TV-Tipp für den 12. Februar: The Hunter

Februar 12, 2015

Servus TV, 22.15

The Hunter (Australien 2011, Regie: Daniel Nettheim)

Drehbuch: Alice Addison, Wain Fimeri (Original Adaptation)

LV: Julia Leigh: The Hunter, 1999 (Der Jäger)

Martin David (Willem Dafoe, grandios!) soll für einen Konzern den sagenumwobenen Tasmanischen Tiger finden und von ihm genetische Proben entnehmen. Allerdings jagen auch andere Menschen das Tier und David gerät in einen Konflikt zwischen Umweltschützern und Einheimischen.

„The Hunter“ ist ein angenehm altmodischer Abenteuerfilm mit Öko-Touch, einem Kopfnicken in Richtung „Mein großer Freund Shane“ und grandiosen Landschaftsaufnahmen.

mit Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O’Connor, Sullivan Stapleton, Callan Mulvey, Morgana Davies, Jacek Koman, Dan Wyllie

Wiederholung: Freitag, 13. Februar, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „The Hunter“

Wikipedia über „The Hunter

Meine Besprechung von Daniel Nettheims „The Hunter“ (The Hunter, Australien 2011)


Empfehlenswerte Kriminal- und Science-Fiction-Romane – wieder aufgelegt, meist in neuen Übersetzungen

Februar 11, 2015

Jetzt, wo Don Winslows neuer Roman auf meinem Schreibtisch liegt, will ich schnell auf einige empfehlenswerte Kriminal- und Science-Fiction-Romane hinweisen, die ältere Semester vielleicht schon in ihrem Bücherregal stehen haben. Trotzdem lohnt sich auch für sie ein Blick in die Neuausgaben. Denn oft wurde vom Verlag nicht nur ein neues Cover, sondern fast immer auch eine neue Übersetzung spendiert.

Winslow - London Undercover

Zum Beispiel bei Don Winslows neuem Roman, der eine Neuausgabe von seinem ersten Roman ist. Damals erschien „A Cool Breeze on the Underground“ (1991) als „Ein kalter Hauch im Untergrund“ bei Piper, der auch die nächsten beiden Neal-Carey-Romane veröffentlichte, aber beim vierten und fünften Carey-Roman ausstieg.
Don Winslow begann, was natürlich alles Winslowianer wissen, seine Schriftstellerkarriere mit einer Privatdetektiv-Serie. Neal Carey ist ein Waise, der sich in New York als Taschendieb durchschlug, bis er von Joe Graham erwischt, adoptiert und ein Teil der „Freunde der Familie“, einer geheimen Abteilung einer kleinen Privatbank, die ihren Kunden unauffällig aus der Klemme hilft, wurde.
Zwischen 1991 und 1996 erschienen fünf Carey-Krimis, in den Carey den halben Globus bereist. Danach ließ Don Winslow Weltreisen und Neal Carey links liegen. Schriftstellerisch versteifte er sich auf Kalifornien und er wurde zuerst in den USA und, mit jahrelanger Verspätung, auch in Deutschland, nachdem Winslow bei Piper und Goldmann kein Glück hatte, bei Suhrkamp zu einem abgefeierten Krimi-Autor. Inzwischen erscheinen Winslows neue Thriller bei Knaur, aber Suhrkamp hat noch die Rechte an seiner Backlist, die jetzt mit „London Undercover“ (so der neue deutsche Titel von „A Cool Breeze on the Underground“) bei uns veröffentlicht wird. Sogar mit einer neuen Übersetzung von Conny Lösch.
In seinem ersten Fall soll der 23-jährige Student, Bücherwurm und Manchmal-Privatdetektiv Neal Carey in London die spurlos verschwundene Tochter eines US-Senators finden – und wir dürfen eine Reise in die Vergangenheit, in die Zeit, als Männer noch täglich mehrere Tageszeitungen lasen, unternehmen. Oh, und Punk noch nicht tot war, sondern gerade gegen den bombastischen Prog-Rock und alles andere rebellierte.
Die nächsten Neal-Carey-Neuübersetzungen sind schon angekündigt. Im April erscheint bei Suhrkamp „China Girl“, im Juni „Holy Nevada“ und im August „Lady Las Vegas“ (der bislang noch nicht auf Deutsch erschienene vierte Neal-Carey-Roman). Die deutsche Publikation von seinem letzten Auftritt „While Drowning in the Desert“ ist noch nicht angekündigt. Aber ich tippe auf Oktober.
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Don Winslow: London Undercover – Neal Careys erster Fall
(übersetzt von Conny Lösch)
Suhrkamp, 2015
384 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
A Cool Breeze on the Underground
St. Martin’s Press, 1991
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Deutsche Erstausgabe (übersetzt von Ulrich Anders)
Ein kalter Hauch im Untergrund
Piper, 1997
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Hinweise

Thrilling Detective über Neal Carey

Hollywood & Fine: Interview mit Don Winslow (11. Juli 2012)

Homepage von Don Winslow (etwas veraltet, weil eigentlich eine Verlagsseite)

Deutsche Homepage von Don Winslow (von Suhrkamp)

Don Winslow twittert ziemlich oft

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Meine Besprechung von Don Winslows „Bobby Z“ (The Death and Life of Bobby Z, 1997)

Meine Besprechung von Don Winslows „Satori“ (Satori, 2011)

Mein Interview mit Don Winslow zu “Satori” (Satori, 2011)

Meine Besprechung von Don Winslows “Savages – Zeit des Zorns” (Savages, 2010)

Meine Besprechung von Don Winslows “Kings of Cool” (The Kings of Cool, 2012)

Meine Besprechung von Don Winslows „Vergeltung“ (Vengeance, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Don Winslows „Missing. New York“ (Missing. New York, noch nicht erschienen)

Meine Besprechung von Oliver Stones Don-Winslow-Verfilmung „Savages“ (Savages, USA 2012)

Don Winslow in der Kriminalakte

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Trevanian - Der Experte - 2

Bleiben wir gerade in England, in London, in den Siebzigern, als in den Pubs noch ungehemmt geraucht wurde. Jonathan Hemlock hat sich in „Der Experte“ (The Loo Sanction“, 1973) nach London zurückgezogen. Hier will er ein ruhiges Leben ohne Straftaten und Geheimdienstkomplotte leben.
Als in der Kathedrale St.-Martin’s-In-The-Fields ein wichtiges Mitglied der Oberschicht ermordet wird, bittet eine Geheimorganisation Jonathan Hemlock um Hilfe. Hemlock kann das Angebot nicht ablehnen. Seine Ermittlungen führen ihn zu Maximilian Strange, einem Clubbesitzer, der heimlich seine hochstehenden Gäste belauscht und filmt. Strange will sein Wissen versilbern.
Als Teenager hat mir der zweite Hemlock-Thriller gefallen.
Es ist schön, dass die drei Hemlock-Thriller „Im Auftrag des Drachen“, „Der Experte“ und „Shibumi“ wieder erhältlich sind. Ergänzend kann man Don Winslows Hemlock-Thriller „Satori“ lesen, der in die abenteuerliche Vergangenheit von Hemlock führt.
Nach Angaben des Heyne-Verlages handelt es sich um eine „vollständig überarbeitete Neuausgabe“ von „Der Experte“.
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Trevanian: Der Experte
(übersetzt von Werner Peterich)
Heyne, 2014
448 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
The Loo Sanction
Crown Publishers, 1973
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Zahlreiche frühere deutschsprachige Ausgaben.
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Hinweise

Homepage von Trevanian

Wikipedia über Trevanian

L. A. Times: Nachruf auf Rod Whitaker (19. Dezember 2005)

Meine Besprechung von Trevanians „Im Auftrag des Drachen“ (The Eiger Sanction, 1972)

Meine Besprechung von Trevanians “Shibumi” (Shibumi, 1979)

