TV-Tipp für den 7. Januar: Highlander – Es kann nur einen geben

Januar 6, 2025

HR, 22.40

Highlander – Es kann nur einen geben (Highlander, USA 1986)

Regie: Russell Mulcahy

Drehbuch: Gregory Widen, Peter Bellwood, Larry Ferguson (nach einer Geschichte von Gregory Widen)

Connor MacLeod ist unsterblich. Nur wenn ihm oder einem anderen Unsterblichen mit einem Schwerthieb der Kopf abgeschlagen wird, stirbt er. Das weiß MacLeod seit 1536. Im heutigen New York trifft er wieder auf seinen Erzfeind Kurgan.

Stilbildender Kultfilm mit der bombastischen Musik von Queen

mit Christopher Lambert, Roxanne Hart, Clancy Brown, Sean Connery

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Highlander“

Wikipedia über „Highlander“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Russell Mulcahys „Shadow und der Fluch des Khan“ (The Shadow, USA 1994)


Wieder im Kino: Der Thriller „Sieben“ im Rahmen der „Best of Cinema“-Reihe

Januar 6, 2025

Mit einem Noir-Thrillerklassiker, den viele nur aus dem Puschenkino kennen, startet die monatliche „Best of Cinema“-Reihe in das neue Jahr. Am Dienstag, den 7. Januar, wird, „Sieben“, David Finchers zweiter Spielfilm, wieder im Kino gezeigt.

Die Story dürfte bekannt sein: In einer verregneten Großstadt jagen ein junger und ein alter Polizist einen Serienmörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von den sieben Todsünden inspirieren lässt.

Sieben“ ist einer der prägenden Thriller der neunziger Jahre. Er begeisterte damals gleichzeitig Genre-Fans und das große Kinopublikum. Und das heute wohl bekannte Ende ist immer noch ein absolut schockierendes Killer-Ende.

Nach „Alien 3“ hätte in Hollywood niemand auf eine glorreiche Filmkarriere von David Fincher gewettet. Aber dann inszenierte er als seinen zweiten Film „Sieben“, einen Noir-Thrillerklassiker. Danach kamen „The Game“ (1997), „Fight Club“ (1999), „Panic Room“ (2002), „Zodiac“ (2007), „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (2008), „The Social Network“ (2010), „Verblendung“ (2011) und „Gone Girl“ (2014). Seitdem arbeitet Fincher exklusiv für Netflix. Finanziell dürfte das einträglich sein, aber so einen richtigen, allgemein bekannten, diskutierten und sich tief im öffentlichen Bewusstsein festgesetzten Klassiker hat er seitdem nicht mehr gedreht.

Sieben (Se7ven, USA 1995)

Regie: David Fincher

Drehbuch: Andrew Kevin Walker

mit Brad Pitt, Morgan Freeman, Gwyneth Paltrow, Kevin Spacey, John C. McGinley, Richard Roundtree, R. Lee Emery

Die nächsten „Best of Cinema“-Filme

4. Februar: Cliffhanger

4. März: Fargo – Blutiger Schnee

1. April: Die purpurnen Flüsse

6. Mai: Red Heat

3. Juni: Lola rennt

Hinweise

Metacritic über „Sieben“

Rotten Tomatoes über „Sieben“

Wikipedia über „Sieben“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Finchers “Verblendung” (The Girl with the Dragon Tattoo, USA 2011)

Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)

David Fincher in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. Januar: There will be Blood

Januar 5, 2025

Arte, 20.15

There will be Blood (There will be Blood, USA 2007)

Regie: Paul Thomas Anderson

Drehbuch: Paul Thomas Anderson

LV: Upton Sinclair: Oil!, 1927 (Öl!)

Porträt von Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), einem kapitalistisch-egoistischem, Menschen verachtenden und rein instrumentell behandelnden Ölsucher, der zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts in Kalifornien ein Vermögen macht. Sein Gegenspieler ist der ebenso ehrgeizige evangelikale Prediger Eli Sunday (Paul Dano). Mit großen Showveranstaltungen sammelt er Gläubige um sich. Und mit Plainview kooperiert er, um seine Gemeinde (und damit sich selbst) zu mästen.

Bildgewaltiges Drama, das in jeder Sekunde auf maximale Überwältigung zielt. Und vom Wesen der amerikanischen Kultur erzählt.

Anschließend, um 22.40 Uhr, zeigt Arte die 55-minütige Doku „Daniel Day-Lewis – Der Weg zum weltbesten Schauspieler“ (Frankreich 2020).

Mit Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Kevin J. O’Connor, Ciarán Hinds, Dillon Freasier, Elizabeth Barrett

Hinweise

Rotten Tomatoes über „There will be Blood“

Wikipedia über „There will be Blood“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Inherent Vice – Natürliche Mängel“ (Inherent Vice, USA 2015)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ (Phantom Thread, Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Paul Thomas Andersons „Licorice Pizza“ (Licorice Pizza, USA 2021)


TV-Tipp für den 5. Januar: Out of Sight

Januar 4, 2025

Arte, 20.15

Out of sight (Out of Sight, USA 1998)

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Elmore-Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Montag, 6. Januar, 14.00 Uhr

Hinweise

Moviepilot über “Out of Sight”

Rotten Tomatoes über “Out of Sight”

Wikipedia über “Out of Sight” (deutsch, englisch)

zu Elmore Leonard

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

zu Steven Soderbergh

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Girlfriend Experience – Aus dem Leben eines Luxus-Callgirls” (The Girlfriend Experience, USA 2009)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire” (Haywire, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Magic Mike” (Magic Mike, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen“ (Side Effects, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs “Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Logan Lucky“ (Logan Lucky, USA 2017) und der DVD

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Unsane: Ausgeliefert“ (Unsane, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „No sudden move“ (No sudden move, USA 2021)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Magic Mike: The Last Dance“ (Magic Mike’s Last Dance, USA 2023)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte

zu Scott Frank

Meine Besprechung von Scott Franks Lawrence-Block-Verfilmung „Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones“ (A Walk among the Tombstones, USA 2014)


TV-Tipp für den 4. Januar: Local Hero

Januar 3, 2025

One, 23.10

Local Hero (Local Hero, Großbritannien 1983)

Regie: Bill Forsyth

Drehbuch: Bill Forsyth

Ölmagnat Happer (Burt Lancaster!) schickt den Jungmanager MacIntyre wegen seines schottischen Namens nach Schottland. Dort soll er die Bewohner eines kleinen Dorfes von einer Ölraffinierie in Sichtweite überzeugen. Dummerweise stellt sich ein am Strand lebender Einsiedler quer.

