Neu im Kino/Filmkritik: „Das Lehrerzimmer“ als innerschulische Kampfzone

Mai 5, 2023

Sönke Wortmann entschied sich in seinen Lehrerzimmer-Film „Eingeschlossene Gesellschaft“ für die komische Variante. Auch wenn die Lehrer in dem Zimmer als Geisel eingesperrt und mit einer Pistole bedroht wurden. İlker Çatak entscheidet sich in seinem, in der gesamten Schule spielendem, Lehrerfilm „Das Lehrerzimmer“ für die Horrorvariante. Dabei ist der Konflikt am Filmanfang eher klein. Es wurde Geld geklaut. Der Täter ist wahrscheinich ein Schüler. Die Lehrer wollen herausfinden, wer der Dieb ist.

Aber Carla Nowak (Leonie Benesch), der neuen, jungen, überaus engagierten und arg naiven Sport- und Mathematiklehrerin, missfällt die Art des Umgangs mit den Schülern. Subtil werden sie zur Kooperation gezwungen. Einmal sagen die Vertrauenslehrer den Klassensprechern, sie müssten nicht sagen, wer geklaut habe. Sie müssten nur nicken, wenn der Stift auf den richtigen Namen deute. Ein anderes Mal fordern sie und die Direktorin Carlas Schüler auf, ihre Geldbeutel auf den Tisch legen. Wer nichts zu verbergen habe, könne nichts dagegen haben.

Den oder die Diebe finden sie so nicht. Aber verschiedene Schüler werden verdächtigt und das Klima in der Schule verschlechtert sich.

Fast schon aus einer Laune heraus lässt Carla im Lehrerzimmer bei ihrem Laptop die Kamera an. Diese nimmt auf, wie ihr Geld gestohlen wird. Die Täterin ist nur anhand ihrer Bluse erkennbar. Es handelt sich um die immer joviale Schulsekretärin und Mutter ihres Lieblingsschülers.

Als die Sekretärin mit dem Vorwurf konfrontiert wird, leugnet sie. Sie wird, der von der Direktorin ausgegebenen Null-Toleranz-Linie folgend, suspendiert. Damit ist die Geschichte nicht zu Ende, sondern sie beginnt jetzt richtig aus dem Ruder zu laufen.

İlker Çatak zeigt die Schule als Mikrokosmos der Gesellschaft. Er legt mit eiskalter Präzision Strukturen offen und zeigt eine durchgehend ungesunde Welt voller Misstrauen und Paranoia. Carla irritiert schon in den ersten Minuten mit einem seltsamen Guten-Morgen-Ritual in der Klasse, das sogar auf einer kirchlichen Freizeit leicht deplatziert wirken würde. Schon in diesem Moment stellt sich die Frage, ob sie für diese Arbeit geeignet ist. Später stampft sie immer wieder, wie ein Roboter, begleitet von nervig dissonanter Musik und verfolgt von der Kamera, mit angespanntem Gesichtausdruck durch die kahlen Gänge der Schule. Sie trägt einen Schutzpanzer, der kaum ihre innere Anspannung und Überforderung verbirgt. Es ist ihre erste Stelle als Lehrerin. Trotzdem möchte man sie sofort zu einem Psychologen schicken oder krank schreiben.

„Das Lehrerzimmer“ feierte seine Premiere bei der diesjährigen Berlinale im Panorama. Aktuell ist der Feelbad-Film in den Kategorien „Bester Spielfilm“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“, „Beste weibliche Hauptrolle“ (Leonie Benesch), „Beste Kamera“, „Bester Schnitt“ und „Beste Filmmusik“ für den Deutschen Filmpreis nominiert. Die Verleihung ist am 12. Mai.

Das Lehrerzimmer (Deutschland 2023)

Regie: İlker Çatak

Drehbuch: İlker Çatak, Johannes Duncker

mit Leonie Benesch, Michael Klammer, Rafael Stachowiak, Eva Löbau

Länge: 98 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Das Lehrerzimmer“

Moviepilot über „Das Lehrerzimmer“

Rotten Tomatoes über „Das Lehrerzimmer“

Wikipedia über „Das Lehrerzimmer“

Berlinale über „Das Lehrerzimmer“


Neu im Kino/Filmkritik: „Spoiler Alarm“: Das ist eine Liebesgeschichte

Mai 5, 2023

Der Titel der Vorlage lässt keinen Zweifel am Ausgang der Geschichte. Der Trailer ist ebenfalls ziemlich eindeutig. Und auch im Film wird allen, die vollkommen uninformiert ein Ticket für diesen Film kauften, gleich in den ersten Minuten verraten, wie es ausgehen wird. Und, auch daran lässt der Film keinen Zweifel, so wird es kommen: „The Hero dies“. Insofern muss es für den Film „Spoiler Alarm“ keinen Spoileralarm geben.

In dem zu erhöhtem Taschentuchkonsum anregendem Drama wird die wahre Geschichte von Michael Ausiello und seiner großen Liebe Kit Cowan erzählt. Als sie sich 2001 in New York in einem Schwulen-Nachtclub kennen lernen, arbeitet Ausiello als Journalist für die „TV Guide“. Sie verstehen sich, ziehen zusammen, heiraten, haben glückliche gemeinsame Jahre, werden für ihre Freunde die Verkörperung eines glücklichen Paares, wie man es sonst nur aus Liebesfilmen kennt. Das ändert sich 2014. Bei Cowan wird eine seltene Form von Krebs diagnostiziert. Er stirbt, elf Monate später, im Februar 2015.

In den Monaten vor seinem Tod informiert Ausiello über Social Media seine Freunde und die Familie regelmäßig über den Zustand seines Mannes. Diese Posts sieht auch ein Redakteur des Verlags Simon & Schuster. Er fragt Ausiello, ob er darüber ein Buch schreiben möchte. 2017 veröffentlich Ausiello das Buch „Spoiler Alert: The Hero dies“ über ihre gemeinsamen Jahre. Danach fragt Ausiello „The Big Bang Theory“-Schauspieler Jim Parsons, den er schon länger kennt, ob Parsons mit ihm in Los Angeles eine Fragerunde zum Buch moderieren möchte. Parsons tut es, sieht das Potential für eine Verfilmung und jetzt gehört er zu den Produzenten des Dramas.

Verfilmt wurde die Geschichte von Michael Showalter, der davor unter anderem die Romcom „The Big Sick“ inszenierte. Jim Parsons spielt Michael Ausiello. Ben Aldridge („Knock at the Cabin“) seine große Liebe Kit Cowan. Die Filmgeschichte folgt den wahren Ereignissen und kopiert gleichzeitig, garniert mit einigen wenigen filmischen Anspielungen und Spielereien, den Frühsiebziger-Kassenhit „Love Story“.

Entstanden ist ein Liebesfilm für alle, die mal wieder einige Packungen Tempotaschentücher verbrachen wollen. Dass „Spoiler Alarm“ eine schwule Liebesgeschichte erzählt, ist egal. Denn vor allem erzählt er die Geschichte von zwei Menschen, die sich lieben und füreinander da sind. Bis zum Tod.

Spoiler Alarm (Spoiler Alert, USA 2022)

Regie: Michael Showalter

Drehbuch: David Marshall Grant, Dan Savage

LV: Michael Ausiello: Spoiler Alert: The Hero dies, 2017

mit Jim Parsons, Ben Aldridge, Sally Field, Bill Irwin, Nikki M. James, Jeffery Self, Antoni Porowski

Länge: 113 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Spoiler Alarm“

Metacritic über „Spoiler Alarm“

Rotten Tomatoes über „Spoiler Alarm“

Wikipedia über „Spoiler Alarm“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 5. Mai: Steiner – Das eiserne Kreuz

Mai 4, 2023

BR, 22.50

Steiner – Das eiserne Kreuz (Cross of Iron, Deutschland/Großbritannien 1977)

Regie: Sam Peckinpah

Drehbuch: Julius J. Epstein, Walter Kelley, James Hamilton

LV: Willi Heinrich: Das geduldige Fleisch, 1955

Ostfron, 1943: Feldwebel Steiner hält den Krieg für verloren. Sein neuer Vorgesetzter, Hauptmann Stransky, sieht das anders und er will ein Eisernes Kreuz erhalten. Dafür schickt er seine Männer ins Gefecht.