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McIlvanney - Laidlaw
Bleiben wir weiterhin in den Siebzigern, gehen aber etwas weiter in den Norden. Nach Glasgow, wo Detective Inspector Jack Laidlaw arbeitet.
Er wurde von William McIlvanney erfunden, der nicht sonderlich produktiv, aber einflußreich ist. Er gilt als Begründer des Tartan Noir, Rebus-Erfinder Ian Rankin bekennt, dass er ohne die Laidlaw-Romane kein Krimischriftsteller geworden wäre, und Martin Compart schreibt im Nachwort zur DuMont-Ausgabe von „Laidlaw“ über William McIlvanney: „Seine stilistische Brillanz, sein Gespür für Charaktere und Atmosphäre und die moralische Dimension seiner Kriminalromane, die weit über den Standards des Genres liegen, haben ihm nicht nur Vergleich mit Chandler und Ross Macdonald eingebracht, sondern ihn auch zum Geheimtip als einem der besten lebenden Kriminalliteraten werden lassen. Allein seine geringe Produktivität im Genre hat ihn nach Ansicht der Spezialisten daran gehindert, als führender britischer Autor des Genres weltweit Anerkennung und Bestsellererfolg einzuheimsen. Es gibt wenige zeitgenössische Noir-Autoren, die ihr Material so vielschichtig anlegen und so souverän handhaben.“
Im ersten Laidlaw-Roman, der auch einfach „Laidlaw“ heißt, jagt Detective Inspector Jack Laidlaw von dr Glasgower Polizei den Zwanzigjährigen Tommy Bryson, der ein junges Mädchen ermordetete, weil er beweisen wolle, dass er nicht homosexuell ist. Jetzt ist Tommy nicht nur vor der Polizei auf der Flucht.
Als ich damals, als „Laidlaw“ in der kurzlebigen DuMont-Noir-Reihe erschien und ich den Roman begeistert verschlungen hatte, freute ich mich schon auf die nächsten Laidlaw-Romane, die dann doch nicht übersetzt wurden und irgendwie kam ich nicht dazu, mir die Originale (Waren die damals überhaupt erhältlich?) zu besorgen.
Jedenfalls, nachdem Laidlaws erster Fall bereits in zwei verschiedenen Verlagen in der Übersetzung von Ute Tanner erschien, gibt es dieses Mal eine sehr erfreuliche Meldung. Der Kunstmann-Verlag hat die Tage „Die Suche nach Tony Veitch“ veröffentlicht und will im Herbst „Falsche Treue“, den dritten und bislang letzten Laidlaw-Roman, veröffentlichen.
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William McIlvanney: Laidlaw
(übersetzt von Conny Lösch)
Kunstmann, 2014
304 Seiten
19,95 Euro
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Originalausgabe
Laidlaw
Hodder and Stoughton Limited, 1977
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Deutsche Erstausgabe (übersetzt von Ute Tanner)
Im Grunde ein ganz armer Hund
Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1979
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Neuveröffentlichung
Laidlaw
(mit einem Nachwort von Martin Compart; DuMont Noir 15)
DuMont, 1999
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Hinweise

Homepage von William McIlvanney

Wikipedia über William McIlvanney (deutsch, englisch)

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Katzenbach - Das Tribunal

Verlassen wir die Siebziger, bleiben aber in Europa.
Mit „Das Tribunal“ schrieb John Katzenbach seinen historischen Roman, seinen Weltkrieg-II-Roman und seinen Gerichtsthriller, der auch erfolgreich von Gregory Hoblit mit Bruce Willis und Colin Farrell verfilmt wurde. Weil die Verfilmung öfter im Fernsehen läuft, dürfte die Geschichte bekannt sein: 1943 wird in Deutschland in einem Kriegsgefangenenlager ein Häftling ermordet. Als Täter wird Lincoln Scott angeklagt und weil alles nach Recht und Gesetz vonstatten gehen soll (inclusive einer Selbstinszenierung der Lagerleitung), wird der junge, ebenfalls gefangene Jurastudent Thomas Hart als Verteidiger des angeklagten Afroamerikaners bestellt.
Natürlich ist „Das Tribunal“ ein Planspiel, das wichtige Themen anspricht, und mit siebenhundert Seiten nichts für die schnelle Lektüre in der U-Bahn. Eher schon für die lange Zugfahrt quer durch Deutschland. Oder ein Wochenende ohne Binge-Watching.
Auch hier gibt es eine vollständige Neuübersetzung.
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John Katzenbach: Das Tribunal
(übersetzt von Anke und Eberhard Kreutzer)
Knaur, 2015
704 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
Hart’s War
Ballantine Books, 1999
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Deutsche Erstausgabe (übersetzt von Bernhard Liesen)
Das Tribunal
Heyne, 2002
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Verfilmung
Das Tribunal (Hart’s War, USA 2002, Regie: Gregory Hoblit)
Drehbuch: Billy Ray, Terry George
LV: John Katzenbach: Hart´s war, 1999 (Das Tribunal)
Mit Bruce Willis, Colin Farrell, Rory Cochrane, Terrence Howard, Cole Hauser
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Hinweise

Homepage von John Katzenbach

Deutsche Homepage von John Katzenbach

Wikipedia über John Katzenbach (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Katzenbachs „Der Professor“ (What comes next, 2012)

Meine Besprechung von John Katzenbachs „Der Wolf“ (Red 123, 2013)

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In der Abteilung „Science-Fiction“ gibt es auch einige erwähnenswerte Neuveröffentlichungen. „Captain Future“ erobert weiter das Weltall und zwei Klassiker von Robert A. Heinlein gibt es erstmals in ungekürzten Übersetzungen, was vor allem bei „Mondspuren“ gut ist.

Heinlein - Mondspuren - 2Heinlein - Raumjäger - 2

„Mondspuren“ ist der aktuelle deutsche Titel von „The Moon is a harsh Mistress“, einem 1967 mit dem Hugo Award ausgezeichneter Roman, der auch – immerhin schrieb Heinlein „Starship Troopers“ – bei der Gegenkultur beliebt war.
In dem Roman ist der Mond besiedelt und er fungiert als Kornkammer für die Erde. Die Farmer sind Sträflinge und ihre Kinder, die noch nie den Mond verlassen haben und deren Körper sich der Schwerkraft auf dem Mond unwiderruflich angepasst haben. Da ergeben Berechnungen, dass der Mondbevölkerung eine Hungersnot droht, wenn sie weiterhin die Erde versorgen. Einige Menschen beginnen eine Revolution gegen ein Erdregime, das man mit der USA verwechseln könnte.
Kein Wunder, dass damals die Hippies und Studenten davon begeistert waren.
Acht Jahre früher schrieb Heinlein mit „Raumjäger“ seinen letzten Jugendroman. In ihm gewinnt Kip Russell bei einem Wettbewerb den zweiten Preis: einen ausrangierten Raumanzug, den er repariert, einmal zur Probe anzieht und ihn ins Weltall katapultiert, wo er fantastische Abenteuer erlebt.
Der Roman war für den Hugo nominiert.
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Robert A. Heinlein: Mondspuren
(übersetzt von Wulf H. Bergner und Jürgen Langowski)
Heyne, 2014
464 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
The Moon is a harsh Mistress
G. P. Putnam’s Sons, 1966
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Frühere deutsche Veröffentlichungen als „Revolte auf Luna“ und „Der Mond ist eine herbe Geliebte“.
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Robert A. Heinlein: Raumjäger
(übersetzt von Heinz Nagel)
Heyne, 2014
336 Seiten
8,99 Euro
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Originalausgabe
Have Space Suit – Will Travel
Charles Scribner’s Sons, 1958
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Frühere deutsche Veröffentlichungen als „Piraten im Weltraum“, „Kip überlebt auf Pluto“ und „Die Invasion der Wurmgesichter“. Und diese Titel, hintereinander gelesen, verraten doch einiges von der Handlung.
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Hinweise

Homepage der Heinlein Society (also eigentlich die Homepage von Robert A. Heinlein)

Wikipedia über Robert A. Heinlein (deutsch, englisch)

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Hamilton - Captain Future - Der Triumph - 2