Wunderschönes, damals auch an der Kinokasse sehr erfolgreiches Märchen. Denn es ist „eine nuancenreiche Komödie voller origineller Figuren, deren Schwächen nie verletzend geschildert werden, und voller wehmütiger Sehnsucht nach einem anderen Leben“ (Fischer Film Almanach 1984)

Chris Menges war der Kameramann und Mark Knopfler („Dire Straits“) schrieb die Musik.

mit Burt Lancaster, Peter Riegert, Fulton Mackay, Denis Lawson, Peter Capaldi, Norman Chancer

Wiederholung: Montag, 6. Januar, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Local Hero“

Wikipedia über „Local Hero“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 3. Januar: Benedetta

Januar 2, 2025

3sat, 22.25

Benedetta (Benedetta, Frankreich 2021)

Regie: Paul Verhoeven

Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven

LV: Judith C. Brown: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy, 1986 (Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonne in in Italien zur Zeit der Renaissance)

Im 17. Jahrhundert lebt die tiefgläubige Benedetta Carlini (Virginie Efira) in einem Theatiner-Kloster in Pescia. Als auf ihrem Körper die Wundmale Christi auftauchen, wird sie zu einem Spielball innerhalb katholischen Kirche. Oder spielt sie mit der Kirche?

TV-Premiere. Grandiose, auf einem wahren Fall beruhende, äußerst intelligente Nunsploitation von Provokateur Paul Verhoeven.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patikia, Lambert Wilson, Olivier Rabourdin, Louise Chevillotte, Hervé Pierre, Clotilde Courau, David Clavel, Guilaine Londez

Wiederholung: Sonntag, 5. Januar, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCiné über „Benedetta“

Moviepilot über „Benedetta“

Metacritic über „Benedetta“

Rotten Tomatoes über „Benedetta“

Wikipedia über „Benedetta“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)

Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD

Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Benedetta“ (Benedetta, Frankreich 2021) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: „Better Man – Die Robbie Williams Story“, erzählt in seinen Worten

Januar 2, 2025

Der Film beginnt mit Robbie Williams, der ankündigt, er werde jetzt seine Geschichte erzählen. Das sagt er so unverblümt, dass der Ton für ein zumindest interessantes Biopic gesetzt ist. Immerhin bietet seine Karriere vom Mitglied in der erfolgreichen Boyband „Take That“ zu Solo-Weltstar, garniert mit einigen Drogenexzessen und publikumswirksamen Ausfällen, genug Stoff für ein zünftiges Musiker-Biopic.

Dann sehen wir Robbie Williams 1982 in seinem Geburtsort Stoke-on-Trent als neunjährigen Jungen, als er auf einem matschigen Bolzplatz als letzter für eine Fussballmannschaft ausgewählt wird – und wir sehen die eine geniale Entscheidung, die Musikvideo- und „Greatest Showman“-Regisseur Michael Gracey und die anderen Macher des Films trafen, die „Better Man – Die Robbie Williams Story“ sofort von allen anderen Musiker-Biopics unterscheidet und die gleichzeitig fast alle Biopic-Probleme löst. Es ist eine Idee, die so einfach, wie genial ist und die innerhalb des Films erstaunlich weit trägt. Robbie Williams sieht wie ein AFFE aus. Mit dieser Entscheidung entfiel für die Macher das Problem, Robbie-Williams-Lookalikes zu finden, die ihn als neunjährigen Jungen, Teenager (mit 15 wurde der Schulabbrecher Mitglied von „Take That“), jungen Mann und Anfang Dreißigjährigen (das Biopic endet kurz nach seinen legendären Knebworth-Konzerten von 2003) spielen und die ihm immer nur mehr oder weniger ähneln. Fans werden außerdem sofort die falschen Bewegungen und den falschen Gesang der Schauspieler bemerken, die den porträtierten Star spielen. Ein Affe verkörpert ihn während des gesamten Films. Der Film-CGI-Affe entstand aus der Stimme von Robbie Williams, Williams selbst in einem Motion-Capture-Anzug, und mehreren Schauspielern, die ihn spielen. Der jüngere Williams wird von Asmara Feik und Carter J. Murphy, der Ältere wird von Jonno Davies gespielt. Anschließend verschmolz Wētā FX die einzelnen Teile zu einem sehr überzeugend wirkendem Affen.

Auch das nächste Problem war damit gelöst. „Take That“ war eine aus fünf weißen Jungs bestehende Boygroup. Auf der Bühne sahen sie alle gleich aus. Tanzszenen sind Wimmelbilder, in denen viele gutaussehende junge Männer sich synchron bewegen und singen. Da dauert es immer einige Sekunden, bis man die einzelnen Sänger erkennt. Aber den einen Affen im Bild erkennt man sofort.

Auf der erzählerischen Ebene löste der Affe das Problem, wie man Robbie Williams‘ Selbstwahrnehmung zeigt. Er fühlt sich als Outsider. Das ist leicht gesagt. Aber wie zeigt man es? Wenn man ihn als den einzigen Affen in der Gruppe zeigt, löst sich das Problem in Luft auf. Seine Familie akzeptiert ihn, wie er ist. Seine Schulkameraden wollen mit dem seltsamen Jungen nichts zu tun haben. Er will unbedingt dazugehören, aber er tut es nicht. Und natürlich können die Macher jederzeit in Williams‘ Kopf springen und fantastische Szenen zeigen. Es sind Szenen, die in jedem anderen Film lächerlich wären. In „Better Man“ fügen sie sich nahtlos in die Erzählung ein.

Der Film selbst folgt dann, ziemlich konventionell, dem Leben von Robbie Williams von seiner Kindheit über „Take That“ und erfolgreichen Soloplatten bis zu seinem großen, von ihm ersehnten, für ihn subjektiv desaströs verlaufendem Auftritt in Knebworth vor hunderttausenden jubelnder Fans. Und weil Williams ein sich nicht schonender Erzähler ist, ist „Better Man“ ein auch für Menschen, die nichts von „Take That“ und Robbie Williams halten, sehenswerter Film.

