Neu im Kino/Filmkritik: Philosophieren und Kämpfen in „Ip Man 4: The Finale“

März 6, 2020

1964 ist der 1893 geborene Ip Man (bzw. Yip Man) wahrlich kein Jungspund mehr. In den vergangenen Jahrzehnten lehrte er die südchinesische Kampfkunst Wing Chun. Einer seiner Schüler ist Bruce Lee, der inzwischen in den USA lebt und eine erfolgreiche Kampfschule betreibt. Er unterrichtet auch nicht chinesische Schüler und trägt zur Popularisierung chinesischer Kampfkünste und des damit verbundenen Denkens im Westen bei.

Als, und hier verlassen wir das Feld der unbestreitbaren Fakten und betreten die Filmgeschichte, Ip Man von seinem Arzt erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist, und sich die Probleme mit seinem renitenten Ziehsohn Ching häufen, beschließt Ip Man in die USA zu reisen. In San Francisco will er, weil die amerikanischen Schulen gut sein sollen, für Ching einen Schulplatz finden. Außerdem will er seinen Schüler Bruce Lee besuchen. Der hat inzwischen seine Schulausbildung in den USA abgeschlossen und ein Trainingscenter eröffnet, in dem auch US-Amerikaner Wing Chun trainieren können. Die chinesische Exilgemeinde, vor allem Wan Zong Hua, der mächtige Vorsitzenden der Chinese Benevolent Association (die für den Schulbesuch in den USA die notwendigen Empfehlungsschreiben ausstellt), lehnt die von Bruce Lee getätigte Öffnung der chinesischen Kampfkunst für Nicht-Chinesen ab. Wan möchte, dass Kung Fu weiterhin nur von Chinesen ausgeübt wird und Ip Man soll mit Bruce Lee darüber reden. Ip Man hat dagegen nichts gegen eine weitere Verbreitung ihrer Kampfkunst.

Das ist nicht der einzige Konflikt, in den Ip Man hineingerät. US-Marine-Sergeant Hartmann, ein Schüler von Bruce Lee, möchte, dass Wing Chun in das Trainingsprogramm der Soldaten aufgenommen wird. Seine Vorgesetzten Barton Geddes und Colin Frater sind dagegen. Sie bevorzugen das martialische Karate.

Und so muss Ip Man, der schon optisch wie ein Mönch aussieht, zwischen den Fronten vermitteln.

Für „Ip Man 4: The Finale“ haben sich die Macher der vorherigen, sehr erfolgreichen „Ip Man“-Filme, die in den vergangenen Jahren sehr dazu beitrugen, das Denken, Wirken und Leben von Ip Man weltweit bekannt zu machen, wieder zusammengetan. Donnie Yen übernahm wieder die Hauptrolle. Wilson Yip wieder die Regie. Edmond Wong schrieb wieder das Drehbuch. Die Kampfchoreographie übernahm wieder Yuen Woo-Ping. Er war auch zuständig für die Action-Choreographie in Wong Kar-Wais Ip-Man-Film „The Grandmaster“ und in den „Matrix“- und „Kill Bill“-Filmen. Die Kämpfe überzeugen als realistische Kämpfe, die meisten auf dem begrenzten Raum eines Wettkampfplatzes ausgetragen werden.

Die Geschichte selbst behandelt ständig die Frage, welche Kultur überlegen ist (Die chinesische oder die amerikanische? Kung Fu oder Karate?) und wie man sich als Einwanderer verhalten soll. Assimilation, Integration oder in selbstgewählter Isolation verharren? Diese Fragen, Themen und Konflikte werden im Drehbuch und Film sehr deutlich herausgearbeitet. Ebenso deutlich wird die zeitlose Aktualität dieser Fragen herausgearbeitet. Immer wieder sind die im Film geäußerten Ansichten, je nachdem wer sie äußert, erschreckend oder auch erfreulich aktuell.

Ip Man 4: The Finale“ ist vor allem deshalb das Finale der Serie, weil die Macher jetzt aufhören wollen. An der Kinokasse ist ihr prächtig ausgestatteter Martial-Arts-Film schon jetzt erfolgreichste Film der Serie. Er ist auch ein würdevolles Ende der Serie.

Der echte Ip Man starb am 2. Dezember 1972 in Hongkong.

Ip Man 4: The Finale (葉問4:完結篇, Hongkong/China 2019)

Regie: Wilson Yip

Buch: Hiroshi Fukazawa, Edmond Wong

mit Donnie Yen, Scott Adkins, Chris Collins, Wu Yue, Danny Chan, Yanness Wu, Kent Cheng

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 16 Jahre (hätte auch eine FSK 12 geben können)

Hinweise

Moviepilot über „Ip Man 4: The Finale“

Metacritic über „Ip Man 4: The Finale“

Rotten Tomatoes über „Ip Man 4: The Finale“

Wikipedia über „Ip Man 4: The Finale“ 


TV-Tipp für den 6. März: No Country for Old Men

März 5, 2020

Pro7, 23.25

No Country for Old Men (No Country for Old Men, USA 2007)

Regie: Ethan Coen, Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005 (Kein Land für alte Männer)

Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Feine McCarthy-Verfilmung der Coen-Brüder, die, neben vielen anderen Preisen, auch den Oscar als bester Film des Jahres gewann und für den Edgar nominiert war (aber das war auch mit dem Gewinner “Michael Clayton”, “Tödliche Versprechen”, “Zodiac – Die Spur des Verbrechers” und “Die Regeln der Gewalt” ein starkes Jahr für Krimifreunde).

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Wiederholung: Sonntag, 8. März, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “No Country for Old Men”

Rotten Tomatoes über “No Country for Old Men”

Wikipedia über “No Contry for Old Men” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Bloodshot“ für Vin Diesel

März 5, 2020

Im Presseheft steht, in „Bloodshot“ spiele Vin Diesel erstmals einen Superhelden. Das ist höchstens halb richtig. Einerseits weil Ray Garrison ein mittels Nanotechnologie optimierter Soldat ist und das klingt dann doch sehr nach Technikanwendung, andererseits weil der von ihm gespielte Hyper-James-Bond-Verschnitt xXx Xander Cage und der Einzelkämpfer Riddick, der in der Nacht sehen kann, schon ziemliche unkaputtbare Superhelden waren. Auch Kaulder in „The Last Witch Hunter“ (keine Lücke im Filmwissen, die geschlossen werden muss) war ziemlich superheldisch. Und Dom Toretto wird in den „Fast & Furious“-Filmen zunehmend zu einem unbesiegbarem Autofahrer. An der Kinokasse ist nur die „Fast & Furious“-Serie durchgehend erfolgreich.

