Neu im Kino/Filmkritik: „Planet der Affen: New Kingdom“, neue Affen, neue Menschen, neue (?) Konflikte

Mai 8, 2024

Mit einem beherzten Sprung in die Zukunft führt „Maze Runner“-Regisseur Wes Ball die Geschichte vom „Planet der Affen“ fort. Sein Science-Fiction-Western spielt nicht unmittelbar nach den Ereignissen von „Planet der Affen: Survival“ oder einige Jahre danach, sondern viele Jahrzehnte, möglicherweise sogar mehrere Jahrhunderte später. Caesar, der Protagonist der vorherigen Trilogie, ist für die Affen eine Legende geworden. Wenn sich auf ihn, sein Leben und seine Philosophie berufen, hat das, weil die Affenkultur eine mündliche Kultur ist, primär anekdotische Relevanz. Caesars Denken ist nur aus immer wieder erzählten und veränderten Erählungen bekannt. Jeder, der will, kann man mit seinem Namen sein eigenes Machtstreben ummänteln und besser durchsetzen.

Im Mittelpunkt der neuen Geschichte, für die man keinen der vorherigen Filme gesehen haben muss, steht Noa. Er steht kurz vor einer für alle Mitglieder des Eagle Clans in dem Alter wichtigen Mutprobe. Sein Stamm lebt friedlich und in Harmonie mit der Natur. Diese Harmonie wird durch das Auftauchen von Proximus Caesar und seiner wilden Horde gestört. Proximus Caesar sieht sich als Nachfolger von Caesar. Sie zerstören Noas Dorf, brennen es nieder und bringen etliche Mitglieder seines Stammes um. Die anderen entführen sie.

Noa, der die Schlacht durch einen Zufall überlebt, macht sich auf die Suche nach seiner Familie, Freunden und Stammesgenossen. Er will sie retten. Auf seiner Reise trifft er den weisen älteren Affen Raka und die Menschenfrau Nova, die, zum Erstaunen der beiden Affen, sprechen kann.

Denn das ist die ebenso einfache wie geniale Prämisse von Pierre Boulle für seinen kurzen, 1963 in Frankreich erschienenen Roman „La planète des singes“ (Der Planet der Affen). In der von ihm erfundenen Welt dreht er einfach die Verhältnsisse um: die Affen sind intelligent und herrschen über den Planeten, die Menschen werden gejagt, versklavt und wie Nutztiere gehalten. Aus Boulles Satire wurde 1968 ein Hollywood-Film. Vom Roman wurde die Grundidee übernommen, eine actionhaltige Geschichte über einen Raumfahrer, der auf einem fremden Planeten strandet, und eine Schlusspointe erfunden, die der Schlusspointe des Romans nicht nachsteht. Am Filmende muss George Taylor (Charlton Heston) entsetzt feststellen, dass er auf der Erde gelandet ist. Der Film war ein Hit. Bis 1973 folgten vier schlechtere Spielfilme. Es gab zwei kurzlebige TV-Serien. 2001 erzählte Tim Burton die aus dem ersten Film vertraute Geschichte noch einmal. Nicht besonders erfolgreich. 2011 startete Rupert Wyatt eine neue „Planet der Affen“-Trilogie, die erzählt, wie es zur Herrschaft der Affen kam.

Und jetzt erzählt Wes Ball die Geschichte weiter als epischen SF-Western, in dem die Affen die friedlich und im Einklang mit der Natur lebenden Ureinwohner sind und ein Kundschafter, in diesem Fall in der Gestalt einer jungen Menschenfrau, in ihr Gebiet eindringt. Es ist ‚Pocahontas‘ ohne die Liebesgeschichte und aus einer anderen Perspektive. Bei der Suche nach seinen Eltern erlebt Noa viele Abenteuer, die Ball immer jugendfrei inszeniert. Entsprechend harmlos sind die Bilder, die er von dem Kriegsgebiet zeigt, durch das Noa mit seinen Gefährten reist. Das ist „Little Big Man“, „Das Wiegenlied vom Totschlag“, „Apocalypse Now“ oder ein Italo-Western in seiner in jeder Beziehung jugendfreien Version. Balls „New Kingdom“ ist gänzlich unironischer, unzynischer und politikfreier Blockbuster, der in jeder Beziehung ganz altmodisch seine Geschichte erzählt. Diese ist nicht frei von Logiklöchern und in Grundzügen vertraut aus älteren Filmen, in denen meist junge Männer sich auf eine gefährliche Reise begeben. Ball erzählt eine in sich stimmige Geschichte mit einige Plot-Twists und guten CGI-Effekten. Das ist gut gemachtes Blockbuster-Kino.

