Mark Millars „Sharkey the Bounty Hunter“ macht „Krawall im All“

Mai 11, 2020

Wer nicht schon wieder mit den Guardians of the Galaxy abhängen will oder die Abenteuer der „Serenity“-Crew (wahrheitsgetreu aufgezeichnet in der TV-Serie „Firefly“, einem Spielfilm, Comics und Büchern) oder von Han Solo und Chewbacca (ebenso wahrheitsgetreu aufgezeichnet in den multimedialen Annalen vom Krieg der Sterne) wieder ansehen will, der sollte sich „Sharkey the Bounty Hunter“ ansehen. Mark Millar hat Sharkey erfunden und sein erstes Abenteuer, der Comic „Krawall im All“, ist genau das Weltraumabenteuer, das auch Han Solo oder „Serenity“-Captain Malcolm Reynolds zustoßen könnte.

Sharkey, der sich stilistisch mit seinem Porno-Oberlippenschnauzer und dem Cowboyhut am etablierten großspurigen Redneck-Outfit orientiert, ist ein Kopfgeldjäger, Glücksritter, Ex-Elitesoldat (was einige seiner Fähigkeiten und seinen Ehrenkodex erklärt), Einzelgänger und notorisch pleite. Deshalb ist er auch einverstanden Edra Deering, die meistgesuchte Frau der Galaxis, zu jagen.

Begleitet wird er von dem Waisenjungen Extra-Billy. Der Junge ist ein Überbleibsel von seinem letzten Auftrag. Sharkey hat Extra-Billys Onkel festgenommen und das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld kassiert. Abzüglich seiner immensen Spielschulden. Jetzt kümmert sich niemand mehr um das Kind und Sharkey hat die moralische Verpflichtung den Waisenjungen zu seinen nächsten Verwandten zu bringen. Die leben am anderen Ende der Galaxis. Der Kinderhasser tut dies nur, weil er diesen Transport mit der Jagd nach Deering verbinden kann. Oh, und wegen seines Ehrenkodex.

Das ist der Beginn eines unterhaltsamen Weltraumabenteuers, das ziemlich genau das liefert, was es verspricht.

Mark Millar/Simone Bianchi: Sharkey the Bounty Hunter – Krawall im All

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2020

172 Seiten

20 Euro

Originalausgabe

Sharkey the Bounty Hunter # 1 – 6

Netflix, 2020

Hinweise

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/J. G. Jones‘ „Wanted (Mark Millar Collection 1)“ (Wanted # 1 – 6, Dezember 2003 – Februar 2005)

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons “Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)”

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Wolverine: Old Man Logan“ (Old Man Logan, 2008/2009)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 1)“ (Kick-Ass 2 – Issue 1 – 4, Dezember 2010 – November 2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 2)“ (Kick-Ass 2 – Issue 5 – 7, Januar – Mai 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Hit-Girl – Kick-Ass 2: Die Vorgeschichte“ (Hit-Girl, Issue 1 – 5, August 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yus „Superior – Band 2“ (Superior, Issue 5 – 7, Dezember 2011 – März 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Gibbons‘ „Secret Service“ (Secret Service # 1- 6, Juni 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 1“ (Kick-Ass 3, # 1 – 5, Juli 2013 – Januar 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 2“ (Kick-Ass 3 – # 6 – 7, April – August 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yu/Nacho Vigalondos (Co-Autor/Drehbuch) „Super Croocks – Band 1: Der Coup“ (Super Crooks # 1 – 4, 2012)

Meine Besprechung von Jeff Wadlows Mark-Millar-Verfilmung „Kick-Ass 2“ (Kick-Ass 2, USA 2013)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Johnson/Kilian Plunketts „Genosse Superman (Mark Millar Collection 4)“ (Superman: Red Son # 1 – 3, 2003)

Meine Besprechung von Mark Millar/Rafael Albuquerque/Dave McCaigs „Huck – Held wider Willen“ (Huck # 1 – 6, November 2015 – April 2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Stuart Immonens „Empress“ (Empress # 1 – 7, Juni 2016 – Januar 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Greg Capullos „Reborn“ (Reborn # 1 – 6, Oktober 2016 – Juni 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Olivier Coipels „The Magic Order“ (The Magic Order # 1 – 6, 2018/2019)

Mein Besprechung von Mark Millar/Wilfredo Torres‘ „Jupiter’s Circle“ (Jupiter’s Circle # 1 – 6, 2015; Jupiter’s Circle 2 # 1 – 6, 2015/2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Ricardo Lopez Ortiz‘ „Hit-Girl in Kolumbien“ (Hit-Girl (2018) # 1 – 4, 2018)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita Jr. „Kick-Ass: Frauenpower“ (Kick-Ass (2018) # 1 – 6, 2018)

Meine Besprechung von Mark Millar/Rafael Albuquerques „Prodigy: Die böse Erde“ (Prodigy: The evil earth # 1 – 6, 2019)


TV-Tipp für den 11. Mai: Do the Right Thing

Mai 10, 2020

Arte, 22.05

Do the Right Thing (Do the Right Thing, USA 1989)

Regie: Spike Lee

Drehbuch: Spike Lee

Eine schwüle Sommernacht in Brooklyn – und alle Treffen sich in Sal’s Pizzeria.