Genau wie alle diese Filme soll „Bloodshot“ der Beginn eines neuen Franchise für Vin Diesel sein. Die Vorlage für den Actionthriller ist eine 1992 von Kevin VanHook, Don Perlin und Bob Layton begonnene Comicreihe über einen mittels Nanotechnologie zum unbesiegbaren Superhelden mutierten Soldaten, der herausfinden will, wer er wirklich ist. Denn sein Gedächtnis und damit auch seine Erinnerungen wurden und werden manipuliert.

Im Film wird erzählt, wie der Soldat Garrison von Martin Axe (Toby Kebbell) getötet wird. Davor ermordete der Psychopath Axe bereits Garrisons über alles geliebte Frau.

Kurz darauf erwacht Garrison in den oberen Stockwerken eines Wolkenkratzers in einem leicht futuristischem Labor der für das Militär forschenden Firma Rising Spirit Technologies (RST). RST-Chef Dr. Emil Harting (Guy Pearce) erklärt ihm, er sei jetzt mittels Nanotechnologie optimiert und praktisch unbesiegbar. Jedenfalls wenn es um Schuss- und Stichwunden geht. Mit Betäubungsmitteln kann er allerdings schnell außer Gefecht gesetzt werden. Oder man schaltet einfach, wie bei einem Computer, sein Gehirn ab. Dieses Feature verrät Harting Garrison selbstverständlich nicht.

Als Garrison näheres über die Umstände seines Todes erfährt, ist er nur von einem Gedanken besessen: er will sich an Axe rächen.

Das klingt doch nach einer guten Prämisse für ein ordentliches zweistündiges Actionspektakel. Dummerweise tötet Garrison Axe bereits nach einigen Minuten und wir erfahren, dass Harting das Gedächtnis von Garrison manipuliert. Ab jetzt ist die Story ein einziger Kladderadatsch von chaotisch motivierten Figuren, erzählerischen Lücken, Unlogik (zum Beispiel: Warum tut der Bösewicht das, was er tut, bei Garrison so und nicht anders? oder Warum helfen Garrison irgendwann bestimmte Figuren?) und billig inszenierter Action im schlecht kopierten wackeligen Jason-Bourne-Stil.

Schon lange vor dem Abspann sieht „Bloodshot“ wie ein weiteres geplantes Franchise aus, das dead on arrival ist.

Dabei hätte die Figur Bloodshot und die Idee, dass jemand das Gedächtnis des Protagonisten für seine Zwecke manipuliert, durchaus das Potential für einen zum Nachdenken anregenden Blockbuster. Man denke nur an Christopher Nolans „Inception“. Regiedebütant David S. F. Wilson kommt noch nicht einmal in die Nähe von Nolans Film.

Bloodshot (Bloodshot, USA 2020)

Regie: David S. F. Wilson

Drehbuch: Jeff Wadlow, Eric Heisserer (nach einer Geschichte von Jeff Wadlow)

LV: Comicfigur von Kevin VanHook, Don Perlin und Bob Layton

mit Vin Diesel, Eiza González, Sam Heughan, Toby Kebbell, Guy Pearce, Jóhannes Haukur Jóhannesson

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Bloodshot“

Metacritic über „Bloodshot“

Rotten Tomatoes über „Bloodshot“

Wikipedia über „Bloodshot“ 


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Die Känguru-Chroniken“ transformieren ins Kino

März 5, 2020

Die erste Begegnung läuft im Film genauso undramatisch wie im Buch ab: ein Känguru klingelt und fragt Marc-Uwe Kling, ob er Eier für einen Eierkuchen habe. Kling, eigentlich Marc-Uwe, gibt sie ihm. Ohne sich über das sprechende Känguru zu wundern. Kurz darauf klingelt das Känguru wieder und fragt nach dem Salz. Marc-Uwe gibt es ihm. Nachdem das Känguru sich alle Zutaten für den Eierkuchen zusammengeschnorrt hat, fällt ihm auf, dass es keinen Herd hat.

Das ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Im Buch war diese Begegnung schon vor über zehn Jahren. Den ersten Auftritt hatte das Känguru 2008 in dem wöchentlichen Podcast „Neues vom Känguru“ beim RBB-Radiosender „Fritz“. Seitdem schrieb Kling unzählige weitere Känguru-Geschichten, die er in bis heute vier Büchern veröffentlichte. Die Bücher wurden Bestseller. Die Hörbücher ebenso. Da war eine Verfilmung nur eine Frage der Zeit. Wobei die Känguru-Bücher sich gegen eine Verfilmung sperren. Sie bestehen aus kurzen, meist drei- bis vierseitigen Geschichten, die wenig bis überhaupt nicht miteinander verbundenen sind. Einige Figuren tauchen öfter auftauchen, ohne dass sie nennenswert an Tiefe gewinnen. Die Wirtin der Eckkneipe ist die Wirtin der Eckkneipe. Der tumbe Nazi der tumbe Nazi.

Für den Film musste daher eine Geschichte erfunden werden. Und die geht so: Kleinkünstler Marc-Uwe und das Känguru, das, philosophisch gebildet, Besitz ablehnt und sich daher schamlos am Eigentum anderer Menschen vergreift und durchschnorrt, leben gemütlich in Marc-Uwes Kreuzberger Altbauwohnung vor sich hin. Als der großkotzige Großinvestor Jörg Dwigs, gleichzeitig Vorsitzender der „Nationalkonservative Partei für Sicherheit und Verantwortung“ den Kiez durchsanieren und die Baugrube neben Marc-Uwes Haus mit einem edlen Schicki-Micki-Hochhaus zubauen will, ist Widerstand angesagt.

Neben diesem Hauptplot gibt es zahlreiche Episoden, die mehr oder weniger direkt auf bereits bekannten Känguru-Geschichten basieren. Dabei bediente Marc-Uwe Kling, der das Drehbuch schrieb, sich bei allen Känguru-Büchern. So hat Dwigs seinen ersten Auftritt erst im zweiten Känguru-Buch „Das Känguru-Manifest“.

