mit Margit Carstensen, Irm Hermann, Juliane Lorenz, Hanna Schygulla, Harry Baer, Hark Bohm, Hubert Gilli, Wolf Gremm, Günter Rohrbach, Fritz Müller-Scherz, Volker Schlöndorff, Thomas Schühly, Rainer Werner Fassbinder (Archivaufnahmen)
Zum vierzigsten Todestag von Rainer Werner Fassbinder – er starb am 10. Juni 1982 mit 37 Jahren – präsentiert LaCinetek zehn seiner Filme. Das Besondere bei dieser Auswahl ist, dass die Filme von anderen Regisseuren ausgewählt wurden. Es sind:
Händler der vier Jahreszeiten, 1971 (u. a. empfohlen von Martin Scorsese, Jutta Brückner, Wim Wenders)
Die bitteren Tränen der Petra von Kant, 1972 (u. a. empfohlen von Ira Sachs, Lodge Kerrigan, Abel Ferrara)
Martha, 1973 (empfohlen von Catherine Corsini)
Angst essen Seele auf, 1974 (u. a. empfohlen von Nadav Lapid, François Ozon, Robert Guédiguian)
Faustrecht der Freiheit, 1974 (empfohlen von Patricia Mazuy, Alain Guiraudie, Robert Guédiguian)
Die Ehe der Maria Braun, 1978 (empfohlen von Agnès Varda, Marjane Satrapi, Elia Suleiman)
In einem Jahr mit 13 Monden, 1978 (u. a. empfohlen von Thomas Arslan, Chantal Akerman, Atom Egoyan)
Berlin Alexanderplatz, 1979 (empfohlen von Martin Scorsese, Leos Carax)
Lola, 1981 (empfohlen von Todd Haynes)
Die Sehnsucht der Veronika Voss, 1982 (empfohlen von Bertrand Bonello, Ira Sachs)
Eine schöne Liste, auch wenn sie vor allem aus den allseits bekannten Klassikern besteht und aufgrund der Beschränkung auf zehn Filme (inclusive einer Serie) natürlich einige Filme fehlen.
Die Polizisten Crockett und Tubbs jagen einen mächtigen Drogenhändler.
Optisch überzeugendes, inhaltlich schwaches Remake der erfolgreichen von Michael Mann und Anthony Yerkovich erfundenen bahnbrechenden TV-Serie. Denn in dem Spielfilm zeigt Mann nichts, was er nicht schon besser in der Serie gezeigt hat. Der Film ist nur ein optisch (also Mode, Musik und Technik) auf den aktuellen Stand gebrachtes Best-of der ersten Staffel von „Miami Vice“.
Mit Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li, Naomie Harris, Ciarán Hinds, Justin Theroux
Fredo Schulz, der titelgebende ‚gute Bulle‘, ist Alkoholiker und nach einem Angriff auf eine mutmaßlichen Kindermörder suspendiert. Da verschwindet ein weiteres Kind und es könnte sein, dass der Täter auch für die vorherigen Taten verantwortlich ist. Fredo will den Täter unbedingt überführen.
Fulimanter Auftakt von Lars Beckers zweiter (bzw. wenn man die „Unter Feinden“-Filme ebenfalls als Krimireihe begreift dritten) Krimireihe. Im Gegensatz zu seinen erfolgreichen „Nachtschicht“-Filmen spielen die „Guter Buller“-Filme in Berlin und sind etwas ernster. Armin Rohde spielt in beiden Serien die Hauptrolle.
mit Armin Rohde, Edin Hasanovic, Nele Kiper, Axel Prahl, Melika Foroutan, Max Simonischek Gaby Dohm, Thomas Heinze, Mark Keller, Johann von Bülow
Watchmen – Die Wächter (Watchmen, USA/Großbritannien/Kanada 2009)
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David Hayter, Alex Tse
LV: Alan Moore/Dave Gibbons: Watchmen, 1986/1987 (Watchmen)
Der „Comedian“, ein Superheld, wird ermordet. Rorschach, ein anderer Superheld, glaubt an eine Verschwörung, die mit dem Tod von allen Superhelden, die sich „Watchmen“ nennen, enden soll. Er alarmiert die restlichen „Watchmen“ und sie müssen wieder gemeinsam in den Kampf ziehen.
Sehr werkgetreue Verfilmung des als unverfilmbar geltenden Comics; – und damit auch eine wegen zu großer Werktreue gescheiterte Verfilmung. Denn beim Sehen hakt man, wenn man den Comic kennt, zunehmend lustlos, die einzelnen Szenen der Reihe nach ab, freut sich über die sehr bildgenaue Umsetzung, rätselt über die wenigen Änderungen und bedauert im ‘Och, das hätte ich gerne auch noch gesehen’-Modus, die fehlenden Szenen. Aber ein eigenständiger Zugriff auf die Geschichte geht anders. Trotzdem ist „Watchmen“ als Übung in Fantum sehenswert.