Kinohit, bei dem Sam Peckinpah sich mit deutschem Geld austoben konnte. Entstanden ist ein harter, illusionsloser Kriegsfilm.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit James Coburn, Maximilian Schell, James Mason, David Warner, Klaus Löwitsch, Vadim Glowna, Fred Stillkrauth, Roger Fritz, Dieter Schidor, Durkhard Driet, Michale Nowka, Senta Berger, Arthur Braus, Véronique Vendell, Mikael Slavco Stimac

Hinweise

Filmportal über „Steiner – Das eiserne Kreuz“

Rotten Tomatoes über „Steiner – Das eiserne Kreuz“

Wikipedia über „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Gefährten des Todes“ (The deadly Companions, USA 1961)

Meine Besprechung von Sam Peckinpahs „Steiner – Das eiserne Kreuz“ (Cross of Iron, Deutschland/Großbritannien 1977)

Meine Besprechung von Mike Siegels Dokumentation „Sam Peckinpah: Passion & Poetry“ (Deutschland 2005)

Sam Peckinpah in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Hooked on „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“?

Mai 4, 2023

Fertig. Nach zwei „Guardians of the Galaxy“-Spielfilmen, und einem nur im TV gezeigten Holiday Special, ist James Gunns dritter „Guardians of the Galaxy“-Film sein letzter Guardians-Film. Die Science-Fiction-Komödie ist, wie schon vorher eifrig in den Medien kolportiert wurde, außerdem der letzte Film mit dieser „Guardians“-Besatzung und der Abschluss einer Trilogie. Nicht, weil das irgendwie aus dem Werk heraus ersichtlich ist, sondern weil heute drei Filme mit rudimentären Gemeinsamkeiten einfach als Trilogie gelabelt werden.

Dieses Mal steht nicht Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt), der Anführer der Guardians, sondern Rocket, der durchgeknallte, schießwütige No-Nonsense-Waschbär. Gunn erzählt die Geschichte seiner Herkunft.

Bei einem Angriff auf Knowhere, den Rückzugsort der Guardians, wird Rocket schwer verletzt. Als seine Freunde ihn verarzten wollen, entdecken sie einen Killswitch in seinem Körper, der ihn umbringt, wenn sie ihn verarzten (Nicht drüber nachdenken, einfach akzeptieren, dass Rocket bislang nie schwer verletzt wurde).

Um Rocket zu retten, müssen Peter Quill und seine Freunde Drax (Dave Bautista), Nebula (Karen Gillan), Mantis (Pom Klemenieff), der Baum Groot, Kraglin (Sean Gunn) und Gamora (Zoe Saldana) die Person finden, die dafür verantwortlich ist. Es ist The High Evolutionary (Chukwudi Iwuji). Der Herrscher tötet und quält andere Lebewesen, um eine perfekte Welt zu erschaffen.

Und los geht die überlange und bestenfalls mäßig unterhaltsame Schnitzeljagd durch den halben Weltraum, mit Zwischenstationen in einer seltsamen Sixties-Glibber-Welt, die von Master Karja („Castle“ Nathan Fillion, wie immer gut aufgelegt) verteidigt wird, und eine alternative Erde, die von Mensch/Tier-Mischwesen bevölkert wird, die in einem Fünfziger-Jahre-Vorstadt-Amerika leben, eine unverständliche Sprache sprechen und anscheinend weitgehend harmlos sind.

Neben dem bestenfalls lässigem Storytelling, das den dritten Auftritt der Guardians auf epische hunderfünfzig Minuten auflbläht, irritiert das Verhalten der aus den vorherigen Guardians-Filmen bekannten Figuren. Sie alle verhalten sich etwas anders, als ich sie in Erinnerung habe. Es sind kleine Veränderungen, die nicht zu ihrem früheren Ich passen, aber auch nicht einfach durch ihr Alter erklärt werden können. Ihre Beziehung zueinander wirkt, immerhin habe sie in den vergangenen Jahren gemeinsam etliche Abenteuer in den „Guardians“- und anderen Marvel-Filme erlebt, nie wie eine gewachsene Beziehung, sondern wie Comedy-Routinen, in denen Figuren mit festgefügten Eigenschaften immer wieder aufeinanderprallen. Wie Stan Laurel und Oliver Hardy oder wie Tom und Jerry.

Und dann ist auch noch Gamorra dabei. Sie ist Peter Quills große Liebe. Sie starb in „Avengers: Endgame“.

Erklärt werden kann ihre, ähem, Wiedergeburt und das leicht andere Wesen der einzelnen Guardians mit der Mechanik des Multiverse, in dem die Marvel-Filme inzwischen spielen. In dem Multiverse gibt es unzählige, voneinander unabhängige Versionen einer Figur. Sie leben in verschiedenen Universen, die (normalerweise) keinen Kontakt miteinander haben. Da kann eine Figur, die in einem Zeitstrang gestorben ist, in einem anderen Universum noch lebendig sein. Da kann eine Figur, die in einer Welt ein Bösewicht ist, in einer anderen Welt ein Held sein. Erzählerisch führt dies in den Marvel-Filmen im Moment zu einem anything goes, in dem alles egal ist, weil es halt im Multiverse spielt. Wenn Gamorra in einem Universum tot ist, kann sie in einem anderen Universum lebendig sein. Und natürlich können alle Figuren in einem anderen Universum mehr oder weniger anders sein.

Der Film selbst wirkt wie die jugendfreie Ausgabe von James Gunns „The Suicide Squad“ (USA 2021), in dem die Guardians einfach noch einmal ihre alten Hits aufwärmen und lustlos runterbrettern. 

Das Filmende ist dann das schon lange vor der Premiere angekündigte Ende dieser Guardians of the Galaxy. Vor allem James Gunn ist aktuell sehr gut bei dem Konkurrenten DC Film beschäftigt. Dort ist er für alle künftigen DC-Filme verantwortlich und will auch bei einigen Regie führen. Dieses Wissen führt nie dazu, dass sich während des Films ein Gefühl des Abschied nehmens einstellt. Gunn präsentiert bis auf die letzten Minuten ein normales Guardians-Abenteuer in dem das Schicksal einer Nebenfigur im Mittelpunkt steht und mit Adam Warlock (Will Poulter) sehr pompös und zeitaufwendig eine neue Figur präsentiert wird, die für diesen Film vollkommen unwichtig ist. In späteren Filmen oder einer Streamingserie kann sie als Guter oder als Bösewicht wichtig werden. Am Ende klatscht er dann ein Ende dran, das verrät, dass diese Truppe nicht weitermachen wird. Filmisch ist das das Äquivalent zu einer schnöde mit der Post zugestellten Kündigung.

Und so ist in „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“ alles drin, was man von einem Guardians-Abenteuer erwartet, auch wenn die bekannten Figuren sich etwas seltsam verhalten und der Spaß der vorherigen Guardians-Abenteuer der Routine gewichen ist. Die gab es vor gut zehn Jahren, beim ersten Guardians-Abenteuer, nicht. Die Komödie war ein frischer Wind in der Superhelden/Science-Fiction-Landschaft. Die Guardians wurden sofort von allen geliebt. Jetzt wird das damals neue Rezept einfach nochmal aufgewärmt.