Damit ist schon einmal klar, dass der Humor des Films dem der Vorlagen ähnelt. Diese sind klassische Lesebühnentexte, zu denen alle beifällig nicken können und sich niemand jemals überfordert fühlt. Es sind humorig-harmlose Schnurren. Niemand wird verletzt. Es wird auf konsensfähige Gegner eingeschlagen. Im Buch Nazis und Kapitalisten. Im Film eine AfD-ähnliche Partei und Kapitalisten. Es gibt Beobachtungen aus dem Großstadtleben, die ebenso konsensfähig sind. Eine satirische Zuspitzung oder auch eine Demaskierung des eigenen Milieus erfolgt nicht. Dafür sind die Geschichten durchgehend zu nett und zu oberflächlich. Marc-Uwe Kling will kein Max Goldt, Georg Schramm oder Wiglaf Droste sein.

Auch der Film überfordert niemals. Episodisch wird sich von einer Situation zur nächsten gehangelt. Der Kampf gegen das Bauprojekt bleibt eine erzählerische Krücke mit einem Ende, das sich in dem Moment vielleicht gut anfühlt, aber das Problem nicht löst. Es noch nicht einmal versucht. Dabei spricht der Kampf gegen Mietwucher, Großinvestoren und Gentrifizierung reale Berliner Probleme an, die auch die Probleme von allen Metropolen sind. In Berlin führte das zu einer Volksinitiative, die eine Enteignung von großen Wohnungsgesellschaften, wie Deutsche Wohnen, fordert, und einem Mietendeckel.

Die Anspielungen und Zitate auf und aus anderen Filmen – Ich sage nur, ergänzend zu den schon im Trailer gezeigten Anspielungen, Bud Spencer, „Pulp Fiction“ (die goldene Uhr), „The Big Lebowski“ (der Teppich) – sind überdeutlich und peinlich schlecht zitiert. Der Rest spielt sich in der Kreuzberger Wohlfühlzone der saturierten Kapitalismuskritik und des Verkloppens bierbäuchiger und sehr dummer Nazis ab.

Von Regisseur Dani Levy hätte ich mehr als diesen rundum harmlos-gefälligen Klamauk erwartet.

Fans der Känguru-Geschichten werden sich allerdings genau darüber freuen.

Die Känguru-Chroniken (Deutschland 2020)

Regie: Dani Levy

Drehbuch: Marc-Uwe Kling

LV: Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken, 2009 (naja, eigentlich eher „lose inspiriert“)

mit Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Adnan Maral, Tim Seyfi,Carmen-Maja Antoni, Bettina Lamprecht, Henry Hübchen, Oscar Strohecker, Volker Zack, Paulus Manker

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Lesehinweis

 

Wer tiefer in die Welt von Marc-Uwe Kling und seinem Mitbewohner einsteigen will, kann zwischen zwei neuen Ausgaben ihrer Abenteuer wählen. Für den schmalen Geldbeutel erschien der erste Band der Känguru-Geschichten im Filmcover. Der Rest entspricht den früheren Ausgaben.

Als Ostergeschenk eignet sich der Sammelband „Die Känguru-Tetralogie“, der alle bislang erschienenen Känguru-Bücher in einem schicken Schuber enthält. Die Bücher haben einen festen Einband. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht von früheren Ausgaben.

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken

Ullstein, 2020 (mit Filmcover)

272 Seiten

10,99 Euro

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Tetralogie (Die Känguru-Werke)

Ullstein, 2020

1184 Seiten

36 Euro

enthält

Die Känguru-Chroniken, 2009

Das Känguru-Manifest, 2011

Die Känguru-Offenbarung, 2014

Die Känguru-Apokryphen, 2018

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Känguru-Chroniken“

Moviepilot über „Die Känguru-Chroniken“

Wikipedia über „Die Känguru-Chroniken“

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys „Die Welt der Wunderlichs“ (Deutschland/Schweiz 2016)


TV-Tipp für den 5. März: James Bond 007 jagt Dr. No

März 5, 2020

Bereits um 20.15 Uhr zeigt Vox den Daniel-Craig-Bond „Ein Quantum Trost“, aber „Dr. No“ ist der viel bessere Bond

Vox, 22.25

JAMES BOND: 007 jagt Dr. No (Dr. No, Großbritannien 1962)

Regie: Terence Young

Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather

LV: Ian Fleming: Dr. No, 1958 (007 James Bond jagt Dr. No)

Auf Jamaica soll James Bond herausfinden, wer zwei Mitarbeiter des Secret Service umbrachte. Er stößt schnell auf Dr. No.

Der allererste Bond, mit Sean Connery, Ursula „Bikini“ Andress, Joseph Wiseman – damals noch nah am Buch und ziemlich hart. „Dr. No“ ist nicht nur aus nostalgischen Gründen sehenswert.

Hinweise

Rottn Tomatoes über „James Bond: 007 jagt Dr. No“

Wikipedia über „James Bond: 007 jagt Dr. No“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Kurzmeldung: „James Bond: Keine Zeit zu Sterben“ hat einen neuen Starttermin: ab dem 12. November 2020 in deutschen Kinos

März 5, 2020

Der 25. James-Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ (No Time to Die) wird nicht, wie geplant, Anfang April, sondern erst im November, wahrscheinlich Mitte November, in unseren Kinos anlaufen. Damit ist der Bond-Film der erste Blockbuster, der wegen des Coronavirus seinen Starttermin verschiebt.

Nachtrag (einige Stunden später): der deutsche Kinostart ist am 12. November.

Der Titelsong

Ein brandneues Interview mit Daniel Craig über den neuen Bond-Film (soweit er schon über den Inhalt reden darf)


TV-Tipp für den 4. März: Eine Sommerliebe

März 3, 2020

Arte, 20.15

La belle saison – Eine Sommerliebe (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015)

Regie: Catherine Corsini

Drehbuch: Catherine Corsini, Laurette Polmanss

1971 trifft die 23-jährige Delphine in Paris die Aktivistin Carole. Sie verlieben sich ineinander. Aber dann muss Delphine zurück auf den Hof ihrer Eltern. Carole folgt ihr in eine für sie vollkommen fremde Welt.

