ARD, 22.20
Deutscher Filmpreis 2026 – Die Gala
Zeitversetzte Ausstrahlung der Verleihung des Deutschen Filmpreis, liebevoll Lola genannt – und viel schöner als der Oscar.
ARD, 22.20
Deutscher Filmpreis 2026 – Die Gala
Zeitversetzte Ausstrahlung der Verleihung des Deutschen Filmpreis, liebevoll Lola genannt – und viel schöner als der Oscar.
Notiz an mich nach „Passenger“: Keine Urlaube im Wohnmobil. Niemals!
Begründung für euch: Die enden tödlich.
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Das muss ich vielleicht erklären.
Also: Tyler Genocchio (Jacob Scopio) und Madi Brecker (Lou Llobell) sind schon seit drei Jahren zusammen und sie haben genug Geld, um sich in einem von ihre liebevoll ausgestattetem Mercedes Sprinter auf eine Reise durch die USA von unbekannter Dauer begeben können. Er denkt dabei so in die Richtung einer ewigen Reise im Stil von Jack Kerouacs „On the Road“. Sie will es ihm zuliebe ausprobieren.
Als sie im Hinterland mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße ein verunglücktes Auto entdecken, versuchen sie dem schwer verletztem Fahrer zu helfen. Dabei nehmen sie einen „Passenger“ auf. Dieser Mitreisende ist ein Geist. Ein sehr böser Geist, der Reisende, die in der Dunkelheit unterwegs sind und anhalten, tötet. Er ist das Gegenteil von Christophorus, dem Schutzheiligen der Reisenden.
André Øvredal erzählt die Geschichte nach einem Drehbuch von Zachary Donohue und T. W. Burgess in unter neunzig Minuten mit vielen Suspense-Szene und in oft sehr langen Takes. Herausragend ist eine dreiminütige Sequenz auf einem nächtlichen Parkplatz. Madi fühlt sich von dem Dämon verfolgt, der sie umkreist, aber immer unsichtbar bleibt. Die Kamera wechselt dabei ständig die Perspektive und steigert das Gefühl von einer unsichtbaren Bedrohung. Wenn Madi kurz darauf im Van die Überwachungskameras überprüft, wird es filmisch konventioneller, aber nicht weniger spannend. Denn irgendeine Kamera sollte nicht nur den menschenleeren Parkplatz aufgenommen haben. Auch ein gemeinsamer Filmabend im Wald, der von dem unsichtbar bleibendem Dämon unterbrochen wird, gehört zu diesen langen und gelungenen Suspense-Szenen. Sie, der sardonische Humor und die atmosphärischen Bilder vom Nomadland lassen einen vergessen, dass die US-amerikanische Mythen zitierende Geschichte eher dünn ist. Ein Horrorschriftsteller hätte sie wahrscheinlich als Kurzgeschichte oder Novelle veröffentlicht.
P. S.: Sie konnten nicht darauf verzichten: zum Abspann gibt es „The Passenger“. In diesem Fall wird der Song nicht von Iggy Pop, sondern von Siouxsie and the Banshees gesungen. Dass es in dem Song um etwas anderes geht und dass Iggy Pop, so heißt es, während seiner Zeit in West-Berlin zu dem Text inspiriert wurde, als öfters in der S-Bahn durch die Stadt fuhr, muss uns in diesem Zusammenhang nicht weiter kümmern.

Passenger (Passenger, USA 2026)
Regie: André Øvredal
Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess
mit Jacob Scipio, Lou Llobell, Melissa Leo, Joseph Lopez
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Passenger“
Als John Davidson (Robert Aramayo) 2019 von der damals schon hochbetagten und vom Volk frenetisch verehrten Queen den Orden des British Empire erhalten soll, ist er nervös. Das ist verständlich. Denn wer wäre nicht nervös, wenn er nicht in wenigen Minuten vor der Queen stehen wird?
Aber John Davidson ist aus einem anderen Grund nervös. Er hat Angst, dass er sie beleidigt und einen Skandal provoziert. Er leidet nämlich an dem Tourette-Syndrom und er soll für seinen Aktivismus ausgezeichnet werden. In den vergangenen Jahren engagierte sich der in Großbritannien bekannte John Davidson für Menschen, die das Tourette-Syndrom haben. Er gehört zu der Minderheit, die an ausgeprägter Koprolalie, also dem unkontrolliertem Ausrufen von Obszönitäten und Flüchen, leidet.
Dieser Aktivismus war dem 1971 in der schottischen Kleinstadt Galashiels geborenen Arbeiterkind nicht in die Wiege gelegt worden. Seine ersten Lebensjahre verlaufen normal. Die ersten Anzeichen hat er als Zwölfjähriger. Wahllos beleidigt er Klassenkameraden und Lehrer. Die anschließende Entschuldigung werden ihm immer weniger geglaubt. Die Bestrafungen von seinen Eltern, Lehrern und Mitschülern fallen immer drastischer aus. Um nicht zu Fluchen, versucht er, nichts zu sagen und verrenkt sich dabei komisch. Schnell wird er in seiner Schulklasse und auch der Gesellschaft zum Außenseiter.
In den frühen achtziger Jahren war das Tourette-Syndrom eine öffentlich kaum bekannte Krankheit. Das änderte sich erst in den vergangenen Jahren. Und, wenigstens in Großbritannien, ist das auch der Verdienst von John Davidson.