Mit Jeffrey Dean Morgan, Malin Akerman, Patrick Wilson, Billy Crudup, Jackie Earle Haley, Matthew Goode, Carla Gugino, Matt Frewer, Stephen McHattie
Subjektiv mag Julie (Renate Reinsve) sich für den titelgebenden „schlimmsten Mensch der Welt“ halten. Objektiv ist das Quatsch. Auch wenn wir Julie nicht mit Bösewichtern wie Adolf Hitler und Josef Stalin, sondern mit Menschen vergleichen, die für ihre Freunde und Verwandten das Leben zur Hölle machen. Julie ist da nur eine normal verunsicherte junge Frau um die Dreißig, die noch nicht weiß, was sie mit ihrem Leben machen soll. Entsprechend oft hat sie ihr Studienfach und ihre Liebhaber gewechselt. Für die große Karriere interessiert sie sich nicht. Bei Männern ist sie etwas unentschlossen. Jedenfalls nachdem sie auf einer Party Eivind (Herbert Nordrum) begegnet und beginnt, an ihrer Beziehung zu dem deutlich über zehn Jahre älterem Comiczeichner Aksel (Anders Danielsen Lie) zu zweifeln.
Aktuell wird Joachim Triers neuer Film „Der schlimmste Mensch der Welt“ überall verdient abgefeiert. Schließlich ist die in jeder Beziehung privilegierte Julie ziemlich liebenswert und die Entscheidung ihre Geschichte als romantische Komödie zu inszenieren, hilft. Wobei Joachim Trier („Louder than Bombs“, „Oslo, 31. August“) seine RomCom skandinavisch unterkühlt und damit ohne den verlogenen Hollywood-RomCom-Zuckerguß erzählt.
Der schlimmste Mensch der Welt (Verdens verste menneske, Norwegen/Frankreich/Schweden/Dänemark 2021)
Regie: Joachim Trier
Drehbuch: Eskil Vogt, Joachim Trier
mit Renate Reinsve, Anders Danielsen Lie, Herbert Nordrum, Hans Olav Brenner, Helene Bjørneby, Harald Vidar Sandem, Maria Grazia de Meo, Lasse Gretland, Karen Røise Kielland
Eine Leiche zum Dessert (Murder by Death, USA 1976)
Regie: Robert Moore
Drehbuch: Neil Simon
Ein Millionär lädt die berühmtesten Detektive der Welt ein. Er behauptet, sie könnten einen Mord nicht aufklären, der um Mitternacht stattfinden wird. Die Detektive sehen das anders.
Neil Simon zieht in seiner Krimikomödie die Images der bekanntesten, literarischen Detektive der Welt (hier: Miss Marple, Hercule Poirot, Sam Spade, Nick Charles aka Der dünne Mann mit Gattin Nora, Charlie Chan) und die Prinzipien des Whodunits durch den Kakao. Ein köstlicher Spaß – nicht nur für Genre-Fans.
Verkörpert werden die Meisterdetektive und Tatverdächtige u. a. von Truman Capote, Peter Falk, Alec Guiness, David Niven, Peter Sellers, Maggie Smith, Eileen Brennan, James Cromwell
In Japan ist die Geschichte von Onoda Hiroo allgemein bekannt. Bei uns dürfte er unlängst durch Werner Herzogs Roman „Das Dämmern der Welt“ eine gewisse, eingeschränkte Bekanntheit erreicht haben. Denn Onoda ist eine archetypische Werner-Herzog-Figur.
Ende Dezember 1944 erhält der 1922 geborene Nachrichtenoffizier Onoda, zusammen mit anderen Soldaten, den Befehl auf der philippinischen Insel Lubang die Stellung gegen die angreifenden US-Truppen zu halten. Wie wir wissen, kapitulierte Japan am 15. August 1945. Das wäre auch der Moment gewesen, an dem Onoda und seine Truppe ihre Waffen hätten übergeben müssen. Aber sie halten die Meldungen dazu für Propaganda des Feindes. Sie ziehen sich in den Dschungel zurück. Mit der Zeit verlassen immer mehr Soldaten diese Einheit. Teils sterben sie, teils ergeben sie sich. Am Ende hält nur noch Onoda die Stellung. Erst 1974 konnte der junge Rucksacktouristen Suzuki Norio ihn überzeugen, dass der Krieg seit bereits fast dreißig Jahren zu Ende ist.
Arthur Harari („Dark Inclusion“) nahm sich jetzt ebenfalls die Geschichte von Onoda Hiroo vor. In seinem gut dreistündigem Film „Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“ konzentriert er sich in langen, ruhigen Einstellungen auf Onoda und wie er im Dschungel überlebte. Onoda wird mit der Zeit zu einem wahren Naturburschen, der mit seiner Umwelt verschmilzt und sich nur von dem ernährt, was er im Dschungel vorfindet.
Mit der Zeit stellt sich allerdings auch zunehmend die Frage, weshalb Onoda an seiner Mission festhält. Er hat keinen Kontakt mehr zu seinen Befehlshabern. Die Versuche, ihn zur Kapitulation zu bewegen, hält er für Propaganda des Feindes. Er hat auch keine Begegnung mit dem Feind, der doch eigentlich in Kompaniestärke die Insel besetzen sollte. Die Begegnungen mit den Einheimischen werden im Film nur am Rand gestreift. Trotzdem glaubt Onoda, dass es in Kürze zu dem entscheidenden Angriff der US-Truppen kommen wird und dass er diesen Angriff abwehren kann. Daran hält er über Jahre und Jahrzehnte fest.
