Neu im Kino/Filmkritik: „Das Glücksrad“ wird gedreht von Ryusuke Hamaguchi

September 2, 2022

Auf der letztjährigen Berlinale, – der Berlinale, die wegen der Coronavirus-Pandemie nicht im gewohnten Rahmen stattfand -, erhielt Ryusuke Hamaguchis „Das Glücksrad“ den Silbernen Bären. Sein nächster Film, die Haruki-Murakami-Verfilmung „Drive my Car“, lief in Cannes im Wettbewerb, erhielt den Oscar als bester internationaler Film und lief auch bei uns im Kino. Die Kritiken waren überaus positiv bis euphorisch.

Und jetzt kommt sein Berlinale-Film endlich ins Kino. Im Gegensatz zu „Drive my Car“ erzählt Hamaguchi in „Das Glücksrad“ drei voneinander unabhängige, ungefähr gleich lange Geschichten von jeweils etwa vierzig Minuten.

Die erste erste Geschichte „Magie (oder etwas weniger Zuverlässiges)“ beginnt mit einer langen nächtlichen Taxifahrt, in der zwei Freundinnen sich ohne einen Schnitt eine gute Viertelstunde unterhalten. Gumi hat, wie sie ihrer Freundin Meiko erzählt, einen neuen Freund, der für sie die große Liebe ist. Meiko bemerkt irgendwann während Gumis Schwärmereien, dass dieser Traumprinz ihr Ex-Freund ist, den sie in diesem Moment immer noch oder wieder liebt. In jedem Fall will sie wissen, ob er sie noch liebt.

In der zweiten Geschichte, „Die Tür bleibt offen“, will Nao ihren Französisch-Professor, der in der Universät eine konsequente Politik der offenen Tür verfolgt, verführen. Nachdem sie sich getroffen haben, will sie ihm eine E-Mail schicken. Aber sie schickt sie an die falsche Adresse. Und dieses Mal landet die Mail beim Empfänger nicht im Papierkorb.

Die dritte Geschichte „Noch einmal“ ist fast eine Science-Fiction-Geschichte. Fast weil der Computervirus, der zum Verschwinden von E-Mails und einer Wiederauferstehung der Briefpost führt, letztendlich nur ein Gimmick ist. Nach zwanzig Jahren will Moka in Sendai bei einem Klassentreffen ihre heimliche Liebe aus der Schulzeit wieder treffen. Auf der Straße wird sie von ihr angesprochen. Oder handelt es sich dabei um eine Verwechslung? Und wäre das wirklich schlimm oder nicht doch eine glückliche Fügung?

Die Kurzfilme sind formal und inhaltlich Kurzgeschichten, die eigentlich gut im Fernsehen in vierzigminütigen Happen genossen werden können, aber besser im Kino genossen werden. Denn Hamaguchi erzählt extrem zurückhhaltend und mit großer Sympathie für seine Figuren. Er beobachtet sie ohne Wertungen in langen Szenen, die nur selten von einem Schnitt unterbrochen werden. In den drei Geschichten reden die Figuren so viel und die Drehorte sind so anonym-austauschbar, dass die Filme auch bebilderte Hörspiele sein könnten.

Dieser Stil und das langsame Erzähltempo verführen natürlich dazu, wenn das Smartphone in Griffnähe ist, mal schnell seine Mails zu checken, weil im Film gerade nichts passiert. Das ist allerdings ein Irrtum. Unterschwellig passiert viel. Hamaguchi will allerdings nichts vorgeben. Er vertraut auf den aufmerksamen Zuschauer, der kleinste Nuancen erfasst, mitdenkt und interpretiert.

Deshalb wird „Das Glücksrad“ den Menschen gefallen, denen auch „Drive my Car“ gefiel. Für alle anderen ist Hamaguchis ’neuer‘ Film ein guter und auch gut zugänglicher Einstieg in seine Welt, in der eine kleine Veränderung der Beginn von etwas größerem sein kann.

Das Glücksrad (Guzen to Sozo, Japan 2021)

Regie: Ryusuke Hamaguchi

Drehbuch: Ryusuke Hamaguchi

mit Kotone Furukawa, Kiyohiko Shibukawa, Katsuki Mori, Fusako Urabe, Aoba Kawai, Ayumu Nakajima, Hyunri, Shouma Kai

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

internationaler Titel: Wheel of Fortune and Fantasy

Hinweise

Moviepilot über „Das Glücksrad“

Metacritic über „Das Glücksrad“

Rotten Tomatoes über „Das Glücksrad“

Wikipedia über „Das Glücksrad“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ryusuke Hamaguchis „Drive my Car“ (Doraibu mai kā, Japan 2021)


TV-Tipp für den 2. September: Fluchtpunkt Nizza

September 1, 2022

BR, 22.50

Fluchtpunkt Nizza (Anthony Zimmer, Frankreich 2005)

Regie: Jérôme Salle

Drehbuch: Jérôme Salle

Chiara ist die Geliebte des international gesuchten Geldwäschers Anthony Zimmer. Um die sie verfolgenden Polizisten abzulenken, flirtet sie im Zug nach Nizza mit dem biederen Übersetzer Francois. Der wird von den Verfolgern für Anthony Zimmer gehalten.

Locker-flockiger und extrem kurzweiliger Thriller, der ein vergessenswertes Hollywood-Remake „The Tourist“ (von Florian Henckel von Donnersmarck mit Angelina Jolie und Johnny Depp) erhielt.