Spike Lees dritter Spielfilm und inzwischen ein Klassiker. Eine hysterische Nummernrevue, in der Emotionen und Gegensätze ungebremst aufeinanderkrachen.

„Lee macht im Grunde etwas sehr Mutiges. Er hält seinen eigenen Leuten ihren eigenen Rassismus vor. Erst wenn sie dies erkennen, sind sie in der Lage, anders mit dem Rassismus der Weißen umzugehen, als es das Ende des Films zeigt.“ (Fischer Film Almanach 1990)

„Das Richtige getan hat Lee, indem er einen Film gedreht hat, der seine Dringlichkeit in keinem Augenblick vermeint, ohne deshalb Lösungen mit auf den Weg geben zu wollen. Statt die eine richtige Position zu behaupten, orchestriert Lee virtuos eine Vielzahl von Positionen.“ (Cristina Nord, in Gunnar Landsgesell/Andreas Ungerböck, Hrsg.: Spike Lee, 2006)

mit Danny Aiello, Ossie Davis, Ruby Dee, Richard Edson, Spike Lee, Giancarlo Esposito, Bill Nunn, John Turturro, John Savage, Samuel L. Jackson, Rosie Perez, Martin Lawrence

Hinweise

Homepage von “40 Acres and a Mule Filmworks” (Firma von Spike Lee)

Drehbuch “Do the Right Thing” von Spike Lee

Rotten Tomatoes über „Do the Right Thing“

Wikipedia über „Do the Right Thing“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über “Do the Right Thing”

New York Magazine: Interview mit Spike Lee über “Do the Right Thing” (7. April 2008)

Los Angeles Times: Jason Matloff über “Do the Right Thing” zwanzig Jahre nach der Premiere” (24. Mai 2009)

NPR: Diskussion über “Do the Right Thing” zwanzig Jahre nach der Premiere  (24. Juni 2009)

Meine Besprechung von Spike Lees „Buffalo Solders ’44 – Das Wunder von St. Anna“ (Miracle at St. Anna, USA/I 2008)

Meine Besprechung von Spike Lees “Oldboy” (Oldboy, USA 2013)

Meine Besprechung von Spike Lees „BlacKkKlansman“ (BlacKkKlansman, USA 2018)


TV-Tipp für den 10. Mai: Der Smaragdwald

Mai 9, 2020

Tele 5, 17.55

Der Smaragdwald (The emerald forest, Großbritannien 1985)

Regie: John Boorman

Drehbuch: Rospo Pallenberg

Während der Vater Bill Markham als Ingenieur ein Staudammprojekt im Amazonas überwacht, verschwindet sein siebenjähriger Sohn Tommy spurlos. Bill Markham sucht ihn und als er ihn nach einer zehnjährige Suche bei einem zurückgezogen lebendem Indiostamm findet, erlebt er eine Überraschung.

Man kann „Der Smaragdwald“ als geglückte und sehr eigenständige Variante von John Fords „Der schwarze Falke“ (mit John Wayne) sehen, oder einfach als ein bildgewaltiges, von einem wahren Fall von 1972 inspiriertes Ökoabenteuer. Während der Dreharbeiten erfuhr Boorman von weiteren ähnlichen Fällen.

In jedem Fall ist „Der Smaragdwald“ ein weiterer lohnenswerter Film von Regisseur John Boorman („Point Blank“, „Beim Sterben ist jeder der erste“, „Der General“, „Der Schneider von Panama“). Es ist ein vor Ort gedrehtes, facettenreiches Plädoyer für den Schutz des Regenwaldes und die Rechte der Ureinwohner.

„Ein meisterhafter Abenteuerfilm von mitreisender Schönheit ist dabei entstanden – als geglückte Mischung aus Fantasy- und Actionelementen, aus Mythologie und Anthropologie -, der sich nie in einer idyllisch-heilen Scheinwelt verliert, sondern beiläufig und unaufdringlich an die Gefährdung des Dschungels und seiner Bewohner durch Technik und Zivilisation gemahnt.“ (Fischer Film Almanach 1986)

mit Powers Boothe, Meg Foster, Charley Boorman, William Rodriguez, Yara Vaneau, Estee Chandler, Dira Paes, Rui Polonah, Maria Helena Velasco, Tetchie Agbayani, Claudio Moreno

Wiederholung: Dienstag, 12. Mai, 00.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Smaragdwald“

Wikipedia über „Der Smaragdwald“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Boormans „Zardoz“ (Zardoz, USA 1973 – Kult mit Sean Connery)

John Boorman in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Mai: Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

Mai 8, 2020

SWR/SR, 20.15

Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm (Deutschland 2018)

Regie: Joachim A. Lang

Drehbuch: Joachim A. Lang

„Die Dreigroschenoper“ ist 1928 in Berlin ein Theaterhit, der auch verfilmt werden soll. Bertolt Brecht schreibt ein nie verfilmtes Exposé für eine Verfilmung.