„Lang lebe Ned Devine!“-Regisseur Kirk Jones erzählt jetzt in dem Biopic „Verflucht Normal“ Davidsons Geschichte vom Beginn der Krankheit bis zur Ehrung durch die Queen. In bester britischer Tradition wird aus Davidsons Leben ein realistisch geerdeter, in der Arbeiterklasse spielender, pointiert erzählter Feelgood-Film zwischen herzhaftem Lachen, absurden Szenen (wie Davidsons Vorstellungsgespräch im Gemeindezentrum als Hilfe für den Hausmeister Tommy Trotter [Peter Mullan]), herzlichen Szenen (wie Davidsons erste und für sein weiteres Leben entscheidende Begegnung mit Dottie Achenbach [Maxine Peake], der Mutter seines Schulfreundes Murray, die ihn ohne Vorurteile in ihre Familie aufnimmt), Szenen, die gleichzeitig beides sind (wie das erste von Davidson organisierte Treffen von Menschen mit Tourette) und Momenten, in denen es nicht genug Taschentücher in Reichweite geben kann.

Verflucht normal (I swear, Großbritannien 2025)
Regie: Kirk Jones
Drehbuch: Kirk Jones
mit Robert Aramayo, Maxine Peake, Peter Mullan, Shirley Henderson, Scott Ellis Watson, Francesco Piacentini-Smith, Steven Cree
Länge: 121 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Moviepilot über „Verflucht normal“
Metacritic über „Verflucht normal“
RBB, 20.15
Nebraska (Nebraska, USA 2013)
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Bob Nelson
Ein alter starrköpfiger dementer Mann (Bruce Dern) macht sich zu Fuß auf den 900 Meilen langen Weg nach Lincoln, Nebraska. Dort will er einen (vermeintlichen) Millionengewinn persönlich abholen.
TV-Premiere. Ja, erst jetzt. Ist trotzdem ein sehr sehr sehenswertes Roadmovie und eine Bestandsaufnahme des amerikanischen Traums.
Ich war damals ziemlich besoffen vor Begeisterung.
Deshalb: die (nicht) andere Meinung: „Ständig auf der Grenzlinie zwischen Komödie und Tragik angesiedelt, profitiert der einfühlsame Schwarz-Weiß-Film von prägnanten Charakteren, vor allem von der bewegnden Darstellung der Hauptfigur durch Bruce Dern.“ (Lexikon des Internationalen Films – er gehörte damals auch zur Liste der besten Kinofilme des Jahres 2014)
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Bruce Dern, Will Forte, June Squibb, Stacy Keach, Bob Odenkirk, Tim Driscoll, Davin Ratray, Angela McEwan
Wiederholung: Freitag, 29. Mai, 23.45 Uhr
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Nebraska“
Wikipedia über „Nebraska“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Nebraska“ (Nebraska, USA 2013)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „Downsizing“ (Downsizing, USA 2017)
Meine Besprechung von Alexander Paynes „The Holdovers“ (The Holdovers, USA 2023)
Alexander Payne in der Kriminalakte
Arte, 22.10
Benedetta (Benedetta, Frankreich 2021)
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch: David Birke, Paul Verhoeven
LV: Judith C. Brown: Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy, 1986 (Schändliche Leidenschaften: Das Leben einer lesbischen Nonne in in Italien zur Zeit der Renaissance)
Im 17. Jahrhundert lebt die tiefgläubige Benedetta Carlini (Virginie Efira) in einem Theatiner-Kloster in Pescia. Als auf ihrem Körper die Wundmale Christi auftauchen, wird sie zu einem Spielball innerhalb katholischen Kirche. Oder spielt sie mit der Kirche?
Grandiose, auf einem wahren Fall beruhende, äußerst intelligente Nunsploitation von Provokateur Paul Verhoeven.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Virginie Efira, Charlotte Rampling, Daphné Patikia, Lambert Wilson, Olivier Rabourdin, Louise Chevillotte, Hervé Pierre, Clotilde Courau, David Clavel, Guilaine Londez
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Benedetta“
Wikipedia über „Benedetta“ (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Flesh + Blood“ (Flesh + Blood, USA 1985)
Meine Besprechung von Paul Verhoevens Philippe-Djian-Verfilmung „Elle“ (Elle, Frankreich/Deutschland/Belgien 2016) und der DVD
Meine Besprechung von Paul Verhoevens „Benedetta“ (Benedetta, Frankreich 2021) und der DVD
MDR, 22.55
The Straight Story – Eine wahre Geschichte (The Straight Story, USA 1999)
Regie: David Lynch
Drehbuch: John Roach, Mary Sweeney
Kamera: Freddie Francis
Musik: Angelo Badalamenti (Wer sonst?)
Der 73-jährige Alvin Straight will sich nach jahrelangem Schweigen mit seinem Bruder aussöhnen. Dafür nimmt er eine 240 Meilen lange Fahrt auf sich. Auf einem Rasenmäher- Auto darf er nicht mehr fahren und andere Arten der Fortbewegung lehnt er ab.
David Lynchs ungewöhnlichster Film und gleichzeitig einer seiner schönsten Filme: ein die Langsamkeit und die Landschaft und Menschen zelebrierendes Roadmovie mit einem wunderschönen Ende: zwei Männer sitzen auf einer Veranda und blicken in den Nachthimmel.