Salles Werk war als bestes Debüt für einen César nominiert.

mit Yvan Attal, Sophie Marceau, Sami Frey, Daniel Olbrychski

auch bekannt als „Anthony Zimmer“

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Fluchtpunkt Nizza“

Wikipedia über „Fluchtpunkt Nizza“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch – Tödliches Erbe“ (Largo Winch, Frankreich 2008)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Largo Winch II – Die Burma-Verschwörung“ (Largo Winch II, Frankreich/Belgien/Deutschland 2011)

Meine Besprechung von Jérôme Salles „Zulu“ (Zulu, Frankreich/Südafrika 2013) und der DVD

Meine Beprechung von Jérôme Salles „Jacques – Entdecker der Ozeane“ (L’Odyssée, Frankreich/Belgien 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: „Three Thousand Years of Longing“ oder Du hast drei Wünsche frei

September 1, 2022

Sein bislang letzter Film war vor sieben Jahren „Mad Max: Fury Road“. Davor drehte er zwei „Happy Feet“-Filme. Und damit sind die beiden populärsten Eckpfeiler in George Millers Schaffen genannt: harte Actionfilme und liebliche Kinderfilme. Dazwischen liegen einige Filme wie „Die Hexen von Eastwick“ und „Lorenzos Öl“. Sein neuester Film „Three Thousand Years of Longing“ ist einer dieser Dazwischen-Filme.

Im Mittelpunkt steht Alithea Binnie. Die Professorin ist Gelehrte der Erzähltheorie und sie entspricht dem Klischeebild einer weltfremden Wissenschaftlerin. Betont asexuell, leicht verpeilt und am liebsten erimitär in ihrem mit Büchern gefülltem Arbeitszimmer lebend. Warum soll sie vor die Tür gehen, wenn doch alle Geschichten schon in Jahrhunderte alten und noch älteren Büchern stehen?

Als sie in Istanbul eine Konferenz besucht, entdeckt sie auf dem Bazar eine alte Glasflasche. Sie kauft sie. In ihrem Hotelzimmer öffnet sie sie zufällig und plötzlich ist ein Dschinn in ihrem Zimmer. Alithea hält diesen Riesen in ihrem Badezimmer für eine Wahnvorstellung. Sie geht mit ihr um wie ein kleines Kind: sie schließt die Augen und fordert die Erscheinung auf, sofort zu verschwinden. Aber der Dschinn verschwindet nicht. Also akzeptiert Alithea, ohne weiter zu zögern, das Wesen als real.

Schnell passt der Flaschengeist seine Größe der Zimmergröße an. Er ist immer noch groß. Aber er kann jetzt problemlos aufrecht in dem Hotelzimmer stehen, trägt einen Bademantel und spricht fließend englisch. Und er bietet ihr den altbekannten Handel an: er wird ihr drei Wünsche erfüllen. Dann erhält er seine Freiheit.

Bevor Alithea ihren ersten Wunsch äußert – auch sie kennt die vielen Geschichten von den drei Wünschen, die fatal enden und von Menschen, die von Dschinns betrogen wurden – will die Mythen erforschende Wissenschaftlerin von dem Dschinn erfahren, wie er in die Flasche gekommen ist.

Und der Dschinn erzählt erst einmal seine sich über viele Jahrhunderte erstreckende Lebensgeschichte, die er vor allem in der Flasche verbrachte.

George Miller verfilmte, nach seinem mit seiner Tochter Augusta Gore geschriebenem Drehbuch, eine Geschichte von A. S. Byatt. Nämlich „The Djinn in the Nightingale’s Eye“. Es handelt sich um eine Neuinterpretation verschiedener Märchen-Motive, die erstmals 1994 in The Paris Review erschien. Noch im gleichen Jahr wurde das Märchen zusammen mit vier anderen, sich ebenfalls mit Mythen und Märchen-Motiven beschäftigenden Kurzgeschichten in einem Buch veröffentlicht.

Die Erinnerungen des Dschinn entführen in die Welt orientalischer Märchen, die hier immer etwas anders als gewohnt erzählt werden. Denn während wir die Geschichten nur aus Tausend-und-einer-Nacht-Märchenbüchern kennen, war er dabei. Die Bilder, die Miller dazu findet, sind, thematisch passend, weitgehend vertraute Orientfantasien. Die gewählte Struktur ist dann eine Rahmenerzählung zwischen Alithea und dem Dschinn und vier eigenständigen Erzählungen, die aus den Erinnerungen des Dschinn bestehen und in denen wir die Königin von Sheba, Suleiman, Sultan Murad und Zefir, eine der Frauen eines alten Kaufmanns, kennen lernen.

Three Thousand Years of Longing“ wirkt aufgrund der gewählten Struktur wie einer dieser Omnibusfilme, in denen mehrere thematisch meist nur sehr lose miteinander verknüpfte Kurzfilme aneinandergefügt werden und die, angesichts der darin involvierten bekannten Regisseure und Schauspieler maßlos enttäuschen. In diesem Fall langweilen die Erinnerungen des Dschinn zunehmend. Sie treiben die Handlung nicht voran. Sie sind eher wie sich wiederholende Erzählungen am Lagerfeuer, die auch in irgendeiner anderen Reihenfolge präsentiert werden könnten und an die man sich schon am nächsten Abend nicht mehr erinnert. Die Beziehung zwischen Alithea und dem Dschinn bleibt eine primär intellektuelle Beziehung. Sie betrachtet ihn als Zeitzeugen, der ihr wichtige Informationen für ihre wissenschaftliche Arbeit liefern kann. Er will sie zwar verführen, ihre drei Wünsche zu äußern, aber schnell entsteht der Eindruck dass er ganz gerne seine Zeit mit dieser schrulligen Gelehrten verbringt, der er sein Leben erzählen kann.

So ist „Three Thousand Years of Longing“ angesichts der vorab bekannten Bilder, des Plakats und der Besetzung – Tilda Swinton spielt die Wissenschaftlerin, Idris Elba den Flaschengeist – eine Enttäuschung. Zu lange plätschert der Film vor sich hin bis zu dem dann doch vorhersehbarem Ende. Denn Alithea ist, und das wissen wir schon von ihrer ersten Begegnung mit dem Flaschengeist, viel zu intelligent für drei profane und letztendlich für sie schon auf den ersten Blick verhängnisvolle Wünsche.