Joachim A. Lang, ein ausgewiesener Brecht-Kenner, verfilmte jetzt Brechts Vision und er erzählt auch die Geschichte des Bühnenstücks und seiner Verfilmung. Insofern ist „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ das sehr unterhaltsame und informative Making-of zu einem nicht existierendem Film, der nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

Anschließend wird ein halbstündiges Making-of gezeigt.

mit Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Claudia Michelsen, Britta Hammelstein, Robert Stadlober, Peri Baumeister, Christian Redl, Meike Droste, Godehard Giese, Max Raabe

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“

Moviepilot über „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“

Wikipedia über „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“

Meine Besprechung von Joachim A. Langs „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ (Deutschland 2018)


TV-Tipp für den 8. Mai: Die Mörder sind unter uns

Mai 7, 2020

Weil der heute bei 3sat um 22.25 Uhr als TV-Premiere laufende Kriegsfilm „Der Hauptmann“ über den sadistischen Hochstapler Willi Herold nicht unproblematisch ist, empfehle ich einen Klassiker des deutschen Films. Davor, ab 20.15 Uhr, zeigt der RBB die brandneue Doku „Berlin 1945: Tagebuch einer Großstadt“.

RBB, 23.15

Die Mörder sind unter uns (Deutschland 1946)

Regie: Wolfgang Staudte

Drehbuch: Wolfgang Staudte

„Die Mörder sind unter uns“ war nach dem Zweiten Weltkrieg der erste deutsche Film, der hergestellt wurde, und weil die anderen Besatzungsmächte Wolfgang Staudtes Drehbuch nicht akzeptierten (vor allem wegen des ursprünglich geplanten Selbstjustiz-Endes), war es auch der erste Defa-Film. Er ist auch ein Klassiker des deutschen Films und eine quälende, von Verunsicherung geprägte Bestandsaufnahme.

Im zerstörten Berlin leidet der Arzt Hans Mertens (Ernst Wilhelm Borchert) an seinen Kriegserlebnissen, die er versucht mit Alkohol und Barbesuchen zu betäuben. Er wohnt bei Susanne Wallner (Hildegard Knef), die in einem KZ war. Als sie in seinen Sachen den Abschiedsbrief von seinem Kompaniechef Brückner entdeckt, erfährt Mertens von ihr, dass Brückner (Arno Paulsen) noch lebt. Mertens möchte ihn für seine Kriegsverbrechen büßen lassen.

Staudte inszenierte diese Geschichte mit Bildern aus dem zerstörten Berlin in typischen Noir-Bildern und zahlreichen Nahaufnahmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Deutschen mit ihrer Schuld und wie sie mit den Tätern umgehen sollen. Es ist ein in hohem Maß selbstreflexiver, von Verunsicherung, auch über das eigene Tun, geprägter Film, der gerade daraus auch heute noch seine erzählerische Wucht gewinnt.

Ein historisches Dokument ist er sowieso.

„Dieser erste Trümmerfilm war ein hoffnungsvoller Ansatz, die deutsche Vergangenheit zu bewältigen.“ (Christa Bandmann/Joe Hembus: Klassiker des deutschen Tonfilms, 1980)

Mit Ernst Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer, Arno Paulsen, Michael Günther, Robert Forsch

Hinweise

Filmportal über „Die Mörder sind unter uns“

Moviepilot über „Die Mörder sind unter uns“

Rotten Tomatoes über „Die Mörder sind unter uns“

Wikipedia über „Die Mörder sind unter uns“ (deutsch, englisch)

Bonushinweis

Nies - Deutsche Selbstbilder in den Medien

Eine längere Analyse des Films von Eckhard Pabst gibt es in dem von Martin Nies herausgegebenem Sammelband „Deutsche Selbstbilder in den Medien – Film 1945 bis zur Gegenwart“.

Martin Nies (Herausgeber): Deutsche Selbstbilder in den Medien (Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik Band 4)

Schüren Verlag, 2012

256 Seiten

24,90 Euro


Gratis Comic Tag 2020 dieses Jahr im Herbst

Mai 7, 2020

Normalerweise würde ich jetzt die Comics und das Pressematerial für den Gratis Comic Tag lesen. Der sollte nämlich am 9. Mai stattfinden. An 650 Orten (hauptsächlich natürlich Buch- und Comicläden) sollten 700.000 Comics verteilt werden.

Schon seit Wochen war klar, dass der diesjährige Gratis Comic Tag nicht im gewohnten Rahmen stattfinden kann. Das wäre nämlich eine lauschige Massenveranstaltung geworden von alten und jungen Comicfans, teils verkleidet, die mindestens eines der 34 verschiedenen Hefte abgreifen wollen und Veranstaltern, die ein abwechslungsreiches Begleitprogramm anbieten. Während sie über Comics reden. Es wurde überlegt, kleinere Veranstaltungen zu machen oder die 700.000 gedruckten Comics den Fans zuzusenden oder sie über mehrere Tage zu verteilen. Alles möglich, aber auch nicht so wahnsinnig prickelnd. Schließlich soll der Gratis Comic Tag an einem Tag die Aufmerksamkeit auf den Comic und seine Vielfalt lenken. Und währenddessen war unklar, ob die Geschäfte und Bibliotheken überhaupt an dem Tag öffnen dürfen.

