DVD-Kritik: Über Darren Aronofskys „The Whale“

August 16, 2023

Zum Kinostart schrieb ich über Darren Aronofskys neuen Film:

Seien wir ehrlich: Charlie ist fett und er hat nur ein Ziel: er will sich zu Tode fressen. Die Bedigungen dafür sind in den USA im Königreich des Junkfoods ideal. Er lässt es sich anliefern, verschlingt es und bestellt die nächste Ladung. Geld verdient der Englischlehrer als Universitätsdozent mit Online-Kursen. Seine Studenten würden ihn, falls er überhaupt seine Wohnung verlassen würde, auf der Straße nicht erkennen. Er schaltet die Kamera an seinem Laptop nicht ein; – und diese Geste zeigt immerhin, dass der Feingeist nicht zufrieden mit sich ist.

Der Grund für seine Freßorgie ist der Tod seines über alles geliebten Partners, für den er sich verantwortlich fühlt und den er nicht überwinden kann. Das Essen ist seine Art, sich dafür zu bestrafen.

Das hat er so weit getrieben, dass er jetzt nur noch wenige Tage zu Leben hat. Eine Einweisung in ein Krankenhaus verweigert er. Aber er will noch einmal, nach Jahren, seine siebzehnjährige Tochter sehen.

Nachdem Darren Aronofskys vorheriger Film „Mother“ in einem Landhaus spielte, ist der Schauplatz in „The Whale“ noch reduzierter. Es ist eine kleine Wohnung, die eigentlich nur aus der US-typischen Kombination von Küchenecke und Wohnzimmer besteht. Charlie thront in der Mitte des Raums auf seiner durchgesessenen Couch, die er höchst ungern und nur in Notfällen verlässt.

Der Film basiert auf dem Theaterstück von Samuel D. Hunter, das 2012 seine Premiere hatte. Für die Verfilmung überarbeitete Hunter es etwas. Aber die Konzentration auf einen Schauplatz und eine Figur blieben erhalten. In der Verfilmung sind alle anderen Figuren – Charlies Krankenschwester/Freundin, Charlies Tochter, Charlies Frau und Charlies Essenslieferant – im Verhältnis zu ihm konzipiert. Das gilt auch für den jungen Missionar, der an seine Wohnungstür klopft und von Charlie hereingebeten wird.

Die Kameraarbeit von Aronofskys Stamm-Kameramann Matthew Libatique ist fantastisch. Nie fällt die Beschränkung auf einen Raum negativ auf. Brendan Fraser sieht wirklich immer wieder wie ein gigantische Ungetüm, wie Moby Dick, aus.

Und so kommen wir zu dem größten Schwachpunkt des Films: Brendan Fraser. Er erhielt für diese Rolle viel Kritikerlob, viele Preise, darunter den Oscar als bester Schauspieler, und er feierte sein Hollywood-Comeback; – wie vor fünfzehn Jahren Mickey Rourke in Aronofskys „The Wrestler“.

Fraser zog für die Rolle einen Fatsuit an. Seine schauspielererische Leistung erschöpft sich in einem schelmischem Lächeln. Danach kann man ihm nicht mehr böse sein. Aber die Proportionen stimmen nicht. Fraser sieht, wenn er seine Couch verlässt, nie wie ein dicker Mann, sondern wie Jabba the Hutt aus.

Deshalb fragte ich mich die ganze Zeit, warum nicht einfach ein dicker Schauspieler gecastet wurde. Marlon Brando steht zwar nicht mehr zur Verfügung. Aber John Goodman, Gérard Depardieu oder irgendein anderer Schauspieler, dessen Name mir gerade nicht einfällt, der aber den für diese Rolle passenden Umfang hat, hätte diese Rolle spielen können.

 

Wer „The Whale“ im Kino verpasste, kann sich das beeindruckende Drama jetzt im Heimkino ansehen.

Und danach (!) das mit fünfzig Minuten erfreulich umfangreiche und sehr informative Bonusmaterial genießen, das zahlreiche Spoiler zur Filmgeschichte enthält. In dem Making of „People are Amazing“, das auch mehrere Statements von Regisseur Darren Aronofsky enthält, und den beiden Interviewclips, – einer mit den Hauptdarstellern Brendan Fraser, Hong Chau und Sadie Sink, einer mit Brendan Fraser und Samuel D. Hunter, dem Autor des Stücks -, wird ausführlich auf Hunters Theaterstück, den autobiographischen Hintergrund, die Bearbeitung des Theaterstücks zu einer in einer kleinen Wohnung spielenden Filmgeschichte, die Konstruktion der Geschichte, die Figuren, ihre Motive und Beziehungen zueinander, das wochenlange gemeinsame Einstudieren des Stücks vor den Dreharbeiten und die darauf folgenden Dreharbeiten eingegangen.

In einem weiteren Featurette spricht Rob Simonsen über seine Filmmusik und wie sie die Filmgeschichte unterstützt.

The Whale (The Whale, USA 2022)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Samuel D. Hunter

LV: Samuel D. Hunter: The Whale, 2012 (Theaterstück)

mit Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Sathya Sridharan

DVD

Plaion Pictures

Bild: 1.33:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: People are Amazing: Making of The Whale (23:25 Minuten), Sounds of the Sea: Scoring The Whale (mit dem Komponisten Rob Simonsen) (7:20 Minuten), Interview mit Brendan Fraser, Hong Chau und Sadie Sink (7:35 Minuten), Interview mit Brendan Fraser und Samuel D. Hunter (Drehbuch) (11:16 Minuten), Trailer (deutsch, englisch)

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Der Film ist auch auf Blu-ray und digital erhältlich.

Hinweise

Moviepilot über „The Whale“

Metacritic über „The Whale“

Rotten Tomatoes über „The Whale“

Wikipedia über „The Whale“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „The Whale“ (The Whale, USA 2022)

Darren Aronofsky in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 16. August: Ender’s Game

August 15, 2023

Kabel Eins, 20.15

Ender’s Game – Das große Spiel (Ender’s Game, USA 2013)

Regie: Gavin Hood

Drehbuch: Gavin Hood

LV: Orson Scott Card: Ender’s Game, 1985 (Enders Spiel)

Der junge Ender Wiggin soll zum Anführer im Kampf gegen die außerirdischen Formics ausgebildet werden. Dabei ist Ender noch ein Kind.

Durchaus gelungene Mainstream-Verfilmung eines Science-Fiction-Klassikers, die nicht die Komplexität der Vorlage erreicht.

Mehr in meiner Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Asa Butterfield, Harrison Ford, Ben Kingsley, Abigail Breslin, Hailee Steinfeld, Moises Arias, Viola Davis, Nonso Anozie, Aramis Knight, Jessica Harthcock

Wiederholung: Donnerstag, 17. August, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Metacritic über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Rotten Tomatoes über „Ender’s Game – Das große Spiel“

Wikipedia über „Ender’s Game – Das große Spiel“ (deutsch, englisch)

Homepage von Orson Scott Card

Phantastik-Couch über Orson Scott Card

Wikipedia über Orson Scott Card (deutsch, englisch)

Epilog: Interview mit Orson Scott Card (2004)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferrys (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 1)“ (Ender’s Game: Battle School 1 – 5, 2009)

Meine Besprechung von Orson Scott Card (Projektleitung)/Christopher Yost (Skript)/Pasqual Ferry (Zeichnungen) „Ender’s Game – Das große Spiel (Band 2)“ (Ender’s Game: Command School 1 – 5, 2010)

Meine Besprechung von Orson Scott Cards „Enders Spiel“ (Ender’s Game, 1985, 1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe) und Orson Scott Cards „Enders Schatten“ (Ender’s Shadow, 1999)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Ender’s Game – Das große Spiel“ (Ender’s Game, USA 2013)

Meine Besprechung von Gavin Hoods „Official Secrets“ (Official Secrets, Großbritannien/USA 2019)

Die Vorlage

Man kann die Romane unabhängig voneinander lesen und man muss „Enders Schatten“ nicht lesen, um „Enders Spiel“ zu verstehen, aber „Enders Schatten“ ist ein wirklich lesenswerter anderer Blick auf die Ausbildung von Ender Wiggins. Und daher empfehle ich beide Romane; in chronologischer Reihenfolge.

Card - Enders Spiel - 2Card - Enders Schatten - 2

Orson Scott Card: Enders Spiel

(übersetzt von Karl-Ulrich Burgdorf)

Heyne, 2012

464 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Game

Tor, 1985

(1991 erschien eine vom Autor leicht überarbeitete Ausgabe)

Frühere deutsche Ausgaben als „Das große Spiel“ und, als Doppelband mit dem zweiten Ender-Roman, als „Ender“.

Orson Scott Card: Enders Schatten

(übersetzt von Regina Winter)

Heyne, 2013

592 Seiten

8,99 Euro

Originalausgabe

Ender’s Shadow

Tor, 1999


Cover der Woche

August 15, 2023

Elmore Leonard (11. Oktober 1925 – 20. August 2013)

Am Sonntag jährt sich Elmore Leonards Tod zum zehnten Mal.

Nach seinem Tod erschien „Charlie Martz and other stories“, eine Sammlung von fünfzehn Kurzgeschichten, die Leonard in seinen frühen Jahren schrieb und die größtenteils zum ersten Mal in dem Sammelband veröffentlicht wurden. Für Fans, die alles von Leonard haben müssen, handelt es sich um einen interessanten Einblick in seine Anfänge als Western- und Kriminalautor.

Eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Und wird es wahrscheinlich niemals geben.

Hinweise

Wikipedia über Elmore Leonard (deutsch, englisch)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)


TV-Tipp für den 15. August: Tangerine L. A.

August 14, 2023

RBB, 22.45

Tangerine L. A. (Tangerine, USA 2015)

Regie: Sean Baker

Drehbuch: Sean Baker, Chris Bergoch

Sin-Dee Rella ist stinkig. Ihr Freund und Zuhälter Chester hat sie mit Dinah betrogen. Im sonnigen Los Angeles sucht Sin-Dee Dinah und ihren Freund.

TV-Premiere (endlich!). Mit Laiendarstellern, einem Ultra-Low-Budget und einem Apple iPhone 5S drehte Sean Baker eine fantastisch aussehende Komödie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kitana Kiki Rodriguez, Mya Taylor, Karren Karagulian, Mickey O’Hagan, Alla Tumanian, James Ransone

Hinweise

Moviepilot über „Tangerine L. A.“

Metacritic über „Tangerine L. A.“

Rotten Tomatoes über „Tangerine L. A.“

Wikipedia über „Tangerine L. A.“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sean Bakers „Tangerine L. A.“ (Tangerine, USA 2015)

Meine Besprechung von Sean Bakers „The Florida Project“ (The Florida Project, USA 2017)

Meine Besprechung von Sean Bakers „Red Rocket“ (Red Rocket, USA 2021)


TV-Tipp für den 14. August: Rififi am Karfreitag

August 13, 2023

Arte, 22.05

The Long Good Friday – Rififi am Karfreitag (The Long Good Friday, GB 1979/1981)

Regie: John Mackenzie

Drehbuch: Barrie Keeffe

London, siebziger Jahre: Gangster Harold Shand will mit US-Mafiageld die Docklands bebauen. Bombenanschläge, die auf ihn verübt werden, gefährden das das große Bauprojekt. Als Shand erfährt, dass die Anschläge von der IRA verübt werden, weiß er, dass er gegen einen wirklich gefährlichen Gegner kämpfen muss.

Selten gezeigter Noir-Gangsterfilmklassiker, der ziemlich prophetisch die Tatcher-Ära vorwegnahm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Davor, um 20.15 Uhr, zeigt Arte Martin Scorseses „Taxi Driver“ und macht den Abend zu einem empfehlenswertem 70er-Jahre-Großstadt-Noir-Doppel.

mit Bob Hoskins, Helen Mirren, Eddie Constantine, Pierce Brosnan, Dexter Fletcher

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Long Good Friday“

Wikipedia über „The Long Good Friday – Rififi am Karfreitag“ (deutsch, englisch)

Screen Online über „The Long Good Friday“

New York Times über „The Long Good Friday“ (2. April 1982)

Meine Besprechung von John Mackenzies „The Long Good Friday – Rififi am Karfreitag“ (The Long Good Friday, Großbritannien 1979/1981)


TV-Tipp für den 13. August: Downsizing

August 12, 2023

Sat.1, 20.15

Downsizing (Downsizing, USA 2017)

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor

Forscher haben das Mittel gefunden, um die Klimakatastrophe abzuwenden: sie verkleinern einfach die Menschen. Denn so ein zwölf Zentimeter großer Mensch verbraucht fast keine Idee mehr. Der von seinem Leben gefrustete Paul lässt sich verkleinern. Seine Frau macht in letzter Sekunde einen Rückzieher und Paul muss die Miniwelt allein erkunden und neue Freunde finden.

Vor dem Hintergrund der äußerst detailliert ausgemalten Welt der Winzlinge erzählt Alexander Payne eine liebevoll erzählte Liebesgeschichte voller liebenswerter Menschen. Ein herzerwärmender Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Jason Sudeikis, Neil Patrick Harris, Rolf Lassgård, Ingjerd Egeberg, Laura Dern

Wiederholung: Sonntag, 20. August, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Downsizing“

Metacritic über „Downsizing“

Rotten Tomatoes über „Downsizing“

Wikipedia über „Downsizing“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten“ (The Descendants, USA 2011)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska (Nebraska, USA 2013)

Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)

Alexander Payne in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 12. August: Spiel mir das Lied vom Tod

August 11, 2023

MDR, 20.15

Spiel mir das Lied vom Tod (C’era una volta il west, Italien/USA 1968)

Regie: Sergio Leone

Drehbuch: Sergio Leone, Sergio Donati (nach einer Geschichte von Dario Argento, Bernardo Bertulucci und Sergio Leone)

Die Story – Killer Frank will für die Eisenbahn an das Land der Exhure Jill gelangen, während ‚Mundharmonika‘ ihm einen Strich durch die Rechnung macht – ist eher Nebensache gegenüber den von Ennio Morricone untermalten Bildern von Tonino Delli Colli.

Ein Western-Klassiker, der eigentlich auf die große Leinwand gehört.

mit Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards, Frank Wolff, Gabriele Ferzetti, Keenan Wynn, Lionel Stander, Jack Elam, Woody Strode

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Spiel mir das Lied vom Tod“

Wikipedia über „Spiel mir das Lied vom Tod“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 11. August: James Bond 007: Sag niemals nie

August 10, 2023

Pro7, 20.15

James Bond 007: Sag niemals nie (Never say never again, USA 1983)

Regie: Irvin Kershner

Drehbuch: Lorenzo Semple jr.

LV: Ian Fleming: Thunderball, 1961 (Feuerball)

James Bond bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Welt retten. Aktuelle Einsatzorte: Bahamas, Südfrankreich und Nordafrika. Dort kämpft er gegen den Schurken Largo, der zwei Atombomben klauen will.

Nach einer langen Pause (und bei einer anderen Produktionsfirma) spielte Sean Connery wieder Bond; Klaus Maria Brandauer den Bösewicht, Kim Basinger das ´love interest´ der beiden Männer. Außerdem sind Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey und Rowan Atkinson dabei.

„Sag niemals nie“ konnte entstehen, weil Ian Fleming zusammen mit Kevin McClory und Jack Whittingham für einen Film die Geschichte „Longitude 78 West“ entwarf. Fleming verarbeitete sie später in dem Bond-Roman „Feuerball“. McClory, der bei „Feuerball“ Co-Produzent war, hatte die Rechte für weitere Verfilmungen dieser Geschichte. Die Auflage war, dass er sich möglichst eng an das gemeinsam entworfene Story-Gerüst halten müsse. Die juristischen Streitigkeiten und der Konkurrenzkampf zwischen dem Ur-Bond Connery und dessen Nachfolger Roger Moore waren ein gefundenes Fressen für die damalige Presse. Denn „Octopussy“ (mit Moore) startete fast zeitgleich in den Kinos. An der Kinokasse war der Moore-Bond etwas erfolgreicher, bei der Kritik war es – zu Recht – umgekehrt.

Anschließend, um 23.05 Uhr, zeigt Pro7 „Octopussy“.

mit Sean Connery, Klaus Maria Brandauer, Kim Basinger, Barbara Carrera, Max von Sydow, Edward Fox, Bernie Casey, Rowan Atkinson, Alec McCowen

Die Vorlage

Ian Fleming: Feuerball

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

384 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

Thunderball, 1961

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Sag niemals nie“

Wikipedia über „James Bond: Sag niemals nie“ (deutsch, englisch)

zu James-Bond-Romanen

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

zu James-Bond-Filmen

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

zu anderem James-Bond-Zeug

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Robert Rodriguez ist „Hypnotic“

August 10, 2023

Nach einer längeren Kinopause – zuletzt lief 2019 sein Big-Budget-Science-Fiction-Film „Alita: Battle Angel“ im Kino – ist Robert Rodriguez zurück im Kino und wieder zurück bei seinen B-Movie-Wurzeln. Mit einem A-Cast.

Ben Affleck spielt Danny Rourke, einen Detective des Austin Police Departments, der immer noch seine spurlos verschwundene siebenjährige Tochter sucht. Bei einem auf seltsame Art aus dem Ruder laufendem Banküberfall entdeckt er in einem Schließfach ein Foto seiner Tochter und die kryptische Botschaft „Finde Lev Dellrayne“. Initiiert wurde der Banküberfall von einem geheimnisvollen Mann, der sich später als Dellrayne (William Fichtner) entpuppt. Er kann mit alltäglichen Satzfetzen und Worten Menschen dazu bringen, ihm bedingungslos zu gehorchen und Verbrechen auszuführen.

Bei seinen Ermittlungen trifft Rourke auf die Wahrsagerin Diana Cruz (Alice Braga). Sie erzählt ihm, es gebe Hypnotics, die die Gedanken und den Willen von anderen Menschen vollständig kontrollieren können.

Und mehr soll hier über die Story von „Hypnotics“ nicht verraten werden. Denn ein Teil des Spaßes beim Ansehen von diesem Psychothriller ist, dass man sich niemals sicher sein kann, was gerade Realität und was ein echt aussehendes Fantasiegebilde ist. Außerdem können Dellrayne und andere Hypnotics Menschen unglaublich schnell manipulieren. Dann wird, durch ein Wort oder ein Geräusch getriggert, aus einem Freund ein Feind, der, wie ein Zombie, nur noch ein Ziel hat.

Die von Rodriguez und Max Borenstein erfundene Geschichte kann als eine B-Picture-Variante von „Inception“ mit einer Spur von Stephen Kings „Feuerkind“ (Firestarter, 1980) beschrieben werden. Denn Rourkes Tochter hat Fähigkeiten, die sie für viele Menschen und Organisationen interessant macht.

Erzählt wird Rourkes Suche nach seiner Tochter als eine Mischung aus vielen Erklärdialogen, Action und Twists, in denen sich die Welt um Rourke innerhalb von Sekunden vollständig verändert und wir, quasi nebenbei, eine Tour durch Rodriguez Troublemaker Studios erhalten. Dort wurde fast der gesamte Film gedreht. Dort konnte Rodriguez die Sets mühelos dem aktuellen Bewusstseinszustand von Rourke anpassen. Dabei treibt Rodriguez das Grundprinzip jedes Verschwörungsthrillers, nämlich dass nichts ist, wie es scheint, auf die Spitze. Intellektuell ist das gleichzeitig ziemlich vergnüglich und frustrierend. Denn der Grad zwischen wunderschön abgefahrener, nicht Ernst zu nehmender, aber durchdachter Verschwörungstheorie und einem beliebigen anything goes ist schmal.

Leider verzichtet Rodriguez bei seinem neuesten Film auf den aus seinen anderen Actionthrillern bekannten Humor.

So ist „Hypnotic“ ein spannender, wendungsreicher, etwas glatt geratener B-Thriller, der immer auch etwas zu brav für seine fantastische Prämisse ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Hypnotic (Hypnotic, USA 2023)

Regie: Robert Rodriguez

Drehbuch: Robert Rodriguez, Max Borenstein (nach einer Idee von Robert Rodriguez)

mit Ben Affleck, Alice Braga, William Fichtner, JD Pardo, Hala Finley, Dayo Okeniyi, Jeff Fahey, Jackie Earle Haley

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Hypnotic“

Metacritic über „Hypnotic“

Rotten Tomatoes über „Hypnotic“

Wikipedia über „Hypnotic“

Meine Besprechung von Frank Miller/Robert Rodriguez‘ „Sin City 2: A Dame to kill for (Frank Miller’s Sin City: A Dame to kill for, USA 2014)

Meine Besprechung von Robert Rodriguez‘ „Alita: Battle Angel“ (Alita: Battle Angel, USA 2019)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Neill Blomkamps „Gran Turismo“

August 10, 2023

In jedem Fall ist Danny Moores Idee ein guter Marketinggang. Der von Orlando Bloom gespielte Nissan Marketing Executive möchte Videospieler für den Kauf von Autos begeistern. Das soll mit einem Wettbewerb gelingen, in dem unter den Spielern des populären Videospiels „Gran Turismo“ der beste Fahrer gefunden wird. Die Auswahl des Gewinners geschieht teils am Computer, teils in der dafür geschaffenen GT Academy. Der Gewinner darf dann bei einem echten Autorennen mitfahren.

Moore ist überzeugt, dass das Computerspiel „Gran Turismo“ dafür geeignet ist. Denn die Macher des Spiels investieren viel Zeit und Mühe, in dem Spiel möglichst jedes Detail der realen Rennstrecken und der damit verbundenen Fahrerfahrung genau nachzustellen. Insofern ist das Spiel auch eine Fahrsimulation, die zum trainieren verwendet werden kann.

Zu den Teilnehmern der GT Academy gehört Jann Mardenborough (Archie Madekwe). Der Junge ist ein in Cardiff lebendes Arbeiterkind, das am liebsten in seinem Zimmer „Gran Turismo“ spielt. In dem Spiel ist er einer der besten Rennfahrer. In der Realität saß er noch nie in einem Rennwagen – und dass er jemals ein einem Rennwagen sitzen wird, ist für den Neunzehnjährigen ein unerfüllbarer Traum.

Da erhält er eine Einladung zur ersten GT Academy. Jack Salter (David Harbour) hat die undankbare Aufgabe übernommen, aus den Computerspielern Rennfahrer zu machen; – wobei er, ein ehemaliger Rennfahrer und Mechaniker, davon ausgeht, dass niemand von ihnen jemals ein Rennfahrer wird.

Neill Blomkamps neuer Film basiert auf der wahren Geschichte von Jann Mardenborough. 2008 starten Nissan Europe, Sony Computer Entertainment Europe und Polyphony Digital die GT Academy. 2016 wird sie aufgelöst. In diesem Trainingscamp wurden in einem umfangreichem Prozess die Fahrer ausgewählt, die dann an echten Rennen teilnehmen durften. Für einige der Teilnehmer war die GT Academy der Start einer Karriere als Rennfahrer. Initiator war Darren Cox, der damalige Global Head of Sales, Marketing and Brand von Nissan.

2011 war Jann Mardenborough der Sieger in der Europa-Gruppe der GT Academy. Danach begann seine bis heute andauernde Karriere als Rennfahrer. Er war in die Produktion des Films involviert. In den Rennszenen war er das Stuntdouble für sein Film-Ich.

Die Filmgeschichte folgt allerdings nicht sklavisch den Fakten. Sie nimmt sich etliche Freiheiten, die Mardenboroughs Geschichte filmischer machen. So gehört er nicht zum ersten Jahrgang der GT Academy. Der Unfall auf dem Nürburgring war später. Die GT Academy nahm mehrmals am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Aber niemals so erfolgreich wie in Blomkamps Spielfilm.

In „Gran Turismo“ ist Mardenboroughs Geschichte dann die Kinoversion von Castingshows à la „Deutschland sucht den Superstar“. Da treten schöne junge Menschen in einem Bootcamp gegeneinander an. Der Sieger darf dann in einer anderen Arena weiterkämpfen. In diesem Fall auf verschiedenen Rennstrecken und gegen Fahrer, die Mardenborough nicht für einen richtigen Rennfahrer halten. Dieser Konflikt, vor allem der Konflikt mit dem arroganten Fahrer Nicholas Capa, wird nie vertieft.

Sowieso wird alles, was nicht mit dieser Feelgood-Hollywood-Version von Mardenboroughs Geschichte zusammen hängt, konsequent ignoriert.

Neill Blomkamp inszenierte vorher nach seinen Drehbüchern die sozialkritischen und interessanteren Science-Fiction-Filme „District 9“, „Elysium“ und „Chappie“. Dieses Mal verfilmte er ein Drehbuch von Jason Hall („American Sniper“) und Zach Baylin („King Richard“, „Creed III“). Das Ergebnis ist eine süffige Auftragsarbeit für ein jugendliches Publikum. Das erreicht niemals, auch nicht im Ansatz, die Qualität von „Rush“ oder „Le Mans 66: Gegen jede Chance“ (Ford v Ferrari). Aber diese Rennfahrerfilme richteten sich an Erwachsene.

Gran Turismo (Gran Turismo, USA 2023)

Regie: Neill Blomkamp

Drehbuch: Jason Hall, Zach Baylin

mit David Harbour, Orlando Bloom, Archie Madekwe, Darren Barnet, Geri Halliwell Horner, Djimon Hounsou, Maximilian Mundt, Thomas Kretschmann

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Gran Turismo“

Moviepilot über „Gran Turismo“

Metacritic über „Gran Turismo“

Rotten Tomatoes über „Gran Turismo“

Wikipedia über „Gran Turismo“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood macht einen schnellen Faktencheck

Meine Besprechung von Neill Blomkamps „Chappie“ (Chappie, USA/Mexiko 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: Franz Eberhofer will ein „Rehragout-Rendezvous“

August 10, 2023

Rehragout gibt es schon seit neun Monaten nicht mehr auf dem Eberhofer-Hof. An Weihnachten eröffnete die Eberhofer-Oma ihren Kindern, Enkelkindern und Anhang, dass sie sie nicht weiter bekochen werde. Sie ziehe in die Frauen-Wohngemeinschaft der Moosshammer Liesl.

Seitdem versifft der Hof zunehmend und die Eberhofer-Jungs beginnen so langsam zu überlegen, was sie tun könnten, um ihre Oma wieder in die Küche zur bringen.

Außerdem hat Dorfpolizist Franz Eberhofer Ärger mit seiner geliebten Susi. Der Bürgermeister hatte in den USA einen Unfall, der ihn längere Zeit an ein Krankenhausbett fesselt. Sie soll, bis er wieder zurück ist, die Amtsgeschäfte übernehmen. Und sie hat auch einige Ideen, wie Niederkaltenkirchen moderner und bekannter werden kann. Eine ihrer Maßnahmen ist, dass sie Franz‘ Arbeitszeit reduziert. Dann kann er sich mehr um den Haushalt und ihren gemeinsamen Sohn kümmern.

Als das abgeschnittene Ohr eines Menschen gefunden wird, muss Franz Eberhofer wieder einen Mord aufklären. Dabei hilft im selbstverständlich sein langjähriger Freund Rudi Birkenberger, der nach einer gescheiterten Polizeikarriere als Privatdetektiv arbeitet und dabei mit der unbändigen Energie eines auf sein Ziel fixiertes Kind Chaos verursacht.

Rehragout-Rendezvous“ ist der inzwischen neunte Eberhofer-Krimi. Wieder inszeniert von Ed Herzog. Wieder geschrieben von Stefan Betz und Ed Herzog, die als Vorlage den gleichnamigen Eberhofer-Roman von Rita Falk benutzen. Auch die Hauptfiguren sind aus den vorherigen Filmen bekannt: Sebastian Bezzel spielt wieder den nichts aus der Ruhe bringenden Dorfpolizisten Franz Eberhofer, Simon Schwarz seinen Freund/Co-Ermittler Rudi Birkenberger, Lisa Maria Potthoff seine Freundin Susi, Elsi Gulp seinen Papa, Enzi Fuchs seine Oma und Gerhard Wittmann seinen Bruder Leopold. Auch Eberhofers Freunde sind wieder dabei: Daniel Christensen spielt wieder den Flötzinger, Stephan Zinner den Metzger Simmerl, Max Schmidt den Wirt Wolfi, Sigi Zimmerschied Eberhofers Vorgesetzten Moratschek, Thomas Kügel den dieses Mal ans Bett gefesselten Bürgermeister von Niederkaltenkirchen, Ferdinand Hofer den Hilfspolizisten Max Simmerl, Stefan Betz Dr. Brunnermeister und Castro Dokyi Affum den Fahrlehrer Buengo. Zum zweiten Mal ist Eva Mattes als Mooshammer Liesl dabei und wieder stört sie Eberhofers Sehnsucht nach einem ruhigen, tiefenentspannten Leben in seiner geliebten Scheune.

Es gibt auch einige neue Gesichter, wie Monika Gruber in einem doch eher überflüssigem Gastauftritt.

Das Team Betz/Herzog schreibt die Geschichte der Hauptfiguren behutsam fort. Der Hauptcast ist perfekt eingespielt und pointensicher. Der Humor wie in den vorherigen Filmen liebevoll anarchistisch.

Das Ergebnis ist gewohnt entspannt-witzige Krimiunterhaltung, bei der der Fall sekundär sekundär ist. Aber als das Chaos ordnender roter Faden ist er wichtig. Neben dem Mordfall geht es dieses Mal vor allem um das Verhältnis der Geschlechter zueinander und das angegriffene männliche Selbstbewusstsein, das wegen des neuen Frauenstammtischs noch nicht einmal in der Dorfkneipe in Ruhe gepflegt werden kann. Behandelt werden diese Fragen in dem Provinzkrimi mit viel Humor und etlichen gut sitzenden Pointen. Halt so, wie wir es aus den vorherigen, an der Kinokasse überaus erfolgreichen Eberhofer-Krimis kennen und lieben.

Rehragout-Rendezvous (Deutschland 2023)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Rehragout-Rendezvous, 2021

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Sigi Zimmerschied, Thomas Kügel, Ferdinand Hofer, Eva Mattes, Michael Kranz, Tina Keserovic, Michael Ostrowski, Stefan Betz, Castro Dokyi Affum, Gregor Seberg, Monika Gruber

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Rehragout-Rendezvous“

Moviepilot über „Rehragout-Rendezvous“

Wikipedia über „Rehragout-Rendezvous“

Homepage von Franz Eberhofer

dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung  „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Kaiserschmarrndrama“ (Deutschland 2021) und der DVD

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Guglhupfgeschwader“ (Deutschland 2022)


TV-Tipp für den 10. August: Der Milliarden-Coup

August 9, 2023

Arte, 20.15

Der Milliarden-Coup (Deutschland 2022)

Regie: Simone Schillinger

Das ist also „Deutschlands schlimmstes Wirtschaftsverbrechen“ (so der Untertitel): Die in der westfälischen Kleinstadt ansässige Balsam AG steigt innerhalb weniger Jahre zum Weltmarktführer im Sportbodenbau auf. Dabei laufen die Finanzen vollkommen aus dem Ruder. Ein Schneeballsystem wird installiert. Am Ende hat die AG Verbindlichkeiten von ungefähr 1,8 Milliarden DM. Aufträge und Firmenvermögen sind vernachlässigbar. 1994 meldet die Balsam AG Konkurs an. Beschäftigte, Geldgeber und die Gemeinde stehen vor dem Nichts. Die Gemeinde, die zu Unrecht Gewerbesteuern eingenommen hatte, muss diese zurückzahlen. Es geht um Millionen.

Doch damit ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende.

TV-Premiere einer insgesamt spielfilmlangen Doku.

Vielleicht auch der Stoff für einen Spielfilm.

Hinweise

Arte über die Doku (bis 8. September 2023 in der Mediathek)

Wikipedia über die Balsam AG


TV-Tipp für den 9. August: Berlin Alexanderplatz

August 8, 2023

Arte, 20.15

Berlin Alexanderplatz (Deutschland 2020)

Regie: Burhan Qurbani

Drehbuch: Burhan Qurbani, Martin Behnke

LV: Alexander Döblin: Berlin Alexanderplatz, 1929

TV-Premiere. Burhan Qurbani verlegt Alexander Döblins Roman in seiner dreistündigen, gut aussehenden, ziemlich braven, teils misslungenen, teils unglaubwürdigen Verfilmung in die Gegenwart. Aus dem Ex-Häftling Franz Biberkopf wird bei ihm der aus Afrika kommende Flüchtling Francis.

Das Drama erhielt fünf Lolas (Bester Spielfilm, Beste männliche Nebenrolle, Beste Kamera, Beste Musik, Bestes Szenenbild) und, in Deutschland, überschwängliche Kritiken.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król, Annabelle Mandeng, Nils Verkooijen

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Berlin Alexanderplatz“

Moviepilot über „Berlin Alexanderplatz“

Rotten Tomatoes über „Berlin Alexanderplatz“

Wikipedia über „Berlin Alexanderplatz“

Berlinale über „Berlin Alexanderplatz“

Meine Besprechung von Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“ (Deutschland 2020)


Cover der Woche

August 8, 2023


TV-Tipp für den 8. August: Juno

August 7, 2023

Disney Channel, 20.15

Juno (Juno, USA 2007)

Regie: Jason Reitman

Drehbuch: Diablo Cody

Die sechzehnjährige Juno (Ellen Page) ist schwanger. Aber anstatt das mit einem Schulkameraden gezeugte Kind abzutreiben, möchte sie es zur Adoption freigeben. Sie hat auch schon die richtigen Eltern gefunden.

Die herrlich unsentimentale, schnoddrige und immer wieder altkluge Komödie war ein Überraschungserfolg. Diablo Cody erhielt für ihr Buch den Drehbuchoscar.

„Juno“ ist die erste Zusammenarbeit von Jason Reitman und Diablo Cody. „Young Adult“ (mit Charlize Theron) und „Tully“ (ebenfalls mit Theron) folgten. In den Filmen reflektiert Cody auch ihr Leben.

Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons

Wiederholung: Donnerstag, 1o. August, 21.55 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Juno“

Metacritic über „Juno“

Rotten Tomatoes über „Juno“

Wikipedia über „Juno“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Wer ist Diablo Cody? (mit Links zum Drehbuch und Interviews)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Young Adult“ (Young Adult, USA 2011)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Labor Day“ (Labor Day, USA 2013)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „#Zeitgeist – Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“ (Men, Women, and Children, USA 2014)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Tully“ (Tully, USA 2018)

Meine Besprechung von Jason Reitmans „Der Spitzenkandidat“ (The Front Runner, USA 2018)


R. i. P. William Friedkin

August 7, 2023

R. i. P. William Friedkin (29. August 1935, Chicago, Illinois – 7. August 2023, Los Angeles, Kalifornien)

„The French Connection – Brennpunkt Brooklyn“ und „Der Exorzist“ sicherten ihm seinen verdienten Platz in der Filmgeschichte.

Sein „Lohn der Angst“-Remake „Atemlos vor Angst“ (Sorcerer), der äußerst umstrittene Polizeithriller „Cruising“ und „Leben und Sterben in L.A.“ (To Live and Die in L.A.) sind inzwischen ebenfalls Klassiker.

Spätere Werke wie der von Joe Eszterhas (Basic Instinct) geschriebene, todlangweilige Erotikthriller „Jade“, eine neue Verfilmung des Gerichtsdramas „Die 12 Geschworenen“ (für das Fernsehen), des Thrillers „Die Stunde des Jägers“ (The Hunted) und seine erste Tracy-Letts-Verfilmung „Bug“ konnten an diese Erfolge nicht anknüpfen. Sein Machokino war zunehmend aus der Zeit gefallen.

Nach einer zwölfjährigen Pause – seine Tracy-Letts- Verfilmung „Killer Joe“ hatte 2011 in Venedig seine Premiere – hat sein neuer Film „The Caine Mutiny Court-Martial“ (Die Caine war ihr Schicksal) posthum ebenfalls in Venedig seine Premiere. Bei der Herman-Wouk-Verfilmung spielen Kiefer Sutherland, Jason Clarke, Lance Reddick und Jay Duplass mit.

Neben vielen kürzeren Nachrufen gibt es im „Hollywood Reporter“ einen sehr langen und informativen von Stephen Galloway. Collider hat einige Trauerbekundungen, u. a. von Stephen King,  Guillermo del Toro und Jason Blum, gesammelt (da dürften noch mehr dazu kommen)

Mehr Infos über ihn gibt es bei Wikipedia (deutsch, englisch).


TV-Tipp für den 7. August: The Straight Story – Eine wahre Geschichte

August 6, 2023

Arte, 20.15

The Straight Story – Eine wahre Geschichte (The Straight Story, USA 1999)

Regie: David Lynch

Drehbuch: John Roach, Mary Sweeney

Kamera: Freddie Francis

Musik: Angelo Badalamenti (Wer sonst?)

Der 73-jährige Alvin Straight will sich nach jahrelangem Schweigen mit seinem Bruder aussöhnen. Dafür nimmt er eine 240 Meilen lange Fahrt auf sich. Auf einem Rasenmäher- Auto darf er nicht mehr fahren und andere Arten der Fortbewegung lehnt er ab.

David Lynchs ungewöhnlichster Film und gleichzeitig einer seiner schönsten Filme: ein die Langsamkeit und die Landschaft und Menschen zelebrierendes Roadmovie mit einem wunderschönen Ende: zwei Männer sitzen auf einer Veranda und blicken in den Nachthimmel.

Auf eine gewisse Weise ist ‚The Straight Story‘ der extremste Film, den ich je gemacht habe.“ (David Lynch, Interview in Zitty 25/99)

mit Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton, John Farley, Everett McGill

auch bekannt als „Eine wahre Geschichte – The Straight Story“

Wiederholung: Dienstag, 8. August, 13.25 Uhr

Hinweise

Rotten Tomateos über „The Straight Story“

Wikipedia über „The Straight Story“ (deutsch, englisch)

Homepage von David Lynch

Meine Besprechung von David Lynchs „Der Wüstenplanet“ (Dune, USA 1984) und der gleichnamigen Vorlage von Frank Herbert

Meine Besprechung von David Lynchs „Lost Highway“ (Lost Highway, USA 1997)

Meine Besprechung von David Lynchs „Mulholland Drive – Straße der Finsternis“ (Mulholland Dr., USA/Frankreich 2001)


TV-Tipp frü den 6. August: Chinatown

August 5, 2023

3sat, 22.15

Chinatown (Chinatown, USA 1974)

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Robert Towne

Los Angeles, 1937: Evelyn Mulwray beauftragt Privatdetektiv Jake Gittes, das Verschwinden ihres Mannes, dem Chef der Wasserwerke, aufzuklären. Schnell gerät der kleine Detektiv in ein Komplott, das er nie ganz durchschaut.

Sozusagen die Essenz der Schwarzen Serie. Georg Seeßlen hält „Chinatown“ für den definitiven private eye-Film der siebziger Jahre.

Die Originale könnten im Rahmen einer kleinen Serie über die Schwarze Serie auch mal wieder gezeigt werden.

Mit Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, Perry Lopez, John Hillerman, Diane Ladd, Roman Polanski, Bruce Glover, James Hong, Burt Young

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Chinatown“

Wikipedia über „Chinatown“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week: David N. Meyer über „Chinatown“

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter” (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ (D’après une histoire vraie, Frankreich 2017)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Intrige“ (J’accuse, Frankreich/Italien 2019)


TV-Tipp für den 5. August: Barney’s Version

August 4, 2023

One, 21.45

Barney’s Version (Barney’s Version, Kanada/Italien 2010)

Regie: Richard J. Lewis

Drehbuch: Michael Konyves

LV: Mordecai Richler: Barney’s Version, 1997 (Wie Barney es sieht)

Filmproduzent Barney Panofsky („Totally Unneccessary Productions“) erinnert sich an sein bewegtes Leben.

Top besetzte, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, äußerst gelungene Komödie.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Paul Giamatti, Dustin Hoffman, Rosamund Pike, Minnie Driver, Rachelle Lefevre, Scott Speedman, Bruce Greenwood, Jake Hoffman, Saul Rubinek, Paul Gross, David Cronenberg, Atom Egoyan, Ted Kotcheff, Denys Arcand, Richard J. Lewis (die fünf letztgenannten sind alles Regisseure und haben nur Cameos, zum Beispiel als Regisseur)

Wiederholung: Dienstag, 8. August, 00.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Barney’s Version“

Rotten Tomatoes über „Barney’s Version“

Wikipedia über „Barney’s Version“ (deutsch, englisch) und über Mordecai Richler (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Richard J. Lewis‘ „Barney’s Version“ (Barney’s Vesion, Kanada/Italien 2010)


Die Krimibestenliste August 2023

August 4, 2023

Schon August und noch keinen Sonnebrand gehabt. Das liegt allerdings weniger am Wetter, sondern mehr an meiner Keine-Nachmittage-in-der-prallen-Sonne-im-Schwimmbad-liegen-Politik. Außerdem kann ich an schattigen Orten besser lesen. Beispielsweise die Empfehlungen der aktuellen Krimibestenliste, wie gewohnt präsentiert von Deutschlandfunk Kultur:

1 (–) Garry Disher: Funkloch

Aus dem Englischen von Peter Torberg

Unionsverlag, 350 Seiten, 24 Euro

2 (4) Nicola Lagioia: Die Stadt der Lebenden

Aus dem Italienischen von Verena von Koskull

btb, 508 Seiten, 25 Euro

3 (2) Yves Ravey: Taormina

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller

Liebeskind, 112 Seiten, 20 Euro

4 (1) Erin Flanagan: Dunkelzeit

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz und Stefanie Kremer

Atrium, 365 Seiten, 25 Euro

5 (3) Yasmin Angoe: Echo der Gewalt

Aus dem Englischen von Karin Diemerling

Suhrkamp, 424 Seiten, 18 Euro

6 (10) Anjali Deshpande: Mord

Aus dem Hindi von Almuth Degener

Draupadi, 207 Seiten, 19,80 Euro

7 (–) Jacob Ross: Shadowman

Aus dem Englischen von Karin Diemerling

Suhrkamp, 462 Seiten, 16,95 Euro

8 (–) William Boyle: Shoot the Moonlight Out

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf

Polar, 349 Seiten, 26 Euro

9 (–) Denise Mina: Fester Glaube

Aus den Englischen von Karen Gerwig

Ariadne/Argument, 299 Seiten, 24 Euro

10 (8) Anthony McCarten: Going Zero

Aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf Allié

Diogenes, 454 Seiten, 25 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Einiges liegt auch auf meinem riesigen Zu-lesen-Stapel. Neben dem neuen Robicheaux von James Lee Burke, der es noch (?) nicht auf die Bestenliste geschafft hat.