Neu im Kino/Filmkritik: „M3GAN 2.0“ – ein Killer-Upgrade für den Roboter

Juni 26, 2025

Natürlich führt ein fehlgesteuerter Roboter nicht zur Abschaltung aller Roboter und natürlich ist es bei KI-Roboter unklar, ob der Fehler auf einer falschen Programmierung, unklaren Anweisungen oder einem erwachendem KI-Bewusstsein beruht. Deshalb wurde nach dem Ende des Horrorfilms „M3GAN“ auch munter weitergeforscht in der Realität und in der Filmrealität. In der jetzt im Kino anlaufenden Fortsetzung „M3GAN 2.0“ sind viele aus dem ersten Film bekannte Namen vor und hinter der Kamera, wie Regisseur Gerard Johnstone, wieder dabei. Aber sie erzählen nicht die Geschichte des ersten Films noch einmal. Stattdessen wird, wie bei den Fortsetzungen von „Terminator“ oder „Alien“, eine neue Geschichte erzählt, die in der im ersten Film etablierten Welt spielt. Bei „M3GAN 2.0“ wird aus dem Bösewicht des ersten Film eine Retterin und aus einem Horrorfilm ein Actionfilm.

In „M3GAN 2.0“ ist Amelia der Bösewicht. Sie ist eine weiterentwickelte Version von M3GAN. Während einer Mission im Nahen Osten bringt sie den Mann um, den sie hätte retten sollen. Ihre Erschaffer und deren Auftraggeber wollen das fehlgeschlagene militärische Einsatzmittel umgehend deaktivieren. Das funktioniert nicht. Amelia taucht unter und die Suche nach ihr beginnt.

Helfen soll den Verfolgern bei ihrer Jagd nach der untergetauchten KI die Erfinderin Gemma.

Und schon ist, wie in einem Privatdetketivkrimi oder einer James-Bond-Geschichte, die Prämisse ausformuliert.

Gemma ist die Wissenschaftlerin, die in „M3GAN“ die kleinmädchenhaft aussehende KI-Roboterfrau M3GAN (deren unnatürliche Tanzbewegungen damals mit der Veröffentlichung des ersten Filmtrailers zu einem Internetphänomen wurden) zusammenbaute und programmierte, ihre Nichte Cady zu beschützen. Das entwickelte sich anders, als von ihr erwartet und führte, mehr oder weniger, zu M3GANs Vernichtung.

Ein Rüstungskonzern stahl, wie der leicht verlottert aussehende FBI-Agent Sattler, Gemma erklärt, die M3GAN-Baupläne und modifizierte sie leicht zu dem tödlichen KI-Killerroboter Amelia. Dummerweise denkt Amelia seit ihrem Test im Feld nicht mehr daran Befehle zu verfolgen. Stattdessen bringt sie jetzt alle Menschen um, die etwas mit ihrer Erschaffung zu tun haben.

Die einige wilde Haken schlagende Jagd von Gemma, ihrer zwölfjährigen Nichte Cady und, in verschiedenen Körpern, M3GAN nach Amelia sorgt dann für zwei unterhaltsame Kinostunden mit einigen Witzen, vor allem wenn Mensch und Maschine aufeinander stoßen und munter chargiert wird, und etwas übertriebener Action. Denn Roboter oder von KIs gesteuerte Menschen können Bewegungen ausführen, die Menschen normalerweise so nicht machen würden. Und, wie ein nächtlicher Einbruch in Gemmas Haus zeigt, können elektrische Geräte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung eines Hauses spielen.

Mit zwei Stunden Laufzeit ist „M3GAN 2.0“ für ein B-Picture etwas lang geraten. Da wird dann ziemlich oft durch die Gänge einer unterirdischen Anlage gerannt, Szenen über Gebühr gestreckt, durchaus witzige, die Story nicht wesentlich voranbringende Subplots eingefügt, M3GAN muss vor Publikum tanzen und die Künstlichen Intelligenzen können schwuppdiwupp ihre Wirtskörper wechseln. Diese reagieren dann anders als erwartet.

Außerdem hat „M3GAN 2.0“ nicht mehr den Überraschungseffekt des Vorgängers „M3GAN“. In dem Horrorfilm nimmt eine KI-Puppe die Anweisung, ihre Schutzbefohlene zu beschützen etwas zu wörtlich. Sie interpretiert menschliches Verhalten falsch und bringt bedrohliche Menschen und einen Hund um. Dabei sieht M3GAN immer wie ein Schulmädchen aus. Das war Horror mit etwas Kapitalismus- und Technikkritik.

M3GAN 2.0“ ist dann primär ein Actionfilm. Und, wie in „Terminator 2“, wird hier aus der bösen M3GAN des ersten Films eine gute M3GAN, die nicht mehr nur stumpf ihrer Programmierung folgt, sondern sie kreativ interpretiert und auch moralische Regeln befolgt. Fast wie ‚Hit-Girl‘ Mindy McCready.

M3GAN 2.0 (M3GAN 2.0, USA 2025)

Regie: Gerard Johnstone

Drehbuch: Gerard Johnstone (basierend auf einer Geschichte von Gerard Johnstone und Akela Cooper)

mit Amie Donald, Jenna Davis (im Original: Stimme von M3GAN), Allison Williams, Violet McGraw, Aristotle Athari, Brian Jordan Alvarez, Timm Sharp, Jen Van Epps, Ivanna Sakhno

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „M3GAN 2.0“

Metacritic über „M3GAN 2.0“

Rotten Tomatoes über „M3GAN 2.0“

Wikipedia über „M3GAN 2.0“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Gerad Jonstones „M3GAN“ (M3GAN, USA 2022)


TV-Tipp für den 26. Juni: Passages

Juni 25, 2025

BR, 23.15

Passages (Passages, Frankreich 2023)

Regie: Ira Sachs

Drehbuch: Mauricio Zacharias, Ira Sachs

Filmregisseur Tomas (Franz Rogowski) lebt seit fünfzehn Jahren mit Martin (Ben Whishaw) zusammen. Eines Tages beginnt Tomas mit Agathe (Adéle Exarchopoulos) eine Affäre – und schon beginnt das Liebesdrama.

