Drehbuch: Alfonso Cuarón, Timothy J. Sexton, David Arata, Mark Fergus, Hawk Ostby
LV: P. D. James: The Children of Men, 1992 (Im Land der leeren Häuser)
2027: Seit 18 Jahren wurde weltweit kein Kind mehr geboren. Großbritannien ist ein Polizeistaat und eigentlich geht alles vor die Hunde. Da wird der desillusionierte Weltverbesserer Theo von einer Untergrundorganisation entführt. Er soll eine junge, schwangere Frau aus London in eine irgendwo außerhalb Englands liegende sichere Zone bringen. Denn das Baby darf nicht in die Hände der Regierung fallen. Auf ihrer Reise muss Theo schnell feststellen, dass er niemand vertrauen kann.
Verfilmung des S-F-Romans von P. D. James. Für den Film spricht die Darstellerriege, die Kameraarbeit (Cuarón schneidet auch in Action-Szenen extrem selten, teilweise überhaupt nicht). Gegen den Film spricht die 08/15-Story, dass diese Negativutopie ein einziges Patchwork verschiedenster, sich letztendlich wiedersprechender Negativutopien ist und dass „Children of Men“ im Gegensatz zu den großen Negativutopien deshalb eskapistisches Kino ist.
Mit Clive Owen, Julianne Moore, Chiwetel Ejiofor, Michael Caine, Danny Huston, Charlie Hunnam
Queimada – Insel des Schreckens(Queimada, Italien 1969)
Regie: Gillo Pontecorvo
Drehbuch: Franco Solinas, Giorgio Arlorio (nach einer Geschichte von Franco Solinas, Giorgio Arlorio und Gillo Pontecorvo [ungenannt])
Auf der im 19. Jahrhundert unter portugiesischer Herrschaft stehenden Insel Queimada wird Zuckerrohr angebaut. Die Engländer wollen diesen ökonomisch wertvollen Rohstoff haben. Sie schicken Sir William Walker (Marlon Brando) auf die Insel. Er soll einen Aufstand der Sklaven organisieren.
Ein selten gezeigtes Drama, das ursprünglich als Film mit einer klaren Botschaft gemeint war, aber während der Dreharbeiten im Chaos versank. Am Ende musste Brando dem Produzenten Alberto Grimaldi 750.000 Dollar Schadenersatz zahlen. An der Kinokasse floppte der Film. Während zeitgenössische und ältere Kritiken überschaubar begeistert waren, sind neuere Kritiken deutlich positiver. Bei Rotten Tomatoes kommt die Anklage gegen den Kolonialismus so auf einen Frischegrad von 86 Prozent.
Pontecorvo bezeichnete seinen Film „als einen Versuch (…) eine Synthese des romantischen Abenteuerfilms und des politischen Thesenfilms zu schaffen.“ (zitiert nach Tony Thomas: Marlon Brando und seine Filme)
Pontecorvo inszenierte davor „Schlacht um Algier“ (La Battaglia di Algeri, 1966).
mit Marlon Brando, Evaristo Márquez, Norman Hill, Renato Salvatori, Dana Ghia, Valeria Ferran Wanani
Warum Filmkunst gucken, wenn es solche Perlen gibt?
Servus TV, 20.15
Der Todesrächer von Soho (El muerto hace las maletas, Deutschland/Spanien 1972)
Regie: Jess Frank (eigentlich Jesus Franco, bekannter als Jess Franco)
Drehbuch: Art Bernd, Jess Frank
LV: Bryan Edgar Wallace: Death packs a Suitcase, 1961 (Der Tod packt seinen Koffer; andere Quellen nennen „The Corpse Packs His Bags“, aber über dieses Werk sind keine weiteren Angaben auffindbar; einige nennen eine ungenannte Kurzgeschichte von Bryan Edgar Wallace als Vorlage, aber in Wirklichkeit wurde wahrscheinlich nur der Name Wallace für die Werbung benutzt)
In London ermitteln ein Polizist und ein Krimiautor gemeinsam in einer Mordserie. Die Spur führt ins Rauschgiftmilieu.
Nun, Herr Franco liefert die vertraute Qualität – und Arthur Brauner (der als Art Bernd auch am Drehbuch mitschrieb) schloß als Produzent das Kapitel „Wallace“ ab.
Die Musik schrieb Rolf Kühn.
Mit Fred Williams, Horst Tappert, Barbara Rütting, Wolfgang Kieling, Rainer Basedow, Elisa Montes, Siegfried Schürenberg
Wiederholung: Montag, 8. Mai, 00.40 Uhr (Taggenau!)
Sönke Wortmann entschied sich in seinen Lehrerzimmer-Film „Eingeschlossene Gesellschaft“ für die komische Variante. Auch wenn die Lehrer in dem Zimmer als Geisel eingesperrt und mit einer Pistole bedroht wurden. İlker Çatak entscheidet sich in seinem, in der gesamten Schule spielendem, Lehrerfilm „Das Lehrerzimmer“ für die Horrorvariante. Dabei ist der Konflikt am Filmanfang eher klein. Es wurde Geld geklaut. Der Täter ist wahrscheinich ein Schüler. Die Lehrer wollen herausfinden, wer der Dieb ist.
