Neu im Kino/Filmkritik: „Niemals allein, immer zusammen“ protestieren für eine bessere Zukunft

Juni 13, 2024

Sie sind jung. Sie sind radikal links. Sie engagieren sich in Berlin in verschiedenen Bewegungen für eine bessere, eine gerechtere Welt. Sie sind miteinander befreundet und Joana Georgi begleitet sie für ihren Dokumentarfilm „Niemals allein, immer zusammen“ ein Jahr lang.

Der Film beginnt im Januar 2022. Bei einem Abendessen treffen sich die fünf Protagonisten des Films. Es sind Feline, Quang Paasch, Patricia Machmutoff, Simin Jawabreh und Zaza. Teils kennen sie sich schon länger, teils wurden sie von Georgi für den Film zu ihrem idealen Cast zusammengestellt.

Die alleinerziehende Mutter Feline backt Kuchen für Menschen, die sich keine leisten können, und versucht ihre Tochter antirassistisch zu erziehen. Quang Paasch engagiert sich in Fridays for Future, gehört zum radikalen Teil der Bewegung und er bezeichnet sich als Sozialist. Patricia Machmutoff engagiert sich bei „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“. Simin Jawabreh ist Kommunistin und engagiert sich unter anderem für die Abschaffung der Polizei. Der neunzehnjährige Zaza engagiert sich in der Krankenhausbewegung. Er ist der Jüngste in der Gruppe. Die anderen sind etwas älter.

Neben ihrem Schwerpunktthema wollen sie auch die gesamte Gesellschaft verändern.

Nach dem gemeinsamen Abendessen widmet Georgi jedem ihrer fünf Protagonisten ein eigenes Kapitel, in dem sie über sich reden und Demonstrationen besuchen. So sollen wir sie besser kennen lernen.

Das funktioniert nur sehr begrenzt. Wenn sie zusammen sind und sich austauschen, wirken die Gespräche wie peinliche Kennenlern-Spiele, in denen sie sich anhand von vorgegebenen Stichworten an bestimmten Themen abarbeiten. Sie reden nicht miteinander, sondern für ein in dem Moment abwesendes Publikum. Es sind Pseudo-Gespräche. Wenn sie dann allein sind und über sich und ihr Engagement reden, hört sich das immer wie eine Ansammlung vorher aufgeschriebener Statements und Plattitüden an. Georgi zeigt sie immer nur in Bezug zu ihrer politischen Arbeit. Alles andere wird ausgeblendet. Sie haben keine Familie, keine anderen Freunde oder einen Partner. In einem Spielfilm wären sie eindimensionale Figuren. Auch die Bewegungen, in denen sie sich aus einer explitzit linken Position irgendwo zwischen der Partei Die Linke und noch weiter links engagieren, bleiben blass. Auf einer Demonstration halten sie eine flammende Rede oder sie posten ein TikTok-Video, aber sie diskutieren nicht über ihre Position. Weder mit anderen Aktivisten, noch mit Menschen, die ihre Positionen hinterfragen. Widersprüche zwischen Forderungen und Positionen bleiben unverbunden nebeneinander stehen. Die Frage, wie die auf Demonstrationen leidenschaftlich vorgetragenen Forderungen umgesetzt werden könnten, wird nicht gestellt.

Die fünf Protagonisten werden in einer sich selbst genügenden Blase gezeigt. Sie wird nur in zwei Momenten durchbrochen. Einmal wenn gesagt wird, dass bei den Demonstrationen auch die „Omas gegen Rechts“ seien. Die Omas sind für die im Film porträtierten Aktivisten ein Kuriosum. Das Gespräch zwischen Patricia Machmutoff und Ferat Koçak, Abgeordneter für Die Linken im Abgeordnetenhaus (dem Berliner Landtag), ist da ein Lichtblick und einer der interessantesten Momente des Films. Machmutoff unterhält sich mit Koçak über sein Leben, seine politischen Ansichten, seinen Aktivismus und wie er sich in den vergangenen Jahren veränderte.

Georgi verzichtet in ihrem Film auf jede Analyse warum frühere linksradikale Bewegungen scheiterten. Damit fehlt dem Film auch jedes Bewusstsein für die eigene Geschichte, aus der man für die Zukunft lernen könnte. Sie zeigt nur fünf junge radikallinke Aktivisten, die on- und offline um sich selbst kreisen.

„Niemals allein, immer zusammen“ ist Erbauungskino für die eigene Blase.

Niemals allein, immer zusammen (Deutschland 2024)

Regie: Joana Georgi

Drehbuch: Joana Georgi

mit Quang Paasch, Patricia Machmutoff, Simin Jawabreh, Feline, Zaza, Ferat Koçak

Länge: 95 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Niemals allein, immer zusammen“

Moviepilot über „Niemals allein, immer zusammen“

Wikipedia über „Niemals allein, immer zusammen“


TV-Tipp für den 13. Juni: Das Auge

Juni 12, 2024

Arte, 00.30

Das Auge (Mortelle randonnée, Frankreich 1983)

Regie: Claude Miller

Drehbuch: Michel Audiard, Jacques Audiard

LV: Marc Behm: The eye of the beholder, 1980 (Das Auge)

Ein Privatdetektiv soll eine Frau beschatten. Dummerweise ist sie eine Serienmörderin und er entwickelt väterliche Gefühle für sie.

Von der Kritik hochgelobtes, düster-humorvolles Roadmovie mit Hitchcock-Anleihen über eine obsessive Liebe.

