Neu im Kino/Filmkritik: Der Berlinale-Gewinner „Auf der Adamant“

September 14, 2023

Die Adamant ist ein Schiff. Es liegt in Paris in der Nähe des Bahnhof Gare de Lyon am rechten Seine-Ufer am Quai de la Rapée und bewegt sich nicht. Denn die Adamant ist seit 2010 eine Tagesklinik für Menschen mit psychischen Störungen. Sie verbringen dort ihre Tage mit verschiedenen Aktivitäten. Sie werden in ihrem Alltag unterstützt. Ihr Leben erhält eine Struktur und sie sollen wieder am normalen Leben teilnehmen können. Bis dahin ist die Adamant für sie ein geschützer, Sicherheit bietender Raum.

Nicolas Philibert beobachtet sie in seinem neuen Film „Auf der Adamant“. Die Dreharbeiten fanden, bis auf wenige Tage Anfang 2022, in mehreren Etappen von Mai bis November 2021 statt. Seine Premiere hatte der Dokumentarfilm im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Er wurde von der Jury mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Bären, ausgezeichnet.

Die Kritiker erklärten sich diese Entscheidung mit der Qualität der anderen Wettbewerbsfilme. Trotzdem war es eine schon damals umstrittene Entscheidung. Denn, kurz gesagt, ist ein Dokumentarfilm kein Spielfilm. Und dann ist „Auf der Adamant“ eine beobachtende Dokumentation. Es wird also auf einen Sprecher verzichtet. Es gibt keine Experten die Hintergrundinformationen über das Projekt vermitteln. Es gibt in diesem Film auch keine Gespräche mit dem großen Betreuungsteam der Adamant. Sie hätten etwas über ihre Arbeit als Therapeut oder Pfleger und ihren Umgang mit den Patienten erzählen können. Diese Perspektive interessiert Philibert nicht. Er konzentriert sich ausschließlich auf die Patienten und was sie ihm während seiner Besuche auf der Adamant über sich erzählen. Aber viel erfahren wir nicht über sie.

„Auf der Adamant“ zeigt über gut zwei Stunden nur einige Menschen, die an einem bestimmten Ort etwas tun und die dabei von der Kamera beobachtet werden. Dieses stumme Beobachten kann zu Erkenntnissen führen. Aber alle Erkenntnisse beschränken sich auf das, was sichtbar ist und worüber die Beobachteten sprechen. Oder, anders gesagt, es ist, als ob man ein Spiel beobachtet und versucht die Regeln des Spiels allein durch Zuschauen zu begreifen. Das funktioniert schon bei Fussball nicht.

Hier beschränkt sich die Erkenntnis darauf, dass die „Verrückten“ gar nicht so verrückt sind. Das liegt teils an den Medikamenten, die sie nehmen. Teils liegt es am Umfeld. Denn die Adamant ist, wie gesagt, ein geschützter Raum. Das liegt auch daran, dass auf der Adamant alle normale Alltagskleidung tragen und damit auf den ersten Blick unklar ist, wer hier zum Personal und wer zur Kundschaft gehört.

Für seinen Film hat Philibert seine über mehrere Monate gemachten Beobachtungen dann so kondensiert, dass der Eindruck entsteht, dass hier eine Woche auf der Adamant geschildert wird. Eine Dramaturgie ist nicht erkennbar. Es reihen sich einfach nur Bilder und folgenlose Begegnungen und Gespräche mit dem Regisseur aneinander. Es wird getanzt, gelacht, gesungen und gegessen. Ein Filmclub präsentiert filmgeschichtlich wichtige Filme, wie Federico Fellinis „Achteinhalb“. Konflikte scheint es nicht zu geben. Dabei ist Philiberts Blick immer vorurteilsfrei und von Sympathie und Interesse getragen. Er be- und verurteilt sie nicht. Aber er fragt auch nicht nach.

Das hat, wie ich aus Gesprächen über den Film erfuhr, einigen schon gereicht. Die meisten Kritiken sind euphorisch. Für mich – ich verbrachte meinen Zivildienst in einer Tagesstätte für Schwerstmehrfachbehinderte – war das zu wenig.

Ich hätte gerne mehr über das Konzept der Einrichtung (die auf den ersten Blick hiesigen Tagesstätten ähnelt), die Finanzierung und wie viele es davon in Frankreich gibt erfahren. Also ob die Adamant als Einrichtung einzigartig ist (der Ort ist sekundär) oder ob in dem Film einfach nur ein inzwischen normales Konzept an einem besonderem Ort gezeigt wird. Mich hätte auch interessiert, wie die Tagesklinik in das Stadtviertel eingebunden ist.

Das wäre, zugegeben, ein anderer Film. Es wäre auch ein infomativerer Film. So hat mich „Auf der Adamant“, in dem ohne jeden Kontext einige psychisch erkrankte Menschen an einem Wohlfühlort gezeigt werden, schnell zu Tode gelangweilt.

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Und jetzt etwas copy&paste aus dem Presseheft. Dort steht über die Adamant:

Sie ist ein „Tageszentrum“ und gehört zum Zentralen Psychiatrischen Verbund der Paris-Gruppe, zu der auch zwei CMPs (Centres Médicaux Psychologiques – Psychologische Medizinische Zentren), ein mobiles Team und zwei Abteilungen des psychiatrischen Krankenhauses Esquirol, das wiederum dem Krankenhauskomplex Saint-Maurice angegliedert ist, angehören.

Es handelt sich also nicht um einen isolierten Ort, denn die miteinander verknüpften Einheiten, aus denen die Gruppe besteht, bilden ein Netzwerk, in dem Patient*innen und Betreuer*innen ständig in Bewegung sind und mittels der verschiedenen Angebote eine für sie passende Lösung finden können.

Die Adamant ist ein schwimmendes Holzgebäude mit einer Fläche von 650 qm und großen Fenstern, die sich zur Seine hin öffnen. Für den Entwurf arbeiteten die Architekten eng mit den Betreuer*innen und den Patient*innen der Einrichtung zusammen. Im Juli 2010 wurde sie eröffnet.

Da die öffentliche psychiatrische Versorgung in Frankreich in Sektoren unterteilt ist, ist die Adamant, wie auch die anderen Aufnahmezentren der Pariser Zentralgruppe, für Patient*innen aus den ersten vier Arrondissements der Hauptstadt vorgesehen.

Manche Patient*innen kommen jeden Tag, andere nur ab und zu, in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen. Sie kommen aus allen Altersgruppen und aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten. Der Tag beginnt mit einem Frühstück für alle Anwesenden. Am Montag findet ein wöchentliches Treffen statt, bei dem Betreuer*innen und Patient*innen zusammenkommen. Jede*r kann Punkte auf die Tagesordnung setzen, die er oder sie besprochen haben möchte, Neuigkeiten werden ausgetauscht, Projekte geplant: ein Theaterbesuch, der bevorstehende Besuch eines Gastes, ein Waldspaziergang, ein Konzert, eine Ausstellung…

Das Betreuungsteam besteht aus Krankenpfleger*innen, Psycholog*innen, Ergotherapeut*innen, einem Psychiater, einem Sekretariat, zwei Krankenhausmitarbeiter*innen und verschiedenen externen Mitarbeiter*innen mit unterschiedlichem Hintergrund. Die Aufgaben des täglichen Lebens werden kontinuierlich begleitet. Alle, sowohl die Patient*innen als auch die Betreuer*innen, sind eingeladen, daran mitzuhelfen, es „gemeinsam zu schaffen“.