Harari deutet als Erklärungen für dieses, zugegeben, nicht wirklich erklärbare Handeln, Onodas Persönlichkeit, seine militärische Ausbildung und die japanische Kultur an. So gab es während des Zweiten Weltkriegs nur in Japan Kamikaze-Missionen, bei denen Piloten sich in das Feuer von US-Kriegsschiffen in den sicheren Tod stürzten.
Absolut kein Interesse hat Harari an Onodas problematischen Seiten. So werden die Morde, die Onoda und seine Männer auf Lubang verübten nicht thematisiert; es sieht sogar so aus, als ob die Aggression vollkommen grundlos von den Einheimischen ausgeht und sie sie aus dem Hinterhalt ermorden. Harari interessiert sich auch nicht für die mediale Aufmerksamkeit, die Onoda nach seiner Rückkehr erhielt und wie sein Handeln ideologisch interpretiert wurde. Als Onoda 2014 stirbt und seitdem ist er „eher ein Symbol, das von nationalistischen Konservativen und von der japanischen Nation bewundert wird, die ihre koloniale und kriegerische Vergangenheit nicht bereuen“ (Naoko Seriu, Dozentin für Neuere Geschichte, Tokio Universität für Auslandsstudien).
Das sind Fragen, die sich beim Betrachten des Films stellen. Die Antworten würden selbstverständlich zu einem Filmen führen, den Harari nicht drehen wollte. Er wandelt hier eher in den Pfaden von Werner Herzog; wenn er Slow Cinema machen würde. Im Mittelpunkt seines Films steht Onoda und wie er im Dschungel überlebt.
„Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel“ erhielt einen César für das beste Drehbuch und war auch als bester Film nominiert.
Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel (Onoda, 10 000 nuits dans la jungle, Frankreich/Japan/Deutschland/Belgien/Italien/Kambodscha 2021)
Regie: Arthur Harari
Drehbuch: Arthur Harari, Vincent Poymiro, Bernard Cendron (in Zusammenarbeit mit)
Als Vorbereitung für „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“gibt es heute die ersten drei „Jurassic Park“-Filme. „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ startet am Donnerstag. Dann gibt es meine Besprechung des Finales der aktuellen Trilogie, die auch an die erste Trilogie anknüpft und einige aus dem ersten „Jurassic Park“-Film bekannte Figuren mitspielen lässt.
Der heutige Dino-Abend beginnt mit
ZDFneo, 20.15
Jurassic Park (Jurassic Park, USA 1993)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp
LV: Michael Crichton: Jurassic Park, 1990 (DinoPark, Jurassic Park)
Milliardär John Hammond will einigen Wissenschaftlern vor der großen Eröffnung seinen neuen Vergnügungspark präsentieren. Auf einer Tropeninsel hat er ein Disneyworld mit echten Dinosauriern erschaffen. Dummerweise geht bei der Präsentation etwas schief und die Dinos beginnen die Menschen über die Insel zu jagen.
Unglaublich erfolgreiche Bestsellerverfilmung mit mehreren direkten Fortsetzungen. Sensationell waren damals die am Computer entstandenen Dinosaurier; wobei Spielberg sich auch auf bewährtes Trickhandwerk verließ.
Um 22.10 Uhr zeigt ZDFneo „Vergessene Welt: Jurassic Park“ (USA 1997) und um 00.05 Uhr „Jurassic Park 3“ (USA 2001).
mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, B. D. Wong, Samuel L. Jackson
Das erste Mal begegnen Louis (Bernard Campan) und Igor (Alexandre Jollien) sich auf einer Landstraße, als Louis kurz abgelenkt ist und den Radfahrer anfährt. Beide kommen mit dem Schrecken davon.
Das zweite Mal begegnet Louis ihm, als er ihn in seiner Bestattungsfirma besucht und sich die Särge und alles andere zeigen lässt. Der kindlich-naive, körperlich behinderte Hobbyphilosoph interessiert sich nämlich für Louis‘ Arbeit und den damit verbundenen philosophischen Fragen. Louis, dem das Unternehmen gehört, sind solche Fragen egal. Trotzdem zeigt er Igor mit genervter Höflichkeit alles. Und hofft, Igor danach nie wieder zu sehen.
Bei ihrer dritten Begegnung ist der immer gutgelaunte Igor ein blinder Passagier in Louis‘ Leichenwagen. Louis muss eine Leiche pünktlich von Lausanne nach Frankreich bringen. Deshalb kann er nicht umkehren und er möchte den behinderten Igor (der gut auf sich alleine aufpassen kann) auch nicht allein in einem Zug zurückschicken.
Also fahren die, wie es sich für ein Buddy-Movie gehört, unterschiedlichen Männer gemeinsam zum Ziel und werden dabei ziemlich beste Freunde.
So weit, so vorhersehbar und auch gelungen. Schließlich will „Glück auf eine Skala von 1 bis 10“ nur ein nettes Feelgood-Road-Movie sein.
