Bis dann, mein Sohn(Di jiu tian chang, Volksrepublik China 2019)
Regie: Wang Xiaoshuai
Drehbuch: A Mei, Wang Xiaoshuai
TV-Premiere. Dreistündiges, drei Jahrzehnte umspannendes, nicht chronologisch erzähltes Epos, das von zwei normalen Familien und ihrem Leben in einem sich ab den frühen Achtzigernrapide wandelndem China erzählt.
Wang Xiaoshuai („Beijing Bicycle“) erzählt das mit großem Atem und mit vielen Andeutungen, die wahrscheinlich nur für Chinesen verständlich sind. Ich empfand am Ende des Films jedenfalls mehr Bewunderung für alle möglichen Aspekte das Films als Begeisterung für das gesamte Werk.
Auf der Berlinale erhielten Yong Mei als beste Darstellerin und Wang Jingchun als bester Darsteller einen Silbernen Bären.
Als die Wilsons einige bedrohlich wirkende Menschen in der Einfahrt zu ihrem Haus stehen sehen, wird ihr Urlaub zu einem Horrortrip. Denn diese sich seltsam bewegenden Wesen in roten Overalls sind ihre Ebenbilder – und sie wollen sie umbringen.
TV-Premiere. „Get out“ Jordan Peeles zweiter Film: nicht so gut wie sein grandioses Debüt. Starke Bilder, starke Szenen, aber mit massiven Schwächen in der Geschichte.
Cathy Marie (Audrey Lamy) hat genug von ihrer Chefin. Die betreibt ein nobles Sterne-Restaurant, hat im Fernsehen eine erfolgreiche Kochshow und einen Kontrollfetisch. In ihrem Restaurant werden nur ihre Kreationen in der von ihr gewünschten Zubereitung hergestellt. Cathy bereitet es anders zu und wird dafür von ihrer Chefin heruntergeputzt. Verärgert kündigt sie. Die Vierzigjährige denkt sich, dass sie mit ihrem Lebenslauf schnell in einem anderen Nobelrestaurant angestellt wird.
Dem ist nicht so. Fast schon verzweifelt bewirbt sie sich auf eine Anzeige, die, wie sie schon beim ersten Blick auf das heruntergekommene, abseits gelegene Gebäude feststellt, etwas blumig formuliert wurde. Die angekündigte Küche ist nicht etwas, sondern weit unter ihrem Niveau. Angesichts ihrer hoffnungslosen Lage nimmt sie die Stelle als Kantinenköchin in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge trotzdem an.
Schockiert bemerkt sie an ihrem ersten Tag, dass die Zubereitung des Essens hier aus dem Erhitzen von vorgefertigten Zutaten besteht. Das wird sie ändern. Auch wenn ihr der Leiter des Hauses erklärt, für ein besseres Essen reiche das Geld nicht und die Jugendlichen seien zufrieden mit der Dosenravioli, solange sie warm ist und pünktlich auf dem Tisch steht.
„Die Küchenbrigade“ ist der neue Film von Louis-Julien Petit. Sein letzter Film war das warmherzige, äußerst gelungene Drama „Der Glanz der Unsichtbaren“ über eine von der Schließung bedrohte Tagesstätte für obdachlose Frauen.
Dieses Mal stehen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Mittelpunkt des Films. Wenn sie nicht vor ihrem 18. Geburtstag eine Ausbildung beginnen, werden sie abgeschoben. Diese Flüchtlinge werden, wie die Frauen im „Glanz der Unsichtbaren“, von Laien gespielt, die sich letztendliche selbst spielen.
Trotz all der Probleme, die die Figuren in dem Film haben, und die auch angesprochen werden, erzählt Petit die Geschichte als Feelgood-Movie mit einer begrüßenswerten Botschaft.
Das Problem des Films ist nur, wie sie hier präsentiert wird. Deshalb ist „Die Küchenbrigade“ eine Sozialkomödie, die nicht so gelungen wie sein vorheriger Film ist.
Natürlich muss in einem Film einiges verdichtet und zugespitzt werden. So ist das Essen in dem Heim überirdisch schlecht. Es gibt sehr wenig, eigentlich überhaupt kein Personal. Das Haus ist riesig, aber nur wenige Zimmer werden bewohnt. Das alles muss man im Rahmen der Konventionen eines humoristischen Feelgood-Dramas hinnehmen. Ebenso dass alle sehr schnell bei der im zwischenmenschlichen Umgang schwierigen Cathy Kochen auf höchstem Niveau lernen wollen.
