
TV-Tipp für den 10. August: Das Fenster zum Hof
August 9, 2021
SWR, 23.15
Das Fenster zum Hof (Rear Window, USA 1954)
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: John Michael Hayes
LV: Cornell Woolrich: Rear Window, 1942 (Das Fenster zum Hof, Kurzgeschichte)
Fotograf Jeffries liegt mit einem gebrochenen Bein in seinem Hinterhofzimmer und beobachtet gelangweilt seine Nachbarn. Eines Tages glaubt er, Mr. Thorwald habe seine Frau umgebracht. Aber wie kann er es beweisen?
Ein Meisterwerk. Ein perfekter Film über Männer und Frauen, über alle Facetten des Zusammenlebens (eigentlich der Unmöglichkeit des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau) und über Voyeure – gedreht in einem einzigen Studio (der gesamte Hinterhof wurde dort „funktionsfähig“ nachgebildet) aus einer einzigen Perspektive (wir sind mit James Stewart in seinem Zimmer gefangen).
Mit James Stewart, Grace Kelly, Thelma Ritter, Raymond Burr
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Das Fenster zum Hof“
Wikipedia über „Das Fenster zum Hof“ (deutsch, englisch) und Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)
Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“
Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″
Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)
Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock”
Alfred Hitchcock in der Kriminalakte
Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)
Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)
Wikipedia über Cornell Woolrich (deutsch, englisch)
Krimi-Couch über Cornell Woolrich
Mordlust über Cornell Woolrich
Die Krimibestenliste August 2021
August 9, 2021Auf der von Deutschlandfunk Kultur präsentierten Krimibestenliste stehen im August folgende Krimis:
1 (-) Susanne Saygin: „Crash“
Heyne, München 2021
416 Seiten, 12,99 Euro
–
2 (-) Eloísa Díaz: „1981“
Aus dem Englischen von Mayela Gerhardt
Hoffmann und Campe, Hamburg 2021
321 Seiten, 23 Euro
–
3 (-) Max Annas: „Der Hochsitz“
Rowohlt, Hamburg 2021
272 Seiten, 22 Euro
–
4 (5) Anne Goldmann: „Alle kleinen Tiere“
Ariadne im Argument Verlag, Hamburg 2021
302 Seiten, 18 Euro
–
5 (4) Alexis Schaitkin: „Saint X“
Aus dem Englischen von Wibke Kuhn
Ullstein, Berlin 2021
476 Seiten, 24 Euro
–
6 (-) Garry Disher: „Barrier Highway“
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag, Zürich 2021
346 Seiten, 22 Euro
–
7 (-) Liam McIlvanney: „Ein frommer Mörder“
Aus dem Englischen von Susanne Lohmann
Heyne, München 2021
448 Seiten, 14,99 Euro
–
8 (-) Martin Cruz Smith: „Die Spur des Bären“
Aus dem Englischen von Rainer Schmidt
C. Bertelsmann, München 2021
268 Seiten, 16 Euro
–
9 (-) Mercedes Rosende: „Der Ursula-Effekt“
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Unionsverlag, Zürich 2021
280 Seiten, 18 Euro
–
10 (6) Viet Thanh Nguyen: „Die Idealisten“
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller
Blessing, München 2021
496 Seiten, 24 Euro
TV-Tipp für den 9. August: Taschengeld
August 8, 2021
Arte, 22.10
Taschengeld (L’argent de poche, Frankreich 1976)
Regie: François Truffaut
Drehbuch: François Truffaut, Suzanne Schiffman
Sehr selten gezeigter Film von Truffaut, in dem er Episoden aus dem Alltag einiger in der südfranzösischen Provinzstadt Thiers zeigt. Die Episoden basieren auf eigenen und den Erlebnissen der Kinder.
mit Jean-François Stévenin, Virginie Thévenet, Marcel Berbert, Christine Pellé, Jane Lobre, Laura Truffaut, François Truffaut, Geory Desmouceaux, Philippe Goldman, Claudio Deluca, Franck Deluca, Pascale Bruchon, Corinne Boucart, Eva Truffaut
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Taschengeld“
Wikipedia über „Taschengeld“ (deutsch, englisch, französisch) und Francois Truffaut (deutsch, englisch, französisch)
Zweiter Teil meines Francois-Truffaut-Porträts: Die Antoine-Doinel-Filme
TV-Tipp für den 8. August: Ready or Not
August 7, 2021
Pro7, 22.50
Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot (Ready or Not, USA 2019)
Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
Drehbuch: Guy Busick, R. Christopher Murphy
Bevor Grace ein vollwertiges Mitglied der Familie Le Domas wird, muss sie in der Hochzeitsnacht ein harmloses Aufnahmeritual überstehen. Das behauptet jedenfalls ihr Gatte, bevor in dem riesigen Familienanwesen die Jagd auf die Braut eröffnet wird.
TV-Premiere. Kurzweilige Splatter-Komödie und eine eindrückliche Warnung vor dem Einheiraten in stinkreiche Familien.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Samara Weaving, Adam Brody, Mark O’Brien, Henry Czerny, Andie MacDowell, Melanie Scrofano, Kristian Bruun, Nicky Guadagni, Elyse Levesque, John Ralston
Wiederholung: Montag, 9. August, 03.00 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Moviepilot über „Ready or Not“
Metacritic über „Ready or Not“
Rotten Tomatoes über „Ready or Not“
Neu im Kino/Filmkritik: „Abseits des Lebens“, allein in den Bergen
August 7, 2021
In ihrem Kino-Regiedebüt – davor inszenierte sie mehrere „House of Cards“-Episoden – erzählt Robin Wright die Geschichte von Edee Holzer. Die von ihr gespielte Edee entschließt sich, nach einem traumatischen Ereignis, das für uns in seinem vollen Umfang lange im Dunkeln bleibt, die Zivilisation und ihr bisheriges wohlgeordnetes Leben hinter sich zu lassen. Sie kauft sich eine einsam in den Bergen von Wyoming gelegene Blockhütte, die nur eine Ein-Zimmer-Bretterbude ist, und fährt mit einer Jahresration Dosenessen dorthin. Ihr Auto lässt sie später abholen. Ihr Telefon hat sie bereits vorher in eine Mülltonne geworfen.
Dass sie keine Ahnung vom Überleben in der Wildnis hat, stört sie nicht. Es gibt ja Ratgeberbücher.
Im Winter stößt diese naive „Was soll mir schon passieren“-Strategie an ihre Grenze.