TV-Premiere. Stellvertretend für die vielen euphorischen Besprechungen: „überzeugend gespieltes Drama über den schmalen Grat zwischen Freiheitsdrang und Egoismus“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mit Franz Rogowski, Ben Whishaw, Adéle Exarchopoulos, Erwan Kepoa Falé, Arcadi Radeff

Hinweise

Rotten Tomates über „Passages“

Wikipedia über „Passages“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 25. Juni: Der schmale Grat

Juni 24, 2025

Kabel 1, 00.50

Der schmale Grat (The Thin Red Line, USA 1998)

Regie: Terrence Malick

Drehbuch: Terrence Malick

LV: James Jones: The Thin Red Line, 1962 (Insel der Verdammten)

1942 soll eine US-Infanterieeinheit auf der Salomonen-Insel Guadalcanal im Pazifischen Ozean einen von den Japanern besetzten, stratetgisch wichtigen Hügel einnehmen.

Kriegsfilm im Malick-Stil: definitiv kein gewöhnlicher Kriegsfilm, sondern eine epische Meditation und ein verschwenderisches Aufgebot an Stars in teilweise nur kürzesten Auftritten. Von anderen bekannten Schauspielern wurden die gefilmten Szenen nicht in den fertigen Film übernommen und andere Schauspieler, für die Malick Rollen schrieb, sagte er vor dem Dreh ab.

mit Sean Pean, Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, George Clooney, John Cusack Woody Harrelson, Elias Koteas, Jared Leto, Tim Blake Nelson, Nick Nolte, John C. Reilly, John Savage, John Travolta

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der schmale Grat“

Wikipedia über „Der schmale Grat“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „To the Wonder“ (To the Wonder, USA 2012)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Knight of Cups“ (Knight of Cups, USA 2015)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Song to Song“ (Song to Song, USA 2017)

Meine Besprechung von Terrence Malicks „Ein verborgenes Leben“ (A hidden life, Deutschland/USA 2019)

Meine Besprechung von Dominik Kamalzadeh/Michael Peklers “Terrence Malick” (2013)

Terrence Malick in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. Juni: Verräter wie wir

Juni 23, 2025

ZDF, 00.45

Verräter wie wir (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Regie: Susanna White

Drehbuch: Hossein Amini

LV: John le Carré: Our Kind of Traitor, 2010 (Verräter wie wir)

Während eines Urlaubs in Marrakesch lernen der rundum harmlose Oxford-Dozent für Poesie Perry und seine Frau Gail den feierwütigen Dima, der immer von einem Hofstaat begleitet wird, kennen. Dima bittet Perry um einen Gefallen. Er soll dem MI6 einen USB-Stick mit Daten überbringen. Denn Dima, der ein Geldwäscher für die Russenmafia ist, fürchtet um sein Leben und Perry und Gail sollen ihm den Weg in die Sicherheit ebnen.

Der ruhige Thriller ist eine weitere gelungene John-le-Carré-Verfilmung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Damian Lewis, Naomie Harris, Jeremy Northam, Khalid Abdallah, Mark Gatiss, Saskia Reeves, Alicia von Rittberg, John le Carré (sein Genehmigungs-Cameo)

Die Vorlage

John le Carré: Verräter wie wir

(übersetzt von Sabine Roth)

Ullstein, 2016 (für die Filmausgabe)

416 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Ullstein, 2010

Originalausgabe

Our Kind of Traitor

Viking, London, 2010

Hinweise

Moviepilot über „Verräter wie wir“

Metacritic über „Verräter wie wir“

Rotten Tomatoes über „Verräter wie wir“

Wikipedia über „Verräter wie wir“ (deutsch ,englisch)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 23. Juni: Alles über Eva

Juni 22, 2025

Arte, 20.15

Alles über Eva (All about Eve, USA 1950)

Regie: Joseph L. Mankiewicz

Drehbuch: Joseph L. Mankiewicz

LV: Mary Orr: The Wisdom of Eve (1946, Kurzgeschichte)

Klassiker über überbordendes Fantum: Der Theaterstar Margo Channing (Bette Davis) nimmt Eve Harrington (Anne Baxter), die behauptet, ihr größter Fan zu sein, bei sich auf. Schnell wird Eve zu einer Gefahr für ihrer Karriere.

„‚All about Eve‘ zählt zu den bedeutendsten Filmen, die je gedreht worden sind.“ (Michael Conway/Mark Ricci: Marilyn Monroe und ihre Filme, 1980)

Gute Schauspieler, gute Dialoge, gute Geschichte und Marilyn Monroe, am Beginn ihrer Karriere, in einer kleinen Rolle. Und Arte zeigt diesen Klassiker zu einer guten Uhrzeit. Was will man mehr?

mit Bette Davis, Anne Baxter, George Sanders, Celeste Holm, Gary Merrill, Hugh Marlowe, Thelma Ritter, Marilyn Monroe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Alles über Eva“ (99 %, „a Hollywood classic that only improves with age“)

Wikipedia über „Alles über Eva“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 22. Juni: Jackie Brown

Juni 21, 2025

Arte, 20..15

Jackie Brown (Jackie Brown, USA 1997)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

LV: Elmore Leonard: Rum Punch, Jackie Brown, 1992 (Jackie Brown)

Stewardess Jackie Brown hat Probleme mit der Polizei und dem Gangster Ordell, der sein Schwarzgeld-Konto mit Jackies Hilfe auflösen will.

Tarantinos sehr werkgetreue Huldigung von Leonard und Pam Grier: cool (Leonards Dialoge!), etwas langatmig (Warum muß jedes Lied ausgespielt werden? Warum bemüht sich Tarantino so krampfhaft, die Antithese zu Pulp Fiction zu drehen? Warum nicht 20 Minuten kürzer?) und mit Starbesetzung (Robert de Niro, Samuel L. Jackson, Bridget Fonda, Robert Foster, Michael Keaton, Chris Tucker)

Von Leonards Homepage: „When Quentin Tarantino was a kid, he stole a copy of Elmore Leonard’s The Switch and got caught. Unrepentant, he later went back to the same store and stole the book again. Elmore Leonard was a beacon, lighting the direction that he would soon take in his films. He wrote a movie directed by Tony Scott called True Romance which he said was “an Elmore Leonard novel that he didn’t write.” It certainly was an homage; it even opens in Detroit. After Reservoir Dogs came out, Elmore wrote Rum Punch which reprises the three main characters from Tarantino’s shoplifted book, The Switch. Tarantino read it and wanted to buy it but didn’t have the money. Elmore and his agent, Michael Siegel, offered to hold it for him. When he finally did acquire the book and moved forward on the Rum Punch film project, Tarantino did not contact Elmore Leonard for a long time. When he did, he confessed a reluctance to call sooner. Elmore said, “Why, because you changed the name of my book and cast Pam Grier in the lead?” No worry. Elmore was down with that. He said, “That’s Ok, just make a good movie.” And Quentin did.

