Men & Chicken (Mænd & høns, Dänemark/Deutschland 2014)
Regie: Anders Thomas Jensen
Drehbuch: Anders Thomas Jensen
Um ihren Vater, den Genetiker Evelio Thanatos, kennen zu lernen, fahren die Halbbrüder Elias und Gabriel auf die Insel Ork. Das von ihm betriebene Sanatorium ist eine Bruchbude. Ihre dort lebenden Halbbrüder sind bekloppt und wollen Elias und Gabriel nicht zu ihrem Vater lassen.
Ein ziemlicher Klamauk, gedreht in den Beelitz-Heilstätten bei Potsdam.
mit Mads Mikkelsen, David Dencik, Nikolaj Lie Kaas, Søren Malling, Nicolas Bro, Ole Thestrup, Bodil Jørgensen, Kirsten Lehfeldt, Lisbeth Dahl, Rikke Louise Andersson
Todesfalle Highlands (A lonely place to die, Großbritannien 2011)
Regie: Julian Gilbey
Drehbuch: Julian Gilbey, Will Gilbey
Bei einer Klettertour durch die schottische Highlands entdecken fünf Wanderer in einem Erdversteck ein gefangen gehaltenes serbisches Mädchen. Sie wollen ihr helfen.
Auf dem Fantasy-Filmfest gezeigter Survival-Thriller. Bei der Kritik kam der harte, in Schottland gedrehte Thriller gut an.
„Spannender, dicht inszenierter und vorzüglich fotografierter Thriller, der nie seine glaubwürdigen Charaktere aus den Augen verliert.“ (Lexikon des internationalen Films)
Der Film ist FSK-18. D. h. es wird wahrscheinlich eine um zwei Minuten gekürzte Fassung gezeigt.
mt Melissa George, Ed Speleers, Eamon Walker, Sean Harris, Alec Newman, Karl Roden, Kate Magowan
auch bekannt als „A lonely place to die – Todesfalle Highlands“ (DVD-Titel)
Eva warnt den verlobten Waliser Flegel und mit seinem Debüt zum Erfolgsautor avancierten Tyvian, sich nicht mit ihr einzulassen. Er tut es trotzdem.
Drama von Joseph Losey, das vom Produzenten letztendlich um ein Drittel gekürzt wurde. Es existieren verschiedene Fassungen zwischen Loseys Schnitt (155 Minuten, anscheinend verschollen), eine von ihm auf Verlangen des Produzenten hergestellte kürzere Fassung (135 Minuten), eine US-Fassung (115 Minuten), eine britische Fassung (111 Minuten), eine deutsche Fassung (107 Minuten, die dürfte heute Abend laufen) und eine französische Fassung (100 Minuten).
„der unerhörte Stilwille einerseits und die objektive Unmöglichkeit, ihn so vollständig einzulösen, dass er im Resultat nicht mehr als Anstrengung zu erkennen wäre, haben ‚Eva‘ letztlich zu einem eher manieristischen Torso werden lassen. (…) Bei aller Kritik und Selbstkritik Loseys bleibt ‚Eva‘ ein zwar überornamentierter, aber thematisch interessanter Ewway über Liebesbeziehungen und Geldbeziehungen.“ (Peter W. Jansen/Wolfram Schütte: Joseph Losey, 1977)
mit Jeanne Moreau, Stanley Baker, Giorgio Albertazzi, Virna Lisi, Peggy Guggenheim, Vittorio De Sica, Joseph Losey
Catch me if you can (Catch me if you can, USA 2002)
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Jeff Nathanson
LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)
Spielberg erzählt kurzweilig die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)
Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Klaus Maria Brandauer! (Der war am 22. Juni. Aber da lief kein Brandauer-Film im TV.)
RTL II, 20.15
Jenseits von Afrika (Out of Africa, USA 1983)
Regie: Sydney Pollack
Drehbuch: Kurt Luedtke
LV: Isak Denisen (aka Karen Blixen): Out of Afrika; Shadows on Grass; Letters from Africa; Judith Thurman: Isak Denisen – The Life of a Storyteller; Errol Trzebinski: Silence will speak
Mit sieben Oscars (u. a. Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch), an der Kinokasse enorm erfolgreiche, vor Ort gedrehte Edelschmonzette über Karen Blixen, die zwischen 1913 und 1931 in Kenia lebte, mit dem ehebrechendem, geschäftsunfähigen Bror von Blixen-Fineckel verheiratet war, deshalb dessen Kaffeeplantage managte und in den Großwildjäger Denys Finch Hatton verliebt war.
mit Meryl Streep, Robert Redford, Klaus Maria Brandauer, Michael Kitchen, Malick Bowens
Eines Tages taucht bei dem bürgerlichen, kinderlosen Ehepaar André (Christian Clavier) und Laurence Prioux (Catherine Frot) ein junger Mann auf, der behauptet ihr Sohn zu sein. Weil André und Laurence seit Ewigkeiten verheiratet sind, kann die Behauptung von Patrick (Sébastien Thiéry) unmöglich stimmen. Trotzdem schließt Laurence den tauben, naiven, in einem Heim aufgewachsenen Patrick in ihr Herz. Er wird für sie schnell zu dem Kind, das sie niemals hatte. Der überängstliche und zur Hysterie neigende André würde den Eindringling, der ein Betrüger sein muss, am liebsten sofort aus ihrem Haus werfen.
Die französische Komödie „Nicht ohne Eltern“ basiert auf einem erfolgreichen Theaterstück von Sébastien Thiéry, der auch einer der beiden Drehbuchautoren, Co-Regisseur und Hauptdarsteller ist. Für den Film wurde das Stück dann anscheinend kräftig geändert. Trotzdem kann es seinen Ursprung als klamaukige Boulevardkomödie nicht verleugnen. Die funktioniert im Theater immer dann am besten, wenn alle hektisch durcheinander rennen und brüllen und, ausgehend von einer unglaubwürdigen Prämisse, idiotischer Irrtum auf dümmlichen Irrtum folgt, bis der sprichwörtliche Gordische Knoten eine einfach zu lösende Aufgabe ist. Im Theater, wo es eine direkte Kommunikation zwischen den Schauspielern und dem Publikum gibt und auch improvisiert werden kann, funktioniert das gut.
Im Film nicht unbedingt und manchmal, wie in „Nicht ohne Eltern“, funktioniert nichts. „Monsieur Claude und seine Töchter“ Christian Clavier versucht sich als ständig über Gebühr erregter Kleinbürger als Louis-de-Funès-Abbild. Mit dem Ergebnis, dass man sich den verstorbenen de Funès für diesen Film wünscht. Geholfen hätte es allerdings kaum. Die Geschichte ist einfach zu unglaubwürdig, um auch nur eine Zehntelsekunde für auch nur irgendwie plausibel gehalten zu werden. Die Charaktere sind reine Klischees. Die Witze stammen aus der Mottenkiste des Boulevardtheaters, die man irgendwo in den fünfziger Jahren stehen gelassen hat. Heute sind sie nicht mehr witzig.
Und dazwischen gibt es mehrere banale Pop-Songs, die über Gebühr ausgespielt werden.
„Nicht ohne Eltern“ ist ein Klamauk ohne einen einzigen Lacher.
Nicht ohne Eltern (Momo, Frankreich 2017)
Regie: Vincent Lobelle, Sébastien Thiéry
Drehbuch: Sébastien Thiéry, Pascale Arbillot (nach dem Theaterstück von Sébastien Thiéry)
mit Christian Clavier, Catherine Frot, Sébastien Thiéry, Pascale Arbillot, Hervé Pierre
Zerrissene Umarmungen (Spanien 2009, Regie: Pedro Almodóvar)
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Die Erinnerungen eines erblindeten Drehbuchautoren an eine nicht fertig gestellte Komödie, seine große Liebe und einen für sie tödlichen Autounfall dienen Almodóvar als Ausgangspunkt für einen Film im Film im Film – und wir Zuschauer sind nie verwirrt, sondern verzaubert, wenn flugs und zitatreich die Zeitebenen und Genres gewechselt werden.
Für das „Lexikon des internationalen Films“ gehört „Zerrissene Umarmungen“ „zum Anrührendsten und Schönsten, was das europäische Kino aktuell zu bieten hat“.
mit Penélope Cruz, Lluís Homar, Blanca Portillo, José Luis Gómez, Rubén Ochandiano, Tamar Novas
2008 war Bryan Bertinos Horrorfilm „The Strangers“ über ein Paar, das von drei maskierten Personen terrorisiert und ermordet wird, ein Überraschungserfolg, der auch ganz gute Kritiken erhielt.
Seitdem wurde über eine Fortsetzung gesprochen und jetzt, nachdem schon niemand mehr ernsthaft damit rechnete, startet sie als „The Strangers: Opfernacht“ in unseren Kinos. Wieder geht es um eine Gruppe Menschen, die von Maskierten terrorisiert werden.
Dieses Mal ist es eine Familie, die auf der Fahrt zur neuen Schule ihrer renitenten Tochter eine Nacht in dem Ferienressort ihres Onkels verbringen wollen. Es ist einsam gelegen und so großflächig angelegt, dass man neben jeden Trailer ein, zwei Fußballfelder legen könnte. Es ist auch gerade die Zeit des Jahres, in der keine anderen Gäste dort sind. Deshalb liegt, als sie mitten in der Nacht eintreffen, im Empfangsgebäude des Ressorts ihr Schlüssel auf dem Tisch. Die vierköpfige Familie zieht, ohne mit ihrer Verwandtschaft gesprochen zu haben, in ihr Haus ein.
Kurz darauf klopft es an ihre Tür. Ein Mädchen fragt, ob Tamara zu Hause sei. Sie schicken sie weg. Kurz darauf klopft es wieder und eine Gruppe Maskierter beginnt sie zu jagen und zu ermorden.
So wie man es aus „The Strangers“ kennt. Aber in „The Strangers: Opfernacht“ ist alles größer geraten. Anstatt einem Liebespaar und ihrem später hinzugekommenem und schnell erschossenen Freund (was die maximale Zahl der Opfer auf drei begrenzt), steht dieses Mal eine typische amerikanische Familie mit Vater, Mutter, Tochter und Sohn im Mittelpunkt des Abschlachtens nach Schema F.
Es wird also munter und viel öfter als in „The Strangers“, der fast ausschließlich in einem Haus spielte, durch die Nacht gestolpert, geschrien, gerannt und gestorben. Mal mehr, aber öfter nicht besonders einfallsreich. Schließlich ist „The Strangers: Opfernacht“ mit den 80er-Jahre-Popsongs auch eine Hommage an den damaligen Slasher-Film und die, nun, haushaltsüblichen Mordinstrumente. Und, auch das kennt man aus unzähligen Horrorfilmen, manche Opfer haben ein erstaunlich langes Leben. Die Täter sowieso. Dabei ist die Bedrohung – wieder ein Mann mit einer hässlichen, groben Stoffmaske und zwei Frauen (Mädchen?) mit ihren Porzellanmasken – wieder, aufgrund ihrer Masken und ihres Schweigens, ziemlich bedrohlich. Aber wer vor dem Filmstart nicht einen Blick auf das Kinoplakat geworfen hat und eine Parallelität zwischen den drei maskierten Gestalten auf dem Plakat und der Zahl der maskierten Gestalten im Film vermutet, wird erstaunt feststellen, dass es Regisseur Johannes Roberts („The other Side of the Door“, „47 Meters Down“) während des gesamten Films nicht gelingt, zu zeigen, gegen wie viele Menschen die All-American-Mittelstandsfamilie sich wehren müssen.
Die Motive der Bösewichter sind hier noch kryptischer als im ersten Film, den man nicht gesehen haben muss, um die vollkommen eigenständige Fortsetzung zu verstehen. Im Gegensatz zu anderen Horrorfilmen, in denen die Mythologie von Film zu Film zunehmend ausgebaut wird, wird sie hier ausgelöscht. Es bleibt nur noch ein nichts erklärender Satz übrig. Auch die Inszenierung bietet keinen Subtext mehr an. Damit reiht sich einfach nur ein Mord(versuch) an den nächsten. Ohne Sinn und Verstand, aber mit großer Langeweile.
Verglichen mit neueren Horrorfilmen wie „Der Babadook“, „Get Out“, „A quiet Place“ und „Hereditary“ (gut, da hatte ich einige Probleme), über die man noch lange nach dem Abspann diskutieren konnte, ist „The Strangers: Opfernacht“ nur eine ambitionslose Zwischenmahlzeit für den anspruchslosen Horrorfan. Da helfen auch nicht die atmosphärischen Nachtaufnahmen und der Soundtrack.
The Strangers: Opfernacht(The Strangers: Prey at Night, USA 2018)
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Bryan Bertino, Ben Ketai
mit Christina Hendricks, Martin Henderson, Bailee Madison, Lewis Pullman, Emma Bellomy, Lea Enslin, Damian Maffei
LV: James Ellroy: Watchman/The night Watchman (Originalgeschichte)
Die Story klingt nach einem typischen Ellroy – oder dem typischen Cop-Thriller der Marke „Korrupter Cop sitzt in der Scheiße; entdeckt, (Überraschung!) dass die Polizei korrupt ist und stellt sich auf die Seite der Guten“. Denken Sie nur an die Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ (für die Ayer das Drehbuch schrieb), ersetzen Kurt Russell durch Keanu Reeves, lassen den Rookie Scott Speedman weg und wir haben den nächsten düsteren, bleihaltigen LA-Copthriller.
Ellroys Story ist eine nicht veröffentlichte Originalgeschichte und sollte bereits vor Jahren als „Watchman“ oder auch „The night Watchman“ verfilmt werden. David Fincher, Spike Lee und Oliver Stone waren als Regisseure im Gespräch. Für den Film wurde Ellroys Drehbuch dann von mehreren Autoren (zwei schafften es in die Credits, aber Ayer soll und John Ridley hat vor Jahren an dem Drehbuch gearbeitet) bearbeitet.
Mit Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie, Chris Evans, Martha Higareda, Cedric the Entertainer, Amaury Nolasco
LV: Klaus Mann: Mephisto, 1936 (erste Veröffentlichung in Deutschland 1966, dann bis 1981 verboten, in der DDR seit 1956 erhältlich)
Hendrik Höfgen ist ein erfolgssüchtiger Schauspieler. Deshalb schmeichelt sich bei den Nazis ein.
Mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnetes Psychogramm, das auf dem lange verbotenen Roman „Mephisto“ von Klaus Mann basiert. Denn Mann porträtierte, nicht sehr vorteilhaft, Gustaf Gründgens, den er Hendrik Höfgen nannte.
„Mit Hilfe der beiden hervorragenden Charakterdarsteller Rolf Hoppe und Klaus Maria Brandauer gelang Szabó ein glutvoller, nicht überlauter Film, kühl in den Emotionen, doch auch voll glanzvoller, reißerischer Rhythmik in der Bewegung der Szenen, in denen sich die Schauspieler und die Schausteller des Dritten Reichs ihre Auftritte liefern.“ (Heiko R. Blum/Sigrid Schmitt: Klaus Maria Brandauer, 1996)
„Es ist ein Film, der durch die exemplarische Studie eines exemplarischen Charakters ein wahrhaftiges, ein beklemmendes Bild einer Zeit schafft, die Probleme aufgeworfen hat, die fortdauern – [der Ungar] Szabó weiß, wovon sein Film handelt. (…) Mit dem ‚Mephisto‘ ist ihm sein Meisterwerk gelungen.“ (Fischer Film Almanach 1982)
Am Freitag wird Klaus Maria Brandauer 75. Heute zeigt der RBB den Film, mit dem er seinen Durchbruch als Filmschauspieler hatte. Danach war er in „Sag niemals nie“ der Gegenspieler von James Bond und auch in Hollywood war er „Jenseits von Afrika“ gut beschäftigt. Danach kehrte er wieder, auch als Regisseur, sehr erfolgreich zum Theater zurück. In den vergangenen über zwanzig Jahren spielte er nur in wenigen Filmen mit.
mit Klaus Maria Brandauer, Krystyna Janda, Rolf Hoppe, Karin Boyd
„Melodram, Psycho-Thriller, Groschenheft-Tragödie – der Film ist all das und all das nicht schlecht; vor allem aber hat es der Zuschauer hier mit einem filmisch raffniert umgesetzten erzählerischen Puzzle zu tun, dessen unzählgen Schlenkern und Wendungen zu folgen großen Spaß macht.“ (Robert Fischer, epd Film 5/1984)
Andere Kritiker gingen erheblich ungnädiger mit dem mit vier Césars ausgezeichneten Publikumserfolg (jedenfalls in Frankreich) um. Aber keiner vergaß, auf die Hauptdarstellerin hinzuweisen.
Mit Isabelle Adjani, Alain Souchon, Michel Galabru
Ein schönes Mädchen wie ich (Une belle fille comme moi, Frankreich 1972)
Regie: Francois Truffaut
Drehbuch: Francois Truffaut, Jean-Loup Dabadie
LV: Henry Farrell: Such a gorgeous kid like me, 1967
Alle Männer verlieben sich in die junge Camille Bliss. Aber nicht alle überleben die Begegnung mit der Schönheit.
Selten gezeigte burleske Komödie von Francois Truffaut. In „Ein schönes Mädchen wie ich“ fischt Truffaut, der ja einige grandiose Krimis inszenierte, in den Gewässern von Claude Chabrol, ohne jemals wirklich zu überzeugen. Der Film ist bestenfalls ein Sommerspaß, der plakativ die bürgerlichen Wertvorstellungen auf den Kopf stellt, die Selbstbilder der Männer (ein Haufen dummer, eitler, impotenter Gockel, für die niemand auch nur einen Funken Mitleid empfinden kann) als Selbstbetrug entlarvt und eine unschuldige Mörderin zur Sympathieträgerin macht.
mit Bernadette Lafont, Claude Brasseur, Charles Denner, Guy Marchand, André Dussolier, Philippe Léotard, Anne Kreis
In einem leeren Pariser Apartment treffen sich ein älterer Amerikaner und eine junge Französin. Sie geben sich ihren sexuellen Trieben hin und öffnen dem anderen ihre Seele.
Damals war’s ein Skandalfilm, bei dem besonders die aus heutiger Sicht sehr harmlosen Sexszenen provozierten. Heute ist es ein immer noch in jeder Beziehung beeindruckender Film über sexuelle Obsessionen und existentielle Verzweiflung. Halt ein zeitloser Klassiker und einer der Brando-Filme, die man gesehen haben muss.
Michael Althen schlug in „Marlon Brando“ (Bertz Verlag, 2004) in seiner Besprechung von „Der letzte Tango in Paris“ die Brücke zu „Die Träumer“: „Zwei Menschen begeben sich in die camera obscura eines unmöblierten Pariser Appartements, um herauszufinden, ob es ein Leben jenseits von Geschichte und Geschichten geben kann, ob man alles abstreifen und sich neu erfinden kann. Und so wie dieser Film ein Schlag ins Gesicht jener Jahre war, ist es auch The Dreamers (Die Träumer, 2003), mit dem Bertolucci unlängst jene Jahre Revue passieren ließ. Die Wahrheit, von der diese Filme erzählen, ist aber, dass im Scheitern womöglich der ganze Zweck des Lebens liegt. Brando mag sich für den Einzigen gehalten haben, der in seiner Biographie gefangen ist – dabei ist er nur ein Mensch wie du und ich.“
Tele 5 zeigt den Film als Teil seiner skandalös gelungenen Skandalfilm-Reihe, die heute mit „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ (um 20.15 Uhr) und „Idioten“ (um 01.20 Uhr) skandalös lang ist.
Mit Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti, Catherine Breillat
Live Flesh – Mit Haut und Haar (Carne Trémula, Spanien/Frankreich 1997)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar, Ray Loriga, Jorge Guerricaechevarria
LV: Ruth Rendell: Live Flesh, 1986 (In blinder Panik)
Sechs Jahre nachdem Victor einen Polizisten zum Krüppel schoss, kreuzen sich wieder ihre Wege.
Ein typischer Almodóvar-Film. „Almodóvar pendelt in überraschenden Wendungen geschickt zwischen Pathos und Ironie, ohne völlig in den schrillen Erzählton früherer Werke zu kippen.“ (Zoom 8/98)
mit Liberto Rabal, Javier Bardem, Francesca Neri, Angela Molina
„Hereditary – Das Vermächtnis“, der Debütfilm von Ari Aster, gehört zu den Horrorfilmen, die schon von der ersten Minute an erkennbar höhere Ambitionen haben, als der üblicher Slasher-Jumpscare-Found-Footage-Horrorfilm für Teenager, in denen Sex die Vorstufe für Tod ist.
Asters Film beginnt mit einer Beerdigung, die wie unzählige andere Beerdigungen ist: eine Ansammlung trauernder Menschen, die sich teilweise zum ersten und letzten Mal sehen. Die Verstorbene ist Annie Grahams Mutter. Über sie erfahren wir während des Films wenig, außer dass sie eine dominante Person war. So dominant, dass Annie (Toni Collette) zu Lebzeiten nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte und sich jetzt förmlich zum Trauern zwingen muss. Trotzdem will sie später, während einer Séance, Kontakt zu ihr aufnehmen – und man muss keine Myriaden von Horrorfilmen gesehen haben, um zu wissen, wie das ausgeht. In dem Moment bewegt sich Annies Familie – ihre beiden Kinder Peter (Alex Wolff), kurz vor dem Erwachsenwerden, und seine noch vor der Pubertät stehende, einzelgängerische Schwester Charlie (Milly Shapiro) und ihr Mann Steve (Gabriel Byrne in einer Nebenrolle) – bereits wie traumatisiert durch den Film und das einsam gelegene große Haus der Grahams.
In dem Haus arbeitet Annie als Künstlerin. Sie baut Modellwelten mit Miniaturfiguren. Dabei sind ihre Landschaften keine Fantasielandschaften, sondern fotorealistische Darstellungen von Ereignissen aus ihrem Leben. Oft geht es um das Sterben und den Tod von Menschen, zu denen sie eine enge Beziehung hatte. Wie ihrer Mutter.
Aster lässt schon in den ersten Filmminuten die Grenze zwischen der Realität und den Miniaturlandschaften verschwimmen. Bereits in diesem Moment bewegen die Grahams sich in ihrem Haus wie in einem Puppenhaus, das zu einer Bühne umfunktioniert wurde und sie zu Marionetten macht. Die Inszenierung unterstreicht diesen Effekt durchgehend. Die Kamera ist oft so unnatürlich positioniert, dass die Zimmer im Grahamschen Haus immer wie ein sorgfältig arrangierter Teil einer Theaterbühne aussehen. Es wird selten geschnitten und die Szenen dauern meisten länger, als man es gewohnt ist. Manchmal quälend lang. Und dabei geht es nicht um Bilder von herausquellenden Gedärmen, sondern um Bilder von Gesichtern, die etwas sehen. All das trägt, neben dem Spiel der Schauspieler, zur irrealen Feel-Bad-Atmosphäre bei.
Die Themen die Aster dabei anspricht – Trauer, Schuld und Schuldgefühle in einer unangenehm verkorksten Familie – steigern das. Denn die Familie Graham will über ihre Geheimnisse nicht sprechen.
Mit zunehmender Laufzeit wird allerdings auch ein erzählerischer Stillstand deutlich. Anstatt sich für einen Charakter zu entscheiden und dann dessen Geschichte zu erzählen, mutiert „Heriditary“ zu einem Best-of des Okkult-Horrors. Jeder Charakter darf sich mit dem Dämon seiner Wahl herumschlagen. Wie diese Bedrohungen miteinander zusammenhängen und welcher Dämon der fieseste ist, bleibt unklar. Und nach zwei Stunden gibt es eine kryptische Erklärung, die doch aus ziemlich heiterem Himmel kommt.
So ist „Heriditary“ ein Horrorfillm für Menschen, die auch etwas Nachdenken wollen, inszeniert von einem Regisseur, der seine Vorbilder genau studiert hat und sie jetzt mit einem beträchtlichen Gestaltungswillen innerhalb einer Familienaufstellung verarbeitet. Es ist allerdings auch ein Feel-Bad-Film, der im Vergleich zu anderen aktuellen und hochgelobten Horrorfilmen nicht so packend ist, wie er sein könnte.
Und, ja, ich habe um den Plot herumgeschrieben und keine anderen Filme genannt, um keine Hinweise auf den Verlauf und das Ende der Geschichte zu geben. Die entwickelt sich nämlich an mehreren Stellen konträr zu allen Erwartungen.
Darüber können wir dann zum DVD-Start sprechen.
Hereditary – Das Vermächtnis (Hereditary, USA 2018)
Regie: Ari Aster
Drehbuch: Ari Aster
mit Toniy Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff, Milly Shapiro, Ann Dowd
Womit habe ich das verdient? (¿Qué he hecho yo para merecer esto?, Spanien 1984)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Gloria hat es nicht leicht mit ihrem despotischen Ehemann und ihren missratenen Kindern. Als ihr Mann für einen Besuch bei seiner Ex-Geliebten ein gebügeltes Hemd verlangt, reicht es ihr. Sie erschlägt ihn mit einer Schinkenkeule…
Das Ensemblestück ist ein Frühwerk von Almodóvar, das bei uns sogar 1991 im Kino lief und dann in der Versenkung verschwand. Im Fernsehen wurde die Komödie gut zwanzig Jahre nicht ausgestrahlt.
„Obwohl die vorliegende Proletarierstudie von 1984 weder in Tempo noch in satirischer Schärfe mit den neueren Filmen mithalten kann, lässt sie doch schon Almodóvars eigenwillige Handschrift erkennen, so seinen Hang zu schrillen Farben und sexuellen Extravaganzen. Der beste Einfall in dieser lahmen Außenseitergroteske, die ihre Ideenarmut mit zahlreichen Nebenhandlungen zu kaschieren sucht, ist der absurde Plan, gefälschte Hitler-Tagebücher herzustellen.“ (Fischer Film Almanach 1992)
mit Carmen Maura, Angel de Andrés López, Chus Lampreave, Verónica Forqué, Kiti Manver
In den vergangenen Jahrzehnten drehte Wim Wenders neben seinen Spielfilmen etliche Dokumentarfilme über Künstler, die er bewundert. Wie den Regisseur Nicholas Ray in „Nick’s Film – Lightning Over Water“, den Modeschöpfer Yohji Yamamoto in „Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten“, und, zuletzt, den Fotografen Sebastião Salgado in „Das Salz der Erde“. Ein Welterfolg war „Buena Vista Social Club“. In dem Film beobachtet er, wie Ry Cooder und kubanische Musiker eine CD aufnehmen, die sich später wie geschnitten Brot verkauft. Wenders nähert sich in den Filmen immer feinfühlig, respektvoll und abseits jeglicher kritischer oder enthüllender Attitüde den Porträtierten. Mit seinen Dokumentarfilmen will er anderen Menschen von Künstlern erzählen, deren Werk ihn beeindruckt. In der Hoffnung, dass wir uns dann auch für ihn und sein Werk interessieren. Außerdem ist so ein Filmprojekt eine gute Gelegenheit, viele Stunden in der Nähe des Porträtierten zu verbringen. Abgesehen von „Pina“, einer Hommage an Pina Bausch und ihr Tanztheater, und der Sängerin Omara Portuondo in „Buena Vista Social Club“ porträtierte Wenders in seinen Dokumentarfilmen nur Männer.
Auch in „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ porträtiert er einen Mann und dieser Film zeigt auch die Grenzen seines Ansatzes auf. Er begleitet Papst Franziskus, das amtierende Oberhaupt der katholischen Kirche, bei seinen Reisen und führte vier längere Gespräche mit ihm. Dafür stellte er über fünfzig universelle Fragen zusammen, die wahrscheinlich viele Menschen dem Papst stellen würde. Diese Gespräche nahm Wenders mit einem Interrotron auf; einen umfunktionierten Teleprompter der es dem Interviewten ermöglicht, direkt in die Kamera zu blicken. Und so blickt der immer schelmisch lächelnde alte Mann direkt in den Zuschauerraum. Das Material ergänzt Wenders um Aufnahmen aus dem Archiv des vatikanischen Fernsehens Centro Televisivo Vaticano (CTV). Das CTV dokumentiert akribisch, teils mit mehreren Kameras und in guter Qualität, alles, was der Papst tut. Zusätzlich inszenierte Wenders mit Schauspielern einige Szenen aus dem Leben von Franz von Assisi, dem Namenspaten des 1936 in Buenos Aires geborenen Jesuiten Jorge Mario Bergoglio, der Ende 2013 zu Papst Franziskus wurde.
In dem Film entsteht schnell das Bild eines Papstes, der sich, wie Franz von Assisi, wenig um irdische Habseligkeiten kümmert. Er will die Botschaft des Herrn verkünden, den Armen helfen, für Frieden sorgen und die Schöpfung retten. Er ist den Menschen zugewandt. Er predigt. Er redet. Er sagt viele sehr vernünftige Sätze. Er reist rastlos um die Welt. Immer wieder sehen wir ihn mit flatterndem Gewand, von hinten aufgenommen, im fahrenden Papamobil stehend, die vorbeihuschenden Massen segnend, auf seiner rastlosen Reise um die Welt, um diese mit dem Handauflegen und Reden zu einem besseren Platz zu machen. Dabei entdeckt er einmal sogar in der Menschenmenge eine Ordensschwester, die er von früher kennt. Spontan wechselt er einige Worte mit ihr. Für den Film wurde sie ausfindig gemacht und Schwester Eufemia ist jetzt die einzige Person in dem Film, die neben dem Papst etwas sagt.
In „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ ist der Papst ein von seiner Mission getriebener Mann, der offenherzig auf andere Menschen zugeht, der mit dem Wort Gottes für eine bessere Welt predigt, der sich für die Verständigung zwischen den Religionen einsetzt und der die katholische Kirche reformieren will.
Er ist das Oberhaupt einer Weltreligion, eines riesigen Wirtschaftsunternehmens und einer über beträchtlichen politischen Einfluss verfügenden Organisation. Er redet nicht nur, er kann auch Menschen mobilisieren und Veränderungen herbeiführen. Ob und inwiefern er das versucht und wie erfolgreich er dabei ist, wird in „Papst Franziskus“ nicht thematisiert. Der Film interessiert sich auch nicht für die Gegner von Papst Franziskus. Denn Papst Franziskus hat innerparteiliche Kritiker und Feinde. Vor allem unter den konservativen Christen.
Wenders geht in seinem Papstporträt darauf nicht ein. Es interessiert ihn nicht. Jedenfalls nicht im Rahmen eines Wenders-Dokumentarfilms, der sich nicht durch kritische Distanz, sondern durch hemmungslose Empathie für den Porträtierten auszeichnet.
Aber ein Film über den Papst muss auch über den Einfluss der Kirche auf die Welt und die Konflikte innerhalb der Kirche sprechen.
Diese fehlende politische Dimension, die in Wenders‘ anderen Dokumentarfilmen nicht weiter auffiel, ist hier eine Leerstelle, die die Grenzen der Methode Wenders aufzeigt. Ein Papst kann nicht nur als Gläubiger porträtiert werden. Er muss, vor allem ein so politischer Papst wie Papst Franziskus, auch als Homo Politicus gezeigt werden und dann muss gezeigt werden, wie er versucht, seine Ziele zu erreichen (und da sind salbungsvolle Worte, wenn sie nicht mit Taten unterfüttert werden, nur salbungsvolle Worte) und gegen welche Widerstände, vor allem natürlich institutionelle Widerstände, er dabei kämpfen muss und wie er damit umgeht. Denn Franziskus ist wegen seiner liberalen Agenda bei konservativen Katholiken, höflich formuliert, sehr umstritten.
Am Ende ist „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ nur ein Werbefilm der katholischen Kirche für die katholische Kirche ist. Gut gemacht, aber auch absolut kritikfrei, entsprechend oberflächlich und mit beschränktem Erkenntnisgewinn. Jedenfalls wenn man von einem Film über einen Papst mit einer politischen Agenda mehr erwartet als eine zweistündige salbungsvolle Sonntagspredigt.
P. S.: Der Titelsong ist „These are the Words“ von Patti Smith und Tony Shanahan.
Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes(Pope Francis: A Man of his Word, Deutschland 2018)
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Wim Wenders, David Rosier
mit Papst Franziskus, Schwester Eufemia, Ignazio Oliva, Carlo Faconetti, Danielle de Angelis
Kanonenboot am Yangtse-Kiang (The Sand Pebbles, USA 1966)
Regie: Robert Wise
Drehbuch: Robert Anderson
LV: Richard McKenna: The Sand Pebbles, 1962 (Die Sandjacken, Das Kanonenboot vom Yangtse-Kiang)
China, 1926: ein US-Kanonenboot gerät zwischen die Fronten des beginnenden chinesischen Bürgerkriegs.
Dreistündiges (mit Werbung gut vierstündiges), damals bei der Kritik und dem Publikum erfolgreiches, für je acht Oscars und Golden Globes nominiertes Epos, das seit Ewigkeiten nicht im TV lief.
„Eine technisch perfekte, eindrucksvolle Großproduktion mit guten Schauspielern.“ (Lexikon des internationalen Films)
„Wise hat den Film so gedreht und den Stoff in so besonders exemplarische Situationen umgesetzt, dass er – sozusagen als Lehrstück – auf Vietnam übertragbar ist. (…) Es gelingt Wise hervorragend, das Lehrstückhafte des Films durch die überzeugende Charakterisierung aller Gestalten, durch einen bestechenden Realismus im Milieu und durch eine völlig entkrampfte Dramaturgie, die nicht von Lehrstück-Situation zu Lehrstück-Situation hastet, mit Leben zu füllen.“ (Eckhart Schmidt, Film 5/1967)
Die nächsten Filme von Steve McQueen waren „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ und „Bullit“.
mit Steve McQueen, Richard Attenborough, Richard Crenna, Candice Bergen, Marayat Andriano, Mako, Larry Gates, Charles Robinson, Simon Oakland, Ford Rainey
April und die außergewöhnliche Welt (Avril e le monde truque, Frankreich/Kanada/Belgien 2016)
Regie: Franck Ekinci, Christian Desmares
Drehbuch: Frank Ekinci, Benjamin Legrand
LV: Jacques Tardi: L’histoire d’un monde truqué
1941, in einen Steampunk-Europa, verkehrt eine dampfbetriebene Seilbahn zwischen Paris und Berlin und der letzte Krieg ist in dieser von der industriellen Revolution geprägten Welt schon siebzig Jahre her. Weil einige Wissenschaftler verschwanden, wurden saubere Elektroantriebe nie erfunden. Da stoßen die junge April und ihr mutierter Kater auf der Suche nach ihren verschwundenen Wissenschaftler-Eltern auf etwas, das das Verschwinden der Wissenschaftler erklären könnte.
TV-Premiere eines SF-Trickfilms, für den Comickünstler Jacques Tardi die Vorlage schrieb und die Design-Bibel entwarf.
„einfallsreiche Ästhetik mit einer vielschichtigen Geschichte“ (Lexikon des internationalen Films)
Davor, um 21.50 Uhr, zeigt Arte den auf der Geschichte von George Orwell basierenden Trickfilmklassiker „Aufstand der Tiere – Animal Farm“ (Großbritannien 1954). Und danach, um 00.45 Uhr, den Trickfilm „Tod eines Genossen“ (Frankreich 2017).
Armeen im Griff der Konzerne: Verteidigung als Geschäft(Deutschland 2018)
Regie: Jutta Pinzler
Drehbuch: Jutta Pinzler
Als Teil des Arte-Themenabends „Krise als Geschäft“: eine spielfilmlange Doku die Verstrickungen der deutschen und französischen Streitkräfte mit privaten Firmen und welche Folgen das haben kann.
„Wie viel Outsourcing verträgt das staatliche Gewaltmonopol und was heißt das für die demokratische Kontrolle militärischer Aktionen? Unsere Autoren hatten Zugang zur französischen Armee und der Bundeswehr, konnten bei Übungen und Auslandseinsätzen wie in Afghanistan drehen und Verantwortliche aus Politik, Armee und Industrie mit ihren Recherchen konfrontieren. Die investigative Dokumentation legt offen, wie weit die Privatisierung bereits fortgeschritten ist, wie eng die Verbindungen zur Rüstungsindustrie sind und welche fatalen Folgen diese Verstrickungen in der Zukunft haben könnten.“ (Arte)
In den USA spricht man schon lange von einem ‚militärisch-industriellem Komplex‘, der einen starken Einfluss auf die Politik hat.