Die therapeutische Funktion der Einrichtung betrifft die Gruppe als Ganzes. Jede*r kann sich einbringen, unabhängig von Status, Ausbildung, Platz in der Hierarchie, Persönlichkeit oder Lebensstil. Es wird hier niemanden vor den Kopf stoßen, wenn eine Patientin der Person, die an diesem Tag die Bar leitet – sei es eine Betreuerin, eine Krankenschwester, ein „einfacher“ Praktikant oder ein anderer Patient -, wichtige Dinge anvertraut und dem Psychiater bei der Konsultation am nächsten Tag nicht viel sagt, denn das Team wird einen Weg finden, die verstreuten Informationen miteinander zu verknüpfen.

Es gibt zahlreiche Workshops: Nähen, Musik, Lesen, die Herausgabe einer Zeitung, einen Filmclub, Schreiben, Zeichnen und Malen, Radio, Entspannung, Lederarbeiten, Marmeladenherstellung, kulturelle Ausflüge… Aber die Patient*innen können auch einfach nur kommen, um dort einen Moment zu verbringen, einen Kaffee zu trinken, sich willkommen und unterstützt zu fühlen und sich von der Atmosphäre des Ortes einfangen zu lassen. Die angebotenen Workshops erfüllen keinen Selbstzweck, sie sind vielmehr eine Einladung, sich nicht zu Hause einzuschließen, sondern sich wieder mit der Welt zu verbinden und die Beziehung zu ihr neu zu gestalten.

Das alles hätte ich gerne aus dem Film und nicht aus dem Presseheft erfahren.

Auf der Adamant (Sur l’Adamant, Frankreich/Japan 2022)

Regie: Nicolas Philibert, Linda De Zitter (Mitwirkung)

Drehbuch: Nicolas Philibert

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film

Moviepilot über „Auf der Adamant“

AlloCiné über „Auf der Adamant“

Metacritic über „Auf der Adamant“

Rotten Tomatoes über „Auf der Adamant“

Wikipedia über „Auf der Adamant“ (deutsch, englisch, französisch)

Berlinale über „Auf der Adamant“


TV-Tipp für den 14. September: Die Verachtung

September 13, 2023

RBB, 23.30

Die Verachtung (Le Mépris, Frankreich/Italien 1963)

Regie: Jean-Luc Godard

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Alberto Morovia: Il Desprezzo, 1954 (Die Verachtung)

Drehbuchautor Paul soll das Drehbuch für einen Film über die Abenteuer von Odysseus auf der Insel Capri schreiben. Dort sind, neben Paul, seine wunderschöne Frau, der Produzent, der ein Auge auf Pauls Frau Camille geworfen hat, und der Regisseur. Camille, die an Pauls Liebe zweifelt, beginnt ihn zunehmend zu verachten.

Godards anspielungs- und zitatenreiche Satire auf das Filmbusiness, gedreht mit viel Geld, Brigitte Bardot und Fritz Lang als Regisseur.

mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Fritz Lang, Georgia Moll, Jean-Luc Godard, Raoul Coutard

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Verachtung“

Wikipedia über „Die Verachtung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Meine Besprechung von Bert Rebhandls „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ (2020)

Mein Nachruf auf Jean-Luc Godard

Jean-Luc Godard und Fritz Lang in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. September: Jack Ryan: Shadow Recruit

September 12, 2023

Am Donnerstag startet Kenneth Branaghs neuer Hercule-Poirot-Film „A Haunting in Venice“. Davor spielte er Kommissar Wallander, inszenierte einen Jack-Ryan-Film (siehe unten), einen Thor-Superheldenfilm und, vor langer, langer Zeit, viele Shakespeare-Stücke.

Kabel Eins, 20.15

Jack Ryan: Shadow Recruit (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA/Russland 2013)

Regie: Kenneth Branagh

Drehbuch: Adam Cozad, David Koepp

LV: Charakter von Tom Clancy

CIA-Analytiker Jack Ryan (Chris Pine) soll in Moskau den Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) überprüfen. Blöderweise ist Cherevin ein ganz böser Schurke, der einen perfiden Plan hat, um die USA wirtschaftlich zu zerstören. Jack Ryan versucht das zu verhindern.

Okayer, ideologisch sehr altmodischer Actionthriller. Kenneth Branagh erzählt die Geschichte flott, konzentriert sich auf die Schauspieler, die Dialoge und altmodische Agentenspielereien.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Chris Pine, Kevin Costner, Kenneth Branagh, Keira Knightley, Peter Andersson, David Paymer, Colm Feore, Lenn Kudrjawizki, Alec Utgoff

Wiederholung: Montag, 18. September, 22.55 Uhr (davor und danach zeigt Kabel Eins den Actionthriller „Projeckt: Peacemaker“)

Hinweise

Moviepilot über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Metacritic über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Rotten Tomatoes über „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Wikipedia über „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (deutsch, englisch)

Homepage von Tom Clancy

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Jack Ryan: Shadow Recruit“ (Jack Ryan: Shadow Recruit, USA 2013)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Cinderella“ (Cinderella, USA 2015)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, USA/Großbritannien 2022)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs „Belfast“ (Belfast, USA 2021)


TV-Tipp für den 12. September: Appaloosa

September 11, 2023

Tele 5, 20.15

Appaloosa (Appaloosa, USA 2008)

Regie: Ed Harris

Drehbuch: Robert Knott, Ed Harris

LV: Robert B. Parker: Appaloosa, 2005 (Appaloosa)

Die Gesetzeshüter Virgil Cole und Everett Hitch sollen in Appaloosa für Recht und Ordnung sorgen. Dort terrorisiert Farmer Bragg die Einwohner. Er hat auch den vorherigen Marshall erschossen.

Gelungene, werkgetreue Verfilmung eines Westerns von Robert B. Parker, dem Autor der Spenser- und Jesse-Stone-Kriminalromane, der seine bekannten Themen von Freundschaft, Loyalität, Recht und Gesetz in einem anderen Setting ausprobiert.

„Appaloosa“ erhielt beim Boston Film Festival den Preis für den besten Film und das beste Drehbuch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Romans.

mit Ed Harris, Viggo Mortensen, Renée Zellweger, Jeremy Irons, Lance Henriksen

Wiederholung: Mittwoch, 13. September, 02.15 Uhr (Taggenau!)