Aber Carla Nowak (Leonie Benesch), der neuen, jungen, überaus engagierten und arg naiven Sport- und Mathematiklehrerin, missfällt die Art des Umgangs mit den Schülern. Subtil werden sie zur Kooperation gezwungen. Einmal sagen die Vertrauenslehrer den Klassensprechern, sie müssten nicht sagen, wer geklaut habe. Sie müssten nur nicken, wenn der Stift auf den richtigen Namen deute. Ein anderes Mal fordern sie und die Direktorin Carlas Schüler auf, ihre Geldbeutel auf den Tisch legen. Wer nichts zu verbergen habe, könne nichts dagegen haben.
Den oder die Diebe finden sie so nicht. Aber verschiedene Schüler werden verdächtigt und das Klima in der Schule verschlechtert sich.
Fast schon aus einer Laune heraus lässt Carla im Lehrerzimmer bei ihrem Laptop die Kamera an. Diese nimmt auf, wie ihr Geld gestohlen wird. Die Täterin ist nur anhand ihrer Bluse erkennbar. Es handelt sich um die immer joviale Schulsekretärin und Mutter ihres Lieblingsschülers.
Als die Sekretärin mit dem Vorwurf konfrontiert wird, leugnet sie. Sie wird, der von der Direktorin ausgegebenen Null-Toleranz-Linie folgend, suspendiert. Damit ist die Geschichte nicht zu Ende, sondern sie beginnt jetzt richtig aus dem Ruder zu laufen.
İlker Çatak zeigt die Schule als Mikrokosmos der Gesellschaft. Er legt mit eiskalter Präzision Strukturen offen und zeigt eine durchgehend ungesunde Welt voller Misstrauen und Paranoia. Carla irritiert schon in den ersten Minuten mit einem seltsamen Guten-Morgen-Ritual in der Klasse, das sogar auf einer kirchlichen Freizeit leicht deplatziert wirken würde. Schon in diesem Moment stellt sich die Frage, ob sie für diese Arbeit geeignet ist. Später stampft sie immer wieder, wie ein Roboter, begleitet von nervig dissonanter Musik und verfolgt von der Kamera, mit angespanntem Gesichtausdruck durch die kahlen Gänge der Schule. Sie trägt einen Schutzpanzer, der kaum ihre innere Anspannung und Überforderung verbirgt. Es ist ihre erste Stelle als Lehrerin. Trotzdem möchte man sie sofort zu einem Psychologen schicken oder krank schreiben.
„Das Lehrerzimmer“ feierte seine Premiere bei der diesjährigen Berlinale im Panorama. Aktuell ist der Feelbad-Film in den Kategorien „Bester Spielfilm“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“, „Beste weibliche Hauptrolle“ (Leonie Benesch), „Beste Kamera“, „Bester Schnitt“ und „Beste Filmmusik“ für den Deutschen Filmpreis nominiert. Die Verleihung ist am 12. Mai.
Das Lehrerzimmer(Deutschland 2023)
Regie: İlker Çatak
Drehbuch: İlker Çatak, Johannes Duncker
mit Leonie Benesch, Michael Klammer, Rafael Stachowiak, Eva Löbau
Der Titel der Vorlage lässt keinen Zweifel am Ausgang der Geschichte. Der Trailer ist ebenfalls ziemlich eindeutig. Und auch im Film wird allen, die vollkommen uninformiert ein Ticket für diesen Film kauften, gleich in den ersten Minuten verraten, wie es ausgehen wird. Und, auch daran lässt der Film keinen Zweifel, so wird es kommen: „The Hero dies“. Insofern muss es für den Film „Spoiler Alarm“ keinen Spoileralarm geben.
In dem zu erhöhtem Taschentuchkonsum anregendem Drama wird die wahre Geschichte von Michael Ausiello und seiner großen Liebe Kit Cowan erzählt. Als sie sich 2001 in New York in einem Schwulen-Nachtclub kennen lernen, arbeitet Ausiello als Journalist für die „TV Guide“. Sie verstehen sich, ziehen zusammen, heiraten, haben glückliche gemeinsame Jahre, werden für ihre Freunde die Verkörperung eines glücklichen Paares, wie man es sonst nur aus Liebesfilmen kennt. Das ändert sich 2014. Bei Cowan wird eine seltene Form von Krebs diagnostiziert. Er stirbt, elf Monate später, im Februar 2015.
In den Monaten vor seinem Tod informiert Ausiello über Social Media seine Freunde und die Familie regelmäßig über den Zustand seines Mannes. Diese Posts sieht auch ein Redakteur des Verlags Simon & Schuster. Er fragt Ausiello, ob er darüber ein Buch schreiben möchte. 2017 veröffentlich Ausiello das Buch „Spoiler Alert: The Hero dies“ über ihre gemeinsamen Jahre. Danach fragt Ausiello „The Big Bang Theory“-Schauspieler Jim Parsons, den er schon länger kennt, ob Parsons mit ihm in Los Angeles eine Fragerunde zum Buch moderieren möchte. Parsons tut es, sieht das Potential für eine Verfilmung und jetzt gehört er zu den Produzenten des Dramas.
Verfilmt wurde die Geschichte von Michael Showalter, der davor unter anderem die Romcom „The Big Sick“ inszenierte. Jim Parsons spielt Michael Ausiello. Ben Aldridge („Knock at the Cabin“) seine große Liebe Kit Cowan. Die Filmgeschichte folgt den wahren Ereignissen und kopiert gleichzeitig, garniert mit einigen wenigen filmischen Anspielungen und Spielereien, den Frühsiebziger-Kassenhit „Love Story“.
Entstanden ist ein Liebesfilm für alle, die mal wieder einige Packungen Tempotaschentücher verbrachen wollen. Dass „Spoiler Alarm“ eine schwule Liebesgeschichte erzählt, ist egal. Denn vor allem erzählt er die Geschichte von zwei Menschen, die sich lieben und füreinander da sind. Bis zum Tod.
Spoiler Alarm (Spoiler Alert, USA 2022)
Regie: Michael Showalter
Drehbuch: David Marshall Grant, Dan Savage
LV: Michael Ausiello: Spoiler Alert: The Hero dies, 2017
mit Jim Parsons, Ben Aldridge, Sally Field, Bill Irwin, Nikki M. James, Jeffery Self, Antoni Porowski
Steiner – Das eiserne Kreuz (Cross of Iron, Deutschland/Großbritannien 1977)
Regie: Sam Peckinpah
Drehbuch: Julius J. Epstein, Walter Kelley, James Hamilton
LV: Willi Heinrich: Das geduldige Fleisch, 1955
Ostfron, 1943: Feldwebel Steiner hält den Krieg für verloren. Sein neuer Vorgesetzter, Hauptmann Stransky, sieht das anders und er will ein Eisernes Kreuz erhalten. Dafür schickt er seine Männer ins Gefecht.
Kinohit, bei dem Sam Peckinpah sich mit deutschem Geld austoben konnte. Entstanden ist ein harter, illusionsloser Kriegsfilm.
mit James Coburn, Maximilian Schell, James Mason, David Warner, Klaus Löwitsch, Vadim Glowna, Fred Stillkrauth, Roger Fritz, Dieter Schidor, Durkhard Driet, Michale Nowka, Senta Berger, Arthur Braus, Véronique Vendell, Mikael Slavco Stimac
Fertig. Nach zwei „Guardians of the Galaxy“-Spielfilmen, und einem nur im TV gezeigten Holiday Special, ist James Gunns dritter „Guardians of the Galaxy“-Film sein letzter Guardians-Film. Die Science-Fiction-Komödie ist, wie schon vorher eifrig in den Medien kolportiert wurde, außerdem der letzte Film mit dieser „Guardians“-Besatzung und der Abschluss einer Trilogie. Nicht, weil das irgendwie aus dem Werk heraus ersichtlich ist, sondern weil heute drei Filme mit rudimentären Gemeinsamkeiten einfach als Trilogie gelabelt werden.
Dieses Mal steht nicht Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt), der Anführer der Guardians, sondern Rocket, der durchgeknallte, schießwütige No-Nonsense-Waschbär. Gunn erzählt die Geschichte seiner Herkunft.
Bei einem Angriff auf Knowhere, den Rückzugsort der Guardians, wird Rocket schwer verletzt. Als seine Freunde ihn verarzten wollen, entdecken sie einen Killswitch in seinem Körper, der ihn umbringt, wenn sie ihn verarzten (Nicht drüber nachdenken, einfach akzeptieren, dass Rocket bislang nie schwer verletzt wurde).
Um Rocket zu retten, müssen Peter Quill und seine Freunde Drax (Dave Bautista), Nebula (Karen Gillan), Mantis (Pom Klemenieff), der Baum Groot, Kraglin (Sean Gunn) und Gamora (Zoe Saldana) die Person finden, die dafür verantwortlich ist. Es ist The High Evolutionary (Chukwudi Iwuji). Der Herrscher tötet und quält andere Lebewesen, um eine perfekte Welt zu erschaffen.
Und los geht die überlange und bestenfalls mäßig unterhaltsame Schnitzeljagd durch den halben Weltraum, mit Zwischenstationen in einer seltsamen Sixties-Glibber-Welt, die von Master Karja („Castle“ Nathan Fillion, wie immer gut aufgelegt) verteidigt wird, und eine alternative Erde, die von Mensch/Tier-Mischwesen bevölkert wird, die in einem Fünfziger-Jahre-Vorstadt-Amerika leben, eine unverständliche Sprache sprechen und anscheinend weitgehend harmlos sind.
Neben dem bestenfalls lässigem Storytelling, das den dritten Auftritt der Guardians auf epische hunderfünfzig Minuten auflbläht, irritiert das Verhalten der aus den vorherigen Guardians-Filmen bekannten Figuren. Sie alle verhalten sich etwas anders, als ich sie in Erinnerung habe. Es sind kleine Veränderungen, die nicht zu ihrem früheren Ich passen, aber auch nicht einfach durch ihr Alter erklärt werden können. Ihre Beziehung zueinander wirkt, immerhin habe sie in den vergangenen Jahren gemeinsam etliche Abenteuer in den „Guardians“- und anderen Marvel-Filme erlebt, nie wie eine gewachsene Beziehung, sondern wie Comedy-Routinen, in denen Figuren mit festgefügten Eigenschaften immer wieder aufeinanderprallen. Wie Stan Laurel und Oliver Hardy oder wie Tom und Jerry.
Und dann ist auch noch Gamorra dabei. Sie ist Peter Quills große Liebe. Sie starb in „Avengers: Endgame“.
Erklärt werden kann ihre, ähem, Wiedergeburt und das leicht andere Wesen der einzelnen Guardians mit der Mechanik des Multiverse, in dem die Marvel-Filme inzwischen spielen. In dem Multiverse gibt es unzählige, voneinander unabhängige Versionen einer Figur. Sie leben in verschiedenen Universen, die (normalerweise) keinen Kontakt miteinander haben. Da kann eine Figur, die in einem Zeitstrang gestorben ist, in einem anderen Universum noch lebendig sein. Da kann eine Figur, die in einer Welt ein Bösewicht ist, in einer anderen Welt ein Held sein. Erzählerisch führt dies in den Marvel-Filmen im Moment zu einem anything goes, in dem alles egal ist, weil es halt im Multiverse spielt. Wenn Gamorra in einem Universum tot ist, kann sie in einem anderen Universum lebendig sein. Und natürlich können alle Figuren in einem anderen Universum mehr oder weniger anders sein.
Der Film selbst wirkt wie die jugendfreie Ausgabe von James Gunns „The Suicide Squad“ (USA 2021), in dem die Guardians einfach noch einmal ihre alten Hits aufwärmen und lustlos runterbrettern.
Das Filmende ist dann das schon lange vor der Premiere angekündigte Ende dieser Guardians of the Galaxy. Vor allem James Gunn ist aktuell sehr gut bei dem Konkurrenten DC Film beschäftigt. Dort ist er für alle künftigen DC-Filme verantwortlich und will auch bei einigen Regie führen. Dieses Wissen führt nie dazu, dass sich während des Films ein Gefühl des Abschied nehmens einstellt. Gunn präsentiert bis auf die letzten Minuten ein normales Guardians-Abenteuer in dem das Schicksal einer Nebenfigur im Mittelpunkt steht und mit Adam Warlock (Will Poulter) sehr pompös und zeitaufwendig eine neue Figur präsentiert wird, die für diesen Film vollkommen unwichtig ist. In späteren Filmen oder einer Streamingserie kann sie als Guter oder als Bösewicht wichtig werden. Am Ende klatscht er dann ein Ende dran, das verrät, dass diese Truppe nicht weitermachen wird. Filmisch ist das das Äquivalent zu einer schnöde mit der Post zugestellten Kündigung.
Und so ist in „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“ alles drin, was man von einem Guardians-Abenteuer erwartet, auch wenn die bekannten Figuren sich etwas seltsam verhalten und der Spaß der vorherigen Guardians-Abenteuer der Routine gewichen ist. Die gab es vor gut zehn Jahren, beim ersten Guardians-Abenteuer, nicht. Die Komödie war ein frischer Wind in der Superhelden/Science-Fiction-Landschaft. Die Guardians wurden sofort von allen geliebt. Jetzt wird das damals neue Rezept einfach nochmal aufgewärmt.
Gurdians of the Galaxy: Vol. 3(Guardians of the Galaxy Vol. 3, USA 2023)
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
LV: Figuren von Dan Abnett und Andy Lanning
mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel (Stimme im Original), Bradley Cooper (Stimme im Original), Karen Gillan, Pom Klementieff, Elizabeth Debicki, Sean Gunn, Sylvester Stallone, Will Poulter, Chukwudi Iwuji, Daniela Melchior, Michael Rosenbaum, Maria Bakalova, Nico Santos, Nathan Fillion
Drehbuch: Roland Klick, Georg Althammer (Mitarbeit), Jane Sperr (Mitarbeit)
Der 18-jährige Willi driftet durch Hamburg. Um die Hure Monika zu retten, will er den Geldtransporter eines Supermarkts zu überfallen.
Ein deutscher Gangsterfilm, der damals von der Kritik gelobt und vom Publikum ignoriert wurde. Heute ein Kultfilm und Klassiker des deutschen Film.
„Fest steht dass Klick hier unbewusst einige wichtige Komponenten des Neuen Deutschen Films vorweggenommen hat: Jugendkriminalität, die Großstadt als Dschungel und die Entstehung von Gewalt im thematischen Bereich, glaubhafter Realismus und geradliniges Erzählkino im formalen.“ (Robert Fischer/Joe Hembus: Der Neue Deutsche Film 1960 – 1980, 1981)
Als ich den Film das erste Mal sah, war ich begeistert, denn „Supermarkt“ war originäres Kino, das bis auf die Drehorte nichts mit anderen deutschen Filmen gemein hatte.
Der Titelsong „Celebration“ wird von Marius Müller-Westernhagen als Marius West gesungen; die Musik ist von Udo Lindenberg. Und Jost Vacano (Das Boot, Robocop, Total Recall) war der Kameramann.
mit Charly Wierczejewski, Eva Mattes, Michael Degen, Walter Kohut, Witta Pohl, Alfred Edel
Maureen Kearney ist die mächtige und wenn sie etwas erreichen will sehr nervige Gewerkschaftsführerin bei dem französischen Industriekonzern Areva. Ihr neuestes Projekt ist die Verhinderung der Kooperation von Areva mit China beim Bau von Atomkraftwerken. Sie befürchtet, dass Arbeitsplätze und das französische Knowhow im Umgang mit der Atomenergie verloren gehen. Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um das zu verhindern.
Die von ihr und ihrer Hartnäckigkeit genervten Firmenchefs und in das Geschäft involvierte Menschen versuchen sie zum Schweigen zu bringen. Denn sie könnte ihre Pläne durchkreuzen.
Als Kearney im Dezember 2012 in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt wird, scheint daher klar zu sein, wer dafür verantwortlich ist.
In dem Moment nimmt Jean-Paul Salomés neuer Film eine interessante Wende. Ab diesem Moment stehen nicht mehr die bis dahin formidabel bedienten Erzähltopoi des Politthrillers französisicher Prägung im Mittelpunkt. Der Fokus verschiebt sich zur Vergewaltigung und ihren Folgen. Kearny, gewohnt überzeugend von Isabelle Huppert gespielt, verhält sich nicht wie ein typisches Vergewaltigungs-Opfer. Die Polizei glaubt ihr nicht und will beweisen, dass sie die Verwaltigung nur vortäuschte. Ihr gutmütiger Mann versucht ihr eine Stütze zu sein, weiß allerdings auch nicht, ob er ihr glauben kann.
Diese Vergewaltigung und ihre Folgen fanden erst Jahre später, in einer Gerichtsverhandlung einen Abschluss. Denn Kearney ist eine reale Figur. Die gesamte Filmgeschichte basiert auf einem wahren, bei uns unbekannten Fall. Und weil Salomé nah bei den Fakten bleibt, bleibt einiges im Dunkeln; – eigentlich so, wie wir es von den klassischen Polit- und Paranoia-Thrillern kennen, die den Reichen und Mächtigen jede Schandtat zutrauen.
Salomé und Huppert arbeiteten bereits in der grandiosen Hannelore-Cayre-Verfilmung „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ zusammen. Das war eine Krimikomödie. „Die Gewerkschafterin“ ist ein Polit- und Paranoia-Thriller, mit mindestens einem Schuss Claude Chabrol. Sehenswert sind beide Filme.
Die Gewerkschafterin ( La Syndicaliste, Frankreich/Deutschland 2022)
Regie: Jean-Paul Salomé
Drehbuch: Fadette Drouard, Jean-Paul Salomé
LV: Caroline Michel-Aguirre: La Syndicaliste, 2019
mit Isabelle Huppert, Grégory Gadebois, Yvan Attal, François-Xavier Demaison, Pierre Deladonchamps, Alexandra Maria Lara, Gilles Cohen, Marina Foïs, Mara Taquin
Warum auch nicht? Selbstverständlich kann auch in einer Stadt in einer gut verschlossenen Kammer unter dem Keller eines Hochhauses ein Necronomicon gefunden werden. So geschieht es in Lee Cronins „Evil Dead Rise“. Die Teenager, die das Buch finden, probieren die Dinge, die sie nicht ausprobieren sollten, sofort aus – und los geht der ‚Tanz der Teufel‘. Im Mittelpunkt des Schlachtfests stehen dieses Mal Ellie, ihre drei noch lange nicht volljährigen Kinder, und Ellies jüngere Schwester Beth, die als Gittarentechnikerin ihr Leben zwischen Konzerthallen und Highways verbringt. Sie schaut kurz vorbei.
Am Rand stehen einige ihrer Nachbarn, deren Überlebenschancen in dem weitgehend entmieten Hochhaus in Los Angeles in dieser Nacht noch geringer sind als die von Ellies Familie.
Zehn Jahre nach Fede Álvarez‘ „Evil Dead“ und dreißig Jahre nach Sam Raimis drittem und letzten „Evil Dead“-Film, hat jetzt Lee Cronin die Regie übernommen. Bekannt wurde er mit seinem Horrorfilm „The Hole in the Ground“. Das war ein sanfter Horrorfilm. Über seinen neuen Film kann das nicht gesagt werden. „Evil Dead Rise“ ist eine ordentliche Schlachtplatte mit viel Kunstblut, das vor dem dunklen Hintergrund oft kaum erkennbar ist, und Anspielungen auf ältere Horrorfilme. Unter anderem auch auf Raimis ersten beiden „Evil Dead“-Filme. Im Gegensatz zu Raimis erstem „Evil Dead“-Film, der ein Low-Budget-Film war, ist bei Cronin alles sauberer, teurer, professioneller, immer eine Spur zu kalkuliert und meist zu schnell vorbei.
Das ist dann zwar sehr blutig, aber nie so beänstigend und auch hysterisch wie Sam Raimis ersten beiden „Evil Dead“-Filme, die, auch dank Bruce Campbell, ultraharten Horror mit Slapstick verbanden. Der dritte „Evil Dead“-Film, „Armee der Finsternis“, hat als durchgeknallte Mittelalter-Komödie vor lauter Slapstick keine Horrorelemente mehr.
Campbell und Raimi sind in den neuen „Evil Dead“-Film nur noch als Executive Producer involviert.
In „Evil Dead Rise“ gibt es bei den Hauptpersonen eine interessante thematische Verschiebung. In älteren Horrorfilmen war der Tod eine Bestrafung für vorehelichen Geschlechtsverkehr. Oft war schon der Versuch tödlich. In „Evil Dead Rise“ fehlt dieser prüde moralische Impetus. Jetzt versuchen Mütter ihre Kinder zu beschützen. Mit allen Mitteln, tödlicher Konsequenz und ohne den durchgeknallten Slapstick-Humor der Raimi-Filme.
Wer genau das Sehen will, wird in „Evil Dead Rise“ eine höllisch gute Zeit haben.
Evil Dead Rise (Evil Dead Rise, USA 2023)
Regie: Lee Cronin
Drehbuch: Lee Cronin
mit Lily Sullivan, Alyssa Sutherland, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher
Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.
Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen das lokalpatriotische Herz.
Seien wir ehrlich: Charlie ist fett und er hat nur ein Ziel: er will sich zu Tode fressen. Die Bedigungen dafür sind in den USA im Königreich des Junkfoods ideal. Er lässt es sich anliefern, verschlingt es und bestellt die nächste Ladung. Geld verdient der Englischlehrer als Universitätsdozent mit Online-Kursen. Seine Studenten würden ihn, falls er überhaupt seine Wohnung verlassen würde, auf der Straße nicht erkennen. Er schaltet die Kamera an seinem Laptop nicht ein; – und diese Geste zeigt immerhin, dass der Feingeist nicht zufrieden mit sich ist.
Der Grund für seine Freßorgie ist der Tod seines über alles geliebten Partners, für den er sich verantwortlich fühlt und den er nicht überwinden kann. Das Essen ist seine Art, sich dafür zu bestrafen.
Das hat er so weit getrieben, dass er jetzt nur noch wenige Tage zu Leben hat. Eine Einweisung in ein Krankenhaus verweigert er. Aber er will noch einmal, nach Jahren, seine siebzehnjährige Tochter sehen.
Nachdem Darren Aronofskys vorheriger Film „Mother“ in einem Landhaus spielte, ist der Schauplatz in „The Whale“ noch reduzierter. Es ist eine kleine Wohnung, die eigentlich nur aus der US-typischen Kombination von Küchenecke und Wohnzimmer besteht. Charlie thront in der Mitte des Raums auf seiner durchgesessenen Couch, die er höchst ungern und nur in Notfällen verlässt.
Der Film basiert auf dem Theaterstück von Samuel D. Hunter, das 2012 seine Premiere hatte. Für die Verfilmung überarbeitete Hunter es etwas. Aber die Konzentration auf einen Schauplatz und eine Figur blieben erhalten. In der Verfilmung sind alle anderen Figuren – Charlies Krankenschwester/Freundin, Charlies Tochter, Charlies Frau und Charlies Essenslieferant – im Verhältnis zu ihm konzipiert. Das gilt auch für den jungen Missionar, der an seine Wohnungstür klopft und von Charlie hereingebeten wird.
Die Kameraarbeit von Aronofskys Stamm-Kameramann Matthew Libatique ist fantastisch. Nie fällt die Beschränkung auf einen Raum negativ auf. Brendan Fraser sieht wirklich immer wieder wie ein gigantische Ungetüm, wie Moby Dick, aus.
Und so kommen wir zu dem größten Schwachpunkt des Films: Brendan Fraser. Er erhielt für diese Rolle viel Kritikerlob, viele Preise, darunter den Oscar als bester Schauspieler, und er feierte sein Hollywood-Comeback; – wie vor fünfzehn Jahren Mickey Rourke in Aronofskys „The Wrestler“.
Fraser zog für die Rolle einen Fatsuit an. Seine schauspielererische Leistung erschöpft sich in einem schelmichem Lächeln. Danach kann man ihm nicht mehr böse sein. Aber die Proportionen stimmen nicht. Fraser sieht, wenn er seine Couch verlässt, nie wie ein dicker Mann, sondern wie Jabba the Hutt aus.
Deshalb fragte ich mich die ganze Zeit, warum nicht einfach ein dicker Schauspieler gecastet wurde. Marlon Brando steht zwar nicht mehr zur Verfügung. Aber John Goodman, Gérard Depardieu oder irgendein anderer Schauspieler, dessen Name mir gerade nicht einfällt, der aber den für diese Rolle passenden Umfang hat, hätte diese Rolle spielen können.
The Whale (The Whale, USA 2022)
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Samuel D. Hunter
LV: Samuel D. Hunter: The Whale, 2012 (Theaterstück)
mit Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Sathya Sridharan
1985 erfährt Ron Woodroof, Rodeoreiter, Frauenheld und Homohasser, dass er HIV-Positiv ist und in wenigen Tagen sterben wird. Er besorgt sich nicht zugelassene Medikamente und verkauft sie an Leidensgenossen, wenn sie Mitglied im titelgebenden „Dallas Buyers Club“ werden.
Regisseur Jean-Marc Vallée inszenierte die auf der wahren Geschichte von Ron Woodroof, der am 12. September 1992 starb, basierende, sehenswerte Charakterstudie mit der Handkamera im Stil des Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Kinos. Und Matthew McConaughey überzeugt als bis auf die Knochen abgemagerte Unsympath mit uramerikanischem Unternehmergeist.
Dafür gab es den Oscar als bester Hauptdarsteller; Jared Leto erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller. Beide und der Film erhielten etliche weitere Preise.
mit Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Denis O’Hare, Steve Zahn, Michael O’Neill, Dallas Roberts, Griffin Dunne
Der Schatz der Sierra Madre (Treasure of Sierra Madre, USA 1948)
Regie: John Huston
Drehbuch: John Huston
LV: B. Traven: Der Schatz der Sierra Madre, 1927
Drei Männer suchen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Mexiko Gold. Aber das Gold bringt ihnen kein Glück.
„Der Malteser-Falke“ war die erste Zusammenarbeit von John Huston und Humphrey Bogart. Es entstand ein Klassiker. Auch ihre nächste Zusammenarbeit, „Der Schatz der Sierra Madre“, ist ein Klassiker. Auch wenn er „wahrscheinlich der am meisten überschätzte Film Bogarts“ (Hans C. Blumenberg) ist und „So beliebt dieser Film auch heute ist, so sicher er Bestandteil des Bogart-Kults ist, so wenig lassen sich seine Mängel übersehen.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme). Denn die Botschaft des Films wird schon am Anfang des Films von Walter Huston verkündet und in den folgenden beiden Stunden bestätigt.
Danach drehten Humphrey Bogart und John Huston die Klassiker „Hafen der Laster“/“Key Largo“ und „The African Queen“.
mit Humphrey Bogart, Walter Huston, Tim Holt, Bruce Bennett, Barton MacLane
Flammendes Inferno(The Towering Inferno, USA 1974)
Regie: John Guillermin
Drehbuch: Stirling Silliphant
LV: Richard Martin Stern: The Tower, 1973; Thomas N. Scortia/Frank M. Robinson: The Glass Inferno, 1974
Im 135. Stock feiert Bauherr Duncan in einem Hochhaus eine Einweihungsparty. Das von ihm in San Francisco gebaute Hochhaus ist mit 138 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt. Während sie feiern, bricht einige Stockwerke ein Feuer aus, das das Hochhaus zerstören kann. Feuerwehrchef O’Hallorhan und einige tapfere Männer versuchen die in dem brennenden Haus eingeschlossenen Menschen zu retten.
So sahen in den Siebzigern Superheldenfilme aus: die primäre Superkraft war das Superstardasein. Einige waren sehr tapfere Helden, andere sehr gemeine Feiglinge. Die Drehbücher begnügten sich im Anordnen der Klischees (heute noch mehr als damals) und der Actionszenen, in denen möglichst viel kaputt geht.
Mit gut drei Stunden ist „Flammendes Inferno“ ein abendfüllendes Vergnügen voller Stars und leinwandfüllender Attraktionen. Alle Effekte sind praktische Effekte, weil es damals noch keine CGI gab. Ein Fest für die Stuntmen.
„Flammendes Inferno“ war ein Kassenhit.
Rückblickend war der Katastrophenfilm der letzte große Kinofilm von Steve McQueen.
mit Steve McQueen, Paul Newman, William Holden, Faye Dunaway, Fred Astaire, Susan Blakely, Richard Chamberlain, Jennifer Jones, O.J. Simpson, Robert Vaughn, Robert Wagner
Broken City – Stadt des Verbrechens (Broken City, USA 2013)
Regie: Allen Hughes
Drehbuch: Brian Tucker
Billy Taggart, Ex-Cop und inzwischen glückloser Privatdetektiv, soll die Frau des Bürgermeisters observieren. Dieser glaubt, dass sie ihn betrügt.
Biederer Neo-Noir, der mitten im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten spielt und bei dem es um Korruption und illegale Immobiliengeschäfte geht. Die Geschichte ist vertraut (selbstverständlich hat Bürgermeister Hostetler einige Hintergedanken, selbstverständlich stolpert Taggart in eine „Chinatown“-Geschichte, selbstverständlich…). Er ist prominent besetzt. Er liefert einige ungewöhnliche Ansichten von New York und es gibt etwas Action. Am Auffallendsten ist die oft beunruhigende Musik/Soundcollage von Atticus Ross, Leopold Ross und Claudia Sarne. Ross schrieb mit Trent Reznor die Musik für die David-Fincher-Filme „The Social Network“, „Verblendung“ und „Gone Girl – Das perfekte Opfer“.
mit Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones, Jeffrey Wright, Barry Pepper, Natalie Martinez, Kyle Chandler, Griffin Dunne
Ein romantischer Thriller über eine Frau, die als Tochter eines Nazis zwischen zwei Männern steht (naja, am Ende eher liegt): einem FBI-Agenten, der Nazis jagt und sie daher undercover zu einem Freund ihres Vaters schicken will, und einem Schurken, der sie heiraten will. Oder in den Worten der großen Filmkritikerin Frieda Grafe: in dem Film geht es „um Männer, die Frauen verachten, weil sie tun, wozu Männer sie zwingen.“
Truffaut nannte „Notorious“ Hitchcocks Quintessenz. Recht haben beide.
In Deutschland wurde “Berüchtigt”in den Fünfzigern als “Weißes Gift” gestartet und aus den Nazis wurden Drogenhändler. Später wurde die Synchronisation geändert.
Mit Ingrid Bergman, Gary Grant, Claude Rains, Louis Calhern
Minor-League-Basketballtrainer Marcus (Woody Harrelson), ein Rechthaber und Choleriker, hat mal wieder Mist gebaut. Dafür und weil er sich vor Gericht schlecht benimmt und, vielleicht, weil die von ihm genervte Richterin ihm eine Lektion erteilen will, verurteilt sie ihn nicht zu einer Geldstrafe, die er fluchend bezahlen würde, sondern zu Sozialstunden. Er muss einige Jugendliche trainieren. Dummerweise sind diese Jugendlichen ein Trupp Behinderter. Körperlich sind sie Erwachsene. Geistig sind sie auf dem Niveau von Kindern, die alles außer Disziplin haben. Begeistert spielen sie Basketball. Aber die Regeln des Spiels kennen sie nicht. Sie sind ihnen auch egal. Ein Team, das irgendwie zusammen spielt und versucht zu gewinnen, sind sie auch nicht.
Für Marcus sind sie schon auf dem ersten Blick eine Vollkatastrophe. Doch jetzt soll er aus ihnen eine Mannschaft formen und sie auf den Weg zu einer regionalen Meisterschaft führen.
Auch wer das Original – Javier Fessers spanischen Kassenhit „Wir sind Champions (Campeones, 2018) – nicht kennt, weiß, wie die Geschichte zwischen dem cholerischen Trainer und den herrlich untalentierten Spielern sich entwickeln wird. Bobby Farrelly, der Co-Regisseur von „Kingpin“ (ebenfalls mit Woody Harrelson) und „Verrückt nach Mary“, inszenierte in seinem Solo-Regiedebüt eine Feelgood-Komödie, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat und von ihren Schauspielern und ihrem Zusammenspiel lebt.
Der Feelgood-Film „Champions“ ist kurzweilig, amüsant, mit einigen göttlichen Basketball-Spielern und einem Trainer, der dank ihnen zu einem besseren Menschen wird. So wie es sich für einen Feelgood-Film gehört.
Champions(Champions, USA 2023)
Regie: Bobby Farrelly
Drehbuch: Mark Rizzo (basierend auf David Marqués/Javier Fessers „Wir sind Champions“)
mit Woody Harrelson, Kaitlin Olson, Matt Cook, Ernie Hudson, Cheech Marin, Madison Tevlin, Joshua Felder, Kevin Iannucci, Ashton Gunning, Matthew Von Der Ahe, Tom Sinclair, James Day Keith, Alex Hintz, Casey Metcalfe, Bradley Edens
LV: Isaac Asimov: I, Robot, 1950 (Ich, der Robot, Kurzgeschichtensammlung)
2035: Roboter nehmen uns viele Aufgaben ab. Als der Chefkonstrukteur der Firma US Robotics in den Tod stürzt, glaubt Polizist und Roboterhasser Del Spooner, dass der Konstrukteur von einem Roboter umgebracht wurde. Niemand glaubt ihm.
Unterhaltsamer SF-Actionthriller, der von Asimov vor allem die drei Robotergesetze übernommen hat. Denn Proyas interessiert sich vor allem für Design und Entertainment.
mit Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell, Bruce Greenwood, Chi McBride, Shia LaBeouf