Ball erzählt, das muss auch gesagt werden, in „New Kingdom“ neben der Hauptgeschichte vieles, was erst in den nächsten beiden Filmen der Trilogie wichtig wird. Trotzdem ist der Film mit 146 Minuten zu lang geraten. Neben der Bewunderung für die CGI-Effekte und das Eintauchen in den Landschaften, die sich die Natur seit dem Beginn der Herrschaft der Affen zurück eroberte, bleibt genug Zeit, über verschiedene größere und kleinere, wichtigere und unwichtigere Unstimmigkeiten nachzudenken. Zum Beispiel warum die von Menschen vor vielen Jahren, möglicherweise Jahrhunderten, gebauten, edel verfallenen und fotogen überwucherten Gebäude und Straßen noch so gut aussehen, warum seit Ewigkeiten keine Menschen gesehen wurden (jaja, es wird etwas von Respekt vor bestimmten Grenzen erzählt), warum die Menschen vor langer, langer Zeit eine riesige, bestens gesicherte Garage in den Fels direkt ans Meer mit nur einem Ausgang direkt an den Strand bauten (jaja, im Lauf der Jahrhunderte kann sich der Verlauf der Küste geändert haben, aber auch dann hat das Gebäude ein unpraktisches, aber immerhin fotogenes Design) undsoweiter. Was in der Garage, die Proximus Caesar unbedingt öffnen will, ist, wird im Finale gezeigt. Aber warum Noa sich in dem Kampf um den Inhalt der Garage engagiert, bleibt dann doch eher nebulös.

Diese und andere Fragen sollten dann in den nächsten beiden „Planet der Affen“-Filmen beantwortet werden. Wes Ball arbeitet bereits daran. Und wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Planet der Affen: New Kingdom (Kingdom of the Planet of the Apes, USA 2024)

Regie: Wes Ball

Drehbuch: Josh Friedman (basierend auf von Rick Jaffa und Amanda Silver erfundenen Figuren)

LV (naja, irgendwie, aber eher nicht): Pierre Boulle: La planète des singes, 1963 (Planet der Affen)

mit Owen Teague, Freya Allan, Kevin Durand, Peter Macon, William H. Macy

Länge: 146 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Planet der Affen: New Kingdom“

Metacritic über „Planet der Affen: New Kingdom“

Rotten Tomatoes über „Planet der Affen: New Kingdom“

Wikipedia über „Planet der Affen: New Kingdom“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Pierre Boulles „Planet der Affen“ (La Planète des Singes, 1963)

Meine Besprechung von Greg Keyes‘ „Planet der Affen – Revolution: Feuersturm“ (Dawn of the Planet of the Apes: Firestorm, 2014)

Meine Besprechung von Matt Reeves‘ „Planet der Affen: Revolution“ (Dawn of the Planet of the Apes, USA 2014)

Meine Besprechung von Matt Reeves‘ „Planet der Affen: Survival“ (War for the Planet of the Apes, USA 2017)

Meine Besprechung von Wes Balls „Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone“ (Maze Runner: The Death Cure, USA 2018)


TV-Tipp für den 8. Mai: Flight

Mai 7, 2024

Kabel 1, 20.15

Flight (Flight, USA 2012)

Regie: Robert Zemeckis

Drehbuch: John Gatins

Pilot Whip Whitaker rettet mit einem waghalsigen Manöver die Passagiere seiner Linienmaschine. Er wird als Held gefeiert. Aber bei der Untersuchung des Unglücks könnte auch herauskommen, dass Whip alkoholisiert flog.