Gurdians of the Galaxy: Vol. 3 (Guardians of the Galaxy Vol. 3, USA 2023)

Regie: James Gunn

Drehbuch: James Gunn

LV: Figuren von Dan Abnett und Andy Lanning

mit Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel (Stimme im Original), Bradley Cooper (Stimme im Original), Karen Gillan, Pom Klementieff, Elizabeth Debicki, Sean Gunn, Sylvester Stallone, Will Poulter, Chukwudi Iwuji, Daniela Melchior, Michael Rosenbaum, Maria Bakalova, Nico Santos, Nathan Fillion

Länge: 151 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“

Metacritic über „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“

Rotten Tomatoes über „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“

Wikipedia über „Guardians of the Galaxy: Vol. 3“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy“ (Guardians of the Galaxy, USA 2014) und der DVD

Meine Besprechung von James Gunns „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (Guardians of the Galaxy Vol. 2, USA 2017)

Meine Besprechung von James Gunns „The Suicide Squad“ (The Suicide Squad, USA 2021)


TV-Tipp für den 4. Mai: Supermarkt

Mai 3, 2023

Mitternachtskino:

RBB, 00.15

Supermarkt (Deutschland 1974)

Regie: Roland Klick

Drehbuch: Roland Klick, Georg Althammer (Mitarbeit), Jane Sperr (Mitarbeit)

Der 18-jährige Willi driftet durch Hamburg. Um die Hure Monika zu retten, will er den Geldtransporter eines Supermarkts zu überfallen.

Ein deutscher Gangsterfilm, der damals von der Kritik gelobt und vom Publikum ignoriert wurde. Heute ein Kultfilm und Klassiker des deutschen Film.

„Fest steht dass Klick hier unbewusst einige wichtige Komponenten des Neuen Deutschen Films vorweggenommen hat: Jugendkriminalität, die Großstadt als Dschungel und die Entstehung von Gewalt im thematischen Bereich, glaubhafter Realismus und geradliniges Erzählkino im formalen.“ (Robert Fischer/Joe Hembus: Der Neue Deutsche Film 1960 – 1980, 1981)

Als ich den Film das erste Mal sah, war ich begeistert, denn „Supermarkt“ war originäres Kino, das bis auf die Drehorte nichts mit anderen deutschen Filmen gemein hatte.

Der Titelsong „Celebration“ wird von Marius Müller-Westernhagen als Marius West gesungen; die Musik ist von Udo Lindenberg. Und Jost Vacano (Das Boot, Robocop, Total Recall) war der Kameramann.

mit Charly Wierczejewski, Eva Mattes, Michael Degen, Walter Kohut, Witta Pohl, Alfred Edel

Hinweise

Homepage von Roland Klick

Wikipedia über Roland Klick und „Supermarkt“

Filmzentrale: Andreas Thomas über „Supermarkt“


Neu im Kino/Filmkritik: Die Frau mit berauschenden Talenten ist jetzt „Die Gewerkschafterin“

Mai 3, 2023

Maureen Kearney ist die mächtige und wenn sie etwas erreichen will sehr nervige Gewerkschaftsführerin bei dem französischen Industriekonzern Areva. Ihr neuestes Projekt ist die Verhinderung der Kooperation von Areva mit China beim Bau von Atomkraftwerken. Sie befürchtet, dass Arbeitsplätze und das französische Knowhow im Umgang mit der Atomenergie verloren gehen. Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um das zu verhindern.

Die von ihr und ihrer Hartnäckigkeit genervten Firmenchefs und in das Geschäft involvierte Menschen versuchen sie zum Schweigen zu bringen. Denn sie könnte ihre Pläne durchkreuzen.

Als Kearney im Dezember 2012 in ihrem Haus überfallen und vergewaltigt wird, scheint daher klar zu sein, wer dafür verantwortlich ist.

In dem Moment nimmt Jean-Paul Salomés neuer Film eine interessante Wende. Ab diesem Moment stehen nicht mehr die bis dahin formidabel bedienten Erzähltopoi des Politthrillers französisicher Prägung im Mittelpunkt. Der Fokus verschiebt sich zur Vergewaltigung und ihren Folgen. Kearny, gewohnt überzeugend von Isabelle Huppert gespielt, verhält sich nicht wie ein typisches Vergewaltigungs-Opfer. Die Polizei glaubt ihr nicht und will beweisen, dass sie die Verwaltigung nur vortäuschte. Ihr gutmütiger Mann versucht ihr eine Stütze zu sein, weiß allerdings auch nicht, ob er ihr glauben kann.

Diese Vergewaltigung und ihre Folgen fanden erst Jahre später, in einer Gerichtsverhandlung einen Abschluss. Denn Kearney ist eine reale Figur. Die gesamte Filmgeschichte basiert auf einem wahren, bei uns unbekannten Fall. Und weil Salomé nah bei den Fakten bleibt, bleibt einiges im Dunkeln; – eigentlich so, wie wir es von den klassischen Polit- und Paranoia-Thrillern kennen, die den Reichen und Mächtigen jede Schandtat zutrauen.

Salomé und Huppert arbeiteten bereits in der grandiosen Hannelore-Cayre-Verfilmung „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ zusammen. Das war eine Krimikomödie. „Die Gewerkschafterin“ ist ein Polit- und Paranoia-Thriller, mit mindestens einem Schuss Claude Chabrol. Sehenswert sind beide Filme.

Die Gewerkschafterin ( La Syndicaliste, Frankreich/Deutschland 2022)

Regie: Jean-Paul Salomé

Drehbuch: Fadette Drouard, Jean-Paul Salomé

LV: Caroline Michel-Aguirre: La Syndicaliste, 2019

mit Isabelle Huppert, Grégory Gadebois, Yvan Attal, François-Xavier Demaison, Pierre Deladonchamps, Alexandra Maria Lara, Gilles Cohen, Marina Foïs, Mara Taquin

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Die Gewerkschafterin“

Moviepilot über „Die Gewerkschafterin“

AlloCiné über „Die Gewerkschafterin“

Rotten Tomatoes über „Die Gewerkschafterin“

Wikipedia über „Die Gewerkschafterin“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jean-Paul Salomés „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ (La daronne, Frankreich 2020) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Der Horror! „Evil Dead Rise“ und das Blut spritzt

Mai 3, 2023

Warum auch nicht? Selbstverständlich kann auch in einer Stadt in einer gut verschlossenen Kammer unter dem Keller eines Hochhauses ein Necronomicon gefunden werden. So geschieht es in Lee Cronins „Evil Dead Rise“. Die Teenager, die das Buch finden, probieren die Dinge, die sie nicht ausprobieren sollten, sofort aus – und los geht der ‚Tanz der Teufel‘. Im Mittelpunkt des Schlachtfests stehen dieses Mal Ellie, ihre drei noch lange nicht volljährigen Kinder, und Ellies jüngere Schwester Beth, die als Gittarentechnikerin ihr Leben zwischen Konzerthallen und Highways verbringt. Sie schaut kurz vorbei.

Am Rand stehen einige ihrer Nachbarn, deren Überlebenschancen in dem weitgehend entmieten Hochhaus in Los Angeles in dieser Nacht noch geringer sind als die von Ellies Familie.

Zehn Jahre nach Fede Álvarez‘ „Evil Dead“ und dreißig Jahre nach Sam Raimis drittem und letzten „Evil Dead“-Film, hat jetzt Lee Cronin die Regie übernommen. Bekannt wurde er mit seinem Horrorfilm „The Hole in the Ground“. Das war ein sanfter Horrorfilm. Über seinen neuen Film kann das nicht gesagt werden. „Evil Dead Rise“ ist eine ordentliche Schlachtplatte mit viel Kunstblut, das vor dem dunklen Hintergrund oft kaum erkennbar ist, und Anspielungen auf ältere Horrorfilme. Unter anderem auch auf Raimis ersten beiden „Evil Dead“-Filme. Im Gegensatz zu Raimis erstem „Evil Dead“-Film, der ein Low-Budget-Film war, ist bei Cronin alles sauberer, teurer, professioneller, immer eine Spur zu kalkuliert und meist zu schnell vorbei.