Mit den heutigen Kinostarts „Better Man“, „Queer“ (der heute seinen bundesweiten Start hat) und „Nosferatu“ (den ich für hoffnungslos überbewertet halte) beginnt das Kinojahr vielversprechend. Einige werden diese Woche schon ihre ersten Einträge für die Jahresbestenliste tätigen.

Better Man – Die Robbie Williams Story (Better Man, Australien/USA 2024)

Regie: Michael Gracey

Drehbuch: Simon Gleeson, Oliver Cole, Michael Gracey

mit Robbie Williams, Jonno Davies, Steve Pemberton, Damon Herriman, Raechelle Banno, Alison Steadman, Kate Mulvany, Frazer Hadfield, Tom Budge, Anthony Hayes, Jake Simmance, Asmara Feik, Carter J. Murphy

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Metacritic über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Rotten Tomatoes über „Better Man – Die Robbie Williams Story“

Wikipedia über „Better Man – Die Robbie Williams Story“ (deutsch, englisch) und Robbie Williams (deutsch, englisch)

AllMusic über Robbie Williams


Neu im Kino/Filmkritik: Über Robert Eggers‘ Dracula-Film „Nosferatu – Der Untote“

Januar 2, 2025

Für Robert Eggers war „Nosferatu“ ein lange gehegtes Herzensprojekt. Schon als Kind war er von Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ fasziniert. An der Highschool schrieb er eine Bühnenadaption, die auch aufgeführt wurde. Nach seinem Regiedebüt schrieb er ein Drehbuch für eine damals geplante Verfilmung. Die Pläne für eine Verfilmung zerschlugen sich in den folgenden Jahren immer wieder. Eine Zeit lang dachte Eggers auch, dass er niemals seine Nosferatu-Version verfilmen könnte. 2023 konnte er sie dann doch verfilmen.

Cineasten kennen und lieben Eggers für „The Witch“ (2016), „Der Leuchttum“ (2019) und „The Northman“ (2022), den ich optisch überzeugend, storytechnisch mehr als enttäuschend fand.

Jetzt läuft seine Version der bekannten Dracula-Geschichte im Kino und nachdem Bram Stokers Roman seit den ersten Tagen des Kinos unzählige Male verfilmt wurde, stellen sich natürlich sofort zwei Fragen: Wie überzeugend ist die Neuinterpretation? Und wie gut kann sie gegen die bekannten Versionen der Geschichte bestehen? Das wären unter anderem Tod Brownings „Dracula“ (1930 mit Bela Lugosi als Dracula), Terence Fishers „Dracula“ (1958 mit Christopher Lee als Dracula) und Francis Ford Coppolas „Bram Stoker’s Dracula“ (1992 mit Gary Oldman als Dracula).

Es gibt auch Friedrich Wilhelm Murnaus „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (1922, mit Max Schreck als, nun Dracula, der hier Orlok bzw. Nosferatu heißt) und Werner Herzogs eigenständiges Remake „Nosferatu – Phantom der Nacht“ (1979, mit Klaus Kinski als Blutsauger). „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ bediente sich der „Dracula“-Geschichte, hatte aber die Rechte an Bram Stokers Roman nicht erworben. Das führte kurz nach dem Filmstart zu einer letztendlich erfolgreichen Klage von Bram Stokers Witwe.

Und dann gibt es noch zahlreiche mehr oder weniger freie, mehr oder weniger gelungene Erzählungen der Dracula-Geschichte. Genannt seien hier Dario Argentos misslungener „Dracula“ (2012) und der sehr gelungene BBC-Dreiteiler „Dracula“ von 2020. Die „Sherlock“-Macher Steven Moffat und Mark Gattis interpretierten die Geschichte für die Gegenwart und verlegten sie teilweise auch in die Gegenwart. Jonny Campbell, Damon Thomas und Paul McGuigan übernahmen die Regie. Claes Bang verkörperte den überaus charismatischen und verführerischen Grafen mit spürbarer Lust am Verführen, Beißen und Aussagen seiner Opfer.

Eine Sonderstellung hat E. Elias Merhiges „Shadow of the Vampire“ (2000), das als „Making of“ gleichzeitig eine Hommage und liebevolle Satire über Murnaus „Nosferatu“ ist. Mit Willem Dafoe als Max Schreck.

Nun präsentiert Robert Eggers seine Version der bekannten Geschichte. Er bezieht sich in seinem Dracula-Film explizit auf Murnaus Stummfilm, der „vor allem ein expressionistischer Gegenentwurf zum ‚Dracula‘ aus der Zeit nach der schwarzen Romantik“ (Georg Seeßlen, epd film 1/2025) ist. Die Geschichte darf nach all den Verfilmungen und dem heute immer noch populärem Roman als bekannt vorausgesetzt werden.

1838 wird der in der Ostsee-Hafenstadt Wisborg lebende junge, glücklich verheiratete Immobilienmakler Thomas Hutter (Nicholas Hoult) beauftragt, nach Transsylvanien zu reisen. Dort soll er Graf Orlok (Bill Skarsgård) treffen und den Vertrag für den Kauf eines Herrenhauses in Wisborg abschließen.

Der ziemlich seltsame Graf Orlok unterzeichnet den Vertrag und kurz darauf erkundet der Vampir nach Sonnenuntergang sein neues Jagdrevier Wisborg. Besonders interessiert er sich für Hutters Frau Ellen (Lily-Rose Depp).

Eggers inszeniert seine top besetzte Dracula-Variante sehr Stummfilm-Stilbewusst. Die von seinem Stamm-Kameramann Jarin Blaschke gemachten Bilder und das gewählte Bildformat erfreuen das Auge des Cineasten, der während des gesamten Films viele Anspielungen entdecken kann. Es gibt also genug Material für einige Universitätsseminare.

Aber hinter den Bildern ist nichts. In Vampirgeschichten geht es immer um Sex, Begehren und der Austausch von Körperflüssigkeiten, der bevorzugt durch einen Biss in den Hals erfolgt. Davon ist bei Eggers nichts zu spüren. Zugegeben: er zeigt viel nackte Haut. Aber Nacktheit hat – auch wenn wir uns Eggers‘ Nosferatu ansehen – nicht unbedingt etwas mit Erotik und Begehren zu tun.

