebretzelte Dutzendware, aber die Riege der altbekannten Gesichter und die Schlägerei am Ende (sie war auch für den World Stunt Award/Taurus-Award als bester Kampf) entschädigen dafür.

„Firewall“ ist ein B-Picture mit Starpower.

mit Harrison Ford, Virginia Madsen, Paul Bettany, Carly Schroeder, Jimmy Bennett, Mary Lynn Rajskub, Robert Forster, Robert Patrick, Alan Arkin

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Firewall“

Wikipedia über „Firewall“ (deutschenglisch)

The Writing Studio: Interview mit Joe Forte über „Firewall“

Mein Geburtstagsgruß an Harrison Ford (mit weiteren Links)


TV-Tipp für den 23. Juni: Robocop

Juni 22, 2026

Nitro, 23.05

Robocop (Robocop, USA 2014)

Regie: José Padilha

Drehbuch: Joshua Zetumer

Bei einem Anschlag wird Polizist Alex Murphy schwer verwundet. Er wird auf Betreiben des ein gutes Geschäft witternden Konzerns OmniCorp zusammengeflickt und als quasi unverwundbarer Robocop, einer Mischung aus Mensch und Roboter, auf die Verbrecherwelt losgelassen.

Überraschend gelungenes Remake und Update von Paul Verhoevens „Robocop“. Ein Science-Fiction-Actionfilm, der zum Nachdenken anregt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joel Kinnaman, Gary Oldman, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Abbie Cornish, Jackie Earle Haley, Michael K. Williams, Jennifer Ehle, Jay Baruchel, Marianne Jean-Baptiste, Zach Grenier

Wiederholung: Donnerstag, 25. Juni, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Robocop“

Metacritic über „Robocop“

Rotten Tomatoes über „Robocop“

Wikipedia über „Robocop“ (deutschenglisch)

Meine Besprechung von José Padilhas „Tropa de Elite“ (Tropa de Elite, Brasilien/USA 2007)

Meine Besprechung von José Padilhas „Robocop“ (Robocop, USA 2014)

Meine Besprechung von José Padilhas „Narcos – Die komplette erste Staffel“ (Narcos, USA 2015)

Meine Besprechung von José Padilhas „7 Tage in Entebbe“ (7 Days in Entebbe, USA/Großbritannien 2018)


TV-Tipp für den 22. Juni: Der Rote Kakadu (+ Buchkritik: Augenblick # 95: „Der Film fließt zurück ins Meer des Lebens“ – Ein Gespräch mit Dominik Graf)

Juni 21, 2026

NDR, 22.45

Der Rote Kakadu (Deutschland 2006)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Michael Klier, Karin Åström, Günter Schütter (Bearbeitung)

DDR, Frühjahr 1961, wenige Monate vor dem Bau der Mauer (was damals niemand ahnte): In Dresden stolpert der zwanzigjährige Bühnenmaler Siggi (Max Riemelt) in unbekannte Welten zwischen Theater, dem Tanzlokal „Roter Kakadu“ (wo Jazz und westliche Rockmusik gespielt werden) und neuen, freiheitsliebenden Freunden. Das sorgt schnell für Ärger…mit der Staatsmacht.

Lebendiger Blick auf die DDR in den frühen sechziger Jahren und auf jugendliches Revoluzzertum.

mit Max Riemelt, Jessica Schwarz, Ronald Zehrfeld, Ingeborg Westphal, Devid Striesow, Kathrin Angerer, Tanja Schleif, Volker Michalowski, Klaus Manchen, Heiko Senst, Nadja Petri

Die aktuell grafliche Lektüre

Am 12. Februar 2025 unterhielt sich Lisa Gotto (Professur für Theorie des Films, Universität Wien) mit Dominik Graf über sein Leben und Werk als Regisseur. Jetzt liegt die Niederschrift des Interviews, mit fast achtzig das Gespräch illustrierenden Bildern und vielen für Orientierung sorgenden Zwischenüberschriften, als 95. Heft der „Augenblick“-Buchreihe vor – und es lohnt sich für alle, die (mal wieder) in das Denken und Werk von Dominik Graf eintauchen wollen, die einen konzentrierte und selbstkritischen Einblick in Grafs Werk wollen und die mehr über die letzten fünfzig Jahre Geschichte des deutschen Films im Kino und Fernsehen erfahren wollen. Denn Dominik Graf gehört zu den wenigen Regisseuren, die öffentlich immer wieder über ihr Werk nachdenken, ein filmisches Programm haben und auch Ansprüche an sich, Kollegen und Produzenten stellen. Vor allem arbeitet Graf für das Fernsehen, oft in Serien und Reihen, wie „Der Fahnder“ (die legendären Anfänge, die auch in dem Interview ausführlich beleuchtet werden), „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Meistens inszeniert er Kriminalfilme, Unterkategorie Polizeifilm. Er arbeitet also nahe am Publikum, aber immer mit einem Anspruch an sich und die Geschichte und einem unverwechselbarem Stil.