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 Der Roman

Robert B. Parker: Appaloosa

(übersetzt von Emanuel Bergmann)

Europa Verlag AG Zürich, 2012

208 Seiten

22 Euro

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Hinweise

Rotten Tomatoes über „Appaloosa“

Wikipedia über „Appaloosa“ (deutsch, englisch) Robert B. Parker (deutsch, englisch) und Spenser

Homepage von Robert B. Parker

Thrilling Detective über Spenser

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Wildnis“ (Wilderness, 1979)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Das dunkle Paradies” (Night Passage, 1997)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Miese Geschäfte“ (Bad Business, 2004)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Appaloosa“ (Appaloosa, 2005) (Übersetzung)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Mord im Showbiz“ (High Profile, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Resolution“ (Resolution, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der Killer kehrt zurück“ (Stranger in Paradise, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Raues Wetter – Ein Auftrag für Spenser“ (Rough Weather, 2008)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Brimstone“ (Brimstone, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Bitteres Ende” (The Professional, 2009)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 11. September: Verschwörung

September 10, 2023

ZDF, 22.15

Verschwörung (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)

Regie: Fede Alvarez

Drehbuch: Fede Alvarez, Jay Basu, Steven Knight

LV: David Lagercrantz: Det some ine dödar oss, 2015 (Verschwörung)

Ein Wissenschaftler mit Gewissenkonflikten bittet Lisbeth Salander, die Super-Hackerin mit edler Gesinnung und Problemen im zwischenmenschlichen Umgang, die von ihm geschriene Software Firefall zu stehlen. Mit ihr können alle Nuklearwaffen gesteuert werden.

Weil noch etliche Menschen mit weniger edler Gesinnung das Programm haben wollen, ist für reichlich Action gesorgt.

Da hat Lisbeths Journalisten-Freund Mikael Blomkvist kaum Zeit zum Kaffee trinken.

Verfilmung von David Lagercrantz‘ Fortsetzung der Romane von Stieg Larsson. Die Romanstory wurde zugunsten des Thrillerplots verbessert. Der Rest ist Nordic-Noir as usual. Und man muss die Romane von Larsson und die vielen Verfilmungen nicht kennen. .

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Claire Foy, Sverrir Gudnason, Sylvia Hoeks, Lakeith Stanfield, Claes Bang, Stephen Merchant, Christopher Convery, Vicky Krieps, Cameron Britton, Synnøve Macody Lund, Mikael Persbrandt

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Die Vorlage (hier mit dem Filmcover)

David Lagercrantz: Verschwörung

(übersetzt von Ursel Allenstein)

Heyne, 2018

608 Seiten

12 Euro

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Gebundene Ausgabe

Heyne, 2015

–

Originaltitel

Det some ine dödar oss

Norstedts, Stockholm, 2015

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Hinweise

Moviepilot über „Verschwörung“

Metacritic über „Verschwörung“

Rotten Tomatoes über „Verschwörung“

Wikipedia über „Verschwörung“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verblendung“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Verdammnis“ (Buch und Film)

Meine Besprechung von Stieg Larssons „Vergebung“ (Buch und Film)

Homepage von Stieg Larsson

Heyne über Stieg Larsson

Krimi-Couch über Stieg Larsson

Wikipedia über Stieg Larsson (deutsch, englisch)

Stieg Larsson in der Kriminalakte

Meine Besprechung der Stieg-Larsson-Parodie „Verarschung“ (The Girl with the Sturgeon Tattoo, 2011) von Lars Arffssen

Meine Besprechung von Dan Burstein/Arne de Keijzer/John-Henri Holmbergs “Die Welt der Lisbeth Salander” (The Tattooed Girl, 2011)

Meine Besprechung von David Finchers Stieg-Larsson-Verfilmung “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von Denise Mina (Autor)/Leonardo Manco/Andrea Mutti (Zeichner) „Stieg Larsson – Millennium: Verblendung – Band 1“ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book One, 2012 )

Meine Besprechung von Denise Mina/Leanardo Manco/Andrea Muttis “Stieg Larsson- Millennium: Verblendung – Band 2″ (The Girl with the Dragoon Tattoo – Book Two, 2013)

 Meine Besprechung von Denise Mina/Leonardo Manco/Andrea Mutti/Antonio Fusos “Stieg Larsson – Millennium: Verdammnis – Band 1” (The Girl who played with Fire – Book One, 2014)

Meine Besprechung von David Lagercrantz‘ „Verschwörung“ (Det some ine dödar oss, 2015)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Don’t Breathe“ (Don’t Breathe, USA 2016)

Meine Besprechung von Fede Alvarez‘ „Verschwörung“ (The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story, USA 2018)


TV-Tipp für den 10. September: The Nice Guys

September 9, 2023

Sat.1, 22.35

The Nice Guys – Nett war gestern! (The Nice Guys, USA 2016)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Shane Black, Anthony Bagarozzi

Buch zum Film: Charles Ardai: The Nice Guys, 2016

Los Angeles in den Siebzigern: Nach einem etwas ruppigen Start arbeiten Privatdetektiv Holland March (Ryan Gosling) und Schläger Jackson Healy (Russell Crowe) zusammen. Sie wollen herausfinden, was der Tod eines Pornostars mit einer vermissten jungen Frau und einem labyrinthischen politischen Ränkespielen zu tun haben.

Wundervoll-kurzweiliger Mix aus Buddymovie und Privatdetektivkrimi und eine witzige Liebeserklärung an das Genre. Kultig.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Keith David, Yaya DaCosta, Beau Knapp, Kim Basinger, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard

Wiederholung: Montag, 11. September, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The Nice Guys“

Metacritic über „The Nice Guys“

Rotten Tomatoes über „The Nice Guys“

Wikipedia über „The Nice Guys“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Shane Blacks „Iron Man 3“ (Iron Man, USA 2013)

Meine Besprechung von Shane Blacks „The Nice Guys“ (The Nice Guys, USA 2016) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Shane Blacks „Predator – Upgrade“ (The Predator, USA 2018)


TV-Tipp für den 9. September: Außer Atem

September 8, 2023

RBB, 23.30

Außer Atem (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Regie: Jean-Luc Godard

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: À bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung des Films.

mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville, Henri-Jacques Huet, Van Dode, Jean-Luc Godard, Roger Hanin

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Außer Atem“

Wikipedia über „Außer Atem“ (deutsch, englisch, französisch) und über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

Filmzentrale mit mehreren Besprechungen über „Außer Atem“: Behrens, Kreimeier, Richter

Die Zeit (Katja Nicodemus) redet mit Jean-Luc Godard: „Kino heißt streiten“ (November 2007)

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag (3. Dezember 2010)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Meine Besprechung von Bert Rebhandls „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ (2020)

Mein Nachruf auf Jean-Luc Godard

Jean-Luc Godard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 8. September: James Bond 007: GoldenEye

September 7, 2023

Pro7, 20.15

James Bond 007: GoldenEye (GoldenEye, Großbritannien 1995)

Regie: Martin Campbell

Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)

General Ourumov (Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.

Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.

Thriller-Autor John Gardner (u. a. schrieb er einen Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.

Anschließend, um 23.00 Uhr,  zeigt Pro7 die neue Doku „Die James Bond Story“ (Deutschland 2023) und um 00.15 Uhr hat Timothy Dalton die „Lizenz zum Töten“.

mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M nennt sie 007 ein „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen

Hinweise

Rotten Tomatoes über „GoldenEye“

Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie “Am Rande der Finsternis” (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für “Auftrag Mord”)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Campbells „The Foreigner“ (The Foreigner, Großbritannien/China 2017) (mit Jackie Chan und Pierce Brosnan)

zu James-Bond-Romanen

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

zu James-Bond-Filmen

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

zu anderem James-Bond-Zeug

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Jazzfieber“ in Deutschland – damals und heute

September 7, 2023

Das war keine schnelle Geburt. 2011 begann Reinhard Kungel mit den Dreharbeiten für seinen Dokumentarfilm über die Geschichte des Jazz in Deutschland. Wolfram Knauer, der überaus sympathische und kundige Leiter des Jazzinstitut Darmstadt, hatte ihm gesagt, dass es bislang keinen Film darüber gebe. Kungel ahnte damals nicht, wie lang und beschwerlich der Weg würde. Jetzt, nach zwölf Jahren, startet seine Doku „Jazzfieber“ in den Kinos.

Die ersten Aufnahmen für die Doku entstanden bei einem Konzert der SWR Big Band mit Paul Kuhn (1928 – 2013), Max Greger (1926 – 2015) und Hugo Strasser (1922 – 2016). Damals entstanden auch Backstage-Aufnahmen und einige der damals entstandenen Interviews dürften auch ihren Weg in den Film gefunden haben. Dieses Konzert und die Interviews mit den bei Älteren bekannten und beliebten Tanz- und Unterhaltungsmusikern Paul Kuhn, Max Greger und Hugo Strasser, die aus ihrem Leben erzählen, bilden eine Klammer zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Gegenwart wird unter anderem von Jakob Bänsch, Alma Naidu, Caris Hermes, Mareike Wiening und Niklas Roever verkörpert. Im Tourbus sitzend sehen die fünf jungen Jazzmusiker sich auf einem Tablet das Konzert, die Interviews und aus den Fernseharchiven ausgegrabene TV-Mitschnitte aus den fünfziger und sechziger Jahren an und kommentieren diesen ihnen unbekannten Teil der Jazzgeschichte.

Die historischen Aufnahmen und Ausschnitte aus den Interviews ordnet Kungel dann chronologisch an. Es beginnt in den zwanziger Jahren, als der Jazz auch in Deutschland eine populäre Tanzmusik war. Während der Nazi-Zeit war er verboten. Das Schild „Swing tanzen verboten“ erlangte traurige Berühmtheit. Trotzdem wurde Swing getanzt und im deutschen Radio lief auch Jazz. Jedenfalls in dem Programm, das im Ausland gehört werden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es weiter. Kuhn, Strasser und Greger wurden mit ihren Ensembles weithin bekannte Musiker, die das weite Feld zwischen Jazz, Tanz- und Unterhaltungsmusik beackerten. Ihre Fernsehauftritte steigerten ihre Popularität.

In den Interviews erzählen sie und ihre gleichaltrigen, ebenfalls verstorbenen Kollegen, wie Coco Schumann (ausführlicher, aber immer noch viel zu kurz), Peter Thomas und Rolf Kühn, aus ihrem Leben während des Kriegs und der Nachkriegsjahre.

Kungel erzählt das alles in neunzig Minuten formal konventionell, sehr dicht, informativ und, aufgrund seiner Interviewpartner, ihren unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen, facettenreich. Dabei sind die Statements der alten Jazzmusiker, die historischen Aufnahmen und der damit verbundene Rückblick auf die Zeit zwischen den Zwanzigern und Fünfzigern interessanter als die Statements der jungen Jazzmusiker. Sie müssen auch mehr über die Musik der Nachkriegsjazzer und Tanzmusiker als über ihre eigene Musik reden.

Wenn Kungel am Ende kurz auf den Freejazz, noch kürzer auf die Entwicklungen im deutschen Jazz ab den sechziger Jahren und den Jazz in der DDR eingeht, kommen wir zum schlechtesten Teil des Dokumentarfilms. Während er sich vorher Zeit ließ und mit historischen Aufnahmen und aktuellen Interviews in die Tiefe ging, fehlt genau das jetzt. Der Freejazz wird, wie schon vor sechzig Jahren, auf atonalen Krach reduziert. Alles was danach kam, findet überhaupt nicht mehr statt.

In einem zweiten und dritten Film – der DDR-Jazz sollte unbedingt, auch wegen der Geschichte seiner Förderung durch den Staat, einen eigenen Film bekommen – kann und sollte das korrigiert werden.

Bis dahin gibt es eine sehenswerte Doku über den (bundes)deutschen Jazz von den zwanziger bis in die sechziger Jahre, als Freejazz und Jazzrock ein neues Publikum eroberten.

Jazzfieber (Deutschland 2023)

Regie: Reinhard Kungel

Drehbuch: Reinhard Kungel

mit Peter Baumeister, Hugo Strasser, Max Greger, Klaus Doldinger, Rolf Kühn, Coco Schumann, Peter Thomas, Paul Kuhn, Karlheinz Drechsel, Tizian Jost, Niklas Roever, Hannah Weiss, Caris Hermes, Jakob Bänsch, Alma Naidu, Mareike Wiening

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Jazzfieber“

Moviepilot über „Jazzfieber“

Wikipedia über Jazz in Deutschland


TV-Tipp für den 7. September: Tschick

September 6, 2023

BR, 22.45

Tschick (Deutschland 2016)

Regie: Fatih Akin

Drehbuch: Lars Hubrich, Hark Bohm (Koautor)

LV: Wolfgang Herrndorf: Tschick, 2010

In den Sommerferien langweilt sich der 14-jährige Maik in Berlin-Marzahn allein im elterlichen Haus. Da schlägt ihm sein neuer Klassenkamerad Tschick, ein russischer Spätaussiedler, vor, gemeinsam im geklauten Lada in die Walachai zu fahren. Doch zuerst geht die reichlich planlose Fahrt durch die benachbarten Bundesländer.

Gelungene Verfilmung eines Bestsellers.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tristan Göbel, Anan Batbileg, Mercedes Müller, Anja Schneider, Uwe Bohm, Udo Samel, Claudia Geisler-Bading, Alexander Scheer, Marc Hosemann, Friederike Kempter

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Die Vorlage

zum Filmstart erschien der Roman mit einem neuen Cover und einem Anhang zum Film. Auf 18 Seiten gibt es Bilder, Statements von Fatih Akin und Michael Töteberg schreibt über Wolfgang Herrndorf im Kino.

Wolfgang Herrndorf: Tschick

rororo, 2016

272 Seiten

9,99 Euro

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Das Drehbuch

selten, sehr selten wird auch das Drehbuch veröffentlicht. In diesem Fall sogar mit einem kurzen, aber informativen Interview mit Fatih Akin

Lars Hubrich: Tschick – Das Drehbuch

Rowohlt E-Book

60 Seiten (Verlagsangabe, mein E-Book-Reader sagt 112 Seiten und den Rest regelt das individuelle Größenbedürfnis)

2,99 Euro

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Tschick“

Moviepilot über „Tschick“

Wikipedia über „Tschick“

Perlentaucher über Wolfgang Herrndorf und „Tschick“

Meine Besprechung von Fatih Akins „Müll im Garten Eden“ (Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Fatih Akins „The Cut“ (Deutschland/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Tschick“ (Deutschland 2016)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Aus dem Nichts“ (Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Fatih Akins „Rheingold“ (Deutschland 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: „Enkel für Fortgeschrittene“, jetzt im Schülerladen

September 6, 2023

Im Film ist seit den Ereignissen von „Enkel für Anfänger“ ein Jahr vergangen. In der Realität lief der Film bereits vor drei Jahren im Kino. Damals verbrachten die rüstigen Rentner Karin (Maren Kroymann), Gerhard (Heiner Lauterbach), Philippa (Barbara Sukowa) und Karins Mann Harald (Günther Maria Halmer) ihre Zeit, mehr oder weniger freiwillig, als Leihoma und -opa für fremde Kinder. Das unterhielt im Kino durchaus kurzweilig in seiner humorvollen Mischung aus vorhersehbarer Geschichte, oberflächlicher Behandlung wichtiger Themen und Feelgood-Humor.

Die große Entdeckung im Ensemble war Barbara Sukowa. Bislang war sie für ihre ernsten Rollen in Fassbinder-Filmen und als Rosa Luxemburg und Hannah Arendt bekannt. Hier spielt sie eine freigeistige, in einer Kommune in einem Bauwagen lebende Hippie-Oma, die für jeden Unfug zu haben ist und die Verantwortung ausschließlich als Ignorieren von Regeln versteht. Sie war kindischer als die Kinder.

Inzwischen lebt sie bei ihrer Tochter Annika (Marie Burchard). Annika betreibt in Essen einen Schülerladen, dessen Existenz bedroht ist. Aufgrund ihrer Schwangerschaft verdonnert ihr Arzt sie zu absoluter Bettruhe. Aufregung soll sie auch vermeiden. Einen Ersatz-Chef für ihren Schülerladen findet sie nicht. Da bietet Philippa ihr an, dass sie den Laden für einige Tage führen wird.

Kurz darauf sind Philippa, Karin, die einige Tage früher als geplant aus ihrem Neuseeland-Sabbatical zurückkam und ihren Mann mit ihrer Nachbarin in einem etwas zu vertrautem Umgang erwischte, und der schwule, pedantische Internist Gerhard, der gerade einen Kleinkrieg mit seinem Zeitungszusteller über die Pünktlichkeit der Zustellung austrägt, im Schülerladen verantwortlich für die Aufsicht und Förderung der Jugendlichen, die ihre Nachmittage in dem Schülerladen verbringen müssen, weil sie sonst nirgends hinkönnen.

Dieses Zusammentreffen der Generationen, Lebensansichten und Mentalitäten sorgt natürlich für einige witzige Szenen. Auch der Kleinkrieg zwischen Gerhard und dem Zeitungszusteller Aydin (Ercan Durmaz), dessen Nichte ebenfalls im Schülerladen ist und der ebenfalls schwul ist, amüsiert.

Amüsant ist auch, immerhin will ich nicht einfach meine Besprechung von „Enkel für Anfänger“ kopieren, die perfekte Beschreibung für „Enkel für Fortgeschrittene“. Denn anstatt die angesprochenen Probleme zu vertiefen, bewegt sich die gesamte Geschichte in den sattsam bekannten Bahnen eines harmoniesüchtigen Wohlfühl-Films für die gesamte Familie, der niemand verletzten will. Entsprechend absehbar sind die Verwicklungen und die Witze.

Aber dank des lustvoll aufspielenden Ensembles ist „Enkel für Fortgeschrittene“ eine unterhaltsame, nicht weiter aufregende Komödie, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat. Und, ja, wem „Enkel für Anfänger“ gefallen hat, dem wird die Fortsetzungswiederholung „Enkel für Fortgeschrittene“ gefallen.

Enkel für Fortgeschrittene (Deutschland 2023)

Regie: Wolfgang Groos

Drehbuch: Robert Löhr

mit Maren Kroymann, Heiner Lauterbach, Barbara Sukowa, Günther Maria Halmer, Ercan Durmaz, Marie Burchard, Johannes Allmayer, Bruno Grüner, Kayra Efe, Imogen Kogge

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

–

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Enkel für Fortgeschrittene“

Moviepilot über „Enkel für Fortgeschrittene“

Meine Besprechung von Wolfgang Groos‘ „Kalte Füße“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Wolfgang Groos‘ „Enkel für Anfänger“ (Deutschland 2020)


TV-Tipp für den 6. September: Blutsauger

September 5, 2023

Arte, 22.40

Blutsauger (Deutschland 2021)

Regie: Julian Radlmaier

Drehbuch: Julian Radlmaier

1928: ein in der Sowjetunion in Ungnade gefallener Schauspieler strandet auf seinem Weg nach Hollywood in einem Kurort an der Ostsee. Dort trifft er eine vermögende Erbin und Blutsaugerin, die mit ihm beginnt einen Vampirfilm zu drehen.

TV-Premiere. Vampire, Marxismus, Kapitalismus-Kritik, filmische Anspielungen, Anachronismen und gewollt trockene Diskurse. Eine nicht wirklich überzeugende Komödie, die nichts mit dem üblichen deutschen Komödien-Klamauk zu tun hat. 

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler, Daniel Hoesl, Mareike Beykirch, Kyung-Taek Lie, Darja Lewin Chalem

–

Wer die Dialoge nachlesen will: Das Buch zum Film

Julian Radlmaier/Jan Bachmann: Blutsauger

August Verlag, 2022

256 Seiten

25 Euro

–

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Blutsauger“

Moviepilot über „Blutsauger“

Wikipedia über Julian Radlmaier

Meine Besprechung von Julian Radlmaiers „Blutsauger“ (Deutschland 2021) (und des Buchs zum Film)


TV-Tipp für den 5. September: Children of Men

September 4, 2023

Tele 5, 20.15

Children of Men (Children of Men, USA 2006)

Regie: Alfonso Cuarón

Drehbuch: Alfonso Cuarón, Timothy J. Sexton, David Arata, Mark Fergus, Hawk Ostby

LV: P. D. James: The Children of Men, 1992 (Im Land der leeren Häuser)

2027: Seit 18 Jahren wurde weltweit kein Kind mehr geboren. Großbritannien ist ein Polizeistaat und eigentlich geht alles vor die Hunde. Da wird der desillusionierte Weltverbesserer Theo von einer Untergrundorganisation entführt. Er soll eine junge, schwangere Frau aus London in eine irgendwo außerhalb Englands liegende sichere Zone bringen. Denn das Baby darf nicht in die Hände der Regierung fallen. Auf ihrer Reise muss Theo schnell feststellen, dass er niemand vertrauen kann.

Verfilmung des S-F-Romans von P. D. James. Für den Film spricht die Darstellerriege, die Kameraarbeit (Cuarón schneidet auch in Action-Szenen extrem selten, teilweise überhaupt nicht). Gegen den Film spricht die 08/15-Story, dass diese Negativutopie ein einziges Patchwork verschiedenster, sich letztendlich wiedersprechender Negativutopien ist und dass „Children of Men“ im Gegensatz zu den großen Negativutopien deshalb eskapistisches Kino ist.

Mit Clive Owen, Julianne Moore, Chiwetel Ejiofor, Michael Caine, Danny Huston, Charlie Hunnam

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Children of Men“

Wikipedia über „Children of Men“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alfonso Cuarón „Gravity“ (Gravity, USA/GB 2013)


TV-Tipp für den 4. September: Brainwashed – Sexismus im Kino

September 3, 2023

Arte, 22.10

Brainwashed – Sexismus im Kino (Brainwashed: Sex-Camera-Power, USA 2022)

Regie: Nina Menkes

Drehbuch: Nina Menkes

TV-Premiere einer spielfilmlangen, auch auf der Berlinale gezeigten Doku, die anhand von über 175 Filmausschnitten und Interviews in ungefähr 105 Minuten eine Geschichte der Frauenfeindlichkeit und des Sexismus im Hollywood-Film erzählt.

Hinweise

Arte über die Doku

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Brainwashed – Sexismus im Kino“

Wikipedia über „Brainwashed – Sexismus im Kino“ (deutsch, englisch)


(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: Über David Lynchs „Twin Peaks – Fire walk with me“

September 3, 2023

Wenn am kommenden Dienstag, den 5. September, im Rahmen der uneingeschränkt lobenswerten monatlichen „Best of Cinema“-Reihe, die Filmklassiker zurück in die Kinos bringt, David Lynchs „Twin Peaks – Fire walk with me“ wieder für mindestens einen Tag (kann ja sein, dass einige Kinos den Film länger zeigen) in die Kinos kommt, werden ältere Semester sich an den weltweiten Hype um „Twin Peaks“ erinnern. David Lynch war damals mit „Blue Velvet“ und „Wild at Heart – Die Geschicht von Sailor und Lula“ everbody’s darling. Aber anstatt seinen nächsten Kinofilm zu drehen, machte er Fernsehen – und revolutionierte es. Er und Autor Mark Frost erfanden einen Kosmos bizarrer Ereignisse und Figuren, in denen Realität und Traum sich konstant vermischen und es mehr Merkwürdigkeiten und Rätsel als Erklärungen und Lösungen gab. Zusammengehalten wird diese Welt zunächst, obwohl Frost und Lynch kein besonderes Interesse an der Antwort hatten, von der Frage, wer Laura Palmer ermordete.

Als die Frage auf Wunsch der Produzenten mitten in der zweiten Staffel eindeutig beantwortet wurde, erlosch auch das Zuschauerinteresse an der TV-Serie. Nach zwei Staffeln wurde sie eingestellt. 2017 folgte eine dritte Staffel. Dieses Mal schrieben Frost und Lynch alle Drehbücher und Lynch inszenierte alle Folgen. Sie hatte nicht den popkulturellen Einfluss der ersten beiden Staffeln, die in den USA 1990 und 1991 gezeigt wurden. In Deutschland liefen sie erstmals 1991/92.

Nachdem alle wussten, wer Laura Palmer ermordete, beantwortete David Lynch in dem danach entstandenem Spielfilm, wie es zu dem Mord an Laura Palmer kam. Er erzählt die letzte Woche im Leben der siebzehnjährigen Schülerin zwischen verschiedenen Liebschaften, Sex, Drogenkonsum und der letztendlich ihr Leben und ihre Gefühle bestimmenden Haßliebe zu ihrem Vater Leland Palmer. Er vergewaltigt sie seit längerem. Laura sieht ihn dann als Bob, eine bösen Dämon. Er ermordet sie.

„Twin Peaks – Fire walk with me“ (ursprünglich „Twin Peaks – Der Film“) ist ein Prequel, das für Menschen, die die Serie nicht kennen, wahrscheinlich noch rätselhafter ist als für Menschen, die die Serie kennen. Denn Lynch setzt einfach voraus, dass die Figuren, ihre Beziehungen zueinander und die Handlungsorte bekannt sind.

Die damalige Kritik verriss den Film. Das Publikum blieb fern. Über die Jahre änderte sich der Ruf des Films. Inzwischen wird er in mehreren Bestenlisten erwähnt und als Meisterwerk gepriesen.

Trotzdem ist „Twin Peaks – Fire walk with me“ nur ein überflüssiger Nachklapp zur TV-Serie ist. Die Bilder sind TV-Bilder. Die oft endlos langen, sparsam geschnittenen Szenen wirken wie Überbleibsel aus der TV-Serie, die einfach neu zusammengesetzt wurden. Und wie das bei ‚geschnittenen Szenen‘ ist, sind sie vielleicht aus dem einen oder anderen Grund interessant, aber zum Verständnis der gesamten Geschichte, was in diesem Fall die TV-Serie ist, unwichtig. Außerdem bleibt eine Zusammenstellung ‚geschnittener Szenen‘ immer eine Ansammlung mehr oder weniger zusammenpassender Szenen, die als einzelne Szenen durchaus gelungen sind, aber insgesamt nicht überzeugen. So besteht „Twin Peaks -Fire walk with me“ aus einem langen Prolog, der mit Laura Palmers letzten Tagen eigentlich nichts zu tun hat, und ihren letzten Tage, die eine Ansammlung von Bildern aus der Hölle eines Teenagerlebens in einer weißen US-Kleinstadt sind. Die erste halbe Stunde spielt ein Jahr vor dem Tod von Laura Palmer. In diesem Prolog erzählt Lynch, wie zwei FBI-Agenten (Chris Isaak, Kiefer Sutherland) in der Kleinstadt Deer Meadow den Mord an der jungen Prostituierten Teresa Banks aufklären sollen. Äußerst lynchesk folgt er dabei den normalen Ermittlungsschritten einer polizeilichen Ermittlung. Der Prolog endet mit dem spurlosen Verschwinden der beiden Ermittler. Danach erklingt zum ersten Mal Angelo Badalamentis legendäre „Twin Peaks“-Melodie, Laura Palmer taucht auf und aus der Comedy wird ein düsterer Noir über eine junge Frau, die seit Jahren von ihrem Vater sexuell missbraucht wird.

„Twin Peaks – Fire walk with me“ ist definitiv nicht Lynchs bester Film. Dafür ist er zu sehr und zu offensichtlich nur der Versuch, mit der Marke „Twin Peaks“ Geld zu machen.

Twin Peaks – Fire walk with me (Twin Peaks: Fire walk with me, USA 1992)

Regie: David Lynch

Drehbuch: David Lynch, Robert Engels

mit Sheryl Lee, Ray Wise, Frank Silva, Moira Kelly, James Marshall, Kyle MacLachlan, Mädchen Amick, Dana Ashbrook, David Bowie, Heather Graham, Chris Isaak, David Lynch, Jürgen Prochnow, Harry Dean Stanton, Kiefer Sutherland, Pamela Gidley, Grace Zabriskie, Miguel Ferrer, Al Strobel, Peggy Lipton

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

ursprünglicher Kinotitel: Twin Peaks – Der Film

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Twin Peaks – Fire walk with me“

Metacritc über „Twin Peaks – Fire walk with me“

Rotten Tomatoes über „Twin Peaks – Fire walk with me“

Wikipedia über „Twin Peaks – Fire walk with me“ (deutsch, englisch)

Homepage von David Lynch

Meine Besprechung von David Lynchs „Der Wüstenplanet“ (Dune, USA 1984) und der gleichnamigen Vorlage von Frank Herbert

Meine Besprechung von David Lynchs „Lost Highway“ (Lost Highway, USA 1997)

Meine Besprechung von David Lynchs „Mulholland Drive – Straße der Finsternis“ (Mulholland Dr., USA/Frankreich 2001)


TV-Tipp für den 3. September: Der Fremde im Zug

September 2, 2023

Arte, 20.15

Der Fremde im Zug (Strangers on a train, USA 1951)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Raymond Chandler, Czenzi Ormonde

LV: Patricia Highsmith: Strangers on a train, 1950 (Alibi für zwei, Zwei Fremde im Zug)

Während einer Bahnfahrt schlägt ein Bruno Anthony dem Tennis-Profi Haines einen vertauschten Mord vor. Haines hält dies für einen schlechten Scherz, bis seine Frau ermordet wird und Bruno den zweiten Mord einfordert.