Kurz bevor sie in der Hütte erfriert, wird sie von Miguel Borras (Demián Bichir) und Alawa (Sarah Dawn Pledge), einer mit ihm befreundeten Krankenschwester, gerettet. Der Jäger hat Edee schon länger beobachtet.
In dem Moment beginnt Edees Rückkehr ins Leben. Auch wenn diese Rückkehr zunächst darin besteht, dass Miguel ihr beibringt, wie man in der Wildnis überlebt und schweigend genossenen Sonnenuntergängen.
„Abseits des Lebens“ erzählt die nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlene Geschichte einer Traumabehandlung. Denn ohne Miguel wäre Edee schon lange vor dem ersten Frühling gestorben. Mit seiner schweigsamen, nie fordernden, immer geduldigen Art ist er dann der ideale Therapeut.
Der andere Therapeut in diesem dialogarmen „Die Einsamkeit heilt alle Wunden“-Stück ist die beeindruckende Landschaft der Rocky Mountains. Gedreht wurde hauptsächlich in Moose Mountain in Alberta, Kanada, und Kameramann Bobby Bukowski verbrachte werden des Drehs jede Nacht in Edees Hütte, um die Landschaft aufzunehmen.
„Abseits des Lebens“ ist ein ruhig erzähltes Zwei-Personenstück. Dank des zurückgenommenen Spiels von Robin Wright und Demián Bichir sind die seelischen Wunden ihrer Figuren immer spürbar. Wenn sie dann ihre Verlusterfahrungen und die Gründe für ihre Schuldgefühle ansprechen, klingen sie beliebig. Das liegt daran, dass es in „Abseits des Lebens“ um die Folgen und um einen Weg geht, wie mit einem schmerzhaften Verlust umgegangen werden kann.

Abseits des Lebens (Land, USA 2021)
Regie: Robin Wright
Drehbuch: Jesse Chatham, Erin Digman
mit Robin Wright, Demián Bichir, Sarah Dawn Pledge, Brad Leland, Kim Dickens
Länge: 90 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Abseits des Lebens“
Metacritic über „Abseits des Lebens“
TV-Tipp für den 7. August: Leave no trace
August 6, 2021
ZDF, 23.15
Leave no trace (Leave no trace, USA 2018)
Regie: Debra Granik
Drehbuch: Debra Granik, Anne Rossellini
LV: Peter Rock: My Abandenment, 2009
Will, ein Kriegsveteran mit psychischen Problemen, lebt mit seiner Tochter Tom von der restlichen Menschheit abgeschieden in den Wäldern um Portland, Oregon. Als Tom von einem Jogger entdeckt wird, werden sie in ein Arbeitsprogramm gezwungen.
TV-Premiere. Tolles Drama von „Winter’s Bone“-Regisseurin Debra Granik.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Ben Foster, Thomasin Harcourt McKenzie, Jeff Kober, Dale Dickey, Isaiah Stone, Michael Hurley, Marisa Anderson
Hinweise
Moviepilot über „Leave no trace“
Metacritic über „Leave no trace“
Rotten Tomatoes über „Leave no trace“
Wikipedia über „Leave no trace“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Debra Graniks „Winter’s Bone“ (Winter’s Bone, USA 2010)
Meine Besprechung von Debra Graniks „Leave no trace“ (Leave no trace, USA 2018)
Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Über Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
August 6, 2021
Im Moment glaubt Dominik Graf, dass eine Verfilmung genauso so lange sein soll, wie die Lektüre des Buches dauert. Bei einem kurzen Roman, also eigentlich eher einer Novelle, geht das. Trotzdem ist die Idee Unfug. Konsequent exekutiert würden dann Romanverfilmungen zehn bis zwanzig Stunden dauern. Solche Epen könnten dann nur noch im Fernsehen laufen. Dabei gibt es etliche Romanverfilmungen, die ausgezeichnete eigenständige Interpretionen von Romanen sind und deutlich kürzer als die Vorlage sind.
Das sage ich, weil die Länge von drei Stunden das Problem von Dominik Grafs ansonsten sehr gelungener, werktreuer und gleichzeitig eigenständiger Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ ist.
Kästners Roman erschien 1931 in einer leicht gekürzten Fassung als „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“. Er wurde von den Nazis als entartete Kunst angesehen und gehörte zu den Büchern, die während der Bücherverbrennung verbrannt wurden. 2013 erschien unter dem ursprünglich geplanten Titel „Der Gang vor die Hunde“ Kästners Originalfassung. Diese liegt Dominik Grafs Verfilmung zugrunde.
Fabians Geschichte ist eine bestenfalls lose verknüpfte Abfolge von Episoden, die ein Bild von Deutschland vor neunzig Jahren, also von den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren, ergeben. In einem Roman, vor allen in einem etwas über zweihundertseitigem Roman, der eine Satire ist, zur Avantgarde gehört und der ein Sittenbild ist, ist diese episodische Struktur kein Problem. Bei einem Film, der dann drei Stunden lang Episoden ohne eine erkennbare Geschichte aneinanderreiht, wird das zu einem Problem. Es wird redundant. Es wird langweilig.
Auch wenn ich jetzt nicht genau sagen kann, wo Graf hätte schneiden sollen, hätte er doch um ein Drittel kürzen sollen.
Das gesagt ist „Fabian“ ein absolut sehenswerter Film, der die Stimmung der zwanziger Jahre, das pulsierende Großstadt-, Künstler- und Bohèmeleben, ohne erkennbare Kompromisse und souverän mit allen filmischen Stilmitteln hantierend, auf die Leinwand bringt.
Im Mittelpunkt der Erzählung steht – überzeugend von „Oh Boy“ Tom Schilling gespielt – Jakob Fabian, ein promovierter Germanist, der im Berlin der frühen dreißiger Jahre tagsüber als schlecht verdienender Werbetexter für eine Zigarettenfabrik arbeitet, in einem Zimmer zur Miete wohnt und nach Sonnenuntergang durch die Berliner Clubs und Bordelle zieht. Dabei lehnt der Flaneur und Beobachter nie einen Drink oder eine Affäre ab. Begleitet wird er meistens von seinem Studienfreund Stephan Labude. Der Sohn des vermögenden Justizrat Labude schreibt schon seit Jahren an seiner Habilitation und er ist bekennender und agitierender Kommunist. Er hat eine feste, in einer anderen Stadt lebende Freundin, die er heiraten will. Aber sie betrügt ihn.
Bei einem seiner nächtlichen Sauftouren trifft Fabian auf Irene Moll. Die verheiratete Frau hat mit ihrem Mann ein Arrangement getroffen, nach dem sie ihm ihre Liebhaber vorstellen muss, die Liebhaber einen Vertrag unterschreiben müssen und sie dann Sex haben dürfen. Dieses Angebot lehnt Fabian bei ihrer ersten Begegnung empört ab.