In dem Interview spricht er über das alles.

Danach will man wieder einen der im Buch erwähnten Filme sehen. Beispielsweise, um zwei nicht von Graf inszenierte Filme, die er auch niemals inszeniert hätte, aber im Gespräch lobend erwähnt und die heute definitiv so nicht wieder inszeniert würden, zu nennen, „Im Himmel ist die Hölle los“ oder Bockmayers „Geierwally“.

Augenblick – Konstanzer Hefte zur Medienwissenschaft # 95 (herausgegeben von Lisa Gotto): „Der Film fließt zurück ins Meer des Lebens“ – Ein Gespräch mit Dominik Graf

Schüren Verlag, 2026

138 Seiten

12,90 Euro (Einzelheft)

Hinweise

Filmportal über „Der Rote Kakadu“

Wikipedia über „Der Rote Kakadu“ und Dominik Graf 

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“ (2009)

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010)

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (2010)

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf” (2012)

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Meine Besprechung von Domink Graf/Felix von Boehms (Co-Regie) „Jeder schreibt für sich allein“ (Deutschland 2023)

Dominik Graf in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 21. Juni: Benedetta

Juni 20, 2026

Arte, 23.05

Benedetta (Benedetta, Frankreich 2021)

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven

LV: Judith C. Brown: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy, 1986 (Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonne in in Italien zur Zeit der Renaissance)

Im 17. Jahrhundert lebt die tiefgläubige Benedetta Carlini (Virginie Efira) in einem Theatiner-Kloster in Pescia. Als auf ihrem Körper die Wundmale Christi auftauchen, wird sie zu einem Spielball innerhalb katholischen Kirche. Oder spielt sie mit der Kirche?

Grandiose, auf einem wahren Fall beruhende, äußerst intelligente Nunsploitation von Provokateur Paul Verhoeven.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patikia, Lambert Wilson, Olivier Rabourdin, Louise Chevillotte, Hervé Pierre, Clotilde Courau, David Clavel, Guilaine Londez

Hinweise

AlloCiné über „Benedetta“

Moviepilot über „Benedetta“

Metacritic über „Benedetta“

Rotten Tomatoes über „Benedetta“

Wikipedia über „Benedetta“ (deutschenglisch, französisch)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Benedetta“ (Benedetta, Frankreich 2021) und der DVD


TV-Tipp für den 20. Juni: Tatort: Duisburg-Ruhrort

Juni 19, 2026

Anlässlich des zehnten Todestages von Götz George (23. Juli 1938, Berlin – 19. Juni 2016, Hamburg) präsentiert der WDR einen Abend mit Götz George. Um 20.15 zeigt er „Besondere Schwere der Schuld“ (D 2014), um 21.45 Uhr „Schimanski: Loverboy“ (D 2013) und

WDR, 23.15

Tatort: Duisburg-Ruhrort (Deutschland 1981)

Regie: Hajo Gies

Drehbuch: Horst Vocks, Thomas Wittenburg

Ein ermordeter Binnenschiffer treibt im Hafenbecken von Duisburg-Ruhrort. Die Kommissare Schimanski und Thanner suchen seinen Mörder.

Der erste Auftritt von Götz George als Horst Schimanski. Damals ein Skandal (Seine Manieren! Seine Sprache! Sein Umgang mit den Dienstvorschriften!), heute ein „Tatort“-Klassiker. Schimanski war schnell der beliebteste „Tatort“-Kommissar, der auch zweimal im Kino ermitteln durfte.

mit Götz George, Eberhard Feik, Ulrich Matschoss, Michael Lech, Michael Rastl, Brigitte Janner, Max Volkert Martens, Barbara Focke

Hinweise

Horst-Schimanski-Fanseite

Wikipedia über Horst Schimanski und über „Tatort: Duisburg-Ruhrort“

Meine Besprechung von Martin Schüllers Schimanski-Roman „Moltke“ (2010)

ARD über den „Tatort“


Neu im Kino/Filmkritik: Über das Flüchtlings-Episodendrama „Das Los des Fremden“

Juni 19, 2026

Brandt Andersens „Das Los des Fremden“ beginnt 2023 in den USA in einem Krankenhaus und springt dann acht Jahre zurück in die Vergangenheit nach Aleppo. In Syrien tobt der Bürgerkrieg. Für eine syrische Ärztin, die sich in ihrer Arbeit nach dem hippokratischen Eid richtet, und ihre Tochter wird die Situation zunehmend bedrohlich. Sie flüchten.