Eigentlich sagt schon ein Bild am Filmanfang alles über den Film und sein größtes Problem. Eggers zeigt in einer Totalen eine junge Frau, die Mitten in der Nacht in einem Garten in einem Nachthemd auf der Wiese liegt und sich selbst befriedigt. Das kann auch über den Film gesagt werden: künstlerische, von sich und seiner Bedeutung bedingungslos überzeugte Selbstbefriedigung, die genau das vermissen lässt, was Dracula/Nosferatu ausmacht.

Nosferatu – Der Untote“ ist prüdes lustfeindliches Ausstattungskino und so aufregend wie der längliche Besuch in einem Museum, in dem der Führer einem noch ein Schmuckstück der historischen Sammlung zeigen will.

Nosferatu – Der Untote (Nosferatu, USA 2024)

Regie: Robert Eggers

Drehbuch: Robert Eggers

LV (neben Murnaus „Nosferatu“): Bram Stoker: Dracula, 1897 (Dracula)

mit Bill Skarsgård, Nicholas Hoult, Lily-Rose Depp, Willem Dafoe, Aaron Taylor-Johnson, Emma Corrin, Simon McBurney, Ralph Ineson

Länge: 133 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Nosferatu – Der Untote“

Metacritic über „Nosferatu – Der Untote“

Rotten Tomatoes über „Nosferatu – Der Untote“

Wikipedia über „Nosferatu – Der Untote“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Eggers‘ „The Witch“ (The Witch: A New-England Folktale, Kanada/USA 2015)

Meine Besprechung von Robert Eggers‘ „Der Leuchtturm“ (The Lighthouse, USA 2019)

Meine Besprechung von Robert Eggers‘ „The Northman“ (The Northman, USA 2022)

zu Graf Dracula und seinen Umtrieben

Meine Besprechung von Dario Argentos „Dario Argentos Dracula“ (Dracula 3D, Italien 2012)

Meine Besprechung von Gary Shores „Dracula Untold“ (Dracula Untold, USA 2014)

Meine Besprechung von Jonny Campbell/Damon Thomas/Paul McGuigans „Dracula“ (Dracula, Großbritannien 2020 – TV-Serie nach einem Buch von Mark Gatiss und Steven Moffat)

Meine Besprechung von Chris McKays „Renfield“ (Renfield, USA 2023)

Meine Besprechung von André Øvredals „Die letzte Fahrt der Demeter“ (The last Voyage of the Demeter, USA/Deutschland 2023) (Horrorfilm über die Seereise von Graf Dracula)

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993) (der Comic-Version von Francis Ford Coppolas Film)


TV-Tipp für den 2. Januar: Sneakers – Die Lautlosen

Januar 1, 2025

Kabel 1, 22.05

Sneakers – Die Lautlosen (Sneakers, USA 1992)

Regie: Phil Alden Robinson

Drehbuch: Phil Alden Robinson, Walter F. Parkes, Lawrence Lasker

Martin Bishop und sein Team brechen im Auftrag von Firmen in Computersysteme ein. Als sie einen halbseidenen Regierungsauftrag erhalten, geraten sie in Teufels Küche.

Sozusagen die unglamouröse Variante von „Ocean’s Eleven“. Was den Film nicht weniger unterhaltsam macht.

mit Robert Redford, Sidney Poitier, Dan Aykroyd, Ben Kingsley, Mary McDonnell, River Phoenix, David Strathairn, Timothy Busfield, James Earl Jones

Wiederholung: Donnerstag, 9. Januar, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Sneakers – Die Lautlosen“

Wikipedia über „Sneakers – Die Lautlosen“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Januar: Babylon – Rausch der Ekstase

Dezember 31, 2024

RTL II, 20.15

Babylon – Rausch der Ekstase (Babylon, USA 2022)

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Damien Chazelle

TV-Premiere – wahrscheinlich massiv gekürzt. Denn der Film ist „frei ab 16 Jahre“. Die Nachtwiederholung sollte ungekürzt sein.

Grandios anfangende, dann zunehmend ziellos vor sich hin mäandernde über dreistündige Liebeserklärung an das klassische Hollywood zwischen Stummfilm und frühem Tonfilm und einem ausführlichen Blick auf damalige Exzesse und Skandale. Mit einigen Auslassungen.

Babylon – Rausch der Ekstase“ ist das filmische Äquivalent zum Blättern in Skandalblättern oder Skandalchroniken, wie Kenneth Angers „Hollywood Babylon“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Brad Pitt, Margot Robbie, Diego Calva, Jean Smart, Jovan Adepo, Li Jun Li, P. J. Byrne, Lukas Haas, Olivia Hamilton, Tobey Maguire, Max Minghella, Rory Scovel, Katherine Waterston, Flea, Jeff Garlin, Eric Roberts, Ethan Suplee, Samara Weaving, Olivia Wilde, Joe Dallesandro, Marc Platt, Spike Jonze

Wiederholung: Donnerstag, 2. Januar, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Babylon“

Metacritic über „Babylon“

Rotten Tomatoes über „Babylon“

Wikipedia über „Babylon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „La La Land“ (La La Land, USA 2016)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Aufbruch zum Mond“ (First Man, USA 2018)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Babylon – Rausch der Ekstase“ (Babylon, USA 2022)


TV-Tipp für den 31. Dezember: Pop around the Clock

Dezember 30, 2024

3sat, 06.15

Pop around the Clock

Same procedure as last year – und selbstverständlich sind die Rollling Stones dabei. Dieses Mal um 16.45 Uhr mit ihrem Konzert in Shepherd’s Bush.

Den Auftakt machen um 06.15 Uhr die legendäre Country-Supergroup „The Highway Men“. Danach geht es weiter mit alten Bekannten wie Cyndi Lauper, Billy Joel, Clueso, Herbert Grönemeyer, Sheryl Crow und Liam Gallagher. Der Abend wird um 20.15 Uhr von AC/DC mit ihrem Madrid-Gastspiel von 1996 und um 21.45 Uhr von Anastacia mit Ausschnitten aus ihrer Europa-Tour von 2004 bestritten.

Das komplette Programm – 19 Konzerte – gibt es hier.


TV-Tipp für den 30. Dezember: Manche mögen’s heiß

Dezember 29, 2024

Arte, 20..15

Manche mögen’s heiß (Some like it hot, USA 1959)

Regie: Billy Wilder

Drehbuch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond (nach einer Geschichte von Robert Thoeren und Michael Logan)

Chicago, während der Prohibition: die beiden Musiker Jerry und Joe beobachten den Mord an mehreren Gangstern. Um nicht ebenfalls ermordet zu werden, flüchten sie. In Frauenkleidern verstecken sie sich in einer nur aus Frauen bestehenden Band.