„Flight“ ist in erster Linie ein etwas zu lang geratenes, gut gespieltes, konventionelles Alkoholikerdrama, das mit einer spektakulären Bruchlandung garniert wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Denzel Washington, Don Cheadle, Kelly Reilly, John Goodman, Bruce Greenwood, Melissa Leo, Brian Geraghty, Tamara Tunie, James Badge Dale

Wiederholung: Freitag, 9. Mai, ß3.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Flight“

Rotten Tomatoes über „Flight“

Wikipedia über „Flight“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis “Flight” (Flight, USA 2012)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „The Walk“ (The Walk, USA 2015)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „Allied – Vertraute Fremde“ (Allied, USA 2016)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis „Willkommen in Marwen“ (Welcome to Marwen, USA 2018)

Meine Besprechung von Robert Zemeckis Roald-Dahl-Verfilmung „Hexen hexen“ (The Witches, USA 2020)


Cover der Woche

Mai 7, 2024


TV-Tipp für den 7. Mai: The Truman Show

Mai 6, 2024

ZDFneo, 21.45

Die Truman Show (The Truman Show, USA 1998)

Regie: Peter Weir

Drehbuch: Andrew Niccol

Als „Die Truman-Show“ im Kino lief, war es Science-Fiction. Aber das war auch, bevor es die TV-Show „Big Brother“ gab und danach erschien „Die Truman Show“ nicht mehr soo abwegig. Denn der titelgebende Truman Burbank wird ständig von Kameras überwacht. Sein Leben ist eine Reality Show mit einem Millionenpublikum. Dummerweise hat Truman davon keine Ahnung. Als eines Tages ein Scheinwerfer vom Himmel fällt, beginnt der Dreißigjährige Fragen zu stellen.

Die grandiose Mediensatire gewann unter anderem einen Hugo.

„ein modernes Märchen mit existentieller Tiefenschärfe (…) ein Filmereignis“ (Fischer Film Almanach 1999)

Die Musik ist von Philip Glass.

mit Jim Carrey, Laura Linney, Noah Emmerich, Natascha McElhone, Peter Krause, Paul Giamatti

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Truman Show“

Wikipedia über „Die Truman Show“ (deutsch, englisch)

Drehbuch “The Truman Show” von Andrew Niccol

Meine Besprechung von Andrew Niccols “Seelen” (The Host, USA 2013)

Meine Besprechung der “Peter Weir Collection” (mit “Die Autos, die Paris auffrassen”, “Picknick am Valentinstag”, “Die letzte Flut” und “Wenn der Klempner kommt”)


TV-Tipp für den 6. Mai: Ich beichte

Mai 5, 2024

Der älteste Film des Tages (der Zweitälteste ist Paul Verhoevens „Robocop“ von 1987)

Arte, 20.15

Ich beichte (I confess, USA 1953)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: George Tabori, William Archibald

LV: Paul Anthelme: Nos deux consciences, 1902 (Theaterstück)

In Québec bringt ein deutscher Einwanderer einen Anwalt, der ihn bei einem Einbruch überrascht, um. Danach gesteht er dem katholischen Geistlichen Michael Logan die Tat. Als die Polizei Logan verdächtigt, der Mörder zu sein, steht Logan vor der Frage, ob er sich an das Beichtgeheimnis gebunden fühlt.

Hitchcocks Thriller kam bei der Premiere nicht gut an. Inzwischen beurteilen Kritiker den Film wesentlich positiver. Trotzdem gehört „Ich beichte“ zu Hitchcocks unbekannteren Filmen.

Danach dranbleiben: Arte zeigt, als TV-Premieren, um 21.45 Uhr „France“ und um 23.55 Uhr „Familie Petrow hat Grippe“ (der im Kino als „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“ lief).

Mit Montgomery Clift, Anne Baxter, Karl Malden, Roger Dann, O. E. Hasse

Auch bekannt als „Zum Schweigen verurteilt“

Wiederholung: Dienstag, 7. Mai, 16.10 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Ich beichte“

Wikipedia über „Ich beichte“ (deutsch, englisch) und Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 5. Mai: Once upon a Time in…Hollywood

Mai 4, 2024

Pro 7, 23.00

Once upon a Time in…Hollywood (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Roman zum Film: Quentin Tarantino: Once upon a Time in Hollywood, 2021 (Es war einmal in Hollywood)

Quentin Tarantions 9. Film. Einige richtige Story hat „Once upon a Time in…Hollywood“ nicht. Eigentlich geht es nur um ein entspanntes Abhängen mit TV-Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und seinem Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt), die glorios in ihrem Selbstmitleid ertrinken. Daltons großer Hit, die TV-Westernserie „Bounty Law“, ist schon einige Jahre her, die neuen Rollen sind klein und schlecht und der Vorschlag seines Agenten, in einem Italowestern mitzuspielen, begeistert ih nicht. Das alles spielt 1969 in Hollywood an zwei Tagen im Februar und in einer Nacht im August 1969.