Wunderschöne, politisch grundierte Sommerromanze, die auch viel über die frühen Siebziger Jahre in Frankreich erzählt

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Cécile de France, Izïa Higelin, Noémi Lvovsky, Kévin Azais, Laetitia Dosch, Benjamin Bellecour

Wiederholung: Montag, 9. März, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „La belle saison“

Rotten Tomatoes über „La belle saison“

Wikipedia über „La belle saison“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Catherine Orsinis „La belle saison – Eine Sommerliebe“ (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015) und der Blu-ray


Cover der Woche

März 3, 2020


TV-Tipp für den 3. März: Dead Man Walking – Sein letzter Gang

März 2, 2020

Nitro, 00.35

Dead Man Walking – Sein letzter Gang (Dead Man Walking, USA 1995)

Regie: Tim Robbins

Drehbuch: Tim Robbins

LV: Sister Helen Prejean: Dead Man Walking, 1993 (Dead Man Walking – Sein letzter Gang)

Die Nonne Helen Prejean lernt den Verbrecher Matthew Poncelet, der in der Todeszelle sitzt, kennen. Eine Freundschaft entwickelt sich, die mit seinem Tod endet.

Starkes, auf Tatsachen basierendes Drama über die Todesstrafe und das US-amerikanische Justizsystem. Susan Sarandan erhielt für ihre Darstellung einen Oscar.

„Der Regie und den Hauptdarstellern ist es gelungen, einen aufwühlenden Film über die Todesstrafe zu machen, ohne in ein Rührstück zu verfallen (…) ein in jeder Hinsicht anspruchs- und gehaltvolles Werk.“ (Fischer Film Almanach 1997)

mit Susan Sarandon, Sean Penn, Robert Prosky, Ramond J. Barry, R. Lee Ermey

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Dead Man Walking“

Wikipedia über „Dead Man Walking“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino (mit begleitender Drei-Städte-Kinotour)/Filmkritik: „Für Sama“, meine im Bürgerkrieg in Aleppo geborene Tochter

März 2, 2020

Den Oscar als bester Dokumentarfilm erhielt „Für Sama“ nicht. Der ging an den publikumsfreundlicheren Film „American Factory“, Während in „American Factory“ erzählt wird, wie ein chinesischer Milliardär in Ohio eine Fabrik eröffnet und amerikanische und chinesische Arbeitskultur aufeinanderprallen, erzählt Waad al-Kateab was vor und nach der Geburt ihrer Tochter geschah. Sama kam am 1. Januar 2016 in Aleppo zur Welt – und Aleppo war damals ungefähr der letzte Ort, an dem man ein Kind groß ziehen mochte.

Die inzwischen mit ihren beiden Töchtern und ihrem Mann in London lebende, bei Channel 4 arbeitende Waad al-Kateab dokumentiert in ihrem mit zahlreichen Preisen ausgezeichnetem und mit Kritikerlob überhäuftem Film „Für Sama“ ihr damaliges Leben in einer belagerten Stadt. Technisch ist das nicht unbedingt High-End und nicht immer hundertprozentig professionell aufgenommen. Aber das erwartet auch niemand ernsthaft.

Dafür haben die über fünf Jahre entstandenen Bilder vom täglichen Überlebenskampf in einer belagerten Stadt, die ständig bombardiert wird, während die Überlebenden versuchen, ihren Alltag zu organisieren, eine unmittelbare Kraft und auch Schrecken. Es ist ein Leben im Ausnahmezustand, mit dem sie sich arrangieren und versuchen, ein normales Leben zu führen. Dazu gehört, dass Kinder in Bombenkratern planschen, sich am Schnee erfreuen und in einem ausgebrannten Wrack eines Busses ‚Bus fahren‘ spielen. Die Erwachsenen versuchen, Hochzeiten zu feiern und Wohnungen so einzurichten, dass sie zugleich wohnlich sind und einen Schutz gegen Bomben bieten.

Ihren Mann Hamza lernt Waad während ihres Studiums kennen. Sie kommt 2009 aus der Provinz nach Aleppo, um dort Marketing zu studieren. Als 2011 der Bürgerkrieg beginnt, wird die 21-jährige schnell zu einem Teil der studentischen Protestbewegung. Wie viele andere Syrer dokumentiert sie ihren Alltag, ihre Aktionen und die Reaktionen der Regierung darauf. Zuerst mit ihrer Handykamera. Später mit einer richtigen Kamera und dann auch für Channel 4 News als Bürgerjournalistin. Ihre Aufnahmen sind Botschaften an die Nachwelt und an die restliche Welt. Hamza ist angehender Arzt und Teil der Widerstandsbewegung gegen den syrischen Diktator Baschar al-Assad.

Von Juli 2012 bis Dezember 2016 wurde Aleppo über vier Jahre von der syrischen und später auch russischen Armee bombardiert. In dieser Zeit heiratet Waad Hamza und sie wird schwanger. Während der Bombardierungen baut Hamza mit anderen Protestlern ein Krankenhaus auf, das schnell das einzige Krankenhaus in Aleppo ist. Unter in jeder Beziehung grauenerregenden Bedingungen helfen er und zahlreiche weitere Helfer Verletzten. Waad zeigt das immer wieder in schmerzhaft langen Sequenzen, wenn das Blut der Verletzten sich wie in einem Splatter-Film über die Gänge verteilt oder Hamza minutenlang versucht, einem Baby ein erstes Lebenszeichen zu entlocken. Mitten in diesem Kriegsgebiet versuchen Waad und Hamza, soweit das unter diesen Bedingungen überhaupt möglich ist, Sama eine normale Kindheit zu geben. Bis auch sie es nicht mehr in Aleppo aushalten.

Waad al-Kateabs aus hunderten Stunden Aufnahmen entstandener Film besticht durch seine ungefilterten Bilder, in denen immer die Menschen im Mittelpunkt stehen. Sie zeigt die Auswirkungen der Taten von Soldaten auf Zivilisten. „Für Sama“ ist ein beeindruckender, wichtiger und deprimierend zeitloser Film entstanden, dessen Bilder einen noch lange verfolgen.

Für Sama (For Sama, Großbritannien 2019)

Regie: Waad al-Kateab, Edward Watts

Drehbuch: Waad al-Kateab

mit Waad al-Kateab, Hamza al-Khateab, Sama al-Khateab

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Zum Kinostart stellt Waad al-Kateab ihren Film vor:

in Hamburg am Dienstag, den 3. März, um 20.00 Uhr im Abaton,

in Berlin am Mittwoch, den 4. März, um 20.00 Uhr im Delphi Filmpalast und

in München am Donnerstag, den 5. März, um 20.00 Uhr in den City Kinos.