„Auf eine gewisse Weise ist ‚The Straight Story‘ der extremste Film, den ich je gemacht habe.“ (David Lynch, Interview in Zitty 25/99)
mit Richard Farnsworth, Sissy Spacek, Harry Dean Stanton, John Farley, Everett McGill
auch bekannt als „Eine wahre Geschichte – The Straight Story“
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Zum Lesen
ein Buch, das nicht seine Filme euphorisch herunterbetet, sondern einen intensiven Blick auf Lynchs Werk als bildender Künstler, Musiker und Designer wirft und versucht, Lynchs gesamtes künstlerisches Spektrum in einer essayistischen Entdeckungsreise zu analysieren.

Jonathan Ederer/Adrian Gmelch: David Lynch begreifen – Kunst – Kino – Kreativität
Büchner-Verlag, 2024
388 Seiten
30 Euro
–
Hinweise
Rotten Tomateos über „The Straight Story“
Wikipedia über „The Straight Story“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von David Lynchs „Der Wüstenplanet“ (Dune, USA 1984) und der gleichnamigen Vorlage von Frank Herbert
Meine Besprechung von David Lynchs „Lost Highway“ (Lost Highway, USA 1997)
Arte, 20.15
Mississippi Burning – Die Wurzeln des Hasses (Mississippi Burning, USA 1988)
Regie: Alan Parker
Drehbuch: Chris Gerolmo
Südstaaten, 1964: Mitten im Hochsommer verschwinden im ländlichen Jessup County drei Bürgerrechtler spurlos. Ein älterer und ein jüngerer FBI-Agent sollen den Fall aufklären und wenn sie nur auf eine Mauer des Schweigens stoßen würden, wären sie froh.
Packender, auf einem wahren Fall basierender Polizei-Thriller. Zum Filmstart sah der Fischer Film Almanach das anders (wobei damals die Filmkritik auch anders war): „Parker lässt zu, dass ‚Mississippi Burning‘ sich zu einem konventionellen Reißer entwickelt, zu einem Polizeifilm, der mit den fragwürdigen Methoden seiner Protagonisten sympathisiert. Doch damit wird er seinem Thema nicht mehr gerecht. Ein Film der verschenkten Möglichkeiten.“ Dabei wird der erste Teil des Films wegen seiner dokumentarischen Qualitäten gelobt.
„Parkers von gewalttätigen Eruptionen durchsetzter FBI-Thriller ist wegen seiner (historisch unhaltbaren) Glorifizierung des FBI und wegen seiner Tendenz, die Rolle der Bürgerrechtler und der Schwarzen zu verfälschen (sie sind mehr oder weniger Randfiguren des Dramas), heftig kritisiert worden.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm, 1989)
Der Film feierte seine Premiere auf der Berlinale. Der immer überzeugende Gene Hackman erhielt den Silbernen Bären als bester Hauptdarsteller. Und bei den US-Kritikern kam der Film besser an als bei den deutschen Kritikern.
mit Gene Hackman, Willem Dafoe, Frances McDormand, Brad Dourif, R. Lee Ermey, Michael Rooker, Pruitt Taylor Vince, Tobin Bell (damals noch ein kleiner Nebendarsteller in seinem ersten namentlich genanntem Spielfilmauftritt)
Hinweise
One, 22.35
Perfect Days (Japan/Deutschland 2023)
Regie: Wim Wenders
Drehbuch: Takuma Takasaki, Wim Wenders
In Tokio reinigt Hirayama hingebungsvoll wunderschön aussehende öffentliche Toiletten. Anscheinend ist er zufrieden mit seinem betont einfachem, festen Ritualen folgendem Leben.
Wim Wenders‘ bester Spielfilm seit Ewigkeiten und ein Film für die Ewigkeit, wie ihn nur Wim Wenders machen kann. „Perfect Days“ ist gleichzeitig eine Fortführung und Revision bekannter Wenders-Themen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Kôji Yakusho, Tokio Emoto, Arisa Nakano, Aoi Yamada, Yumi Asô, Sayuri Ishikawa, Tomokazu Miura, Min Tanaka
Wiederholung: Montag, 25. Mai, 18.15 Uhr
Hinweise
Filmportal über „Perfect Days“
Moviepilot über „Perfect Days“
Metacritic über „Perfect Days“
Rotten Tomatoes über „Perfect Days“
Wikipedia über „Perfect Days“ (deutsch, englisch) und über Wim Wenders (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Wim Wenders’ “Hammett” (Hammett, USA 1982)
Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Grenzenlos“ (Submergence, USA 2017)
Meine Besprechung von Wim Wenders‘ “Anselm – Das Rauschen der Zeit” (Deutschland/Frankreich 2023)
Mein Gespräch mit Wim Wenders über „Anselm – Das Rauschen der Zeit“ (Deutschland/Frankreich 2023)
Meine Besprechung von Wim Wenders‘ „Perfect Days“ (Japan/Deutschland 2023)
Nitro, 20.15
JAMES BOND 007: Moonraker – Streng geheim (Moonraker, Großbritannien 1979)
Regie: Lewis Gilbert
Drehbuch: Christopher Wood
LV: Ian Fleming: Moonraker, 1955 (Mondblitz; Moonraker)
Buch zum Film: Christopher Wood: James Bond and Moonraker, 1979 (Moonraker – Streng geheim)
Der stinkreiche Hugo Drax hält wenig von seinen Mitmenschen. Deshalb will er sie umbringen und mit einigen Auserwählten einen neuen Start machen. James Bond soll das verhindern.