Claude Miller über seinem vierten Spielfilm: „Das ist wie in den großen Erziehungsromanen, in denen die Personen reisen, um sich am Ende ihres Lebens mit einer Fülle von Erfahrungen in ihrem eigenen Garten wiederzufinden. Diese innerliche Reise gibt es im Film – sie ist etwas, das ich auf der Reise der männlichen Hauptfigur, des ‚Auges’, wie eine Art von Therapie behandeln möchte.“

Mit Michel Serrault, Isabelle Adjani, Guy Marchand, Stéphane Audran, Geneviève Page, Sami Frey, Jean-Claude Brialy

Hinweis

AlloCiné über „Das Auge“

Rotten Tomatoes über „Das Auge“

Wikipedia über „Das Auge“ (deutsch, englisch, französisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Marc Behm


Vorgelesen, mit Erklärungen: Kristina Schippling liest aus „Intoxikation“

Juni 12, 2024

„Hier erlebt man buchstäblich Berlin“, sagt Malina Morgenstern zu Kara Kowalski im Buchstabenmuseum. In dem Moment sind die erfolgreiche Malerin Kara und die mit einem Studentenjob Geld verdienende, noch nicht publizierte Schriftstellerin Malina bereits ein Paar. Sie lernten sich kennen nachdem Kara herausfand, wer sie erpresste und sie die auf der gegenüberliegenden Seite des Hofes wohnende Erpresserin aus verschiedenen Gründen ganz sympathisch fand. Erpresst wurde Kara mit einer Videoaufnahme, die zeigt, wie sie, mitten in der Nacht, ihren Ex-Freund in ihrem Atelier über die Brüstung stößt. Anschließend entsorgte sie, mit der Hilfe einiger Chemikalien, die Leiche in der städtischen Kanalisation.

In diesem im Roman erwähnten Buchstabenmuseum stellte Kristina Schippling am 6. Juni 2024 ihren zuammen mit Matthias A. K. Zimmermann geschriebenen Psychothriller „Intoxikation“ vor.

Der Berlin-Krimi hat nichts mit dem deutschen Krimieinerlei von Serienkillerthrillern, Regiokrimis und Krimischnurren zu tun. Er unterhält prächtig mit einigen ungewöhnlichen Figuren und unvorhersehbaren Wendungen. Er beginnt als fast normaler Kriminalroman mit einer Mörderin, einer Erpresserin, neugierigen Nachbarn und einem penetranten Kommissar. Dann wird er zum Psychothriller, zwinkert in Richtung Magischer Realismus und endet als Horrorroman.

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Die Lesung beginnt mit einer Begrüßug und einer Vorstellung der Autorin. Danach führt Kristina Schippling mit einigen Bildern und einem Video in den Roman ein. Anschließend liest sie einige Stellen aus „Intoxikation“ und spricht über die Entstehung des Romans und ihre Zusammenarbeit mit ihrem Co-Autor Matthias A. K. Zimmermann.

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Aufgenommen wurde die Lesung am Donnerstag, den 6. Juni 2024, in Berlin im Buchstabenmuseum, mit einer aus rumpelnden S-Bahn-Zügen und zwitschernden Vögeln bestehenden Großstadtgeräuschkulisse. Da soll noch jemand sagen, die S-Bahn fahre nicht.

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Was fehlt noch? – Einerseits die Ankündigung, dass ich in den nächsten Monaten weitere Lesungen und andere Veranstaltungen dokumentieren möchte. Andererseits das während der Lesung gezeigte Video in seiner ganzen Pracht:

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Kristina Schippling/Matthias A. K. Zimmermann: Intoxikation

Kulturverlag Kadmos, 2024

336 Seiten

25 Euro

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Hinweise

Kulturverlag Kadmos über den Roman

Homepage von Kristina Schippling

Homepage von Matthias A. K. Zimmermann

Wikipedia über Kristina Schippling und über Matthias A. K. Zimmermann

Im Verhörzimmer: Kristina Schippling über „Intoxikation“ und ihre anderen Arbeiten

Homepage vom Buchstabenmuseum


TV-Tipp für den 12. Juni: Unternehmen Capricorn

Juni 11, 2024

Arte, 20.15

Unternehmen Capricorn (Capricorn One, USA 1978)

Regie: Peter Hyams

Drehbuch: Peter Hyams

Peter Hyams schildert die erste Marslandung. Diese wurde allerdings, aufgrund von Sicherheitsproblemen, von den USA gefälscht. Als beim Eintritt in den Erdorbit die Raumkapsel verglüht, ahnen die NASA-Astronauten, dass ihre Tage gezählt sind. Offiziell sind sie ja schon tot. Aber ein Journalist versucht das Komplott aufzudecken.

Kommerziell erfolgreicher, erzählerisch unbeholfener Science-Fiction-Verschwörungsthriller mit viel Action und einer Top-Besetzung. Inzwischen kann der Thriller durchaus als Kultfilm bezeichnet werden. Und nach dem Film wissen wir, wie das mit der gefakten Mondlandung war. Ehrlich!

„Unglücklicherweise wird die interessante Grundidee von Hyams Drehbuch (…) durch Hyams unausgeglichene Regie abgeschwächt.“ (Phil Hardy, Hrsg.): Die Science Fiction Filmenzyklopädie)

mit Elliott Gould, James Brolin, Karen Black, Brenda Vaccaro, Sam Waterston, O. J. Simpson, Hal Holbrook, Telly Savalas

Wiederholung: Freitag, 14. Juli, 14.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Unternehmen Capricorn“

Wikipedia über „Unternehmen Capricorn“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Peter Hyams‘ „Gegen jeden Zweifel“ (Beyond a reasonable doubt, USA 2009)

 


Cover der Woche

Juni 11, 2024

Fand ich damals sehr gut.


TV-Tipp für den 11. Juni: The First Purge

Juni 10, 2024

Nitro, 23.10

The First Purge (The First Purge, USA 2018)

Regie: Gerard McMurray

Drehbuch: James DeMonaco

Die Purge ist im „The Purge“-Franchise diese US-amerikanische Tradition, in der während einer Nacht alle Verbrechen, auch Mord, ohne eine Strafe begangen werden können. Und wie jede Tradition hat sie einen Anfang. „The First Purge“ schildert diese erste Purge-Nacht und wie die Organisatoren, die New Founding Fathers of America (NFFA), kräftig nachhelfen, weil in dem Testgebiet Staten Island die Schwarzen sich nicht gegenseitig umbringen, sondern einfach nur feiern wollen.