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Für Sama“

Metacritic über „Für Sama“

Rotten Tomatoes über „Für Sama“

Wikipedia über „Für Sama“ (deutsch, englisch

Frontline Club: Q&A mit Waad al-Kateab, Ben de Pear und Nevine Mabro (beide Executive Producer) über den Film

Q&A beim Sheffield Doc/Fest mit Edward Watts und der Familie al-Kateab

Channel 4: Waad und Hamza al-Kateab sprechen über den Film und ihre Erlebnisse


Die Krimibestenliste März 2020

März 2, 2020

Folgende Kriminalromane sind nach Ansicht der von der Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur präsentieren Krimibestenliste im Moment besonders lesenswert:

1. Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht (Platzierung im Vormonat: /)

Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

2. Attica Locke – Heaven, My Home (Platzierung im Vormonat: 2)

Aus dem Englischen von Susanna Mende.Polar, 322 Seiten, 22 Euro.

3. David Longo – Die jungen Bestien (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Rowohlt, 412 Seiten, 22 Euro.

4. Nicci French – Was sie nicht wusste (Platzierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller. C. Bertelsmann, 446 Seiten, 16 Euro.

5. Liz Moore – Long Bright River (Platzierung im Vormonat: 10)

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. C.H. Beck, 414 Seiten, 24 Euro.

6. Frank Göhre – Verdammte Liebe Amsterdam (Platzierung im Vormonat: /)

Culturbooks, 158 Seiten, 15 Euro.

7. Xavier-Marie Bonnot – Der erste Mensch (Platzierung im Vormonat: /)

Aus dem Französischen von Gerhard Meier. Unionsverlag, 348 Seiten, 19 Euro.

8. Robert E. Dunn – Dead Man’s Badge (Platzierung im Vormonat: 6)

Aus dem Englischen von Philipp Seedorf. Luzifer, 356 Seiten, 14,95 Euro.

9. Sarah Schulman – Trüb (Platzierung im Vormonat: 1)

Aus dem Englischen von Else Laudan. Ariadne im Argument-Verlag, 270 Seiten, 20 Euro.

10. Richard Lorenz – Hinter den Gesichtern (Platzierung im Vormonat: /)

Luzifer, 294 Seiten, 13,95 Euro.

Frank Göhre wird demnächst abgefeiert. Versprochen. Und der neue Roman von Horst Eckert. „Im Namen der Lüge“ erscheint am 9. März 2020 bei Heyne und es soll der Auftakt einer neuen Serie sein. Hauptfigur Melia Khalid, deutsche Verfassungsschützerin mit somalischen Wurzeln, ist einem den Staat bedrohendem Komplott auf der Spur und ihre Vorgesetzten haben kein Interesse an der Wahrheit. Das dürfte gewohnt spannend werden und, wieder einmal, nicht in der Krimibestenliste empfohlen werden.

Zuletzt war ich, verfilmungsbedingt, mit Hermann Hesse und dem Känguru beschäftigt.


TV-Tipp für den 2. März: What happened to Monday?

März 1, 2020

ZDF, 22.15

What happened to Monday? (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)

Regie: Tommy Wirkola

Drehbuch: Max Botkin, Kerry Williamson

Um den drohenden globalen Kollaps abzuwenden, verfolgt die Regierung eine radikale, kompromisslos durchgesetzte Ein-Kind-Politik. Als Terrence Settman zufällig Vater von Siebenlingen wird, fasst er einen genialen Plan. Er erzieht sein Töchter und an jedem Wochentag darf eine andere Karen Settman die Wohnung verlassen. Das geht solange gut, bis eines Tages ‚Montag‘ verschwindet und damit das Leben ihrer Schwestern gefährdet.

TV-Premiere. Kein großartiger, aber ein großartig unterhaltsamer Science-Fiction-Thriller, erzählt mit mehr als einem Augenzwinkern und einer Noomi Rapace, die Montag, Dienstag, Mittwoch und die anderen Schwestern grandios spielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Noomi Rapace, Glenn Close, Willem Dafoe, Marwan Kenzari, Chrstian Rubeck, Pal Sverre Hagen, Clara Read

Wiederholung: Mittwoch, 4. März, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „What happened to Monday?“

Metacritic über „What happened to Monday?“

Rotten Tomatoes über „What happened to Monday?“

Wikipedia über „What happened to Monday?“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ (Hansel and Gretel: Witch Hunters, USA/Deutschland 2012)

Meine Besprechung von Tommy Wirkolas „What happened to Monday?“ (What happened to Monday?, Großbritannien 2017)


TV-Tipp für den 1. März: A quiet Place

Februar 29, 2020

Pro7, 23.10

A quiet Place (A quiet Place, USA 2018)

Regie: John Krasinski

Drehbuch: John Krasinski, Bryan Woods, Scott Beck (nach einer Geschichte von Bryan Woods und Scott Beck)

Wenige Tage bevor am 19. März 2020 im Kino die Fortsetzung „A quiet Place 2“ anläuft, hat der erste Film seine TV-Premiere.

In einem abgelegenem Bauernhaus lebt die Familie Abbott. Weil geräuschempfindliche Monster die Welt erobert haben, schweigen sie die meiste Zeit.

Höllisch spannender, wenn auch unlogischer SF-Horrorthriller, der einen rappelvollen Kinosaal mühelos zu einem stillen Ort macht.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Überraschungserfolgs.

mit John Krasinski, Emily Blunt, Millicent Simmonds, Noah Jupe

Wiederholung: Montag, 2. März, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „A quiet Place“

Metacritic über „A quiet Place“

Rotten Tomatoes über „A quiet Place“

Wikipedia über „A quiet Place“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Krasinskis „A quiet Place“ (A quiet Place, USA 2018)


TV-Tipp für den 29. Februar: Tödliche Entscheidung

Februar 28, 2020

Servus TV, 22.00

Tödliche Entscheidung (Before the devil knows you’re dead, USA 2007)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Kelly Masterson

Andy, der für Drogen Geld aus der Firmenkasse nahm, kann seinen Bruder Hank überreden, das elterliche Juweliergeschäft zu überfallen. Der Überfall, auch weil die Mutter gar nicht daran denkt, irgendwelchen hergelaufenen, maskierten Verbrechern die Juwelen zu geben, geht schief – und dann bröckelt die heile Fassade der Familie verdammt schnell ab.