Jackie Brown is Elmore Leonard on the screen. Taking nothing away from Get Shorty and Out of Sight, Tarantino’s manic absorption of Elmore’s essence comes through in a way that only he could pull off especially for a long movie. The acting, the direction, the dialog are all great. There are so many great bits, especially with Jackson, De Niro, Chris Tucker and Bridget Fonda; and then there’s Hattie Winston as Simone the Supreme. Jackie Brown is the Elmore Leonard experience.“

Anschließend, um 22.45 Uhr, zeigt Arte Tara Woods informative spielfilmlange Dokumentation „Tarantino – The Bloody Genius“ (QT8: The First Eight; 21 Years: Quentin Tarantino, USA 2019).

Wiederholung: Donnerstag, 26. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über “Jackie Brown”

Rotten Tomatoes über “Jackie Brown”

Wikipedia über “Jackie Brown” (deutsch, englisch)

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos “Django Unchained” (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leoanrds “Raylan” (Raylan, 2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards “Raylan” (2012)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Dschibuti“ (Djibouti, 2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Meldung von Elmore Leonards Tod

Elmore Leonard in der Kriminalakte

 


Neu im Kino/Filmkritik (kurz): „Wilhelm Tell“ und die Sache mit dem Apfel

Juni 21, 2025

Wie kam es dazu, dass Wilhelm Tell den Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen musste? Die Antwort liefert natürlich Friedrich Schillers Theaterstück. Oder jetzt Nick Hamms Film, der Schillers Stück als Rahmen für seine Adaption bezeichnet.

Hamm veränderte einige Figuren und er ignorierte die Begrenzungen einer Theaterbühne zugunsten eines Drehs vor Ort in Südtirol und breitwandiger Kampfszenen.

Das Ergebnis ist ein okayer, traditioneller Abenteuerfilm über einen ehemaligen Kreuzritter, der 1307 in der Schweiz auf seinem Hof in der Nähe von Altdorf ein friedvolles Leben mit seiner Frau und seinem Sohn führen möchte. Aber die Umstände sind nicht so. Vor allem Gessler, der Statthalter des österreichischen Hauses Habsburg, versteht seine Aufgabe, die Unterwerfung der Schweizer, als Blankoscheck für die hemmungslose Anwendung von Gewalt und repressiver Methoden. Für ihn ist nur ein toter Schweizer ein guter Schweizer.

Wilhelm Tell (Wilhelm Tell, Großbritannien/Italien/Schweiz/USA 2024)

Regie: Nick Hamm

Drehbuch: Nick Hamm (basierend auf dem Stück von Friedrich Schiller)

mit Claes Bang, Connor Swindells, Golshifteh Farahani, Jonah Hauer-King, Ellie Bamber, Rafe Spall, Emily Beecham, Jonathan Pryce, Ben Kingsley

Länge: 134 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Wilhelm Tell“

Metacritic über „Wilhelm Tell“

Rotten Tomatoes über „Wilhelm Tell“

Wikipedia über „Wilhelm Tell“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Juni: Once upon a Time in…Hollywood

Juni 20, 2025

ZDF, 23.00

Once upon a Time in…Hollywood (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Roman zum Film: Quentin Tarantino: Once upon a Time in Hollywood, 2021 (Es war einmal in Hollywood)

Quentin Tarantions 9. Film. Einige richtige Story hat „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Eigentlich geht es nur um ein entspanntes Abhängen mit TV-Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinem Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), die glorios in ihrem Selbstmitleid ertrinken. Daltons großer Hit, die TV-Westernserie „Bounty Law“, ist schon einige Jahre her, die neuen Rollen sind klein und schlecht und der Vorschlag seines Agenten, in einem Italowestern mitzuspielen, begeistert ih nicht. Das alles spielt 1969 in Hollywood an zwei Tagen im Februar und in einer Nacht im August 1969.

„Once upon a Time in…Hollywood“ ist übervoll mit Anspielungen auf die Hollywood-Geschichte und die damalige Zeit, prächtig ausgestattetet, top besetzt und gespielt, sehr unterhaltsam, aber auch problematisch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit weiteren Clips und der Cannes-Pressekonferenz).

mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar

Hinweise

Moviepilot über „Once upon a Time in…Hollywood“

Metacritic über „Once upon a Time in…Hollywood“

Rotten Tomatoes über „Once upon a Time in…Hollywood“

Wikipedia über „Once upon a Time in…Hollywood“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einige Anspielungen

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über den neuen Pixar-Film „Elio“

Juni 20, 2025

Dieses Mal beginne ich mit einer vielleicht überflüssigen Warnung, die zu einer Empfehlung wird: ich konnte „Elio“ in 3D in der Originalfassung sehen. Ersteres war problematisch. Die 3D-Effekte mit merkwürdig halbtransparent erscheinenden Objekten und im Vordergrund zu schnell durch das Bild huschenden Figuren störten immer wieder den Filmgenuss. Sie wirkten durchgehend falsch. Auch Kollegen, die 3D mögen, bemängelten dies anschließend. Ob das so von den Machern gewünscht war oder ob es bei der Vorführung ein technisches Probleme gab, konnten wir in dem Moment nicht herausfinden. Unabhängig davon rissen mich diese Effekte mich immer wieder aus der Filmgeschichte heraus. In der 2D-Fassung sollte dieses Problem nicht auftreten.

Und nun kommen wir zu dem Film, den ich deswegen nicht so genießen konnte, wie ich wollte.

Im Mittelpunkt steht Elio Solís. Der Elfjährige glaubt, dass es Aliens gibt und er möchte sie unbedingt kontaktieren. Genaugenommen hofft er, dass sie ihn entführen. Denn überall ist es besser als auf der Erde, wo er nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante Olga lebt. Sie ist Major bei der Air Force und auf der Montez Air Base stationiert. Der Stützpunkt gehört zum Weltraumprogramm des Militärs.

Als sie in der Station ein Signal aus dem Weltraum empfangen, das anscheinend von Außerirdischen gesendet wurde, ergreift Elio die Gelegenheit und antwortet.