So macht ein Prequel Sinn. Einerseits werden die Stärken der „Purge“-Reihe bewahrt (knallige politische Statements, Gewalt und ein ordentlicher B-Movie-Vibe), andererseits wird etwas erzählt, was bis dahin nicht bekannt war, aber interessant ist und die in den Filmen präsentierte Welt mit Black Power erweitert.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Y’lan Noel, Lex Scott Davis, Joivan Wade, Steve Harris, Marisa Tomei

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Moviepilot über „The First Purge“

Metacritic über „The First Purge“

Rotten Tomatoes über „The First Purge“

Wikipedia über „The First Purge“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Die Säuberung“ (The Purge, USA 2013)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Anarchy“ (The Purge: Anarchy, USA 2014)

Meine Besprechung von James DeMonacos „The Purge: Election Year“ (The Purge: Election Year, USA/Frankreich 2016)

Meine Besprechung von Gerard McMurrays „The First Purge“ (The First Purge, USA 2018)

Meine Besprechung von Everardo Valerio Gouts „The Forever Purge“ (The Forever Purge, USA 2021)


Der Comic zum Song: „Sie wollen uns erzählen“: „Keine Macht für Niemand“!

Juni 10, 2024

Die Idee ist sicher etwas gaga, aber sie funktiniert: Comickünstler werden gebeten, Bildergeschichten zu Songs zu schreiben. Nach dem Konzept sind im Ventil Verlag bereits mehrere Bücher erschienen, unter anderem „Keine Macht für Niemand – Ein Ton Stiene Scherben Songcomic“ und „Sie wollen uns erzählen – Zehn Tocotronic-Songcomics“.

Ton Steine Scherben lieferte in den siebziger Jahren, vor allem mit ihren ersten LPs den Soundtrack zur Revolte. Einige ihrer Songs erklingen immer noch auf Demonstrationen und Kundgebungen. Dank ihrer ziemlich frühen Auflösung und dem Tod von ihrem Sänger und Hauptsongschreiber Rio Reiser 1996 verharren sie immer noch im Gestus jugendlicher Revolte. Ein „Ich will nicht werden was mein Alter ist“ ist immer noch ein Solitär. Die Weitererzählung „Ich bin was mein Alter ist“ wurde nie geschrieben.

Zwanzig Jahre später lieferte Tocotronic mit jugendlicher Larmoyanz, Schrammelgitarren und bildungsbürgerlichem Hintergrund den Soundtrack für die damalige Jugend. „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“ und „Digital ist besser“ (auch wenn damals keine Smartphones gemeint waren) ertönten in jeder Indie-Disco. Fast dreißig Jahre nach ihrer 1995 erschienenen Debüt-CD machen sie als Band immer noch gute Musik.

In „Keine Macht für niemand“ haben die Kathrin Klinger, Nicolas Mahler, Bianca Schaalburg, Sheree Domingo/Rahel Suesskind, Reinhard Kleist, Mia Oberländer, Sascha Hommer, Daniela Heller, Jan Soeken, 18 Metzger, Ulli Lust und Michael Jordan die zweite LP von Ton Steine Scherben illustriert. Es handelt sich um „Wir müssen hier raus“, „Feierabend“, „Die letzte Schlacht gewinnen wir“, „Paul Panzer Blues“, „Menschenjäger“, „Allein machen sie dich ein“, „Schritt für Schritt ins Paradies“, „Der Traum ist aus“, „Mensch Maier“, „Rauch-Haus-Song“, „Keine Macht für Niemand“ und „Komm, schlaf bei mir“.

Bei dem Tocotronic-Songcomic dürften Jim Avignon, Sascha Hommer, Tine Fetz, Katja Klengel/Christopher Tauber, Eva Feuchter, Anna Haifisch, Julia Bernhard, Moni Port, Jan Schmelcher und Philip Waechter aus dem gesamten Werk der Band ihren Lieblingssong auswählen. Illustriert wurden „Digital ist besser“ (aus „Digital ist besser“, 1995), „Drüben auf dem Hügel“ (aus „Digital ist besser“, 1995), „Der schönste Tag in meinem Leben“ (aus „Es ist egal, aber“, 1997), „Let there be Rock“ (aus „K. O. O. K.“, 1999), „Aber hier leben, nein Danke“ (aus „Pure Vernunft darf niemals siegen“, 2005), „Kapitulation“ (aus „Kapitulation“, 2007), „Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools“ (aus „Wie wir Leben wollen“, 2013), „Die Erwachsenen“ (aus „Tocotronic“, 2015), „Rebel Boy“ (aus „Tocotronic“, 2015) und „Electric Guitar“ (aus „Die Unendlichkeit“, 2018), Als Zugabe und ohne einen Song zeichnet Tocotronic-Schlagzeuger Arne Zank biographisch „Tocotronic spielen sich selber“.

Beide Bücher sind gleich aufgebaut. Es gibt vor jedem Song eine kurzen Text eines Bandmitglieds (bei Ton Steine Scherben Nikel Pallat, Jörg Schlotterer, Rio Reiser, Kai Sichtermann, Angie Olbrich, Bernhard Ka und R. P. S. Lanrue, bei Tocotronic Dirk von Lowtzow) und des Zeichner. Während die Musiker etwas über die Entstehung des Liedes erzählen, erzählen die Zeichner, welche Bedeutung der ausgewählte Song für ihn hat und warum er ihn ausgewählt hat. Die verschiedenen Songcomics sind dann so vielfältig interpretiert zwischen reiner Illustration des Textes bis hin zu freier Bearbeitung, wie man es bei den Künstlern erwarten kann.

Sicher, die Comics richten sich primär an Fans der Band, die sich an der Interpretation erfreuen können, die danach die Songs wieder hören wollen und davor die Doppel-LP (bei Ton Steine Scherben) oder die CD (bei Tototronic) entstauben müssen. Danach können sie jede Zeile mitsingen und sich durch die Songcomic-Bücher blättern.

Gunther Buskies/Jonas Engelmann (Hrsg.): Keine Macht für Niemand – Ein Ton Steine Scherben Songcomic

Ventil Verlag, 2022

128 Seiten

25 Euro

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Michael Büsselberg (Hrsg.): Sie wollen uns erzählen – Zehn Tocotronic-Songcomics

Ventil Verlag, 2020

128 Seiten

25 Euro

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Hinweise

Ventil über den Ton-Steine-Scherben-Songcomic und den Tocotronic-Songcomic

Wikipedia über Ton Steine Scherben (deutsch, englisch), „Keine Macht für Niemand“ (deutsch, englisch) und Tocotronic (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 10. Juni: M – Eine Stadt such einen Mörder

Juni 9, 2024

Arte, 20.15

M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Deutschland 1931)

Regie: Fritz Lang

Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang

Polizei und Verbrecher suchen einen Kindermörder.