Das ist dann zwar sehr blutig, aber nie so beänstigend und auch hysterisch wie Sam Raimis ersten beiden „Evil Dead“-Filme, die, auch dank Bruce Campbell, ultraharten Horror mit Slapstick verbanden. Der dritte „Evil Dead“-Film, „Armee der Finsternis“, hat als durchgeknallte Mittelalter-Komödie vor lauter Slapstick keine Horrorelemente mehr.

Campbell und Raimi sind in den neuen „Evil Dead“-Film nur noch als Executive Producer involviert.

In „Evil Dead Rise“ gibt es bei den Hauptpersonen eine interessante thematische Verschiebung. In älteren Horrorfilmen war der Tod eine Bestrafung für vorehelichen Geschlechtsverkehr. Oft war schon der Versuch tödlich. In „Evil Dead Rise“ fehlt dieser prüde moralische Impetus. Jetzt versuchen Mütter ihre Kinder zu beschützen. Mit allen Mitteln, tödlicher Konsequenz und ohne den durchgeknallten Slapstick-Humor der Raimi-Filme.

Wer genau das Sehen will, wird in „Evil Dead Rise“ eine höllisch gute Zeit haben.

Evil Dead Rise (Evil Dead Rise, USA 2023)

Regie: Lee Cronin

Drehbuch: Lee Cronin

mit Lily Sullivan, Alyssa Sutherland, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

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Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Evil Dead Rise“

Metacritic über „Evil Dead Rise“

Rotten Tomatoes über „Evil Dead Rise“

Wikipedia über „Evil Dead Rise“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Lee Cronins „The Hole in the Ground“ (The Hole in the Ground, Irland/Belgien/Finnland 2019)

Moment, da war doch was?

Ach, ja: Meine Besprechung von Sam Raimis „Armee der Finsternis (Tanz der Teufel III)“ (Army of Darkness – Evil Dead 3, USA 1992)


TV-Tipp für den 3. Mai: Unknown Identity

Mai 2, 2023

Kabel Eins, 20.15

Unknown Identity (Unknown, Japan/Kanada/USA/Deutschland 2011)

Regie: Jaume Collet-Serra

Drehbuch: Oliver Butcher, Stephen Cornwell

LV: Didier van Cauwelaert: Hors de moi, 2003 (Unknown Identity)

Berlin: Auf einer Vortragsreise hat der US-Wissenschaftler Martin Harris einen Autounfall. Als er danach mit seiner Frau reden will, behauptet sie, dass sie ihn nicht kennt und irgendwelche Dunkelmänner wollen ihn umbringen. Harris will die Wahrheit herausfinden.

Für die Verfilmung wurde die Handlung von Didier van Cauwelaerts spannendem Pulp-Thriller, dank der hiesigen Filmförderung, von Paris nach Berlin verlegt; die Prämisse, einige Charaktere und die Erklärung für Martin Harris’ Amnesie wurden übernommen. Allerdings ist das Ende im Film wesentlich explosiver und der gesamte Film mit zahlreichen Morden, Schlägereien und Verfolgungsjagden zu Fuß und im Auto viel actionlastiger. Das ist zwar nicht besonders logisch und glaubwürdig (eigentlich sogar noch unglaubwürdiger als der Roman), aber ziemlich unterhaltsam. Und die Berlin-Bilder, inclusive einem Zusammenstoß mit einer Tram und einer Explosion im Hotel Adlon, erfreuen das lokalpatriotische Herz.

Danach dranbleiben, weil danach der ebenfalls gelungene Jaume-Collet-Serra/Liam-Neeson-Thriller „Run all Night“ kommt.

mit Liam Neeson, Diane Kruger, January Jones, Aidan Quinn, Bruno Ganz, Sebastian Koch, Frank Langella, Stipe Erceg

Wiederholung: Donnerstag, 4. Mai, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Unknown Identity”

Wikipedia über “Unknown Identity” (deutsch, englisch)

Homepage von Didier van Cauwelaert

Meine Besprechung von Didier van Cauwelaerts Roman “Unknown Identity” (Hors de moi, 2003)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Non-Stop“ (Non-Stop, USA 2013; ebenfalls mit Liam Neeson)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Run all Night“ (Run all Night, USA 2015; dito)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ (The Shallows, USA 2016)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „The Commuter“ (The Commuter, USA/Großbritannien 2017)

Meine Besprechung von Jaume Collet-Serras „Jungle Cruise“ (Jungle Cruise, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: Brendan Fraser ist „The Whale“

Mai 2, 2023

Seien wir ehrlich: Charlie ist fett und er hat nur ein Ziel: er will sich zu Tode fressen. Die Bedigungen dafür sind in den USA im Königreich des Junkfoods ideal. Er lässt es sich anliefern, verschlingt es und bestellt die nächste Ladung. Geld verdient der Englischlehrer als Universitätsdozent mit Online-Kursen. Seine Studenten würden ihn, falls er überhaupt seine Wohnung verlassen würde, auf der Straße nicht erkennen. Er schaltet die Kamera an seinem Laptop nicht ein; – und diese Geste zeigt immerhin, dass der Feingeist nicht zufrieden mit sich ist.

Der Grund für seine Freßorgie ist der Tod seines über alles geliebten Partners, für den er sich verantwortlich fühlt und den er nicht überwinden kann. Das Essen ist seine Art, sich dafür zu bestrafen.

Das hat er so weit getrieben, dass er jetzt nur noch wenige Tage zu Leben hat. Eine Einweisung in ein Krankenhaus verweigert er. Aber er will noch einmal, nach Jahren, seine siebzehnjährige Tochter sehen.

Nachdem Darren Aronofskys vorheriger Film „Mother“ in einem Landhaus spielte, ist der Schauplatz in „The Whale“ noch reduzierter. Es ist eine kleine Wohnung, die eigentlich nur aus der US-typischen Kombination von Küchenecke und Wohnzimmer besteht. Charlie thront in der Mitte des Raums auf seiner durchgesessenen Couch, die er höchst ungern und nur in Notfällen verlässt.

Der Film basiert auf dem Theaterstück von Samuel D. Hunter, das 2012 seine Premiere hatte. Für die Verfilmung überarbeitete Hunter es etwas. Aber die Konzentration auf einen Schauplatz und eine Figur blieben erhalten. In der Verfilmung sind alle anderen Figuren – Charlies Krankenschwester/Freundin, Charlies Tochter, Charlies Frau und Charlies Essenslieferant – im Verhältnis zu ihm konzipiert. Das gilt auch für den jungen Missionar, der an seine Wohnungstür klopft und von Charlie hereingebeten wird.

Die Kameraarbeit von Aronofskys Stamm-Kameramann Matthew Libatique ist fantastisch. Nie fällt die Beschränkung auf einen Raum negativ auf. Brendan Fraser sieht wirklich immer wieder wie ein gigantische Ungetüm, wie Moby Dick, aus.

Und so kommen wir zu dem größten Schwachpunkt des Films: Brendan Fraser. Er erhielt für diese Rolle viel Kritikerlob, viele Preise, darunter den Oscar als bester Schauspieler, und er feierte sein Hollywood-Comeback; – wie vor fünfzehn Jahren Mickey Rourke in Aronofskys „The Wrestler“.

Fraser zog für die Rolle einen Fatsuit an. Seine schauspielererische Leistung erschöpft sich in einem schelmichem Lächeln. Danach kann man ihm nicht mehr böse sein. Aber die Proportionen stimmen nicht. Fraser sieht, wenn er seine Couch verlässt, nie wie ein dicker Mann, sondern wie Jabba the Hutt aus.

Deshalb fragte ich mich die ganze Zeit, warum nicht einfach ein dicker Schauspieler gecastet wurde. Marlon Brando steht zwar nicht mehr zur Verfügung. Aber John Goodman, Gérard Depardieu oder irgendein anderer Schauspieler, dessen Name mir gerade nicht einfällt, der aber den für diese Rolle passenden Umfang hat, hätte diese Rolle spielen können.