Mit seinem letzten Film drehte Sidney Lumet, nach einigen schwächeren Werken, mit einer Familientragödie noch einmal so richtig voll auf. Er seziert, wieder einmal, die Kehrseite des amerikanischen Traums anhand. Dieses Mal am Beispiel einer ziemlich kaputten, weißen Mittelstandsfamilie.

Der Pitch war vielleicht: „Family Business“, aber ohne Lacher.

„Tödliche Entscheidung“ ist ein feiner Noir und, kein Wunder bei der Besetzung, großes Schauspielerkino. Ein potentieller Klassiker.

mit Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Albert Finney, Marisa Tomei, Aleksa Palladino, Michael Shannon, Amy Ryan, Sarah Livingston, Brían F. O’Byrne, Rosemary Harris

Wiederholung: Sonntag, 1. März, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Tödliche Entscheidung”

Wikipedia über „Tödliche Entscheidung“ (deutsch, englisch)

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)


R. i. P. Burkhard Driest

Februar 28, 2020

Burkhard Driest (28. April 1939 in Stettin – 27. Februar 2020 in Berlin)

Bekannt wurde Burkhard Driest 1974 mit seinem Debütroman „Die Verrohung des Franz Blum“, in dem er aus eigener Erfahrung über das Leben im bundesdeutschen Gefängnis schrieb. Kurz vor seinem mündlichen Jura-Examen überfiel er eine Bank. Für diesen Banküberfall wurde er am 1. Juli 1966 zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. 1968 wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen und schlug sich danach mit Gelegenheitsjobs durch.

Das autobiographische Buch wurde im gleichen Jahr von Reinhard Hauff verfilmt. Driest schrieb das Drehbuch und übernahm im Film eine wichtige Rolle. Das war der Beginn seiner Karriere als Autor, Schauspieler und Regisseur. Mit Hauff arbeitete er in den folgenden Jahren öfter zusammen. Unter anderem in dem autobiographischen Gangsterdrama „Endstation Freiheit“ (1980), für das Driest das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm.

Zu seinen weiteren Drehbüchern gehören „Paule Pauländer“ (1976), „Querelle“ (1982), „Annas Mutter“ (1984, auch Regie), „Sanfte Morde“ (1997) und „Schande“ (1999).

Zu seinen Romanen gehören „Mann ohne Schatten“ (1981), „Sanfte Morde“ (1997) und die auch verfilmten, auf Ibiza spielenden Kommissar-Toni-Costa-Krimis, „Der rote Regen“ (2003), „Liebestod“ (2005), „Brennende Schuld“ (2006), „Sommernachtsmord“ (2008) und „Küchenkunst“ (2010). In seinem letzten Buch „Die Maikäfer und der Krieg“ (2011) schrieb er über seine Kindheit.

Driest starb in Berlin nach langer Krankheit.

Hinweise

Homepage von Burkhard Driest

Wikipedia über Burkhard Driest


TV-Tipp für den 28. Februar: Children of Men

Februar 28, 2020

3sat, 22.25

Children of Men (Children of Men, USA 2006)

Regie: Alfonso Cuarón

Drehbuch: Alfonso Cuarón, Timothy J. Sexton, David Arata, Mark Fergus, Hawk Ostby

LV: P. D. James: The Children of Men, 1992 (Im Land der leeren Häuser)

2027: Seit 18 Jahren wurde weltweit kein Kind mehr geboren. Großbritannien ist ein Polizeistaat und eigentlich geht alles vor die Hunde. Da wird der desillusionierte Weltverbesserer Theo von einer Untergrundorganisation entführt. Er soll eine junge, schwangere Frau aus London in eine irgendwo außerhalb Englands liegende sichere Zone bringen. Denn das Baby darf nicht in die Hände der Regierung fallen. Auf ihrer Reise muss Theo schnell feststellen, dass er niemand vertrauen kann.

Verfilmung des S-F-Romans von P. D. James. Für den Film spricht die Darstellerriege, die Kameraarbeit (Cuarón schneidet auch in Action-Szenen extrem selten, teilweise überhaupt nicht). Gegen den Film spricht die 08/15-Story, dass diese Negativutopie ein einziges Patchwork verschiedenster, sich letztendlich wiedersprechender Negativutopien ist und dass „Children of Men“ im Gegensatz zu den großen Negativutopien deshalb eskapistisches Kino ist.

Mit Clive Owen, Julianne Moore, Chiwetel Ejiofor, Michael Caine, Danny Huston, Charlie Hunnam

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Children of Men“

Wikipedia über „Children of Men“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alfonso Cuarón „Gravity“ (Gravity, USA/GB 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Just Mercy“ – eine Anklage gegen die Todesstrafe und das US-Justizsystem

Februar 27, 2020

Nachdem Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) während seines Studiums im Georgia State Prison auf einen zum Tod verurteilten gleichaltrigen Schwarzen trifft, der sein Bruder oder ein Schulkamerad sein könnte, beschließt Stevenson sein Harvard-Jurastudium einzusetzen, um für die Menschen zu kämpfen, die Hilfe am meisten benötigen.

Deshalb nimmt er keine gut bezahlte Stelle in einer Kanzlei an, sondern fährt 1988 nach dem erfolgreich abgeschlossenem Studium nach Alabama, wo man den seligen Zeiten der Rassentrennung nachtrauert. Zusammen mit Eva Ansley (Brie Larson) bietet er zum Tode Verurteilten, bei denen er eine Wiederaufnahme ihres Verfahrens für sinnvoll hält und die bis dahin keine angemessene anwaltliche Vertretung hatten, seine Dienste an. Walter McMillian (Jamie Foxx) gehört zu diesen Männern.

1987 wurde McMillian in einem Schnellverfahren verurteilt, am 1. November 1986 die achtzehnjährige weiße Community-College-Studentin Ronda Morrison ermordet zu haben. Der Fall schockte die Gemeinde von Monroeville, Alabama. Lange suchte die Polizei vergeblich den Täter. Bis der Berufskriminellen Ralph Myers (Tim Blake Nelson) aussagte, er habe McMillian am Tatort gesehen. Weitere Beweise gegen den ehrbaren Kleinunternehmer und Familienvater gab es nicht. Außer seiner Hautfarbe.

Stevenson glaubt, dass er den Fall erfolgreich neu aufrollen kann. Die erste Hürde ist, dass McMillian inzwischen desillusioniert ist und nicht mehr glaubt, dass ein Anwalt seine Unschuld beweisen kann.