Die Außerirdischen hören seine Nachricht, halten ihn für den Herrscher der Welt und nehmen ihn überaus freundlich in ihre Welt, das Communiverse, auf. Dort treffen sich Vertreter aller Alien-Arten um über die Zukunft des Universums zu reden, zum Wohl aller zu Forschen und zum geselligen Miteinander. Während Elio noch beim Erkunden dieser Welt ist, wird sie von Lord Grigon besucht. Der bullige Krieger und Herrscher über den Planeten Hylurg möchte Teil des Communiverse werden. Die anderen Mitglieder lehnen das ab. Sie bevorzugen, im Gegensatz zu Grigon, friedliche Lösungen, Zusammenarbeit und Gutherzigkeit. Deshalb verfügen sie auch über keine Mittel, um gegen die Bedrohung vorzugehen.

Spontan erklärt sich der schüchterne und absolut nicht kampferfahrene Elio bereit, gegen Lord Grigon zu kämpfen.

Kurz darauf trifft er auf Grigons Sohn Glordon, der mit den Plänen seines Vaters für seine Zukunft hadert. Denn Glordon möchte kein furchtloser Krieger werden, sondern einen Freund haben.

Elio“ ist ein typischer Pixar-Film. Im Mittelpunkt steht ein Kind, das einen großen Traum hat. Es wird eine phantastische Welt präsentiert, in der es viel zu Entdecken gibt. In „Elio“ gibt es Informationen über die Möglichkeiten außerirdischen Lebens und, wie in jedem Pixar-Film, werden ernste Themen kindgerecht angesprochen, ohne sie unzulässig zu vereinfachen. In diesem Fall geht es um Einsamkeit, den Wunsch, irgendwo dazuzugehören, Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen und andere Menschen, den Umgang mit (vermeintlichen) Gegnern, Zusammenarbeit und friedliche Konflitklösungen. In Teilen kann „Elio“ sogar als gelungene Einführung in die hohe Schule der Diplomatie gesehen werden. Die Botschaft ist überaus sympathisch und zeitlos aktuell. Außerdem basiert „Elio“nicht auf schon bestehenden Werken oder setzt eine Filmreihe fort. Das ist heute, wo kein Franchise sterben darf, eine erwähnenswerte Seltenheit.

Das Ergebnis ist vielleicht nicht der beste Pixar-Film, aber es ist guter Film mit einer begrüßenswerten Botschaft und vielen witzigen Ideen.

Elio (Elio. USA 2025)

Regie: Madeline Sharafian, Domee Shi, Adrian Molina

Drehbuch: Julia Cho, Mark Hammer, Mike Jones, Jesse Andrews (Mitarbeit), Hannah Friedman (Mitarbeit) (nach einer Geschichte von Adrian Molina, Madeline Sharafian, Domee Shi, Julia Cho)

mit (im Original den Stimmen von) Yonas Kibreab, Zoe Saldaña, Remy Edgerly, Brad Garrett, Jameela Jamil, Shirley Henderson, Matthias Schweighöfer

Länge): 98 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Elio“

Metacritic über „Elio“

Rotten Tomatoes über „Elio“

Wikipedia über „Elio“

 


TV-Tipp für den 20. Juni: Tenet

Juni 19, 2025

Pro7, 20.15

Tenet (Tenet, USA 2020)

Regie: Christopher Nolan

Drehbuch: Christopher Nolan

Ein Agent ohne Namen soll den Bösewicht Sator davon abhalten, die Welt wie wir sie kennen, zu vernichten.

Christopher Nolans Version eines James-Bond-Films der Prä-Daniel-Craig-Ära, mit viel (letztendlich überflüssigem) Zeitreise-Bohei. Die Erklärungen, soweit sie überhaupt akustisch verständlich sind, langweilen. Aber die Action begeistert. Auch weil in ihr, dank Zeitreisen, gleichzeitig vorwärts und rückwärts gekämpft wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John David Washington, Robert Pattinson, Kenneth Branagh, Elizabeth Debicki, Dimple Kapadia, Aaron Taylor-Johnson, Michael Caine, Martin Donovan, Fiona Dourif, Yuri Kolokolnikov, Himes Patel, Clémence Poésy

Wiederholung: Sonntag, 22. Juni, 23.50 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Tenet“

Metacritic über „Tenet“

Rotten Tomatoes über „Tenet“

Wikipedia über „Tenet“ (deutsch, englisch)

Nolan Fans (umfangreiche Homepage, auch mit den Drehbüchern zu seinen Filmen)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Interstellar“ (Interstellar, USA/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Dunkirk“ (Dunkirk, USA/Frankreich/Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Tenet“ (Tenet, USA 2020)

Meine Besprechung von Christopher Nolans „Oppenheimer“ (Oppenheimer, USA 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: Naomi Watts, Bill Murray und ihr tierischer „Loyal Friend“

Juni 19, 2025

Wer sich vor dem Kinobesuch die Synopse durchliest, ist wahrscheinlich gewarnt. Trotzdem sage ich es nochmal ganz deutlich: wer sich den Film nur wegen Bill Murray ansehen will, sollte es wahrscheinlich bleiben lassen. Er spielt – überzeugend – einen New Yorker Schriftsteller und er ist auch wichtig für die Filmgeschichte. Ohne seine Rolle gäbe es den Film nicht. Aber sein Auftritt beschränkt sich auf wenige Minuten am Filmanfang und in einigen Rückblenden. Eigentlich ist seine Aufgabe mit seinem Tod erfüllt. Das geschieht wenige Minuten nach dem Filmanfang.

Danach muss ein neuer Besitzer für seine riesige Dogge Apollo gefunden werden. In seinem letzten Willen schrieb Walter, dass Iris (Naomi Watts) Apollo bekommen solle. Sie war seine beste Freundin, er ihr Mentor und er hat sie schon vor längerem mit einer editierten Herausgabe seiner Briefe beauftragt.

Iris lebt in einer kleinen mietpreisgebundenen Wohnung mitten in New York. Trotzdem kann sie Walters letzten Wunsch nicht ablehnen. Sie nimmt Apollo für einige Tage – so glaubt sie – in ihre Obhut. Das riesige, todtraurig in die Welt blickende Vieh besetzt sofort ihr Bett und ihre für sie beiden viel zu kleine Wohnung.