The Whale (The Whale, USA 2022)

Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Samuel D. Hunter

LV: Samuel D. Hunter: The Whale, 2012 (Theaterstück)

mit Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Sathya Sridharan

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „The Whale“

Metacritic über „The Whale“

Rotten Tomatoes über „The Whale“

Wikipedia über „The Whale“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys “Black Swan” (Black Swan, USA 2010)

Meine Besprechung von Darren Aronofskys „Noah“ (Noah, USA 2014)

Darren Aronofsky in der Kriminalakte

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Das alternative Plakat


Cover der Woche

Mai 2, 2023

Weil ich ihn vorher interviewte.


TV-Tipp für den 2. Mai: Dallas Buyers Club

Mai 1, 2023

HR, 00.10

Dallas Buyers Club (Dallas Buyers Club, USA 2013)

Regie: Jean-Marc Vallée

Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack

1985 erfährt Ron Woodroof, Rodeoreiter, Frauenheld und Homohasser, dass er HIV-Positiv ist und in wenigen Tagen sterben wird. Er besorgt sich nicht zugelassene Medikamente und verkauft sie an Leidensgenossen, wenn sie Mitglied im titelgebenden „Dallas Buyers Club“ werden.

Regisseur Jean-Marc Vallée inszenierte die auf der wahren Geschichte von Ron Woodroof, der am 12. September 1992 starb, basierende, sehenswerte Charakterstudie mit der Handkamera im Stil des Siebziger-Jahre-New-Hollywood-Kinos. Und Matthew McConaughey überzeugt als bis auf die Knochen abgemagerte Unsympath mit uramerikanischem Unternehmergeist.

Dafür gab es den Oscar als bester Hauptdarsteller; Jared Leto erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller. Beide und der Film erhielten etliche weitere Preise.

mit Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Denis O’Hare, Steve Zahn, Michael O’Neill, Dallas Roberts, Griffin Dunne

Hinweise

Moviepilot über „Dallas Buyers Club“

Metacritic über „Dallas Buyers Club“

Rotten Tomatoes über „Dallas Buyers Club“

Wikipedia über „Dallas Buyers Club“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jean-Marc Vallées „Dallas Buyers Club“ (Dallas Buyers Club, USA 2013)

Meine Besprechung von Jean-Marc Vallées „Wild- Der große Trip“ (Wild, USA 2014)

Meine Besprechung von Jean-Marc Vallées „Demolition – Lieben und Leben“ (Demolition, USA 2015)


TV-Tipp für den 1. Mai: Der Schatz der Sierra Madre

April 30, 2023

Arte, 20.15

Der Schatz der Sierra Madre (Treasure of Sierra Madre, USA 1948)

Regie: John Huston

Drehbuch: John Huston

LV: B. Traven: Der Schatz der Sierra Madre, 1927

Drei Männer suchen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Mexiko Gold. Aber das Gold bringt ihnen kein Glück.

„Der Malteser-Falke“ war die erste Zusammenarbeit von John Huston und Humphrey Bogart. Es entstand ein Klassiker. Auch ihre nächste Zusammenarbeit, „Der Schatz der Sierra Madre“, ist ein Klassiker. Auch wenn er „wahrscheinlich der am meisten überschätzte Film Bogarts“ (Hans C. Blumenberg) ist und „So beliebt dieser Film auch heute ist, so sicher er Bestandteil des Bogart-Kults ist, so wenig lassen sich seine Mängel übersehen.“ (Clifford McCarty: Humphrey Bogart und seine Filme). Denn die Botschaft des Films wird schon am Anfang des Films von Walter Huston verkündet und in den folgenden beiden Stunden bestätigt.

Danach drehten Humphrey Bogart und John Huston die Klassiker „Hafen der Laster“/“Key Largo“ und „The African Queen“.

mit Humphrey Bogart, Walter Huston, Tim Holt, Bruce Bennett, Barton MacLane

Wiederholung: Donnerstag, 4. Mai, 14.20 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schatz der Sierra Madre“

Wikipedia über „Der Schatz der Sierra Madre“ (deutsch, englisch)

Der AVClub über den Autor von „Der Schatz der Sierra Madre“

Drehbuch „The Treasure of the Sierra Madre“ von Robert Rossen (1. Januar 1947)


Ein „Kriminalakte“-Gespräch mit Christopher Golden („Road of Bones – Straße des Todes“) und Kim Sherwood („James Bond: Doppelt oder Nichts“)

April 30, 2023

Auf der Leipziger Buchmesse unterhielt die Kriminalakte sich am 27. April 2023 mit Christopher Golden und Kim Sherwood über ihre neuen und neu auf Deutsch erschienenen Romane. Golden hatte seinen brandneuen Thriller „Road of Bones – Straße des Todes“ (Cross Cult) und den im Original bereits 2010 unter dem Pseudonym Jack Rogan erschienenen Horrorthriller „The Ocean Dark“ (Buchheim) im Gepäck. Kim Sherwood ihren ersten James-Bond-Roman „Doppelt oder Nichts“ (Double or Nothing) (Cross Cult). Der Thriller ist der Beginn einer Trilogie, die James Bond in die Gegenwart bringt und auch einen Blick auf seine Kollegen wirft. Das sind die 00-Agenten, die bis jetzt nur als „00[Nummer] wurde getötet.“ bekannt sind.

Wir sprachen über ihre neuen Bücher, über die Herausforderung, Geschichten für bereits existierende Figuren zu erfinden, und wie sie ihre Romane schreiben. Das Gespräch endet mit jeweils fünf sechs, ausführlich von Kim Sherwood und Christopher Golden begründeten Leseempfehlungen für den nächsten Urlaub.

Christopher Golden hat seit 1995 zahlreiche Horror-, Fantasy- und Thrillerromane geschrieben. Teilweise mit anderen Autoren wie Mike Mignola und Tim Lebbon, teilweise für bestehende Serien, wie die Vampirjägerin Buffy. Er schrieb auch Filmromane, wie „King Kong“, Comics und Jugendromane. Und er wechselt kontinuierlich zwischen Serien- und Einzelromanen. Seine Thriller standen auf der „New York Times“-Bestsellerliste. Sie wurden für den British Fantasy Award, den Eisner Award und, mehrmals, den Bram Stoker Award nominiert.

Kim Sherwood ist die neue James-Bond-Autorin. Ihr Debütroman „Testament“ über die Auswirkung des Holocaust auf eine Familie erhielt den Bath Novel Award und den Harper’s Bazaar Big Book Award. 2019 stand ihr Name auf der Shortlist für den Sunday Times Young Writer of the Year Award.

Sie unterrichtet Kreatives Schreiben an der Universität von Edinburgh; – wahrscheinlich nicht mehr lange.