Bei Golkonda darf Captain Future weitere Abenteuer erleben, die in den USA erstmals, mit einigen Nachfolgern, zwischen 1940 und 1944 erschienen. In Deutschland erschienen bei Bastei-Lübbe zwischen 1981 und 1984, im Zusammenhang mit der Ausstrahlung der inzwischen legendären TV-Zeichentrickserie (jedenfalls für uns Jungs, die sie damals im TV sahen), fünfzehn „Captain Future“-Romanen. „Der Triumph“, das vierte Abenteuer von Captain Future, war auch dabei.
Aber bei Golkonda gibt es immer eine Neuübersetzung, die dem Text des Originals folgt, ergänzt um die Zeichnungen und dem Bonusmaterial, das damals im Pulpmagazin „Captain Future – Wizard of Science“ erschien und der Leserbindung diente. Allein schon für diese liebevolle Ausstattung kann der Verlag nicht genug gelobt werden.
Ach ja; die Story. Ein selbsternannter „Lebensherr“ hat ein Mittel gegen das Altern entwickelt, für das Reiche Unsummen bezahlen. Aber sein Versprechen ewiger Jugend ist nur von kurzer Dauer. Captain Future und sein tapferes Team wollen hinter sein Geheimnis kommen.
Reisen wir also in die Vergangenheit, um die Zukunft zu erkunden.
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Edmond Hamilton: Captain Future – Der Triumph
(übersetzt von Markus Mäurer)
Golkonda, 2014
208 Seiten
14,90 Euro
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Originalausgabe
The Triumph of Captain Future
Captain Future Magazine, Herbst 1940
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Deutsche Erstveröffentlichung
Captain Future greift ein
Utopia Großband # 142
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Zweite deutsche Veröffentlichung (übersetzt von Marcel Bieger)
Captain Future: Der Lebenslord
Bastei-Lübbe, 1982

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Hinweise

Tangent: Interview mit Edmond Hamilton und seiner Frau Leigh Brackett (vom April 1976)

PulpGen über Edmond Hamilton

Fiction Fantasy über Edmond Hamilton

Deutsche “Captain Future”-Fanseite

Wikipedia über Edmond Hamilton (deutsch, englisch) und Captain Future (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Edmond Hamiltons „Captain Future: Die Herausforderung“ (Captain Future’s Challenge, 1940)


TV-Tipp für den 11. Februar: Winter’s Bone

Februar 11, 2015

RBB, 22.45

Winter’s Bone (Winter’s Bone, USA 2010)
Regie: Debra Granik
Drehbuch: Debra Granik, Anne Rosellini
LV: Daniel Woodrell: Winter’s Bone, 2007 (Winters Knochen)
Die Ozarks: die siebzehnjährige Ree Dolly sucht ihren verschwundenen Vater. Nicht etwa, weil sie ihn so sehr liebt, sondern weil sie ihr Haus verlieren, wenn er nicht vor Gericht auftaucht. Aber alle, die ihr helfen könnten, raten ihr, nicht weiter nach dem Verschwundenen zu suchen.
Debra Graniks grandioser, allseits abgefeierter und vielfach ausgezeichneter Film folgt Daniel Woodrells Roman bis in die Dialoge. Sie drehte vor Ort in Missouri mit vielen unverbrauchten Gesichtern, die erstmals vor der Kamera standen, und, sagen wir mal, ungeschminkten Hollywood-Schauspielern (die sich eher in Serien und Independent-Filmen tummeln; also nicht die ganz großen Namen sind, aber an deren Gesichter man sich erinnert). All das trägt zum dokumentarischen New-Hollywood-Feeling, wie wir es aus den siebziger Jahren kennen, bei.
Und hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen Buch und Film. Während in Woodrells Roman die Armut immer noch ein poetisches Anlitz hat, sehen wir im Film eine deprimierend ärmliche Landschaft, die eher an ein Dritte-Welt-Land erinnert. Auf den Höfen und in den Wohnungen stapelt sich Müll, der vergessen wurde, endgültig zu entsorgen. Die Menschen verdienen ihr Geld mit kriminellen Aktivitäten. Heute Meth und andere Drogen; während der Prohibition als Schnapsbrenner. Sie halten immer noch den alten Frontier-Mythos hoch. Aber es zeigt sich, auch, wo die Cowboy-Ideologie des Wilden Westens endete. Insofern ist die gelungene Verfilmung eines fantastischen Buches düsterer und am Ende sogar hoffnungsloser als die noirische Vorlage.
mit Jennifer Lawrence, Isaiah Stone, Ashlee Thompson, Valerie Richards, Shelley Waggener, Garret Dillahunt, William White, Ramona Blair
Hinweise

Kaliber.38 über Daniel Woodrell

Mordlust über Daniel Woodrell

Wikipedia über Daniel Woodrell

The Independent: John Williams über Daniel Woodrell (16. Juni 2006)

The Southeast Review interviewt Daniel Woodrell (1. April 2009)

River Cities’ Reader über Daniel Woodrell (8. April 2010)

The Wall Street Journal/Speakeasy (Steven Kurutz) unterhält sich mit Daniel Woodrell über “Winter’s Bone” (27. Februar 2011)

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Winter’s Bone“

Rotten Tomatoes über “Winter’s Bone”

Daniel Woodrell bei Mulholland Books

Meine Besprechung von Daniel Woodrells „Winters Knochen“ (Winter’s Bone, 2006)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells “Der Tod von Sweet Mister” (The Death of Sweet Mister, 2001)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells “Im Süden – Die Bayou-Trilogie” (The Bayou Trilogy, 2011)

Meine Besprechung von Daniel Woodrells “In Almas Augen” (The Maid’s Version, 2013)

Daniel Woodrell in der Kriminalakte


Cover der Woche

Februar 10, 2015

Williams - Auf Liebe und Tod


TV-Tipp für den 10. Februar: Robert Altman’s Last Radio Show

Februar 10, 2015

3sat, 22.25
Robert Altman’s Last Radio Show (USA 2006, Regie: Robert Altman)
Drehbuch: Garrison Keillor
Heute Abend soll die Live-Radio-Show „A Prairie Home Companion“ zum letzten Mal ausgestrahlt werden. Während der langjährige Gastgeber Garrison Keillor (der sich selbst spielt) auf der Bühne steht, bereiten sich hinter den Kulissen die Künstler auf ihre Auftritte vor, schwelgen in Erinnerungen und singen Country-Songs.
Bittersüße Abschiedsvorstellung von Robert Altman (20. Februar 1925 – 20. November 2006), die ihn auf der Höhe seiner Kunst zeigt.
Am 19. Februar läuft Ron Manns braves Biopic „Altman“ an.
mit Meryl Streep, Lily Tomlin, Woody Harrelson, Tommy Lee Jones, Garrison Keillor, Kevin Kline, Lindsay Lohan, Virginia Madsen, John C. Reilly, Maya Rudolph, Robin Williams, L. Q. Jones
Wiederholung: Mittwoch, 11. Februar, 02.30 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Robert Altman’s Last Radio Show“
Wikipedia über „Robert Altman’s Last Radio Show“ (deutsch, englisch)
Robert Altman in der Kriminalakte


Neue ausgezeichnete und nominierte Drehbücher online

Februar 9, 2015

Seit einigen Jahren veröffentlichen die Produktionsfirmen die für die wichtigen Filmpreise nominierten Drehbücher (Oscar undsoweiter) und Simply Scripts sammelt sie auf einer schönen Seite (dort gibt es auch Zusammenstellungen für die vorherigen Jahre und viele weitere Drehbücher), die ich mal wieder hemmungslos ausbeute.

Also, die guten Drehbücher:

Misan Sagay: Belle (meine Besprechung von „Dido Elizabeth Belle“)

Scott Alexander, Larry Karaszewski: Big Eyes

Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bo: Birdman (meine Filmkritik)

Irena Brignull, Adam Pava: The Boxtrolls

Richard Linklater: Boyhood

John Michael McDonagh: Calvary (meine Besprechung von „Am Sonntag bist du tot“)

Justin Simien: Dear white People (deutscher Starttermin unbekannt)

Scott Neustadter & Michael H. Weber: The Fault in our Stars (Das Schicksal ist ein mieser Verräter)

E. Max Frye, Dan Futterman: Foxcatcher (meine Filmbesprechung)

William Monahan: The Gambler (meine Besprechung)

Jez Butterworth, John-Henry Butterworth: Get on up (meine Besprechung)

Gillian Flynn: Gone Girl (meine Besprechung)

Wes Anderson: The Grand Budapest Hotel (meine Jubelarie)

Dean DeBlois: How to train your Dragon 2 (Drachenzähmen leicht gemacht 2)

Graham Moore: The Imitation Game (meine Besprechung)

James Lapine: Into the Woods

Peter Landesman: Kill the Messenger (deutscher Kinostart: 6. August 2015)

Oleg Negin, Andrey Zvyagintsev: Leviathan

Steven Knight: Locke (deutscher Titel: „No turning back“ – Kein Kommentar.)