In ihr müssen Apollo und Iris mit ihrer Trauer und ihren Gefühlen über Walters Suizid zurechtkommen.

Das Regieduo Scott McGehee und David Siegel („The Deep End – Trügerische Stille“) inszenierte einen einfühlig-warmherziger Feelgood-Film, der auf dem mit dem National Book Award ausgezeichneten Bestseller „Der Freund“ von Sigrid Nunez basiert. Pedro Almodóvar neuester Film, das leise Sterbehilfedrama „The Room next Door“, basiert ebenfalls auf einem Roman von Nunez.

Getragen wird „Loyal Friend“ von den guten Schauspielern und dem wirklich großen Hund, der schnell die Herzen der Menschen erobert, die er trifft.

Wenn es da nicht das Problem mit der Klausel im Mietvertrag gäbe, die Haustiere verbietet.

Loyal Friend (The Friend, USA 2024)

Regie: Scott McGehee, David Siegel

Drehbuch: Scott McGehee, David Siegel

LV: Sigrid Nunez: The Friend, 2018 (Der Freund)

mit Naomi Watts, Bill Murray, Sarah Pidgeon, Carla Gugino, Constance Wu, Noma Dumezweni, Ann Dowd, Tom McCarthy (Regisseur)

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Loyal Friend“

Metacritic über „Loyal Friend“

Rotten Tomatoes über „Loyal Friend“

Wikipedia über „Loyal Friend“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „28 Years later“ und der Rage-Virus tobt immer noch durch England

Juni 19, 2025

Wie geht die Geschichte mit dem Rage-Virus weiter? Nach seinem Ausbruch aus einem Labor infizierte er rasend schnell die in Großbritannien lebenden Menschen, die Sekunden später in blinder Raserei andere Menschen töteten. Genaugenommen waren sie keine ‚rennenden Zombies‘, aber letztendlich wurden sie 2002 vom Kinopublikum so wahrgenommen. Es wurde tiefgründig darüber diskutiert, ob Zombies immer langsam auf ihre Opfer zuschlurfen müssen oder sie auch rennen können. Und was bedrohlicher ist.

Der von Danny Boyle nach einem Drehbuch von Alex Garland rüde inszenierte Horrorfilm „28 Days later“ trug, neben der von Robert Kirkman und Tony Moore erfundenen Comicserie „The Walking Dead“ (die später zu einer langlebigen TV-Serie mit mehreren Ablegern wurde), zu einer Wiederbelegung des Zombies in der populären Kultur bei. 2007 folgte mit „28 Weeks later“ eine von Juan Carlos Fresnadillo nach einem Drehbuch von ihm, Rowan Joffé, Enrique López Lavigne und Jesús Olmo inszenierte eigenständige Fortsetzung.

Seitdem gab es immer wieder Gespräche über eine mögliche Fortsetzung.

Die gibt es jetzt. Danny Boyle und Alex Garland sind wieder dabei. Nach zwei Einzelfilmen ist ihr Film als Beginn einer Trilogie angekündigt, über deren Inhalt wenig bekannt, aber einiges erahnbar ist. Den Auftakt macht jetzt „28 Years later“.

Wie der Titel schon verrät, spielt der Film 28 Jahre nach dem Ausbruch des Rage-Virus. Großbritannien steht immer noch unter Quarantäne. Im Nordosten von England haben sich einige Menschen auf die Insel Holy Island zurückgezogen. Bei Ebbe können sie zum Festland gehen. Bei Flut treibt die Strömung etwaige Schwimmer in die Nordsee in den Tod. Auf Holy island leben die Menschen wie im 19. Jahrhundert. Eines Tages nimmt Jamie (Aaron Taylor-Johnson) seinen zwölfjährigen Sohn Spike (Alfie Williams) mit auf das Festland. Dort soll er als Initiationsritus einen Infizierten töten. Zurück lassen sie Spikes kranke, zunehmend wahnsinnig werdende Mutter Isla (Jodie Comer).

28 Years later“ ist halb gelungen. Die Schauspieler überzeugen. Die hochenergetische, atemlos-ruppige Inszenierung zwischen wunderschönen Landschaftsaufnahmen, den kontrastreich-ruckelig inszenierten Actionszenen und eingestreuten, oft im ersten Moment nicht zuordenbaren Bildern aus verschiedenen Quellen erinnert an „28 Days later“ und zieht einen in das Filmgeschehen. Die Geschichte ist schwarzhumorig mit popkulturellen Referenzen. Das Leben in der Gemeinschaft und die Welt, in der sie leben, wird in wenigen Szenen etabliert.

Das funktioniert alles, aber es funktioniert besser als Auftakt einer Miniserie als als eigenständiger Spielfilm. Spike ist, so lassen die wenigen vorhandenen Informationen über die geplante Trilogie vermuten, der Protagonist der Trilogie. In der Fortsetzung „28 Years later: The Bone Temple“ ist er wieder dabei. Einige Schauspieler aus dem aktuellen Film und Cillian Murphy, der Protagonist des ersten Films, sind ebenfalls dabei. Nia DaCostas sich in der Postproduktion befindender Film soll im Januar 2026 in den Kinos anlaufen. Boyle soll dann den Abschluss der Trilogie inszenieren. Wann die Dreharbeiten für diesen Film starten, ist unklar. Alex Garland ist der alleinige Autor der Trilogie, die wirklich interessant werden könnte.

Als Serienauftakt besteht der knapp zweistündige Horrorfilm „28 Years later“ aus zwei Episoden. In der ersten Episode soll Spike einen Initiationsritus überstehen. In der zweiten Episode kehrt er mit seiner kranken Mutter auf das Festland zurück. Bei dem Ausflug mit seinem Vater hat er in der Nacht ein Feuer gesehen, das, wie er später erfährt, von Dr. Ian Kelson (Ralph Fiennes), angezündet wurde. Anscheinend wurde Kelson wahnsinnig und baut jetzt Erinnerungsstätten, die aus Totenköpfen errichtet sind. Aber er ist ein ausgebildeter Mediziner und vielleicht kann er, so hofft Spike, seiner Mutter helfen.