Three Thousand Years of Longing (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Augusta Gore

LV: A. S. Byatt: The Djinn in the Nightingale’s Eye, 1994 (Der verliebte Dschinn)

mit Tilda Swinton, Idris Elba, Aamito Lagum, Nicolas Mouawad, Ece Yüksel, Matteo Bocelli, Lachy Hulme

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage (die Neuauflage zum Filmstart erscheint am 12. September)

Antonia S. Byatt: Der verliebte Dschinn

(übersetzt von Melanie Walz)

Insel Taschenbuch, 2022

160 Seiten

11 Euro

Hinweise

Moviepilot über „Three Thousand Years of Longing“

Metacritic über „Three Thousand Years of Longing“

Rotten Tomaotes über „Three Thousand Years of Longing“

Wikipedia über „Three Thousand Years of Longing“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Im „Freibad“ mit Doris Dörrie

September 1, 2022

Vor ungefähr einem Jahr sorgte der „Beckenrand Sheriff“ für einen geregelten Ablauf im und neben dem Freibad. Marcus H. Rosenmüllers Komödie war bestenfalls durchwachsen.

Jetzt versucht Doris Dörrie ihr Glück. Bis auf wenige Szenen, die insgesamt wohl keine fünf Minuten ausmachen, spielt ihr Film vor und vor allem in einem Freibad, das nur von Frauen besucht werden darf.

Das ist schon einmal eine nette Idee, aus der etwas gemacht werden kann. Immerhin können hier Frauen abseits der neugierigen Blicke und Kommentare von Männern (im Freibad!) über die Dinge reden, die ihnen wichtig sind. Außerdem ist ein Freibad immer auch ein gleichmachender Mikrokosmos der Gesellschaft. D. h. auch, dass alle Konflikte, die es in der Gesellschaft gibt, auch im Freibad aufeinanderprallen und zwischen Umkleidekabine und Schwimmbecken gelöst werden müssen.

Und dann ist der Film von Doris Dörrie. Seit ihrer Erfolgskomödie „Männer“, einem ihrer ersten Filme, hatte sie immer wieder ein gutes Gespür für gesellschaftliche Stimmungen und Geschlechterverhältnisse, Befindlichkeiten und Entwicklungen. Das sollte auch bei dieser Komödie zu einigen neuen und überraschenden Erkenntnissen führen.

Das Ergebnis ist eine belanglose, furchtbar aussehende Nummernrevue, die befließen und mit didaktischem Ernst das Verhältnis der Deutschen zum Islam abarbeitet. Die bekannten Vorurteile werden genannt und mit den bekannten Gegenargumenten entkräftet.

So ist die türkische Familie betont normal und entsetzt über ihre überaus gutaussehende und wohlproportionerte Tochter, die in einem Burkini schwimmt.

Die Burka-tragenden Frauen, die das Freibad besuchen, sind unglaublich vermögend, kommen aus der Schweiz und freuen sich, dass sie in diesem Freibad einfach ungestört verhüllt herumsitzen können. In der Schweiz ist das seit einer 2021 erfolgten Volksabstimmung verboten.

Als in dem Freibad doch ein Mann auftaucht – er wurde engagiert, nachdem die überaus faule, gutaussehende Bademeisterin kündigte -, haben die Frauen nichts besseres zu tun, als um ihn herumzuscharwenzeln. Er selbst ist dagegen Postgender und mehr am Lesen hochgeistiger Bücher über aquatische Menschen, wie er auch einer ist, interessiert. Gut aussehen tut er trotzdem.

Zum Glück gibt es auch einige fülligere und ältere Frauen in dem Frauenfreibad. Aber insgesamt sehen in diesem Freibad fast alle Frauen in ihren Badeanzügen und Bikinis sehr gut aus.

Und Andrea Sawatzki präsentiert, als Maßnahme gegen die Islamisierung des Freibads, mehrmals ihren blanken Busen, der durch höhere Umstände fast immer von ihren langen Haaren verdeckt wird. Das ist dann wiederum ziemlich prüde. Sie spielt die Schlagersängerin Eva, die früher einen Hit hatte und heute immer noch von dem Ruhm vergangener Tage zehrt. Wenn sie nicht gerade ihre Schlagersängerinnenkarriere verklärt, inszeniert sie sich mit ihrer Freundin Gabi als grantelnde Vorkämpferinnen des Feminismus in den Siebzigern. Damals kämpften sie für die Freiheit und Befreiung der Frau. Heute sehen sie in ihrem Freibad Burkas, Burkinis und Kopftücher tragende, lustfeindliche und unterdrückte Frauen.

Diese Eva ist ein ziemliches Biest und sie ist, sofern in einem Ensemblefilm davon gesprochen werden kann, die Protagonistin. Dass gerade eine der unsympathischten Figuren die Sympathieträgerin sein soll, ist ein Problem des Ensemblefilms, der eigentlich nur Beobachtungen und unwitzige Witze aneinanderreiht. Denn Eva vollzieht überhaupt keine Entwicklung. Das gleiche gilt für ihre ähnlich unsympathische Freundin, die sich über Kopftuch-tragende Frauen aufregt, während sie selbst ein Kopftuch trägt.

Nach hundert Minuten bleibt nur die erschreckende Erkenntnis, wie wenig aus dem Stoff gemacht wurde.

Zum Filmstart erschien, wie vor wenigen Tagen bei der „Känguru-Verschwörung“, ein Comic zum Film. Paulina Stulin übernahm die Aufgabe, aus dem Drehbuch einen Comic zu machen. Ihr vorheriger Comic, das sechshundertseitige autobiographische Opus „Bei mir zuhause“, war dieses Jahr für den „Max und Moritz“-Preis als „Bester deutschsprachiger Comic“ nominiert. Doris Dörrie las das Buch. Anschließend sprach sie Stulin an, ob sie parallel zur Entstehung des Films eine Graphic Novel zeichnen möchte.

Paulina Stulins Version des Films ist kein Storyboard-Comic (so das Label bei der „Känguru-Verschwörung“). Die Grundlage für ihre Arbeit war die finale Fassung des Drehbuchs. Deshalb gibt es im Comic auch einige Stellen, die nicht im Film sind. Außerdem wusste Stulin, welche Schauspielerinnen welche Rollen spielen. Sie war mehrere Tage als Beobachterin bei den Dreharbeiten und tauschte sich regelmäßiger mit Doris Dörrie über ihre Arbeit aus.