Jetzt wurde der große, konsequente und (jedenfalls von mir) auch so erwartete Schritt verkündet:

Liebe Comic-Freundinnen und Comic-Freunde,

nach intensiver Beratung mit den Teilnehmern und Partnern des Gratis Comic Tages wurde beschlossen, den Termin für den GCT 2020 auf den Herbst zu verschieben, so dass dieser nicht jetzt am 9. Mai stattfinden wird.

Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen. Auch wenn es momentan sehr nach einer Entspannung der Situation aussieht, so ist der GCT für die meisten Standorte doch eine “Großveranstaltung” und diese sind für den Sommer noch untersagt. Befragt dazu gern beim nächsten Besuch eure Händlerinnen und Händler, sicher kann man euch dort noch einmal besser erklären, wie sich die Situation aus Händlersicht darstellt.

Wir werden uns im Juli noch einmal mit allen Beteiligten beraten und dann hoffentlich bis Anfang August ein neues Datum bekannt geben können.

Vielleicht seid auch Ihr von den aktuellen Maßnahmen betroffen, dann wünschen wir euch alles Gute für diese schwierige Zeit!

Wir freuen uns auf euch beim Gratis Comic Tag 2020
Die Verlage beim Gratis Comic Tag


„Blade Runner 2019: Los Angeles“, Regen und wieder Ärger mit Replikanten

Mai 7, 2020

Vor über fünfzig Jahren erschien „Träumen Roboter von elektrischen Schafen?“, ein kleiner Science-Fiction-Roman, der ohne die freie Verfilmung „Blade Runner“ wahrscheinlich weitgehend vergessen wäre. Dabei war die Verfilmung von Philip K. Dicks Roman an der Kinokasse nicht so wahnsinnig erfolgreich. Aber ziemlich schnell entwickelte Ridley Scotts SF-Noir sich zu einem Kultfilm, dessen stilbildender Einfluss nicht hoch genug gewertet werden kann.

Seitdem gab es Computerspiele, Comics, Romane und die gut aussehende, aber elend langweilige Filmfortsetzung „Blade Runner 2049“, die in der „Blade Runner“-Welt spielen. Es gab auch Myriaden von Computerspielen, Comics, Romanen, Filmen und TV-Serien, die mehr oder weniger stark von der „Blade Runner“-Welt und -Optik inspiriert sind.

Der jetzt erschienene Comic „Blade Runner 2019“ von den Autoren Michael Green und Mike Johnson und Zeichner Andrés Guinaldo knüpft direkt an Scotts Film an. Die Comicgeschichte spielt, mit anderen Figuren, mehr oder weniger parallel zu den Ereignissen aus dem Film (1982 war 2019 noch in der fernen Zukunft).

Aahna ‚Ash‘ Ashina ist im Los Angeles Police Department ein Blade Runner. Wie Rick Deckard jagt sie die menschenähnlichen Replikanten der Tyrell Corporation, die ihren Arbeitsplatz auf einem fernen Planeten, entgegen ihrer Programmierung und unerlaubt, für einen Besuch auf der Erde verlassen.

Jetzt soll sie für Alexander Selwyn, den stinkreichen Besitzer der Canaan Corporation, seine spurlos verschwundene Frau und ihre vierjährige Tochter finden. Ash macht sich auf die Suche und sie stolpert dabei schnell in einen typischen Hardboiled-Plot, der ferne (zugegeben sehr ferne, eher assoziative als echte) Erinnerungen an Raymond Chandlers Philip-Marlowe-Roman „The big Sleep“ (Der tiefe Schlaf/Der große Schlaf) weckt. Auch wenn niemand Ash mit Humphrey Bogart verwechseln wird.

Diese Hardboiled-PI-Geschichte spielt in der von Ridley Scott etablierten Welt spielt. Damit sieht dann alles so aus, wie wir es aus der SF-Noir-Dystopie kennen. Bis Ash Los Angeles verlässt.

Blade Runner 2019: Los Angeles“ ist ein gelungener Auftakt, der neugierig auf die weiteren Erlebnisse von Ash macht. Die spielen dann nicht mehr im dauerverregneten Los Angeles, sondern, so wird am Ende angedeutet, in den Kolonien.

Michael Green war als Drehbuchautor in „Blade Runner 2049“, „Mord im Orient-Express“ und „Alien: Covenant“ involviert. Bei TV-Serien wie „Smallville“, „Heroes“ und „American Gods“ gehörte er zu den Autoren und Produzenten.

Mike Johnson war als Comicautor in mehrere „Star Trek“- und „Tramsformers“-Geschichten involviert.

Der Spanier Andrés Guinaldo startete seine internationale Karriere mit der Comic-Adaption von Joe R. Lansdales kultig-abgedrehten „Drive In“-Romanen. Seitdem zeichnete er Geschichten mit Captain America, Doctor Strange, Hulk, Green Lantern und Batman.