„Once upon a Time in…Hollywood“ ist übervoll mit Anspielungen auf die Hollywood-Geschichte und die damalige Zeit, prächtig ausgestattetet, top besetzt und gespielt, sehr unterhaltsam, aber auch problematisch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung (mit weiteren Clips und der Cannes-Pressekonferenz).

mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Emile Hirsch, Margaret Qualley, Timothy Olyphant, Dakota Fanning, Bruce Dern, Mike Moh, Damian Lewis, Al Pacino, Rafal Zawierucha, Damon Herriman, Lena Dunham, Rumer Willis, Clu Gulager, Kurt Russell, Zoë Bell, Michael Madsen, James Remar

Wiederholung: Montag, 6. Mai, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Once upon a Time in…Hollywood“

Metacritic über „Once upon a Time in…Hollywood“

Rotten Tomatoes über „Once upon a Time in…Hollywood“

Wikipedia über „Once upon a Time in…Hollywood“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood erklärt einige Anspielungen

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Die Krimibestenliste Mai 2024

Mai 4, 2024

Welche Bücher empfehlen die Damen und Herren Krimikritiker zur Lektüre im Wonnemonat Mai? Die jeden Monat von Deutschlandfunk Kultur präsentierte Krimibestenliste beantwortet diese für das Überleben der Menschheit wichtige Frage:

1 (–) Lavie Tidhar: Maror

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Suhrkamp, 639 Seiten, 22 Euro

2 (7) Charles den Tex: Repair Club

Aus dem Niederländischen von Simone Schroth

HarperCollins, 492 Seiten, 14 Euro

3 (–) Friedrich Ani: Lichtjahre im Dunkel

Suhrkamp, 447 Seiten, 25 Euro

4 (–) Mathijs Deen: Der Retter

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke

Mare, 378 Seiten, 23 Euro

5 (10) Pascal Garnier: An der A26

Aus dem Französischen von Felix Mayer

Septime, 117 Seiten, 19 Euro

6 (8) Adam Morris: Bird

Aus dem Englischen von Conny Lösch

Edition Nautilus, 303 Seiten, 20 Euro

7 (–) Sybille Ruge: 9 mm Cut

Suhrkamp, 232 Seiten, 17 Euro

8 (–) Val McDermid: Die Gabe der Lüge

Aus dem Englischen von Karin Diemerling

Droemer, 480 Seiten, 17,99 Euro

9 (–) Roberto Saviano: Falcone

Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki

Piper, 544 Seiten, 32 Euro

10 (–) Eli Cranor: Bis aufs Blut

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz

Atrium, 303 Seiten, 24 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Was fällt auf? Conny Lösch ist mit zwei Übersetzungen vertreten. Zwei Romane (wenn ich nicht irre) wurden von Frauen geschrieben. Zwei Romane wurden von deutschen Autoren (ein Mann, eine Frau, beide Suhrkamp-Autoren) geschrieben. Und es gibt viele, sehr viele Neueinsteiger.

Also dann: mörderisches Lesen!


TV-Tipp für den 4. Mai: Der Schneider von Panama

Mai 3, 2024

ZDFneo, 20.15

Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama, USA/Irland/Großbritannien 2001)

Regie: John Boorman

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Danach zeigt ZDFneo zwei weitere Thriller mit Pierce Brosnan: um 22.00 Uhr „No Escape – Renn um dein Leben“ (USA/Thailand 2015) und um 23.35 Uhr „Jagd durch London“ (Survivor, USA 2015).