Ihre im Stil der vom Impressionismus beeinflussten New Barbizon School gehaltenen Zeichnungen sind sehr nah am Film. Allerdings wirken ihre Figuren immer äußerst aggressiv und feindselig. Ihr Freibad ist kein Ort der Entspannung, sondern immerwährender Anspannung.

Freibad (Deutschland 2022)

Regie: Doris Dörrie

Drehbuch: Doris Dörrie, Karin Kaçi, Madeleine Fricke (nach einer idee von Doris Dörrie)

mit Andrea Sawatzki, Maria Happel, Nilam Farooq, Lisa Wagner, Melodie Wakivuamina, Julia Jendroßek, Sabrina Amali, Nico Stank, Samuel Schneider, Ilknur Boyraz, Sema Poyraz, Arzu Ermen, Semra Uysallar, Ulla Geiger, Simon Pearce, Pablo Sprungala, Amir Alkodur, Shadiya Almoussa, Leopold Schadt, Paulina Alpen

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Der Comic zum Film

 

Paulina Stulin: Freibad

Jaja Verlag, 2022

296 Seiten

29 Euro

Hinweise

Filmportal über „Freibad“

Moviepilot über „Freibad“

Wikipedia über „Freibad“

Meine Besprechung von Doris Dörries „alles inklusive“ (Deutschland 2013)

Homepage von Paulina Stulin

Und so sieht ein Freibad „In the Heights“ aus


TV-Tipp für den 1. September: Polizeiruf 110: Er sollte tot

August 31, 2022

Am Dienstag, den 6. September, feiert Dominik Graf seinen siebzigsten Geburtstag. Deshalb werden in den nächsten Tagen mehrere seiner Filme gezeigt; mit dem erwartbarem Schwerpunkt auf seinen neueren und bekannteren Filmen, wie dem heutigem Polizeiruf:

RBB, 22.15

Polizeiruf 110: Er sollte tot (Deutschland 2006)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Rolf Basedow

Die junge Prostituierte Maria ermordet den Rentner Waller. In dem Verhör will Kommissar Tauber herausfinden, warum sie das tat.

Für sein Drehbuch stützte Rolf Basedow sich auf die Protokolle eines wahren Falles aus Schleswig-Holstein. Und Dominik Graf inszenierte das Zusammentreffen zwischen dem ruppigen, einarmigen Kommissar Tauber und der jungen Mörderin mit seiner gewohnten Meisterschaft.

Zu den gemeinsamen Arbeiten von Dominik Graf und Rolf Basedow (als Drehbuchautor) gehören „Sperling und das Loch in der Wand“, „Sperling und der brennende Arm“, „Hotte im Paradies“ (diese Zuhälterstudie könnte mal wieder gezeigt werden), „Zielfahnder: Flucht in die Karpaten“ und die TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“.

Mit Edgar Selge, Michaela Mey, Rosalie Thomass, Jochen Striebeck, Eisi Gulp, Ulricke C. Tscharre, Klaus Lemke

Hinweise

ARD über den „Polizeiruf 110″

Wikipedia über „Polizeiruf 110: Er sollte tot″

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf”

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Dominik Graf in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 31. August: Corpus Christi

August 30, 2022

Arte, 22.00

Corpus Christi (Boże Ciało, Polen 2019)

Regie: Jan Komasa

Drehbuch: Mateusz Pacewicz

Nach der Verbüßung seiner Jugendstrafe würde Daniel gerne Priester werden. Aufgrund seiner Vorstrafen ist das unmöglich. Als er in einem Dorf für einen Geistlichen gehalten wird, nimmt er diese Rolle an und spaltet mit seiner unkonventionellen Art schnell die Dorfgemeinde

Jan Komasas auf einem wahren Fall beruhende Hochstapler-Geschichte war in Polen ein Kritiker- und Publikumserfolg, der sogar in den deutschen Kinos lief.

„Corpus Christi“ ist ein sperriger, aber auch sehenswerter Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Bartosz Bielena, Eliza Rycembel, Aleksandra Konieczna, Tomasz Zietek, Leszek Lichota, Lukasz Simlat

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Corpus Christi“

Metacritic über „Corpus Christi“

Rotten Tomatoes über „Corpus Christi“

Wikipedia über „Corpus Christi“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jan Komasas „Corpus Christi“ (Boże Ciało, Polen 2019)


TV-Tipp für den 30. August: The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten

August 29, 2022

Disney Channel, 20.15

The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten (The Descendants, USA 2011)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash

LV: Kaui Hart Hemmings: The Descendants, 2009 (Mit deinen Augen, Neuveröffentlichung unter „The Descendants“)

Auch im Paradies haben die Menschen alltägliche Probleme. So muss Rechtsanwalt Matt King (George Clooney) sich auf Hawaii mit der weiteren Nutzung des Landes, das seit Generationen im Familienbesitz ist und von ihm verwaltet wird, herumschlagen, seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Koma und er muss sich jetzt um seine beiden Töchter kümmern. Da erfährt er, dass seine Frau einen Liebhaber hatte.

Paynes Film ist eine feine, warmherzige und lebenskluge Komödie über Familien und andere alltägliche Probleme.

mit George Clooney, Shailene Woodley, Beau Bridges, Robert Forster, Judy Greer, Matthew Lillard, Nick Krause, Amara Miller, Mary Birdsong, Rob Huebel, Patricia Hastie

Wiederholung: Sonntag, 4. September, 22.25 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Descendants“

Wikipedia über „The Descendants“ (deutschenglisch)

The Wall Street Journal: Interview mit Kaui Hart Hemmings über “The Descendants” (23. November 2011)

Stuttgarter Zeitung: Mein Interview mit Alexander Payne über „The Descendants“

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011, mit George Clooney)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)

Alexander Payne in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Nat Faxon/Jim Rashs „Ganz weit hinten“ (The Way Way Back, USA 2013)


TV-Tipp für den 29. August: Air Force One

August 28, 2022

R. i. P. Wolfgang Petersen (14. März 1941 in Emden – 12. August 2022 in Los Angeles, Kalifornien)

Heute läuft wieder einer seiner vielen guten Filme

Kabel 1, 20.15

Air Force One (Air Force One, USA 1997)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Dienstag, 30. August, 22.50 Uhr (davor, ab 20.15 Uhr, kämpft Harrison Ford gegen „Cowboys & Aliens“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins‘ „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Wolfgang Petersens „Die Konsequenz“ (Deutschland 1977)


TV-Tipp für den 28. August: Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene

August 27, 2022

Tele 5, 20.15

Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene (Breach, USA 2007)

Regie: Billy Ray

Drehbuch: Adam Mazer & William Rotko und Billy Ray (nach einer Geschichte von Adam Mazer & Billy Rotko)

Der junge, ehrgeizige, katholische FBI-Mitarbeiter Eric O’Neill soll seinen Vorgesetzten, den streng gläubigen Sicherheitsexperten und Bürokraten Robert Hanssen bespitzeln. Wegen seiner sexuellen Vorlieben, wird ihm gesagt. Erst viel später erfährt er den wahren Grund für seinen Auftrag.