Klassiker

mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon, Tony Curtis, George Raft, Pat O’Brien, Joe E. Brown, Edward G. Robinson Jr.

Wiederholung: Mittwoch, 8. Januar, 14.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Manche mögen’s heiß“

Wikipedia über „Manche mögen’s heiß“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 29. Dezember: The Revenant – Der Rückkehrer

Dezember 28, 2024

Sat.1, 23.10

The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)

Regie: Alejandro G. Iñárritu

Drehbuch: Mark L. Smith, Alejandro G. Iñárritu

LV („based in part on the novel“): Michael Punke: The Revenant, 2002 (Der Totgeglaubte)

1823: Als Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) in den eiskalten Rocky Mountains auf der Pelztierjagd von einem Grizzly schwer verletzt wird, lassen ihn seine Jagdgefährten zum Sterben zurück. Aber Glass stirbt nicht, sondern er beginnt sie, zuerst mehr kriechend als gehend, zu verfolgen.

Unter extrem schwierigen Bedingungen gedrehtes, visuell überwältigendes Überlebensdrama, das mit Preisen überschüttet wurde. Unter anderem drei Oscars für Leonardo DiCaprio (Hauptrolle), Alejandro G. Iñárritu (Regie) und Emmanuel Lubezki (Kamera).

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Domhnall Gleeson, Will Poulter, Forrest Goodluck, Duane Howard, Arthur Redcloud

Wiederholung: Dienstag, 31. Dezember, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „The Revenant“

Metacritic über „The Revenant“

Rotten Tomatoes über „The Revenant“

Wikipedia über „The Revenant“ (deutsch, englisch) und Hugh Glass (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „The Revenant“ (als ginge es in dem Film um Faktentreue)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Biutiful“ (Biutiful, Mexiko/USA 2010)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ (Birdman, USA 2014)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „The Revenant – Der Rückkehrer (The Revenant, USA 2015)

Meine Besprechung von Alejandro G. Iñárritus „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ (Bardo, falsa crónica de unas cuantas verdades, Mexiko 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Für Deutschland auf der Oscar-Shortlist: „Die Saat des heiligen Feigenbaums“

Dezember 28, 2024

In Cannes erhielt Mohammad Rasoulofs neuer Film „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ unter anderem den Spezialpreis der Jury, den FIPRESCI-Preis und den Preis der Ökumenischen Jury. Später wurde er als deutscher Beitrag für den Oscar als „Bester internationaler Film“ eingereicht. Möglich wurde diese nicht unumstrittene Entscheidung weil deutsches Geld in die Produktion floss und die Post-Produktion in Deutschland geschah. Davon abgesehen ist er ein von einem iranischen Regisseur im Iran mit Iranern über die aktuelle Lage im Iran gedrehter Film. Inzwischen steht er sogar auf der Shortlist für den Oscar und seit seiner Premiere wird er von der Kritik euphorisch abgefeiert. Dem Lob kann ich mich nur bedingt anschließen.

Es geht um den Untersuchungsrichter Iman und seine Familie. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Rezvan ist zwanzig. Ihre Schwester Sana jünger. Auf der Straße – die Filmgeschichte spielt im Herbst 2022 während der Jina-Proteste – protestieren Frauen gegen das Regime. Jina Mahsa Amini war eine kurdischstämmige Iranerin, die am 13. September 2022 von der islamischen Sittenpolizei verhaftet wurde, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß. Sie wird misshandelt. Kurz darauf ist sie tot.

In diesem Moment wird Iman zum Untersuchungsrichter am Revolutionsgericht in Teheran befördert. Dort soll er nicht Recht sprechen, sondern, ohne irgendeine Prüfung, Todesurteile abzeichnen. Er hadert damit. Gleichzeitig fremdelt seine Familie mit seiner neuen Arbeit. Seine Frau unterstützt ihn. Aber seine beiden Töchter sind von dem neuen Leben und den damit nötigen Änderungen ihn ihrem Leben nicht begeistert. Jetzt müssen sie sich richtig kleiden und dürfen in den sozialen Medien keine Fotos mehr posten. Außerdem sympathisieren sie mit den protestierenden Frauen und ihren Anliegen.

Mohammad Rasoulof drehte mit einem kleinen Team und ohne das Wissen des Regimes vor Ort. Er erzählt sehr präzise, gnadenlos der Eskalationsspirale des Misstrauens folgend und nah an seinen Figuren, wie der Staat eine Familie zerstört. Es sind äußere Zwänge, verschiedene Perspektiven auf das Leben (so sieht der Vater die Welt anders als seine Töchter), das Ablehnen von Kompromissen (so sollen die Töchter sich dem Vater und seiner neuen Stellung bedingungslos unterordnen) und das daraus entstehende Misstrauen, das eine fatale Dynamik in Gang setzt. Vor allem nachdem eine Pistole, die Iman beim Dienstantritt von seinen Vorgesetzten zur Selbstverteidigung erhalten hat, spurlos aus der Wohnung verschwindet.

Aber mit fast drei Stunden ist „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ ungefähr eine Stunde zu lang. Ohne auch nur irgendetwas an der Struktur zu ändern, hätte ich ihn schon beim ersten Ansehen locker um ein Drittel kürzen können. Es gibt einfach viel zu viele Szenen, in denen Menschen stumm vor sich hin starren oder minutenlang auf einem Laufband trainieren. Wir beobachten die Mutter beim Kochen für die Familie. Es gibt zu viele Szenen, die viel zu lang sind. Hier hätten beherzte Schnitte das Tempo des Films erhöht. So wirkt „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ wie eine weitere, die Geduld des geneigten Zuschauers strapazierende Übung in Langsamkeit.

Den Höhepunkt bildet eine erschreckend amateurhaft inszenierte und viel zu lange, absolut spannungsfreie Actionszene. Es ist nämlich nicht spannend, sondern verwirrend und ärgerlich, wenn der Regisseur seine Schauspieler einfach durch ein in den Bergen liegendes Landhaus treppauf, treppab, im und vor dem Haus durch Türen laufen lässt, das dann zusammenschneidet und glaubt, es wäre irgendwie interessant, planlos herumlaufende Menschen zu beobachten. Ist es nicht.