Ira Sachs, Mauricio Zacharias: Love is strange

J. C. Chandor: A most violent year (toller Film, Kinostart ist am 19. März)

Mike Leigh: Mr. Turner (meine Besprechung – DVD erscheint am 28. April)

Dan Gilroy: Nightcrawler (meine Besprechung)

Theodore Melfi: St. Vincent (meine Besprechung)

Richard Glatzer, Wash Westmoreland: Still Alice (deutscher Kinostart: 5. März)

Anthony McCarten: The Theory of Everything (Die Entdeckung der Unendlichkeit – der Stephen-Hawking-Film)

Joel Coen & Ethan Coen, Richard LaGravenese, William Nicholson: Unbroken

Damien Chazelle: Whiplash (deutscher Kinostart 19. Februar)

Nick Hornby: Wild (Der große Trip – Wild; meine Besprechung)

Damián Szifrón: Wild Tales ( – Jeder dreht mal durch!, meine Besprechung)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


TV-Tipp für den 9. Februar: The Guard – Ein Ire sieht schwarz

Februar 9, 2015

Arte, 22.20
The Guard – Ein Ire sieht schwarz (Großbritannien/Irland 2010, Regie: John Michael McDonagh)
Drehbuch: John Michael McDonagh
Musik: Calexico
Garda Sergeant Gerry Boyle (Brendan Gleeson) ist Kleinstadt-Polizist im County Galway. Er hat schon alles gesehen und geht seinen Job entsprechend ruhig und entspannt an. Da soll er mit dem FBI-Polizisten Wendell Everett (Don Cheadle) zusammenarbeiten, weil einige Drogengangster in Galway ein großes Geschäfte durchziehen wollen – und Boyle überlegt, was das schlimmste an Everett ist: seine Herkunft, seine Anzüge oder seine Hautfarbe.
Das köstliche Buddy-Movie „The Guard“ ist wie ein Abend in einem irischen Pub. Etwas ziellos, aber voller guter und oft haarsträubender Geschichten, mit viel Sentiment, etwas Sex und einer ordentlichen Portion Gewalt. Nur das Pint muss man schon selbst organisieren.
mit Brendan Gleeson, Don Cheadle, Mark Strong, Liam Cunningham, David Wilmot, Rory Keenan, Fionnula Flannagan, Katarina Cas
Wiederholung: Sonntag, 15. Februar, 02..15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über “The Guard – Ein Ire sieht schwarz”

Film-Zeit über „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“

Wikipedia über „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“

Meine Besprechung von John Michael McDonaghs „The Guard – Ein Ire sieht schwarz“ (The Guard, Großbritannien/Irland 2010)

Meine Besprechung von John Michael McDonaghs „Am Sonntag bist du tot“ (Calvary, Irland 2014)


TV-Tipp für den 8. Februar: Das Cabinet des Dr. Caligari

Februar 7, 2015

3sat, 00.20

Das Cabinet des Dr. Caligari (Deutschland 1920, Regie: Robert Wiene)

Drehbuch: Hans Janowitz, Carl Mayer

Der wahnsinnige Dr. Caligari versetzt eine norddeutsche Kleinstadt in Angst und Schrecken.

Ein Stummfilmklassiker, ein Horrorfilmklassiker, ein Klassiker es expressionistischen Films und sicher noch einige „Klassiker“-Ernennungen mehr – und in jedem Fall in der heute präsentierten restaurierten Fassung, die auf dem Kameranegativ basiert, ein Augenschmaus. Und ein Ohrenschmaus: denn es wird die von John Zorn live während der Berlinale-Premiere auf der Karl-Schuke-Orgel der Berliner Philharmonie gespielte Musik den Ton angeben.

D. h.: Aufnahmebefehl!

mit Werner Krauß, Conrad Veidt, Lil Dagover, Hans Heinrich von Twardowski, Rudolf Lettinger

Hinweise

Filmportal über “Das Cabinet des Dr. Caligari”

Murnau-Stiftung über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Berlinale über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Rotten Tomatoes über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Turner Classic Movies über „Das Cabinet des Dr. Caligari“

Wikipedia über „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 7. Februar: Arlington Road

Februar 6, 2015

ZDFneo, 20.15
Arlington Road (USA 1999, Regie: Mark Pellington)
Drehbuch: Ehren Kruger
Mein Nachbar, der Terrorist – oder doch nicht?
Feiner Paranoia-Thriller mit einem bombigen Ende.
mit Jeff Bridges, Tim Robbins, Joan Cusack, Hope Davis, Robert Gossett
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Arlington Road“
Wikipedia über „Arlington Road“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Ringer-Brüder Mark und Dave Schultz, der Milliardär John du Pont und sein Team „Foxcatcher“