„Enttarnt“ ist ein feiner Polit-Thriller der John-le-Carré-Schule: ein spannendes, ruhig erzähltes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Schauspieler im Mittelpunkt der wahren, bei uns eher unbekannten Geschichte stehen. Der gewohnt grandiose Chris Cooper spielt Robert Hanssen, der von 1979 bis 2001 für den KGB spionierte und zahlreiche US-Agenten verriet.

Der echte O’Neill beriet die Filmemacher.

mit Chris Cooper, Ryan Phillippe, Laura Linney, Dennis Haysbert, Caroline Dhavernas, Gary Cole, Kathleen Quinlan, Bruce Davison

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene“

Wikipedia über „Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Billy Rays „Vor ihren Augen“ (Secret in their Eyes, USA 2015)


TV-Tipp für den 27. August: Die zwei Gesichter des Januars

August 26, 2022

ZDFneo, 21.40

Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Regie: Hossein Amini

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Patricia Highsmith: The two Faces of January, 1964 (Unfall auf Kreta, Die zwei Gesichter des Januars)

Athen, 1962: Der kleine Betrüger Rydal (Oscar Isaac) schlägt sich als Fremdenführer durch, trifft das amerikanische Ehepaar Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) und wird in einem Mordfall verwickelt. Denn auch Chester ist in betrügerische Geschäfte verwickelt.

Sehr stilbewusste Highsmith-Verfilmung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan, Omiros Poulakis, David Warshofsky

Wiederholung: Sonntag, 28. August, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Die zwei Gesichter des Januars“

Metacritic über „Die zwei Gesichter des Januars“

Rotten Tomatoes über „Die zwei Gesichter des Januars“

Wikipedia über „Die zwei Gesichter des Januars“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988)

Meine Besprechung von Hossein Aminis Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Märzengrund“, die Sucht nach Freiheit

August 26, 2022

Schon als Kind vergräbt Elias seine Nase lieber in ein Buch als in einen Misthaufen. Weil er in den Sechzigern in Tirol im Zillertal aufwächst, führt das zu Problemen mit seinem Vater. Er ist Großbauer und er möchte, dass Elias später den Hof übernimmt. Damit wäre Elias im Tal ein gemachter Mann.

Aber Elias will dieses Leben nicht. Und dann verliebt er sich kurz vor dem Ende seiner Schulzeit, auch noch in die falsche Frau. Sie ist älter als er und geschieden. Das sind schon zwei gute Gründe, die 1968 auf dem Land, wo die 68er Bewegung höchstens in den Fernsehnachrichten erwähnt wurde, gegen so eine Beziehung sprechen. Außerdem ist sie überaus lebenslustig. Sie vergnügt sich tanzend in der Dorf-Disco und schwimmt nackt im See. Mit Elias.

Um seinen Sohn zur Vernunft zu bringen, schickt er ihn für mehrere Monate auf die ihm gehörende Hochalm Märzengrund. Dort soll er allein das Vieh hüten. Elias, der auch psychische Probleme hat, genießt dieses einsame Leben. Hier hat er endlich die Ruhe, die er im Tal vermisst. Hier kann er so leben, wie er möchte. Dieses Leben in der zuerst aufgezwungenen, schnell selbstgewählten Einsamkeit will er nicht mehr aufgeben. Nach dem Winter kommt es darüber zum endgültigen Bruch zwischen Elias und seinem Vater.

In den folgenden Monaten steigt Elias in den Alpen so weit es geht nach oben. In einer Gegend über der Baumgrenze, in die normalerweise kein Mensch kommt, baut er sich eine Hütte.

Jahrzehnte später wird Elias mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Er ist inzwischen ein älterer Mann, der von dem Leben in den Bergen gezeichnet ist und viel älter aussieht als er ist. Er muss behandelt werden. Nachdem er nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, kommt er in ein Altersheim. Zunächst, so wird ihm gesagt, zur Genesung.

Dieser dritte, fast in der Gegenwart spielende Akt ist der große Schwachpunkt von Adrian Gogingers zweitem, mit vielen Zeitsprüngen erzähltem Spielfilm.

Sein Debüt war vor fünf Jahren das überzeugende Drogendrama „Die beste aller Welten“. Sein zweiter Kinofilm „Märzengrund“ basiert ebenfalls auf einer wahren Geschichte. Felix Mitterer verarbeitete sie 2016 als Auftragsarbeit für das in Stumm stattfindete Festival Stummer Schrei zu einem Theaterstück. Das Stück bildet die Grundlage für den Film. Die Geschichte wird konsequent von der Theaterbühne in die freie Natur und in die Berge verlegt. Regisseur Goiginger, der nach einem Treatment von Mitterer das Drehbuch schrieb, zeigt ausführlich das anstrengende Leben von Elias in den Bergen. Er muss sich eine Hütte bauen, in der er, während die Hütte im Schnee versinkt, den Winter überleben kann. Und er muss sein Essen jagen. Das ist leichter gesagt, als getan. Goiginger findet dafür Bilder, die an Terrence Malicks Naturverklärung erinnern.