Neben diesen beiden Episodengeschichten malen Garland und Boyle die von ihnen geschaffene Dystopie mit weiteren Zombietypen, wie die auf dem Boden herumkriechenden Slow-Lows und die besonders widerstandsfähigen, intelligenten und andere Zombies anführenden Alphas aus. Spike begegnet auch einem jungen Soldaten, der mit seinen Kameraden eine jedenfalls in diesem Film unklar bleibende, für sie tödlich verlaufende Mission ausführen musste.

Es passiert viel in den knapp zwei Stunden, aber trotzdem bleibt Zeit, über den Sinn und Zweck einiger Szenen für die Filmgeschichte, einige Logiklöcher und erzählerische Schlampereien nachzudenken. So sammeln Spike und die anderen Inselbewohner nie ihre handgefertigten Pfeile, mit denen sie die Infizierten töten, ein. Jeder Treffer mit einem Pfeil in den Brustbereich oder Kopf tötet den Infizierten sofort. Die Helden haben sowieso, wie in einem Western, immer genug Pfeile, um die Angreifer abzuwehren. Und sie laufen schneller als die atemberaubend schnell rennenden Zombies. Das Auftauchen des Militärs in einer großen Actionszene wird nie erklärt und könnte umstandlos gestrichen werden. Spike hätte den NATO-Soldaten Erik auch ohne diese Actionszene als einen orientierungslos durch das Land streifenden Mann kennen lernen können. Es wird nicht erklärt, warum 28 Jahre nach dem Ausbruch des Virus immer noch Menschen und Zombies in England leben. Eigentlich müssten sie alle schon lange tot sein. In der offiziellen Synopse wird gesagt, dass die auf dem Festland lebenden Infizierten und Überlebenden mutiert seien und es Geheimnisse, Wunder und Schrecken gebe. Im Film sehen wir davon außer einem Alpha und einem Doktor nicht viel. Da sollte es im nächsten Film mehr Auftritte von mutierten Zombies und Menschen und mehr Informationen über ihr Zusammenleben im ‚dunklen Inneren des Festlandes‘ (so die Synopse) geben.

Bis dahin ist „28 Years later“ der vielversprechende Auftakt einer Trilogie.

28 Years later (28 Years later, Großbritannien/USA 2025)

Regie: Danny Boyle

Drehbuch: Alex Garland

mit Jodie Comer, Aaron Taylor-Johnson, Alfie Williams, Ralph Fiennes, Jack O’Connell, Edvin Ryding

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „28 Years later“

Metacritic über „28 Years later“

Rotten Tomatoes über „28 Years later“

Wikipedia über „28 Years later“ (deutsch englisch)

Meine Besprechung von Danny Boyles „Trance – Gefährliche Erinnerung“ (Trance, GB 2013)

Meine Besprechung von Danny Boyles „Steve Jobs“ (Steve Jobs, USA 2015)

Meine Besprechung von Danny Boyles „T2 Trainspotting“ (T2 Trainspotting, Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Alex Garlands „Ex Machina“ (Ex Machina, USA/Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Alex Garlands Jeff-VanderMeer-Verfilmung „Auslöschung“ (Annihilation, USA 2018)

Meine Besprechung von Alex Garlands „Men – Was dich sucht, wird dich finden“ (Men, Großbritannien 2022)

Meine Besprechung von Alex Garlands „Civil War“ (Civil War, USA 2024)

Meine Besprechung von Alex Garland/Ray Mendozas „Warfare“ (Warfare, USA/Großbritannien 2025)


TV-Tipp für den 19. Juni: Jurassic Park

Juni 18, 2025

Während Kabel 1 einen „Der weiße Hai“-Marathon präsentiert, können wir als Vorbereitung für Gareth Edwards‘ „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (Kinostart: 2. Juli 2025) noch einmal den ersten Film der Reihe ansehen:

Vox, 20.15

Jurassic Park (Jurassic Park, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Michael Crichton, David Koepp

LV: Michael Crichton: Jurassic Park, 1990 (DinoPark, Jurassic Park)

Milliardär John Hammond will einigen Wissenschaftlern vor der großen Eröffnung seinen neuen Vergnügungspark präsentieren. Auf einer Tropeninsel hat er ein Disneyworld mit echten Dinosauriern erschaffen. Dummerweise geht bei der Präsentation etwas schief und die Dinos beginnen die Menschen über die Insel zu jagen.

Unglaublich erfolgreiche Bestsellerverfilmung mit mehreren direkten Fortsetzungen. Sensationell waren damals die am Computer entstandenen Dinosaurier; wobei Spielberg sich auch auf bewährtes Trickhandwerk verließ.

mit Sam Neill, Laura Dern, Jeff Goldblum, Richard Attenborough, Bob Peck, Martin Ferrero, B. D. Wong, Samuel L. Jackson

Wiederholung: Freitag, 20. Juni, 22.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Jurassic Park“

Wikipedia über „Jurassic Park“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Fabelmans“ (The Fabelmans, USA 2022)

Steven Spielberg in der Kriminalakte

Meine Besprechung von David Koepps „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ (Mortdecai, USA 2015)

Meine Besprechung von David Koepps „Cold Storage – Es tötet“ (Cold Storage, 2019)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (Jurassic World: Dominion, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Ina Weisses stilles Drama „Zikaden“

Juni 18, 2025

So ungefähr in der Mitte eines Films frage ich mich oft, was bisher geschah. Also was würde ich einem Freund über den Film erzählen, wenn in dem Moment die Vorführung abbricht. Und was würde ich sagen, wenn er mich fragten würde, ob ich den Film empfehlen könnte. Das ist, zugegeben, ein etwas unzuverlässiger Test – so gibt es in dem Moment bei einem Rätselkrimi nur den Mord und viele Verdächtige, die in mühseliger Kleinarbeit von dem Ermittler befragt werden. Aber auch bei einem Rätselkrimi weiß ich in dem Moment, um was es in dem Film geht. Also wer die Hauptperson(en) sind und welches Problem behandelt und gelöst werden muss. Schließlich steht am Ende des Films die Enttarnung des Mörders.

In „Zikaden“ ist bis zu diesem Moment einiges passiert, aber es handelt sich immer noch um weitgehend unverbundene Szenen, bei denen unklar ist, wohin sie führen könnten. Damit verbunden ist die Frage, was mir die einzelnen Szenen sagen sollen, also wie sie die Geschichte voranbringen oder ob sie, egal wie gut sie gespielt und inszeniert sind, ersatzlos gestrichen werden könnten.