Februar 6, 2015

Mit „Foxcatcher“ kommt der nächste, für mehrere Oscars nominierte Film in unsere Kinos. Fünf insgesamt. Bennett Miller, der als bester Regisseur nominiert ist, inszenierte vorher das grandiose Biopic „Capote“ (über Truman Capote und seine Recherche zu „In Cold Blood“) und das Baseball-Biopic „Die Kunst zu gewinnen – Moneyball“. Auch bei seinem neuen Film „Foxcatcher“ bleibt er in der Welt des Sports. Dieses Mal ist es Ringen und auch ein True-Crime-Drama, das reichlich frei die Vorgeschichte zu einen in den USA bekanntem und spektakulärem Mordfall erzählt. Denn „Foxcatcher“ erzählt – ich folge jetzt der Filmgeschichte – die Geschichte der Wrestling-Brüder Mark (Channing Tatum) und Dave Schultz (Mark Ruffalo, nominiert als bester Nebendarsteller), die 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles jeweils Gold erhielten, und ihrer Beziehung zu John du Pont (Steve Carell, nominiert als bester Hauptdarsteller). Er gehört zur Du-Pont-Dynastie, die ihr Vermögen mit Sprengstoff für das Militär machten und eine der reichsten Familien der USA ist. Von normalen Sorgen enthobener Geldadel eben. Seine Zeit investiert John du Pont in exzentrische Hobbys, die Pflege seines Images und er kämpft um die Achtung seiner Mutter (Vanessa Redgrave); was vergebliche Liebesmüh ist, weil John du Pont nicht den Reitstall seiner Mutter übernehmen will und sie für seine Hobbys nur Verachtung übrig hat. Seine neueste Idee, die er mit manischer Begeisterung verfolgt, ist ein eigenes Wrestling-Team, das von Mark Schultz geleitet wird. Sein Ziel ist Gold bei der nächsten Olympiade.
Als das Training stockt, holt er Dave Schultz, den Bruder von Mark, auf sein Anwesen, auf dem die Ringer frei von finanziellen Sorgen trainieren können. Mark, der sich endlich von seinem Bruder emanzipieren will, ist damit nicht einverstanden. Dennoch raufen die beiden Brüder sich zusammen und das Team „Foxcatcher“ (so der ihm von du Pont gegebene Name) fährt 1988 zu den Olympischen Spielen nach Seoul.
Diese Geschichte endet – Das ist jetzt kein Spoiler. -, indem John du Pont Dave Schultz erschießt und für diese Tat auch zu einer langjährigen Haftstrafe (dreizehn bis dreißig Jahre) verurteilt wird. John du Pont starb im Dezember 2010 im Gefängnis, aber das sehen wir nicht mehr.
Der Film endet vor der Verhandlung und das könnte, immerhin ist die Atmosphäre in „Foxcatcher“ immer schön unangenehm, die klinische Studie eines geistig kranken Milliardärs sein. Oder halt die Geschichte von seinem neuesten Projekt, das sich zu einem Misserfolg entwickelt. Oder, immerhin wird Mark Schultz am Anfang als Protagonist eingeführt, die Geschichte einer versuchten Verführung, indem ihm Geld und Ruhm angeboten werden. Oder über die Beziehung der beiden Schultz-Brüder zueinander. Alles das spricht Regisseur Bennett Miller an, ohne dass er sich jemals für eine Geschichte entscheidet. Was in diesem Fall dazu führt, dass man eher mäßig interessiert die schleppend inszenierte Handlung verfolgt.
So verschwindet die Anfangs breit eingeführte Geschichte der beiden Brüder irgendwann aus der Filmgeschichte. Die olympischen Kämpfe, auf die Foxcatcher-Mannschaft so lange hin trainierte, werden so knapp und lieblos gezeigt, dass es vollkommen unklar ist, ob und welche Medaillien sie gewonnen haben.
In diesen Momenten wird dann du Pont wichtiger, aber der Mord an Dave Schultz am Ende des Films kommt dann ohne Vorwarnung als Affekttat. Eine Affekttat, die im Film so aussieht, als sei du Pont, nachdem das von ihm geförderte Team die Olympiade nicht gewann, die Person tötet, die dafür verantwortlich ist. Nämlich den Trainer der Mannschaft. Und als I-Tüpfelchen will Dave Schultz den Tag nicht mit ihm, sondern mit seiner Familie verbringen.
In Wirklichkeit lagen zwischen der Olympiade und der Tat acht Jahre. Und John du Pont war, laut medizinischer Diagnose, ein paranoider Schizophrener.
Dieser durchgehend laxe Umgang mit den Tatsachen verärgert. Denn Miller und die Drehbuchautoren E. Max Fry und Dan Futterman (ebenfalls Oscar-nominiert) behaupten hier Kausalitäten, Beziehungen und Konflikte, die es so nicht gab. „Foxcatcher“ ist nur von wahren Ereignissen inspiriert und schafft dabei einen interessanten, aber auch idiotischen Spagat: einerseits wurde sich bei Details viel Mühe gegeben, andererseits ist der zentrale Konflikt – die Dreiecksbeziehung zwischen den Schultz-Brüdern und du Pont – erfunden und, obwohl eindeutige Erklärungen vermieden werden (was kein Problem sein muss. Etwas Ambivalenz schadet nie.), legt die Anordnung des Materials wiederum Erklärungen nahe, die so einfach falsch sind. Und das ist dann, wenn man die Hintergründe kennt, ein großes Problem. Vor allem weil die Tatsachen mehr als genug Stoff für mehrere Filme hergeben.
Da helfen die guten Schauspieler und die Kamera nicht weiter. So ist Steve Carell hinter der Maske kaum erkennbar und er spielt weitab von seinen Komödienrollen einen beziehungsgestörten Egomanen, der sich nach Liebe sehnt und die Empathie eines Eisklotzes versprüht. Er ist kein Mensch, mit dem man länger als nötig in einem Raum sein möchte. Auch seine Mutter, Vanessa Redgrave in einer prägnanten Nebenrolle, ist in ihrem Snobismus ebenso unangenehm. Sie ist, abgesehen von seiner Schizophrenie, in jeder Beziehung das Vorbild für ihren Sohn.
Oder der erste Ringkampf zwischen den Brüdern Mark und Dave, der ohne Worte alles über ihre Beziehung verrät und der erst gegen Ende, wenn er sich von einem Training zu einem Kampf entwickelt, öfter geschnitten wurde. Das ist großes Kino.
„Foxcatcher“ hat noch einige solcher eindrucksvollen Szenen, aber er kann sich nicht entscheiden, welche Geschichte er erzählt und, ohne Vorwissen, fühlt man sich wie in einem Alptraum. Leider keinem besonders interessanten.
Wenn man sich allerdings in die historischen Hintergründe vertieft, fragt man sich, warum Miller sich nicht an die Tatsachen hielt, sondern eine ziemlich erfundene Geschichte erzählt, die er als Wahrheit verkauft.

Foxcatcher - Plakat

Foxcatcher (Foxcatcher, USA 2014)
Regie: Bennett Miller
Drehbuch: E. Max Frye, Dan Futterman
mit Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Sienna Miller, Anthony Michael Hall, Gay Boyd, Dave ‚Doc‘ Bennett
Länge: 135 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Foxcatcher“
Moviepilot über „Foxcatcher“
Metacritic über „Foxcatcher“
Rotten Tomatoes über „Foxcatcher“
Wikipedia über „Foxcatcher“
History vs. Hollywood über die wahren Hintergründe von „Foxcatcher“
Die Zeit: Christian Spiller über die wahren Hintergründe (3. Februar 2015)

–

DP/30 unterhält sich mit Bennett Miller

und mit den Drehbuchautoren E. Max Frye und Dan Futterman

Die „Foxcatcher“-Pressekonferenz in Cannes

Ein Q&A beim NYFF

Ein Gespräch mit Bennett Miller, ebenfalls beim NYFF

Und hier ist das Original-Image-Video, dessen Dreh in „Foxcatcher“ gezeigt wird


TV-Tipp für den 6. Februar: 5 Jahre Leben

Februar 6, 2015

Arte, 20.15
5 Jahre Leben (Deutschland 2013, Regie: Stefan Schaller)
Drehbuch: Stefan Schaller, David Finck
Es trifft ja nur Terroristen. Zum Beispiel diesen Deutschtürken Murat Kurnaz, der kurz nach 9/11 als „feindlicher Kämpfer“ nach Guantánamo gebracht wurde. Nach fünf Jahren – auch weil die Bundesregierung absolut keine Eile hatte, den unschuldig Inhaftierten Kurnaz wieder in Deutschland einreisen zu lassen – kehrte er 2006 nach Bremen zurück.
Stefan Schallers beeindruckener Spielfilm konzentriert sich auf die Verhöre durch Gail Holford und Kurnaz‘ Kampf um seine Würde. Gerade dank dieser Beschränkung gewinnt er an erzählerischer Kraft.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Films.
mit Sascha Alexander Gersak, Ben Miles, Trystan Pütter, John Keogh, Timur Isik, Kerem Can, Siir Eloglu, Tayfun Bademsoy
Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „5 Jahre Leben“

Film-Zeit über „5 Jahre Leben“

Wikipedia über Murat Kurnaz

Meine Besprechung von Stefan Schallers „5 Jahre Leben“ (Deutschland 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: Michael Mann zieht den „Blackhat“ an

Februar 5, 2015

Wie zeige ich Computercodes, das Internet und den Cyberkrieg? Schwierig, aber in den vergangenen Jahren gab es ja einige interessante Ideen. Michael Mann, einer der stilprägenden und stilistisch überzeugendsten Regisseure der verganenen Jahrzehnte, stand in seinem neuen Thriller „Blackhat“ ebenfalls vor der Frage. Denn in dem Film geht es um den Cyberwar, einen skrupellosen Gangster und zwei Männern, die gegen ihn kämpfen.
Es beginnt mit Angriffen auf das Chai Wan Atomkraftwerk in Hong Kong und die Börse in Chicago. Den ersten Angriff zeigt Michael Mann in einer atemberaubenden Montage, in der die Kamera sich von China durch Datenleitungen und Computer zu einem weit entfernten Ort rast, wo die Kamera sich aus einem Computer heraus in das Zimmer bewegt, in dem der Verbrecher, mit einem Tastendruck seine Schadsoftware losschickt. Beim zweiten und dritten Verwenden dieser Montage fällt dann vor allem die bescheidene Animation auf. Die restliche Zeit lässt Mann, wenn er die Computerspezialisten bei der Arbeit beobachtet, dann Männer angestrengt auf Bildschirme blicken (langweilig!) und zeigt einen mit grünen Buchstaben, Zahlen und Ziffern gefüllten schwarzen Bildschirm. Das ist noch langweiliger (jaja, in der Wirklichkeit ist das so) und erinnert an die Uralt-Cybercrimethriller aus den Achtzigern und Neunzigern, die heute sogar durch die nostalgische Brille betrachtet, nur langweiliger Unfug sind. Und genau das ist „Blackhat“: langweiliger Unfug, der gerade so die Qualität eines passablen, aber verzichtbaren B-Pictures erreicht, das sich mit einer sattsam bekannten Story einfach an ein aktuelles Thema, wie Drogenhandel, Terrorismus oder halt Cybercrime, ranhängt. Da hilft es auch nichts, dass Computerexperten sich über die richtige Verwendung von Fachbegriffen und der richtigen Darstellung von Abläufen freuen.
Denn der Plan des extrem blassen und austauschbaren Bösewichts ist hirnrissig, sichert ihm aber die uneingeschränkte Aufmerksamkeit aller Sicherheitsbehörden von zwei normalerweise miteinander verfeindeter Weltmächte. Als erstes jagt er ein AKW in die Luft. Danach manipuliert er die Börse. Das waren die unauffälligen Testläufe seiner Software. Sein nächstes Ziel bleibt lange im Dunkeln, aber unsere tapferen Helden entdecken es mit einer Sherlock-Holmes-würdigen Deduktion.
Der Held, gespielt von Chris Hemsworth, ist der Super-Supermann: der beste Hacker der Galaxis, sportlich, an allen möglichen und unmöglichen Waffen ausgebildet, philosophisch bewandert und ein echter Frauenheld, der sich in die sexy Schwester von seinem Unifreund verliebt. Der Unifreund, ebenfalls ein begnadeter Hacker, Chinese und jetzt im Staatsdienst, will bei der Jagd nach dem unbekannten Saboteur unbedingt seinen alten Kumpel Nick Hathaway haben. Denn ein Teil der Schadsoftware wurde von Hathaway an der Uni, als kleine Entspannungsübung, geschrieben.
Dieses Dreieck von zwei miteinander befreundeten Männern und einer Frau erinnert an „Miami Vice“. Sowieso wirkt „Blackhat“ oft wie „Miami Vice 2“, der allerdings nie die hypnotische Qualität erreicht, die „Miami Vice“ in seinen besten Momenten hatte. „Miami Vice“ ist allerdings auch ein eher konfuses Remake der TV-Serie mit einem größeren Budget, aber ohne neue Erkenntnisse.
Auch all die anderen vertrauten Michael-Mann-Elemente sind da: die Männerfreundschaften, die dünne Grenze zwischen Gut und Böse, die Beziehungen der Charaktere zueinander, die tollen Bilder (allerdings viel zu wenige; meistens sind es eben Nahaufnahmen von Menschen, die in Räumen an Schreibtischen sitzen), die Musik. Aber immer wirkt es wie eine Pflichtübung.
Die Story ist eine Ansammlung von Klischees, die wir aus besseren Filmen kennen. Denn „Blackhat“ kann sich nie entscheiden, was in welchem Tonfall seine Geschichte erzählt werden soll. So schwankt der Film unentschlossen zwischen einem realistichen Hackerkrimi, einem eskapistischer James-Bond-Film, einem Neo-Noir, der dieses Mal vor exotischer Kulisse spielt, und, gegen Ende, einem Gangsterthriller.
Und diese Filmgeschichte ist – trotz des realen Hintergrundes und den stimmigen Details – unglaubwürdig. Eigentlich verharmlost sie in der Post Snowden-Ära die realen Gefahren des Cyberkriegs, indem die altbekannte Geschichte von dem Einzelgänger, der im Alleingang den Bösewicht (der als Handlanger einige Terroristen und Söldner hat) in einer ganz und gar irdischen Konfrontation besiegt. Sozusagen: Nick Hathaway gegen Doktor Mabuse.
Das ist nicht besonders beeindruckend.

Blackhat - Plakat

Blackhat (Blackhat, USA 2014)
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Morgan Davis Foehl
mit Chris Hemsworth, Wang Leehom, Tang Wei, Viola Davis, Hold McCallany, Andy On, Ritchie Coster, John Ortiz, Yorick van Wageningen
Länge: 133 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Blackhat“
Moviepilot über „Blackhat“
Metacritic über „Blackhat“
Rotten Tomatoes über „Blackhat“
Wikipedia über „Blackhat“
Wired unterhält sich mit Michael Mann über „Blackhat“ und sieht sich mit Experten den Film an

Meine Besprechung der von Michael Mann erfundenen Krimiserie “Vega$ – Staffel 1″ (Vega$, USA 1978/1979)

Michael Mann in der Kriminalakte

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Pressekonferenz zum Film mit Michael Mann und einigen der Schauspieler

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Nachtrag (6. Februar 2015): In der SZ gibt es einen lesenswerten Artikel von Hakan Tanriverdi, der sich mit den wahren Gefahren des Cyberkriegs als Krieg beschäftigt und der damit auch „Blackhat“ einem Realitätstest unterzieht. Tanriverdi kommt zu einem ernüchterndem Ergebnis: weltweit gibt es ein, zwei Fälle, die man als ‚Krieg‘ bezeichnen kann und die, wie „Stuxnet“, nur über Computer verübt wurden.

Spionage ist ein anderes Thema.


Neu im Kino/Filmkritik: „Jupiter Ascending“ – der neueste Streich der Wachowski-Geschwister

Februar 5, 2015

Einige Spötter meinten, es sei eine vollkommen bescheuerte Idee von Warner Brothers gewesen, „Jupiter Ascending“ während des Sundance Festivals der Welt zu präsentieren. Naja, die Welt bei der Premiere war dann ein kleiner Kinosaal (knapp 300 Sitzplätze), der spartanisch gefüllt war und sich während der Vorführung leerte. Was keinen Außenstehenden ernsthaft verwunderte: ein Mainstreamfilm, ein Big-Budget-Science-Fiction-Abenteuer, das 175 Millionen Dollar gekostet haben soll, selbstverständlich in 3D gezeigt wird, und schon dessen Plot-Synopse eher ein jüngeres Publikum anpeilt, vor einem Arthaus-Publikum zu präsentieren, das vor allem Filme ohne Stars (oder Stars ohne Schminke), ohne Hollywood-Plot und ohne Budget liebt; das kann ja nur schief gehen.
Aber auf Festivals werden Filme ja oft ungerecht behandelt.
Das ändert allerdings nichts daran, dass, nach dem durchaus sehenswertem „Cloud Atlas“ der Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer, „Jupiter Ascending“ ein einziger Murks ist. Das beginnt schon mit dem konfusen und sinnfreien Plot. Jupiter Jones (Mila Kunis) ist eine junge, auf der Erde als Putzfrau lebende Schönheit. Sie erfährt, dass sie von königlichem Geblüt und designierte Thronfolgerin einer das gesamte Weltall beherrschenden Dynastie ist. Deshalb wollen irgendwelche Aliens sie töten. Ein anderer Alien, der wie Channing Tatum mit spitzen Ohren aussieht, rettet sie. Er hat supercoole Schuhe, die ihn, wenn er mit ihnen scheinbar schwerelos, einen langen Schweif hinter sich herziehend, durch die Nacht surft, zu einem Nachfolger von Silver Surfer machen. Er heißt Caine und er will die junge Majestät retten.
Nach einigen epischen Schlachten verlässt die Filmgeschichte endgültig die Erde und es gibt einen verwirrenden, aber auch komplett uninteressantes Intrigantenstadel über Jupiter und die Erde, die Teil von irgendwelchen königlichen Erbmassen ist. Dazwischen gibt es einige Kämpfe, die vor allem dazu dienen, die Qualitäten des edlen Ritters bei der Rettung der jungen Dame aus gefährlichen Situation, wie einer Heirat, zu zeigen.
Dieser Teil des Films spielt in Kulissen, die an die alten Sandalenfilme erinnern, die ja alle irgendwie bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern spielten und die, wenn das Budget hoch genug war, von einer gediegenen und schon vor einem halben Jahrhundert muffigen Ernsthaftigkeit lebten. Auch die damaligen Palastintrigen waren nur mäßig interessant. Vor allem wenn endlos lange darüber geredet wurde. Und in „Jupiter Ascending“ wird endlos geredet. In wallenden Gewändern. Mit einer Hofgarde, die teils aus einem schlechten SM-Porno übernommen wurde, teils mutierte Dinosaurier aus dem CGI-Department sind.
In diesen Momenten fragte ich mich, warum uns in jeder Beziehung weit überlegene Rassen sich immer so mediterran anziehen müssen und sich architektonisch an längst untergegangenen Kulturen orientieren. Können Sie uns nicht neue Welten, die noch kein Mensch je gesehen hat, zeigen?
Zwischen dem Gequatsche gibt es dann nett anzusehende Action, die zu ungefähr hundert Prozent aus dem Computer kommt und die eher verwirrend als mitreisend geschnitten ist.
Und dann gibt es noch eine witzig gemeinte Szene, in der Jupiter Jones eine außerirdische Einwanderungsbürokratie über sich ergehen lassen muss. Das sieht wie ein Mix aus Kafka und „Brazil“ Terry Gilliam (der in dieser Szenen seinen Mini-Auftritt hat) aus, ist aber weder kafkaesk, noch satirisch, sondern nur absurd in der Fähigkeit, eine in den restlichen Film vollkommen unpassende Szene einzufügen. Witzig ist es auch nicht.
Es ist kaum zu glauben, dass Andy und Lana (früher Larry) Wachowski mit ihren ersten beiden Filmen „Bound“ und „Matrix“ spannende Genrevarianten lieferten und mit „Matrix“ sogar eine neue Welt schufen, die stilprägend war. Ihr neuester Film knüpft nur an die alten, ungleich gelungeneren und kurzweiligeren Science-Fiction-Space-Operas an. Also an „John Carter zwischen zwei Welten“ (die Romanvorlage wurde in den vergangenen hundert Jahren filmisch so weit geplündert, dass der Kinofilm wie ein Remake der anderen Filme aussah), „Flash Gordon“ (in jeder Inkarnation) und die Original-„Krieg der Sterne“-Filme. Geremixt mit den Monumentalfilmen, die wir aus dem Nachmittagsprogramm kennen. „Quo Vadis“, „Cleopatra“, „Land der Pharaonen“, „Die letzten Tage von Pompeji“, „Der Koloß von Rhodos“ und so Zeug, das man nicht unbedingt zweimal sehen will.
„Jupiter Ascending“ ist nur alter Wein in alten Schläuchen. Garniert mit besseren Spezialeffekten, aber gänzlich ohne Humor. Während des ganzen Films ist ein pathetischer Ernst am Werk, der höchst selten wenigstens die Dimension des unfreiwilligen Humors erreicht.
Dafür wird in dieser pubertären Fantasie ein bekanntes Klischee nach dem nächsten bedient. Es gibt nicht einmal eine Brechung oder einen überraschenden Moment, wie das lesbische Liebespaar in „Bound“. Schon das Wechseln der Geschlechter der Hauptcharaktere, ein homoerotischer oder lesbischer Kontext hätten dieser alten Geschichte Esprit verliehen. Aber noch nicht einmal dieses Quentchen Mut bringen die Wachowski-Geschwister im Moment auf.

Jupiter Ascending - Plakat

Jupiter Ascending (Jupiter Ascending, USA 2013)
Regie: Andy Wachowski, Lana Wachowski (The Wachowskis)
Drehbuch: Andy Wachowski, Lana Wachowski (The Wachowskis)
mit Mila Kunis, Channing Tatum, Sean Bean, Eddie Redmayne, Douglas Booth, Tuppence Middleton, James D’Arcy, Maria Doyle Kennedy, Terry Gilliam
Länge: 127 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Jupiter Ascending“
Moviepilot über „Jupiter Ascending“
Metacritic über „Jupiter Ascending“
Rotten Tomatoes über „Jupiter Ascending“
Wikipedia über „Jupiter Ascending“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Lana & Andy Wachowski/Tom Tykwers „Cloud Atlas“ (Cloud Atlas, USA/Deutschland 2012)

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Die Wachowskis reden über „Jupiter Ascending“

und über den ganzen Rest


Die KrimiZeit-Bestenliste Februar 2015

Februar 5, 2015

Diese Druckwerke empfehlen die Damen und Herren der KrimiZeit in ihrer aktuellen Bestenliste:
1 (2) Denise Mina: Das Vergessen
2 (-) Jesper Stein: Weißglut
3 (-) Dennis Lehane: The Drop – Bargeld
4 (-) Tana French: Geheimer Ort
5 (8) Oliver Harris: London Underground
6 (-) Norbert Horst: Mädchenware
7 (7) Andrew Brown: Trost
8 (-) Tony Parsons: Dein finsteres Herz
9 (9) Jo Nesbø: Der Sohn
10 (10) Nathan Larson: Boogie Man
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.


TV-Tipp für den 5. Februar: Place Vendôme – Heiße Diamanten

Februar 5, 2015

3sat, 22.30

Place Vendôme – Heiße Diamanten (Frankreich 1998, Regie: Nicole Garcia)

Drehbuch: Nicole Garcia, Jacques Fieschi

Die Witwe eines Nobeljuweliers übernimmt sein Geschäft und verstrickt sich in eine riskante Geschichte mit Diamanthändlern und Mafiosi.

Feines noirisches Thrillerdrama, das für zwölf Cesars nominiert war, unter anderem Bester Film, Regie, Drehbuch und Hauptdarstellerin.

mit Catherine Deneuve, Jena-Pierre Bacri, Emmanuelle Seigner, Jacques Dutronc, Bernard Fresson, Lászlo Szabo

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Place Vendôme – Heiße Diamanten”

Wikipedia über „Place Vendôme – Heiße Diamanten“ (deutsch, englisch, französisch) und Catherine Deneuve


Über Christiane Höhmanns „Untervörde“

Februar 4, 2015

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Schon der Anfang von „Untervörde“ erfordert einiges an Gutwilligkeit. Immerhin sollen wir glauben, dass eine 22-jährige erst während einer sommerlichen Fahrradtour 2012 zufällig erfährt, dass ihre Mutter im August 1997 ermordet wurde. Ihr wurde damals gesagt, dass ihre Mutter bei einem Autounfall starb. Ihr Vater zog mit ihr aus dem Dorf Untervörde weg – und sie hat deshalb auch nicht erfahren, dass der Mörder ihrer Mutter kurz darauf verhaftet und verurteilt wurde.
Auch später erfuhr Klara Göbel nichts davon. Während all der Jahre hat niemand in der Verwandschaft oder von den Bekannten ihres Vaters darüber gesprochen. Naja, ihre gesamte Verwandschaft ist schon tot und zu den früheren Bekannten ihrer Eltern hat sie keinen Kontakt. Auch im Nachlass ihres Vaters entdeckte sie nichts. Und, wenn wir gerade dabei sind, auch kein Reporter fragte bei ihr, was sie davon hält, dass der Mörder ihrer Mutter wieder frei kommt. Immerhin zog sie von Untervörde an der Weser nach Berlin und sie änderte nicht ihren Namen. Bei der heutigen Aufregung über Sexualmorde ist das ein durchaus naheliegender Gedanke. Immerhin wurde ihre Mutter vergewaltigt und erdrosselt.
Außerdem wirken alle Alterangaben immer leicht verschoben. So ist Klaras Mutter 1971 geboren; sie gebar ihre Tochter 1990 als Neunzehnjährige. Ist selten, kommt aber in den besten Familien vor. Ihr Vater ist einige Jahre älter. Er starb 2011 mit Anfang fünfzig. D. h. er ist spätestens 1960 geboren. Dieser Altersunterschied von über zehn Jahren scheint in dem Dorf allen egal gewesen zu sein. Denn er wird im Roman nicht einmal angesprochen.
Ebenso seltsam ist die Beziehung von Klara zu ihrem Vater. Immerhin heißt es auf Seite vierzig, dass sie sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben, während sie in Berlin die Schauspielschule absolvierte und mit Anfang Zwanzig abschloss. Das ist jetzt zwar nicht gänzlich unmöglich, aber wenn man die Erinnerungen von Klara an ihren Vater liest, denkt man eher an eine Endzwanzigerin. Aber eigentlich hat sie ihn, ohne dass uns irgendein Grund genannt wird, dann wohl seit ihrem sechzehnten oder siebzehnten Geburtstag nicht mehr gesehen.
Selbstverständlich kann es die merkwürdigsten Beziehungen geben und wahrscheinlich wird jetzt irgendein Leser brüllen „ich kenne eine solche Familie“, aber es ist einfach unnötig kompliziert, nicht besonders glaubwürdig und lenkt von der eigentlichen Geschichte ab. Denn Höhmann hätte auch einfach schreiben können, dass Klara die Erinnerungen überkamen, als sie im Wald das Kreuz sah und sie schockiert war, dass der Mörder wieder frei ist.
Schockiert ist sie auch im Roman. Aber ihr aus heiterem Himmel kommender Hass gegen den Mörder und ihre Rachegelüste wirken absolut nicht glaubwürdig. Denn plötzlich wird aus der Frau, die nichts über ihre Mutter weiß, eine die Todesstrafe befürwortende Furie, die wild gegen die lasche Justiz und den vor Gericht lügenden Mörder und seinen Anwalt polemisiert; – ehe sie plötzlich aus der Geschichte verschwindet und mit ihr verschwindet auch die Justizkritik.
Stattdessen beginnen zwei Polizisten den Mörder von Bernd Pohlmeier, dem damaligen Täter, zu suchen und eine Sache ist sicher: Klara, die für die Polizei auch keine Tatverdächtige ist, hat ihn nicht umgebracht. Immerhin will sie in diesem Moment immer noch Pohlmeier umbringen. Damit werden ihre Selbstjustizgedanken in diesem Moment zu einer akademischen Übung mit einem höchst unangenehm reaktionärem Beigeschmack. Denn das ist dieser „wegsperren, und zwar für immer“-Populismus, der bestimmten Angeklagten nur ein Verfahren vor einem Lynchmob zugesteht.
„Untervörde“ ist ein psychologisch vollkommen unglaubwürdiger Krimi, der nie versucht glaubwürdige Charaktere in einer glaubwürdigen Geschichte zu präsentieren. Stattdessen läuft eine Trägerin des vermeintlich gesunden Volksempfindens kopflos durch die unnötig komplizierte, zunehmend uninteressantere Geschichte.
–
Christiane Höhmann: Untervörde
grafit, 2014
192 Seiten
9,99 Euro
–
Hinweise
Homepage von Christiane Höhmann
LovelyBooks über „Untervörde“