Kurz darauf trifft er in einem Kabarett Cornelia Battenberg. Zufällig haben sie in der gleichen Wohnung ein Zimmer gemietet. Sie verlieben sich ineinander. Cornelia will als Schauspielerin Karriere machen. Sie beginnt eine Affäre mit einem Filmproduzenten.
Aus diesen und zahlreichen weiteren Episoden, aber noch mehr aus der Inszenierung, ergibt sich ein Bild des damaligen Berlins und der damaligen Gefühlslage, die in bestimmten Aspekten immer noch oder wieder aktuell ist. Während in Kästners Roman die Warnung vor dem Nationalsozialismus zwischen den Zeilen steht – schließlich kannte Kästner als er den Roman schrieb, die Zukunft nicht – deutet Graf den beginnenden Nazi-Terror deutlich an. Er zeigt Stolpersteine, die es in Berlin erst seit einigen Jahren gibt. Auf ihnen stehen die Namen von Opfern der Nationalsozialisten. Wir sehen Nazi-Uniformen. Bei einer Konfrontation von Fabian mit einem von Labudes Studienkollegen ist der heraufziehende Faschismus deutlich spür- und sichtbar.
Sowieso interessiert Graf sich in seinem Sittengemälde wenig für historische Faktenkorrektheit. Ihm geht es darum, die damalige Stimmung, die von einem Gefühl eines nahenden Weltuntergangs geprägt war, begreifbar zu machen und tief in Fabians Psyche, die Psyche eines alles distanziert beobachtenden Moralisten, einzutauchen. Dieser Fabian ist kein Mitläufer. Er will nicht, während er sich durch das pulsierende Nachtleben treiben lässt, mit der Masse mitschwimmen.
Dazu lässt Graf die Kamera fiebrig durch die engen, dunklen Räume tanzen. Er schneidet teils im Sekundentakt. Später, wenn Fabian sich verliebt und seine Eltern besucht, wird die Kamera und der Anfangs atemlose Erzählrhythmus ruhiger. Graf wechselt munter die Kameras, das Filmmaterial und das Bildformat. Er schneidet historische Aufnahmen hinein. Dazu kommt ein konstanter Fluss von Dialogen und Voice-Over. Auch wenn nicht alle Texte von Kästner sind, haben sie immer einen deutlichen Kästner-Einfluss. So ergibt sich eine souveräne, sehr eigenständige Interpretation des Romans, die immer wie eine wortwörtliche Übertragung wirkt, es aber nicht ist. Graf und sein Co-Drehbuchautor Constantin Lieb haben den Geist des lesenswerten Buches vorzüglich eingefangen.
Nach diesem „Fabian“ kann man Wolf Gremms „Fabian“ von 1979 getrost vergessen. Denn der ist nur hochbudgetiertes, letztendlich billiges Ausstattungskino. Genau das kann von dem „Gang vor die Hunde“ nicht gesagt werden.

Fabian oder Der Gang vor die Hunde (Deutschland 2021)
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Constantin Lieb, Dominik Graf
LV: Erich Kästner: Fabian oder Der Gang vor die Hunde, 1931/2013
mit Tom Schilling, Albrecht Schuch, Saskia Rosendahl, Michael Wittenborn, Petra Kalkutschke, Elmar Gutmann, Aljoscha Stadelmann, Anne Bennent, Meret Becker
Länge: 186 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Die Vorlage
(zum Kinostart mit Filmcover und einigen Filmbildern)

Erich Kästner: Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Atrium, 2021
248 Seiten
12 Euro
–
Erstausgabe dieser Ausgabe
Atrium Verlag, 2013
–
Erstausgabe
Fabian – Die Geschichte eines Moralisten
Deutsche Verlags-Anstalt, 1931
–
Hinweise
Filmportal über „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
Moviepilot über „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
Metacritic über „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
Rotten Tomatoes über „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“
Wikipedia über „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Erich Kästners „Die verschwundene Miniatur“ (1935/2009)
Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“
Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“
Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)
Dominik Graf in der Kriminalakte
TV-Tipp für den 6. August: Sing Street
August 5, 2021
Arte, 20.15
Sing Street (Sing Street, Irland/USA/Großbritannien 2016)
Regie: John Carney
Drehbuch: John Carney
Dublin in den Achtzigern: Der schüchterne 15-jährige Conor verliebt sich in überirdisch schöne und unerreichbar coole Raphina. Um sie zu beeindrucken, bietet er ihr sofort eine Rolle in einem Musicclip seiner Band an. Dummerweise hat er noch keine Band und auch noch keine Freunde an der neuen Schule. Conor will alle diese Probleme lösen. Außerdem stehen seine Chancen bei Raphina gar nicht so schlecht. Denn ihr Freund hört Phil Collins.
Wunderschöner Coming-of-Age-Film, Musikfilm, Bandbiopic (einer fiktiven Schülerband), eine halbe Kulturgeschichte (vor allem die Rock- und Popmusik der achtziger Jahre) und Liebesfilm.
Mehr Begeisterung in meiner ausführlichen Besprechung.
Danach zeigt Arte eine Doku über die Beatles (um 21.55 Uhr), eine über Countrysänger Townes Van Zandt (um 23.45 Uhr) und ein Konzert von Nick Cave (um 01.55 Uhr).
mit Ferdia Walsh-Peelo, Lucy Boynton, Jack Reynor, Maria Doyle Kennedy, Aiden Gillen, Kelly Thornton, Ben Carolan, Mark McKenna, Percy Chamburuka
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Sing Street“
Wikipedia über „Sing Street“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von John Carneys „Can a Song save your Life?“ (Begin again, USA 2013)
Meine Besprechung von John Carneys „Sing Street“ (Sing Street, Irland/USA/Großbritannien 2016) (und dem Soundtrack) und der DVD
Neu im Kino/Filmkritik: „The Suicide Squad“ beim Inselbesuch
August 5, 2021
Nach dem hoffnungslos vermurksten DC-Film „Suicide Squad“ konnte jede Fortsetzung, die gleichzeitig ein Neustart ist, nur besser sein. Die Frage war nur, wieviel besser James Gunns „The Suicide Squad“ ist.
Gunn ist spätestens seit seinen beiden „The Guardians of the Galaxy“-Marvel-Filmen ein bei Fanboys bekannt-beliebter Regisseur, der schon für den dritten Film engagiert war. Dann gab es ein unerfreuliches Hin und Her wegen alter Tweets. Er wurde zuerst gefeuert, es gab Proteste dagegen, danach wurde er wieder engagiert und demnächst inszeniert er seinen dritten „Guardians of the Galaxy“-Film. Davor drehte er für das konkurrierende DC-Kinouniversum, das aktuell eine umfassende und nötige Neuausrichtung erfährt, „The Suicide Squad“.
Vor dem Dreh ließ der bekennende Comic-Junkie sich zusichern, dass er machen dürfte, was er wolle. Dazu gehört, dass der Film blutig sein darf (seit dem Erfolg von „Deadpool“ dürfen Superheldenfilme eine höhere Altersfreigabe haben), dass er nach Belieben das Team aus bekannten und unbekannten Figuren zusammen stellen kann und dass er jedes Teammitglied umbringen dürfte. Das war nach dem ersten „Suicide Squad“ wohl auch kein großes Problem. Denn besonders beliebt ist der Film unter den Fans nicht. Von den damaligen Mitgliedern des ziemlich blassen Selbstmordkommandos ist nur Harley Quinn (Margot Robbie) allgemein beliebt. Nachdem sie schon einen Solo-Film bekommen hat, ist sie jetzt wieder dabei. Viola Davis spielt wieder Amanda Waller, die skrupellose Oberbefehlshaberin der von ihr zusammengestellten Selbstmordkommandos (und sie hat wieder zu wenige Szenen). Joel Kinnaman ist wieder als Colonel Rick Flag dabei. Wahrscheinlich durfte er die Rolle wieder übernehmen, weil er beim letzten Mal nicht besonders auffiel und irgendein Karrieresoldat das Kindermädchen für die aus vollkommen durchgeknallten, zu Höchststrafen verurteilten Verbrechern bestehende Selbstmordtruppe spielen muss. Das sind dann auch schon die für die neue Mission wichtigen Figuren, die James Gunn aus dem vorherigen Film übernahm.
Letztendlich stellte er eine vollkommen neue „Suicide Squad“ zusammen und bringt die meisten Mitglieder dieses Selbstmordkommandos gleich in den ersten Minuten an einem Inselstrand um. Wer in den vergangenen Wochen und Monaten einen der zahllosen Trailer und Featurettes gesehen hat, muss sich in diesem Moment schon von einigen in ihnen prominent gezeigten Gesichtern verabschieden – und kann sich ausrechnen, wer bessere und wer schlechtere Überlebenschancen hat.
In dem Moment betritt nämlich einige Meter weiter eine andere, von ‚Bloodsport‘ Robert DuBois (Idris Elba) angeführte Suicide Squad die Insel Corto Maltese. Sie müssen nach Jotunheim, einer festungsähnlichen Forschungseinrichtung, und dort die für die USA unangenehmen Reste von Projekt Starfish beseitigen. Begonnen wurde das Projekt von den Nazis, die in dem Actionfilm nicht weiter erwähnt werden.
Das danach folgende Abenteuer ist eine blutige Geschichte im Stil eines Actionthrillers der siebziger/achtziger Jahre, als ein oder mehrere Soldaten oder Söldner im Auftrag der US-Regierung einen geheimen Auftrag in irgendeinem lateinamerikanischem Land ausführen und dabei über Leichen gehen konnten. Immer nach der Methode ‚Gewalt ist gut, exzessive Gewalt ist besser‘. Also wird blutig gestorben, geköpft, Glieder abgeschlagen oder auch mal ein Mensch halbiert. Gerne garniert mit einem zynischen Spruch.
In „The Suicide Squad“ kommt dann noch das Wissen um die Comic-Ursprünge der Geschichte hinzu. Alles ist noch eine Spur lauter, greller und plakativer. Alle Mitglieder und der Oberbösewicht, selbstverständlich ein durchgeknallter Wissenschaftler, sind in ihrem Wesen überlebensgroß. Superkräfte, wie wir sie von den Superhelden aus Comics und Filmen kennen, hat kein Mitglied der Suicide Squad. Aber sie haben manchmal beeindruckende Fähigkeiten und beeindruckend Waffen; wobei manche dieser Waffen sich beeindruckend unpraktisch für einen Kampf gegen Schusswaffen und Handgranaten erweisen. Und kein Mitglied von Bloodsports Truppe ist ein Genie. Diese Verbrecher sind halt eine neue Ausgabe des „Dreckigen Dutzend“, die für die Mission erpresst wurden und, wenn sie denn überleben, eine Straferleichterung erhalten. Denn wie in dem Kriegsfilmklassiker ist für jedes Mitglied der Einheit der Tod wahrscheinlicher als das Überleben der Mission.
Und dann gibt es noch ein unmögliches, aber sympathisches Wesen. In „The Guardians of the Galaxy“ war das der Baum Groot. In „The Suicide Squad“ ist es ein menschenfressender, dummer, aber auch irgendwie liebenswerter Hai King Shark (im Original von Sylvester Stallone gesprochen). Nachdem er von Ratcatcher 2 (ihre Superfähigkeit: gut im Umgang mit Ratten) überzeugt wurde, dass er, wenn er hungrig ist, die Mitglieder des Selbstmordkommandos nicht essen soll, ist er eigentlich ein ganz lieber Kumpel, der keiner Fliege was antun kann; – gut, wahrscheinlich weil er davon nicht satt wird und er während der Mission genug Bösewichter essen kann.
James Gunn erzählt diese vollkommen absurde Geschichte in einer gelungenen Mischung aus derbem Humor, brachialer Action, blutiger Gewalt und überhöhten Comic-Images, unterlegt mit etlichen bekannten Songs. Das macht „The Suicide Squad“ zur auf der Erde spielende Hardcore-Version von „The Guardians of the Galaxy“.

The Suicide Squad (The Suicide Squad, USA 2021)
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
mit Idris Elba, Margot Robbie, Viola Davis, John Cena, Joel Kinnaman, Jai Courtney, Peter Capaldi, David Dastmalchian, Daniela Melchior, Michael Rooker, Alice Braga, Peter Davidson, Joaquin Cosio, Juan Diego Botto, Storm Reid, Nathan Fillion, Steve Agee, Sean Gunn, Mayling Ng, Flula Borg, Jennifer Holland, Tinashe Kajese, Sylvester Stallone (nur Stimme, nur im Original), John Ostrander, Taika Waititi
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „The Suicide Squad“
Metacritic über „The Suicide Squad“
Rotten Tomatoes über „The Suicide Squad“
Wikipedia über „The Suicide Squad“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD
Neu im Kino/Filmkritik: Ein „Kaiserschmarrndrama“ für den Kriminaler Franz Eberhofer
August 5, 2021
Wer „Dampfnudelblues“ oder eine der darauf folgenden Franz-Eberhofer-Krimikomödien gesehen hat, wird im neuen Franz-Eberhofer-Krimi „Kaiserscharrndrama“ die gewohnte Kost bekommen.
Der Kriminalfall war schon immer nebensächlich.
Dieses Mal wird in dem niederbayerischen Dorf Niederkaltenkirchen eine Joggerin erschlagen. Sie ist das dorfbekannte Webcam-Girl Simone. Dorfpolizist Franz Eberhofer muss den Mörder suchen. Sein penetranter Kumpel und Co-Ermittler (ohne Dienstmarke) Rudi Birkenberger sitzt derweil, nach einem von Eberhofer verursachtem Autounfall, im Rollstuhl.
Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, richtet er sich häuslich auf dem Eberhofer-Hof ein. Dort lebt im Moment auch Franz‘ verhasster, weil biederer Bruder Leopold. Der Spießer möchte auf dem Hof ein Familienhaus für sich und seinen Bruder erbauen. Gegen den Widerstand von Franz, der niemals in das neue Haus einziehen möchte, und ihren Vater, der sich gegen diese Verschandelung seines Hofes wehrt.
Selbstverständlich sind im neuen Eberhofer-Krimi auch die aus den vorherigen Eberhofer-Krimis bekannten trinkfreudigen Kumpels von Franz Eberhofer dabei. Dieses Mal sind sie sogar etwas in den Mordfall verwickelt.
Nach dem zweiten Mord übernimmt die Münchner Über-Ermittlerin Thin Lizzy den Fall. Eberhofer-Fans kennen sie bereits aus den vorherigen Filmen und sie wissen, dass jetzt der Ermittler-Ehrgeiz von Eberhofer geweckt ist. Denn er will unbedingt vor ihr den Fall lösen.
„Kaiserschmarrndrama“ ist der siebte Eberhofer-Film. Die Krimikomödie sollte bereits vor einem Jahr im Kino laufen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde der Starttermin mehrmals verschoben.
Für die Fans hat sich das Warten gelohnt. Es sind alle aus den vorherigen Komödien vertrauten und beliebten Figuren mit ihren Schrullen wieder dabei. Und wie immer verändern sich einige Kleinigkeiten. Einerseits weil Franz Eberhofers Dauerfreundin seit Kindertagen, die Susi, mehr von ihm will als er geben möchte. Eigentlich möchte er – immer noch – nur mit seinen Kumpels abhängen und in seiner Junggesellenbude, einem riesigen Zimmer in der Scheune des elterlichen Hofes, versacken. Susi findet das weniger toll. Und ihr gemeinsames Kind, der Paul, wird auch mit jedem neuen Eberhofer-Krimi größer.
Auch hinter der Kamera veränderte sich nichts. Ed Herzog ist weiterhin der Regisseur der Serie. Stefan Betz schrieb wieder das Drehbuch. Das weitere Team, Kamera, Schnitt undsoweiter, war ebenfalls bei den vorherigen Filmen dabei. Die Schauspieler übernahmen wieder, mit offensichtlichem Vergnügen, ihre vertrauten Rollen.
An dem Erfolgsrezept – die Filme wurden zuerst nur in Bayern im Kino gezeigt und, wegen des überragenden und überraschenden Erfolgs, später in ganz Deutschland – änderten sie nichts. Für die zahlreichen Fans ist das eine sehr gute Nachricht.

Kaiserschmarrndrama (Deutschland 2021)
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog
LV: Rita Falk: Kaiserscharrndrama, 2018
mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Sigi Zimmerschied, Nora Waldstätten, Michael Ostrowski, Thomas Kügel, Maria Hofstätter, Matthias Egersdörfer, Rüdiger Klink, Thomas Mraz, Ferdinand Hofer, Mai Le, Theresa Walter, Marek Fis, Christine Neubauer, Willy Astor, Olivia Pascal, Sarah Viktoria Frick
Länge: 96 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Filmportal über „Kaiserschmarrndrama“
Moviepilot über „Kaiserschmarrndrama“
Wikipedia über „Kaiserschmarrndrama“
Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)
Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)
Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)
TV-Tipp für den 5. August: Jurassic Park
August 4, 2021
Vox, 20.15
Jurassic Park (Jurassic Park, USA 1993)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp
LV: Michael Crichton: Jurassic Park, 1990 (DinoPark, Jurassic Park)
Milliardär John Hammond will einigen Wissenschaftlern vor der großen Eröffnung seinen neuen Vergnügungspark präsentieren. Auf einer Tropeninsel hat er ein Disneyworld mit echten Dinosauriern erschaffen. Dummerweise geht bei der Präsentation etwas schief und die Dinos beginnen die Menschen über die Insel zu jagen.
Unglaublich erfolgreiche Bestsellerverfilmung mit mehreren direkten Fortsetzungen. Sensationell waren damals die am Computer entstandenen Dinosaurier; wobei Spielberg sich auch auf bewährtes Trickhandwerk verließ.
mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, B. D. Wong, Samuel L. Jackson
Wiederholung: Freitag, 6. August, 22.10 Uhr
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Jurassic Park“
Wikipedia über „Jurassic Park“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)
Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)
Steven Spielberg in der Kriminalakte
Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)
Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)
„Ich, der Verrückte“ bin nicht wahnsinnig. Oder doch?
August 4, 2021
In der Firma ist Angel Molinos der Exot. Von ihm wurden vor über zwanzig Jahren zwei Theaterstücke inszeniert. In einem Stück vertrat er die Ansicht, dass die Gesellschaft Vincent van Goghs Kreativität als krankhaft angesehen und ihn deshalb zum Verrückten erklärt habe. Angels Theaterstücke führten dazu, dass Otrament ihm seine jetzige Stelle anbot. Abgesehen von dieser Vergangenheit fällt der Psychologe neben seinen Kollegen nicht weiter auf. Sie entdecken (Spötter würden sagen ‚erfinden‘) für ein internationales Pharmaunternehmen neue psychische Krankheiten, die dann mit Medikamenten behandelt werden. Dabei achten er und seine Kollegen darauf, dass möglichst viele Menschen diese Krankheit haben oder haben könnten und dass sie möglichst erstrebenswert klingt. Denn bestimmte Krankheiten will kein Mensch haben, aber die Begierde nach körperlicher Perfektion klingt doch gar nicht so schlimm, fast schon erstrebenswert. Und wer ist nicht neophil (Hang zu Neuem) oder neophob (Ablehnung des Neuen)?
Als ein Kollege von Angel, der Informationen über illegale Forschungen ihrer Arbeitgeber veröffentlichten wollte, spurlos verschwindet, fragt Angel sich, ob die Vorwürfe seines Kollegen wahr sind. Er beginnt selbst zu recherchieren.
Selbstverständlich findet er genug Informationen, die seinen Verdacht bestätigen. Sein Arbeitgeber scheint illegale Experimente durchzuführen und dabei den Tod der Versuchsteilnehmer in Kauf zu nehmen.
Gleichzeitig zweifelt Angel an seinem Verstand. Er fragt sich, ob er paranoid, verrückt und somit ein Fall für eine medikamentöse Behandlung wird.
„Ich, der Verrückte“ ist, nach „iIch, der Mörder“, die neue Zusammenarbeit von Autor Antonio Altarriba und Zeichner Keko. Er zeichnete die Geschichte in meist realistischen SW-Panels mit einigen gelben Farbspritzern. Diesen Zeichenstil behält er auch in Angels Alpträumen bei. Sie hat Angel seit kurzem.
Die Geschichte ist ein feiner Noir mit einem unzuverlässigem Erzähler und etlichen Informationen über die unmoralischen Geschäfte von Pharmaunternehmen, die damit Geld verdienen, dass wir nicht gesund werden.
–
Antonio Altarriba/Keko: Ich, der Verrückte
(übersetzt von André Höchemer)
Avant Verlag, 2021
136 Seiten
25 Euro
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Originalausgabe
Éditions DENOÉL
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Hinweise
Homepage von Antonio Altarriba
Avant Verlag über Antonio Altarriba und Keko
Wikipedia über Antonio Altarriba und Keko
TV-Tipp für den 4. August: Hanne
August 3, 2021Auch dieser Film von Dominik Graf ist aus vielen Gründen nicht wirklich als Vorbereitung für seinen neuen Kinofilm „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (mit Tom Schilling, Albrecht Schuch und Saskia Rosendahl) geeignet. Seine überzeugende und selbstverständlich sehenswerte Erich-Kästner-Verfilmung läuft am 5. August 2021 an.
ARD, 20.15
Hanne (Deutschland 2019)
Regie: Dominik Graf
Drehbuch: Beate Langmaack
Die frisch pensionierte Chefsekretärin Hanne Dührsen erfährt, dass sie vielleicht Leukämie hat. Während sie über das Wochenende auf die Diagnose warten muss, stürzt sie sich in das Nachtleben.
Berührendes Drama über eine Frau, die vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, das Leben genießt.Dafür gab es drei Grimme-Preise (Regie, Drehbuch, Hauptrolle).
mit Iris Berben, Petra Kleinert, Herbert Knaup, Trystan Pütter, Sophie Lutz, Mohamed Achour, Sönke Möhring
Wiederholungen
ARD, Donnerstag, 5. August, 00.35 Uhr (Taggenau!)
One, Sonntag, 8. August, 20.15 Uhr
One, Mittwoch, 11. August, 13.55 Uhr
Hinweise
Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“
Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie „Im Angesicht des Verbrechens“
Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)
TV-Tipp für den 3. August: Geheimnis eines Lebens
August 2, 2021
ARD, 23.00
Geheimnis eines Lebens (Red Joan, USA 2018)
Regie: Trevor Nunn
Drehbuch: Lindsay Shapero
LV: Jennie Rooney: Red Joan, 2013 (Geheimnis eines Lebens)
Im Mai 2000 wird die 87-jährige Joan Stanley verhaftet. Sie soll ab dem Zweiten Weltkriegs für die Sowjetunion spioniert haben.
TV-Premiere. Von einem wahren Fall inspiriertes Agentendrama, das Theaterregisseur Trevor Nunn in Rückblenden erzählt. Angesichts des Potentials der Geschichte und der Schauspieler eine enttäuschende Angelegenheit. Wobei die Romanvorlage auch nicht spannender ist.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Judi Dench, Sophie Cookson, Stephen Campbell Moore, Tom Hughes, Tereza Srbova, Ben Miles, Freddie Gaminara
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Die Vorlage

Geheimnis eines Lebens von Jennie Rooney
Jennie Rooney: Geheimnis eines Lebens
(übersetzt von Stefanie Retterbush)
Goldmann, 2019
560 Seiten
10 Euro
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Originalausgabe
Red Joan
Chatto & Windus, London, 2013
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Hinweise
Moviepilot über „Geheimnis eines Lebens“
Metacritic über „Geheimnis eines Lebens“
Rotten Tomatoes über „Geheimnis eines Lebens“
Wikipedia über „Geheimnis eines Lebens“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Trevor Nunns „Geheimnis eines Lebens“ (Red Joan, USA 2018)
Meine Besprechung von Jennie Rooneys „Geheimnis eines Lebens“ (Red Joan, 2013)
„Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht“, unternommen von Mathieu Sapin
August 2, 2021
Wahrscheinlich ist auch Mathieu Sapin etwas von der Politik berauscht. Sapin ist kein Politiker, sondern Comicautor. In Frankreich hat er auch Zeitschriften illustriert, Dokumentarfilme und die Polit-Komödie „Le poulain“ (nach seinem Drehbuch) inszeniert. Zu seinen Arbeiten gehört eine umfangreicher Comicreportage über François Hollande.
Quasi als Epilog dazu – immerhin trat Hollande 2017 nicht wieder an und das Duell zwischen Marine Le Pen und Emmanuel Macron elektrisierte die ganze Welt – erklärte Sapin sich bereit, für die Libération eine wenige Seiten umfassende gezeichnete Reportage über das finale TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten anzufertigen.
Aber er findet den Politikneuling Macron faszinierend. Das beginnt schon mit ihrer ersten Begegnung. Vor dem TV-Duell begrüßt Macron Sapin persönlich und sagt, er lese einen seiner Comics. Nach dem Duell – Sapin darf über den Abend aus dem Team Macron berichten – ist er im Backstage-Raum und Macron erklärt, dass er Sapins Comic „Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu“ für genial hält. Dieses Werk wird auch später immer wieder das Werk sein, das ihm bei Depardieu-Fan Macron Türen öffnet. So darf er, wie wir aus „Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht“erfahren, für „Le poulain“ einige Szenen im Élysée-Palast drehen.
Dieser kurze Comic und dieser Abend sollten der Abschluss von Sapins künstlerischer Beschäftigung mit der Politik sein. Aber nach der Wahl von Macron überlegt er dann doch, wie er zu ihm Kontakt aufnehmen und ihre Begegnungen als Grundlage für ein weiteres Werk machen könnte.
In seinem neuen Comic „Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht“ schildert er, äußerst selbstironisch seine Versuche und verbindet sie mit der Geschichte von Jean Racine, der im 17. Jahrhundert ein erfolgreicher Bühnenautor werden wollte, es wurde und später der Hofschreiber von Sonnenkönig Ludwig, Sapins Geschichte. Denn er selbst zeichnet sich immer, äußerst unvorteilhaft, als kleines, dickliches Männchen mit viel zu großem Kopf und Halbglatze, das atemlos hinter Macron und seinem Gefolge hinterherhetzt. Gleichzeitig zeichnet er seine Kontaktversuche auf und kommentiert selbstironisch die Ereignisse und seine damit verbundenen Selbstzweifel.
Sapins naive Zeichnungen täuschen nicht lange darüber hinweg, wie dicht und komplex er „Comedie Française“ erzählt. Er liefert nämlich gleichzeitig eine kondensierte Version eigener Erlebnisse, eine Interpretion seiner Erlebnisse, der jüngsten französischen Geschichte und die Lebensgeschichte eines schon lange verstorbenen Künstlers, der den Kontakt zur Macht sucht.
Deshalb hat man am Ende dieses witzigen Comics viel über Frankreich und der Faszination von politischer Macht gelernt.
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Mathieu Sapin: Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht
(übersetzt von Silv Bannenberg)
Reprodukt, 2021
168 Seiten
24 Euro
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Originalausgabe
Comedie Française
Dargaud, 2020
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Hinweise
Wikiepdia über Mathieu Sapin (deutsch, französisch)
Neu im Kino/Filmkritik: Hallochen! Herzlich willkommen zur „Jungle Cruise“
August 1, 2021
1916: Lily Houghton (Emily Blunt) will im Amazonas einen einzigartigen Baum finden, der wunderheilende Kräfte haben soll und dessen Entdeckung für die Medizin einen unvorstellbaren Fortschritt bedeuten würde. Wo er ist, weiß niemand. Aber es gibt eine Schatzkarte und ein Amulett, das bei der Entdeckung des Baumes eine wichtige Rolle spielen wird. Mit diesen beiden Gegenständen und Frank Wolff (Dwayne Johnson) will Houghton den Baum finden. Begelitet wird sie von ihrem Bruder MacGregor (Jack Whitehall), der, nun, kurz gesagt, die aus älteren Filmen bekannte Rolle der Frau übernimmt: ängstlich, auf Etikette bedacht, mit Tonnen an wichtigem Gepäck für eine Dschungelreise, wie täglich frische Kleider für jedes gesellschaftliche Ereignis, und Tennisschläger.
Wolff ist der Kapitän eines Schiffes, das eine schwimmende Bruchbude und Wundertüte ist. Für die älteren Semester muss jetzt der Hinweis auf John Hustons in Afrika spielender Bootsfahrt „African Queen“ mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn kommen. Auch wenn es außer dem Zickenkrieg zwischen Blunt und Johnson, einem Boot und einem Fluss wenig Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Liebeskomödien gibt. Und damit zurück zur „Jungle Cruise“.
Verfolgt werden Houghton und Wolff von Prinz Joachim (Jesse Plemons), einem deutschen Operettenbösewicht, der in der Originalfassung erstaunlich viele Sätze (und das allseits beliebte S-Wort) auf Deutsch sprechen darf, Nicht erstaunlich ist, dass er eine Spur der Verwüstung hinterlässt.
„Jungle Cruise“ ist, wie die „Pirates of the Caribbean“ (Piraten der Karibik), die Verfilmung einer Attraktion in Disneyland. Wobei diese Attraktionen keine Geschichte erzählen, sondern nur Situationen und Sets liefern, die irgendwie zu einer Filmgeschichte ausgebaut werden. Bei den Piraten der Karibik gelang das in kommerzieller Hinsicht sehr gut. Bei anderen Disney-Themenparks gelang das in finanzieller Hinsicht weniger gut. „Jungle Cruise“ ist jetzt der neueste Versuch, eine Erlebniswelt in Disneyland in eine Serie von Kinofilmen umzuwandeln. Und dieses Mal könnte es gelingen.
Die Inspiration für die „Jungle Cruise“ in Disneyland war, als die erste Dschungelfahrt 1955 in Anaheim, Kalifornien eröffnet wurde, der schon erwähnte Filmklassiker „African Queen“. Die Bootsfahrt wurde mit wahren und erfundenen Informationen über das gefährliche Leben im Dschungel aufgepeppt. Ungefähr so, wie Wolff in den ersten Filmminute eine Gruppe Touristen durch den Dschungel schippert und eigentlich jede Gefahr, Verzögerung, Begegnung mit am Ufer stehenden Wilden und Tieren geplant ist.
Der immer zuverlässige Thriller-Regisseur Jaume Collet-Serra (zuletzt „The Shallows“ und „The Commuter“ ) inszenierte nach einem Drehbuch von Michael Green, Glenn Ficarra und John Requa seine „Jungle Cruise“ als ein buntes Retro-Abenteuer, das vor über hundert Jahren spielt und vor über siebzig oder sogar achtzig Jahren genauso hätte inszeniert werden können. Denn „Jungle Cruis“ (der Film) ist eine Mischung aus Abenteuerfilm und Screwball-Comedy mit einigen modernen, aber letztendlich vernachlässigbaren Elementen. So werden deutlich mehr und deutlich mehr wichtige Rollen von Frauen gespielt. Die Bösewichter (alles Männer) verharren dagegen auf dem aus den Dreißigern bekanntem Comic-Level, das sie zu überdimensional lächerlichen Männern macht. Und wahrscheinlich jedes Bild wurde mit Computereffekten überarbeitet. So dürfte kein einziges Tier bei den Dreharbeiten dabei gewesen sein.
Emily Blunt übernimmt die Rolle des männlichen Helden. Sie ist Indiana Jones (den „Indiana Jane“-Gag hat schon jemand anderes gemacht und so toll ist er auch nicht). Sie hat vor nichts Angst. Außer vor Wasser; weil sie nicht schwimmen kann. In diesen Abenteuerfilmen sit eine so starke Frauenfigur neu. Schließlich waren sie bislang die in Stöckelschuhen, panisch schreiend, auf ihre Garderobe und ihre Frisur bedachten, durch die Wildnis laufenden, gut aussehenden, aber für Abenteuer vollkommen untauglichen Wesen. Echte Männer, wie Indiana Jones (um nur den bekanntesten Vertreter dieser beliebten Grabräuber zu nennen), waren die Helden der Filme. Lily Houghton übernimmt mit ihrer ‚erst handeln, dann nachdenken‘-Attitütde diesen Stab überzeugend.
Ihr Filmbruder ist, wie gesagt, der humoristische Sidekick, der kreischende Feigling, der im Dschungel keine vier Minuten überleben würde. Und er ist schwul. Und natürlich steht er spätestens im Schlusskampf seinen Mann.
„Jungle Cruise“ ist ein unterhaltsamer Abenteuerfilm, in dem es für unsere Helden nie wirklich gefährlich wird. Einerseits weil die gefährlichen Situationen sich meist schnell in Wohlgefallen auflösen, andererseits weil die Computereffekte bei den Tieren oft überdeutlich sind. Die Story plästschert oft mehr als nötig episodisch vor sich hin und, wenn sich Houghton und Wolff fetzen, gibt es weniger Lacher als ich nach dem Trailer erwartet hatte.
Damit ist „Jungle Cruise“ letztendlich ein Film für Kinder – solange sie keine Angst vor Schlangen haben.

Jungle Cruise (Jungle Cruise, USA 2021)
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: Michael Green, Glenn Ficarra, John Requa (nach einer Geschichte von John Norville, Josh Goldstein, Glenn Ficarra und John Requa)
mit Dwayne Johnson, Emily Blunt, Edgar Ramírez, Jack Whitehall, Jesse Plemons, Paul Giamatti, Veronica Falcón
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 12 Jahre (wahrscheinlich wegen der Schlangen, die bei Indiana Jones dann doch echter waren)
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Hinweise
Moviepilot über „Jungle Cruise“
Metacritic über „Jungle Cruise“
Rotten Tomatoes über „Jungle Cruise“
Wikipedia über „Jungle Cruise“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)
Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; dito)
Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Commuter“ (The Commuter, USA/Großbritannien 2017)
Neu im Kino/Filmkritik: „Generation Beziehungsunfähig“ ist doch beziehungsfähig
August 1, 2021
Tim ist inzwischen in den Dreißigern. Trotzdem lebt er immer noch das Leben eines Pubertierenden: wenn er nicht gerade in einer hippen Social-Media-Agentur abhängt und es regelmäßig bezahlte Arbeit nennt, hängt er mit seinem WG-Kumpel Luis auf der Couch zum Computerspielen ab oder er triftt sich mit einer seiner zahlreichen Freundinnen/Sexualpartnerinnen. Normalerweise meldet er sich nach dem Sex nicht wieder bei ihr. Denn an einer langfristigen Beziehung, Heirat, Kindern und einem bürgerlichem Leben hat er kein Interesse. Wobei er auch an anderen Dingen kein erkennbares Interesse hat. Immerhin will er jetzt, nachdem auf einer Party sein erstes Buch ohne sein Wissen zu Konfetti verarbeitet wurde, sein zweites Buch schreiben.
Als er im Verkaufsraum einer Tankstelle eine junge Frau trifft, die ihm sein Stracciatella-Eis vor der Nase wegschnappt, ändert sich sein Liebesleben. Sie ist jung, selbstverständlich gut aussehend und etwas frech. Der erste Sex ist auch hemmungslos gut. Ebenso der zweite, dritte, vierte undsoweiter, bis Tim dann erstmals doch mehr als Sex haben möchte. Nur die Frau, die einfach nur ‚Ghost‘ heißt, will das nicht.
„Generation Beziehungsunfähig“ ist eine deutsche Komödie, die auf Michael Nasts gleichnamiger Sammlung von Kolumnen basiert. Weil Kolumnen schlecht verfilmt werden können, haben Regisseurin Helena Hufnagel und ihre Co-Autorin Hilly Martinek sich eine Geschichte ausgedacht, die in einer beliebig austauschbaren größeren Stadt spielt. Einige Gebäude und vor allem der Abspann verraten, dass die Komödie in Köln gedreht wurde. Aber es hätte auch genausogut Berlin, Hamburg, München, Stuttgart oder Wuppertal sein können. Die Figuren sind, höflich formuliert, blasse Fantasiefiguren, die all den erwartbaren und schon tausendmal wiedergekäuten Klischees über junge Großstädter entsprechen. Die Geschichte und die Witze sind nicht besser.
So ist vollkommen unklar, was Tims Problem ist und warum wir uns für ihn interessieren und mit ihm mitfühlen sollten. Denn er ist einfach ein Frauen ausnutzendes, egozentrisches Arschloch, das damit keine Probleme hat. Es gibt für ihn keinen Grund, warum er sein Leben verändern möchte, soll oder muss. Denn müssen muss er nichts. Niemand und nichts zwingt ihn dazu, sein Leben zu überdenken. Wenn er dann von Ghost geghosted wird, er also von jemand anderem so behandelt wird, wie er bislang Frauen behandelte, hält sich unser Mitleid in Grenzen. Schließlich tut sie nur das, was er immer tut.
Im Film wird auch nie deutlich, was am Leben als Single so schlimm ist. Außer man verfolgt die konservative Idee einer lebenslangen Bindung in einer traditionellen Kernfamilie, die problemlos den Segen des stockkonservativen katholischen Dorfpfarrers erhalten könnte.
„Generation Beziehungsunfähig“ ist ein weiteres sich in Studiokulissen abspielendes, mit anonymen Bildern einer Großstadt garniertes, in irgendeiner Parallelwelt spielendes RomCom-Gewürge, das in deutschen Filmen so schon seit Jahrzehnten serviert wird und durch Wiederholung nicht realistischer wird. So kann kein Porträt einer Generation entstehen.
Wie es anders geht, zeigt in wenigen Wochen Johanna Moder in ihrem bitterbösen Generationen- und Milieuporträt „Waren einmal Revoluzzer“. Das grandiose Drama hat alles, was „Generation Beziehungsunfähig“ nicht hat. Der aktuelle Starttermin ist der 9. September 2021.

Generation Beziehungsunfähig (Deutschland 2021)
Regie: Helene Hufnagel
Drehbuch: Helene Hufnagel, Hilly Martinek
LV: Michael Nast: Generation Beziehungsunfähig, 2016
mit Frederick Lau, Luise Heyer, Henriette Confurius, Verena Altenberger, Tedros Teclebrhan, Maximilian Brückner, Victoria Trauttmansdorff, Kida Khoor Ramadan
Länge: 84 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Generation Beziehungsunfähig“
Veröffentlicht von AxelB 