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Christopher Goldens Buchtipps

John Irving: A Prayer for Owen Meany, 1989 (Owen Meany)

S. A. Cosby: Blacktop Wasteland, 2020 (Blacktop Wasteland)

Tana French: The Secret Place, 2014 (Geheimer Ort)

Chris Cleave: Everyone Brave is Forgiven, 2016 (Die Liebe in diesen Zeiten)

Erik Larson: The Devil in the White City, 2003 (Der Teufel von Chicago: ein Architekt, ein Mörder und die Weltausstellung, die Amerika veränderte)

Violet Castro: The Queen of the Cicadas, 2021 (-)

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Kim Sherwoods Buchtipps

Dame Hilary Mantel: Wolf-Hall-Trilogie (Wolf Hall, 2009 [Wölfe]; Bring Up the Bodies, 2012 [Falken]; The Mirror & the Light, 2020 [Spiegel und Licht])

Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)

Ian Fleming: From Russia with Love, 1957 (Liebesgrüße aus Moskau)

Elmore Leonard: Be Cool, 1999 (Schnappt Chili)

Elizabeth Bowen: The Heat of the Day, 1949 (In der Hitze des Tages)

Peter O’Donnell: Modesty-Blaise-Serie, 1965 – 1996

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Christopher Golden: Road of Bones – Straße des Todes

(übersetzt von Johannes Neubert)

Cross Cult, 2023

336 Seiten

26 Euro

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Originalasgabe

Road of Bones

St. Martin’s Press, 2022

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Christopher Golden: The Ocean Dark

(übersetzt von Sven-Eric Wehmeyer)

Buchheim, 2023

560 Seiten

39,99 Euro

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Originalausgabe (als Jack Rogan)

The Ocean Dark

Ballantine Books, 2010

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Kim Sherwood: Doppelt oder nichts

(übersetzt von Roswitha Giesen)

Cross Cult, 2023

496 Seiten

20 Euro

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Originalausgabe

Double or Nothing

Harper Collins Publishers, 2022

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Hinweise

Homepage von Kim Sherwood

Homepage von Christopher Golden

Wikipedia über Christopher Golden

Mein ausführlicher Hinweis auf Christopher Goldens (Hrsg.) „Hellboy: Leckerbissen “ (Oddest Jobs, 2008)

Und nun zu Bond, James Bond

Wikipedia über James Bond (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond: Mit der Absicht zu töten“ (James Bond – With a mind to kill, 2022)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

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Etliche der Autoren und Bücher, die Christopher Golden und Kim Sherwood empfehlen, wurden auch hier in den vergangenen Jahren abgefeiert.

Kamera, Interview, Fotos: Axel Bussmer (der Vollständigkeit halber)


Spooky. Ben Aaronovitch erzählt am Dienstag in Berlin von schlafenden Geistern und Silberkammern

April 30, 2023

Ben Aaronovitch auf der Leipziger Buchmesse 2023 (Foto: Axel Bussmer)

Ben Aaronovitch besucht das „Otherland“. Aber weil das „Otherland“ nur eine gewöhnliche Buchhandlung und kein magischer Raum ist, in das hunderte, tausende und noch viel mehr Menschen passen (Naja, irgendwie schon. Aber das ist eine andere Geschichte), findet die Lesung am Dienstag, den 2. Mai, um 19.30 Uhr im Ballhaus Walzerlinksgestrickt (Am Tempelhofer Berg 7d, Berlin-Kreuzberg) statt.

Einlass ist ab 19.00 Uhr. Um eine Anmeldung unter service@Otherland-berlin.de wird gebeten. Ebenso um eine Spende.

Im Gepäck hat Ben Aaronovitch, der Erfinder von Peter Grant und der witzigen „Die Flüsse von London“-Urban-Fantasy-Krimiserie, eine Vorspeise (den Kurzroman „Die schlafenden Geister des Lake Superior“), eine Hauptspeise (den Roman „Die Silberkammer in der Chancery Lane“) und zwei Nachspeisen (die Comics „Ein mieser Montag“ und „Und wenn sie nicht gestorben sind“).

„Die schlafenden Geister des Lake Supeior“ ist sein neuestes Buch. In Deutschland erschien die Geschichte mit FBI-Agentin Kimberley Reynolds über einen Monat vor der englischen Ausgabe. Die ist erst für den 8. Juni angekündigt.

Eifrige Leser der Peter-Grant-Romane kennen die FBI-Agentin seit „Ein Wispern unter Baker Street“ (Whispers Under Ground, 2012). In dem Fantasykrimi lernte die tiefreligiöse Kimberley Reynolds bei einem Auslandseinsatz Peter Grant kennen. Der Besuch in London war gleichzeitig ihre erste Begegnung mit der Welt der Magie und der Beginn ihrer Freundschaft zu Peter Grant. Jetzt gibt er ihr den entscheidenden Hinweis im Kampf gegen die „schlafenden Geister des Lake Superior“.

Der Fall beginnt mit einem Anruf des Ex-FBI-Agenten Patrick Henderson. Er warnt vor einem möglichen X-RAY SIERRA INDIA und bittet um eine Einschätzung. Genauere Informationen werde er dem FBI-Einsatzteam geben. Kimberley, die beim FBI in der Abteilung für die seltsamen, okkulten „Akte X“-Fälle arbeitet, wird mitten im tiefsten Winter nach Eloise, Wisconsin, geschickt. Als sie in der Kleinstadt eintrifft, ist Henderson spurlos verschwunden, ein Eistornado hat die Gemeindeverwaltung und das Poliizeirevier zerstört und es geschehen wirklich seltsame Dinge in der Gegend.

Ihr bleiben nur wenige Stunden, um eine Katastrophe zu verhindern.

Die flott gelesene, vergnügliche Geschichte, die Ben Aaronovitch in seinem gewohnt humorvollem Ton erzählt, gehört zu den kürzeren Geschichten, die mal als Kurzroman, mal als Novelle bezeichnet werden. Sie können an einem langen Abend gelesen werden und sie eignen sich gut als Einstieg in die Welt der „Flüsse von London“.

Schon letztes Jahr erschien „Die Silberkammer in der Chancery Lane“, der neunte Roman mit Peter Grant. Der in London lebende Grant ist Polizist. Er gehört zu der bei seinen Kollegen allgemein unbeliebten Einheit für Spezielle Analysen. Sie kümmert sich um abstruse Fälle, die normalerweise irgendetwas mit Zauberei und Okkultismus zu tun haben und mit denen normale Polizisten nichts zu tun haben wollen. Außerdem ist Grant der erste Zauberlehrling seit 1945. Sein Ausbilder, Mentor und Vorgesetzter ist Thomas Nightingale. Sein Alter ist nicht bekannt. Aber der Zauberer hat im Zweiten Weltkrieg gedient und ist seitdem nicht merklich gealtert.

In „Die Silberkammer in der Chancery Lane“ geht es um einen seltsamen Todesfall in der titelgebenden Silberkammer. In der unterirdischen Shoppingmal werden, bestens gesichert vor Diebstählen, seit Ewigkeiten wertvolle Gegenstände aus Silber verkauft. Jetzt wurde in ihr ein Mann, der gerade ein Geschäft überfiel, ermordet. Sein Herz wurde von einer unbekannten Macht herausgerissen. Die zahlreichen Überwachungskameras haben nichts aufgenommen. Also muss Peter Grant herausfinden, welcher böse Geist hier am Werk war. Und warum.

Nach gut vierhundert Seiten haben Peter Grant und seine Kollegen den Fall geklärt.

Aufgrund des großen Erfolgs seiner Peter-Grant-Romane gibt es seit 2015 auch Comics, denn, so Aaronovitch auf der Leipziger Buchmesse: „Wer will nicht Comicautor sein?“. Ben Aaronovitch schreibt die Comics zusammen mit Andrew Cartmel. Beide schrieben Drehbücher für die TV-Serie „Doctor Who“. Cartmel schreibt außerdem die „Vinyl Detektiv“-Krimis, die auf Deutsch bei Suhrkamp erscheinen.

Die Comics gehören zur Kontinuität der Romane. Sie können aber unabhängig von den Romanen gelesen werden. Wie die Romane unabhängig von den Comics gelesen werden können. Sie sind kurze Zwischenhappen, die die Zeit zwischen den Romanen verkürzen.

Zuletzt erschienen, mit jeweils einer großen Geschichte, der neunte und zehnte Comicband. Im neunten Comicband sind außerdem vier einseitige Comics enthalten.

In „Ein mieser Montag“ jagt DI Miriam Stephanopoulos eine Bande Teenager-Taschendiebe. Mehrere Razzien der Metropolitan Police bleiben ohne Ergebnis. Wahrscheinlich wurde die Gang gewarnt. Außerdem geht ein Undercover-Einsatz schief. Der Undercover-Polizist liegt jetzt im Krankenhaus. Er hat einen schwedischen Werwolf gesehen. Und damit handelt es sich um eine Angelegenheit für Peter Grant und die Einheit für okkulte Angelegenheiten.