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter, Brendan Gleeson, Martin Ferrero, Mark Margolis, Dylan Baker, Daniel Radcliffe

Wiederholung: Sonntag, 5. Mai, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schneider von Panama“

Wikipedia über „Der Schneider von Panama“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Boormans „Zardoz“ (Zardoz, USA 1973 – Kult mit Sean Connery)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte


Deutscher Filmpreis 2024: die Gewinner

Mai 3, 2024

Die diesjährigen Lolas, verliehen von der Deutschen Filmakademie, gingen vor wenigen Minuten an:

BESTER SPIELFILM

GOLD: STERBEN (Regie & Buch: Matthias Glasner)

SILBER: DER FUCHS (Regie & Buch: Adrian Goiginger)

BRONZE: IM TOTEN WINKEL (Regie & Buch: Ayşe Polat)

DIE THEORIE VON ALLEM (Regie: Timm Kröger · Buch: Roderick Warich, Timm Kröger)

EIN GANZES LEBEN (Regie: Hans Steinbichler · Buch: Ulrich Limmer)

ELAHA (Regie: Milena Aboyan · Buch: Milena Aboyan, Constantin Hatz)

BESTER DOKUMENTARFILM

ANSELM (Regie: Wim Wenders)

GEWINNER: SIEBEN WINTER IN TEHERAN (Regie: Steffi Niederzoll)

VERGISS MEYN NICHT (Regie: Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl, Jens Mühlhoff)

BESTER KINDERFILM

CHECKER TOBI UND DIE REISE ZU DEN FLIEGENDEN FLÜSSEN (Regie & Buch: Johannes Honsell)

GEWINNER: SIEGER SEIN (Regie & Buch: Soleen Yusef) (Kinostart: 11. April)

BESTE REGIE

Matthias Glasner · STERBEN

Timm Kröger · DIE THEORIE VON ALLEM

GEWINNER: Ayşe Polat · IM TOTEN WINKEL

BESTES DREHBUCH

Matthias Glasner · STERBEN

Adrian Goiginger · DER FUCHS

GEWINNER: Ayşe Polat · IM TOTEN WINKEL

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE

GEWINNER: Corinna Harfouch · STERBEN

Hannah Herzsprung · 15 JAHRE

Bayan Layla · ELAHA

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE

GEWINNER: Adele Neuhauser · 15 JAHRE

Barbara Philipp · SPRICH MIT MIR

Marie-Lou Sellem · KNOCHEN UND NAMEN

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE

Lars Eidinger · STERBEN

Marc Hosemann · SOPHIA, DER TOD UND ICH

GEWINNER: Simon Morzé · DER FUCHS

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE

GEWINNER: Hans-Uwe Bauer · STERBEN

Christian Friedel · 15 JAHRE

Robert Gwisdek · STERBEN

BESTE KAMERA/BILDGESTALTUNG

Yoshi Heimrath, Paul Sprinz · DER FUCHS

Lotta Kilian · LUISE

GEWINNER: Roland Stuprich · DIE THEORIE VON ALLEM

BESTER SCHNITT

David J. Achilles · FALLING INTO PLACE

Heike Gnida · STERBEN

GEWINNER: Nicole Kortlüke · SIEBEN WINTER IN TEHERAN

BESTES SZENENBILD

Heike Lange, Alexandra Pilhatsch · GIRL YOU KNOW IT’S TRUE

Albrecht Konrad, Ellen Somnitz, Ruth Barbara Wilbert · STELLA. EIN LEBEN

Jurek Kuttner, Marcel Beranek, Hanna Bowe, Bernadette Weinzierl · EIN GANZES LEBEN