Natürlich hat der Film mit dem Buch eigentlich nichts mehr gemeinsam und das große Finale im Orbit ist immer noch reinste Zukunftsmusik. Aber die bekannten Bond-Elemente wurden locker-flockig über den Globus verteilt. Das Ergebnis ist eine vergnügliche Mischung aus Action, leichtbekleideten Frauen, Witzen und einem glänzend aufgelegten Roger Moore. „Moonraker“ ist einer der guten Roger-Moore-Bonds.
„ein großes Remake aus allen vorhergegangenen 007-Filmen“ (Michael Scheingraber: Die James-Bond-Filme, 1979)
Mit Roger Moore, Lois Chiles, Michael Lonsdale, Richard Kiel, Corinne Clery, Toshiro Suga, Bernard Lee, Desmond Llewelyn, Lois Maxwell
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Die Vorlage (in der aktuell erhältlichen Ausgabe)

Ian Fleming: Moonraker
(übersetzt von Stephanie Pannen und Anika Klüver)
Cross Cult, 2012
352 Seiten
12,80 Euro
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Originalausgabe
Moonraker, 1955
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „James Bond: Moonraker – Streng geheim“
Wikipedia über „James Bond: Moonraker – Streng geheim“ (deutsch, englisch)
zu James-Bond-Romanen
Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: GoldenEye“ (GoldenEye, 1995)
Meine Besprechung von John Gardners „James Bond: KALT“ (COLD, 1996)
Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)
Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)
Meine Besprechung von Kim Sherwoods „Doppelt oder nichts“ (Double or nothing, 2022) (ein Spionageroman aus der Welt von James Bond)
zu James-Bond-Filmen
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)
Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)
zu anderem James-Bond-Zeug
Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)
Meine Besprechung von cinemas (Hrsg.) „Inside James Bond“ (2022)
Im Gegensatz zu den vielen Pseudo-Trilogien kann in diesem Fall wirklich von einer Trilogie gesprochen werden. Auch wenn es sich primär um Werbesprech handelt und nichts dagegen spricht, dass Tarik Saleh noch ein, zwei, drei im heutigen Ägypten spielende Polit-Thriller inszeniert. Denn jeder seiner jetzt zur Kairo-Trilogie zusammengefassten Filme erzählt eine vollkommen eigenständige Geschichte erzählt. Jeder Noir-Thriller beleuchtet einen anderen Respekt der Realität. Keine Figur tritt in mehr als einem Film auftritt. Dafür spielt Fares Fares in jedem Film der Kairo-Trilogie mit. In „Die Nile Hilton Affäre“ und in „Eagles of the Republic“ ist er der Hauptdarsteller. In „Die Kairo Verschwörung“ ein wichtiger Nebendarsteller. In „Die Nile Hilton Affäre“ geht es um einen Mord in dem titelgebendem Nobelhotel und einen Kommissar, der bei seinen Ermittlungen in das sprichwörtliche Wespennest sticht. In „Die Kairo Verschwörung“ stolpert ein junger Religionsstudent in den skrupellos geführten Kampf um die Nachfolge des Imans an der Al-Azhar-Universität und ein Regierungsbeamter versucht, einen Spitzel in das verschlossene Auswahlgremium installieren.
In „Eagles of the Republic“ wird der in jeder Beziehung freizügig lebende Filmstar Georges Fahmy (Fares Fares) von der Regierung mit sanfter Gewalt gezwungen, in einem den ägyptischen Staatspräsidenten Al-Sisi verherrlichendem Biopic die Hauptrolle zu übernehmen. Penibel überwacht werden die Dreharbeiten von dem Regierungsbeamten Dr. Mansour (Amr Waked). Er zieht Fahmy immer tiefer in eine politische Intrige, die er nicht überblickt.
Tarik Saleh gelingt ein über weite Strecken überzeugendes Porträt eines sich bislang aus der Politik und der Religion heraushaltenden Schauspielers und wie es dem diktatorischem Regime gelingt, ihn gefügig zu machen und für ihre eigenen Interessen einzusetzen. Fahmy hält sich zunächst aufgrund seines Erfolgs beim Publikum für unangreifbar. Er ist der größte Star des Landes. Was soll ihm schon passieren? Aber sein Lebensstil mit Alkohol, Drogen und Frauen, also allem, was den religiösen Sittenwächtern missfällt, bietet Angriffspunkte. Üble Nachrede und der Entzug von Rollen erledigen den Rest. Ruhig und konzentriert erzählt Salen von Fahmys erfolglosem Widerstand gegen das Regime und wie er versucht, während der Dreharbeiten gute Arbeit zu leisten. Das Regime will dagegen nur ein unkritisches Propaganda-Biopic.
Wenn Fahmy später in ein Komplott verwickelt wird, wird die Geschichte zunehmend verwirrend und uninteressant. Verschiedene, möglicherweise verfeindete Fraktionen innerhalb des Regimes agieren mit nebulösen Absichten und Plänen mehr oder weniger gegeneinander. Fahmy soll in ihrem Spiel, ohne sein Wissen, eine Rolle übernehmen. Aber es ist unklar, wie wichtig er für das Gelingen des Komplotts ist. Diese Verwirrung trägt sicher zu dem Gefühl bei, dass „Eagles of the Republic“ zu lang ist. Ohne dieses Komplott oder wenn Saleh es klarer präsentiert hätte, wäre „Eagles of the Republic“ ein besserer Noir über einen Schauspieler, der gezwungen wird, für ein repressives Regime zu arbeiten.