Auf unter zwei Stunden gekürzt hätte „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ ein hochspannender Paranoia-Thriller über die Zerstörung einer Familie in einer Diktatur werden können, den ich ohne zu Zögern in meine Jahresbestenliste aufgenommen hätte. So ist Rasoulofs neuer Film nur ein überlanger, oft unnötig die Geduld strapazierendes Paranoia-Drama.

Noch vor der Premiere des Films floh Rasoulof auf dem Iran. Inzwischen lebt er in Hamburg. In den vergangenen Monaten wurde im Iran gegen fast alle leitenden Crewmitglieder wurde Anklage erhoben. Etliche von ihnen leben inzwischen nicht mehr im Iran.

Die Saat des heiligen Feigenbaums (Dāne-ye anjīr-e ma’ābed, Deutschland/Frankreich/Iran 2024)

Regie: Mohammad Rasoulof

Drehbuch: Mohammad Rasoulof

mit Misagh Zare, Soheila Golestani, Mahsa Rostami, Setareh Maleki, Niousha Akhshi, Reza Akhlaghi, Shiva Ordooei, Amineh Arani

Länge: 167 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

englischer Titel: The Seed of the Sacred Fig

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“

Moviepilot über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“

AlloCiné über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ 

Metacritic über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“

Rotten Tomatoes über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“

Wikipedia über „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Mohammad Rasoulofs „Doch das Böse gibt es nicht“ (Sheytan vojud nadarad/There is no Evil, Deutschland/Tschechische Republik/Iran 2020)


TV-Tipp für den 28. Dezember: Bram Stoker’s Dracula

Dezember 27, 2024

Weil am 2. Januar Robert Eggers‘ ‚Dracula‘-Verfilmung „Nosferatu“ (Kritik folgt) anläuft

ZDFneo, 22.10

Bram Stoker’s Dracula (Bram Stoker’s Dracula, USA 1992)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: James V. Hart

LV: Bram Stoker: Dracula, 1897 (Dracula)

Francis Ford Coppolas Interpretation der bekannten Geschichte von Graf Dracula. Nicht schlecht und allein schon wegen der Besetzung einen Blick wert.

mit Gary Oldman, Winona Ryder, Anthony Hopkins, Keanu Reeves, Richard E. Grant, Cary Elwes, Bill Campbell, Sadie Frost, Tom Waits, Monica Bellucci

Hinweise

Rotten Tomatos über „Bram Stoker’s Dracula“

Wikipedia über „Bram Stoker’s Dracula“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now” (Apocalypse Now, USA 1979 – die “Full Disclosure”-Blu-ray)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now: The Final Cut“ (USA 1979/2019) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „The Outsiders: The complete Novel“ (The Outsiders, USA 1983/2005) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“ (Rumble Fish, USA 1983)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Twixt – Virginias Geheimnis“ (Twixt, USA 2011)

Meine Besprechung von Franics Ford Coppolas „Megalopolis“ (Megalopolis, USA 2024)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993) (der Comic-Version von Coppolas Film)


Neu im Kino/Filmkritik: „Heretic“ – Bitte treten Sie ein in meine bescheidene Hütte

Dezember 27, 2024

Häresie (von altgriechisch αἵρεσις haíresis, deutsch ‚Wahl‘, ‚Anschauung‘, ‚Schule‘) ist im engeren Sinn eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht. Im weiteren Sinn kann eine Häresie eine vom Anerkannten abweichende Lehre, Meinung, Doktrin, Ideologie, Weltanschauung oder Philosophie sein.

Ein Häretiker ist ein Vertreter einer Häresie.

(Wikipedia)

Dass Mr. Reed (Hugh Grant) ein äußerst ungewöhnlicher Häretiker ist, wissen Schwester Barnes (Sophie Thatcher) und Schwester Paxton (Chloe East), als sie bei ihm anklopfen, nicht. Die beiden jungen mormonischen Missionarinnen sollen in Peoria, Illinois, das Wort Gottes verbreiten. Mr. Reed wurde ihnen als eine Person genannt, die an einem Gespräch über den Glauben interessiert sei. Sie gehen natürlich von einem normalen Missionsgespräch aus. Aber Mr. Reed verwickelt sie schnell in einen anspruchsvollen theologischen Diskurs über Glaube, verschiedene Formen des Glaubens und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Glaubenssystemen. Das Gespräch wird, auch wegen der seltsamen Atmosphäre in dem einsam gelegenem Haus, schnell unheimlich.

Im Gegensatz zu den Schwestern Barnes und Paxton wissen wir von dem Moment, in dem Mr. Reed die Tür öffnet und die beiden jungen Frauen in sein dunkles Haus einlädt, dass sie ein Horrorhaus betreten. Und sie die Lämmer sind, die von Mr. Reed mit diabolischem Vergnügen, zur Schlachtbank geführt werden.

Scott Beck und Bryan Woods sind vor allem für ihre Drehbücher für „A quiet place“ und die Stephen-King-Verfilmung „The Boogeyman“ in guter Erinnerung. In ihrem neuesten Film „Heretic“, für den sie das Drehbuch schrieben und die Regie übernahmen, konzentrieren sie sich bis zum dritten Akt, der dann den erwartbaren Horrorthrillerkonventionen folgt, auf das Gespräch zwischen drei in einem Zimmer sitzenden Menschen. Und das ist äußerst spannend. Es geht um wichtige Fragen, die auf einem anspruchsvollem Niveau behandelt werden und die auch zum Nachdenken über die eigene Position zum Glauben und zu organisierten Religionen einladen.

Dieses Duell zwischen dem Häretiker und den beiden Missionarinnen ist der intellektuelle Disput, den Matt Browns „Freud – Jenseits des Glaubens“ (Freud’s Last Session, 2023) versprach. In dem letzte Woche im Kino gestartetem Drama versandete der versprochene Streit zwischen Sigmund Freud und C. S. Lewis atemberaubend schnell in belanglosen Nebenkriegsschauplätzen.

Ein weiterer Pluspunkt von „Heretic“ ist Hugh Grant. In den vergangenen Jahren demontierte er sein Image als Sonnyboy und Frauenschwarm mit zunehmend diabolischer Freude in exzentrischen Rollen und als Over-the-Top-Bösewicht. „Heretic“ reiht sich nahtlos in seine in den vergangenen Jahren äußerst gelungene Rollenwahl ein. Da verzeiht man auch das konventionelle Finale.