GEWINNER: Cosima Vellenzer, Anika Klatt · DIE THEORIE VON ALLEM

BESTES KOSTÜMBILD

GEWINNER: Ingken Benesch · GIRL YOU KNOW IT’S TRUE

Tanja Hausner · DIE HERRLICHKEIT DES LEBENS

Thomas Oláh · STELLA. EIN LEBEN

BESTES MASKENBILD

Kerstin Gaecklein, Heiko Schmidt, Lisa Becker ∙ STELLA. EIN LEBEN

Helene Lang · EIN GANZES LEBEN

GEWINNER: Alisza Pfeifer, Christina Baier · GIRL YOU KNOW IT’S TRUE

BESTE FILMMUSIK

GEWINNER: Lorenz Dangel · STERBEN

John Gürtler, Jan Miserre featuring Saba Alizadeh · LEERE NETZE

Diego Ramos Rodríguez · DIE THEORIE VON ALLEM

BESTE TONGESTALTUNG

Bahman Ardalan, Ansgar Frerich, Florian Beck · LEERE NETZE

GEWINNER: Michael Schlömer, Corinna Fleig, Tobias Fleig · THE DIVE

Max Vornehm, Christof Ebhardt, Christian Bischoff · EIN GANZES LEBEN

BESTE VISUELLE EFFEKTE

Manfred Büttner · DER FUCHS

Marco Del Bianco, Benedict Neuenfels · STELLA. EIN LEBEN

GEWINNER: Kariem Saleh, Adrian Meyer · DIE THEORIE VON ALLEM

Juri Stanossek, Apollonia Hartmann, Jan Burda · GIRL YOU KNOW IT’S TRUE

EHRENPREIS DES DEUTSCHEN FILMPREISES

Hanna Schygulla

Aufgrund der Auswahl der nominierten Filme gab es bei der Verleihung der Lolas keine echten Überraschungen. Die meisten Preise gingen, wie ich schon bei der Bekanntgabe der Nominierungen prognostizierte, an Matthias Glasners Dreistundendrama „Sterben“. Er gewann vier Lolas. Unter anderem als ‚bester Film‘. Aber nicht für die Regie oder das Drehbuch. Diese Preise erhielt Ayşe Polat für „Im toten Winkel“. In den Nebenkategorien räumte  „Die Theorie von Allem“ mit drei Lolas gut ab. Diese fast schon salomonische, niemanden wirklich benachteiligende Verteilung ist letztendlich die größte Überraschung der diesjährigen Filmpreisverleihung.

 


Die Edgar-Gewinner 2024

Mai 3, 2024

Wow, James Lee Burke, Grandmaster seit 2009, hat seinen dritten Edgar erhalten.

Die 78. Edgar-Verleihung war am 1. Mai in New York City. Die Edgars, bzw. genaugenommen die Edgar-Allan-Poe-Preise, werden seit 1946 von den Mystery Writers of America (MWA) verliehen und sie sind der wichtigste Krimipreis.

Die diesjährigen Gewinner sind

Best Novel

Flags on the Bayou, von James Lee Burke (Atlantic Monthly Press)

nominiert

All the Sinners Bleed (Der letzte Wolf), von S.A. Cosby (Flatiron)

The Madwomen of Paris, von Jennifer Cody Epstein (Ballantine)

Bright Young Women, von Jessica Knoll (S&S/Marysue Rucci)

An Honest Man, von Michael Koryta (Mulholland)

The River We Remember, von William Kent Krueger (Atria)

Crook Manifesto, von Colson Whitehead (Doubleday)

Best First Novel by an American Author

The Peacock and the Sparrow, von I.S. Berry (Atria)

nominiert

The Golden Gate, von Amy Chua (Minotaur)

Small Town Sins, von Ken Jaworowski (Henry Holt)

The Last Russian Doll, von Kristen Loesch (Berkley)

Murder by Degrees, von Ritu Mukerji (Simon & Schuster)

Best Paperback Original

Vera Wong’s Unsolicited Advice for Murderers, von Jesse Q. Sutanto (Berkley)

nominiert

Boomtown, von A.F. Carter (Mysterious Press)

Hide, von Tracy Clark (Thomas & Mercer)

The Taken Ones, von Jess Lourey (Thomas & Mercer)

Lowdown Road, von Scott Von Doviak (Hard Case Crime)

Best Fact Crime

Crooked: The Roaring ’20s Tale of a Corrupt Attorney General, a Crusading Senator, and the Birth of the American Political Scandal, von Nathan Masters (Hachette)

nominiert

In Light of All Darkness: Inside the Polly Klaas Kidnapping and the Search for America’s Child, von Kim Cross (Grand Central)

Number Go Up: Inside Crypto’s Wild Rise and Staggering Fall, von Zeke Faux (‎Crown Currency)

Tangled Vines: Power, Privilege, and the Murdaugh Family Murders, von John Glatt (St. Martin’s Press)

I Know Who You Are: How an Amateur DNA Sleuth Unmasked the Golden State Killer and Changed Crime Fighting Forever, von Barbara Rae-Venter (Ballantine)

The Lost Sons of Omaha: Two Young Men in an American Tragedy, von Joe Sexton (Scribner)