Das besondere an dieser Komödie ist der Hauptdarsteller Alexandre Jollien. Er wurde mit zerebraler Kinderlähmung geboren. Diese Lähmung führt zu Haltungs- und Bewegungsstörungen. Seine Kindheit verbrachte er in einem Heim. Er studierte und promovierte. Er veröffentlichte mehrere Bücher, von denen „Lob der Schwachheit“, „Die Kunst, Mensch zu sein“ und „Liebe Philosophie, kannst du mir helfen?“ ins Deutsche übersetzt wurden. In der Philosophie hat er sich auf spirituelle Übungen und die Therapie der Seele spezialisiert.
Die Filmgeschichte entwickelte er über mehrere Jahre mit Bernard Campan. Sie kennen sich bereits seit fast zwanzig Jahren. Sie führten auch gemeinsam die Regie und übernahmen die Hauptrollen. In die Filmgeschichte floß vor allem Jolliens Sicht auf das Leben ein. Ohne große geistige Verrenkungen kann „Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ als die Spielfilmfortsetzung seiner Philosophie gesehen werden.
Das führt dazu, dass Igor ungefähr jede Szene mit einem Philosophenzitat oder einer philosophischen Bemerkung garniert. Es sind in dem Rahmen allerdings nur beliebig eingesetzte Kalendersprüche und Allgemeinplätze. Nie klingen sie, als habe Igor sich intensiver mit den Philosophen auseinandergesetzt. Stattdessen zitiert er sie wie ein altkluges Kind, das seine Belesenheit demonstrieren will.
„Glück auf einer Skala von 1 bis 10“ ist eine sympathische, aber auch arg banale französische Wohlfühlkomödie, die mehr sein möchte, aber weniger ist. Das passiert halt, wenn Philosophie auf Kalenderweisheiten reduziert wird.
Glück auf einer Skala von 1 bis 10 (Presque, Schweiz/Frankreich 2021)
Regie: Alexandre Jollien, Bernard Campan
Drehbuch: Helene Gremillon, Alexandre Jollien, Bernard Campan
mit Bernard Campan, Alexandre Jollien, Tiphaine Daviot, Julie-Anne Roth, La Castou, Marilyne Canto, Anne-Valérie Payet
An der Grenze nach Dänemark wird der vierzehnjährige Marco in einem Zug festgenommen. Für Carl Mørck und seinen Kollegen Assad vom Sonderdezernat Q, das sich um alte, nicht aufgeklärte Fälle kümmert, ist das eine Festnahme, die sie interessiert. Denn der Roma-Junge hat eine Seite aus dem Reisepass des vor vier Jahren spurlos verschwundenen William Stark bei sich. Stark arbeitete im Entwicklungsministerium und Nordic-Noir-Fans können sich jetzt den Rest der Geschichte schon denken. Denn natürlich wurde Stark ermordet, um eine große Schandtat zu vertuschen, angesehene Mitglieder der Gesellschaft sind involviert und Marco weiß mehr als er wissen sollte.
„Erwartung – Der Marco-Effekt“ ist die fünfte Verfilmung eines Romans aus Jussi-Adler-Olsens unglaublich erfolgreicher Sonderdezernat-Q-Serie. Es ist auch gleichzeitig die Verfilmung des fünften Romans der auf zehn Bände angelegten Serie. Bis jetzt sind neun Romane erschienen. In den ersten Filmen spielte Nikolaj Lie Kaas Carl Mørck und Fares Fares seinen Kollegen Assad. Mørck wurde in Kopenhagen in das für ihn gegründete Sonderdezernat Q, das sich um Cold Cases kümmern soll, abgeschoben. Irgendeine Stelle muss der Miesepeter, der mit Menschen nicht umgehen kann, halt haben. Er ist ein wahrer Stinkstiefel und ein begnadeter Ermittler. Jedenfalls wird das uns in den Büchern und Filmen immer wieder gesagt. Tatsächlich verhält er sich normalerweise vollkommen unprofessionell, geht intuitiv vor und verärgert grundlos alle möglichen Leute. Der echte Ermittler ist Assad.
Nach vier Filmen, von denen der letzte Krimi „Verachtung“ (Journal 64, Dänemark/Deutschland 2018) überraschend gelungen war, ist jetzt ein umfassender Neustart geplant. Es gibt neue Drehbuchautoren, einen neuen Regisseur und auch die Hauptrollen wurden von anderen Schauspielern übernommen. Carl Mørck wird von Ulrich Thomsen, Assad von Zaki Youssef gespielt. Damit standen alle Zeichen auf Veränderung in einer bislang durchwachsenen, eher wenig überzeugenden Nordic-Noir-Krimireihe.
Erfreulich ist, dass der grundsätzlich depressive Carl Mørck hier endlich einmal etwas professioneller ermittelt und sich etwas normaler verhält. Die Betonung liegt auf ‚etwas‘. Die zielgerichtete Ermittlungsarbeit erledigt immer noch Assad. Verhöre und eigentlich alle Gespräche mit anderen Menschen sollten grundsätzlich von ihm geführt werden. Mørck behindert ihn dabei eher.
Erfreulich ist auch, dass das Privatleben der Ermittler hier nicht vorkommt. Es ist meisten für den Fall vollkommen uninteressant und lenkt daher nur von dem Fall ab.