In dem Film geht es um die 48-jährige Isabell (Nina Hoss), die sich vor allem um ihre zunehmend pflegebürftigen Eltern kümmert. Ihr Vater sitzt seit über vierzig Jahren halbseitig gelähmt und mit einer schweren Sprachstörung im Rollstuhl. Davor arbeitete er als Architekt an großen Bauprojekten und er scheint eine milde Bauhaus-Ästhetik zu bevorzugen. Seine Frau hat die normalen Gebrechen, die es in dem Alter gibt. In Berlin leben sie in einer großen Wohnung. Immer ist ein von Isabell engagierter ausländischer Pfleger bei ihnen.

Isabell möchte deren in der Nähe von Berlin liegendes großes, von ihrem Vater geplantes und stilecht eingerichtetes Wochenendhaus verkaufen. Es steht die meiste Zeit leer und vergammelt. Aber ihr Vater will das Haus, das sie nur in Begleitung aufsuchen können, nicht verkaufen.

In der brandenburgischen Provinz trifft Isabell im Sommer auf die in der Nähe von dem elterlichen Wochenendhaus lebende Anja (Saskia Rosendahl). Sie ist eine alleinerziehende Nachbarin, die von Aushilfstätigkeit zu Aushilfstätigkeit hüpft und sich kaum um ihre Tochter Greta kümmern kann. Das Kind verbringt ihre Freizeit mit einigen etwas älteren Jungen, die sich wie vorpubertäre Halbstarke benehmen. Nachdem Anja aus einer Kantine entlassen wurde, nimmt sie eine Arbeit auf einer Bowlingbahn an.

Isabell ist außerdem mit einem nur französisch sprechendem Architekten (Joah, das ist Berlin. Da lebt man seit Ewigkeiten in der Stadt und lernt weder berlinerisch noch deutsch, weil es auch ohne geht.) verheiratet. In ihrer Ehe kriselt es. Irgendwie. Sie werfen sich in der zweiten Filmhälfte vor, wer wann ein Kind wollte oder nicht wollte. In jedem Fall sind sie nicht mehr so verliebt, wie am ersten Tag. Mehr ist nicht geklärt und wird in dem Drama auch nicht wirklich geklärt.

Aus diesen Szenen entwickelt sich letztendlich für alle Figuren eine milde, mehr diffuse als definitive Neubestimmung ihres Lebens, präsentiert mit vielen Andeutungen und Leerstellen, die fast beliebig gefüllt werden können.

Weitere Interpretationsmöglichkeiten eröffnen sich mühelos, wenn man erfährt, dass Isabells Eltern von Ina Weisses Eltern gespielt werden.

Das ist gut gespielt, feinfühlig inszeniert, aber auch erschreckend ziellos. Am Ende hatte ich nicht das Gefühl, einen Film mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende gesehen zu haben. Stattdessen war es eher, als hätte man mir einige Seiten aus Tagebüchern gegeben. Deshalb ist das Schlussbild nicht das Ende einer Erzählung, sondern einfach nur ein schönes, friedliches und harmonisches Bild ohne weitere Bedeutung.

Zikaden (Deutschland 2025)

Regie: Ina Weisse

Drehbuch: Ina Weisse

mit Nina Hoss, Saskia Rosendahl, Vincent Macaigne, Thorsten Merten, Inge Weisse, Rolf Weisse

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Zikaden“

Moviepilot über „Zikaden“

Rotten Tomaotes über „Zikaden“

Wikipedia über „Zikaden“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Zikaden“


TV-Tipp für den 18. Juni: Kursk

Juni 17, 2025

Arte, 20.15

Kursk (Kursk, Belgien/Frankreich/Norwegen 2018)

Regie: Thomas Vinterberg

Drehbuch: Robert Rodat

LV: Robert Moore: A Time to Die: The Untold Story of the Kursk Tragedy, 2002 (aktualisierte Neuausgabe unter „Kursk“)

Angenehm unpathetische Rekonstruktion der Tragödie der „Kursk“. Im August 2000 explodiert in dem russischen U-Boot ein Torpedo. Die meisten Besatzungsmitglieder sterben sofort. 23 Männer überleben die Explosion und kämpfen anschließend um ihr Leben, während die Rettungsaktionen erschreckend langsam anlaufen und das russische Militär internationale Hilfe ablehnt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Matthias Schoenaerts, Léa Seydoux, Peter Simonischek, August Diehl, Max von Sydow, Colin Firth, Bjarne Henriksen, Magnus Millang, Artemiy Spiridonov, Joel Basman, Matthias Schweighöfer, Pernilla August, Martin Brambach

Wiederholung: Freitag, 20. Juni, 14.00 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Kursk“

Metacritic über „Kursk“

Rotten Tomatoes über „Kursk“

Wikipedia über „Kursk“ und die Kursk (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Vinterbergs „Am grünen Rand der Welt“ (Far from the Madding Crowd, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Thomas Vinterbergs „Die Kommune“ (Kollektivet, Dänemark 2016)

Meine Besprechung von Thomas Vinterbergs „Kursk“ (Kursk, Belgien/Frankreich/Norwegen 2018)


TV-Tipp für den 17. Juni: Der Anruf

Juni 16, 2025

Tele 5, 22,30

Der Anruf (All the old knives, USA 2022)

Regie: Janus Metz

Drehbuch: Olen Steinhauer

LV: Olen Steinhauer: All the old knives, 2015 (Der Anruf)

Vor acht Jahren endete in Wien eine Flugzeugentführung mit dem Tod von allen hundertzwanzig Passagieren. Jetzt soll CIA-Agent Henry Pelham herausfinden, ob seine damalige Kollegin und Freundin Celia Harrison (im Buch Favreau) den Entführern entscheidende Informationen gab. Sie treffen sich in einem Restaurant zu einem Abendessen.