Michael Green/Mike Johnson/Andrés Guinaldo: Blade Runner 2019: Los Angeles

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini, 2020

116 Seiten

15 Euro

Originalausgabe

Blade Runner 2019 # 1- 4

Titan Comics, 2020

Hinweis

Wikipedia über das Blade-Runner-Franchise


TV-Tipp für den 7. Mai: Der Untergang

Mai 6, 2020

Kabel 1, 20.15

Der Untergang (Deutschland 2004)

Regie: Oliver Hirschbiegel

Drehbuch: Bernd Eichinger

LV: Joachim Fest: Der Untergang – Hitler und das Ende des Dritten Reiches, 2002

LV: Traudl Junge, Melissa Müller: Bis zur letzten Stunde – Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben, 2002

Was geschah in den letzten Kriegstagen in Berlin im Führerbunker? Nach 150 Minuten wissen wir es.

Der Untergang“ ist gediegen erzähltes, starbesetztes Unterhaltungskino im Hollywoodstil. Historisch akkurat und ohne eine erkennbare Haltung zum Sujet. Deshalb reiht sich eine Episode an die nächste Episode, aber eine Geschichte wird, abseits der strikt chronologischen Anordnung des Materials, nicht erkennbar.

mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Juliane Köhler, Heino Ferch, Christian Berkel, Matthias Habich, Thomas Kretschmann, Michael Mendl, André Hennicke, Ulrich Noethen, Birgit Minichmayr, Rolf Kanies, Justus von Dohnányi, Dieter Mann, Christian Redl, Götz Otto, Alexander Held, Bettina Redlich, Heinrich Schmieder, Anna Thalbach, Ulrike Krumbiegel, Jürgen Tonkel, Devid Striesow

Wiederholung: Freitag, 8. Mai, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Filmportal über „Der Untergang“

Rotten Tomatoes über „Der Untergang“

Wikipedia über „Der Untergang“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Five Minutes of Heaven“ (Five Minutes of Heaven, GB 2009)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Diana“ (Diana, USA/GB 2013)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Elser“ (Deutschland 2015)  (mit Interviews mit Oliver Hirschbiegel über den Film) (und der DVD)

Meine Besprechung von Oliver Hirschbiegels „Der gleiche Himmel“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 6. Mai: Diplomatie

Mai 5, 2020

Arte, 20.15

Diplomatie (Diplomatie, Frankreich/Deutschland 2014)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Cyril Gély, Volker Schlöndorff

LV: Cyril Gély: Diplomatie, 2011 (Bühnenstück)

24. August 1944, die Nacht bevor Paris zerstört werden soll: der schwedische Generalkonsul Raoul Nordling (André Dussollier) versucht den deutschen Kommandanten von Paris, General Dietrich von Choltitz (Niels Arestrup), zu überzeugen, die in der Stadt verteilten Sprengladungen nicht detonieren zu lassen.

Lose auf historischen Tatsachen basierendes Theaterstück, das die Vorlage für ein grandioses Schauspielerkino ist. Denn das nächtliche Gespräch zwischen Nordling und von Choltitz ist nicht verbürgt und hat so wahrscheinlich auch niemals stattgefunden.

Anschließend, um 21.35 Uhr, zeigt Arte die neue Doku „Volker Schlöndorff“.

mit André Dussollier, Niels Arestrup, Burghart Klaußner, Robert Stadlober, Charlie Nelson

Hinweise

Filmportal über „Diplomatie“

Rotten Tomatoes über „Diplomatie“

Wikipedia über „Diplomatie“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


Cover der Woche

Mai 5, 2020


TV-Tipp für den 5. Mai: Schindlers Liste

Mai 4, 2020

Kabel 1, 20.15

Schindlers Liste (Schindler’s List, USA 1993)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Thomas Keneally: Schindler’s Ark, 1982 (später Schindler’s List) (Schindlers Liste)

Holocaustdrama über den deutschen Industriellen Oskar Schindler, der in Polen über 1100 Juden vor den Vernichtungslagern rettete, indem er sie als Zwangsarbeiter rekrutierte und dabei alles riskierte.

„in jeder Hinsicht bemerkenswert und legt eine künstlerische Strenge und ein unsentimentales Verständnis an den Tag, das es von allen bisherigen Filmen des Regisseurs abhebt. (…) Trotz seiner Länge von über drei Stunden bewegt sich der Film schnell voran und ist keine Minute zu lang für die Geschichte, die er erzählt, und die Menge von Informationen, die er vermittelt.“ (Todd McCarthy, Variety)

Steven Spielberg zum Kinostart der restaurierten Fassung im Januar 2019: „Es ist schwer zu glauben, dass es 25 Jahre her ist, seit ‚Schindlers Liste‘ in die Kinos kam. Die wahren Geschichten über das Ausmaß und die Tragödie des Holocaust dürfen nie vergessen werden, und die Lehren des Films über die entscheidende Bedeutung der Bekämpfung des Hasses hallen auch heute noch nach. Ich fühle mich geehrt, dass das Publikum die Reise noch einmal auf der großen Leinwand erleben kann.“

mit Liam Neeson, Ben Kingsley, Ralph Fiennes, Caroline Goodall, Jonathan Sagalle, Embeth Davidtz

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Schindlers Liste“

Wikipedia über „Schindlers Liste“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Die Krimibestenliste Mai 2020

Mai 3, 2020

Für spannende Lesestunden muss man nicht vor die Tür gehen – und bei dem Wetter ist es auch zu kühl, um im Garten zu lesen. Für die dem Wetter angemessen länglichen Couchsitzungen empfiehlt die Frankfurter Allgemeine und Deutschlandfunk Kultur in ihrer aktuellen Krimibestenliste:

1. Young-Ha Kim – Aufzeichnungen eines Serienmörders (Plazierung im Vormonat: 1)

Aus dem Koreanischen von Inwon Park. Cass, 152 Seiten, 20 Euro.