Ärgerlich wird es am Ende des Film. Sobald Cathy sich um einen Auftritt in der Kochshow ihrer früheren Chefin bewirt, wird die Geschichte unglaubwürdig. Das live ausgestrahlte Finale der Kochshow, in der Cathy zu den Finalisten gehört, ist eine einzige Abfolge unplausibler und nur scheinbar überraschender Wendungen. Dieser Teil wirkt, als habe das Team einer Daily-Soap die Macht am Set übernommen.
„Die Küchenbrigade“ gehört, mit Lamby und Cluzet in den Hauptrollen, zum sozial bewusstem französischem Starkino. Öfter wirkt es so, als würde das Schicksal der Flüchtlinge für den Film ausgebeutet. Sie dürfen irgendwann im Film kurz aus ihrem Leben erzählen, aber im Mittelpunkt steht die biestige Cathy mit ihren Problemen. Und das Finale folgt der sich nicht um Realismus kümmernden Dramaturgie schlechter US-amerikanischer Feelgood-Movies.
Die Küchenbrigade(La brigade, Frankreich 2022)
Regie: Louis-Julien Petit
Drehbuch: Louis-Julien Petit, Liza Benguigui-Duquesne, Sophie Bensadoun, Thomas Pujol (in Zusammenarbeit mit) (nach einer Idee von Sophie Bensadoun)
mit Audrey Lamy, François Cluzet, Chantal Neuwirth, Fatou Kaba, Yannick Kalombo
LV: J. G. Ballard: High-Rise, 1975 (Der Block, Hochhaus, High-Rise)
Der Neurophysiologe Dr. Robert Laing zieht in ein am Stadtrand von London liegendes modernes Hochhaus. Als er seine Mitbewohner kennenlernt, bemerkt er die Klassengesellschaft im Haus, die Konflikte zwischen den Stockwerken und ihre dekadente Vergnügungssucht.
Sehr düstere Satire auf die Gesellschaft und den Kapitalismus, toll besetzt, glänzend und sehr stilbewusst inszeniert von Ben Wheatley.
Wer sind die Bettler, die in Großstädten in Unterführungen und Eingängen von Einkaufspassagen sitzen und an denen wir meistens vorbeigehen?
Andrei Schwartz hat einige dieser Bettler über mehrere Jahre beobachtet und auch in ihr Heimatdorf Namaiesti in Rumänien begleitet. Es ist ein Dorf, in dem die Moderne noch lange nicht angekommen ist und in dem, so scheint es im Film „Europa Passage“, alle von minimalen staatlichen Leistungen und dem Betteln leben. Die Dorfbewohner können nicht lesen und schreiben. Sie können deshalb nur schlecht bezahlte Hilfsarbeiten annehmen, für die man nicht lesen und nichts aufschreiben muss. Stehlen wollen sie nicht. Also bleibt nur noch das Betteln. Sie tun es in Hamburg. Immer einige Wochen oder Monate. Dann kehren sie zurück nach Namaiesti. Und eine Monate später reisen wie wieder nach Hamburg.
Es ist ein Kreislauf, der gegen Ende von Schwartz‘ Hauptprotagonisten Mariana und Ion Luca durchbrochen wird. Er hat eine Arbeit gefunden, die er länger ausüben will. Sie bettelt weiter, weil sie sonst nichts zu tun hat. Sie holen ihre Enkelin nach Hamburg. Sie soll zur Schule gehen
Schwartz wurde 1955 in Bukarest geboren. Seit 1973 lebt der Rumäne in Deutschland. In seinen mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Dokumentarfilmen beschäftigt er sich immer wieder mit Rumänien, dem Leben in Rumänien und dem Leben von Rumänen in Deutschland.
Für seinen neuen Film begleitete er die aus Namaiesti kommenden Roma über fünf Jahre. Aus dem Material montierte er einen chronologisch erzählten, weitgehend ruhig beobachtenden Dokumentarfilm. Es gibt nämlich auch längere Gespräche mit ihnen, in denen sie über sich, ihr Leben und ihre Hoffnungen reden. Er lässt sie zu Wort kommen, verleiht ihnen eine Stimme und hört ihnen geduldig zu.
Mit zunehmender Laufzeit ist dieser klare und unkommentierte Fokus auf diese Romafamilien eine störende Limitierung. Wir erfahren nämlich nicht, warum das Dorf so arm ist, warum der Staat nichts gegen die Armut unternimmt und warum die Bewohner dort bleiben, auch wenn sie wissen, dass ihre Kinder dort keine Zukunft haben.