Best Critical/Biographical

Love Me Fierce in Danger: The Life of James Ellroy, von Steven Powell (Bloomsbury)

nominiert

Perplexing Plots: Popular Storytelling and the Poetics of Murder, von David Bordwell (Columbia University Press)

Spillane: King of Pulp Fiction, von Max Allan Collins und James L. Traylor (Mysterious Press)

A Mystery of Mysteries: The Death and Life of Edgar Allan Poe, von Mark Dawidziak (St. Martin’s Press)

Fallen Angel: The Life of Edgar Allan Poe, von Robert Morgan (LSU Press)

Best Short Story

Hallowed Ground,” von Linda Castillo (Minotaur)

nominiert

Thriller,” von Heather Graham (Blackstone)

Miss Direction,” von Rob Osler (Ellery Queen Mystery Magazine, September/October 2023)

The Rise,” von Ian Rankin (Amazon Original Stories)

Pigeon Tony’s Last Stand,” von Lisa Scottoline (Amazon Original Stories)

Best Juvenile

The Ghosts of Rancho Espanto, von Adrianna Cuevas (Farrar, Straus and Giroux Books for Young Readers)

nominiert

Myrtle, Means, and Opportunity, von Elizabeth C. Bunce (Algonquin Young Readers)

Epic Ellisons: Cosmos Camp, von Lamar Giles (Versify)

The Jules Verne Prophecy, von Larry Schwarz und Iva-Marie Palmer (Little, Brown Books for Young Readers)

What Happened to Rachel Riley? von Claire Swinarski (Quill Tree)

Best Young Adult

Girl Forgotten, von April Henry (Little, Brown Books for Young Readers)

nominiert

Star Splitter, von Matthew J. Kirby (Dutton Books for Young Readers)

The Sharp Edge of Silence, von Cameron Kelly Rosenblum (Quill Tree)

My Flawless Life, von Yvonne Woon (Katherine Tegen)

Just Do This One Thing for Me, von Laura Zimmerman (Dutton Books for Young Readers)

Best Television Episode Teleplay

Escape from Shit Mountain,” Poker Face, geschrieben von Nora Zuckerman und Lilla Zuckerman (Peacock)

nominiert

Time of the Monkey,” Poker Face, geschrieben von Wyatt Cain und Charlie Peppers (Peacock)

I’m a Pretty Observant Guy,” Will Trent, geschrieben von Liz Heldens (ABC)

Dead Man’s Hand,” Poker Face, geschrieben von Rian Johnson (Peacock)

Hózhó Náhásdlii (Beauty Is Restored),” Dark Winds, geschrieben von Graham Roland und John Wirth (AMC)

Robert L. Fish Memorial Award

The Body in Cell Two,” von Kate Hohl (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], May/June 2023)

nominiert

Errand for a Neighbor,” von Bill Bassman (EQMM, January/February 2023)

The Soiled Dove of Shallow Hollow,” von Sean McCluskey (EQMM, January/February 2023)

It’s Half Your Fault,” von Meghan Leigh Paulk (EQMM, July-August 2023)

Two Hours West of Nothing,” von Gabriela Stiteler (EQMM, September/October 2023)

The Simon & Schuster Mary Higgins Clark Award

Play the Fool, von Lina Chern (Bantam)

nominiert

The Bones of the Story, von Carol Goodman (Morrow)

Of Manners and Murder, von Anastasia Hastings (Minotaur)

The Three Deaths of Willa Stannard, von Kate Robards (Crooked Lane)

Murder in Postscript, von Mary Winters (Berkley)

The G.P. Putnam’s Sons Sue Grafton Memorial Award

An Evil Heart, von Linda Castillo (Minotaur)

nominiert

Hard Rain, von Samantha Jayne Allen (Minotaur)

Bad, Bad Seymour Brown, von Susan Isaacs (Atlantic Monthly Press)

Past Lying, von Val McDermid (Atlantic Monthly Press)

A Stolen Child, von Sarah Stewart Taylor (Minotaur)

The Lilian Jackson Braun Memorial Award

Glory Be, von Danielle Arceneaux (Pegasus Crime)

nominiert

Misfortune Cookie, von Vivien Chien (St. Martin’s Paperbacks)

Hot Pot Murder, von Jennifer J. Chow (Berkley)

Murder of an Amish Bridegroom, von Patricia Johns (Crooked Lane)

The Body in the Back Garden, von Mark Waddell (Crooked Lane)

Grand Master

Katherine Hall Page

R. L. Stine

Ellery Queen Award

Michaela Hamilton, executive editor at Kensington Publishing

Der Livestream der Veranstaltung kann (demnächst) hier angesehen werden.