2. Michael Connelly – Late Show (Plazierung im Vormonat: –)

Aus dem Englischen von Sepp Leeb. Kampa, 432 Seiten, 19,90 Euro.

3. Lisa Sandlin – Family Business (Plazierung im Vormonat: 3)

Aus dem Englischen von Andrea Stumpf. Suhrkamp, 358 Seiten, 10 Euro.

4. Sara Paretsky – Altlasten (Plazierung im Vormonat: –)

Aus dem Englischen von Laudan und Szelinski. Ariadne im Argument Verlag, 544 Seiten, 24 Euro.

5. Cai Jun – Rachegeist (Plazierung im Vormonat: –)

Aus dem von Chinesischen von Eva Schestag. Piper, 512 Seiten, 16 Euro.

6. Jan Costin Wagner – Sommer bei Nacht (Plazierung im Vormonat: 2)

Galiani, 314 Seiten, 20 Euro.

7. Jérôme Leroy – Der Schutzengel (Plazierung im Vormonat: 5)

Aus dem Französischen von Cornelia Wend. Edition Nautilus, 352 Seiten, 20 Euro.

8. Angie Kim – Miracle Creek (Plazierung im Vormonat: –)

Aus dem Englischen von Marieke Heimburger. Hanserblau, 510 Seiten, 22 Euro.

9. Horst Eckert – Im Namen der Lüge (Plazierung im Vormonat: –)

Heyne, 576 Seiten, 12,99 Euro.

10. Matthias Wittekind – Die Brüder Fournier (Plazierung im Vormonat: –)

Edition Nautilus, 272 Seiten, 18 Euro.


TV-Tipp für den 4. Mai: Nachtschicht: Cash & Carry

Mai 3, 2020

ZDF, 20.15

Nachtschicht: Cash & Carry (Deutschland 2020)

Regie: Lars Becker

Drehbuch: Lars Becker

Zuerst geht eine Verhaftung schief, weil ein zufällig vorbeikommender Streifenpolizist eine Personenkontrolle bei Elias Zekarias (Tedros Teclebrhan) durchführt. Kurz darauf ist dieser Streifenpolizist tot und zwei Kleingangster, die einen Geldautomaten klauten, sind auf der Flucht. Verfolgt von Erichsen (Armin Rohde), Lisa Brenner (Barbara Auer), Zekarias und etlichen Kollegen, die die Polizistenmörder schnappen wollen.

Gewohnt unterhaltsames Multikulti-“Nachtschicht“-Abenteuer mit einer lustvoll aufspielenden Riege bekannter Schauspieler, humorvoll-pointierten Dialogen und absurden Wendungen. Was auch daran liegt, dass die Gangster nicht gerade die hellsten Leuchten am Christbaum sind und einige Polizisten eine sehr laxe Auffassung von Gesetzestreue haben.

Lars-Becker- und Armin-Rohde-Fans können sich schon einmal den 25. Mai im Kalender notieren. Dann gibt es mit „Friss oder stirb“ einen neuen in Berlin spielenden „Der gute Bulle“-Krimi.

Mit Armin Rohde, Barbara Auer, Tedros Teclebrhan, Minh-Khai Phan-Thi, Özgür Karadeniz, Friederike Becht, Benno Fürmann, Klismann Lefaza Jovete, Pit Bukowski, Hassan Akkouch, Lorna Ishema, Nadeshda Brennicke, Maximilian Brückner, Albrecht Ganskopf, Liz Baffoe

Hinweise

ZDF über „Nachtschicht“

Wikipedia über „Nachtschicht“

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Mai (+ Buchkritik): Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Mai 2, 2020

Pro7, 20.15

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (The Shape of Water, USA 2017)

Regie: Guillermo del Toro

Drehbuch: Guillermo del Toro, Vanessa Taylor (nach einer Geschichte von Guillermo del Toro)

TV-Premiere – und wegen der Uhrzeit wird um 20.15 Uhr eine gekürzte Fassung gezeigt. Die Nachtwiederholung dürfte ungekürzt sein.