Andersen erzählt diese Flucht als eine Abfolge mehrerer lose miteinander verbundener Kurzfilme mit wechselnden Protagonisten, die nach ihrem Kurzfilm aus dem Film verschwinden. Diese wechselnden Protagonisten, wozu auch ein an seinem Dienst zweifelnder Soldat, ein skrupelloser Schleuser, der sich rührend um seinen kranken Sohn kümmert, und ein zwischen Pflicht und Moral stehender griechischer Polizist der Küstenwache gehören, weiten auf den ersten Blick die Geschichte der aus Syrien flüchtenden Ärztin. Es gibt schließlich verschiedene Perspektiven auf die Ereignisse und wir erfahren in der einen Episode mehr über eine Nebenfigur aus einer anderen Episode. Oder wir erfahren einiges über einen Mann, der etwas tut, was für das Gelingen ihrer Flucht wichtig ist. Die Protagonistin der ersten Episode wird zunehmend zu einer Nebenfigur. Teilweise verschwindet sie vollkommen aus der Handlung, die sich dann mit dem Gefühlsleben einiger Männer beschäftigt. Mit jedem neuen Kurzfilm zerfasert die Geschichte und die Betroffenheit weiter.

Das führt dazu, dass der Spielfilm „Das Los des Fremden“ zu einer Abfolge von meist abrupt abbrechenden Episoden wird, die alle letztendlich ziemlich platt um Menschlichkeit und Verständnis werben. 

Der Film hatte seine Premiere 2024 auf der Berlinale und wurde mit dem Amnesty International Filmpreis ausgezeichnet.

Das Los des Fremden (I was a stranger, USA 2024)

Regie: Brandt Andersen

Drehbuch: Brandt Andersen

mit Yasmine Al Massri, Yahya Mahayni, Omar Sy, Constantine Markoulakis

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

alternativer Titel: The Strangers‘ Case

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Das Los des Fremden“

Metacritic über „Das Los des Fremden“

Rotten Tomatoes über „Das Los des Fremden“

Wikipedia über „Das Los des Fremden“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Das Los des Fremden“


Neu im Kino/Filmkritik: „Cyberpunk Romance“ ersetzt Erinnerungen durch ‚Erinnerungen‘

Juni 19, 2026

Während wir noch über die Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz reden, sind in „Cyberpunk Romance“ die Big-Tech-Firmen bereits etwas weiter. Mittels eines Ports am Kopf können Menschen sich mit einem Computer, dem gesamten Wissen der Menschheit und all ihren Erinnerungen verbinden. Oh, und sie beherrschen alle Sprachen. Milo (Jannik Schümann) probiert mit seinen Freunden von einer Anarcho-Hackergruppe die Möglichkeiten dieser neuen Technik aus. Sie manipulieren sie und kämpfen gegen die bösen Konzerne. Milos Freundin Mona (Naemi Florez) lehnt einen solchen Port an.

Als Milo in ein neurotechnisches Koma fällt und seine Freunde aus Angst vor der Polizei keinen Notarzt rufen, lässt Mona sich einen solchen Port legen. Sie will Milo retten, indem sie in seinen Kopf eindringt und die Ursache für das Koma beseitigt. Davor muss sie ihren eigenen Kopf für die neue Anwendung einrichten und erlebt dabei einige Überraschungen.

Joscha Doumas SF-Film spielt in der schon seit Jahrzehnten im Cyberpunk etablierten Welt, die heute immer mehr wie eine nur noch leicht überspitzten Beschreibung der Gegenwart wirkt. Entsprechend drängend sind die damit verbundenen und auch im Film angesprochenen Fragen nach Freiheit und Überwachung, nach Wahrheit und Lüge und Manipulation und nach der Echtheit von Gefühlen und Erinnerungen. Leider werden sie in „Cyberpunkt Romance“ arg oberflächlich und spannungsfrei behandelt. Daran ändern die gelungenen Sets und die Schauspieler nichts.

Im Film ist Big Tech nur ein Hintergrundrauschen. Obwohl es im Lauf der Geschichte eine Entdeckung gibt, die aus Monas Rettungsversuch eine kapitalismuskritische Geschichte machen könnte, bleibt die Firma, die die Ports herstellt, anonym. Es ist, als ob man über Hassbotschaften bei X (ex-Twitter) redet, dabei nicht auf die Interessen des Unternehmens und seines Chefs eingeht, sondern nur über individuelles Nutzungsverhalten redet. Es gibt also keinen Aufruf zur Enteignung oder zur stärkeren Kontrolle des Konzerns, sondern nur den Hinweis, man solle X nicht nutzen oder dort nur mit Freunden über Katzenbilder diskutieren. Das ist nicht falsch, greift aber zu kurz.

Cyberpunk Romance (Österreich/Deutschland 2026

Regie: Joscha Douma

Drehbuch: Belo Schwarz (Pseudonym von Joscha Douma)

mit Naemi Florez, Jannik Schümann, Thomas Mraz, Paula Hans, Eleonore Weisgerber, Anna Wagner

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Cyberpunk Romance“

Moviepilot über „Cyberpunk Romance“

Wikipedia über „Cyberpunk Romance“