In Rückblenden erzählt Goiginger dann, wie Elias zur Entscheidung kommt, ab 1968 sein Leben in dieser Hütte abseits der anderen Menschen und den Zwängen der Gesellschaft zu führen. In einer finalen, den zweiten Akt beendenden Konfrontation mit seinem Vater verzichtet Elias auf den Hof, das damit verbundene erkleckliche Erbe und den Einfluss im Tal. In dem Moment wissen und verstehen wir, warum Elias sein erimitäres Leben wählte.

Dieser, aus dem ersten und zweiten Akt bestehende Teil des Films ist überaus gelungen.

Der dritte, Jahrzehnte später spielende Akt ist dann nur noch ein überflüssiger Nachschlag, in dem Elias sich mit dem Krankenhaus, seiner Krankheit und seiner Familie arrangieren muss. In dem Moment besteht sie aus seiner Mutter, die ihn als Kind mit Lesestoff versorgte und immer wieder vor dem Vater beschützte, und seiner Schwester. Elias steht jetzt nicht mehr vor der Frage, wie er Leben möchte, sondern wie sein Leben war. Johannes Krisch, der den älteren Elias spielt, darf hier groß aufspielen. Ohne diesen Szenen hätte Krisch, seit 1989 Mitglied des Wiener Burgtheaters, nur einen kurzen Auftritt. Der jüngere Elias wird von Jakob Mader in seiner ersten nennenswerten Filmrolle gespielt und er trägt den insgesamt sehenswerten Film.

Märzengrund (Österreich/Deutschland 2022)

Regie: Adrian Goiginger

Drehbuch: Adrian Goiginger, Felix Mitterer (Co-Autor)

mit Jakob Mader, Johannes Krisch, Gerti Drassl, Harald Windisch, Verena Altenberger, Iris Unterberger, Carmen Gratl

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Märzengrund“

Moviepilot über „Märzengrund“

Wikipedia über „Märzengrund“

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ (Österreich/Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 26. August: Das fliegende Auge

August 25, 2022

ZDFneo, 21.35

Das fliegende Auge (Blue Thunder, USA 1982)

Regie: John Badham

Drehbuch: Dan O’Bannon, Don Jakoby

Los Angeles: Als ein Hubschrauberpilot entdeckt, dass der von ihm gesteuerte Wunderhubschrauber (leise und ausgestattet mit der modernsten Technik, um Menschen optisch und akustisch zu überwachen) für die Bekämpfung von vorher provozierten Aufständen eingesetzt wird, entdeckt er sein Gewissen und flüchtet mit dem Hubschrauber. Seine Vorgesetzten findet das gar nicht lustig.

Damals eine Negativ-Utopie, heute ein SF-Klassiker und, in jeder Beziehung, brennend aktuell. Das kann wahrlich nicht über jeden Film gesagt werden.

Mit Roy Scheider, Malcolm McDowell, Warren Oates, Candy Clark, Daniel Stern, Joe Santos

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das fliegende Auge“

Wikipedia über „Das fliegende Auge“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Die Känguru-Verschwörung“ bestätigt die richtige Weltsicht

August 25, 2022

Nach einem gescheiterten romantischen Abendessen im Dunkelrestaurant – Marc-Uwe war etwas unbeholfen und sein Mitbewohner, der ohne eine Einladung dabei war, kommentierte alles süffisant und schaltete im Restaurant das Licht an – hofft Marc-Uwe auf eine zweite Chance bei seiner großen Liebe Maria. Er wettet mit ihr, dass er ihre Mutter aus ihrem verschwörungstheoretischem Wahn wieder in die reale Welt zurückholt. Dabei soll ihm sein Mitbewohner, das Känguru, helfen. Es ist ein echtes Känguru, das bei ihm wohnt, redet, politisiert, klugscheißt und sich durchschnorrt. Die Geschichte ihrer ersten Begegnung wird in „Die Känguru-Chroniken“ erzählt.

Das von Marc-Uwe Kling erfundene Känguru hatte seinen ersten Auftritt 2008 in dem wöchentlichen Podcast „Neues vom Känguru“ beim RBB-Radiosender „Fritz“. Die kurzen Geschichten kamen gut an. Später wurden sie als Bücher veröffentlicht und zu Bestsellern. 2020 kam mit „Die Känguru-Chroniken“ die Verfilmung in die Kinos. Die Komödie war das erste prominenten Opfer der Covid-Pandemie. Denn kurz nach dem erfolgreichen Kinostart schlossen die Kinos. Trotzdem sahen über 800.000 Zuschauer den Film in den Kinos. Er steht auf dem neunten Platz der besucherstärksten Filme des Jahres 2020 in den deutschen Kinos. Da war eine Fortsetzung unvermeidlich. „Die Känguru-Verschwörung“ heißt sie und sie läuft jetzt in den Kinos an.

Wenn der schluffige Kleinkünstler Marc-Uwe die Wette gewinnt, muss Maria ihn zu einem Essen in Paris einladen. Wenn er verliert, muss er Maria und ihrem Sohn seine günstige, große Kreuzberger Mietwohnung überlassen.

Das Känguru kommentiert die Wette durchaus prophetisch mit der rhetorischen Frage: „Bist du wahnsinnig?“

Im folgenden erzählt „Die Känguru-Verschwörung“, wie Marc-Uwe und das Känguru versuchen, Marias Mutter ‚Diesel-Liesel‘ Lisbeth Schlabotnik von ihrem verschwörungstheoretischem Denken abzubringen. Dummerweise ist sie von den verschiedenen Verschwörungstheorien hundertfünfzig Prozent überzeugt und in der Szene der aufstrebende Star. Entsprechend desaströs verläuft für unsere beiden Helden die erste Begegnung mit Diesel-Liesel in Köpenick bei einer Diskussionsveranstaltung über die Klimalüge.

Als nächstes soll sie in Bielefeld auf der „Conspiracy Convention“ vor Adam Krieger, dem großen Star der Szene, auftreten. Das ist für Marc-Uwe und das Känguru die zweite Chance, die Wette zu gewinnen.

Die Story dient Marc-Uwe Kling, der hier neben dem Drehbuch (zusammen mit Jan Cronauer) auch die Regie übernahm, natürlich nur als grober Rahmen für eine enttäuschende Nummernrevue. Die Hauptstory wird immer wieder von Episoden unterbrochen, die mit ihr nichts zu tun haben. Sie bringen sie in keinster Weise voran und könnten ohne einen Verlust aus dem Film herausgeschnitten werden. Das sind ein Kampf mit dem Hauptmann von Köpenick, eine Auseinandersetzung mit einem BVG-Busfahrer, ein Drogentrip und ein Reenactment der Varusschlacht, in das unsere beiden Helden kurz vor Bielefeld hineinstolpern. Die beiden Hauptfiguren variieren teils aus den Känguru-Geschichten altbekannte Gags. Die Witze über Verschwörungstheorien und deren Verfechter sind nicht besonders gelungen. Viel zu oft wiederholen sie nur naheliegende und altbekannte Gags über Verschwörungstheoretiker und ihre abstrusen Theorien. Dazwischen gibt es, an den unpassendsten Stellen, das Alternative-Zitate-Spiel (in dem Zitate verändert oder den falschen Personen zugeordnet werden), und immer wieder, immer in Zeitlupe, Schnick Schnack Schnuck (bzw. Schere, Stein, Papier). Mit diesem Spiel treffen Marc-Uwe und dem Känguru Entscheidungen; wobei Marc-Uwe immer verliert.

Kling führte hier erstmals, durchaus gelungen Regie. Er hat viele Ideen. Er denkt in Filmbildern und es gibt etliche Nebenbei-Gags, die für mich zu den gelungensten Witzen des Films zählen. Allerdings nervt die immergleiche Präsentation von Schnick Schnack Schnuck, das im Film viel zu oft gespielt wird. Die Dialoge sind eher ambitionslos auf dem Niveau einer schlechteren TV-Sketch-Comedy inszeniert. Das Timing ist entsprechend. Und die Schauspieler spielen alle zu ausdruckslos. Das ist zwar angenehmer als ein permanentes Overacting, aber es ist hier einfach zu emotionslos.

Am Ende ist „Die Känguru-Verschwörung“ linksalternatives Wohlfühlkino, das niemanden überfordern oder verunsichern will. Das könnte zum Nachdenken führen.

Zum Filmstart erschien „Der Storyboard-Comic zum Film“. Dafür wurde das Storyboard, also die von Axel Eichhorst vor den Dreharbeiten gezeichnete Visualisierung des Films, die einen genauen Eindruck von dem späteren Film vermittelt, genommen und von Michael Holtschulte (Text), Ralf Marczinczik und Jan Thüring (Layout) für die Buchveröffentlichung bearbeitet. Das jetzt veröffentlichte Storyboard vermittelt einen guten, aber auch eigenständig lesbaren Eindruck von dem Film. Die Zeichnungen wirken immer wie Skizzen, die in erster Linie Anweisungen sind, die den Mitarbeitern am Set die Vision des Regisseurs vermitteln sollen. Die Dialoge und Abläufe sind aus dem Drehbuch und dem Film entnommen.

Die Känguru-Verschwörung (Deutschland 2022)

Regie: Marc-Uwe Kling

Drehbuch: Marc-Uwe Kling, Jan Cronauer

Buch zum Film: Marc-Uwe Kling/Jan Cronauer/Axel Eichhorst: Die Känguru-Verschwörung, 2022

mit Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Petra Kleinert, Michael Ostrowski, Benno Fürmann, Volker Zack, Adnan Maral, Tim Seyfi, Carmen-Maja Antoni, Melanie Straub, Daniel Zillmann, Nils Hohenhövel

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Das Buch zum Film

Marc-Uwe Kling/Jan Cronauer/Axel Eichhorst: Die Känguru-Verschwörung

Ullstein, 2022

296 Seiten

20 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Känguru-Verschwörung“

Moviepilot über „Die Känguru-Verschwörung

Wikipedia über „Die Känguru-Verschwörung“ und über Marc-Uwe Kling

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys Marc-Uwe-Kling-Verfilmung „Die Känguru-Chroniken“ (Deutschland 2020) und der Vorlage(n)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland“ (2017)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland 2.0 – Kikis Geheimnis“ (2020)


TV-Tipp für den 25. August: Jurassic World

August 24, 2022

ZDF, 20.15

Jurassic World (Jurassic World, USA 2015)

Regie: Colin Trevorrow

Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Derek Connolly, Colin Trevorrow

LV: Charaktere von Michael Crichton

Jedes Jahr besuchen Tausende die Insel Isla Nublar, um dort lebendige Dinosaurier zu bestaunen. Eines Tages ergänzen die Urviecher ihren Speiseplan um die Inselbesucher und, nun, drücken wir es mal so aus: die Urlauber erleben einen unvergesslichen Urlaub. Wenn sie ihn überleben.

Unterhaltsamer, an der Kinokasse sehr erfolgreicher Dino-Thriller, der die Geschichte von „Jurassic Park“ weiter erzählt. Die nächsten beiden „Jurassic World“-Filme sind deutlich schlechter und weil der neueste „Jurassic World“-Film „Ein neues Zeitalter“ an der Kinokasse so erfolgreich ist, wird es mit Hollywood-Sicherheit weitere Dinosaurier-Filme geben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Ty Simpkins, Nick Robinson, Vincent D’Onofrio, Judy Greer, BD Wong, Omar Sy, Jake Johnson, Irrfan Khan, Katie McGrath

Hinweise

Moviepilot über „Jurassic World“

Metacritic über „Jurassic World“

Rotten Tomatoes über „Jurassic World“

Wikipedia über „Jurassic World“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „The Book of Henry“ (The Book of Henry, USA 2017)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (Jurassic World: Dominion, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Baltasar Kormakurs „Beast – Jäger ohne Gnade“

August 24, 2022

Dr. Nate Samuels (Idris Elba) will mit seinen beiden Töchtern, der achtzehnjährigen Meredith (Iyana Halley) und der dreizehnjährigen Norah (Leah Jeffries), einige Tage bei seinem alten Freund Martin Battles (Sharlto Copley) in der südafrikanischen Savanne verbringen. Er ist Biologe und Manager eines Wildreservats.

Nate will mit diesem gemeinsamen Urlaub die Beziehung zu seinen Töchtern kitten. Vor allem Meredith wirft ihm immer noch vor, er habe sich zu wenig um ihre vor kurzem nach langer Krankheit verstorbene Mutter gekümmert.

Diese Familientherapie wird schnell zur Nebensache. Denn in der Savanne treffen sie auf einen riesigen Löwen, der auf einem Rachefeldzug ist und dabei alle Menschen, denen er begegnet, tötet.

Baltasar Kormákurs neuer Film „Beast – Jäger ohne Gnade“ ist genau das, was er verspricht: ein mit neunzig Minuten angenehm schlankes Horror-B-Picture, das unerbittlich an der Spannungsschraube dreht. Dazu gibt es einige in Südafrika gedrehte Cinemascope-Landschaftsaufnahmen. Sowieso wurde der gesamte Film vor Ort gedreht. Es gibt eine gute Besetzung. Einen angenehm furchterregendem Löwen (natürlich CGI) und ein straffes Drehbuch, in dem alles, was irgendwann erklärt oder gezeigt wird, später wieder wichtig wird.

Das ist genau der Thriller, den ich von Baltasar Kormákur erwartet habe. Und ich meine das lobend.

Beast – Jäger ohne Gnade (Beast, USA 2022)

Regie: Baltasar Kormákur

Drehbuch: Ryan Engle (nach einer Vorlage von Jaime Primak Sullivan)

mit Idris Elba, Sharlto Copley, Iyana Halley, Leah Jeffries, Martin Munro

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Beast“

Metacritic über „Beast“

Rotten Tomatoes über „Beast“

Wikipedia über „Beast“

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “Contraband” (Contraband, USA 2012)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “2 Guns” (2 Guns, USA 2013)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Everest“ (Everest,USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Der Eid“ (Eidurinn, Island 2016)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Die Farbe des Horizonts“ (Adrift, USA 2018)


TV-Tipp für den 24. August: Terminal

August 23, 2022

Pro7, 20.15

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Donnerstag, 25. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. August: Liebe

August 22, 2022

HR, 00.15

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.

Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.

Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, erkläre ich in meiner ausführlichen Kritik.

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Mein Kurzhinweis auf Michael Hanekes „Die Drehbücher“ (2019)

Michael Haneke in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 22. August: Der Nachtmahr

August 21, 2022

NDR, 23.50

Der Nachtmahr (Deutschland 2015)

Regie: AKIZ (aka Achim Bornhak)

Drehbuch: AKIZ

Auf einer Techno-Party entdeckt die partysüchtige siebzehnjährige Berlinerin Tina im Gebüsch ein missgestaltetes Wesen, das aus einem Alptraum kommen könnte. Dieser Nachtmahr wird ihr ständiger, nur für sie sichtbarer Begleiter und er bringt ihr Leben durcheinander.

TV-Premiere. Eigenständiger deutscher Horrorfilm und Coming-of-Age-Film, gedreht ohne Fördergelder und TV-Sender mit einem Mini-Budget. So konnte AKIZ den Film schnell und ohne Kompromisse drehen. Und das Ergebnis ist ein in jedem Fall sehenswerter und ziemlich einzigartiger Trip.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Carolyn Genzkow, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Sina Tkotsch, Alexander Scheer, Kim Gordon

Hinweise

Filmportal über „Der Nachtmahr“

Moviepilot über „Der Nachtmahr“

Rotten Tomatoes über „Der Nachtmahr“

Wikipedia über Achim Bornhak und über „Der Nachtmahr“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von AKIZ‘ „Der Nachtmahr“ (Deutschland 2015)


TV-Tipp für den 21. August: Widows – Tödliche Witwen

August 20, 2022

Sat.1, 20.15

Widows – Tödliche Witwen (Widows, USA 2018)

Regie: Steve McQueen

Drehbuch: Gillian Flynn, Steve McQueen (basierend auf der gleichnamigen TV-Serie von Lynda La Plante)

Was ihre Männer könne, können Veronica, Linda und Alice auch. Vor allem weil sie tot sind und ihre Witwen Geldprobleme haben. Also ruft Veronica die anderen Witwen zusammen und sie beschließen, den nächsten Einbruch, den ihre Männer geplant hatten, durchzuführen. Mit weiblicher Finesse.

Schnörkellose, top besetzte Genre-Kost von Steve McQueen, der vorher „Hunger“, „Shame“ und „12 Years a Slave“ inszenierte. „Widows – Tödliche Witwen“ ist sein „Inside Man“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, Jackie Weaver, Robert Duvall, Liam Neeson, Brian Tyree Henry, Garrett Dillahunt, Carrie Coon, Jon Bernthal, Manuel Garcia-Rulfo, Lukas Haas

Wiederholung: Montag, 22. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Widows“

Metacritic über „Widows“

Rotten Tomatoes über „Widows“

Wikipedia über „Widows“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Steve McQueens „12 Years a Slave“ (12 Years a Slave, USA 2013)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Widows – Tödliche Witwen“ (Widows, USA 2018)

Meine Besprechung von David Finchers Gillian-Flynn-Verfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl, USA 2014) (Buch- und Filmkritik)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenners Gillian-Flynn-Verfilmung „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ (Dark Places, USA/Frankreich 2015)


TV-Tipp für den 20. August: Sommer vorm Balkon

August 19, 2022

RBB, 23.30

Sommer vorm Balkon (Deutschland 2005)

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Ein Fest für Berliner und Berlin-Freunde: Andreas Dresen verfolgt in seinem wahrscheinlich leichtesten Film die beiden Mittdreißigerinnen Nike und Katrin. Beide sind aus dem Leben gegriffene Charaktere, die ihre alltäglichen Probleme auch mit viel Humor kaum bewältigen können. Dank des liebevoll-melancholisch-humorvollen Tonfalls schwebt ein sehr angenehmer Hauch von Nouvelle Vague durch den skizzenhaften Film. Da fällt die dünne Story kaum auf.

Mit Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Stefanie Schönfeld

Hinweise

Filmportal über „Sommer vorm Balkon“

Wikipedia über „Sommer vorm Balkon“

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Andreas Dresens James-Krüss-Verfilmung „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ (Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich 2022)