Guillermo del Toros sehr gelungene, mit zahlreichen Preisen (u. a. Oscar als bester Film des Jahres) ausgezeichnete Version vom „Schrecken vom Amazonas“. Der Fischmensch wird 1962 in Baltimore in einem Regierungslabor als Forschungsobjekt gefangen gehalten. Als eine stumme Putzfrau zu dem Wesen eine Beziehung aufbaut, beginnt eine der schönsten Liebesgeschichten des zeitgenössischen Kinos, die auch eine detailverliebte Liebeserklärung an die alten Hollywood-Monsterheuler und ein subversives Märchen über gesellschaftliche Außenseiter, die sich respektvoll, human und ohne Vorurteile begegnen, ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit Clips und Interviews).

mit Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins, Octavia Spencer, Michael Stuhlbarg, Doug Jones, David Hewlett, Nick Searcy, Stewart Arnott

Der Filmroman

folgt selbstverständlich der Filmgeschichte. Allerdings erfahren wir mehr über die einzelnen menschlichen Figuren und auch was Richard Strickland im Dschungel bei der Suche nach dem legendären Fischmenschen erlebte. Diese Nebengeschichten variieren das Thema des Films und erhellen das damalige Denken und die damals herrschenden Ansichten. Dummerweise drängen diese Nebengeschichten die Hauptgeschichte in den Hintergrund.

Guillermo del Toro/Daniel Kraus: The Shape of Water

(übersetzt von Kerstin Fricke)

Knaur, 2018

432 Seiten

16,99 Euro

Originalausgabe

The Shape of Water

Feiwel and Friends/Macmillan, 2018

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The Shape of Water“

Metacritic über „The Shape of Water“

Rotten Tomatoes über „The Shape of Water“

Wikipedia über „The Shape of Water“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Pacific Rim“ (Pacific Rim, USA 2013)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „Crimson Peak“ (Crimson Peak, USA 2015)

Meine Besprechung von Guillermo del Toros „The Shape of Water – Das Flüstern des Waters“ (The Shape of Water, USA 2017)


TV-Tipp für den 2. Mai: The Big Lebowski

Mai 1, 2020

ZDFneo, 20.15

The Big Lebowski (The Big Lebowski, USA 1998)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Ein echter Kultfilm.

Die Geschichte ist, wie bei Raymond Chandler, der als Inspiration diente, kaum nacherzählbar, labyrinthisch, voller grandioser Szenen und Sätze und wahrscheinlich bar jeder Logik. Im wesentlichen geht es darum, dass der Dude mit seinem ihm bis dahin unbekannten, stinkreichen, herrischen, querschnittgelähmten Namensvetter verwechselt wird und er in eine undurchsichtige Entführungsgeschichte hineingezogen wird.

mit Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, David Huddleston, Philip Seymour Hoffman, Tara Reid, Philip Moon, Mark Pellegrino, Peter Stormare, Flea, John Turturro, Sam Elliott, Ben Gazzara

Hinweise

Homepage des Lebowski Fest

Drehbuch „The Big Lebowski“ von Joel & Ethan Coen

Rotten Tomatoes über „The Big Lebowski“

Wikipedia über „The Big Lebowski“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 1. Mai: Die rote Schildkröte

April 30, 2020

Pro7 Maxx, 20.15

Die rote Schildkröte (La tortue rouge, Frankreich/Japan 2016)

Regie: Michael Dudok de Wit

Drehbuch: Michael Dudok de Wit (auch Adaption), Pascale Ferran (Adaption) (nach einer Geschichte von Michael Dudok de Wit)

Ein Schiffbrüchiger entdeckt auf einer Insel eine rote Schildkröte, die eine schöne Überraschung verbirgt.

„Die rote Schildkröte“ ist ein wunderschöner poetischer Film über das Leben, der einem, wie ein Gedicht, eine Interpretation aufzwingt, aber zum Nachdenken anregt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Trickfilms für Erwachsene.

Wiederholung: Samstag, 2. Mai, 00.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Die rote Schildkröte“

Metacritic über „Die rote Schildkröte“

Rotten Tomatoes über „Die rote Schildkröte“

Wikipedia über „Die rote Schildkröte“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Michael Dudok de Wits „Die rote Schildkröte“ (La tortue rouge, Frankreich/Japan 2016)

 


Notizzettel

April 30, 2020

Mittagessen, Plan für die nächsten Tage:

Kartoffeln mit Möhren, Tomaten und Zwiebeln

Möhren mit Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln

Tomaten mit Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln

Zwiebeln mit Tomaten, Möhren und Kartoffeln

Reste vom Vortag

Reste davon, garniert mit einem Ei.

Na, das ist doch abwechslungsreicher als Nudeln, Nudeln, Nudeln.

Einkaufzettel – hat Zeit. Geschäfte sind eh geschlossen.Computerzubehör ist zu teuer und der Vorrat an Büchern und Filmen reicht.

Endlich den Text mit den vielen Leseempfehlungen fertig schreiben. Versprochen.

Meine kleine Pier-Paolo-Pasolini-Werkschau abgeschlossen. Ohne „Die 120 Tage von Sodom“. Den Film muss ich wirklich nicht zweimal sehen; – außerdem sollte man den Film mit Publikum sehen und beobachten, wie die Zuschauer fluchtartig den Saal verlassen.

Und jetzt?

Federico Fellini

John Cassavetes („Ich mache gern schwierige Filme, bei denen die Leute schreiend rauslaufen. Ich bin schließlich nicht in der Unterhaltungsbranche.“)

Werner Herzog

Spike Lee

Jim Jarmusch

Alfred Hitchcock

Stanley Kubrick (ohne „Shining“. Den habe ich als Vorbereitung für „Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen“ wieder gesehen.)