P. S.: Gelungenes Plakat.

Eagles of the Republic (Eagles of the Republic, Schweden/Frankreich/Dänemark/Deutschland 2025)
Regie: Tarik Saleh
Drehbuch: Tarik Saleh
mit Fars Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Amr Waked, Cherien Dabis, Ahmed Khairy, Nael, Sherwan Haji, Suhaib Nashwan
Länge: 129 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Filmportal über „Eagles of the Republic“
Moviepilot über „Eagles of the Republic“
Metacritic über „Eagles of the Republic“
Rotten Tomatoes über „Eagles of the Republic“
Wikipedia über „Eagles of the Republic“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Tarik Salehs „The Contractor“ (The Contractor, USA 2022)
Künstler! Wenige Tage vor ihrem großen Comeback auf der Bühne wird Pop-Megastar Mother Mary (Anne Hathaway, die aktuell in „Der Teufel trägt Prada 2“ anders mit Bekleidungsfragen beschäftigt ist) von Erschöpfung und Selbstzweifeln geplagt. Nur ein von ihrer ehemaligen Freundin Sam Anselm (Michaela Coel) für den Auftritt geschneidertes Kostüm kann die Show retten. Sam hat auch ihre früheren, inzwischen legendären Bühnenkleider entworfen. Mother Mary fährt zu dem Landsitz der Modedesignerin. Diese ist zuerst wenig begeistert vom Auftauchen ihrer früheren Freundin. Seit ihrer schwierigen Trennung vor zehn Jahren haben sie nicht mehr miteinander gesprochen.
Trotzdem stimmt Sam zu, innerhalb eines Tages das Kleid zu kreieren. In ihrem sich in einer Scheune befindendem Atelier beginnen die beiden Frauen mit der Arbeit an dem neuen Kostüm. Dazu gehört für Sam die Aufarbeitung ihrer gemeinsamen Vergangenheit und Trennung und ein Seelenstriptease von Mother Mary, inclusive eines entfesselten Tanzes zu ihrem neuen Song, der nicht zu hören ist. Denn nur wenn Sam die intimsten Geheimnisse und Gefühle der Trägerin ihres Kleides kennt, kann sie für sie ein spektakuläres Kleid entwerfen.
David Lowerys neuer Film „Mother Mary“ ist kein neuer „Ein Gauner & Gentleman“ oder „Peter Pan & Wendy“, sondern etwas für die Fans von seinen Arthaus-Filmen „A Ghost Story“ und „The Green Knight“, die sich an ein deutlich kleineres Publikum richten.
Er konzentriert die Geschichte auf einen Handlungsort, Sams zur Bühne werdendes Atelier, und zwei Schauspielerinnen mit ausdrucksstarken Gesichtern. Die Ausleuchtung, die Kamera und die Inszenierung betonen deren Physiognomie. Manchmal wirken sie wie Liebende, manchmal wie Geister, manchmal wie Dämonen.
Das Gespräch zwischen Sam und Mother Mary beginnt wie ein normales Gespräch zwischen zwei Menschen, die eine intime Beziehung im Graubereich zwischen gemeinsamer Arbeit und Freundschaft hatten, und die jetzt vielleicht wieder zusammen arbeiten. Nach einem interessanten Anfang wird das Zwei-Personen-Stück zu einer abstrus-unverständlichen Therapiesitzung zwischen Seelenstriptease und Séance, garniert mit von Jack Antonoff, Charli XCX und FKA twigs für den Film geschriebenen Songs.
Am Ende bleibt die Frage, was Lowery in seiner assoziativen Collage erzählen wollte. Zu vieles wird nur angedeutet. Zu vieles bleibt unklar. Zu vieles ist auch nach dem Abspann immer noch offen für jede Interpretation. Als auf bedeutungsschwangere und deshalb beeindruckende Bilder bauendes Musikvideo mit ausgedehnten Dialogszenen funktioniert „Mother Mary“ halbwegs.
Ähnlich wie in „The Green Knight“, seiner Interpretation der Geschichte von Sir Gawain, einem Neffen von König Artus, bewunderte ich die Bilder, war aber emotional und auch intellektuell nie gepackt.

Mother Mary (Mother Mary, USA/Deutschland 2026)
Regie: David Lowery
Drehbuch: David Lowery
Musik: Daniel Hart
Songs: Jack Antonoff, Charli XCX, FKA twigs
mit Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer, Sian Clifford, Atheena Frizzell, FKA twigs, Jessica Brown Findlay
Länge: 112 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Mother Mary“
Wikipedia über „Mother Mary“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von David Lowerys „Elliot, der Drache“ (Pete’s Dragon, USA 2016)
Meine Besprechung von David Lowerys „A Ghost Story“ (A Ghost Story, USA 2017)
Meine Besprechung von David Lowerys „Ein Gauner & Gentleman“ (The old man & the gun, USA 2018) (mit Q&A-Clips) und der DVD
Meine Besprechung (kurz) von David Lowerys „The Green Knight“ (The Green Knight, USA 2021)
Tele 5, 20.15
No Way Out – Es gibt kein Zurück (No way out, USA 1987)
Regie: Roger Donaldson
Drehbuch: Robert Garland
LV: Kenneth Fearing: The big clock, 1946 (Die große Uhr)
Offizier Farrell hat eine Affäre mit der Geliebten des Verteidigungsministers. Als sie stirbt, soll Farrell die Spuren vertuschen und den Augenzeugen für die Tat finden: sich.
Enorm spannender Krimi mit Top-Besetzung und überraschenden Story-Twists bis zur letzten Sekunde.
Mit Kevin Costner, Gene Hackman, Sean Young, Will Patton, Howard Duff, George Dzundza, Brad Pitt (ist wohl irgendwann einmal als Partygast zu sehen; ist einer seiner allerersten Filmauftritte)
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Lesetipp: Der Roman, der den Film inspirierte

Die Vorlage für „No Way Out – Es gibt kein Zurück“ erzählt die Geschichte etwas anders. In dem Roman soll George Stroud, Chefredakteur des True-Crime-Magazins „Crimeways“, den Mann suchen, der Pauline Delos nach Hause begleitete. Sein Chef Earl Janoth möchte das. Denn er möchte diesem Mann, den er in der Nacht nur als Schatten gesehen hat, den Mord an seiner Geliebten Pauline Delos anhängen. Janoth ermordete sie in einem Eifersuchtsanfall. Was Janoth nicht ahnt ist, dass Stroud der Mann ist, der Delos nach Hause begleitete.
Unglaublich, aber wahr: die deutsche Erstausgabe von Kenneth Fearings „Die große Uhr“ erschien erst 2023. Im Original erschien der Noir-Roman bereits 1946. Er wurde Fearings erfolgreichstes Werk und gilt schon lange als Noir-Klassiker.
Und es wurde zweimal erfolgreich und sehr unterschiedlich verfilmt. Einmal, nah am Buch, 1947 von John Farrow. Roger Donaldson verlegte 1987 die Geschichte in die Welt der Politik und Spionage. Jetzt ist der Täter der US-Verteidigungsminister und ein hochrangiger Soldat soll den Zeugen/“Täter“ finden. Und beide Male ließen deutsche Verlage die günstige Gelegenheit, den Roman zu veröffentlichen, ungenutzt verstreichen.
Dabei ist der chronologisch, aus verschiedenen Perspektiven und mit verschiedenen Stimmen stringent erzählte Noir immer noch eine beängstigende und spannende Lektüre über einen Mann, der sich selbst jagt und sich als Unschuldiger an den Galgen liefern soll, damit der Schuldige entkommen kann. Eine wahrhaft teuflische Prämisse.
Nach seiner deutschen Erstveröffentlichung stand der Noir zweimal auf der Krimibestenliste.
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Kenneth Fearing: Die große Uhr
(übersetzt von Jakob Vandenberg, mit einem Nachwort von Martin Compart)
Elsinor, 2023
200 Seiten
20 Euro
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Originalausgabe
The Big Clock
Harcourt Brace, 1946
–
Hinweise
Rotten Tomatoes über “No Way Out”
Wikipedia über „No Way Out“ (deutsch, englisch) und Kenneth Fearing
Sieben Jahre nach dem letzten „Star Wars“-Kinofilm, – das war „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, der Abschluss einer erzählerisch vollkommen chaotischen Trilogie -, läuft jetzt ein neuer Film aus dem „Star Wars“-Universum im Kino an. Zwischen diesen beiden Kinofilmen wurden die Fans im Streaming mit neuem filmischen Stoff versorgt, unter anderem der beliebten Serie „The Mandalorian“, die es bislang auf drei Staffeln brachte. Die schon weit fortgeschrittenen Pläne für eine vierte Staffel wurden 2023 während der Streiks in Hollywood zugunsten eines Kinofilms geändert. Der Science-Fiction-Film, der jetzt anläuft, ist als Auftakt für weitere „Star Wars“-Einzelfilme geplant. Bis dahin haben wir „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“.
Der titelgebende Mandalorian ist Din Djarin (Pedro Pascal, unter der Ganzkörperrüstung [also fast während des gesamten Films] Brendan Wayne und Lateef Crowder). Er ist ein skrupelloser und höchst erfolgreicher Kopfgeldjäger. Begleitet wird er von Grogu, auch Baby-Yoda genannt. Der knuffige kleine Kerl mit den riesigen Ohren ist ein junger Jedi, der beim Umgang mit der Macht noch unsicher ist. Und auch sonst noch viel lernen muss.
Inzwischen – die Geschichte spielt nach den Ereignissen von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ – arbeiten der Mandalorian und Grogu für die Neue Republik. Seine Aufträge erhält er von Colonel Ward (Sigourney Weaver). Jetzt soll er wieder eine gefährliche Person finden. Ward kann ihm nur einige Aufenthaltsorte der gesuchten Person nennen. Din Djarins erste Station bei seiner Suche nach dem Bösewicht ist das Hauptquartier der Hutts. Dort verhandelt er mit den ebenso verbrecherischen Nachfolgern des Verbrechers Jabba the Hutt. Sie versprechen, ihm zu helfen, wenn er für sie Jabbas entführten Sohn Rotta the Hutt findet.
Es stimmt. „The Mandalorian and Grogu“ funktioniert als Einzelfilm und, weil ein gewisses Minimalwissen über das „Star Wars“-Universum vorausgesetzt wird, mit kleinen Abstrichen, für Neueinsteiger. Wer die „Mandalorian“-Serie kennt, wird natürlich noch mehr Anspielungen verstehen. Aber letztendlich erzählt Jon Favreau eine gradlinige Man-on-a-Mission-Geschichte, in der wenige Dialoge die langen Actionszenen dürftig miteinander verbinden. Der quasi unverletzbare Mandalorian Din Djarin erschießt, ersticht, verprügelt und jagt Hunderte von mehr oder weniger menschenähnlichen, normalerweise vollkommen gesichtslosen Angreifern in die Luft. Das geschieht durchgehend unblutig, meistens in viel zu dunklen Bildern und oft so zerschnitten, dass die Kämpfe in dunklen Innenräumen, im ebenso dunklen Dschungel und naturgemäß dunklen Höhlensystemen kaum nachverfolgt werden kann. Am Ende sind alle Angreifer tot. Er selbst hat keine einzige Schramme und ist nicht außer Atem. Das wird, trotz wechselnder Schauplätze, schnell redundant.
Die von Favreau, Dave Filoni und Noah Kloor erfundene und auf zwei Stunden gestreckte Minimalgeschichte reiht ohne erkennbare Ambitionen die erforderlichen Plot Points aneinander. Letztendlich arrangieren sie nur aus anderen Filmen bekannte Situationen etwas anders. Auf aus dem Nichts kommende überraschende Wendungen oder ablenkende Subplots wird verzichtet. Die Figuren bleiben dabei erstaunlich eindimensional.
Das alles spielt zwar auf verschiedenen Planeten, aber immer wirkt es wie eine in dunkle Bilder getauchte Kombination aus Studiodreh und CGI. Dabei hat Favreau mit den Disney-Filmen „The Jungle Book“ und „Der König der Löwen“ gezeigt, dass er es besser kann.
Da war der bei den Star-Wars-Fans unbeliebte Einzelfilm „Solo“ gelungener und unterhaltsamer – und bunter.
Das gesagt ist die auf Spielfilmlänge aufgeblasene TV-Episode „The Mandalorian and Grogu“, ohne eigene Akzente zu setzen und mit den Erwartungen an eine Doppelfolge einer TV-Serie gesehen, als in der Zukunft spielender Einzelfilm über einen Kopfgeldjäger, der einen gefährlichen Auftrag annimmt okay. Mehr nicht.

Star Wars: The Mandalorian and Grogu (Star Wars: The Mandalorian and Grogu, USA 2026)
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau, Dave Filoni, Noah Kloor (basierend auf von George Lucas erfundenen Figuren)
mit (teils nur die Stimmen im Original) Pedro Pascal, Sigourney Weaver, Jeremy Allen White, Jonny Coyne, Martin Scorsese
Länge: 132 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Moviepilot über „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“
Metacritic über „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“
Rotten Tomatoes über „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“
Wikipedia über „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ (deutsch, englisch)
zu „Star Wars“
Meine Besprechung von Ron Howards „Solo: A Star Wars Story“ (Solo: A Star Wars Story, USA 2018)
zu Jon Favreau
Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)
Meine Besprechung von Jon Favreaus “Kiss the Cook – So schmeckt das Leben” (Chef, USA 2014)
Meine Besprechung von Jon Favreaus „The Jungle Book (The Jungle Book USA 2016)
Meine Besprechung von Jon Favreaus „Der König der Löwen“ (The Lion King, USA 2019)
Kabel Eins, 00.55
Blues Brothers (The Blues Brothers, USA 1980)
Regie: John Landis
Drehbuch: Dan Aykroyd, John Landis
Als die beiden Waisenkinder Jake und Elwood Blues erfahren, dass das katholische Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen, wegen nicht gezahlter Grundsteuer verkauft werden soll, beschließen sie, das Geld zu beschaffen. Dafür müssen sie ihre alte Blues-Band wieder vereinigen. Doch nicht alle wollen sofort mitmachen, eine geheimnisvolle Frau will sie umbringen und die Polizei verfolgt sie.
Immer wieder gern gesehene Mischung aus Bluesfilm, Konzertfilm, Komödie und Action-Film. Die Blues-Brothers-Band gab es wirklich und nach dem Film verzichtete keine Blues-Band auf schwarze Anzüge, Hüte und Sonnenbrillen.
mit John Belushi, Dan Aykroyd, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, Aretha Franklin, Steve Cropper, Donald Dunn, Murphy Dunne, Willie Hall, Tom Malone, Lou Marini, Matt Murphy, Alan Rubin, Carrie Fisher, Henry Gibson, John Candy, Kathleen Freeman, Twiggy, Frank Oz, Charles Napier, Chaka Khan, John Landis, John Lee Hooker, Walter Horton, Pinetop Perkins, Steven Spielberg, Mr. T (Debüt als Mann an der Straße) und viele weitere Musiker
Wiederholung: Donnerstag, 21. Mai, 03.45 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „The Blues Brothers“
Wikipedia über „The Blues Brothers“ (deutsch, englisch)
NDR, 23.15
Panische Zeiten (Deutschland 1980)
Regie: Udo Lindenberg, Peter Fratzscher
Drehbuch: Udo Lindenberg, Kalle Freynik
Musik: Udo Lindenberg, Dave King
Nach einem Konzert wird der erfolgreiche Rockmusiker Udo Lindenberg (Udo Lindenberg) entführt. Privatdetektiv Carl Coolman (Udo Lindenberg) soll die Kidnapper finden. Hilfreich zur Seite stehen ihm seine Sekretärin, Udos Bodyguards und Lemmy Caution (Eddie Constantine).
Die große Udo-Lindenberg-Show. Objektiv betrachtet ein schlechter Film voller halbverdauter Hardboiled-Klischees, etwas Polit-Klamauk (Satire kann das kaum genannt werden), zeitgenössischem Humor, vielen Songs und erstaunlich vielen bekannten Gesichtern aus Film, Fernsehen und Kultur.
„Panische Zeiten“ ist, wenn man kein fanatischer Udo-Lindenberg-Fan ist, eine ziemlich peinliche, weit unter ihren Möglichkeiten bleibende Angelegenheit, gefilmt mit einer sympathischen Scheißegal-Attitüde und mehreren vollständig präsentierten Songs von Udo Lindenberg und dem Panikorchester.
Der Murks funktioniert vor allem als Rückblick auf die späten siebziger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland.
Zwei zeitgenössische Meinungen: „immerhin ist Intelligenz bei dieser satirischen Actionkomödie im Spiel. Und viel politischer Witz. Die Unterhaltung, die geboten wird, lenkt nicht ab von der Realität, sondern hin zu ihr.“ (Fischer Film Almanach 1981)
„Ein Selbstdarstellungsfilm mit dürftiger Story, aber stellenweise recht witzigen Gags.“ (Lexikon des Internationalen Films)
mit Udo Lindenberg, Leata Galloway, Waler Kohut, vera Tschechova, Felix Scholz, Kklau Kauroff, Otto Wanz, Hark Bohm, Beate Jensen, Eddie Constantin, Rudolf Beiswanger, Peter Ahrweiler, Fritz Rau, Renate Schubert, heinz Domez, Werner Böhm, Willi Herrmann, Karl Dall, Helga Feddersen, Günter Netzer, Peggy Parnass, Werner Veigel
Hinweise
„Panische Zeiten“ in der ARD-Mediathek
Filmportal über „Panische Zeiten“
Wikipedia über „Panische Zeiten“ (deutsch, englisch)
Arte, 20.15
The Big Lebowski (The Big Lebowski, USA 1998)
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen
Ein echter Kultfilm.
Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.
Anschließend zeigt Arte um 22.05 Uhr die Doku „Jeff Bridges und ‚The Dude'“ und um 23.00 Uhr „Die Coen-Brüder – Eine amerikanische Geschichte“ und dann ist es schon kurz vor Mitternacht
mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara
Hinweise
Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen
Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“
Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)
Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich 2013)
Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)
Meine Besprechung von Joel Coens „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth, USA 2021)
Meine Besprechung von Ethan Coens „Drive-Away Dolls“ (Drive-Away Dolls, USA 2024)
Meine Besprechung von Ethan Coens „Honey don’t!“ (Honey don’t!, USA 2025)
RBB, 23.20
Die Mörder sind unter uns (Deutschland 1946)
Regie: Wolfgang Staudte
Drehbuch: Wolfgang Staudte
„Die Mörder sind unter uns“ war nach dem Zweiten Weltkrieg der erste deutsche Film, der hergestellt wurde, und weil die anderen Besatzungsmächte Wolfgang Staudtes Drehbuch nicht akzeptierten (vor allem wegen des ursprünglich geplanten Selbstjustiz-Endes), war es auch der erste Defa-Film. Er ist auch ein Klassiker des deutschen Films und eine quälende, von Verunsicherung geprägte Bestandsaufnahme.
Im zerstörten Berlin leidet der Arzt Hans Mertens (Ernst Wilhelm Borchert) an seinen Kriegserlebnissen, die er versucht mit Alkohol und Barbesuchen zu betäuben. Er wohnt bei Susanne Wallner (Hildegard Knef), die in einem KZ war. Als sie in seinen Sachen den Abschiedsbrief von seinem Kompaniechef Brückner entdeckt, erfährt Mertens von ihr, dass Brückner (Arno Paulsen) noch lebt. Mertens möchte ihn für seine Kriegsverbrechen büßen lassen.
Staudte inszenierte diese Geschichte mit Bildern aus dem zerstörten Berlin in typischen Noir-Bildern und zahlreichen Nahaufnahmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Deutschen mit ihrer Schuld und wie sie mit den Tätern umgehen sollen. Es ist ein in hohem Maß selbstreflexiver, von Verunsicherung, auch über das eigene Tun, geprägter Film, der gerade daraus auch heute noch seine erzählerische Wucht gewinnt.
Ein historisches Dokument ist er sowieso.
„Dieser erste Trümmerfilm war ein hoffnungsvoller Ansatz, die deutsche Vergangenheit zu bewältigen.“ (Christa Bandmann/Joe Hembus: Klassiker des deutschen Tonfilms, 1980)
Mit Ernst Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, Arno Paulsen, Michael Günther, Robert Forsch
Hinweise
Filmportal über „Die Mörder sind unter uns“
Moviepilot über „Die Mörder sind unter uns“
Rotten Tomatoes über „Die Mörder sind unter uns“
Wikipedia über „Die Mörder sind unter uns“ (deutsch, englisch)