Wir erfahren, außer wenn sie es selbst in einem Gespräch sagen, auch nichts über die Hilfsangebote in Hamburg und den Umgang der Stadt mit ihnen. So wurden sie immer wieder aus dem Winternotprogramm für Obdachlose ausgeschlossen.
Und es ist schon etwas auffallend, dass alle Roma, die er zeigt, ehrliche Bettler sind.
In jedem Fall wird man nach dem Dokumentarfilm „Europa Passage“ die Bettler mit anderen Augen betrachten. Falls man sie vorher überhaupt wahrgenommen hat.
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nico Lathouris
Mad Max (Tom Hardy) flüchtet mit Imperator Furiosa (Charlize Theron) und einigen Frauen vor Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) durch die Wüste.
Action satt in einer zweistündigen Leistungsschau der Stuntmänner, der Kameraleute und der CGI-Leute. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern war ich nicht so wahnsinnig begeistert von diesem vierten „Mad Max“-Film.
„Moonage Daydream“ ist kein konventioneller Dokumentarfilm, der in zwei Stunden chronologisch das Leben eines Künstlers zusammenfasst, sondern ein über zweistündiges gigantisces David-Bowie-Mash-Up, das rudimentär seiner Lebensgeschichte folgt. Es gibt also, ziemlich chronologisch präsentiert, seine Hits. Dazu plündert Brett Morgen („Cobain: Montage of Heck“), mit Erlaubnis vn Bowies Erben, das David-Bowie-Archiv. Er präsentiert neben bekannten Aufnahmen auch bislang unbekannte oder verschollen geglaubte Aufnahmen. Es gibt Konzertmitschnitte, Musikvideos, Privataufnahmen, Talkshowauftritte und Auschnitte aus den Filmen, in denen Bowie mitspielte. Diese Bilder schneidet Morgen munter unter die Songs, was dazu führt, dass auch bei Live-Auftritten Bowies Lippen sich nicht synchron zum Liedtext bewegen. Gleichzeitig wechselt Bowie seine Kostüme und er wird auch mal zwanzig, dreißig Jahre älter oder jünger. Der Erkenntnisgewinn von diesen Bilderschnipseln ist gering. Außer dass Bowie auf der Bühne immer gut aussah.
Dazwischen werden Statements von Bowie als kluge Sätze in den Film hineingeschnitten, ohne dass ersichtlich wird, wann und welchem Zusammenhang sie gesagt wurden. Andere Musiker und Künstler, mit denen Bowie zusammen arbeitete, kommen nicht vor. In „Moonage Daydream“ dreht sich alles um David Bowie. Das geht so weit, dass sogar bei den vielen Konzertschnipseln immer nur Bowie im Bild ist.
So entsteht das Bild eines einsamen, von der Welt isolierten Künstlers. Bowie ist hier wieder der Mann, der vom Himmel fiel. Aus diesem Science-Fiction-Film gibt es mehrere Ausschnitte. Aus anderen Bowie-Filmen, wie „Begierde“ oder „Die Reise ins Labyrinth“, nur einen sekundenlangen Ausschnitt, quasi ein längeres Standbild. Länger ist er allein in einem Boot auf einem Fluss in Asien oder allein beim Malen zu sehen. Einmal geht er, ebenfalls allein, einen Gang hinunter und betritt einen Fahrstuhl.
Ergänzt werden die vielen Bilder von David Bowie von einigen Ausschnitten aus sattsam bekannten Filmklassikern, wie „Metropolis“.
Dieser Bilderbrei ist wie ein YouTube-Abend mit Zufallsauswahl, bei dem jemand einem eine Pistole an die Stirn hält und zum Ansehen von jedem einzelnem Bild zwingt.
Das ist sogar für einen Bowie-Fan eine Tortur. Jedenfalls wenn er mehr als einen ermüdenden David-Bowie-Mash-Up will.
One! Two! Three! Let’s Rock! Mit David Bowies ungeliebtem, nichtsdestotrotz grandiosem Projekt „Tin Machine“, das auch in „Moonage Daydream“ ignoriert wird. Play it loud.
Als sie auf der Fahrt zu ihren Eltern an einer Tankstelle anhalten, geht Lisa Spann kurz auf die Toilette. Ihr Mann Will, ein mit ihr in Manchester, New Hampshire lebender, gut verdienender Immobilienentwickler, bezahlt nach dem Tanken – und muss entsetzt feststellen, dass Lisa spurlos verschwunden ist. Er informiert die Polizei. Die nimmt sich des Falls mit überschaubarem Engagement auf. Der die Ermittlung leitende Detective Patterson verdächtigt ihn sogar, etwas mit Lisas Verschwinden zu tun zu haben.