Und das war es auch schon mit den erfreulichen Meldungen. Die Romangeschichte wurde, wie bisher, für die Verfilmung umfassend bearbeitet und damit verbessert. Das ändert nichts daran, dass die Geschichte absolut vorhersehbar ist. Die Inszenierung mit der Handkamera und den Nahaufnahmen ist ebenfalls anders als bei den vorherigen Filmen. Sie zielt eindeutig auf den TV-Bildschirm und genauso wirkt dann auch der ganze Film.
Insgesamt ist „Erwartung – Der Marco-Effekt“ ein überflüssiger Thriller; – sagt ein bekennender Nicht-Jussi-Adler-Olsen-Fan.
Erwartung – Der Marco-Effekt (Marco Effekten, Deutschland/Dänemark/Tschechien 2021)
Regie: Martin Zandvliet
Drehbuch: Anders Frithiof August, Thomas Porsager (Co-Autor), Martin Zandvliet (Co-Autor)
LV: Jussi Adler-Olsen: Marco Effekten, 2012 (Erwartung)
mit Ulrich Thomsen, Zaki Youssef, Sofie Torp, Henrik Noèl Olesen, Anders Matthesen, Lisa Carlehed, Caspar Phillipson
Die bisherigen beiden Spielfilme mit dem kleinen Nick gefielen mir sehr gut. Deshalb und wegen des Regisseurs Julien Rappeneau, von dem die Drehbücher für die beiden „Largo Winch“-Actionfilme und den Polit-Thriller „Zulu“ sind, die mir ebenfalls gefielen, interessierte mich der neueste „Der kleine Nick“-Film. Für diesen Kinderfilm waren ein anderer Regisseur und Drehbuchautor verantwortlich. Eben der schon erwähnte Julien Rappeneau. Und Nick wird selbstverständlich von einem anderen Jungen gespielt. Immerhin sind seit dem letzten Film acht Jahre vergangen und in der Zeit wird aus einem ungefähr neunjährigem Kind ein Mann. Auch Nicks Eltern werden von anderen Schauspielern gespielt. Spielen tut die Geschichte wieder in einem zeitlosen, schrulligen Früh-Sechziger-Jahre-Paris, das auch aus einem Jacques-Tati-Film stammen könnte.
Dieses Mal erfährt der kleine Nick, dass sein Vater in Südfrankreich in dem Ort Aubagne Geschäftsführer werden soll. Während sein Vater begeistert über die Beförderung ist und seine Mutter den Umzug plant, will der neunjährige Nick nur bei seinen Freunden bleiben. Also muss ein Plan her, wie er seine Eltern von dem Ortswechsel abhalten kann. Bei einem Museumsbesuch erfahren er und seine Schulkameraden von Schätzen, die es in ihrem Viertel geben soll.
Nick kommt so auf die Idee, dass er und seine Freunde den legendären Schatz des Wikingers Ole Einauge finden. Dann hätte er genug Geld hat, um seinen Vater zu überzeugen, die neue Stelle nicht anzunehmen und er könnte weiter mit seinen Freunden durch die Gegend stromern, Fußball spielen und die Lehrer ärgern.
Diese titelgebende Schatzsuche ist allerdings nur ein Plot in der Komödie „Der kleine Nick auf Schatzsuche“. Es geht auch um andere Versuche von ihm, den Umzug zu verhindern. Ein Comicheft spielt dabei eine wichtige Rolle. Und es geht um die Abenteuer, die er zusammen mit seinen Freunden erlebt. Und wir sehen, was Nicks Eltern tun. Seine Mutter im Haushalt; sein Vater bei der Arbeit im Pariser Minigroßraumbüro und bei der Besichtigung der Firma in Aubagne.
Diesen Wust von Subplots und Anekdoten erzählt Julien Rappeneau durchaus nett mit viel Sympathie für seine Figuren und die von den „Der kleine Nick“-Erfindern René Goscinny und Jean-Jacques Sempé erschaffene Welt. Der Epilog von „Der kleine Nick auf Schatzsuche“ ist vielleicht gut gemeint, aber vollkommen unpassend. Und er sagt auch nur das, was der vorherige Film schon besser gesagt hat.
Rappeneaus Kinderfilm ist letztendlich nie so charmant und anspielungsreich wie Laurent Tirards Filme „Der kleine Nick“ (2009) und „Der kleine Nick macht Ferien“ (2014).
Der kleine Nick auf Schatzsuche (Le Trésor du Petit Nicolas, Frankreich 2021)
Regie: Julien Rappeneau
Drehbuch: Julien Rappeneau, Mathias Gavarry (basierend auf der Figur „Der kleine Nick“ von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé)
mit Ilan Debrabant, Jean-Paul Rouve, Audrey Lamy, Anton Alluin, Oscar Boissière, Léandre Castellano-Lemoine, Malo Chanson-Demange, Simon Faliu, Malick Laugier, Pierre Arditi, Grégory Gadebois, Jean-Pierre Darroussin, Adeline d’Hermy, Noémie Lvovsky
Vor wenigen Stunden veröffentlichte die Vereinigung Private Eye Writers of America (PWA) die Nominierungen für ihre diesjährigen Shamus Awards. Erhalten können ihn Kriminalromane, in denen ein Privatdetektiv ermittelt.