Heretic (Heretic, USA/Kanada 2024)

Regie: Scott Beck, Bryan Woods

Drehbuch: Scott Beck, Bryan Woods

mit Hugh Grant, Sophie Thatcher, Chloe East, Topher Grace, Elle Young

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Heretic“

Metacritic über „Heretic“

Rotten Tomatoes über „Heretic“

Wikipedia über „Heretic“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Scott Beck/Bryan Woods‘ „Halloween Haunt“ (Haunt, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Luca Guadagninos William-S.-Burroughs-Verfilmung „Queer“

Dezember 27, 2024

William Lee driftet durch Mexico City. Es sind die frühen fünfziger Jahre und er ist einer der vielen US-Amerikaner, die dort leben und Freiheiten geniessen, die sie in ihrer Heimat nicht haben. In seinem Fall sind das Alkohol, andere Drogen und Sex. Bevorzugt mit Männern. Das neueste Objekt seiner Begierde ist Eugene Allerton, ein gut aussehender junger Mann.

Nach seinem 1953 unter dem Pseudonym Willliam Lee erschienenem Debüt „Junkie“ erzählt William S. Burroughs in seinem als zweiten Roman geplantem Roman „Queer“, literarisch kaum vermäntelt, seine Erlebnisse in Mexiko. Burroughs stellte den Roman nie fertig. Aber die Arbeit bahnte, in jeder Beziehung, den Weg zu seinem nächsten Roman. „Naked Lunch“ erschien 1959 und wurde ein Klassiker. David Cronenberg verfilmte den Roman 1991. „Naked Lunch“ ist auch der einzige Roman von Burroughs, der aktuell auf Deutsch erhältlich sind.

In den Jahren nach der Veröffentlichung von „Naked Lunch“ wurde Burroughs immer wieder auf den nicht publizierten Roman angesprochen. Er nannte das nie fertig geschriebene Buch ‚artist’s poor art school sketches‘ und wollte es lange nicht veröffentlichen. 1985 veröffentlichte er das Romanfragment dann doch. Dieses Fragment wurde bislang nicht ins Deutsche übersetzt.

Das Fragment umfasst in der „25th Anniversary Edition“ knapp hundertzwanzig großzügig gelayoutete Seiten. Der Anfang ist ein gelungener Einblick in das damalige Leben der Expats. Später verliert die Geschichte sich in längliche Monologe. Sie wird kurzatmiger. Die einzelnen Szenen sind zunehmend nur skizziert. Plötzlich interessiert sie sich nicht mehr für die Liebesgeschichte zwischen Lee und Allerton, sondern für die Suche nach der legendaren Yage-Wunderdroge. Außerdem hat die Geschichte kein befriedigendes Ende. Sie hört einfach mit einem zwei Jahr später spielendem Epilog auf.

Dieses Ende hat Luca Guadagnino in seiner kongenialen Verfilmung des Romans jetzt im Geist von Burroughs erfunden. Daniel Craig übernahm die Hauptrolle und ein radikalerer Bruch mit seiner vorherigen Rolle als James Bond ist kaum vorstellbar. William Lee ist in der Beziehung ein Anti-Bond – und wie James Bond ein Kind des Kalten Krieges. Seinen ersten Auftritt hatte Bond 1953 in Ian Flemings Roman „Casino Royale“.

Drew Starkey spielt das Objekt seiner Begierde. Jason Schwartzman, Henrique Zaga, Drew Droege, Ariel Schulman und David Lowery spielen weitere in Mexico ziellos vor sich hin lebende Expats, die alle auch als exzellente Verkörperungen des sprichwörtlichen hässlichen Amerikaners sind. Mit ihnen zeichnet Guadagnino in der erste Hälfte ein bestechendes Porträt der damaligen Expat-Szene. Sie treffen sich in Bars, hängen ab, reden miteinander, trinken viel Alkohol, probieren Drogen aus und durchstreifen die Straßen nach dem nächsten Sexabenteuer. Für die Einheimischen und deren Leben interessieren sie sich nicht.

Queer“ ist ein Sittengemälde, weitgehend ohne eine erkennbare Geschichte. Anfangs, wenn Lee seine neue Liebe verfolgt und sie ins Bett bringen will, hat die Geschichte noch einen dramatische Fokus. Später nicht mehr. Lee überzeugt Allerton von einer gemeinsamen Reise nach Südamerika. Im Dschungel hofft Lee, die sagenumwobene Wunderdroge Yage zu finden. Hier verliert der Film, wie die Vorlage, ihren Plot zugunsten einer beliebigen Abfolge von nicht sonderlich interessanten Episoden, die in einer Begegnung mit Doctor Cotter und dem Genuss der Droge münden.

Guadagninos nah an der Vorlage mäandernde und damit zu lang geratene Burroughs-Verfilmung erinnert mehr als einmal an David Cronenbergs „Naked Lunch“. Das liegt daran, dass Burroughs Romanfragment rückblickend als Vorstudie für seinen zweiten veröffentlichten Roman angesehen werden kann und dass Cronenberg in seinem Film ikonische Bilder schuf.

Und so bleibt am Ende ein zwiespältiger Eindruck: „Queer“ ist von Guadagnino-Stammkameramann Sayombhu Mukdeeprom vorzüglich gefilmt, gut gespielt, wobei vor allem Daniel Craig überrascht, und überzeugend in seinem Porträt der damaligen Expat-Szene. Aber bei einer Laufzeit von deutlich über zwei Stunden fällt auch die nicht vorhandene Geschichte auf. Und keine der mehr oder weniger unsympathischen, ziellos vor sich hin lebenden Figuren weckt nachhaltiges Interesse. Guadagninos Verfilmung hat, trotz des etwas anderen Endes, die gleichen Probleme wie das Romanfragment.

Queer (Queer, Italien/USA 2024)

Regie: Luca Guadagnino

Drehbuch: Justin Kuritzkes

LV: William S. Burroughs: Queer, 1985

Musik: Trent Reznor, Atticus Ross

mit Daniel Craig, Drew Starkey, Jason Schwartzman, Henrique Zaga, Drew Droege, Andra Ursuta, Ariel Shulhman, Andres Duprat, Omar Apollo, David Lowery

Länge: 137 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Aktuell wird „Queer“ in einigen wenigen Kinos gezeigt. Der bundesweite Start ist am 2. Januar 2025.