Ein Filmklassiker, der keine Patina angesetzt hat und jeder Film- und Krimifan unbedingt gesehen haben muss. Mustergültig setzt Lang in seinem ersten Tonfilm Bild und Ton ein. Angeregt wurde „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ durch Zeitungsartikel über mehrere brutale Morde, unter anderem über den Fall Kürten.

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die brandneue 55-minütige Doku „Peter Lorre – Hinter der Maske des Bösen“.

Mit Peter Lorre, Gustaf Gründgens, Otto Wernicke, Paul Kemp, Theo Lingen

Wiederholung: Mittwoch, 12. Juni, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „M“

Wikipedia über „M“ (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Auch Henker sterben” (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Fritz Langs Graham-Greene-Verfilmung „Ministerium der Angst“ (Ministry of Fear, USA 1945)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Jon J Muths „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (M, 1990/2008, der Comicversion des Films)


TV-Tipp für den 9. Juni: Europa 2024: Der Wahlabend

Juni 8, 2024

Arte, 19.45

Europa 2023: Der Wahlabend

Während ARD und ZDF schon wegschalten zu Leichtathletik und Inga Lindström (die Privaten habe erst gar nicht eingeschaltet), bietet Arte mit über drei Stunden einen wirklich langen und hoffentlich informativen Wahlabend. Angekündigt ist die erwartbare Mischung aus Wahlergebnissen und Statements von EP-Abgeordneten, Korrespondeten und Experten aus und über die Europäische Union.


Die Krimibestenliste Juni 2024

Juni 8, 2024

Während in Berlin wegen der EM-Vorbereitung schon jetzt der halbe Tiergarten abgesperrt ist, trudelt die monatliche Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur ein. Empfohlen werden:

1 (1) Lavie Tidhar: Maror

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Suhrkamp, 639 Seiten, 22 Euro

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2 (–) Megan Abbott: Wage es nur!

Aus dem Englischen von Karen Gerwig

Pulp Master, 342 Seiten, 16 Euro

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3 (–) Fred Vargas: Jenseits des Grabes

Aus dem Französischen von Claudia Marquardt

Limes, 526 Seiten, 26 Euro

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4 (–) Christoffer Carlsson: Wenn die Nacht endet

Aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann

Kindler, 461 Seiten, 24 Euro

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5 (–) Don Winslow: City in Ruins

Aus dem Englischen von Conny Lösch

HarperCollins, 447 Seiten, 24 Euro

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6 (3) Friedrich Ani: Lichtjahre im Dunkel

Suhrkamp, 447 Seiten, 25 Euro

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7 (–) Gary Phillips: One-Shot Harry

Aus dem Englischen von Karen Gerwig

Polar, 292 Seiten, 26 Euro

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8 (4) Mathijs Deen: Der Retter

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke

Mare, 378 Seiten, 23 Euro

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9 (–) Susanne Tägder: Das Schweigen des Wassers

Tropen, 336 Seiten, 17 Euro

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10 (–) Mike Nicol: Hitman

Aus dem Englischen von Meredith Barth

btb, 478 Seiten, 14 Euro

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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

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Der kürzeste Krimi ist knapp 300 Seiten. Der längste hat über 600 Seiten, was früher die Länge für ein Epos war. Die durchschnittliche Länge beträgt, wenn ich jetzt richtig gerechnet habe, 435 Seiten. Das ist in jedem Fall deutlich über den früheren ‚irgendetwas zwischen 128 und 256 Seiten‘ und mehr als eine Abendlektüre. Ein ruhiges Wochenende sollte es schon sein.


TV-Tipp für den 8. Juni: Der große Crash – Margin Call

Juni 7, 2024

One, 21.45

Der große Crash – Margin Call (Margin Call, USA 2011)

Regie: J. C. Chandor

Drehbuch: J. C. Chandor

Wie war das nochmal mit der Finanzkrise? Nun, ungefähr so, wie J. C. Chandor es in seinem abgefeiertem Spielfilmdebüt erklärt.

Der Analyst einer Investmentbank versichert seinen Vorgesetzten glaubhaft, dass ein großer Finanzcrash unmittelbar bevorsteht. Diese fragen sich jetzt, welche finanziellen Interessen Vorrang haben.

Gelungene Kapitalismusaufklärung mit einem Fünf-Sterne-Ensemble.

mit Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Zachary Quinto, Penn Badgley, Simon Baker, Mary McDonnell, Demi Moore, Stanley Tucci

Wiederholung: Montag, 10. Juni, 23.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der große Crash – Margin Call“

Wikipedia über „Der große Crash – Margin Call“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von J. C. Chandors „All is lost“ (All is lost, USA 2013)

Meine Besprechung von J. C. Chandors „A most violent Year“ (A most violent Year, USA 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „King’s Land“ – Kampf um die Kartoffel in der jütländischen Heide

Juni 7, 2024

1755 geht der ehemalige, jetzt arbeitssuchende Hauptmann Ludvig Kahlen (Mads Mikkelsen, grandios) mit dem König von Dänemark, bzw. genaugenommen seinem für ihn sprechendem Beraterstab, einen Deal ein: wenn es ihm gelingt, die jütländische Heide urbar zu machen, erhält er einen Adelstitel und die damit verbundenen Privilegien. Für Kahlen, den Bastardsohn eines Adligen, wäre das ein Lebenstraum und eine ungeahnte gesellschaftliche Anerkennung.

Die Heide war damals ein ungastliches und menschenleeres Gebiet mit hartem Boden, Wölfen und Wegelagerern. Kahlen beginnt – unter großen Schwierigkeiten – mit der Arbeit. Der schweigsame Einzelgänger hofft mit dem Anbau von Kartoffeln, die damals in Mittel- und Nordeuropa noch ziemlich unbekannt waren, das Land urbar zu machen. Mit der Zeit scharrt er einige Getreue um sich. Es sind gesellschaftliche Außenseiter und teils von ihren Gutsherren verfolgte Menschen, wie die Hausmagd Ann Barbara (Amanda Collin).

Als Kahlen mit seinen Methoden und seinem Ehrgeiz erste Erfolge hat, wird der Gutsbesitzer Frederik De Schinkel (Simon Bennebjerg) zu seinem Todfeind. Der erhebt ebenfalls Anspruch auf das Land. Er ist, neben der Natur, der zweite Bösewicht der Geschichte. Er kann, wie der König, in seinem Herrschaftsbereich nach Gutdünken über Leben und Tod entscheiden.

„King’s Land“ von Nikolaj Arcel ist ein europäischer Quasi-Western und der europäische Gegenentwurf zu Paul Thomas Andersons „There will be Blood“. Was dem einen sein Öl ist, ist dem anderen seine Kartoffel. Beide Hauptfiguren gehen für ihre Ambitionen über Leichen. Sie opfern jede Beziehung ihrem selbstgestecktem Ziel vom Reichtum und dem damit verbundenem bzw. erhofftem gesellschaftlichem Aufstieg.

Diese Geschichte über Ambitionen und wie sie mit der Wirklichkeit in Konflikt geraten erzählt Arcel mit Bildern für die Kinoleinwand. Es sind Bilder einer unwirtlichen Gegend mit wenigen Menschen, die in Bretterbuden leben. Es sind Bilder, die eher an eine Westernlandschaft und nie an eine mitteleuropäische Kulturlandschaft erinnern.

Dabei geht es Nikolaj Arcel, wie er in einem Statement ausführt, nicht primär um den historischen Stoff: „Als ich vor ein paar Jahren Vater wurde, machte ich eine völlig neue Erfahrung. Ich begann meine früheren Filme (…) durch eine neue Linse zu betrachten. (…) sie spiegelt die Sichtweise eines Mannes wieder, der nur ein einziges Ziel verfolgt (…) aber nicht viel mehr. ‚King’s Land‘ ist aus dieser existenziellen Reflexion entstanden und mein bisher persönlichster Film. Mit Hilfe des brillanten Romans von Ida Jessen wollten Anders Thomas Jensen und ich eine große, epische Geschichte darüber erzählen, wie unsere Ambitionen und Wünsche unweigerlich scheitern, wenn sie alles sind, was wir haben.“

Davon erzählt er, sehr gelungen, in seinem neuesten Film. Das historische Drama wurde mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet und war in der Vorauswahl für den diesjährigen Oscar als bester internationaler Film.

P. S. 1: Nikolaj Arcel ist vor allem als Nordic-Noir-Drehbuchautor bekannt. Er schrieb die Bücher für die Stieg-Larsson-Verfilmung „Verblendung“ und für die Jussi-Adler-Olson-Verfilmungen „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“ und „Verachtung“. Und, ohne eine Romanvorlage, für „Helden der Wahrscheinlichkeit“. Anders Thomas Jensen verfilmte es.

P. S. 2: Irgendjemand sollte sich mal Gedanken darüber machen, wie die unterschiedlichen Titel die Erwartungen an den Film und die Rezeption des Films verändern. Die Romanvorlage heißt „Kaptajnen og Ann Barbara“ (Hauptmann Kahlen und Ann Barbara), der Originaltitel ist „Bastarden“ (womit Ludvig Kahlen gemeint ist), der internationale Titel ist „The Promised Land“ (das versprochene Land) und der deutsche Titel ist „King’s Land“ (das Land des Königs). Keiner dieser Titel ist falsch. Ich halte sie sogar alle für zutreffende, mögliche und auch gute Titel. Aber sie betonen unterschiedliche Dinge in der Geschichte.

King’s Land (Bastarden, Dänemark/Schweden/Norwegen/Deutschland 2023)

Regie: Nikolaj Arcel

Drehbuch: Anders Thomas Jensen, Nikolaj Arcel

LV: Ida Jessen: Kaptajnen og Ann Barbara, 2020

mit Mads Mikkelsen, Amanda Collin, Simon Bennebjerg, Kristine Kujath Thorp, Gustav Lindh, Morten Hee Anderson, Melina Hagberg, Martin Feifel, Arved Friese

Länge: 128 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Internationaler Titel: The Promised Land

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Hinweise

Filmportal über „King’s Land“

Moviepilot über „King’s Land“

Metacritic über „King’s Land“

Rotten Tomatoes über „King’s Land“

Wikipedia über „King’s Land“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Nikolaj Arcels „Der dunkle Turm“ (The dark Tower, USA 2017)


TV-Tipp für den 7. Juni: Ein Mann sieht rot

Juni 6, 2024

heute ohne Werbepausen

BR, 22.50

Ein Mann sieht rot (Death Wish, USA 1974)

Regie: Michael Winner

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Brian Garfield: Death Wish, 1972 (Ein Mann sieht rot)

Nachdem seine Frau und Tochter in ihrem New Yorker Apartment überfallen und vergewaltigt werden und seine Frau von den Verbrechern ermordet wird, sieht der friedliebende, linksliberale Paul Kersey (Charles Bronson) rot.

Selbstjustiz-Klassiker, der das schlechte Vorbild für unzählige weitere Vigilantenfilme war. Das gilt auch für die direkten „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzungen.

Michael Winner inszenierte die krude Geschichte kraftvoll, ohne große Subtilitäten mit eindeutiger Botschaft. Trotzdem ist sein Film immer wieder ambivalenter als das Publikum den Kassenhit damals sah.

Brian Garfield, der Autor der Vorlage, ist überzeugt, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt und sie zu einem moralischen Verfall des Täters führt. Weil er fand, dass seine Botschaft von Michael Winner falsch dargestellt wurde, schrieb er die „Ein Mann sieht rot“-Fortsetzung „Death Sentence“ (1975). Der Roman wurde 2007 von James Wan als äußerst pessimistische Studie über Selbstjustiz verfilmt. In anderen Romanen erzählt Garfield, wie seine Protagonisten erfolgreich und ohne Gewalt anzuwenden gegen Gewalttäter vorgehen.