Nominiert sind:
Best P.I. Hardcover:
• Runner, von Tracy Clark (Kensington)
• Last Redemption, von Matt Coyle (Oceanview)
• Pay or Play, von Howard Michael Gould (Severn House)
• Family Business, von S.J. Rozan (Pegasus)
• Head Case, von Michael Wiley (Severn House)
–
Best Original P.I. Paperback:
• Every City Is Every Other City, von John McFetridge (ECW Press)
• The Burden of Innocence, von John Nardizzi (Weathertop Media)
• Angels in the Wind, von Manuel Ramos (Arte Público Press)
• Frog in a Bucket, von Clive Rosengren (Coffeetown Press)
• An Empty Grave, von Andrew Welsh-Huggins (Swallow Press)
–
Best First P.I. Novel:
• Porno Valley, von Philip Elliot (Into the Void)
• Dead Man’s Eyes, von Lori Duffy Foster (Level Best)
• Suburban Dicks, von Fabian Nicieza (Putnam)
• The Arrangement, von M. Ravenel (Chikara Press)
• Lost Little Girl, von Gregory Stout (Level Best)
–
Best P.I. Short Story:
• Disposable Women, von Michael Bracken (Tough)
• Sixteen Lies, von Matt Goldman (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September/October)
• Sweeps Week, von Richard Helms (EQMM, July/August)
• Oro de Tontos (Fool’s Gold), von Tom Larsen (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine, November/December)
• The Hidden Places, von Linda Stansberry (EQMM, May/June)
LV: Ernest Haycox: Stage to Lordsburg, 1937 (Postkutsche nach Lordsburg, Erzählung)
1880: Einige Menschen, unter anderem eine Schwangere, eine Prostituierte, ein betrügerischer Banker, ein Spieler, ein Säufer, ein ängstlicher Whiskyvertreter und der Sheriff müssen die durch das Apachengebiet fahrende Postkutsche nach Lordsburg nehmen. Unterwegs nehmen sie als weiteren Passagier den aus dem Knast geflüchteten John Ringo (John Wayne) auf. Dieser will in Lordsburg eine Rechnung mit den Plummer-Brüdern begleichen.
Weil die Apachen auf dem Kriegspfad sind und die Reisenden untereinander zerstritten sind, ist ungewiss, ob sie überhaupt ihr Ziel erreichen.
„Stagecoach“ ist ein zeitloser Western-Klassiker, der damals John Wayne zum Star machte, den Western nach einer jahrelangen Dürrezeit rundum erneuerte und zahllose Western beeinflusste.
Auch heute (ich konnte ihn vor einigen Jahren in einem Studentenkino sehen) wirkt er immer noch frisch: wenn John Wayne das erste Mal auftaucht, die Konflikte in der Reisegruppe, der Kampf gegen die Indianer am Ende des Films, die präzise komponierten Bilder und das pointierte Drehbuch mit so gemeinen Sätzen: „Was für die Banken gut ist, ist auch für die Nation gut!“
mit John Wayne, Claire Trevor, John Carradine, Thomas Mitchell, Andy Devine, Donald Meek, George Bancroft
auch bekannt als „Höllenfahrt nach Santa Fe“ (Yep, hat mit dem Film nichts zu tun.)
Das ist ein Film für die Freunde eines gut gemachten Noirs, die einfach Vertrautes in einer durchaus vertrauten Umgebung mit ein, zwei kleinen Variationen wieder sehen wollen. Damit ähnelt er Steven Soderberghs „No sudden Move“ – und ist doch vollkommen anders.
Die von Graham Moore („The Imitation Game“) zusammen mit Johnathan McLean geschriebene und von Moore verfilmte Geschichte spielt, nach einer kurzen Einführung der Hauptfigur, 1956 in Chicago in einer Winternacht in einer kleinen Herrenschneiderei im Ladengeschäft, wo die Anzüge verkauft werden, und im Hinterzimmer, wo Leonard Burling (Sir Mark Rylance) die Anzüge schneidert. Der Engländer ist ein Meister, der mühelos in der Londoner Savile Row als Maßschneider für die oberen Zehntausend arbeiten könnte. Stattdessen lebt der ruhige, introvertierte ältere Mann, der anscheinend nur Augen für seine Arbeit hat, unauffällig in Chicago. Sein Geschäft ist ein kleiner, unauffälliger Eckladen in einer der schlechteren Gegenden der Stadt.
Auffällig ist hier nur die Kundschaft, die erkennbar zum Organisierten Verbrechen (oder, wie es damals auch hieß, der ‚Mafia‘, dem ‚Mob‘ oder dem ‚Outfit‘) gehört. Diese Verbrecher sind alle Kunden von Leonard. Und sie benutzen einen Briefkasten in Leonards Arbeitszimmer, in den sie täglich Briefe stecken, deren Inhalt die Polizei und das FBI sehr interessieren würde. In letzter Zeit gibt es in dem Briefkasten vermehrt Briefe mit einer besonderen Kennzeichnung auf dem Umschlag.