Nach einigen Misserfolgen war “Der Fremde im Zug” wieder ein Kassenerfolg für Alfred Hitchcock. Die Highsmith-Verfilmung markiert den Beginn von Hitchcocks goldenen fünfziger Jahre. Heute hat „Der Fremde im Zug“ einen festen Platz im Hitchcock-Kanon hat.

Anschließend, um 21.55 Uhr, zeigt Arte die gut einstündige Doku „Mr. und Mrs. Hitchcock“ (Frankreich 2018). Danach, um 22.50 Uhr gibt es, als TV-Premiere, Eva Vitijas spielfilmlange Doku „Loving Patricia Highsmith“ (Schweiz/Deutschland 2022)

Mit Robert Walker, Farley Granger, Patricia Hitchcock, Leo G. Carroll, Ruth Roman, Laura Elliott

Auch bekannt als “Verschwörung im Nordexpress”

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Fremde im Zug“

Wikipedia über „Der Fremde im Zug“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

zu Alfred Hitchcock

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

zu Patricia Highsmith

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988)

Meine Besprechung von Hossein Aminis Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019) und der DVD

Kriminalakte über Patricia Highsmith

 


TV-Tipp für den 2. September: Vergiftete Wahrheit

September 1, 2023

One, 21.45

Vergiftete Wahrheit (Dark Waters, USA 2019)

Regie: Todd Haynes

Drehbuch: Mario Correa, Matthew Michael Carnahan

LV: Nathaniel Rich: The Lawyer Who Became DuPont’s Worst Nightmare (New York Times Magazine, 6. Januar 2016)

Nur aus Gefälligkeit und wegen seiner Großmutter kümmert Wirtschaftsanwalt Rob Bilott („Hulk“ Mark Ruffalo; grandios!) sich um das Problem des aus ihrem Heimatort Parkersburg, West Virginia, kommenden Farmers Wilbour Tennant. Er glaubt, dass sein Vieh von DuPont vergiftet wird. Bilott sieht sich die Akten an – und wird zum schlimmsten Alptraum des Chemiegiganten. Denn DuPont stellt in der Anlage in der Nähe von Tennants Grundstück die krebserregende Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) her. Sie ist ein Bestandteil der Teflonpfanne.

Grandioser Justiz- und Wirtschaftssthriller, der einen wahren David-gegen-Goliath-Kampf erzählt.

Mehr in meiner ausführlichen Kritik.

mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Bill Camp, Victor Garber, Bill Pullman, Mare Winningham, William Jackson Harper

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Vergiftete Wahrheit“

Metacritic über „Vergiftete Wahrheit“

Rotten Tomatoes über „Vergiftete Wahrheit“

Wikipedia über „Vergiftete Wahrheit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019) und der DVD

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Eine Expertendiskussion in Hamburg während der Deutschlandpremiere des Films


TV-Tipp für den 1. September: James Bond 007: Lizenz zum Töten

August 31, 2023

Pro 7, 20.15

James Bond 007: Lizenz zum Töten (Licence to Kill, Großbritannien 1989)

Regie: John Glen

Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson

LV: Figur von Ian Fleming

Nachdem Drogenbaron Sanchez seinen Freund Felix Leiter während der Hochzeit schwer verletzt und dessen Künftige umbringt, sieht Bond rot. Im Alleingang bringt er Sanchez um seine Existenzgrundlage.

Der zweite Einsatz von Timothy Dalton war realistischer und härter als die vorherigen Bonds. An der Kasse war er damit nicht so erfolgreich – und die Bond-Macher legten eine mehrjährige Pause ein. Pierce Brosnan beendete die Produktionspause 1995 mit dem kommerziell äußerst erfolgreichen „GoldenEye“.

In „Lizenz zum Töten“ ist die Mischung aus klassischem Bond und modernem us-amerkanischen Action-Kino nicht vollkommen überzeugend. In Erinnerung bleibt vor allem, dass alles viel brutaler als gewohnt ist. Der nächste Versuch eines härteren Bonds gelang mit „Casino Royale“ wesentlich besser.

Als ich mir diesen Bond-Film, wegen Ähnlichkeiten in der Story, in Zusammenhang mit dem letzten Craig-Bond „Keine Zeit zu sterben“ wieder ansah, fand ich ihn nicht so schlecht und viel, viel besser als „Keine Zeit zu sterben“.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Timothy Dalton, Robert Davi, Talisa Soto, Benicio Del Toro, Anthony Zerbe, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Caroline Bliss

Wiederholung: Samstag, 9. September, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Lizenz zum Töten“

Wikipedia über “James Bond: Lizenz zum Töten“ (deutsch, englisch)

zu James-Bond-Romanen

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

zu James-Bond-Filmen

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

zu anderem James-Bond-Zeug

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „Sophia, der Tod und ich“ auf chaotischer Fahrt durch Deutschland

August 31, 2023

Noch bevor der Tod (Marc Hosemann) den latent antriebslosen Altenpfleger Reiner (Dimitrij Schaad) in seiner unsanierten Altbau-Mietwohnung getötet hat, klingelt Reiners Ex-Freundin Sophia (Anna Maria Mühe). Sie ist ziemlich verärgert. Denn Reiner hat, wieder einmal, den Geburtstag seiner Mutter vergessen und dass sie zu ihr hinfahren wollen. Umstandslos zerrt sie Reiner aus der Wohnung zur nächsten Tram und zum Zug. Mit dem seltsam aussehenden Mann, der in Reiners Wohnung ist, diskutiert sie nicht darüber.

Der Tod, der sich Morten de Sarg nennt, verfolgt sie. Denn falls doch einmal das Ungeheuerliche geschieht, dass der Tod sein Werk nicht vollenden kann, darf er sich nicht weiter als 300 Meter von seinem Opfer entfernen. Das ist ein überirdisches Gesetz. Ebenso hat der Tod, bis er seinen Auftrag erfüllt hat, einen menschlichen Körper. Er kann sich also nicht mehr ungehindert durch Raum und Zeit bewegen. Er kann sich nur noch wie ein normaler Mensch durch die Welt bewegen. Für Morten de Sarg ist diese irdische Existenz eine neue Erfahrung.

Gemeinsam fahren sie von Berlin in ein norddeutsches Dorf. Als sie mitten in der Nacht auf dem Provinzbahnhof ankommen, werden sie schon von Reiners verärgerter Mutter erwartet. Dort verspürt Reiner den Wunsch, seinen siebenjährigen Sohn Johnny nach Ewigkeiten, eigentlich zum ersten Mal, zu sehen. Der lebt in Süddeutschland bei seiner Mutter.

Neugierig auf das ihm bislang vollkommen unbekannte irdische Leben gewährt der Tod Reiner einen Aufschub nach dem nächsten, hilft ihm und begleitet ihn quer durch Deutschland.

Währenddessen schickt Gott einen zweiten Todesengel los. Morck Mortus soll ein besonders effizienter Vollstrecker sein.