Martin Scorsese

Francis Ford Coppola (zum Beispiel die „Der Pate“-Trilogie; „Apocalypse Now“ habe ich ja kürzlich wieder im Kino gesehen)

Steven Spielberg (alles außer Indiana Jones. Die Filme habe ich erst kürzlich gesehen)

Und dann gibt es noch einige Filme, die ich aus dem einen oder anderen Grund bislang nicht gesehen habe. Wie Roman Polanskis Kostümdrama „Tess“, weil ich Kostümfilme prinzipiell langweilig finde. Vor allem wenn sie länger als zwei Stunden sind.

Arte-Mediathek durchgucken. Da sind im Moment einige alte Filme von Alfred Hitchcock (Gestern die erste Version von „Der Mann, der zuviel wusste“ im untertitelten Original gesehen), einiges von Eric Rohmer, Jacques Rivettes vierstündiges Drama „Die schöne Querulantin“ und, zum Entspannen, „Bugsy Malone“ (Warum wird der eigentlich nie im TV gezeigt?) oder der Ed-Wood-Klassiker „Plan 9 aus dem Weltall“, der besser als sein „schlechtester Film aller Zeiten“-Ruf ist. Danach kann ich mir die beiden anderen Ed-Wood-Filme aus der Mediathek ansehen. Denn zu viel des Schlechten ist wunderbar.

Danach zum Arsenal. Die öffnen ihr Archiv und bieten auch begleitende Gespräche zu den Filmen an.


TV-Tipp für den 30. April: James Bond: Der Spion, der mich liebte

April 29, 2020

Vox, 22.00

JAMES BOND: Der Spion, der mich liebte (The Spy who loved me, Großbritannien 1977)

Regie: Lewis Gilbert

Drehbuch: Richard Maibaum, Christopher Wood

LV: Ian Fleming: The spy who loved me, 1962 (Der Spion, der mich liebte)

Buch zum Film: Christopher Wood: The spy who loved me, 1977 (James Bond und sein größter Fall)

Mitten im Kalten Krieg muss Bond mit den Russen (nun, mit einer verdammt gut aussehenden Agentin) zusammenarbeiten. Denn Milliardär Stromberg will die Welt vernichten.

Der Film hat mit dem Buch nur eine Gemeinsamkeit: den Titel. Kein Wunder, denn in dem Buch erzählt Fleming aus der Perspektive einer jungen Frau, die einen Job als Hauswärterin eines einsam gelegenen Motels annimmt, wie sie von zwei Verbrechern als Geisel genommen und von James Bond befreit wird. Fleming hielt das stark kritisierte Buch für „offensichtlich schiefgegangen“ und sprach sich – erfolglos – gegen weitere Auflagen aus. Er bestand beim Verkauf der Filmrechte an Eon Productions darauf, dass für einen Film eine andere Geschichte gefunden werde.

Und das taten sie! Der Film glänzt mit Pyramiden, einem unter Wasser fahrendem Auto, Beißer (der in dem nächsten Bond-Film „Moonraker“ seinen zweiten Auftritt hatte) und einer grandiosen Schlussschlacht in dem Bauch eines Schiffes. Für diesen Kampf wurde in den Pinewood-Studios die größte Filmhalle der Welt, die „007-Stage“, gebaut. Roger Moore spielt Bond, Curd Jürgens den Bösewicht, Barbara Bach eine Russin.

Die Vorlage

Ian Fleming: Der Spion, der mich liebte

(übersetzt von Anika Klüver und Stephanie Pannen)

Cross-Cult, 2013

224 Seiten

12,80 Euro

Originalausgabe

The Spy, who loved me, 1962

Hinweise

Rotten Tomatoes über „James Bond: Der Spion, der mich liebte“

Wikipedia über „James Bond: Der Spion, der mich liebte“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romanen “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 29. April: Der Lockvogel

April 28, 2020

Arte, 22.40

Der Lockvogel (L’appât, Frankreich 1995)

Regie: Bertrand Tavernier

Drehbuch: Colo Tavernier O’Hagan, Bertrand Tavernier

LV: Morgan Sportès: L’appât, 1994

Drei junge Pariser haben einen Plan: sie wollen in Florida eine Boutique eröffnen. Das nötige Kleingeld dafür wollen sie sich mit kriminellen Methoden beschaffen. Aber schon ihr erster Diebstahl endet in einem bestialischen Mord.

Beeindruckendes, auf einem wahren Fall basierendes Drama. Für das bedrückende Porträt desorientierter Jugendlicher gab es damals den Goldenen Bären.

mit Marie Gillain, Olivier Sitruk, Bruno Putzulu, Richard Berry, Philippe Duclos

Wiederholung: Samstag, 2. Mai, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCiné über „Der Lockvogel“

Rotten Tomatoes über „Der Lockvogel“

Wikipedia über „Der Lockvogel“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Der Uhrmacher von St. Paul (L’horloger de Saint-Paul, Frankreich 1974)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „In the Electric Mist – Mord in Louisiana (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers „Die Prinzessin von Montpensier“ (La Princesse de Montpensier, Frankreich 2010)


Cover der Woche

April 28, 2020