In einer Nacht gerät dann Leonards geordnetes Leben aus den Fugen. Richie Boyle wurde von Mitgliedern der konkurrienden LaFontaine-Verbrecherfamilie angeschossen. Er kann aus den üblichen Verbrechergründen nicht in ein Krankenhaus gebracht werden. Sein Vater Roy Boyle leitet die Boyle-Verbrecherfamilie. Boyles rechte Hand Francis hofft, irgendwann das Syndikat (noch ein Name für das Organisierte Verbrechen) zu übernehmen. Bis dahin ist er ein Handlanger, der Richie begleitet und beschützen soll. Deshalb bringt er Richie jetzt in Leonards Schneiderei. Leonard soll den von der Polizei verfolgten Richie die nächsten Stunden verstecken und die Wunde versorgen. Denn wer einen Anzug schneidern kann, kann auch eine Wunde nähen. Außerdem soll Leonard auf einen Koffer und ein Tonband aufpassen.
Gleichzeitig sucht Francis den Verräter in den eigenen Reihen; – während die beiden Verbrecherfamilien sich weiter bekriegen und die Polizei sie sucht.
Moore lässt die gesamte Geschichte in einem Geschäft in zwei Räumen spielen und, wie es sich für einen guten Krimi gehört, ist der gesuchte Verräter eine Person, die zu irgendeinem Zeitpunkt des Films, in der Schneiderei ist. Außerdem, auch das gehört zu einem guten Krimi dazu, hat hier jeder seine Geheimnisse und ist nicht ganz ehrlich. Bei den Chicagoer Gangstern gehört das zur Berufsbeschreibung, bei einem Schneider und seiner Assistentin nicht unbedingt.
Diese Geschichte der unruhigen Nacht in Leonards Geschäft bedient, wie gesagt, vertraute Genrekonventionen von tödlichem Mißtrauen, Verrat und Gegenverrat, die leicht variiert werden. Schließlich kennen wir die Verbrecher und ihre Probleme aus zahlreichen anderen Filmen und Bücher, mal mehr, mal weniger fiktional. Auch die junge, gutaussehende Assistentin, die Leonards Mädchen für alles ist und am Eingang die Stellung hält und die Kunden bedient, ist aus anderen Filmen als Nebenfigur bekannt. Gänzlich unbekannt ist dagegen die von Mark Rylance gewohnt überzeugend gespielte Figur des noblen Herrenschneiders. Er ist ein Beobachter, der sich aus allem heraushalten will und Schneider gehören zu den in Filmen höchst selten porträtierten Figuren. Wahrscheinlich deshalb zeigt Moore auch ausführlich, wie ein Anzug entsteht.
Die große Überraschung am Filmende dürfte niemand überraschen und die Filmgeschichte wird dadurch im Nachhinein sogar ziemlich unlogisch. Bis dahin gibt es eine hübsch vertrackte Verrätersuche in einem Hinterzimmer/Arbeitszimmer und einen heraufziehenden Gangsterkrieg.
Das erzählt Moore in seinem Spielfilmdebüt betont altmodisch und damit ohne Zeitgeist-Spielereien, ohne Tarantino-Gewaltexzesse (obwohl diese Zeit, als jeder Gangsterfilm Tarantino kopierte, auch schon wieder über zwanzig Jahre her ist) oder andere Gewaltexzesse, die in den letzten Jahren auch blutige CGI-Exzesse wurden, und ohne ironische Spielereien mit Metaebenen und der Form, die durchaus vergnüglich sind, aber auch zeigen, dass der Film neueren Datums ist und eine Revision der altbekannten Regeln sein will. „The Outfit“ will alles das nicht sein.
„The Outfit“ ist feines Schauspielerkino, präzise und elegant inszeniert und äußerst traditionsbewußt. Er sieht wie ein zu Unrecht vergessener Noir aus den fünfziger Jahren aus. Allein das sollte schon ausreichen, um Noir-Fans ins Kino zu locken. Außerdem kann man auf der großen Kinoleinwand die kleinen Gesten und Blicke der grandiosen Schauspieler und den gelungenen Bildaufbau und Schnitt dieses Kammerspiels, das ganz großes Kino ist, wirklich genießen.
P. S.: Schönes Retro-Plakat.
The Outfit – Verbrechen nach Maß (The Outfit, USA 2021)
Regie: Graham Moore
Drehbuch: Graham Moore, Johnathan McClain
mit Mark Rylance, Dylan O’Brien, Johnny Flynn, Zoe Deutch, Simon Russell Beale, Alan Mehdizadeh, Nikki Amuka-Bird
Leverage 2.0: Das Wiedersehen (Leverage: Redemption: The Too Many Rembrandts Job, USA 2021)
Regie: Dean Devlin
Drehbuch: John Rogers, Chris Downey (nach einer Geschichte von Dean Devlin, John Rogers und Chris Downey, erfunden von John Rogers und Chris Downey)
Neun Jahre nach dem Ende der rundum vergnüglichen Krimiserie „Leverage“ kam, bis auf Nathan Ford (Timothy Hutton), das alte „Leverage“-Team – die Schwindlerin und Kunstexpertin Sophie Devereaux (Gina Bellman), die Einbrecherin und Fassadenkletterin Parker (Beth Riesgraf – allen schon der Name hat mein Stark-Herz gewonnen), der Hacker Alec Hardison (Aldis Hodge) und der Nahkampfexperte Eliot Spencer (Christian Kane) – wieder zusammen und die Gauner machen, mit einigen neuen Teammitgliedern, da weiter, wo sie 2012 aufhörten. Wieder bekämpfen sie trickreich und nicht immer nur mit legalen Mitteln Bösewichter, die bislang für ihre Tagen nicht zur Rechenschaft gezogen wurden. In der Auftaktfolge ist das ein Milliardär, der von der Opioid-Pandemie profitiert.