Zu „Ein Mann sieht rot“ erklärte Garfield: „I meant it (if you believe in the influence of subtext) as a cautionary lesson, not a recommendation. Revenge is a universal fantasy but, in practice, it isn’t a solution, it’s a problem.“

Hauptdarsteller Charles Bronson äußerte sich in Interviews über den Film ähnlich. Und Winners Film hat durchaus ein Interesse an dieser Frage. Sein Film spielt vor einem konkreten sozialen und politischen Hintergrund: dem New York der frühen siebziger Jahre, als die Millionenstadt in einem Sumpf von Gewalt und Verbrechen versank.

2018 drehte Eli Roth mit Bruce Willis ein vollkommen missglücktes Remake von Michael Winners Film.

mit Charles Bronson, Hope Lange, Vincent Gardenia, Steven Keats, William Redfield, Stuart Margolin, Stephen Elliott, Jeff Goldblum (sein Debüt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ein Mann sieht rot“

Wikipedia über „Ein Mann sieht rot“ (deutsch, englisch)

Homepage von Brian Garfield

Meine Besprechung von Michael Winners Brian-Garfield-Verfilmung „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, USA 1974)

Meine Besprechung von Joseph Rubens  “The Stepfather” (The Stepfather, USA 1986, nach einer Geschichte von Brian Garfield)

Meine Besprechung von Eli Roths Brian-Garfield-Verfilmung „Death Wish“ (Death Wish, USA 2018)

Mein Nachruf auf Brian Garfield

Meine Besprechung von Michael Winners „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Mein Nachruf auf Michael Winner


Neu im Kino/Filmkritik: „They see you“, aber was wollen sie, Frau Night Shyamalan?

Juni 6, 2024

„They see you“, das ist der deutsche Titel, der englische Titel ist „The Watchers“, ist das Spielfilmdebüt von Ishana Night Shyamalan und sie ist die Tochter von „Sixth Sense“ M. Night Shyamalan. Er ist einer der Produzenten des Horrorfilms. Über die Qualität des Films sagt das erst einmal nichts aus, aber natürlich weckt dieses Wissen Erwartungen, die der Film teilweise einlöst. Denn der auf dem nicht ins Deutsche übersetzten Gothic-Horrorroman „The Watchers“ von A. M. Shine basierende Film ist ein Horrorfilm mit einer Prämisse, die sofort zum Nachdenken, Assoziieren und Rätselraten über die Lösung einlädt.

Als die Mittzwanzigern Mina einen Vogel von einer Zoohandlung in Galway zu einem Kunden bringen soll, verfährt sie sich auf ihrer Fahrt durch Irland aus nie geklärten Gründen. In einem riesigen Waldgebiet versagt der Motor ihres Autos. Sie steigt aus und verliert die Orientierung. Als es dunkel wird, kann sie vor irgendwelchen gefährlichen im Wald lebenden Wesen in einen brutalistischen Betonbunker flüchten. Dort trifft sie auf drei Menschen: eine ältere Frau, die weiß, welche Regeln man im Umgang mit den Wesen befolgen muss, einen jüngeren Mann und eine jüngere Frau, über die wir eigentlich nichts erfahren. Nachts müssen sie in dem Haus bleiben und auf eine riesige verspiegelte Fensterscheibe starren. Auf der anderen Seite sind die Wesen, die sie beobachten.

Ob es diese Wesen wirklich gibt, ist unklar. Was sie wollen, ist unklar. Und ob sie wirklich eine Bedrohung sind, ist ebenso unklar. Aber sie halten die vier Menschen in dem Wald gefangen.

Diese Prämisse und die Atmosphäre haben durchaus einen Shyamalan-Touch. Aber wenn in der zweiten Hälfte des Films langsam die Fragen beantwortet werden, wird „They see you“ zu einem in jeder Beziehung generischen und mutlosen 08/15-Horrorfilm. Alle sich aus der Prämisse ergebenden Möglichkeiten werden zuverlässig zugunsten des kleinsten möglichen Geisterhorror-Nenners ignoriert. Mehr kann über die Lösung nicht verraten werden. Denn jedes weitere Wort wäre ein massiver Spoiler .

They see you (The Watchers, USA 2024)

Regie: Ishana Night Shyamalan

Drehbuch: Ishana Night Shyamalan

LV: A. M. Shine: The Watchers, 2021

mit Dakota Fanning, Georgina Campbell, Oliver Finnegan, Olwen Fouéré

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „They see you“

Metacritic über „They see you“

Rotten Tomatoes über „They see you“

Wikipedia über „They see you“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Watching you – Die Welt von Palantir und Alex Karp“ bleibt verschlossen

Juni 6, 2024

Wer oder was ist Palantir? Und wer ist Alex Karp? Im Gegensatz zu anderen Milliardären, die irgendetwas mit Computern und dem Internet zu tun haben, wie Bill Gates, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg, ist Alex Karp unbekannt. Auch seine Firma Palantir und deren Produkt Palantir Gotham ist außerhalb der Datenschutz-Szene unbekannt.

Da kann ein gut gemachter Dokumentarfilm die notwendige Aufklärungsarbeit leisten. Die Idee, den Dokumentarfilmer erfolglos sein Objekt der Begierde verfolgen zu lassen, ist durchaus tragfähig für einen Film. Und dass Klaus Stern für seinen Dokumentarfilm „Watching you – Die Welt von Palantir und Alex Karp“ auch auf 1997 von seinem Kameramann Thomas Giefer gemachte Aufnahmen von Alex Karp für einen Dokumentarfilm über den jüdischen Schriftsteller Richard Plant zurückgreifen kann ist ein Gewinn. Hier wird Karp als junger Bohemien, als eine sympathische Kreuzung aus einer Jim-Jarmusch-Figur, ‚Stadtneurotiker‘ Woody Allen und Groucho Marx gezeigt, der durch New York streift und sich Zigarren anzündet. Stern befragt auch die Menschen, die ihn in den Neunzigern und frühen nuller Jahren kannten. Damals war er als Philosophie-Doktorand in Frankfurt am Main an der Universität und arbeitete im Sigmund-Freud-Institut. Für die Geschichte von Palantir ist das zwar nicht wichtig, aber durchaus interessant als Einblick in Karps Zeit vor der Unternehmensgründung. Damals ahnte niemand, dass dieser etwas seltsame Sohn eines jüdischen Medizin-Professors und einer afro-amerikanischen Künstlerin, der seine Kindheit auf Friedensdemos verbrachte und sich als Neomarxist bezeichnete, der CEO eines global tätigen Software-Unternehmens werden würde, das mit dem Militär und Sicherheitsdiensten eng zusammen arbeitet.

Später, wenn Stern versucht, ihn in Davos zu einem Interview zu überreden und er neuere Aufnahmen von Karp präsentiert, erinnert er noch mehr Groucho Marx. Über sein Denken, auch die Widersprüche in seinem Denken, und seine Vision erfährt man dagegen nichts substantielles. Das Gleiche gilt für die von ihm gegründete Firma Palantir, die „größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt“ (Presseheft), und warum seine Software so umstritten ist. Die Bedenken der Datenschützer werden in zwei kurzen Statements angesprochen. Wie die Software funktioniert und was die Probleme dabei sind, überhaupt nicht.

Gerade das und die damit verbundene Bedrohung einer freien Gesellschaft müsste in einer Doku nicht nur kurz angesprochen, sondern vertieft werden.

Doch hier kratzt die in jahrelanger Arbeit entstandene Doku noch nicht einmal an der Oberfläche. Von der Filmidee bis zur Premiere vergingen sieben Jahre.

Nach etwas über neunzig Minuten bleibt nur das Bild von einem etwas schrullig wirkendem, netten Firmengründer, der irgendetwas mit Daten macht.

© hr/DOKfest

Watching you – Die Welt von Palantir und Alex Karp (Deutschland 2024)

Regie: Klaus Stern

Drehbuch: Klaus Stern

Länge: 98 Minuten

FSK: ?

–

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Watching you“

Moviepilot über „Watching you“

Wikipedia über Klaus Stern, Palantir (deutsch, englisch) und Alex Karp (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 6. Juni: There will be Blood

Juni 5, 2024

RBB, 20.15

There will be Blood (There will be Blood, USA 2007)

Regie: Paul Thomas Anderson

Drehbuch: Paul Thomas Anderson

LV: Upton Sinclair: Oil!, 1927 (Öl!)

Porträt von Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), einem kapitalistisch-egoistischem, Menschen verachtenden und rein instrumentell behandelnden Ölsucher, der zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in Kalifornien ein Vermögen macht. Sein Gegenspieler ist der ebenso ehrgeizige evangelikale Prediger Eli Sunday (Paul Dano). Mit großen Showveranstaltungen sammelt er Gläubige um sich. Und mit Plainview kooperiert er, um seine Gemeinde (und damit sich selbst) zu mästen.

Bildgewaltiges Drama, das in jeder Sekunde auf maximale Überwältigung zielt. Und vom Wesen der amerikanischen Kultur erzählt.

Mit Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Kevin J. O’Connor, Ciarán Hinds, Dillon Freasier, Elizabeth Barrett

Wiederholung: Samstag, 8. Juni, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „There will be Blood“

Wikipedia über „There will be Blood“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Inherent Vice – Natürliche Mängel“ (Inherent Vice, USA 2015)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ (Phantom Thread, Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Licorice Pizza“ (Licorice Pizza, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: „Bad Boys: Ride or Die“ in den alten Melodien

Juni 5, 2024

Die kürzeste Kritik zum vierten „Bad Boys“-Film geht so: wenn dir der vorherige Film gefiel, wird dir auch „Bad Boys: Ride or Die“ gefallen.

Und das waren vor vier Jahren, während der Coronavirus-Pandemie, ziemlich viele Menschen. In Deutschland war er mit 1,8 Millionen Zuschauern der erfolgreichste Film des Jahres. In den USA sah es genauso aus. Weltweit war die Actionkomödie mit einem Umsatz von 426,5 Millionen US-Dollar, hinter drei asiatischen Filmen (es war ein ungewöhnliches Jahr), der vierterfolgreichste Film des Jahres. Und es war der an der Kinokasse und bei der Kritik der erfolgreichste „Bad Boys“-Film. Das Publikum liebte sie durchgehend.

Da war eine Fortsetzung unvermeidlich und dieses Mal ging es auch schneller als zwischen dem zweiten und dritten Filmabenteuer mit den in Miami ermittelnden Drogenfahndern Mike Lowrey (Will Smith) und Miles Burnett (Martin Lawrence). Sie sind Schwarz, haben ein loses Mundwerk und sind seit über dreißig Jahren Partner. Der eine ist ein glücklicher Familienvater. Der andere ein überzeugter Single. Jedenfalls bis jetzt. Denn Lowrey heiratet am Filmanfang.

In ihrem vierten Leinwandeinsatz wird ihr ehemaliger, in „Bad Boys for Life“ erschossener Vorgesetzter Captain Howard (dieses Mal als Geist dabei) verdächtigt, für die Kartelle gearbeitet zu haben. Die titelgebenden „Bad Boys“ Lowrey und Burnett glauben es nicht. Sie wollen seine Unschuld beweisen und geraten dabei in Teufels Küche. Denn die wahren Täter und Hintermänner, die gestandene Krimigucker ohne große Mühe schnell enttarnen, wehren sich mit allen Mitteln. Sie scheinen über jeden Schritt der beiden Drogenfahnder informiert zu sein.

Erzählt wird das in der bewährten Buddy-Cop-Mischung aus Humor, dummen Sprüchen und exzessiver Gewalt. Die Zerstörungsorgie wird, auch das ist keine Neuigkeit, in hektischen Schnitten erzählt. Es ist fast nie möglich, die Action zu verfolgen. Und wenn dann einmal in einer Actionszene länger nicht geschnitten wird, bewegt die Kamera sich so hektisch, dass auch dann das Geschehen kaum verfolgt werden kann. Dass das anders geht, haben in den letzten Jahren vor allem die „John Wick“-Filme gezeigt. Auch ein Blick auf die „James Bond“- oder „Mission: Impossible“-Filme zeigt, dass Action anders inszeniert werden kann.

Oder auf den ersten „Bad Boys“-Film. Den hat Michael Bay zwar auch schon hektisch im Sekundentakt geschnitten.