Hinweise

Moviepilot über „Queer“

Metacritic über „Queer“

Rotten Tomatoes über „Queer“

Wikipedia über „Queer“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „A bigger Splash“ (A bigger Splash, Italien/Frankreich 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Call me by your Name“ (Call me by your Name, USA 2017)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Suspiria“ (Suspiria, Italien/USA 2018)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Bones and All“ (Bones and All, Italien/USA 2022)

Meine Besprechung von Luca Guadagninos „Challengers – Rivalen“ (Challengers, USA 2024)


TV-Tipp für den 27. Dezember: Der Pate

Dezember 26, 2024

ARD, 23.35

Der Pate (The Godfather, USA 1972)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola

LV: Mario Puzo: The Godfather, 1969 (Der Pate)

Die Mafia als gepflegter Familienbetrieb. Ein immer wieder gern gesehener Klassiker.

Mit Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, John Cazale, Robert Duvall, Diane Keaton, Sterling Hayden, Al Lettieri, Talia Shire

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Pate“

Wikipedia über „Der Pate“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Norbert Grob/Bern Kiefer/Ivo Ritzer (Herausgeber) „Mythos ‘Der Pate’ – Francis Ford Coppolas Godfather-Trilogie und der Gangsterfilm (Deep Focus 10)“ (2011)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now” (Apocalypse Now, USA 1979 – die “Full Disclosure”-Blu-ray)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now: The Final Cut“ (USA 1979/2019) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „The Outsiders: The complete Novel“ (The Outsiders, USA 1983/2005) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“ (Rumble Fish, USA 1983)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Twixt – Virginias Geheimnis“ (Twixt, USA 2011)

Meine Besprechung von Franics Ford Coppolas „Megalopolis“ (Megalopolis, USA 2024)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993) (der Comic-Version von Coppolas Film)

Meine Besprechung von Mario Puzos „Sechs Gräber bis München“ (Six Graves to Munich, 1967)


TV-Tipp für den 26. Dezember: Mississippi Burning – Die Wurzeln des Hasses

Dezember 25, 2024

One, 23.15

Mississippi Burning – Die Wurzeln des Hasses (Mississippi Burning, USA 1988)

Regie: Alan Parker

Drehbuch: Chris Gerolmo

Südstaaten, 1964: Mitten im Hochsommer verschwinden im ländlichen Jessup County drei Bürgerrechtler spurlos. Ein älterer und ein jüngerer FBI-Agent sollen den Fall aufklären und wenn sie nur auf eine Mauer des Schweigens stoßen würden, wären sie froh.

Packender, auf einem wahren Fall basierender Polizei-Thriller. Zum Filmstart sah der Fischer Film Almanach das anders (wobei damals die Filmkritik auch anders war): „Parker lässt zu, dass ‚Mississippi Burning‘ sich zu einem konventionellen Reißer entwickelt, zu einem Polizeifilm, der mit den fragwürdigen Methoden seiner Protagonisten sympathisiert. Doch damit wird er seinem Thema nicht mehr gerecht. Ein Film der verschenkten Möglichkeiten.“ Dabei wird der erste Teil des Films wegen seiner dokumentarischen Qualitäten gelobt.

„Parkers von gewalttätigen Eruptionen durchsetzter FBI-Thriller ist wegen seiner (historisch unhaltbaren) Glorifizierung des FBI und wegen seiner Tendenz, die Rolle der Bürgerrechtler und der Schwarzen zu verfälschen (sie sind mehr oder weniger Randfiguren des Dramas), heftig kritisiert worden.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)

Der Film feierte seine Premiere auf der Berlinale. Der immer überzeugende Gene Hackman erhielt den Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller. Und bei den US-Kritikern kam der Film besser an als bei den deutschen Kritikern.

mit Gene Hackman, Willem Dafoe, Frances McDormand, Brad Dourif, R. Lee Ermey, Michael Rooker, Pruitt Taylor Vince, Tobin Bell (damals noch ein kleiner Nebendarsteller in seinem ersten namentlich genanntem Spielfilmauftritt)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Mississippi Burning“

Wikipedia über „Mississippi Burning“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 25. Dezember: Dune

Dezember 24, 2024

Pro 7, 20.15

Dune (Dune, USA 2021)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Denis Villeneuve, Jon Spaihts, Eric Roth

LV: Frank Herbert: Dune, 1965 (Dune – Der Wüstenplanet)

TV-Premiere. Erfurchtsvolle Bebilderung der ersten Hälfte von Frank Herberts „Der Wüstenplanet“. Den Fans, dem Publikum und den Kritikern gefiel das Werk.

Die Verfilmung der zweiten Buchhälfte lief dieses Jahr, ebenfalls erfolgreich, im Kino. Und irgendwann demnächst – ein Startdatum gibt es noch nicht, aber das Drehbuch soll schon fertig sein – verfilmt Villeneuve „Dune Messiah“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Oscar Isaac, Jason Momoa, Stellan Skarsgård, Stephen McKinley Henderson, Josh Brolin, Javier Bardem, Sharon Duncan-Brewster, Chang Chen, Dave Bautista, David Dastmalchian, Zendaya, Charlotte Rampling, Babs Olusanmokun, Benjamin Clementine

Wiederholungen:

Pro 7, Donnerstag, 26. Dezember, 14.40 Uhr

Kabel 1, Mittwoch, 8. Januar, 20.15 Uhr

Die Vorlage

Frank Herbert: Dune – Der Wüstenplanet

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Heyne, 2020 (die Filmausgabe)

800 Seiten

12,99 Euro

Zum Filmstart erschien der Roman mit einem neuen Cover.

Vor dem Filmstart erschien der Roman bereits in mehreren Übersetzungen.

Originalausgabe

Dune

Chilton Books, 1965

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Dune“

Metacritic über „Dune“

Rotten Tomatoes über „Dune“

Wikipedia über „Dune“ (2021) (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune“ (Dune, USA 2021)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune: Part Two“ (Dune: Part Two, USA 2024)

Meine Besprechung von Frank Herberts „Dune – Der Wüstenplanet“ (Dune, 1965)

Meine Besprechung von Tanya Lapointe/Stefanie Broos‘ „Hinter den Kulissen von Dune: Part Two (Vorwort von Denis Villeneuve, Einführung von Brian Herbert und Kevin J. Anderson)“ (The Art and Soul of Dune: Part Two, 2024)