Destin Daniel Cretton („Schloss aus Glas“) erzählt in dem Justizdrama „Just Mercy“ die sich über mehrere Jahre erstreckende Geschichte von Bryan Stevensons erstem Fall nach. Stevenson ist inzwischen anerkannter, mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichneter Bürgerrechtsanwalt. Zusammen mit Eva Ansley gründete er schon 1989 die noch heute bestehende Equal Justice Initative (EJI). McMillian saß, wie viele andere zum Tod Verurteilte, unschuldig in Haft.

Just Mercy“ ist ein guter, sehenswerter und auch informativer Film. Bei all seinen guten Absichten bleibt das Justizdrama allerdings immer etwas zu konventionell, um wirklich mehr zu sein als ein guter Film. Auf der formalen Ebene ist „Just Mercy“ ein Gerichtsdrama, in dem ein tapferer Anwalt darum kämpft, seinen Mandanten aus der Todeszelle zu befreien. Dabei macht die Nebenfigur McMillian die größte Veränderung durch. Wenn er zum ersten Mal Stevenson trifft, ist er als unschuldig zum Tod Verurteilter ein vom gesamten Justizsystem desillusionierter Mann. Während der Geschichte schöpft er Hoffnung und am Ende, wenn er zu seiner Familie zurückkehren kann, hat sich seine Haltung zum Justizsystem geändert. Dagegen bleibt Stevenson, beim Bestehen seiner ersten Bewährungsprobe als Anwalt, bei seiner Position.

Cretton verlässt sich bei seiner unauffälligen Inszenierung auf die Schauspieler und die wahre Geschichte, die in den USA immer noch erschreckend aktuell ist. Auch wenn die unschuldig Verurteilten andere Namen haben und in anderen Gefängnissen sitzen.

P. S.: Gelungener Trailer.

Just Mercy (Just Mercy, USA 2019)

Regie: Destin Daniel Cretton

Drehbuch: Destin Daniel Cretton, Andrew Lanham

LV: Bryan Stevenson: Just Mercy: A Story of Justice and Redemption, 2014 (Ohne Gnade: Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA)

mit Michael B. Jordan, Jamie Foxx, Brie Larson, Rob Morgan, O’Shea Jackson Jr., Karan Kendrick, Rafe Spall, Tim Blake Nelson, Michael Harding

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Just Mercy“

Metacritic über „Just Mercy“

Rotten Tomatoes über „Just Mercy“

Wikipedia über „Just Mercy“ (deutsch, englisch)

Hat History vs. Hollywood just mercy mit „Just Mercy“?

Meine Besprechung von Destin Daniel Crettons „Schloss aus Glas“ (The Glass Castle, USA 2017)

Das Q&A nach der Weltpremiere beim TIFF 2019

Die Pressekonferenz

DP/30 unterhält sich mit Destin Daniel Cretton über den Film


Neu im Kino/Filmkritik: Guy Ritchies „The Gentlemen“ sind keine Gentlemen

Februar 27, 2020

Es beginnt mit einem nächtlichen Besuch. Fletcher (Hugh Grant) hat sich in die Wohnung von Ray (Charlie Hunnam) eingeschlichen. Er will ihn allerdings nicht umbringen oder zusammenschlagen (was in einem Guy-Ritchie-Film ernstzunehmende Handlungsmöglichkeiten sind), sondern ihm eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, für die er gerne viel Geld von Rays Boss erhalten würde, damit er sie nicht meistbietend weitererzählt. Denn Ray ist die rechte Hand von Michael ‚Mickey‘ Pearson (Matthew McConaughey). Einem Drogenhändler. Deshalb ist Fletchers in Rückblenden erzählte Geschichte eine Gangstergeschichte. Es geht um einen als Verkaufsverhandlungen getarnten Revierkampf zwischen Pearson, einem glücklich verheirateten Exil-Amerikaner, der in London ein riesiges und sehr illegales Marihuana-Imperium aufgebaut hat, und etlichen Gangstern, die jetzt Pearsons Geschäft übernehmen wollen. Selbstverständlich ohne dafür die Summe auszugeben, für die Pearson es verkaufen möchte. Und weil sich alle beteiligten Verbrecher gegenseitig übers Ohr hauen und umbringen (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) wird die von Fletcher erzählte Geschichte sehr schnell sehr komplex, vulgo verwirrend. Und, das muss auch gesagt werden, der ölige Privatdetektiv Fletcher ist ein höchst unzuverlässiger Erzähler.

Für Guy Ritchie ist „The Gentlemen“ eine Rückkehr zu seinen Anfängen. Zuletzt inszenierte er „Aladdin“ und „King Arthur: Legend of the Sword“. „Aladdin“ ist ein kinderfreundlicher Disney-Film, den Millionen im Kino sahen. „King Arthur“ ein missglücktes Mittelalterdrama, das keiner sehen wollte. In beiden Filmen ist sein bekannter Stil und Humor nur in homöopathischen Spuren vorhanden. Über „The Gentlemen“ kann das nicht gesagt werden. Wie in seinen ersten beiden Filmen „Bube, Dame, König, grAS“ und „Snatch – Schweine und Diamanten“ treffen ein Haufen meist minderbemittelter Gangster und Dummköpfe aufeinander, es gibt coole Sprüche (nicht immer politisch korrekt) und viel sinnlose Gewalt, die schnell immer weiter eskaliert, weil der eine Trottel die Absichten des anderen Trottels vollkommen falsch interpretiert und der dritte Trottel die Situation vollkommen falsch einschätzt.

Ich fand beide Filme grandios. Daher sollte „The Gentlemen“ einer der Filme sein, die mich zwei Stunden durchlachen und danach, alle Bedenken und auch berechtige Kritik lässig ignorierend, euphorisch weiterempfehlen lässt. Etlichen Kollegen ging es auch so. Aber ich fand diese Gangsterfilmkomödie, trotz einiger witziger Momente, todsterbenslangweilig.

Der Grund dafür ist ziemlich einfach: keine der Figuren interessierte mich. Sie sind alle von sich selbst restlos überzeugte Arschlöcher, die sich wie Arschlöcher benehmen. Auch Fletcher ist letztendlich nur ein geldgieriges Arschloch, dem man jede Strafe gönnt. Wie allen anderen Figuren.