TV-Tipp für den 4. Februar: Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat

Februar 4, 2015

ARD, 20.15
Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat (Deutschland 2013, Regie: Daniel Harrich)
Drehbuch: Ulrich Chaussy, Daniel Harrich
Oktoberfest 1980: Bei einem Anschlag sterben 13 Menschen. 211 werden verletzt. Als Einzeltäter wird Gundolf Köhler, der bei dem Attentat starb, identifiziert. Dass der Student auch Mitglied der Wiking-Jugend und der rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann war, ist egal. Aber Radioreporter Ulrich Chaussy stellt Fragen.
Das passiert selten: dem durchwachsenen Politthriller gelang es, das Oktoberfestattentat wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein zurückzuholen und auch neue Ermittlungen zu initiieren. Denn die Einzeltäterthese war schon immer umstritten.

Im Anschluß, um 21.45 Uhr, läuft die spielfilmlange Doku „Attentäter – Einzeltäter? Neues zum Oktoberfestattentat“ von Daniel Harrich. In ihr erzählt er, was nach der Premiere des Films geschah und welche neuen Fakten seitdem bekannt wurden. Denn der Film stieß neue Ermittlungen über das Oktoberfestattentat durch den Generalbundesanwalt an.

Außerdem gibt es eine aktuelle Homepage der Filmemacher zum Thema.

Mit Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, August Zirner, Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec

Wiederholung: Donnerstag, 5. Februar, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise
Filmportal über „Der blinde Fleck“
Film-Zeit über „Der blinde Fleck“
Moviepilot über „Der blinde Fleck“
Wikipedia über „Der blinde Fleck“


Cover der Woche

Februar 3, 2015

Haas - Das ewige Leben


TV-Tipp für den 3. Februar: Low Winter Sun: 24 lange Stunden

Februar 2, 2015

ZDFneo, 00.10
Low Winter Sun: 24 lange Stunden (USA 2013, Regie: Ernest Dickerson)
Drehbuch: Chris Mundy (basierend auf „Low Winter Sun“ von Simon Donald)
Detroit: Frank Agnew (Mark Strong) und Joe Geddes (Lennie James) bringen ihren korrupten, alkohlsüchtigen Kollegen Brendan McCann, der Agnews Freundin ermordet haben soll, um und lassen es wie einen Suizid erscheinen. Als in McCanns Auto eine verstümmelte Leiche gefunden wird, soll Agnew die beiden Morde aufklären. Dabei war der Verstümmelte ein Informant für den internen Ermittler Simon Boyd (David Costabile), der gegen McCann ermittelte. Und Agnew fragt sich, wie sehr er Geddes, der seit vier Jahren der Partner von McCann war, trauen kann.
„Low Winter Sun“ ist das Remake des gleichnamigen englischen TV-Films von 2006, in dem Mark Strong ebenfalls die Hauptrolle spielte. Aber aus dem Zweistünder wurde jetzt eine zehnteilige TV-Serie, die sich viel Zeit für ihre Charaktere und ihre Verwicklungen nehmen kann. Denn hier hat jeder mindestens einen Grund, seinen Partnern zu misstrauen. Die ersten beiden Folgen machen jedenfalls neugierig.
ZDFneo zeigt die düstere Serie zu einer unchristlichen Zeit, aber dafür immer nur eine Folge.
Mit Mark Strong, Lennie James, James Ransone, Sprague Grayden, Athena Karkanis, Ruben Santiago-Hudson, David Costabile, Billy Lush
Hinweise
ZDFneo über „Low Winter Sun“
Rotten Tomatoes über „Low Winter Sun“
Wikipedia über „Low Winter Sun“ (deutsch, englisch)
Crime Time Preview über „Low Winter Sun“


Kurzkritik: Dave Zeltserman: Killer

Februar 2, 2015

Zeltserman - Killer - 2

Eine Serie oder eine Trilogie sind die drei „Badass Gets Out of Jail“-Romane von Dave Zeltserman nicht. Eigentlich sind sie eine Schreibübung, in der, ausgehend von einer Ausgangsidee – ein harter Junge verlässt das Gefängnis – verschiedene Geschichten erzählt werden. In „Small Crimes“ (2008, noch nicht übersetzt) ist es ein Polizist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und jetzt, wenn ein todkranker Mafiosi singt, wieder ins Gefängnis zurück muss.
In „Paria“ (Pariah, 2009) ist es ein Mobster, der sich nach einem Verrat, der ihn ins Gefängnis brachte, an dem Verräter rächen will.
Und in „Killer“ (Killer, 2010) ist es ein Mafiakiller, der 1993 einen Deal mit dem Staatsanwalt macht, seine 28 Morde gesteht und nach vierzehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.
Als Leonard March entlassen wird, ist er Zweiundsechzig. Seine Frau ist verstorben. Seine Kinder wollen nichts mit ihm zu tun haben. Sein Vermögen ist futsch. Und sein Ex-Boss Salvatore Lombard will ihn, daran zweifelt March keine Sekunde, umbringen. Während er auf seine baldigen Tod wartet, richtet er sich provisorisch in seinem neuen Leben ein. Er hat, vermittelt durch seinen Fallmanager, eine Wohnung (eigentlich eine abgeranzte Einzimmerbude) und einen Job als Putzmann in einem Bürogebäude. Mitten in der Nacht, wenn er keinen anderen Menschen trifft. March bemüht sich, möglichst wenig aufzufallen, während er sich an seine Vergangenheit erinnert.
Aber dann trifft er Sophie, eine junge Frau, die dringend Geld benötigt und die mit ihm ein Buch über ihn schreiben möchte. March ist von der Frau fasziniert – und man muss wirklich keinen Noir gelesen haben, um zu wissen, dass sie mit gezinkten Karten spielt.
Zeltsermans Hardboiled-Gangstergeschichte „Killer“ ist ein grandioser Noir mit einem echten Killer-Ende.
Eine absolute Leseempfehlung.
–
Dave Zeltserman: Killer
(übersetzt von Ango Laina und Angelika Müller)
Pulp Master, 2015
272 Seiten
14,80 Euro
–
Originalausgabe
Killer
Serpent’s Tail, 2010
–

Hinweise

Homepage von Dave Zeltserman

Blog von Dave Zeltserman

Meine Besprechung von Dave Zeltsermans „Paria“ (Pariah, 2009)

Meine Besprechung von Dave Zeltsermans „28 Minuten“ (Outsourced, 2010)