Aber ihm gelangen in seinem Spielfilmdebüt einige ikonische Bilder und im Gedächtnis bleibende Actionszenen. Das kann von Adil & Bilalls zweitem „Bad Boys“-Film nicht gesagt werden. Bei ihnen verschwimmt alles in einem monotonem Schnittgewitter. Das ist keine überkandidelte Rocksinfonie, sondern der Rhythmus-Track für ein Hip-Hop-Stück, bei dem die anderen Instrumente und der Gesang fehlen.

Der Humor besteht vor allem aus den endlosen, redundanten Streitereien zwischen Lowrey und Burnett. Sie zanken sich wie ein altes Ehepaar auf Autopilot. Und Burnett wird hier zum absoluten Trottel degradiert.

Die Story ist, wie erwartbar, nicht der Rede wert. Sie dient nur als Perlenschnur, an der Action und Witze aneinandergereiht werden.

In „Bad Boys: Ride or Die“ werden die bekannten Zutaten, mit vielen aus den vorherigen Filmen bekannten und einigen neuen, weitgehend vollkommen austauschbaren Figuren, einfach noch einmal präsentiert. Ohne nennenswerte Variationen und Engagement. Das ist mehr Autopilot als Innovation; – also ziemlich genau das, was ich erwartete und was die Fans der vorherigen, vor allem des vorherigen Films wollen.

Bad Boys: Ride or Die (Bad Boys: Ride or Die, USA 2024)

Regie: Adil & Bilall (aka Adil El Arbi und Bilall Fallah)

Drehbuch: Chris Bremner, Will Beall (basierend auf von George Gallo erfundenen Figuren)

mit Will Smith, Martin Lawrence, Vanessa Hudgens, Alexander Ludwig, Paola Núñez, Eric Dane, Ioan Gruffudd, Jacob Scipio, Melanie Liburd, Tasha Smith, Tiffany Haddish, Joe Pantoliano, John Salley, DJ Khaled, Rhea Seehorn, Dennis McDonald, Michael Bay (Cameo)

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Bad Boys: Ride or Die“

Metacritic über „Bad Boys: Ride or Die“

Rotten Tomatoes über „Bad Boys: Ride or Die“

Wikipedia über „Bad Boys: Ride or Die“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Adil & Bilalls „Bad Boys for Life“ (Bad Boys for Life, USA 2020)


TV-Tipp für den 5. Juni: Pulp Fiction

Juni 4, 2024

Kabel 1, 20.15

Pulp Fiction (Pulp Fiction, USA 1994)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino (nach einer Geschichte von Quentin Tarantino und Roger Avary)

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Aufgrund der Uhrzeit könnte eine gekürzte Fassung des FSK-16-Films gezeigt werden.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Wiederholung: Dienstag, 11. Juni, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Pulp Fiction”

Wikipedia über “Pulp Fiction” (deutsch, englisch)

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder, Pressekonferenz, Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)


„Der Letzte löscht das Licht“ und gewinnt einen Max-und-Moritz-Preis

Juni 4, 2024

Wissenswertes über Erlangen: dort wird jedes Jahr beim Internationalen Comic-Salon in mehreren Kategorien der wichtigste deutsche Comicpreis, der Max-und-Moritz-Preis, vergeben.

Dieses Jahr gewann Tobias Aeschbacher mit „Der Letzte löscht das Licht“ den Preis für das beste deutschsprachige Comic-Debüt. Es handelt sich um eine Kriminalgeschichte in der Quentin-Tarantino-Tradition. Wir erinnern uns: Nach seinen beiden ersten Filmen „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ und dem Drehbuch für „True Romance“ wollte jeder so wie Tarantino erzählen. Es kam zu einer Schwemme von Filmen und Büchern, die Gewalt mit coolen Sprüchen verbanden. Manchmal gut, meistens nicht gut.

Auch bei Aeschbacher sind die Verbrecher extrem redselig, der Respekt vor dem Leben und der körperlichen Unversehrtheit nicht vorhanden und eine Situation gerät schnell und mit grotesken Folgen außer Kontrolle. Es ist, als ob bei einem „Was ist das Schlimmste, das passieren kann?“-Spiel immer die schlimmste Option gezogen würde.

Eric, der Kopf eines Gangstertrios will unbedingt einen Koffer und eine Vase, die ihm gestohlen wurden, wieder haben. Geklaut wurde die Vase mit dem für Eric wertvollen Inhalt von einem jungen Pärchen, das mit Überfällen sein Einkommen bestreitet. Sie wohnen in einem heruntergekommenem Mietshaus. In ihm fällt, wie Aeschbacher in seinem Comic zeigt, regelmäßig der Strom aus und in jedem der sechs Apartment gibt es in der Geschichte mindestens eine Begegnung mit dem Tod. Die erste ist in dem Apartment, in dem das Gaunerpärchen wohnt. Weil sie die Vase, die Eric unbedingt wieder haben will, bereits an eine Nachbarin weitergegeben hat, und jemand von oben durch die Decke auf sie schießt, gibt es in dem Mietshaus den ersten Schusswechsel und die ersten Toten.

Danach besucht Eric die anderen Wohnungen und begegnet den Mietern. Diese sind unter anderem ein Auftragskiller und seine Katze, ein illegal Cannabis anbauendes Kifferpaar und ein älteres Ehepaar, das einen Doppel-Suizid begehen will. Normalerweise endet jeder Besuch, teils auf groteske Weise, mit Verletzungen und Toten.

Davor gibt es lange zwischen Pseudo-Coolness und bratzender Dummheit oszillierende Mono- und Dialoge. Im Gegensatz zu Aeschbachers Figuren erscheinen Tarantinos Figuren wie große Schweiger und tiefsinnige Denker. Dazwischen gibt es alle paar Seiten eruptiv ausbrechende tödliche Gewalt. Denn – die Geschichte spielt in der Schweiz – in fast jedem Schrank liegt eine Schusswaffe.

„Der Letzte löscht das Licht“ ist ein okayes Werk in der Tarantino-Tradition.

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Tobias Aeschbacher: Der Letzte löscht das Licht

Helvetiq, 2024

128 Seiten

20 Euro

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Hinweise

Helvetiq über den Comic

Homepage von Tobias Aeschbacher


Cover der Woche

Juni 4, 2024

„Das Ende der Straße“ ist der deutsche Titel. Meine längere, meine kürzere Besprechung.