In Ritchies Debüt war das anders. Da wurde der Kleingangster Eddy bei einem Pokerspiel übel über den Tisch gezogen und er musste, um lebendig aus der Sache rauszukommen, ganz schnell ganz viel Geld besorgen. Es war eine David-gegen-Goliath-Geschichte.

The Gentlemen (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Guy Ritchie

mit Matthew McConaughey, Hugh Grant, Charlie Hunnam, Michelle Dockery, Henry Golding, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Colin Farrell

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Gentlemen“

Metacritic über „The Gentlemen“

Rotten Tomatoes über „The Gentlemen“

Wikipedia über „The Gentlemen“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Ein Q&A mit Guy Ritchie und den Schauspielern zum Film


TV-Tipp für den 27. Februar: James Bond 007 – Casino Royale

Februar 26, 2020

Als Vorbereitung für den neuen James-Bond-Film, der schon eifrig beworben wird

Vox, 20.15

James Bond: Casino Royale (Casino Royale, USA 2006)

Regie: Martin Campbell

Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade

LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)

James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.

Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar – vor “Skyfall” – der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.

Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.

Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.

Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wrigth, Judi Dench, Giancarlo Giannini

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Casino Royale“

Wikipedia über „Casino Royale“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


„A Walk through Hell“ betritt „Die Kathedrale“

Februar 26, 2020

Die beiden FBI-Agenten Shaw und McGregor stecken immer noch in dem seltsamen Lagerhaus fest. Die vierzigjährige, kurz vor dem Burnout stehende Ermittlerin und ihr jüngerer, idealistischer Partner gingen im ersten „A Walk through Hell“-Band in das Gebäude, weil zwei ihrer Kollegen seit über neun Stunden darin verschwunden sind. Ein Sonderkommando der Polizei betrat kurz vor ihnen das Lagerhaus und verließ es nach einer halben Minute. Die Männer klagten über Unbehagen und Grauen.

Als Shaw und McGregor das Lagerhaus betreten, bricht der Handyempfang ab. Sie haben keinen Puls mehr. Sie können aber auch nicht sterben. Sie verirren sich in einem Labyrinth voller seltsamer und grausamer Ereignisse.

Am Ende des ersten „A Walk through Hell“-Comicbandes trafen sie auf Paul Carnahan. Er ist ein von ihnen gejagter Kindermörder, der anscheinend von höherer Stelle gedeckt wird, und der eigentlich tot ist. Jetzt steht er quicklebendig in einer riesigen Kathedrale vor ihnen und verwickelt sie in philosophisch-religiöse Gespräche.

Für Shaw und McGregor ist das nur ein weiteres seltsames Ereignis in einer Reihe seltsamer und erschreckender Begegnung. Sie sind, wie alle, die das Lagerhaus betreten haben, in einem Alptraum gefangen, in alles gleichzeitig real und irreal ist. Das Lagerhaus ist die Kathedrale ihrer Sünden und Ängste.

Ob es daraus einen Ausweg gibt, ist unklar.

Das liegt auch daran, dass Autor Garth Ennis und Zeichner Goran Sudzuka in ihrem Noir-Horrorcomic munter zwischen verschiedenen Erzählsträngen, damit verbundenen Formen von Schuld und Angst, Gegenwart und Vergangenheit und verschiedenen Formen des Wahns springen. Eine einfache Erklärung wird damit mit jeder Seite unerreichbarer.

Offiziell ist „Die Kathedrale“ der zweite und abschließende Band von „A Walk through Hell“. Aber in diesem Fall fühlt sich, ohne jetzt in die Details des Endes zu gehen, das Ende nicht wie ein Ende an. Eine faszinierende Lektüre ist „A Walk through Hell“ trotzdem.

Garth Ennis erfand die erfolgreichen Comicserien „Preacher“, „The Boys“ und „Crossed“ und schrieb einige legendäre „Punisher“-Geschichten.

Goran Sudzuka zeichnete Geschichte für „Wonder Woman“, „Wolverine“, „Deadpool“ und „Daredevil“.

Garth Ennis/Goran Sudzuka: A Walk through Hell: Die Kathedrale (Band 2)

(übersetzt von Monja Reichert und Christian Heiss)

Cross Cult, 2019

176 Seiten

25 Euro

Originalausgabe

A Walk through Hell # 6 -12

AfterShock Comics, 2019

Hinweise

Wikipedia über Garth Ennis (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Will Simpson/Steve Dillons “Hellblazer – Gefährliche Laster” (Dangerous Habits, 1991)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Leandro Fernandez (Zeichner) „The Punisher – Garth Ennis Collection 7“ (Up is Down and Black is White, The Slavers, 2005/2006)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Parlov/Leandro Fernandezs “The Punisher – Garth-Ennis-Collection 8″ (Barracuda, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 31 – 36), Man of Stone, Part 1 – 6 (Punisher [MAX] 37 – 42), 2006/2007)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 9“ (Widowmaker, Part 1 – 7 [Punisher (MAX) Vol. 43 – 49], Long Cold Dark, Part 1 – 5 [Punisher (MAX) Vol 50 – 54], 2007/2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „The Punisher – Garth-Ennis-Collection 10“ (Valley Forge, Valley Forge, Part 1 – 6 [Punisher (MAX) Vol. 55 – 60], 2008)

Meine Besprechung von Garth Ennis (Autor)/Adriano Batista/Marcos Marz/Kewber Baal (Zeichner) „Jennifer Blood – Selbst ist die Frau (Band 1)“ (Garth Ennis’ Jennifer Blood: A Woman’s Work is Never Done, 2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis und Mike Wolfers „Stitched: Die lebenden Toten“ (Band 1) (Stitched # 1 – 7, 2011/2012)

Meine Besprechung von Garth Ennis/John McCreas „Dicks – Band 1“ (Dicks # 1 – 4, 2013)

Meine Besprechung von Garth Ennis‘ „Crossed – Monster Edition“ (enthält „Crossed“ und „Crossed Band 2: Familienbande“)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Steve Dillons „The Punisher: Frank ist zurück“ (The Punisher # 1 – 12, 2000/2001)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Goran Sudzukas „A Walk through Hell: Das verlassene Lagerhaus (Band 1)“ (A Walk through Hell # 1 – 5, 2018)

Meine Besprechung von Garth Ennis/Russ Brauns „Jimmys Bastarde: Getriggert (Band 1)“ (Jimmy’s Bastards Volume 1: Trigger Warning, 2018)