TV-Tipp für den 27. Januar: Die Unsichtbaren – Wir wollen leben

Januar 26, 2021

WDR, 23.00

Die Unsichtbaren – Wir wollen leben (Deutschland 2017)

Regie: Claus Räfle

Drehbuch: Claus Räfle, Alejandra López

Sehenswertes dokumentarisches Drama, mit nachgespielten Szenen und Interviews. Gezeigt wird das Leben und Überleben einiger Juden in Berlin, nachdem die Stadt am 10. Juni 1943 von Propagandaminister Joseph Goebbels für „judenfrei“ erklärt wurde.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee, Aaron Altaras, Victoria Schulz, Florian Lukas, Andreas Schmidt, Laila Maria Witt, Sergej Moya, Lucas Reiber, Robert Hunger-Bühler, Maren Eggert, Naomi Krauss, Hanni Levy, Ruth Gumpel, Cioma Schönhaus, Eugen Friede

Das empfehlenswerte Buch zum Film

Claus Räfle: Die Unsichtbaren – Untertauchen, um zu überleben – Eine wahre Geschichte

Elisabeth Sandmann Verlag , 2017

160 Seiten

19,95 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Unsichtbaren“

Moviepilot über „Die Unsichtbaren“

Wikipedia über „Die Unsichtbaren“

Meine Besprechung von Claus Räfles „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ (Deutschland 2017)


Cover der Woche

Januar 26, 2021

ausgezeichnet mit dem Edgar


TV-Tipp für den 26. Januar: Body of Evidence

Januar 25, 2021

Servus TV, 22.10

Body of Evidence (Body of Evidence, USA/Deutschland 1993)

Regie: Uli Edel

Drehbuch: Brad Mirman

In Bed with Madonna: die schon damals sehr erfolgreiche Sängerin verkörpert Rebecca Carlson. Sie soll einen Millionär mit ihrem Körper ermordet haben. Ihr Anwalt muss natürlich ausprobieren, ob man durch wilden, hemmungslosen Sex sterben kann.

Nachdem „Basic Instinct“ an der Kinokasse bummserfolgreich war, gab es weitere Erotik-Thriller, in denen Stars sich vor laufender Kamera auszogen. Die Storys waren Nebensache. Ebenso die Qualität der Filme; wobei „Body of Evidence“ immerhin für sechs Razzies in allen wichtigen Kategorien (Film, Regie, Drehbuch, Hauptrollen) nominiert wurde. Madonna erhielt einen Razzie. Und eine „Stinkers Bad Movie Award“-Nominierung.

Uli Edel inszenierte davor „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und danach „Der Baader Meinhof Komplex“.

mit Madonna, Willem Dafoe, Joe Mantegna, Anne Archer, Julianne Moore, Jürgen Prochnow, Frank Langella

Wiederholung: Mittwoch, 27. Januar, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Body of Evidence“

Wikipedia über „Body of Evidence“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: „Exil“, der zweite Spielfilm von Visar Morina

Januar 25, 2021

Auf den ersten Blick hat Xhafer alles, was man sich für eine mustergültige deutsche Biographie wünschen kann: einen guten Job in einem Pharmaunternehmen, nette Kollegen, eine liebevolle, an ihrer Promotion sitzenden Frau und drei nette Kinder. Sie wohnen in einem geräumigem Kleinstadt-/Vorstadt-Reihenhaus. Er hat auch keine finanziellen Probleme. Viel bürgerlicher geht es kaum. Der Kosovare hat es offensichtlich in Deutschland geschafft.

Trotzdem ist er sich unsicher über seine Stellung. Daher ist für ihn eine an seinem Gartentor hängende tote Ratte kein Lausbubenstreich, sondern ein Angriff auf ihn und seine Herkunft. Es ist eine rassistische Tat, der weitere folgen. So wird er in der Firma nicht über die Verlegung eines Treffens in einen anderen Raum informiert und er erhält einige E-Mails nicht. Kleinigkeiten, die passieren können. Xhafer sieht es anders. Für ihn ist klar: er wird diskriminiert und gemobbt, weil er kein Deutscher ist.

Allerdings ist Xhafer ein so ruppiger und unfreundlicher Arbeitskollege, dass es mühelos nachvollziehbar ist, wenn seine Kollegen ihn nicht mögen. Xhafer ist nämlich ein ziemlicher Stinkstiefel. Mišel Matičević spielt ihn, mit übertrieben starkem, seine Fremdheit betonendem Akzent, grandios als äußerst eckigen Charakter, der für einen Teil seiner Probleme selbst Schuld ist.

Ob Xhafer wirklich gemobbt wird oder paranoid ist, lässt Visar Morina in seinem neuen Film „Exil“ offen. Denn selbstverständlich gibt es offene und versteckte rassistische Diskriminierungen, die im Film auch gezeigt werden. Trotzdem bietet Morina in seinem zweiten Spielfilm immer beide Interpretationen an. Er verzichtet auf eindeutige Erklärungen und platte Psychologisierungen. Er vertraut dem Zuschauer, der ausgehend von der aus Xhafers Perspektive erzählten Geschichte zu einem eigenen Urteil kommt. Das ist enorm dicht inszeniert mit einer Bild- und Tongestaltung, die eindeutig die große Leinwand im Blick hat. Auch der Erzählrhythmus zielt eindeutig auf den Kinosaal, in dem die Aufmerksamkeit einen eindeutigen Fokus hat. Dort wirkt Xhafers zunehmender Tunnelblick noch beängstigender als auf dem kleinen Bildschirm.

Die DVD hat keinerlei nennenswertes Bonusmaterial.

Exil (Deutschland/Belgien/Kosovo 2020)

Regie: Visar Morina

Drehbuch: Visar Morina

mit Mišel Matičević, Sandra Hüller, Rainer Bock, Thomas Mraz, Flonja Kodheli

DVD

Alamode Film

Bild: 2,35:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Trailer, Wendecover

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Exil“

Moviepilot über „Exil“

Rotten Tomatoes über „Exil“

Wikipedia über „Exil“ (deutsch, englisch)

Homepage von Visar Morina


TV-Tipp für den 25. Januar: Sicario

Januar 24, 2021

ZDF, 22.15

Sicario (Sicario, USA 2015)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Taylor Sheridan

Nachdem bei einem Routineeinsatz mehrere Kollegen von FBI-Agentin Kate Macer durch eine Sprengfalle sterben, erhält sie das Angebot, in der Spezialeinheit von Matt Graver mitzuarbeiten. Graver und seine Männer sollen die mexikanischen Drogenkartelle bekämpfen. Mit allen Mitteln.

In jeder Hinsicht grandioser, vielschichtiger, zum Nachdenken anregender Thriller über den Drogenkrieg an der amerikanisch-mexikanischen Grenze.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Victor Garber, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Jeffrey Donovan, Raoul Trujillo, Julio Cedillo, Hank Rogerson, Bernardo P. Saracino, Maximiliano Hernández

Wiederholung: Mittwoch, 27. Januar, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Sicario“

Metacritic über „Sicario“

Rotten Tomatoes über „Sicario“

Wikipedia über „Sicario“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von David Mackenzies „Hell or High Water“ (Hell or High Water, USA 2016) (nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan)

Meine Besprechung von Taylor Sheridans „Wind River (Wind River, USA 2017)

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Sicario 2“ (Sicario: Day of the Soldado, USA/Italien 2018) (nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan)


TV-Tipp für den 24. Januar: Contagion

Januar 23, 2021

Nach „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (ab 20.15 Uhr allein im All) und während ich Albert Camus‘ „Die Pest“ lese, gibt es einen Quasi-Dokumentarfilm über einen weltweiten Virus

Sat.1, 23.05

Contagion (Contagion, USA 2011)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Z. Burns

Toller quasi-dokumentarischer Thriller über eine weltweite Pandemie. Ein Ensemblestück, bei dem auch Starpower nicht vor einem vorzeitigen Ableben schützt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Marion Cotillard, Matt Damon, Laurence Fishburne, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Kate Winslet, Bryan Cranston, Jennifer Ehle, Sanaa Lathan, John Hawkes, Armin Rohde, Elliott Gould, Enrico Colantoni, Chin Han

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Moviepilot über „Contagion“

Metacritic über „Contagion“

Rotten Tomatoes über „Contagion“

Wikipedia über „Contagion“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Januar: Blue Note Records: Beyond the Notes

Januar 22, 2021

3sat, 21.55

Blue Note Records: Beyond the Notes (Schweiz 2018)

Regie: Sophie Huber

Drehbuch: Sophie Huber

TV-Premiere. Noch eine spielfilmlange Doku über das legendäre Jazz-Label mit seinen legendären Plattencovers und den legendären Musikern, von denen etliche auch im Film zu Wort kommen.

Ach, eigentlich könnte man mal eine Doku über eines der anderen legendären Jazz-Labels, wie Verve, Impulse, FMP, JMT oder Knitting Factory Works, machen.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt 3sat die Janis-Joplin-Doku „Janis: Little Girl Blue“.

Mit Michael Cuscuna, Lou Donaldson, Robert Glasper, Herbie Hancock, Norah Jones, Wayne Shorter, Marcus Strickland, Rudy Van Gelder, Don Was (und, in Archivaufnahmen, weiteren Jazzern)

Hinweise

Homepage zum Film

3sat über „Blue Note Records: Beyond the Notes“ (Doku ist bis zum 30. 1. 2021 in der Mediathek)

Rotten Tomatoes über „Blue Note Records: Beyond the Notes“

Wikipedia über Blue Note Records (deutsch, englisch)


„Wilderer“ – das ausgezeichnete Debüt von Tom Franklin

Januar 22, 2021

Endlich, nachdem seine Solo-Romane „Die Gefürchteten“ (momentan nur antiquarisch), „Smonk“ und „Krumme Type, krumme Type“ (erhielt u. a. den Gold Dagger) bereits vor längerem auf Deutsch erschienen, ist jetzt auch Tom Franklins Buchdebüt „Wildeter“ auf Deutsch erhältlich. Die Sammlung von zehn Kurzgeschichten und einer zwischen Autobiographie und Erzählung pendelnden Einleitung erschien in den USA bereits 1999.

In den Geschichten zeichnet Tom Franklin ein düsteres Bild des US-amerikanischen Hinterlandes. Der Glaube an den amerikanischen Traum existiert in Franklins Alabama weder als hohle Fassade für die Gegenwart, noch als Erinnerung an eine einstmals bessere Vergangenheit. Das liegt auch daran, dass die in den Geschichten auftauchenden Figuren keiner Wildwest-Romantik anhängen und nicht nach einem besseren Leben streben. Deshalb können sie nicht scheitern.

Es sind vom Leben gebeutelte Menschen wie der alkohol- und spielsüchtige Geschäftsführer eines Kieswerks, der sich bei einem seiner Angestellten so sehr verschuldete, dass er immer weniger Herr über die Firma ist.

Oder ein Tankstellenbetreiber, der vor Jahrzehnten einmal ein Nashorn neben den Zapfsäulen aufstellte, um Kunden anzulocken. Inzwischen sind die Zapfsäulen museumsreif und die Kundschaft tankt an anderen Tankstellen.

Es sind Männer, die immer eine Schusswaffe in Reichweite haben und zum Angeln Dynamit benutzen. Es sind Männer, die, wenn sie Glück haben, in schlechten Jobs als etwas bessere Tagelöhner arbeiten. Sie sind Alkoholiker (oder kurz davor). Sie sind mit Frauen verheiratet, die sie nicht lieben, aber von ihnen geschwängert wurden.

Tom Franklin gibt in seinen grandiosen, die Schwüle der Südstaaten kongenial einfangenden Kurzgeschichten einen Einblick in ihr Leben.

Mit fast achzig Seiten ist „Wilderer“ die längste Geschichte des Buches. Die mit dem Edgar als beste Kurzgeschichte ausgezeichnete Geschichte ist eine der wenigen Geschichten, die mühelos als Kriminalgeschichte bezeichnet werden kann. In ihr bringen die jungen, geistig nicht besonders hellen Gates-Brüder im Wald den neuen Wildhüter um. Er hat sie beim Wildern erwischt. Kurz darauf sterben sie nacheinander bei seltsamen Unfällen. Ihr Ersatzvater, Betreiber einer Tankstelle und eines Ladens ohne Kundschaft, glaubt, dass der Vorgesetzte und designierte Nachfolger des ermordeten Wildhüters für die tödlichen Anschläge auf die Gates-Brüder verantwortlich ist. Diese enorm dicht erzählte Geschichte gäbe eine prächtige Vorlage für einen Country-Noir-Film ab.

Tom Franklin: Wilderer

(übersetzt von Nikolaus Stingl)

pulp master, 2020

256 Seiten

14,80 Euro

Originalausgabe

Poachers

Harper Collins, 1999

Hinweise

Wikipedia über Tom Franklin (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tom Franklins „Smonk“ (Smonk, 2006)


TV-Tipp für den 22. Januar: Im Auftrag des Drachen

Januar 21, 2021

3sat, 22.25

Im Auftrag des Drachen (The Eiger Sanction, USA 1975)

Regie: Clint Eastwood

Drehbuch: Hal Dresner, Warren Murphy (als Warren B. Murphy), Rod Whitaker

LV: Trevanian (Pseudonym von Rod Whitaker): The Eiger Sanction, 1972 (Im Auftrag des Drachen)

Jonathan Hemlock soll im Auftrag einer Geheimorganisation zwei Killer töten. Von einem ist nur bekannt, dass er an einer Besteigung der Eiger-Nordwand teilnimmt. Hemlock schließt sich den Bergsteigern an.

Thriller, bei dem die Landschaftsaufnahmen (Monument Valley, Schweizer Alpen) mehr beeindrucken als die Story. Was auch Clint Eastwood zugibt. Trevanians Debüt mit dem Superspion Hemlock war ein weltweiter Bestseller.

Mit Clint Eastwood, George Kennedy, Heidi Brühl, Reiner Schöne

Die Vorlage

Trevanian: Im Auftrag des Drachen
(übersetzt von Werner Peterich)
Heyne, 2014
400 Seiten
9,99 Euro

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Im Auftrag des Drachen“

Wikipedia über „Im Auftrag des Drachen“ (deutsch, englisch)

Homepage von Trevanian

Wikipedia über Trevanian (deutsch, englisch)

L. A. Times: Nachruf auf Rod Whitaker (19. Dezember 2005)

Meine Besprechung von Trevanians “Im Auftrag des Drachen” (The Eiger Sanction, 1972)

Meine Besprechung von Trevanians „Der Experte“ (The Loo Sanction, 1973)

Meine Besprechung von Trevanians “Shibumi” (Shibumi, 1979)

Meine Besprechung von Don Winslows Jonathan-Hemlock-Roman „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Kriminalakte: Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstag von Clint Eastwood

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Sully“ (Sully, USA 2016)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „The Mule“ (The Mule, USA 2018)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Der Fall Richard Jewell! (Richard Jewell, USA 2019)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Kai Blieseners „Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften“ (2020)


TV-Tipp für den 21. Januar: Mid90s

Januar 20, 2021

WDR, 23.45

Mid90s (Mid90s, USA 2018)

Regie: Jonah Hill

Drehbuch: Jonah Hill

TV-Premiere zu einer unmögliche Uhrzeit. Los Angeles, neunziger Jahre, die coole Skaterszene und wie sie ihre Tage verbummeln. Jonah Hills Regiedebüt ist ein Film wie eine Zeitkapsel.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Sunny Suljic, Katherine Waterston, Lucas Hedges, Na-kel Smith, Olan Prenatt, Gio Galicia, Ryder McLaughlin, Alexa Demie, Harmony Korine

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Mid90s“

Metacritic über „Mid90s“

Rotten Tomatoes über „Mid90s“

Wikipedia über „Mid90s“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jonah Hills „Mid90s“ (Mid90s, USA 2018)


TV-Tipp für den 20. Januar: Die Tiefseetaucher

Januar 19, 2021

Arte, 20.15

Die Tiefseetaucher (The Life Aquatic with Steve Zissou, USA 2004)

Regie: Wes Anderson

Drehbuch: Wes Anderson, Noah Baumbach

Steve Zissou, von sich selbst und seiner Grandiosität überzeugter Meeresforscher und -filme im Geist von Jacques-Yves Cousteau, jagt für seinen neuen Film einen Hai, der einen seiner Weggefährten gefressen hat.

Und weil „Die Tiefseetaucher“ ein Film von Wes Anderson ist, gibt es viele schrullige Figuren und absurde Begegnungen. Ein höchst vergnüglicher Über- und Unterwassertrip.

mit Bill Murray, Owen Wilson, Cate Blanchett, Anjelica Huston, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Michael Gambon, Noah Taylor, Bud Cort, Seu Jorge

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Tiefseetaucher“

Wikipedia über „Die Tiefseetaucher“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Wes Andersons „The Grand Budapest Hotel“ (The Grand Budapest Hotel, USA/Deutschland 2014)

Meine Besprechung von Wes Andersons „Isle of Dogs – Ataris Reise“ (Isle of Dogs, USA 2018)


Cover der Woche

Januar 19, 2021


TV-Tipp für den 19. Januar: Harold und Maude

Januar 18, 2021

HR, 00.00

Harold und Maude (Harold and Maude, USA 1971)

Regie: Hal Ashby

Drehbuch: Colin Higgins

Harold ist 19 Jahr alt und hat keine Lust zu leben. Da trifft er bei einer Beerdigung die 79-jährige Maude, die immer noch ein fröhlich Regeln missachtendes Energiebündel ist. Harold verliebt sich in Maude.

Immer wieder gern gesehener Kultfilm!

Mit der Musik von Cat Stevens.

Mit Bud Cort, Ruth Gordon, Vivian Pickles, Cyril Cusack, Charles Tyner, Ellen Geer

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Harold und Maude“

Wikipedia über „Harold und Maude“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“ (8 Million Ways to die, USA 1986)

Meine Besprechung von Colin Higgins‘ „Harold und Maude“ (Harold and Maude, 1971)

Ein gelungener Fan-Trailer


TV-Tipp für den 18. Januar: Victoria

Januar 17, 2021

One, 20.15

Victoria (Deutschland 2015)

Regie: Sebastian Schipper

Drehbuch: Sebastian Schipper, Olivia Neergaard-Holm, Eike Frederik Schulz

Eine Nacht in Berlin: vier Jungs treffen eine Spanierin. Sie zeigen ihr ihren Kiez, reden mit ihr, nehmen sie zu einem Banküberüberfall mit, der schiefgeht und müssen flüchten.

Inzwischen dürfte der große Clou von Schippers Film bekannt sein: er drehte die über zweistündige Liebes- und Gangstergeschichte ohne einen einzigen Schnitt.

Dafür hat Kameramann Sturla Brandth Grøvlen, der mit der schweren Kamera die Protagonisten an all die Orte begleiten musste, ein Extra-Lob verdient.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski, Burak Yigit, Max Mauff, André Hennicke

Wiederholung: Freitag, 22. Januar, 22.30 Uhr

Hinweise
Homepage zum Fillm
Berlinale über „Victoria“
Filmportal über „Victoria“
Film-Zeit über „Victoria“
Moviepilot über „Victoria“
Wikipedia über „Victoria“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sebastian Schippers „Victoria“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Sebastian Schippers „Roads“ (Deutschland/Frankreich 2019)


TV-Tipp für den 17. Januar: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Januar 16, 2021

Sat.1, 22.35

Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl, USA 2014)

Regie: David Fincher

Drehbuch: Gillian Flynn

LV: Gillian Flynn: Gone Girl, 2012 (Gone Girl – Das perfekte Opfer)

Nick Dunnes Ehefrau Amy ist spurlos verschwunden. Noch während er sich in der Öffentlichkeit als besorgter, seine Frau innig liebender Ehemann inszeniert, taucht Amys Tagebuch auf, das eine ganz andere Geschichte ihrer Ehe erzählt.

Finchers bislang letzter Kinofilm (seitdem arbeitete er für den kleinen Bildschirm): ein hübscher Noir über das Lieben und Morden glückliche verheirateter Thirty-Somethings.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Ben Affleck, Rosamund Pike, Neil Patrick Harris, Tyler Perry, Carrie Coon, Kim Dickens, Patrick Fugit, David Clennon, Lisa Banes, Missi Pyle, Emily Ratajkowski, Casey Wilson, Sela Ward

Die Vorlage

Gillian Flynn: Gone Girl – Das perfekte Opfer
(übersetzt von Christine Strüh)
Fischer, 2014
592 Seiten
10,99 Euro

Die Hardcover-Ausgabe erschien 2013 bei Fischer.

Originalausgabe
Gone Girl
Crown Publishers, 2012

Hinweise

Moviepilot über „Gone Girl“

Metacritic über „Gone Girl“

Rotten Tomatoes über „Gone Girl“

Wikipedia über „Gone Girl“ (deutsch, englisch)

Homepage von Gillian Flynn

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Januar: Arrival

Januar 15, 2021

Vox, 20.15

Arrival (Arrival, USA 2016)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Eric Heisserer

LV: Ted Chiang: Story of your Life, 1998 (Geschichte deines Lebens, enthalten in „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ und „Geteilt durch Null“)

Aliens sind auf der Erde an verschiedenen Orten gelandet. Aber was wollen sie? Um das Herauszufinden, schickt die US-Regierung einige Wissenschaftler nach Montana zu einem der Raumschiffe. Dort angekommen versucht die Sprachwissenschaftlerin Dr. Louise Banks, sich mit den Aliens zu verständigen. Dafür muss sie ihr Denken und ihre Sprache entschlüsseln.

Toller philosophischer Science-Fiction-Film, der auf den üblichen Alien-Invasions-Krawall verzichtet. Schon jetzt ein Klassiker.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Amy Adams, Jeremy Renner, Forest Whitaker, Michael Stuhlbarg, Mark O’Brien

Wiederholung: Sonntag, 17. Januar, 14.45 Uhr

Die Vorlage

Ted Chiang: Geteilt durch Null

(übersetzt von molosovsky und Karin Will)

Golkonda, 2020

360 Seiten

24 Euro

Originalausgabe

Story of your life and others

Vintage Books, 2016

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Arrival“

Metacritic über „Arrival“

Rotten Tomatoes über „Arrival“

Wikipedia über „Arrival“ (deutsch, englisch) und Ted Chiang (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von Ted Chiangs „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ (2011)

Meine Besprechung von Ted Chiangs „Die große Stille“ (Exhalation, 2019) und „Geteilt durch Null“ (Story of your life and others, 2016)


„Die große Stille“, „Geteilt durch Null“ – das fantastische Gesamtwerk von Ted Chiang

Januar 15, 2021

Wie man Ted Chiang nicht lesen sollte: das Buch nehmen, auf die Couch fläzen und es in einem Rutsch von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen.

Das liegt nicht daran, dass man die jeweils knapp vierhundert Seiten von „Die große Stille“ und „Geteilt durch Null“ nicht an ein, zwei ruhigen Tag lesen könnte, sondern daran, dass jede Geschichte von Ted Chiang viel Stoff zum Nachdenken bietet und man auch darüber nachdenken will.

Ein breites Publikum dürfte Ted Chiang als den Mann kennen, der die Vorlage für Denis Villeneuves philosophischen Science-Fiction-Film „Arrival“ schrieb. „Geschichte deines Lebens“ erhielt den Nebula und den Sturgeon Award.

Science-Fiction-Fans, vor allem natürlich Science-Fiction-Fans aus dem angloamerikanischen Raum oder Science-Fiction-Fans, die englische Bücher lesen, kennen Ted Chiang schon viel länger. Seine erste veröffentlichte Kurzgeschichte, „Der Turmbau zu Babel“, erschien 1990. Sie erhielt den Nebula Award und war für den Hugo Award nominiert. Seitdem veröffentlichte er keine zwanzig Kurzgeschichten. Diese Geschichten erhielten 27 wichtige Science-Fiction-Preise. Dazu kommen noch gut dreißig Nominierungen. Romane veröffentlichte er bislang nicht.

Jetzt liegen in den beiden erwähnten Büchern „Die große Stille“ und „Geteilt durch Null“ erstmals alle seine Geschichte auf Deutsch vor, ergänzt um Anmerkungen von ihm zu seinen Geschichten.

In „Die große Stille“ sind:

Der Kaufmann am Portal des Alchemisten (The Merchant and the Alchemist’s Gate, FANTASY AND, September 2007, ausgezeichnet mit dem Nebula und Hugo Award)

Ausatmung (Exhalation, Exlipse 2, 2008, ausgezeichent mit dem Hugo und Locus Award)

Was von uns erwartet wird (What’s Expected of Us, Nature Volume 436 Issue 7047, Juli 2005)

Der Lebenszyklus von Software-Objekten (The Lifecycle of Software Objects, Subterranean Press, 2010, ausgezeichnet mit dem Hugo und Locus Award)

Daceys vollautomatisches Kindermädchen (Dacey’s Patent Automatic Nanny, in Jeff VanderMeer/Ann VanderMeer, Hrsg.: The Thackery T. Lambshead Cabinett of Curiosities, 2011)

Die Wahrheit der Fakten, die Wahrheit des Empfindens (The Truth of Fact, the Truth of Feeling, Subterranean Press Magazine, August 2013)

Die große Stille (The Great Silence, e-flux journal, 2015)

Omphalos (Omphalos, Exhalation, 2019)

Angst ist der Taumel der Freiheit (Anxiety Is the Dizziness of Freedom, Exhalation, 2019, Finalist für den Nebula Award für die beste Erzählung)

In „Geteilt durch Null“ sind seine älteren Geschichte. Nämlich:

Der Turmbau zu Babel (Tower of Babylon, OMNI, November 1990, ausgezeichnet mit dem Nebula Award)

Verstehen (Understand, ASIMOV’S, August 1991)

Geteilt durch null (Division by Zero, Full Spectrum 3, Doubleday, 1991)

Geschichte deines Lebens (Story of Your Life, Starlight 2, November 1998, ausgezeichnet mit dem Nebula und Sturgeon Award)

Zweiundsiebzig Buchstaben (Seventy-Two Letters, Vanishing Acts, TOR 2000)

Die Evolution menschlicher Wissenschaft (The Evolution of Human Science, erschien erstmals unter dem Titel „Catching Crumbs from the Table“, Nature 405, Juni 2000)

Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes (Hell Is the Absence of God, Starlight 3, 2001, ausgezeichnet mit den Nebula, Hugo und Locus Award)

Die Wahrheit vor Augen (Liking What You See: A Documentary, in „Story of your Life and Others, TOR 2002)

Natürlich ist nicht jede Geschichte ein Meisterwerk. Aber jede Geschichte ist eine lohnenswerte Lektüre. Persönlich halte ich „Die große Stille“ für etwas besser als „Geteilt durch Null“; aber das kann auch daran liegen, dass ich zuerst „Die große Stille“ gelesen habe.

Weil bei Kurzgeschichten die Pointe ein wichtiger Teil der Geschichte ist und schon eine kurze Zusammenfassung zu viel verraten kann, werde ich nur auf einige seiner Geschichten etwas näher eingehen.

In der vierseitigen Geschichte „Was von uns erwartet wird“ gibt es ein Gerät, Prognostiker genannt, bei dem ein Licht blinkt, bevor man den Knopf drückt. Das Gerät weiß also, was in der Zukunft geschieht und diese Zukunft ist bereits vorherbestimmt. Aber was bedeutet es, wenn wir Menschen wissen, dass wir keinen freien Willen haben? Chiang gelingt es auf vier Seiten die Diskussion über die Willensfreiheit abzubilden und dem Leser die wichtigen damit verbundenen Fragen so nahezubringen, dass man sie und die damit verbundenen Probleme versteht und sofort beginnt, darüber nachzudenken.

In „Angst ist der Taumel der Freiheit“ können die Menschen mit Hilfe eines Geräts in Parallelwelten blicken und sehen, wie ihr Leben verlaufen würde, wenn sie andere Entscheidungen getroffen hätten. Aber hätten diese Entscheidungen und Zufälle ihr Leben im großen und ganzen wirklich verändert? Oder ist nicht doch alles vorherbestimmt?

In „Geteilt durch Null“ entdeckt eine Mathematikerin den Beweis, dass die gesamte Mathematik auf einer falschen Annahme beruht. Was bedeutet diese Entdeckung für sie? In „Der Lebenszyklus von Software-Objekten“, mit knapp hundertzwanzig Seiten seine längste Geschichte, schildert Chiang, den Aufstieg und Niedergang eines Computerspiels und einiger seiner begeisterten Fans, die das Spiel, nachdem es von der Firma nicht mehr weiterentwickelt wird, weiter am Leben erhalten wollen, weil es ein Teil ihres Lebens ist.

Es geht, in „Die Wahrheit der Fakten, die Wahrheit des Empfindens“, um unsere Erinnerung und was es bedeutet, wenn wir für jede unserer Taten einen unwiderlegbaren Videobeweis haben. Was macht das mit unseren, dann eigentlich überflüssigen, Erinnerungen? Ist dieses Leben ein Paradies (endlich keine Streitereien mehr darüber, wer vor fünf Jahren nach der Geburtstagsfeier den Abwasch erledigt hat) oder die Hölle? Wobei Chiang diese Frage schon im grandiosen Titel einer anderen Geschichte beantwortet hat: „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“.

In seinen Geschichten beschäftigt er sich mit philosophischen Fragen, die uns schon lange beschäftigen und auch zukünftig beschäftigen werden, wie die Frage der Willensfreiheit oder des Determinismus. Chiang nimmt sie allerdings aus dem philosophischen Universitätsseminar. Er behandelt sie in SF-Geschichten, die zum Nachdenken anregen und gerade genug in die Zukunft blicken, um uns wirklich zu ängstigen. Oder hoffnungsfroh zu stimmen. Denn was wäre so schlecht an einem Gerät, das uns dazu bringt, unseren Gegenüber nicht nach ihrem Aussehen zu beurteilen?

Ted Chiang: Die große Stille

(übersetzt von molosovsky, Jacob Schmidt und Karin Will)

Golkonda, 2020

392 Seiten

24 Euro

Originalausgabe

Exhalation

Alfred A. Knopf, 2019

Ted Chiang: Geteilt durch Null

(übersetzt von molosovsky und Karin Will)

Golkonda, 2020

360 Seiten

24 Euro

Originalausgabe

Story of your life and others

Vintage Books, 2016

Hinweise

Wikipedia über Ted Chiang (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ted Chiangs „Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes“ (2011)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Ted-Chiang-Verfilmung „Arrival“ (Arrival, USA 2016)


TV-Tipp für den 15. Januar: Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula

Januar 14, 2021

Weil David Lynch am 20. Januar seinen 75. Geburtstag hat

3sat, 22.25

Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (Wild at Heart, USA 1990)

Regie: David Lynch

Drehbuch: David Lynch

LV: Barry Gifford: Wild at Heart: The Story of Sailor and Lula, 1984 (Die Saga von Sailor und Lula)

Sailor und Lula flüchten vor einem Detektiv und einem Killer, die beide im Auftrag von Lulas durchgeknallter Mutter reinen Tisch machen sollen. Und dann treffen sie auf den Gangster Bobby Peru und dessen Komplizin Perdita Durango.

Lynchs wildes Roadmovie, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme in Cannes, ist ein hemmungslos übertriebener Trip durch einen Alptraum namens Amerika. Ein Meisterwerk.

Barry Gifford schrieb später das Drehbuch für den Lynch-Film „Lost Highway”. Außerdem publizierte er neben seinen Romanen, wie „Perdita Durango“ (ebenfalls verfilmt), lesenswerte Sachbücher, wie „Out of the past“ über den Film Noir.

Mit Nicolas Cage, Laura Dern, Diane Ladd, Willem Dafoe, Isabella Rossellini, Harry Dean Stanton, Crispin Glover

Wiederholung: Montag, 25. Januar, NDR, 23.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Wild at Heart“

Wikipedia über „Wild at Heart“ (deutsch, englisch)

Homepage von David Lynch

Meine Besprechung von David Lynchs „Lost Highway“ (Lost Highway, USA 1997)


„Faithless“ – Brian Azzarello macht jetzt Dark Fantasy

Januar 14, 2021

Faithless“ ist die Hardcore-Version von „Fifty Shades of Grey“. Das stimmt zwar nicht so ganz, aber so dürfte das Interesse an „Faithless“, dem neuesten Werk von Brian Azzarello, geweckt sein. Azzarello ist vor allem für seine grandiosen Noir-Comics bekannt. Das sind eigene Serien, wie „100 Bullets“, „Jonny Double“ und „Moonshine“, und Neuinterpretationen bekannter Charaktere, wie seine zahlreichen „Batman“-Comics. Für „Faithless“ arbeitete er erstmals mit Maria Llovet zusammen. Zu den bisherigen Werken der Spanierin gehören „Loud!“, „Heartbeat“ und die Bilder für das Sex-Sachbuch „Ceci n’est pas un livre de sexe“. Soweit ich es überblicke, ist „Faithless“ ihr erstes in Deutschland veröffentlichtes Werk.

Im Mittelpunkt von „Faithless“ steht Faith, eine junge, an Magie glaubende Künstlerin, die sich mehr als schlecht durchschlägt und viel Zeit mit ihren Freunden in abgewrackten Spelunken verbringt. Eines Tages lernt sie Poppy kennen. Sie haben Sex. Für Faith ist es sogar wortwörtlich tierisch-teuflischer Sex. Tabulos gezeihnet von Llovet.

Wenige Stunden später gehen Poppy und Faith auf eine Vernissage. Dort trifft Faith den bekannten, charismatischen und überaus egozentrischen Künstler Louis Thorn.

Kurz darauf stirbt Poppy. Ihr kurzzeitig trauernder Vater Louis Thorn beginnt eine Beziehung mit Faith. Er nimmt sie auch als Muse und junges Talent in seine Schule auf. Sie wird ein Teil seiner Entourage. Gleichzeitig verführt er sie. Als sie Sex haben, glaubt Faith, dass auch Poppy dabei ist. Sowieso ist Poppy für Faith inzwischen eine feste, durchaus lebendige Begleiterin geworden.

Faithless“ wird als „Dark Fantasy Serie“ beworben. Der Untertitel ist „Eine erotische Darstellung von Glauben, Sex und dem Teufel in der Tradition der ‚Göttlichen Komödie’“. Damit dürfte klar sein, dass in der von Brian Azzarello und Maria Llovet erzählten Geschichte die Grenzen zwischen der normalen und einer magischen Welt brüchig sind und der Teufel eine junge Frau verführt. Unklar ist allerdings, wie gefährlich diese Welt ist, in die Faith hineingeführt wird und wie gefährlich sie für Faith wird.

In dem ersten „Faithless“-Sammelband (der die ersten sechs „Faithless“-Hefte enthält) geht es auch um die Selbstinszenierungen von Künstlern, ihrer Suche nach Wahrheit und Echtheit in ihrem Werk und dem Verhältnis vom Meister zu seinen von ihm verzauberten, ihm zu Füßen liegenden Lehrlingen.

Der erste „Faithless“-Sammelband ist ein gelungener, vielschichtiger Serienauftakt. In den USA erscheint in wenigen Wochen der zweite Sammelband.

Brian Azzarello/Maria Llovet: Faithless – Band 1

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Panini, 2020

164 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Faithless # 1 – 6

Boom Studios, 2020

Hinweise

Homepage von Maria Llovet

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung” (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs “Loveless 4 – Stunde der Abrechnung” (Loveless, Vol. 19 – 24, 2008)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)“ (100 Bullets: Dirty, Volume 84 – 88)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets: Freitag (Band 13) (100 Bullets: Wilt, Volume 89 – 100)

Meine Besprechung von Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): Batman – Kaputte Stadt, 2012 (Broken City: Part 1 – 5, Conclusio (Batman # 620 – 625), Dezember 2003 – Mai 2004)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos “Wonder Woman: Blut (Band 1)” (Wonder Woman #1 – 6, 2011/2012)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Before Watchmen: Rorschach“ (Before Watchmen: Rorschach – Damntown (Part One – Four), 2012/2013)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Goran Sudžuka/Cliff Chiangs „Wonder Woman: Königin der Amazonen (Band 6)“ (Wonder Woman # 30 – 35, 2014)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Matteo Casalis „Batman: Europa (Batman: Europa, 2016)

Meine Besprechung von Frank Miller/Brian Azzarello/Andy Kubert/Klaus Janson/Brad Anderson/Alex Sinclairs „Batman – Die Übermenschen“ (Dark Knight III: The Master Race # 1 – 9, 2018 )

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „Batman: Kaputte Stadt und weitere Abenteuer“ (Batman: Gotham Knights #8, 2000; Batman # 620 – 625, 2003/2004; Flashpoint: Batman – Knight of Vengeance # 1 – 3, 2011; Wednesday Comics # 1 – 12, 2009)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Batman: Damned – Band 1“ (Batman: Damned # 1, 2018)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Batman: Damned – Band 2“ (Batman: Damned # 2, 2018)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Batman: Damned – Band 3“ (Batman: Damned 3, 2019)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „Moonshine – Band 1“ (Moonshine, Volume 1, 2017)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „Moonshine: Band 2“ (Moonshine, Volume #2, 2017)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Lee Bermejos „Batman/Deathblow: Nach dem Feuer“ (Batman/Deathblow: After the Fire #1 – 3, 2002)


TV-Tipp für den 14. Januar: The Deep

Januar 14, 2021

Servus TV, 22.10

The Deep (Djúpið, Island/Norwegen 2012)

Regie Baltasar Kormákur

Drehbuch: Baltasar Kormákur, Jón Atli Jónasson

Mitten im arschkalten Winter sinkt in der Nähe von Island ein Fischkutter. Fünf der sechs Besatzungsmitglieder ertrinken. Nur Gulli beginnt in Richtung Land zu schwimmen.

Auf Tatsachen basierendes Überlebensdrama von Baltasar Kormákur, der solche Filme liebt. Wenn er nicht gerade einen ordentlichen Krimi inszeniert.

mit Ólafur Darri Ólafsson, Jóhann G. Jóhannsson, Þorbjörg Helga Þorgilsdóttir, Theódór Júlíusson, María Sigurðardóttir

Wiederholung: Freitag, 15. Januar, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Deep“

Wikipedia über „The Deep“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “Contraband” (Contraband, USA 2012)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “2 Guns” (2 Guns, USA 2013)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Everest“ (Everest,USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Der Eid“ (Eidurinn, Island 2016)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Die Farbe des Horizonts“ (Adrift, USA 2018)