Um seine Unschuld zu beweisen und weil er über das träge Ermittlungstempo der Polizei verärgert ist, beginnt Will sie auf eigene Faust zu suchen. Denn trotz Ehekrise liebt er Lisa immer noch und er hat nichts mit ihrem Verschwinden zu tun.
„Chase“ ist ein 08/15-Thriller, der eine bekannte Geschichte noch einmal erzählt. Große Überraschungen gibt es nicht, wenn Gerard Butler sich durch das US-amerikanische Hinterland kloppt und ballert.
Eigentlich ist „Chase“ kein Film fürs Kinos, sondern für den gemütlichen Heimkinoabend des genügsamen Actionfans, der sich nicht noch einmal eine der vielen besseren Versionen dieser Geschichte ansehen will. „R. I. F. – Ich werde dich finden!“ (der am Sonntag, den 17. September, um 22.00 Uhr, am Dienstag, den 20. September, um 23.10 Uhr und am Samstag, den 23. September, um 00.25 Uhr von dem TV-Sender One gezeigt wird) wäre hier zu nennen; vor allem weil ich beim Lesen der Synopse spontan dachte, „Chase“ sei ein Remake von „R. I. F. – Ich werde dich finden!“. Ist es nicht. „Chase“ ist eine eigenständige Geschichte. „Breakdown“, „Spurlos verschwunden“ und das fünf Jahre später entstandene US-Remake „Spurlos“ könnten ebenso genannt werden. Neben mindestens einem Dutzend weiterer Filme, die die Geschichte der spurlos verschwundenen Ehefrau packender erzählen und in denen zwischem ihrem Verschwinden und der Erklärung für ihr Verschwinden nur wenige Stunden vergehen.
Chase(Last seen alive, USA 2022)
Regie: Brian Goodman
Drehbuch: Marc Frydman
mit Gerard Butler, Jaimie Alexander, Russell Hornsby, Ethan Embry, Michael Irby, Cindy Hogan, Bruce Altman
Ein Industrieller wird entführt – und noch ehe das Lösegeld bezahlt wird, werden immer mehr schmutzige Details über ihn bekannt. Das beeinflusst selbstverständlich auch die Verhandlungen.
„Spannender, gut gespielter Thriller“ (Lexikon des internationalen Films), der für vier Césars nominiert war (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin).
mit Yvan Attal, Anne Consigny, André Marcon, Francoise Fabian, Alex Descas
David und Georgia Cotton sind bereits seit Jahren geschieden, aber ihre gemeinsame Tochter bringt sie immer wieder zusammen. Zum Beispiel bei ihrer Abschlussfeier oder zur Hochzeit. Denn nach dem Abschluss ihres Jurastudiums flog Lily mit ihrer besten Freundin und einem Stapel Bücher (die fortan im Film keine Rolle mehr spielen) nach Bali. Dort verliebt sie sich sofort unsterblich in Gede, einen Algenbauern.
Einige Tage später lädt sie ihre Eltern zur Hochzeit ein. Schon auf dem Hinflug beschließen David und Georgia alles zu tun, damit ihre Tochter nicht den gleichen Fehler begeht, den sie ihrer Heirat begingen. Sie wollen die Hochzeit verhindern. Auch mit schmutzigen Tricks. Spätestens jetzt kann man sich die weitere Story dieser RomCom ausmalen.
Diese Vorhersehbarkeit ist nicht das größte Problem des Film. Schließlich sollen Menschen genau wegen dieser RomCom-Story ins Kino gehen, einige Male lachen und viele Taschentücher verbrauchen bis das Liebespaar sich am Ende in die Arme fällt. Dann ist eine weitere Packung Tempo-Taschentücher fällig. Wenn das gut gemacht ist, entsteht ein Film wie „Pretty Woman“.
Außerdem hat Ol Parker („Mamma Mia! Here we go again“) einige sympathische Schauspieler und einen fotogenen Drehort. Gedreht wurde allerdings nicht in Bali, sondern in Australien in Queensland. Nur ein Drehbuch hat Parker nicht, oder, wenn doch, wurde es während des Drehs ignoriert zugunsten von Improvisationen und viel Spaß am Set.
Besonders Julia Roberts und George Clooney amüsieren sich glänzend. Sie sind miteinander befreundet und spielten bereits in mehreren Filmen zusammen. Zuletzt 2016 in dem Thriller „Money Monster“.Roberts ist sympathisch wie immer. Clooney grimassiert sich dagegen erstaunlich unsubtil durch den Film.
Die Story selbst besteht aus läppischen Sabotageakten von David und Georgia, uralten Südsee-Klischees über sympathische Einheimische, fotogene Strände und gefährliche Tempel, verkorksten Witzen und lieblos behandelten Nebenfiguren.
Schnell und erstaunlich zielsicher steuert diese RomCom in Richtung Totalkatastrophe.
Ticket ins Paradies (Ticket to Paradise, USA 2022)
Regie: Ol Parker
Drehbuch: Ol Parker, Daniel Pipski
mit George Clooney, Julia Roberts, Kaitlyn Dever, Maxime Bouttier, Lucas Bravo, Billie Lourd
Flightplan – Ohne jede Spur (Flightplan, USA 2005)
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Peter A. Dowling, Billy Ray
Kyle fliegt mit ihrer sechsjährigen Tochter von Deutschland in die USA. Als sie im Flugzeug nach einem Nickerchen aufwacht, ist ihre Tochter verschwunden und alle behaupten, ihre Tochter niemals gesehen zu haben. Kyle beginnt sie in dem riesigen Flugzeug zu suchen.
Robert Schwentkes erster Hollywood-Film: ein von der Kritik nicht so geliebter, an der Kinokasse erfolgreicher Thriller. Spannende Unterhaltung
mit Jodie Foster, Peter Sarsgaard, Sean Bean, Marlene Lawston, Erika Christensen, Michael Irby
Rächer der Enterbten (The true story of Jesse James, USA 1956)
Regie: Nicholas Ray
Drehbuch: Walter Newman (nach dem Drehbuch für den Film „Jesse James“ von Nunnally Johnson)
Die Geschichte von Jesse James, der im Wilden Westen ein berüchtigter Bankräuber war. „…denn sie wissen nicht, was sie tun“-Regisseur Nicholas Ray hatte einen experimentelleren Film geplant. Das Studio verlangte eine konventionelle, chronologisch erzählte Version. Der so entstandene Western ist vor allem etwas für die Nicholas-Ray-Komplettisten.
Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter, fast unbekannter Belmondo-Film aus seiner kommerziellen Phase. Zwischen all die sicheren Kassenhits schob er einen Film, der eigentlich auch ein Kassenhit hätte werden können. Nämlich ein 1933/34 spielendes, auf einem wahren Skandal basierendes Politdrama. Im Zentrum steht der titelgebende Finanzjongleur und Hochstapler Alexandre Stavisky (Jean-Paul Belmondo). Mit seinen Finanzmanipulationen gefährtet er die französische Regierung gefährdet und stirbt unter ungeklärten Umständen.
„Stavisky“ war der erste Film von Belmondos Produktionsfirma. Und ein ziemlicher Flop an der Kinokasse. Der Grund dafür war, wenn die Kritiken stimmen, nicht die mangelnde Qualität des Films oder dass er ’schlecht‘ ist, sondern dass er zu gut, zu komplex, zu anspruchsvoll ist. Also dass es sich um einen wirklich gelungenen Film handelt.
Anschließend zeigt Arte um 23.25 Uhr die brandneue, einstündige Doku „Alain Resnais: Ein neues Kino wagen“.
Zu Alain Resnais‘ weiteren Filmen gehören „Hiroshima, mon amour“, „Letztes Jahr in Marienbad“ (L’Année dernière à Marienbad) und „Das Leben ist ein Chanson“ (On connaît la chanson).
mit Jean-Paul Belmondo, François Périer, Anny Duperey, Michael Lonsdale, Claude Rich, Charles Boyer, Gérard Depardieu
Schön schwarzhumorige, auf wahren Ereignissen basierende Satire auf den American Way of Life: White-Trash-Eiskunstläuferin Tonya Harding kämpft um ihren Platz auf dem Siegerpodest. Nicht immer mit legalen Mitteln.
mit Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney, Julianne Nicholson, Paul Walter Hauser, Bobby Cannavale, Bojana Novakovic, Caitlin Carver, Maizie Smith, Mckenna Grace
Elise Gautier ist jung. Sie tanzt durch das Leben. Als Balletttänzerin. Und sie steht kurz vor dem großen Durchbruch. Da sieht sie während einer Aufführung von „La Bayadère“ (Die Tempeltänzerin), wie ihr Freund sie mit einer anderen Tänzerin betrügt. Kurz darauf stürzt sie auf der Bühne unglücklich. Sie verletzt sich am Knöchel.
Ihre Ärztin empfiehlt ihr eine zweijährige Auszeit. In dieser Zeit kann die Verletzung am Knöchel vollständig heilen. Elise will diesen Ratschlag nicht akzeptieren. Sie ist jetzt 26 Jahre. Sie muss jetzt tanzen. In zwei Jahren, mit dann fast dreißig Jahren, ist sie zu alt.
Trotzdem und notgedrungen, weil sie im Moment kaum gehen, geschweige denn Tanzen kann, nimmt sie eine Auszeit. Der Koch Loïc und seine Freundin nehmen sie mit zu einem in der Bretagne liegendem Künstlerwohnheim. Dort hilft sie ihnen etwas beim Kochen und beobachtet die anderen Künstler, die in der Herberge einige Zeit verbringen. Unter anderem ein Tanzensemble, das nicht klassisches Ballett, sondern modernes Ballett tanzt.
Es ist die renommierte (real existierende) Hofesh Shechter Dance Company. Sie probt ihr Stück „Political Mother: The Choreographer’s Cut“. Hofesh Shechter bietet Elise an, mit ihnen zu tanzen.
1961. Das ist wahrscheinlich die erstaunlichste Zahl bei Cédric Klapischs neuem Film „Das Leben ein Tanz“. 1961 wurde Klapisch geboren. Er ist jetz in dem Alter, in dem andere Regisseure Filme über Eltern und ihre Probleme mit ihren erwachsenen Kindern oder über den Tod des geliebten Partners und die darauf folgende Trauer oder über das Ende des Arbeitslebens und den Ruhestand erzählen. Es sind Filme für Gleichaltrige, die die Jahre bis zu ihrer Beerdigung zählen und in denen sie sich wehmütig an ihre Jugend erinnern.
Nicht so bei Cédric Klapisch. Sein Film ist durch und durch jugendlich. Er versprüht die Kraft und den Optimismus der Jugend. Es geht darum, Chancen zu ergreifen und seinem Leben eine neue Richtung geben.
Gleichzeitig ist „Das Leben ein Tanz“ ein fulminanter Ballettfilm. Zuerst porträtiert Klapisch ausführlich die Welt des klassischen Balletts. Mit vielen Balletttänzern. Auch Elise wird von einer Tänzerin gespielt. Marion Barbeau ist seit 2018 ist Erste Tänzerin des
Balletts der Opéra National de Paris. „Das Leben ein Tanz“ ist ihr Schauspieldebüt. Danach, in dem Künstlerhotel, zeigt Klapisch eine ganz andere, von ihm ebenfalls geliebte Art des Balletts. Elise, die auf das klassische Ballett schwört, lehnt das moderne Ballett als mindere Tanzform zunächst heftig ab. Dann beobachtet sie das Ensemble, wird zum Mittanzen eingeladen und tanzt, zunächst zögernd, mit. Klapisch verlässt sich in den Szenen darauf, dass das Zeigen des modernen Tanzes auch beim Zuschauer ausreicht, um zu verstehen, wie Elise ihre Meinung ändert und was sie im modernen Ballett entdeckt. Außer der Freude, sich wieder bewegen zu können. Mit Mehdi, in den sie sich auch verliebt.
Neben den ausführlich gezeigten Tanzszenen, umgibt Klapisch Elise von einem Ensemble sympathischer Figuren. Das sind, vor allem, Loïc, der sie bekocht, sich immer wieder heftig mit seiner Freundin streitet und versöhnt, die Herbergsmutter Josiane, deren Talent darin besteht, Künstlern einen Ort für Kreativität zu geben, Elises verständnisvoller New-Age-Psychotherapeut Yann, der unsterblich in Elise verliebt ist und die seine Gefühle ignoriert, und Elises Vater, der als Witwer mit drei erwachsenen Töchtern, immer noch an erster Stelle Anwalt und Büchernarr ist.
Das macht „Das Leben ein Tanz“ zu einer wunderschönen Liebeserklärung an das Ballett und einem lebensbejahendem und witzigem Musical.
Das Leben ein Tanz(En Corps, Frankreich 2022)
Regie: Cédric Klapisch
Drehbuch: Cédric Klapisch, Santiago Amigorena
mit Marion Barbeau, Hofesh Shechter, Denis Podalydès, Muriel Robin, Pio Marmaï, François Civil, Souheila Yacoub, Mehdi Baki
An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.
Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war.
Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.
Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht
Sie rasen im selbstmörderischen Tempo in hochgetunten Motorbooten durch die Lagune von Venedig. Zwischen diesen Jungen gibt es einen Wettbewerb, wer am schnellsten Fahren kann. Der aktuelle Rekord mit einen Barchini, das offiziell keine zehn Stundenkilometer fahren darf, liegt bei über achtzig Stundenkilometern. Daniele will noch schneller fahren.