Wie man hört, knüpft auch die Serie in jeder Beziehung gelungen an die Originalserie an. Und das ist eine gute Nachricht.
Die auf IMDb TV ausgestrahlte aus sechzehn Episoden bestehende erste Staffel war so erfolgreich, dass eine zweite Staffel bereits bestellt ist.
Nitro zeigt heute und an den kommenden Donnerstagen jeweils drei Folgen der ersten Staffel hintereinander (und am letzten Abend wird es dann vier Folgen geben).
mit Gina Bellman, Christian Kane, Beth Riesgraf, Noah Wyle, Aldis Hodge, Reed Diamond, Lucy Taylor, Turner Crumbley
Dar Urteil – Jeder ist käuflich (The runaway jury, USA 2003)
Regie: Gary Fleder
Drehbuch: Brian Koppelman, David Levien, Rick Cleveland, Matthew Chapman
LV: John Grisham: The runaway jury, 1996 (Das Urteil)
Die Witwe eines bei einem Amoklauf erschossenen Geschäftsmannes verklagt die Waffenhersteller. Die Angeklagten engagieren Rankin Fitch, ihnen die passenden Geschworenen herauszusuchen. Aber der Geschworene Nick Easter spielt sein eigenes Spiel.
Der erste gemeinsame Film der seit Jahrzehnten befreundeten Stars Gene Hackman (in seinem vorletztem Film vor seinem selbstgewählten Ruhestand) und Dustin Hoffman ist ein spannender Verschwörungsthriller über die Käuflichkeit des us-amerikanischen Justizsystems. Während des Drehs bemerkten die Macher, dass sie zwar einen Hackman/Hoffman-Film drehten, aber keine Hackman/Hoffman-Szene hatten. Also wurde die Toiletten-Szene geschrieben.
Das Drehbuch zu dieser gelungenen Grisham-Verfilmung war 2004 für den Edgar Allan Poe-Preis als bestes Drehbuch nominiert.
„Das Urteil“ ist die bislang letzte John-Grisham-Verfilmung für’s Kino. Nachschub gäbe es genug. Grisham veröffentlicht jedes Jahr mindestens einen Roman.
Anschließend, um 22.40 Uhr, zeigt Nitro mit „Die Jury“ eine weitere John-Grisham-Verfilmung.
Mit John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison, Jennifer Beals
Alfred Hitchcocks Verfilmung könnte mal wieder gezeigt werden. Und ich mache mich ans Schreiben von John Buchans „Der Übermensch“ (The Power-House, 1913/1916). Der ist jetzt nämlich wieder bei Elsinor erschienen; mit einem Nachwort von Martin Compart.
LV: Michael Connelly: The Lincoln Lawyer, 2005 (Der Mandant)
Lincoln Lawyer Mickey Haller (Matthew McConaughey) tut alles für seine meist mehr als halbseidenen Mandanten. Als er aber einen Freispruch für den stinkreichen Louis Roulet erwirken soll, packt ihn das Gewissen. Auch weil Roulets Taten mit einem früheren Mandanten von ihm, der seine Unschuld beteuerte und dem er mit einem guten Deal einen Knastaufenthalt verschaffte, zusammen hängen.
Rundum geglückte Michael-Connelly-Verfilmung, die Matthew McConaugheys Karriere einen gewaltigen Schub in Richtung interessanter Projekte gab.
„Der Mandant“ war Michael Connellys erster Justizthriller. Danach schrieb er noch weitere Romane mit Mickey Haller, der auch Harry Bosch (Connellys ersten Seriencharakter, der inzwischen eine „Fernseh“-Serie hat) trifft.
mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston
Once upon a Time in…Hollywood(Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)
Regie: Quentin Tarantino
Drehbuch: Quentin Tarantino
TV-Premiere von Quentin Tarantions 9. Film. Einige richtige Story hat „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Eigentlich geht es nur um ein entspanntes Abhängen mit TV-Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinem Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), die glorios in ihrem Selbstmitleid ertrinken. Daltons großer Hit, die TV-Westernserie „Bounty Law“, ist schon einige Jahre her, die neuen Rollen sind klein und schlecht und der Vorschlag seines Agenten, in einem Italowestern mitzuspielen, begeistert ih nicht. Das alles spielt 1969 in Hollywood an zwei Tagen im Februar und in einer Nacht im August 1969.
„Once upon a Time in…Hollywood“ ist übervoll mit Anspielungen auf die Hollywood-Geschichte und die damalige Zeit, prächtig ausgestattetet, top besetzt und gespielt, sehr unterhaltsam, aber auch problematisch.
mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar