LV: J. G. Ballard: High-Rise, 1975 (Der Block, Hochhaus, High-Rise)
Der Neurophysiologe Dr. Robert Laing zieht in ein am Stadtrand von London liegendes modernes Hochhaus. Als er seine Mitbewohner kennenlernt, bemerkt er die Klassengesellschaft im Haus, die Konflikte zwischen den Stockwerken und ihre dekadente Vergnügungssucht.
Sehr düstere Satire auf die Gesellschaft und den Kapitalismus, toll besetzt, glänzend und sehr stilbewusst inszeniert von Ben Wheatley.
Nach einem Uni-Initiationsritual entwickelt eine junge Studentin einen besorgniserrengenden Appetit auf Menschenfleich.
Spielfilmdebüt von Julia Ducournau, deren nächster Spielfilm „Titane“ ebenfalls ein Body-Horrorfilm ist. „Raw“ ist ein „Meisterstück der französischen harten Welle“ (Fantasy Filmfest), das bei allem Schrecken eine „suggestive Auseinandersetzung mit den Ängsten des Erwachsenenwerdens“ (Lexikon des internationalen Films) ist.
Mit Garance Marillier, Ella Rumpf, Rabah Nait Oufella, Laurent Lucas, Joana Preiss
Wiederholung: Samstag, 21. Mai, 00.15 Uhr (Taggenau!)
Mitten in der Nacht wird in Hannover in einem Park eine lebenslustige, wohlhabende Witwe (das waren damals mindestens zwei Mordmotive) ermordet. Kommissar Heinz Brammer ermittelt.
Erster von vier Brammer-Krimis, der unabhängig von der Qualität des Falls als zeithistorisches Dokument interessant ist. Außerdem sehen wir Hobby-Musiker Brammer beim Besuch eines Udo-Lindenberg-Konzerts.
Die restliche Musik ist von Rolf Kühn.
mit Knut Hinz, Peter Kuiper, Rosemarie Fendel, Dieter Prochnow, Edda Pastor, Klaus Schwarzkopf, Udo Lindenberg & das Panikorchester
„Die Bettwurst“ erzählt die Liebesgeschichte von der Sekretärin Luzi und dem Hilfsarbeiter Dietmar. Dummerweise hat er eine kriminelle Vergangenheit, die ihn einholt. Gedreht wurde der Film im Sommer 1970 in zehn Tagen in Kiel, weitgehend improvisiert und mit Laien, die sich weitgehend selbst spielen. Luzi wurde von seiner Tante, Dietmar von seinem Freund gespielt. Ein ‚guter‘ Film ist „Die Bettwurst“ nicht, aber es ist unverkennbar ein Rosa-von-Praunheim-Film, der auch beim Publikum erfolgreich war. 1973 gab es mit der „Berliner Bettwurst“ deshalb die Fortsetzung.
„die kindischen Abenteuer- und Liebesszenen kommen über penetrant abgeschmackte Albernheiten nicht hinaus.“ (Lexikon des internationalen Films)
Aber: „’Die Bettwurst‘ bietet ein nicht nur für das Jahr 1970 radikales Nicht-Anpassungs-Konzept.“ (Dietrich Kuhlbrodt in Reihe Film: Rosa von Praunheim, 1984)
Nach mehreren Kurzfilmen ist „Die Bettwurst“ Rosa von Praunheims Spielfilmdebüt. Mit dem Film wurde er bei einem größerem Publikum bekannt. Sein Durchbruch war, kurz darauf, mit „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ (1970). Der auf der Berlinale im Internationalen Forum des jungen Films gezeigte Film löste eine breite Debatte aus. Die Bedeutung des Films für die Schwulenbewegung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Eine Großstadt in Südkorea, Gegenwart: Familie Kim lebt in einer verwanzten, auch mal überschwemmten, viel zu kleinen Kellerwohnung. Die ebenfalls vierköpfige Familie Park lebt in einem schicken Haus. Als der Sohn der Familie Kim bei den Parks einen Job als Nachhilfelehrer erhält, öffnet sich für die Kims die Tür zu einem besseren Leben, die sie skrupellos wahrnehmen.
„Parasite“ ist eine tiefschwarze, sehr präzise Gesellschaftssatire, bei der schnell unklar ist, wer die titelgebenden Parasiten sind. Nachdem der in jeder Beziehung überzeugende Thriller in Cannes abgefeiert wurde, erhielt er u. a. den Oscar als bester Film und den Oscar als bester ausländischer Film.
Nachträglich, Herr Polt, alles Gute zum Geburtstag! Der war ja schon am 7. Mai.
Servus TV, 20.15
Herr Ober! (Deutschland 1992)
Regie: Gerhard Polt, Fred Unger
Drehbuch: Gerhard Polt
Gerhard Polt spielt Ernst Held, einen verkannten bayerischen Heimatdichter, der von seiner Frau, einer wohlhabenden Hotelbesitzerin, nach einem platonischem Seitensprung achtkantig rausgeworfen wird. Held beginnt sich als Kellner eher erfolglos durchzuschlagen, bis sein Werk im Fernsehen abgefeiert wird.
Gerhard Polts letzter Film „…und Äktschn!“ ist ein veritables Desaster ist, das sein Frühwerk noch heller strahlen lässt. Auch wenn sein Regiedebüt „Herr Ober!“ nicht so gut wie „Kehraus“ und „Man spricht deutsch“ ist.
„Diese bierernste Nostalgie dominiert die bisweilen etwas einfallslos aneinandergereihten Elemente zeitgenössischer Gesellschaftssatire, bleibt dabei jedoch merkwürdig gegenstandslos. So ist Polts Regiedebüt weniger Komödie als vielmehr ein Heimatfilm ohne Heimat, dessen Ästhetik trotz aller Hiebe aufs Fernsehen von ebendiesem geprägt ist.“ (Fischer Film Almanach 1993)
„Bedächtig-behäbig inszenierte Komödie um einen liebenswert-aufrechten Toren, mit satirischen Spitzen gegen das Fernsehen und die Kultur-Schickeria.“ (Zoom)
Die Musik ist von den Biermösl Blosn.
mit Gerhard Polt, Christiane Hörbiger, Ulrike Kriener, Robert Meyer, Natalia Lapina, Eisi Gulp
Wiederholung: Sonntag, 15. Mai, 02.10 Uhr (Taggenau!)
LV: Delacorta (Pseudonym von Daniel Odier): Diva, 1979 (Diva)
Postbote Jules gerät in Teufels Küche nachdem er heimlich das Konzert einer Operndiva mitschneidet und an ein Tonband mit dem Geständnis eines Callgirls gerät. Denn einige Menschen sind bereit ihn umzubringen, um an die Bänder zu gelangen.
Beinix bildgewaltiger, zitatenreicher Debütfilm war in den USA ein Überraschungserfolg und wurde danach auch in Europa zu einem Kultfilm.
„Diva ist ein aufregendes Werk, eine Mischung aus Märchen, Romanze und Thriller: Oper, Pop und schräge Typen in einem höchst stilisierten Kriminalfilm.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)
Mit Frédéric Andrei, Wilhelmenia Wiggins Fernandez, Richard Bohringer
Marx, Eisenstein, Vampire, die zwanziger Jahre, betont bühnenhaft agierende Schauspieler sind einige der Schlagworte mit denen Julian Radlmaiers neuer Film beschrieben werden kann. Mit „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“ (ausgezeichnet vom Verband der deutschen Filmkritik als Bestes Spielfilmdebüt) und seinen davor entstandenen kürzeren Filmen „Ein Gespenst geht um in Europa“ und „Ein proletarisches Wintermärchen“ wurde er bei der Kritik und dem eingefleischtem Arthaus- und Festival-Publikum bekannt. Und für sie ist „Blutsauger“ dann auch.
Im Mittelpunkt von „Blutsauger“ steht der Fabrikarbeiter Anton Inokentewitsch Petuschkin, der von allen Ljowuschka genannt wird. Er spielte in Sergei Eisensteins „Oktober“ den Revolutionshelden Leo Trotzki. Weil Trotzki vor der Premiere des Films in Ungnade gefallen war, wurde er aus dem Film entfernt. Und so verschwand Ljowuschkas in der großartigen Sowjetunion geplante Filmkarriere im Mülleimer des Schnittraums. Jetzt will Ljowuschka sein Glück im kapitalistischen Hollywood versuchen.
Auf dem Weg in die USA strandet er im August 1928 in einem noblen Ostseebad. In dem Kurort Bad Dämmerow trifft er die standesbewusste, hochnäsig-schnippische junge Fabrikbesitzerin Octavia Flambow-Jansen und ihren servilen Diener Jakob. Sie ist von Ljowuschka, der sich als verfolgter, aus der Sowjetunion kommender Aristokrat ausgibt, fasziniert und lädt ihn zu sich ein. Schnell durchschaut sie seine Charade. Trotzdem darf er weiter bei ihr wohnen.
Sie verbringen einige Tage zusammen. Er erzählt ihr von seiner gescheiterten Filmkarriere. Das führt dazu, dass sie im strahlenden Sonnenschein gemeinsam einen Vampirfilm improvisieren. Bei all dem fröhlichen Treiben ahnt Ljowuschka nicht, dass Flambow-Jansen eine Vampirin ist.
Dieses historische Setting wird immer wieder bewusst durchbrochen. Cola-Dosen, Containerschiffe und Motorräder sind im Bild. Diese Anachronismen schlagen natürlich auch eine Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart – und sie zeigen, wie künstlich filmische Nachstellungen der Vergangenheit sind. Gleichzeitig taucht mehrmals ein Marx-Lesezirkel auf, der sich Texte von Karl Marx vorliest und versucht, darüber zu diskutieren. Das wirkt, auch wenn sie in den Dünen sitzen, wie ein studentisches Seminar aus den siebziger Jahren.
So ist alles fein säuberlich arrangiert für einen intellektuellen Spaß, der sich dann nicht einstellen will. Die Texte von Marx sind nicht zum Vorlesen gedacht. Die langsam vorgetragenen Dialoge werden wie in einem Theaterstück deklamiert. Entsprechend künstlich klingen sie. Die Schauspieler und Laien agieren immer betont manieriert. Die Story, eher eine Abfolge disparater Episoden, plätschert in teilweise enervierender Langsamkeit vor sich hin. Die Diskussionen des Marx-Lesekreises drehen sich ergebnislos im Kreis. Überraschungen gibt es nicht. Damit verstärkt sich das Gefühl, dass nichts passiert.
Das ist von Julian Radlmaier, der an der Freien Universität Berlin Filmwissenschaft und an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) Regie studierte, so gewollt. Bei den Kritiken, die ich gelesen habe, kommt dieser Stil sehr gut an. Bei mir überwiegt allerdings die Enttäuschung darüber, wie wenig aus der vielversprechenden Idee einer marxistischen Vampirkomödie gemacht wird.
„Blutsauger“ knüpft an kapitalismuskritische Filme aus den Siebzigern an, den denen das richtige Bewusstsein unbestreitbar vorhandene erzählerische Defizite kaschiert. Auch in Radlmaiers Film kommt die Kapitalismuskritik mit dem Holzhammer – Kapitalisten als Blutsauger – und es wird mit der abendländischen Bildung geprotzt und etwas gespielt. Aber ohne überraschende Einsichten und ohne Humor. Schließlich wird auch im Proseminar nicht gelacht, sondern gegen den Schlaf gekämpft.
Blutsauger(Deutschland 2021)
Regie: Julian Radlmaier
Drehbuch: Julian Radlmaier
mit Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Corinna Harfouch, Andreas Döhler, Daniel Hoesl, Mareike Beykirch, Kyung-Taek Lie, Darja Lewin Chalem
Länge: 128 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Das Buch zum Film
Drehbücher werden selten veröffentlicht. Spontan fallen mir Chris Kraus‘ „Die Blumen von gestern“ (2017) und Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“ (2018) ein. Schließlich sind Drehbücher in erster Linie Baupläne für diesen einen Film und wenn der Film fertig ist, ist das Drehbuch nur noch Altpapier. Das unterscheidet ein Drehbuch von einem Theaterstück, das nach seiner Premiere mit anderen Schauspielern auf anderen Bühnen gespielt werden kann. Einen eigenständigen literarischen Wert haben Drehbücher normalerweise auch nicht. Außerdem beschränkt sich das interessierte Publikum für diese Bücher auf einen sehr engen Kreis von Cineasten.
In diesen kleinen Kreis reiht sich jetzt Julian Radlmaiers „Blutsauger“ ein. In dem Buch sind, für den Druck leicht überarbeitet, das Drehbuch von Julian Radlmaier in der Fassung, die die Grundlage für die Dreharbeiten war, ein Essay von Sulgi Lie über den Film und über fünfzig Zeichnungen von Jan Bachmann enthalten. Zu Bachmanns früheren Werken gehört der Comic „Mühsam, Anarchisten in Anführungsstrichen“.
Für die Fans des Films ist das Buch eine gelungene Ergänzung.
Die hellseherisch begabte Annie hilft der Polizei erfolgreich bei der Suche nach einer vermissten jungen Frau. Der Besitzer des Grundstücks, auf dem ihre Leiche gefunden wurde, wird als Mörder verhaftet. Aber Annie glaubt, dass jemand anderes der Mörder ist.
Als nächstes drehte Raimi seine Spider-Man-Trilogie.
mit Cate Blanchett, Giovanni Ribisi, Keanu Reeves, Katie Holmes, Greg Kinnear, Hilary Swank, Kim Dickens, Gary Cole, Rosemary Harris, J.K. Simmons, John Beasley
Kleine Germanen – Eine Kindheit in der rechten Szene (Deutschland 2019)
Regie: Frank Geiger, Mohammad Farokhmanesh
Drehbuch: Frank Geiger, Mohammad Farokhmanesh, Armin Hofmann
Sehenswerter, zum Nachdenken anregender Dokumentarfilm über Kindheiten in der rechten Szene mit Trickszenen (die eine wahre Geschichte nacherzählen), Expertenstatements (u. a. von Bernd Wagner, Gudrun Heinrich und Michaela Köttig) und Gesprächen mit Rechten, wie Sigrid Schüßler und Götz Kubitschek, die darüber reden, wie ihre Kindheit war und wie sie ihre Kinder erziehen.
Eigentlich will Kommissar Moritz Eisner in Tirol nur einen zünftigen Wanderurlaub verbringen. Aber als der Jesus-Darsteller eines Passionsspiel ans Kreuz genagelt wird, lässt er – widerwillig – Urlaub Urlaub sein und sucht mit seiner Kollegin Aschenwald den Mörder.
Erster Eisner-Tatort von Felix Mitterer und gleich ein voller Erfolg. Denn lustvoller und treffender wurde sich selten im prallen Provinzleben gesuhlt.
mit Harald Krassnitzer, Sophie Rois, Dietmar Schönherr, Nina Proll, Simon Schwarz, Reinhard Simonischek
Seitdem Abel Ferrara wieder regelmäßig Spielfilme dreht, kümmert er sich noch weniger als früher um eine einfach nachvollziehbare Geschichte. Der New Yorker begann mit in New York spielenden harten Thrillern. Zu seinen bekanntesten Werken aus dieser Zeit gehören „King of New York“ und „Bad Lieutenant“. Danach versuchte Hollywood ihn einzukaufen. Erfolglos. Seit 2005 lebt er in Rom und die italienische Hauptstadt ist auch dieses Mal der leicht erkennbare Handlungsort. Gedreht wurde während der Coronavirus-Pandemie Ende 2020 in den menschenleeren Straßen der Stadt und in anonymen Innenräumen. Wahrscheinlich wurden die nächtlichen Außenaufnahmen auch ohne Drehgenehminung im Guerilla-Stil gedreht.
Kameramann Sean Price Williams („Good Times“) begleitet Ethan Hawke durch ein dystopisches Rom. Immer in klaustrophobisch dunklen, farbentsättigten und verwackelt-unscharfen Bildern, die selbstverständlich den Gemütszustand von JJ und wohl auch Abel Ferrara spiegelt. Denn seine letzten Filme – „Tommaso“ und „Siberia“, die bei uns sogar im Kino liefen – waren radikal persönliche Werke, die sich nicht darum kümmerten, ob sie irgendjemand versteht oder ob irgendjemand sie so versteht, wie Ferrara es sich vielleicht gedacht hat.
Die Story von „Zeros and Ones“ ist bestenfalls kryptisch. JJ arbeitet für eine Organisation. Er ist eine unklare Art Soldat/Söldner. Es soll einen Anschlag auf den Vatikan geben. Die oder eine andere Organisation hat JJs Zwillingsbruder Justin entführt und foltert ihn. Sie will bestimmte Informationen von ihm haben. JJ wird dazu erpresst, ein Attentat zu verüben. Es scheint auch noch eine andere Organisation zu geben, die ihn und seine Vertratuen jagt und tötet.
Ferrara liefert ab und an Bilder und Motive, die wir aus Polit- und Action-Thrillern kennen. Es sind Chiffren, die dazu dienen, eine rudimentäre Geschichte zu erahnen. Sie bieten eine Hilfe beim Entschlüsseln der Bilder, ohne dass Ferrara es darauf anlegt, nur eine kohärente Lesart zu ermöglichen. Dafür ist alles zu mysteriös, kryptisch und widersprüchlich.
Das erinnert von seiner Stimmung und der Optik (trotz erkannbarer Unterschiede) an seine William-Gibson-Verfilmung „New Rose Hotel“. Der Science-Fiction-Thriller beschäftigte sich auch mit Paranoia und der fundamentalen Verunsicherung des Protagonisten, der keinen Überblick mehr über die Welt hat, in der er lebt und in der die ihm bis dahin bekannten Ordnungsprinzipien nicht mehr gelten. Das gesamte Leben und die Regeln sind nur noch einzige Grauzone, in der die alten Gewissheiten irgendwie wahrscheinlich nicht mehr gelten.
Insofern ist der Cyperpunk-Noir „Zeros and Ones“, der seine Premiere im August 2021 auf dem Locarno Film Festival hatte, auch und vor allem Ferraras intuitive Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie. Mit einem Hoffnungsschimmer und einem kryptischem Schlusswort von Ethan Hawke am Ende.
Zeros and Ones (Zeros and Ones, Deutschland/Italien/Großbritannien/USA 2021)
Regie: Abel Ferrara
Drehbuch: Abel Ferrara
mit Ethan Hawke, Cristina Chiriac, Babak Karimi, Valerio Mastandrea, Stephen Gurewitz
Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Rochus Gliese
Drehbuch: Billie Wilder (später Billy Wilder), Curt Siodmak, Robet Siodmak (ungenannt) (nach einer Reportage von Robert Siodmak)
Kamera: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann (Kamera-Assistenz)
„Siodmaks wahrscheinlich berühmtester Film steht als Solitär am Anfang einer langen internationalen Karriere. (…) ‚Menschen am Sonntag‘ erzählt von vier jungen, gewöhnlichen, von Laien verkörperten Menschen, die einen Sonntagsausflug ins Grüne, an den Wannsee unternehmen. Sie fahren mit dem Tretboot, gehen spazieren, necken und lieben sich, ehe sie wieder auseinandergehen. Eine Allerweltsgeschichte und doch unvergesslich.“ (Deutsches Historisches Museum Hrsg.: Robert Siodmak, 2015)
Gedreht wurde „Menschen am Sonntag“ wie ein Independent-Film mit wenig Geld, aber viel Enthusiasmus von einigen Männern, die danach aus Deutschland nach Hollywood flüchteten und dort Karriere machten.
Außerdem ist der Film wegen seiner Bilder von Berlin vor gut hundert Jahren sehenswert.
mit Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers
Bevor das Dream-Team Banderas/Cruz im ‚besten Film aller Zeiten‘ (so der deutsche Titel, der am 30. Juni startenden Komödie [Besprechung folgt]) auftreten, suhlen sie sich in
Arte, 20.15
Leid und Herrlichkeit(Dolor y gloria, Spanien 2019)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
In seiner Wohnung dämmert Salvador Mallo (Antonio Banderas) vor sich hin. Er leidet an zahlreichen Krankheiten, die ihn am Arbeiten hindern. Als der Regisseur einen seiner früheren Filmen, der inzwischen als Meisterwerk gilt, zusammen mit seinem damaligen Hauptdarsteller präsentieren soll, erinnert er sich an sein Leben und ihre gemeinsame Zeit. Dummerweise haben sie sich damals heillos zerstritten.
TV-Premiere. Wie wir es von Pedro Almodóvar gewohnt sind: ein grandioses Drama und ein großer Spaß.
Während der Revolution in Mexiko kämpfen ein Gringo, ein Banditenanführer und ein General mit- und gegeneinander um, nun, verschiedene Dinge.
Der Italowestern (und Politthriller) „Töte Amigo“ ist kraftvoll, kurzweilig, mit burlesken Übertreibungen, sehr unterhaltsam und brutal. Dass die Geschichte eher grob gestrickt ist, stört dabei kaum.
Drehbuch: Earl W. Wallace, William Kelley (nach einer Geschichte von William Kelley, Pamela Wallace und Earl W. Wallace)
In Philadelphia beobachtet ein achtjähriger Amish-Junge einen Polizistenmord. Auf dem Polizeirevier kann der Junge die Mörder identifizieren: es sind Kollegen des ermittelnden Detective John Book. Book muss mit dem Zeugen und seiner Mutter bei den Amish untertauchen. Dort entdeckt er eine Welt, die absolut nichts mit seiner Welt zu tun hat.
Polizeifilmklassiker, der im Genrekostüm die Geschichte eines Culture Clash erzählt.
„Weir hat einen überaus spannenden (Kriminal-)Film geschaffen, der auf Action – mit Ausnahme der gewalttätigen Schlusssequenz, die sich aber aus der Fabel völlig motiviert – weitgehend verzichten kann, weil er von Menschen handelt, die von sich aus faszinierend genug sind.“ (Fischer Film Almanach 1986)
Das Drehbuch erhielt den Edgar Allan Poe Award, den Writers Guild of America Award (WGA Award) und den Drehbuchoscar. Peter Weir und Harrison Ford waren für Oscars nominiert und als bester Film war „Der einzige Zeuge“ ebenfalls nominiert. Die Schmonzette „Jenseits von Afrika“ erhielt dann den Oscar als bester Film.
mit Harrison Ford, Kelly McGillis, Jan Rubes, Josef Sommer, Lukas Haas, Alexander Godunov, Danny Glover, Viggo Mortensen (Debüt)
Heute sitzt Alexei Nawalny in einem russischen Gefängnis. Als Daniel Roher ihn kennen lernte, lebte er im Schwarzwald. In dem Dorf St. Blasien erholte er sich von einem Giftanschlag, der am 20. August 2020 in Tomsk auf ihn verübt wurde. Auf dem Rückflug nach Moskau erkrankte er in der Linienmaschine. Der Pilot änderte seine Route und landete in Omsk. Während die Ärzte um Nawalnys Leben kämpften, wird seine Frau Yulia von Wachleuten, wie Handy-Aufnahmen in „Nawalny“ zeigen, rabiat daran gehindert, ihn zu sehen. Yulia und Nawalnys Team fürchten um sein Leben. Sie verlangen, ihn sofort in ein westliches Krankenhaus zu verlegen. Nach einigem Hin und Her wird er nach Berlin in die Charité verlegt.
Im Schwarzwald will er sich von dem Anschlag erholen und dann wieder nach Russland zurückkehren und weiter gegen Putin und sein Regime kämpfen. Seine Frau, seine Kinder, sein Team und Christo Grozev vom Recherchenetzwerk Bellingcat sind bei ihm. Denn Nawalny will außerdem herausfinden, wer ihn ermorden wollte.
Roher, der vorher den Dokumentarfilm „Once Were Brothers: Robbie Robertson and the Band“ (2019) inszenierte, beobachtet sie bei ihrer Arbeit. Über Mobilfunkdaten und andere Daten finden sie die acht FSB-Agenten, die Nawalny verfolgten und wahrscheinlich vergifteten. Der unverhoffte, aus einer Schnapsidee geborene Höhepunkt der Ermittlungen sind Nawalnys Anrufe bei diesen Männern. Die meisten Agenten legen selbstverständlich sofort auf. Aber einer von ihnen lässt sich von Nawalny in ein Gespräch verwickeln. Er enthüllt den gesamten Plan. Nawalny und Grozev können ihr Glück nicht fassen.
Nawalny veröffentlicht diese Recherchen auf seinen Social-Media-Kanälen. Der Spiegel, CNN und The Insider, die ebenfalls in die Recherche involviert sind, veröffentlichen sie ebenfalls. Sie weisen auch auf einen Punkt hin, den Roher in seinem Film ebenfalls immer wieder thematisiert: Nawalny kontrolliert sein Image genau. Er ist ein charismatischer Medienstar mit vielen Followern, die ihn auch bei seiner Rückkehr nach Moskau im Flughafen wie einen Volkshelden erwarten. Falls sie nicht vorher rabiat von der Polizei abgeführt werden.
Die sehenswerte Doku ist eine Chronik dieser Recherche, angereichert um einige Hintergrundinformationen über Nawalny. Sie endet mit Nawalnys Rückkehr nach Russland am 17. Januar 2021. Er wird, wie wir im Film sehen können, am Flugplatz bei der Einreise verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Amnesty International hat ihn in ihre Liste der Prisoners of Conscience aufgenommen.
Über Nawalnys Privatleben erfahren wir nichts. Über seine politischen Ansichten und was er in Russland verändern will, erfahren wir ebenfalls nichts substantielles. Er kämpft gegen Putin und die Korruption. Und das ist ein Problem von „Nawalny“. Er konzentriert sich nur auf den Kriminalfall. Den erzählt er sehr spannend und, weil Nawalnys Leben gut dokumentiert ist, immer mit entsprechenden Filmaufnahmen. Wir bekommen also nicht erzählt, wie beunruhigt Yulia in Omsk war oder wie Nawalny im Flugzeug mit einer Standing Ovation empfangen wird oder wie er im Flughafen bei der Einreise verhaftet wird, sondern wir sehen es wie in einem Spielfilm.
Gleichzeitig zeigt „Nawalny“ auch, wie weit Russland von einer Demokratie entfernt ist. Das ist selbstverständlich keine Neuigkeit. Aber es kann nicht oft genug gesagt werden. Roher zeigt deutlich, dass Putins Russland eine die Meinungsfreiheit unterdrückende Diktatur ist, die Gegner tötet (der Anschlag auf Alexei Nawalny ist nur einer in einer langen Reihe von Anschlägen auf Dissidenten) oder, mit lachhaften Anschuldigungen einsperrt. Teils in Hausarrest. Teils in Gefängnisse.
Nawalny(Nawalny, USA 2022)
Regie: Daniel Roher
Drehbuch: Daniel Roher
mit Alexei Nawalny, Yulia Nawalny, Dasha Nawalny, Zahar Nawalny, Maria Pevchikh, Christo Grozev, Leonid Volkov, Kira Yarmysh, Georgy Alburov, Fidelius Schmid, Tim Lister, Clarissa Ward
Ein seltsamer Knall weckt Jessica. Die Dichterin will mehr über diesen Knall, den sie als bedrohlich, beängstigend und auch unheimlich empfindet, erfahren.
Diese simple Idee bildet die Grundlage für Apichatpong Weerasethakuls neuen Film „Memoria“. Bekannt wurde er durch „Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben“ (2010) und „Cemetery of Splendour“ (2015). Beide Filme wurden von der Kritik abgefeiert und liefen sogar in den deutschen Kinos. „Memoria“ ist sein erster außerhalb Thailands entstandener Film. Tilda Swinton übernahm die Rolle der suchenden Jessica.
In Bogota besucht sie ihre im Krankenhaus liegende Schwester Karen. Dort besucht sie auch ein Tonstudio. Zusammen mit dem Toningenieur will sie den Knall, den anscheinend nur sie gehört hat, genauer bestimmen. Er hilft ihr bei der Reproduktion des Knalls. Sie unterhalten sich und streifen durch die kolumbianische Hauptstadt. Im Krankenhaus, in dem ihre Schwester liegt, trifft sie die Archäologin Agnès. Gemeinsam betrachten sie ein Jahrhunderte altes Skelett eines Mädchens. Die Knochen wurden bei dem Bau eines Tunnels entdeckt. Agnès fährt zu der weit ab von Bogota liegenden Ausgrabungsstätte. Jessica folgt ihr in die Provinz. Dort trifft sie auf Hernán, einen Fischer. Sie unterhalten sich. Es scheint eine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Und sie sitzen schweigend an einem Bach in der unberührten Natur.
Wie in seinen vorherigen Filmen interessiert Apichatpong Weerasethakul sich wenig für eine nacherzählbare Handlung. Sie wird beim Aufschreiben noch banaler, als sie es schon beim Ansehen ist. Ihm geht es um Ruhe. Er beobachtet in scheinbar endloser Geduld Jessica und, falls vorhanden, ihre Gesprächspartner. Meistens ohne einen Schnitt über mehrere Minuten. Die Schauspieler bewegen sich während der gesamten Szene, wenn sie sitzen, fast nicht. Am liebsten zeigt Weerasethakul das in statischen Einstellungen, die den gesamten Raum erfassen. Die Schauspieler sind bei Außenaufnahmen irgendwo, eher klein, im Bild positioniert. Deshalb und um in aller Ruhe alle Details des Bildes zu erfassen, sollte man „Memoria“ auf einer großen Leinwand sehen.
Der kontemplative, in seiner Offenheit keine eindeutige Interpretation vorgebende oder forcierende Film „Memoria“ ist definitv kein Film für jeden. Aber die präzise komponierten Bilder üben eine eigenwillige Faszination aus. Und es ist einer der Filme, der kein Problem damit hat, wenn die Gedanken des Zuschauers abschweifen. Im Gegenteil. Er begrüßt und forciert diese Unaufmerksamkeit sogar, weil er als ‚medidative Spurensuche‘ (Presseheft) es genau darauf anlegt. Die Bilder und eher assoiativen Dialoge sollen dabei nur ein Startpunkt für den Zuschauer sein.
In Cannes erhielt die Slow-Cinema-Perle „Memoria“ 2021 den Preis der Jury.
Chile, 1948: Pablo Neruda, geachteter Dichter, Lebemann und Kommunist (beides mit großer Überzeugung) und wortgewaltiger Senator, muss aufgrund der politischen Lage untertauchen. Ein Polizist, der direkt aus einem Noir-Roman entsprungen ist, sucht ihn – und doch ist es nicht ganz so einfach.
Man muss absolut nichts über Pablo Neruda wissen, um Pablo Larraíns Film über den Dichter zu genießen, der zu einem kleinen Teil ein konventionelles Biopic und zu einem großen Teil eine erfundene Geschichte ist, die dann doch wieder viel mit Pablo Neruda und dem Zusammenhang von Fakt und Fiktion zu tun hat.
Wie üblich ist auch bei dem neuesten Marvel-Film vorher nichts bekannt über den Plot und wer alles mitspielt. Neben dem Hauptcast – Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Chiwetel Ejiofor, Benedict Wong, Michael Stuhlbarg (als Michael Stühlbarg), Rachel McAdams und Neuzugang Xochitl Gomez -, der zu einem großen Teil aus dem ersten „Dr. Strange“-Film bekannt ist, soll es auch einige Überraschungen geben. Laut der Gerüchteküche soll Bruce Campbell dabei sein. Aber der ist in jedem guten Film von Sam Raimi dabei. Raimi hat, nach einer neunjährigen Spielfilmpause, die er mit einigen TV-Serienepisoden und vielen Tätigkeiten als Produzent füllte, endlich wieder die Regie bei einem Spielfilm übernommen. Ältere kennen Sam Raimi vom „Tanz der Teufel“, Jüngere als den Regisseur von drei „Spider-Man“-Filmen mit Tobey Maguire als Peter Parker.
In „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ kann Raimi seine beiden Leidenschaften, nämlich „Horror“ und „Comic-Verfilmungen“ miteinander verbinden. Deshalb wird das Werk von Marvel auch schon als deren Horrorfilm angekündigt. Geworden ist es dann ein Marvel-Film mit einigen Horrorelementen.
Es geht um Doctor Strange, der – ähem, also die offizielle Synopse ist ziemlich irreführend, der Verleih bittet um spoilerfreie Besprechungen und die Story ist, nun, ähem, bestenfalls durchwachsen. In jedem Fall gibt es einen Bösewicht, der im Gedächtnis bleibt, ein sehr nachvollziehbares Motiv hat, das gleich am Anfang erklärt wird und ihre Handlungen antreibt. Außerdem hat sie ordentlich Screentime. Nachdem in den vorherigen Marvel-Filmen der Bösewicht oft die uninteressanteste Figur im ganzen Film war, ist das hier besser.
Davon abgesehen will Doctor Stephen Strange die junge America Chavez retten. Sie ist aus einem anderen Universum in sein Universum gestolpert, sagt ihm, dass es das Multiverse gibt (Hatten wir das nicht schon in „Spider-Man: No Way Home“ erfahren?) und um alles wieder in Ordnung zu bringen, müssen die beiden durch das Multiverse reisen. Das sind verschiedene Universen, die sich in Details unterscheiden. So ist Doctor Strange in einem Universum nett, in dem anderen weniger und im nächsten Universum kann er sogar ein Bösewicht sein. Für Benedict Cumberbatch, der hier wieder Doctor Strange spielt, ist das eine gute Gelegenheit, die Figur verschieden zu spielen.
Die Idee des Multiverse führt dann dazu, dass, wie in einem schlechten Fantasy-Film, plötzlich alles möglich ist. Es wird einfach in die nächste Welt gewechselt und schon geht’s. Und wenn in einem Film ein Fehler gemacht wurde, wird er im nächsten Film einfach in ein anderes Universum verbannt.
In „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ wird durch verschiedene Universen gesprungen und in jedem gibt es etwas zu entdecken. Sam Raimi kann so gleichzeitig ungefähr ein halbes Dutzend Filme inszenieren. Einmal natürlich eine Fortführung des ersten „Doctor Strange“-Films, der jetzt auch schon sechs Jahre alt ist. Dazwischen trat Cumberbatch in mehreren Marvel-Filmen als Dr. Strange auf. Einmal ein quitschbuntes CGI-Psychelic-Abenteuer, in dem Dinge durch eine schwerelose (Alb)Traumwelt schweben. Einmal einen mittelalterlichen Abenteuerfilm, in dem tibetanische Mönche ihr Kloster, das Kamar-Taj, mit Zauberkräften gegen eine Hexe verteidigen. Und, im Finale, einen Horrorfilm, der auch die Tradition des Horrorfilms huldigt. Es gibt natürlich eine gute Portion Fanservice für die Raimi-Fans und, vor allem, für die MCU-Fans.
Das ist durchaus vergnüglich, aber nie so vergnüglich wie seine „Evil Dead“-Filme, und wird mit der Zeit, trotz seiner kurzen Laufzeit von zwei Stunden, sogar etwas langweilig. Es gibt einfach zu viel CGI. Es gibt zu viele banale Erklärdialoge. Viel zu oft ist Dr. Strange mit einem anderen Dr. Strange beschäftigt, während der Bösewicht und auch die Freunde von Dr. Strange sich vollkommen aus dem Film verabschieden. Dann spielt Cumberbatch mit sich in einem Raum. Das bringt die Story nicht voran. Denn die Welt(en) wie wir sie (nicht) kennen, will jemand anderes vernichten. Außerdem verlässt die Story sich zu sehr auf Zauberei und das Betreten von anderen Universen. So können unsere Helden immer wieder einer tödlichen Gefahr entkommen, indem sie die Tür zu einer anderen Welt öffnen und in Sicherheit sind.
„Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ ist nie so bahnbrechend wie Sam Raimis erster „Spider-Man“-Film oder so hemmungslos abgedreht wie seine „Evil Dead“-Filme. Als Marvel-Film, der auch gut ohne die Kenntnis der anderen Filme und Fernsehserien angesehen werden kann, ist er okay. Trotzdem will sich bei mir die Begeisterung, die ich bei den älteren MCU-Filmen empfunden hatte, auch dieses Mal nicht einstellen.
Im Abspann gibt es zwei Szenen. Die erste ist ein Ausblick auf möglicherweise kommende Ereignisse. Die zweite, ganz am Ende des Abspanns, ist mit Bruce Campbell, der im Film lediglich ein für den Film und das Marvel-Universum folgenloses, aber vergnügliches Cameo hat. So wie Stan Lee bis zu seinem Tod in den Marvel-Filmen kurze Auftritte hatte.
Doctor Strange in the Multiverse of Madness (Doctor Strange in the Multiverse of Madness, USA 2022)
Regie: Sam Raimi
Drehbuch: Michael Waldron (basierend auf Marvel-Figuren von Stan Lee und Steve Ditko)
mit Benedict Cumberbatch, Elizabeth Olsen, Chiwetel Ejiofor, Benedict Wong, Xochitl Gomez, Michael Stuhlbarg (als Michael Stühlbarg), Rachel McAdams, Patrick Stewart , Bruce Campbell, Julian Hilliard, Jett Klyne
Das war’s mit den bewegten Bildern. Werfen wir einen Blick auf die unbewegten Bilder und damit auf die Ursprünge von Doctor Strange. Der Panini Verlag hat pünktlich zum Filmstart eine dicke Anthologie über „Doctor Strange: Meister der mystischen Mächte“ veröffentlicht.
Die „Doctor Strange“-Anthologie ist wie die anderen Anthologien, die zu bekannten Marvel- und DC-Figuren, wie Black Widow, Deadpool und Batman, erschienen sind, aufgebaut. Es gibt, geschrieben von Christian Endres, Thomas Witzler und Arnulf Woock, kurze Texte zu wichtigen Aspekten der Figur und seiner Welt und einführende Texte zu seinen wichtigsten Comic-Abenteuern. Diese werden, von seinem ersten Auftritt bis zur Gegenwart, chronologisch abgehandelt und nachgedruckt.
Wie die anderen Anthologien ist auch die Anthologie über den Obersten Zauberer des Marvel-Universum ein schwer in der Hand liegender informativer Lesegenuss, der auch zeigt, wie sehr sich die Comics in den vergangenen sechzig Jahren veränderten. Seinen ersten Auftritt hatte der Zauberer im Juli 1963 in Strange Tales als „Dr. Strange, Meister der Schwarzen Magie“. Die fünfseitige Geschichte war als Füller gedacht. Den Lesern gefiel der Comic und der Rest ist Geschichte.
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Doctor Strange: Meister der mystischen Mächte – Die Doctor Strange-Anthologie
Panini, 2022
320 Seiten
29 Euro
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Zum Gratis-Comic-Tag, der dieses Jahr endlich wieder an seinem regulärem Termin, dem zweiten Samstag im Mai, stattfindet, gibt es ein „Doctor Strange“-Heft. In ihm sind drei Geschichten enthalten. In „Der Zauberlehrling“ (Mystic Apprentice, 2016) ist Stephen Strange noch ein Novize der mystischen Künste, dem die Astralformprojektion seines Körpers noch nicht gelingen will. „Der Tod von Doctor Strange, Kapitel 1“ (Death of Doctor Strange, 2021) enthält die ersten Seiten der Geschichte und endet mit einem Gast an seiner Haustür. In „Venom“ (Marvel Action: Origins, 2021) ist Doctor Strange nicht dabei. In dieser Geschichte erfahren wir, wie ein außerirdischer Symbiont zuerst Spider-Man Peter Parker und dann Eddie Brock als Wirt aussuchte.