Wenn die spärlich bekleideten Jungs nicht gerade durch die Lagune brettern, fahren sie durch die Kanäle von Venedig. Tags. Nachts. Oder sie veranstalten in einer Ruine mit Blick auf das Wasser eine Techno-Disco.
Yuri Ancarani beobachtet das eher lethargische Treiben der Jungen und ihrer Mädchen. Er ist ein Videokünstler, der bereits mehrere dokumentarische Kurzfilme und den längeren Dokumentarfilm „Die Herausforderung“ (The Challenge, 2016), über die in Katar von vermögenden Scheichs ausgeübte Falkenjagd, drehte.
In seinem neuen Film „Atlantide“ interessiert er sich für eine andere Gemeinschaft. Nämlich die der in der Lagune von Venedig Barchini fahrenden Jugendlichen. Über mehrere Jahre begleitete Ancarani sie und ließ dabei die Kamera laufen. Der so entstandene Film ist dann ein nicht erzählender, eher dokumentarischer als fiktionaler Film.
Ancanari inszeniert die jungen Italiener, die von ihrem Habitus an das von Pier Paolo Pasolini vor Jahrzehnten porträtierte Subproletariat erinnern, vor allem als Körper. Er beobachtet sie, wenn sie sich in der Sonne langweilen. Er lässt sie reden. Er sitzt im Boot, wenn sie endlos durch Venedig und die Lagune fahren und dabei Eurotechno hören. Dabei bleiben sie Gesichter, über die wir nichts erfahren. Auch weil sie, wenn sie reden, sich nur über Banalitäten unterhalten und genausogut schweigend in ihren Booten sitzen könnten.
„Atlantide“ beschreibt einen unklaren Zustand, ohne Vergangenheit und Zukunft. Es ist eine Momentaufnahme; meist mit videoclipartig überhöhten Bildern. Wer sich darauf einlassen kann, wird einen sogartigen Musikclip sehen. Wer sich, auch weil ihn die Musik nicht anspricht, nicht darauf einlassen kann, wird sich elendig langweilen über diese gut zweistündige Präsentation von Oberfläche, die in einem Museum als Installation nicht fehlplatziert wäre.
In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Blerta Basholli die Geschichte von Fahrije Hoti, einer im Kosovo lebenden Frau. 1999, nach dem Ende des Kosovo-Krieges, ist ihr Mann vermisst; wahrscheinlich ist er tot. In jedem Fall muss die zweifache Mutter ihre Familie versorgen. Und dafür wird sie Unternehmerin. Sie beginnt den hausgemachten Ajvar, eine Paprikapaste, in einem Supermarkt zu verkaufen. In der patricharchlischen Dorfgemeinschaft stößt das vor allem bei den Männern auf erbitterten, auch gewalttätigen Widerstand. Die Frauen des Dorfes, die vor ähnlichen Problemen wie Fahrije stehen, sehen in Fahrijes Unternehmen schnell die Chance, dringend für ihre Familien benötigtes Geld zu verdienen.
Und so wird, gegen zahlreiche Widerstände, schnell aus einem Ein-Frau-Betrieb ein expandierendes Gewerbe.
„Hive“ endet mit mehreren Bildern von Fahrije Hoti und den anderen Frauen aus dem Dorf, die mit ihr die Paprikaste herstellten. In dem Moment dachte ich, dass ich lieber einen Dokumentarfilm gesehen hätte über Fahrije Hoti, wie sie ihre Frauengenossenschaft gegen Widerstände aufbaute, expandierte und zu einer im Land bekannten Kämpferin für Frauenrechte wurde. Heute beschäftigt sie fünfzig Frauen und die Genossenschaft stellt über vierzig verschiedene Produkte her.
Basholli erzählt Fahrijes Geschichte nah an den Fakten, chronologisch, etwas bieder, sehr ernsthaft und immer nah an den Figuren, vor allem an Fahrije. Der zeitgeschichtliche Hintergrund, der Kosovo-Krieg, wird nicht vertieft. Er ist für alle präsent. Die Frauen sind Witwen oder ihre Männer gelten als vermisst.
Stattdessen werden die gesellschaftlichen Strukturen, gegen die Fahrije sich wehrt, ständig thematisiert. Es ist eine patriarchalische Gesellschaft, die immer noch an überkommenen Traditionen, wie dem Mann als Ernährer der Familie, festhält. Bis die Frauen nicht mehr mitmachen.
James Bond: Stirb an einem anderen Tag (Die another day, USA/Großbritannien 2002)
Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002
Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.
Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.
Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna
Der Titel lässt es schon erahnen: „Orphan: First Kill“ erzählt eine Vorgeschichte und damit ist auch klar, wer überlebt.
Das titelgebende Waisenkind ist Esther und im Gegensatz zum ersten Film, in dem ihre Identität erst gegen Ende als große Überraschung enthüllt wird, wird uns das hier gleich in den ersten Minuten, die 2007 in Estland im Saarne Institut spielen, verraten. Esther, die in diesem Moment unter ihrem Geburtsnamen Leena Klammer in der Anstalt lebt, sieht aus wie ein Kind, ist aber eine 31-jährige Frau, die ihre Umgebung manipuliert und wegen schlimmer Verbrechen in der Anstalt sitzt.
Ihr gelingt der Ausbruch.
In einer Vermisstenanzeige bemerkt sie eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ihr und der vor vier Jahren in den USA spurlos verschwundenen Esther Albright. Sogar das Alter würde passen. Also nimmt sie Esthers Identität an und kommt nach Darien, Connecticut, wo Esthers Familie sie herzlich aufnimmt.
Kurz darauf bemerkt sie, dass sie sich nicht in eine harmlose, begüterte Heile-Welt-Familie eingeschlichen hat.
Wie misslungen „Orphan: First Kill“ ist, liegt daran, ob man den Horrorthriller mit dem Original oder Willam Brent Bells vorherigen Filmen vergleicht.
Jaume Collet-Serra inszenierte 2009 das Original „Orphan – Das Waisenkind“. Damals spielten Vera Farmiga und Peter Sarsgaard das Ehepaar, das die neunjährige Waise Esther adoptiert und sich den Teufel ins Haus holt. Isabelle Fuhrman spielte damals und jetzt im Prequel Esther.
Nach dem Horrorthriller inszenierte Collet-Serra mehrere gelungene Actionthriller mit Liam Neeson. Sein neuester Film ist, mit Dwayne Johnson, der Ende Oktober startende DC-Superheldenfilm „Black Adam“.
„Orphan – Das Waisenkind“ war als Einzelfilm gedacht. Und, obwohl er inzwischen Kultstatus hat, hat eigentlich niemand eine Fortsetzung erwartet. Einmal weil Esther am Ende des Films tot ist (wobei gestandene Horrorfilmfans wissen, dass das kein Hindernis für weitere Filme ist); einmal weil seit dem Originalfilm über zehn Jahre vergangen sind.
Verglichen mit „Orphan – Das Waisenkind“ ist „Orphan: First Kill“ dann eine ziemlich läppische Wiederholung des Originals in einer anderen Familie – Julia Stiles und Rossif Sutherland spielen die Eltern, Matthew Finlan ihren gerade so erwachsenen Sohn – und einem vorhersehbarem Ende. Schließlich ist Esther in dem chronologisch danach spielendem Film noch quicklebendig.
Aber Collet-Serra hat mit „Orphan: First Kill“ nichts zu tun.
Deshalb sollte „Orphan: First Kill“ vielleicht besser mit den vorherigen Filmen von William Brent Bell verglichen werden. Das sind unter anderem die Horrorfilme „The Boy“ und „Brahms: The Boy II“. Beides sind keine besonders gruseligen Filme. „Orphan: First Kill“ schließt sich nahtlos daran an. Nur dass es sich dieses Mal um einen vergessenswerten, erstaunlich schlecht aussehenden Horrorthriller handelt.
Dabei hätte man aus den Geheimnissen der Familie Albright und wie sie sie beschützen wollen, durchaus einen spannenden Thriller und ein bis zum letzten Moment spannendes Duell irgendwo zwischen Psychoduell und Gewaltexzess machen können.
Blöderweise wird „Orphan: First Kill“ genug Geld einspielen, um uns irgendwann demnächst die Geschichte von Esthers Morden als Leena Klammer und wie sie in das Saarne Institut gekommen ist, zu erzählen.
P. S.: Tele 5 zeigt am Samstag, den 10. September, um 22.25 Uhr und am Montag, den 12. September, um 23.20 Uhr das von Jaume Collet-Serra inszenierte Original „Orphan – Das Waisenkind“.
Orphan: First Kill (Orphan: First Kill, USA 2022)
Regie: William Brent Bell
Drehbuch: David Coggeshall, David Leslie Johnson-McGoldrick (nach einer Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick und Alex Mace)
mit Isabelle Fuhrmann, Julia Stiles, Rossif Sutherland, Hiro Kanagawa, Matthew Finlan, Samantha Walkes, Dave Brown