Für sein Spielfilmdebüt verfilmte Charly Hübner den von „Tomte“-Sänger Thees Uhlmann geschriebenen Bestseller „Sophia, der Tod und ich“ als launiges Roadmovie, dem jede Dringlichkeit fehlt. Dabei hat Reiner nur noch eine begrenzte Zeit zu leben. Dimitrij Schaad spielt ihn so schluffig, wie man ihn als Marc-Uwe Kling aus den „Känguru“-Filmen kennt. Und wie ein „Känguru“-Film, bei dem der Tod die Rolle des Kängurus spielt, wirkt „Sophia, der Tod und ich“ dann auch. Marc Hosemann als der Tod chargiert zwischen emotionslosem Todesboten und Kind, das die Welt und die Freuden des Alkohols entdeckt. Da bleiben Anna Maria Mühe als Reiners Freundin und Johanna Gastdorf als Reiners Mutter nur noch die Rolle der strengen Mutter.

Das hat durchaus seine Momente und Ideen, wie die auf dem Dach eines Parkhauses stehende Imbissbude, an der die Todesaufträge verteilt werden, aber insgesamt hangelt sich die Komödie von Episode zu Episode, ohne dass dabei jemals ein Interesse an den Figuren, vor allem natürlich an dem todgeweihten Reiner, entsteht. Es entsteht auch niemals das Gefühl, dass es in dieser Komödie wirklich um Leben und Tod und die Bilanz eines Lebens geht.

Sophia, der Tod und ich (Deutschland 2023)

Regie: Charly Hübner

Drehbuch: Lena May Graf

LV: Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich, 2015

mit Dimitrij Schaad, Anna Maria Mühe, Marc Hosemann, Johanna Gastdorf, Josef Ostendorf, Lina Beckmann, Rocko Schamoni, Charly Hübner

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Sophia, der Tod und ich“

Moviepilot über „Sophia, der Tod und ich“

Wikipedia über „Sophia, der Tod und ich“


Neu im Kino/Filmkritik: „The Equalizer 3 – The Final Chapter“ wird aufgeschlagen

August 31, 2023

Normalerweise hilft Robert McCall (Denzel Washington) in Boston Menschen, die sich nicht wehren können. Er ist ein Schutzengel, der für seine Taten kein Geld und auch keinen Dank will. Für ihn geht es dabei um eine Wiedergutmachung für Taten, die er früher im Auftrag der Regierung begangen hat, die besondere Fähigkeiten erforderten und die nicht immer, wahrscheinlich fast nie legal waren.

Jetzt hat er auf einem Weingut in Sizilien eine Verbrecherbande ermordet. Als er den Tatort verlässt, wird er hinterrücks angeschossen.

Kurz darauf wird er an der Amalfiküste halbtot in seinem Auto gefunden und zu Doktor Enzo Arisio gebracht. Der allseits respektierte Dorfdoktor verarztet und pflegt ihn in seinem Haus, das in dem malerisch am Mittelmeer in einem Kliff liegendem Dorf Altomonte steht. Gedreht wurde, für alle die nach dem Film ihren nächsten Italienurlaub planen, in Atrani.

Während McCall sich von seiner Schusswunde erholt, lernt er die Leute kennen und lieben. Es sieht auch, dass jugendliche Camorra-Mitglieder Schutzgelder erpressen. McCall will das beenden. Und, auch weil der Camorra-Boss große Pläne für Altamonte hat, beginnt ein tödlicher Kampf zwischen McCall und den Verbrechern.

Außerdem ist die Sache mit dem Weingut noch nicht endgültig erledigt.

Wer die ersten beiden „The Equalizer“-Filme kennt, weiß, was einen im dritten und kürzesten „The Equalizer“-Kinofilm erwartet. Denn das bewährte Team – Antoine Fuqua als Regisseur, Richard Wenk als Drehbuchautor und Denzel Washington als Hauptdarsteller – ist wieder dabei. Sie änderten an der bewährten und erfolgreichen Mischung nichts grundlegendes. Sie schmeckten die Zutaten nur etwas anders ab und veränderten den Schauplatz. Wie die beiden ersten „The Equalizer“-Filme ist auch „The Equalizer 3“ ein langsam erzählter, in wenigen Momenten brutaler Actionthriller mit einer Story, die früher in einer Episode einer TV-Serie erzählt wurde. Und das war „The Equalizer“ ursprünglich. Von 1985 bis 1989 spielte Edward Woodward den Equalizer Robert McCall. Er war, so der deutsche Titelzusatz, der ‚Schutzengel von New York‘. In einem Zeitungsinserat bot er Menschen, die sich an sonst niemand wenden können, seine Hilfe an. Einige Folgen der vor Ort gedrehten, ziemlich zynischen und brutalen Serie beschäftigten sich auch mit seiner Vergangenheit im Geheimdienst. Und, wie es damals üblich war, konnten die einzelnen Folgen der TV-Serie unabhängig voneinander gesehen werden.

Das gilt auch für die „The Equalizer“-Filme. Jeder Film erzählt eine Geschichte, die unabhängig von den anderen Filmen ist. Man muss nur wissen, dass McCall ein Mann mit besonderen Fähigkeiten ist. Das erfährt man auch in den ersten Minuten des Films, die auf einem Weingut in Sizilien spielen. Kurz darauf erfährt man, dass er sich für die Schwachen einsetzt und zweifelt, ob er ein guter oder ein böser Mensch ist. Denzel Washington verkörpert ihn wieder einmal überzeugend. Bei ihm verrät ein Blick mehr als tausend Worte und lange Rückblenden auf sein früheres Leben über ihn verraten könnten.

Die sehr ruhig, fast schon kontemplativ erzählte Geschichte bedient sich storytechnisch weitgehend der aus zahlreichen älteren und neueren Mafia-Filmen bekannten Muster und Bilder. McCall tut dann das in Italien, was er vorher in Boston tat. Nämlich sich mit den örtlichen Verbrechern anlegen. Leider ist, wieder einmal, Gewalt und tödliche Gewalt das bevorzugte Mittel zum Lösen von Konflikten.

The Equalizer 3 – The Final Chapter (The Equalizer 3, USA 2023)

Regie: Antoine Fuqua

Drehbuch: Richard Wenk (basierend auf der gleichnamigen TV-Serie von Michael Sloan und Richard Lindheim)

mit Denzel Washington, Dakota Fanning, Eugenio Mastrandrea, David Denman, Sonia Ben Ammar, Remo Girone, Gaia Scodellaro, Andrea Scarduzio, Andrea Dodero, Salvatore Ruocco, Alessandro Pess

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Equalizer 3“

Metacritic über „The Equalizer 3“

Rotten Tomatoes über „The Equalizer 3“

Wikipedia über „The Equalizer 3“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Training Day” (Training Day, USA 2001)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest” (Brooklyn’s Finest, USA 2009)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Olympus has fallen – Die Welt in Gefahr” (Olympus has fallen, USA 2013)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “The Equalizer” (The Equalizer, USA 2014)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas “Southpaw” (Southpaw, USA 2015)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „Die glorreichen Sieben“ (The Magnificent Seven, USA 2016)

Meine Besprechung von Antoine Fuquas „The Equalizer 2“ (The Equalizer 2, USA 2018)

Meine Besprechung von „The Equalizer – Staffel 1“