Dialoglastiger Agententhriller, schön gefilmt, top besetzt, aber auch nur überschaubar spannend.

mit Chris Pine, Thandiwe Newton, Laurence Fishburne, Jonathan Pryce, Corey Johnson

Wiederholung: Mittwoch, 18. Juni, 03.10 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

Olen Steinhauer: Der Anruf

(übersetzt von Friedrich Mader)

Blessing, 2016

272 Seiten

9,99 Euro (E-Book)

Originalausgabe

All the old knives

Minotaur Books, New York, 2015

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Anruf“

Wikipedia über „Der Anruf“

Meine Besprechung von Janus Metz‘ „Borg/McEnroe“ (Borg/McEnroe, Dänemark/Finnland/Schweden 2017)

Meine Besprechung von Olen Steinhauers „Der Anruf“ (All the old knives, 2015)


TV-Tipp für den 16. Juni: Der Stern des Gesetzes

Juni 15, 2025

Arte, 20.15

Der Stern des Gesetzes (The Tin Star, USA 1957)

Regie: Anthony Mann

Drehbuch: Dudley Nichols (basierend auf einer Geschichte von Barney Slater und Joel Kane)

Früher arbeitete Morg Hickman als Sheriff. Inzwischen ist er ein Kopfgeldjäger. In einem Dorf hilft er dem jungen und unerfahrenen Ortsheriff Ben Owens bei einer Festnahme. Anschließend bittet dieser ihn um Hilfe und Morg wird Bens Lehrer.

Selten gezeigter Western-Klassiker.

Das Drehbuch war für einen Oscar nominiert. Der Film für einen BAFTA.

Anschließend, um 21.45 Uhr, zeigt Arte die knapp einstündige Doku „Krieg und Show – Die Schlacht am Little Bighorn“ (USA 2018).

mit Henry Fonda, Anthony Perkins, Betsy Palmer, Michael Ray, Neville Brand, Lee Van Cleef

Wiederholung: Dienstag, 17. Juni, 16.00 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Stern des Gesetzes“

Wikipedia über „Der Stern des Gesetzes“ (deutsch, englisc


TV-Tipp für den 15. Juni: Warte, bis es dunkel ist

Juni 14, 2025

Früher als gewohnt, weil Arte den Film im hellen Licht des Nachmittags zeigt

Arte, 13.45

Warte, bis es dunkel ist (Wait until dark, USA 1967)

Regie: Terence Young

Drehbuch: Robert Carrington, Jane-Howard Carrington

LV: Frederick Knott: Wait until dark, 1966 (Theaterstück)

Spannendes, auf einem erfolgreichen Theaterstück basierendes Duell zwischen einer Blinden und einem Killer und seinen Komplizen, die in ihrer Wohnung eine mit einem wertvollen Inhalt gefüllte Puppe suchen.

Nach diesem Film zog Audrey Hepburn sich, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, fast zehn Jahre vom Filmgeschäft zurück und zog ihre Kinder groß. Ihr nächster Film war Richard Lesters Robin Hood-Abgesang „Robin und Marian“ (mit Sean Connery).

Terence Young inszenierte einige der besten James-Bond-Filme.

Frederick Knott schrieb auch die Bühenvorlage für Alfred Hitchcocks „Bei Anruf Mord“ (Dial M for Murder, 1954).

Die Musik ist von Henry Mancini.

Mit Audrey Hepburn, Alan Arkin, Richard Crenna, Efrem Zimbalist Jr., Jack Weston, Samantha Jones

Wiederholung: Montag, 23. Juni, 14.00 Uhr

Hinweise

Arte über den Film (der nach der Ausstrahlung auch in der Mediathek ist und nach Einbruch der Dunkelheit angesehen werden kann)

Rotten Tomatoes über „Warte, bis es dunkel ist“

Wikipedia über „Warte, bis es dunkel ist“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. Juni: Vergiftete Wahrheit

Juni 13, 2025

One, 21.45

Vergiftete Wahrheit (Dark Waters, USA 2019)

Regie: Todd Haynes

Drehbuch: Mario Correa, Matthew Michael Carnahan

LV: Nathaniel Rich: The Lawyer Who Became DuPont’s Worst Nightmare (New York Times Magazine, 6. Januar 2016)

Nur aus Gefälligkeit und wegen seiner Großmutter kümmert Wirtschaftsanwalt Rob Bilott („Hulk“ Mark Ruffalo; grandios!) sich um das Problem des aus ihrem Heimatort Parkersburg, West Virginia, kommenden Farmers Wilbour Tennant. Er glaubt, dass sein Vieh von DuPont vergiftet wird. Bilott sieht sich die Akten an – und wird zum schlimmsten Alptraum des Chemiegiganten. Denn DuPont stellt in der Anlage in der Nähe von Tennants Grundstück die krebserregende Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) her. Sie ist ein Bestandteil der Teflonpfanne.

Grandioser Justiz- und Wirtschaftssthriller, der einen wahren David-gegen-Goliath-Kampf erzählt.

Mehr in meiner ausführlichen Kritik.

mit Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Bill Camp, Victor Garber, Bill Pullman, Mare Winningham, William Jackson Harper

Wiederholung: Montag, 16. Juni, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Vergiftete Wahrheit“

Metacritic über „Vergiftete Wahrheit“

Rotten Tomatoes über „Vergiftete Wahrheit“

Wikipedia über „Vergiftete Wahrheit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ „Vergiftete Wahrheit“ (Dark Waters, USA 2019) und der DVD

Eine Expertendiskussion in Hamburg während der Deutschlandpremiere des Films


TV-Tipp für den 13. Juni: Zwei Companeros

Juni 12, 2025

BR, 22.45

Zwei Companeros (Vamos a matar companeros, Italien/Spanien/Deutschland 1970)

Regie: Sergio Corbucci

Drehbuch: Dino Maiuri, Massimo De Rita, Fritz Ebert, Sergio Corbucci

Während der mexikanischen Revolution will „Der Schwede“ Petersen einen Safe knacken. Weil er den Safe nicht knacken kann, will er den von den Amerikanern gefangen gehaltenen Professor Xantos, der die Kombination des Safes kennt, befreien. Und schon ist er, zusammen mit dem revolutionär gesinntem Basken, mitten im Revolutionsgetümmel.

Selten gezeigter Italo-Western, der nie als ernsthafter Beitrag zur politischen Bildung gedacht war.

Gezeigt wird die fast zweistündige Originalfassung. In den deutschen Kinos lief damals eine um 18 Minuten auf 100 Minuten gekürzte, von Rainer Brandt schnoddrig synchronisierte Fassung.

Die Musik ist von Ennio Morricone.

mit Franco Nero, Tomas Milian, Jack Palance, Fernando Rey, Iris Berben, Francisco Bodalo, Karin Schubert

auch bekannt als „Laßt uns töten, Companeros“ (ursprünglicher Kinotitel)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Zwei Companeros“

Wikipedia über „Zwei Companeros“ (deutsch, englisch)