Aaronovitch und Cartmel erzählen die zu verschiedenen Zeiten spielende Geschichte kapitelweise aus verschiedenen Blickwinkeln mit verschiedenen Protagonisten. Das Ergebnis ist dann eher unbefriedigend.

Der neueste „Die Flüsse von London“-Comic „Und wenn sie nicht gestorben sind…“ wurde von Celeste Bronfman geschrieben. Aaronovitch und Cartmel beaufsichtigten die Arbeit. Im Mittelpunkt ihrer Geschichte stehen die Zwillinge Chelsea und Olympia. Die Töchter der Flussgöttin Themse brechen in einem Park versehentlich einen Bannzauber. Das führt dazu, dass die in einem alten Märchenbuch zusammengestellten und illustrierten Märchen, wie „Der Froschkönig“ und „Schneewittchen“ jetzt zum Leben erweckt werden.

Weil Grant und Nightingale gerade mit anderen Geistern beschäftigt sind, versuchen die beiden Zwillinge das von ihnen angerichtete Unheil rückgängig zu machen.

„Und wenn sie nicht gestorben sind…“ ist eine witzige Urban-Fantasy-Geschichte, bei der Peter Grant nur in einem Panel auftaucht.

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Nach Berlin geht es für Ben Aaronovitch in Richtung Süddeutschland:

Am 3. Mai liest er um 20.30 Uhr in Würzburg in der Buchhandlung Hugendubel (Kürschnerhof 4-6)

Am 4. Mai liest er um 20.15 Uhr in München in der Buchhandlung Hugendubel am Stachus (Karlsplatz 11-12).

Beide Abende werden von Uve Techner moderiert.

Ben Aaronovitch: Die schlafenden Geister des Lake Superior – Eine Kimberley-Reynolds-Story

(übersetzt von Christine Blum)

dtv, 2023

240 Seiten

11,95 Euro

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Originalausgabe (die erst in einigen Tagen erscheint)

Winter’s Gift

Orion, 2023

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Ben Aaronovitch: Die Silberkammer in der Chancery Lane

(übersetzt von Christine Blum)

dtv, 2022

416 Seiten

15,95 Euro

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Originalausgabe

Amongst our Weapons

Gollancz, London 2022

Ben Aaronovitch (Schöpfer)/Celeste Bronfman (Story)/Andrew Cartmel (Skript-Lektorat)/José María Beroy (Zeichnungen): Die Flüsse von London: Und wenn sie nicht gestorben sind… (Band 10)

(übersetzt von Kerstin Fricke)

Panini, 2023

116 Seiten

17 Euro

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Originalausgabe

Rivers of London: Deadly ever after

Titan Comics, Januar 2023

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Ben Aaronovitch (Story)/Andrew Cartmel (Story)/José María Beroy (Zeichnungen): Die Flüsse von London: Ein mieser Montag (Band 9)

(übersetzt von Kerstin Fricke)

Panini, 2022

116 Seiten

17 Euro

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Originalausgabe

Rivers of London: Monday, Monday

Titan Comics, November 2021

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Hinweise

Homepage von Ben Aaronovitch

Blog von Ben Aaronovitch

dtv über Ben Aaronovitch

Blog von Andrew Cartmel

Wikipedia über Ben Aaronovitch (deutsch, englisch) und Andrew Cartmel

Meine Besprechung von Ben Aaronovitchs „Schwarzer Mond über Soho“ (Moon over Soho, 2011)

Mein Besprechung von Ben Aaronivitchs „Geister auf der Metropolitan Line“ (The furthest station, 2017)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Lee Sullivan/Luis Guerreros „Die Flüsse von London: Autowahn“ (Rivers of London: Body Work, 2016)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Lee Sullivan/Luis Guerreros „Die Flüsse von London – Die Nachthexe“ (Rivers of London: Night Witch, 2016)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Lee Sullivan/Luis Guerrero/Paulina Vassilevas „Die Flüsse von London: Wassergras (Band 6)“ (Rivers of London: Water Weed, 2018)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Brian Williamson/Stefani Rennes „Die Flüsse von London: Mit Abstand! (Band 7)“ (Rivers of London: Action at Distance, 2020)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Christoper Jones/Marco Leskos „Doctor Who – Der siebte Doctor: Tanz auf dem Vulkan“ (Doctor Who – The Seventh Doctor: Operation Volcano, 2018)

Meine Besprechung von Ben Aaronovitch/Andrew Cartmel/Lee Sullivan/Mariano Laclaustras „Die Flüsse von London: Motoren, Magie und Märchen! (Band 8)“ (Rivers of London: The Fey and The Furious, 2020)


TV-Tipp für den 30. April: Flammendes Inferno

April 29, 2023

Arte, 20.15

Flammendes Inferno (The Towering Inferno, USA 1974)

Regie: John Guillermin

Drehbuch: Stirling Silliphant

LV: Richard Martin Stern: The Tower, 1973; Thomas N. Scortia/Frank M. Robinson: The Glass Inferno, 1974

Im 135. Stock feiert Bauherr Duncan in einem Hochhaus eine Einweihungsparty. Das von ihm in San Francisco gebaute Hochhaus ist mit 138 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt. Während sie feiern, bricht einige Stockwerke ein Feuer aus, das das Hochhaus zerstören kann. Feuerwehrchef O’Hallorhan und einige tapfere Männer versuchen die in dem brennenden Haus eingeschlossenen Menschen zu retten.

So sahen in den Siebzigern Superheldenfilme aus: die primäre Superkraft war das Superstardasein. Einige waren sehr tapfere Helden, andere sehr gemeine Feiglinge. Die Drehbücher begnügten sich im Anordnen der Klischees (heute noch mehr als damals) und der Actionszenen, in denen möglichst viel kaputt geht.

Mit gut drei Stunden ist „Flammendes Inferno“ ein abendfüllendes Vergnügen voller Stars und leinwandfüllender Attraktionen. Alle Effekte sind praktische Effekte, weil es damals noch keine CGI gab. Ein Fest für die Stuntmen.

„Flammendes Inferno“ war ein Kassenhit.

Rückblickend war der Katastrophenfilm der letzte große Kinofilm von Steve McQueen.

mit Steve McQueen, Paul Newman, William Holden, Faye Dunaway, Fred Astaire, Susan Blakely, Richard Chamberlain, Jennifer Jones, O.J. Simpson, Robert Vaughn, Robert Wagner

Wiederholung: Montag, 1. Mai, 14.15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Flammendes Inferno“

Wikipedia über „Flammendes Inferno“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Guillermins Agatha-Christie-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, Großbritannien 1978)


TV-Tipp für den 29. April: Broken City

April 28, 2023

Servus TV, 20.15/23.45

Broken City – Stadt des Verbrechens (Broken City, USA 2013)

Regie: Allen Hughes

Drehbuch: Brian Tucker

Billy Taggart, Ex-Cop und inzwischen glückloser Privatdetektiv, soll die Frau des Bürgermeisters observieren. Dieser glaubt, dass sie ihn betrügt.

Biederer Neo-Noir, der mitten im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten spielt und bei dem es um Korruption und illegale Immobiliengeschäfte geht. Die Geschichte ist vertraut (selbstverständlich hat Bürgermeister Hostetler einige Hintergedanken, selbstverständlich stolpert Taggart in eine „Chinatown“-Geschichte, selbstverständlich…). Er ist prominent besetzt. Er liefert einige ungewöhnliche Ansichten von New York und es gibt etwas Action. Am Auffallendsten ist die oft beunruhigende Musik/Soundcollage von Atticus Ross, Leopold Ross und Claudia Sarne. Ross schrieb mit Trent Reznor die Musik für die David-Fincher-Filme „The Social Network“, „Verblendung“ und „Gone Girl – Das perfekte Opfer“.

mit Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones, Jeffrey Wright, Barry Pepper, Natalie Martinez, Kyle Chandler, Griffin Dunne

Hinweise

Moviepilot über „Broken City“

Metacritic über „Broken City“

Rotten Tomatoes über „Broken City“

Wikipedia über „Broken City“ (deutsch, englisch)


Impressionen von der Leipziger Buchmesse 2023

April 28, 2023

Sie ist wieder da: die Leipziger Buchmesse.

Wie andere Großveranstaltungen legte sie wegen der Coronavirus-Pandemie eine Zwangspause ein. Letztes Jahr fand sie nur als spontane Ad-hoc-Messe statt.

Dieses Jahr findet sie, bis Sonntag, am gewohnten Ort im gewohnten Rahmen statt.

Für die erste Post-Pandemie-Ausgabe wurde das Hallenkonzept geändert. Comics und Mangas, die immer populärer werden, sind jetzt in zwei von fünf Hallen präsent. Und wer wollte, konnte, schon vor dem Cosplay-Wettbewerb am 29. April, viele Cosplayer fotografieren.

In den restlichen drei Hallen sind Belletristik- und Sachbuchverlage. Dieses Jahr fielen mir, neben den vielen altbekannte, vertrauten und beliebten Verlagen, mehrere Musikbuchverlage auf. Und es gibt einen von mir ignorierten „Fokus Bildung“. Gefühlt gab es mehr Essensstände. Und es gab selbstverständlich viele Buchvorstellungen und Gesprächsrunden.

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Ben Aaronovitch, der Erfinder von Peter Grant und der „Flüsse von London“-Krimifantasyserie, und „Panini“ Steffen Volkmer beim Signieren. Also, natürlich nur Ben Aaronovitch. Die deutschen Ausgaben seiner Werke erschienen bei dtv und Panini.

Else Laudan vom Argument Verlag vor ihrem Ariadne-Krimiprogramm und ihrer aktuellen Top-Empfehlung für alle, die einen guten Krimi lesen wollen: der neue Roman von Mary Paulson-Ellis „Das Erbe von Solomon Farthing“.

Die helle Macht hinter den immer lesenswerten Noirs des „Polar“-Verlages: Jürgen Ruckh, Britta Kuhlmann und Wolfgang Franßen (von links nach rechts)

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Demnächst: mein auf der Leipziger Buchmesse geführtes ausführliches und, wie ich finde, sehr informatives Gespräch mit Kim Sherwood („James Bond: Doppelt oder Nichts“) und Christopher Golden (zuletzt „Road of Bones – Straße des Todes“).


TV-Tipp für den 28. April: Berüchtigt

April 27, 2023

3sat, 23.50

Berüchtigt (Notorious, USA 1946)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Ben Hecht

Ein romantischer Thriller über eine Frau, die als Tochter eines Nazis zwischen zwei Männern steht (naja, am Ende eher liegt): einem FBI-Agenten, der Nazis jagt und sie daher undercover zu einem Freund ihres Vaters schicken will, und einem Schurken, der sie heiraten will. Oder in den Worten der großen Filmkritikerin Frieda Grafe: in dem Film geht es „um Männer, die Frauen verachten, weil sie tun, wozu Männer sie zwingen.“

Truffaut nannte „Notorious“ Hitchcocks Quintessenz. Recht haben beide.

In Deutschland wurde “Berüchtigt”in den Fünfzigern als “Weißes Gift” gestartet und aus den Nazis wurden Drogenhändler. Später wurde die Synchronisation geändert.

Mit Ingrid Bergman, Gary Grant, Claude Rains, Louis Calhern

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Berüchtigt“

Wikipedia über „Berüchtigt“ (deutsch, englisch) und über Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Ben Hechts „Von Chicago nach Hollywood – Erinnerungen an den amerikanischen Traum“


Neu im Kino/Filmkritik: Sie sind „Champions“ – und haben bis jetzt jedes Spiel verloren

April 27, 2023

Minor-League-Basketballtrainer Marcus (Woody Harrelson), ein Rechthaber und Choleriker, hat mal wieder Mist gebaut. Dafür und weil er sich vor Gericht schlecht benimmt und, vielleicht, weil die von ihm genervte Richterin ihm eine Lektion erteilen will, verurteilt sie ihn nicht zu einer Geldstrafe, die er fluchend bezahlen würde, sondern zu Sozialstunden. Er muss einige Jugendliche trainieren. Dummerweise sind diese Jugendlichen ein Trupp Behinderter. Körperlich sind sie Erwachsene. Geistig sind sie auf dem Niveau von Kindern, die alles außer Disziplin haben. Begeistert spielen sie Basketball. Aber die Regeln des Spiels kennen sie nicht. Sie sind ihnen auch egal. Ein Team, das irgendwie zusammen spielt und versucht zu gewinnen, sind sie auch nicht.

Für Marcus sind sie schon auf dem ersten Blick eine Vollkatastrophe. Doch jetzt soll er aus ihnen eine Mannschaft formen und sie auf den Weg zu einer regionalen Meisterschaft führen.

Auch wer das Original – Javier Fessers spanischen Kassenhit „Wir sind Champions (Campeones, 2018) – nicht kennt, weiß, wie die Geschichte zwischen dem cholerischen Trainer und den herrlich untalentierten Spielern sich entwickeln wird. Bobby Farrelly, der Co-Regisseur von „Kingpin“ (ebenfalls mit Woody Harrelson) und „Verrückt nach Mary“, inszenierte in seinem Solo-Regiedebüt eine Feelgood-Komödie, die ihr Herz auf dem rechten Fleck hat und von ihren Schauspielern und ihrem Zusammenspiel lebt.

Der Feelgood-Film „Champions“ ist kurzweilig, amüsant, mit einigen göttlichen Basketball-Spielern und einem Trainer, der dank ihnen zu einem besseren Menschen wird. So wie es sich für einen Feelgood-Film gehört. 

Champions (Champions, USA 2023)

Regie: Bobby Farrelly

Drehbuch: Mark Rizzo (basierend auf David Marqués/Javier Fessers „Wir sind Champions“)

mit Woody Harrelson, Kaitlin Olson, Matt Cook, Ernie Hudson, Cheech Marin, Madison Tevlin, Joshua Felder, Kevin Iannucci, Ashton Gunning, Matthew Von Der Ahe, Tom Sinclair, James Day Keith, Alex Hintz, Casey Metcalfe, Bradley Edens

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Moviepilot über „Champions“

Metacritic über „Champions“

Rotten Tomatoes über „Champions“

Wikipedia über „Champions“

Meine Besprechung von Javier Fessers „Wir sind Champions“ (Campeones, Spanien 2018)


TV-Tipp für den 27. April: I, Robot

April 26, 2023

Vox, 22.00

I, Robot (I, Robot, USA 2004)

Regie: Alex Proyas

Drehbuch: Jeff Vintar, Akiva Goldsman

LV: Isaac Asimov: I, Robot, 1950 (Ich, der Robot, Kurzgeschichtensammlung)

2035: Roboter nehmen uns viele Aufgaben ab. Als der Chefkonstrukteur der Firma US Robotics in den Tod stürzt, glaubt Polizist und Roboterhasser Del Spooner, dass der Konstrukteur von einem Roboter umgebracht wurde. Niemand glaubt ihm.

Unterhaltsamer SF-Actionthriller, der von Asimov vor allem die drei Robotergesetze übernommen hat. Denn Proyas interessiert sich vor allem für Design und Entertainment.

mit Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell, Bruce Greenwood, Chi McBride, Shia LaBeouf

Wiederholung: Samstag, 29. April, 23.05 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über “I, Robot”

Wikipedia über „I, Robot“ (deutsch, englisch)

Homepage von Isaac Asimov