(via The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 3. Mai: Der Passfälscher

Mai 2, 2024

Arte, 20.15

Der Passfälscher (Deutschland/Luxemburg 2022)

Regie: Maggie Peren

Drehbuch: Maggie Peren

LV: Cioma Schönhaus: Der Passfälscher, 2004

TV-Premiere von Maggie Perens sehenswertes Drama „Der Passfälscher“ über den jungen Juden Cioma Schönhaus, der sich 1942 in Berlin ins pulsierende Großstadtleben stürzt, nach dem Motto „wenn mich alle sehen, kann ich kein von den Nazis verfolgter Jude sein“ und der gleichzeitig zahlreiche Pässe für andere Juden, die aus Deutschland flüchten wollen, fälscht.

Einige kennen Cioma Schönhaus vielleicht schon aus Claus Räfles Dokudrama „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ (Deutschland 2017).

mit Louis Hofmann, Luna Wedler, Jonathan Berlin, Nina Gummich, André Jung, Marc Limpach

Hinweise

Filmportal über „Der Passfälscher“

Rotten Tomatoes über „Der Passfälscher“

Wikipedia über „Der Passfälscher“


TV-Tipp für den 2. Mai: Running Scared – Renn oder stirb

Mai 1, 2024

Tele 5, 22.55

Running Scared (Running Scared, USA 2006)

Regie: Wayne Kramer

Drehbuch: Wayne Kramer

New Jersey: Mafiosi Perello beauftragt Joey, den Revolver, mit dem er einen Undercover-Polizisten erschossen hat, zu entsorgen. Joey versteckt den Revolver im heimischen Keller. Ein Nachbarjunge entdeckt den Revolver, erschießt seinen brutalen Stiefvater und, weil jetzt verschiedene Gangstergruppen und die Polizei die Waffe wollen, hat Joey plötzlich eine ganze Menge Probleme, die er in einer Nacht lösen muss.

Düster-grotesker, blut- und bleihaltiger, zynischer Thriller, den man, weil alles mit allem zusammenhängt und alle irgendwie miteinander verbandelt sind, besser nicht zu genau auf Logik und Wahrscheinlichkeit überprüfen sollte.

Wayne Kramer scheint seine letzten Filme nach dem Prinzip der größtmöglichen Distanz geschrieben zu haben. Anders ist nicht zu erklären, warum er nach dem Las-Vegas-Märchen für Erwachsene „The Cooler“ und der knalligen Thriller-Groteske „Running Scared“ das ernste Episodendrama „Crossing Over“ über illegale Einwanderer in die USA inszenierte. 2013 folgte dann sein bislang letzter Film „Gangster Chronicles“ (Pawn Shop Chronicles), der wohl als Grindhouse-Version von „Pulp Fiction“ beschrieben werden kann. Laut IMDb befindet sich sein nächster Film, der Cop-Thriller „Blue before Blood“, in der Vorproduktion.

mit Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga, Chazz Palminteri, Johnny Messner, Karel Roden

Wiederholung: Freitag, 3. Mai, 23.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Running Scared“

Wikipedia über „Running Scared“ (deutsch, englisch)

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Knock Knock Knock“, wer klopft an meine Wand?

Mai 1, 2024

Mitten in der Nacht hört der achtjährige Peter ein Klopfen. Seine Eltern versuchen ihn zu beruhigen. Sie lebten in einem alten Haus, in dem es in der Nacht Geräusche gebe.

In der nächsten Nacht hört Peter wieder ein Klopfen und eine Stimme, die behauptet, seine ältere Schwester zu sein.

Und mehr will ich nicht über Samuel Bodins „Knock Knock Knock“ verraten. Denn die Geschichte entwickelt sich schnell anders als erwartet.

Ich kann aber verraten, dass die in der Woche vor Halloween in der US-Kleinstadt Holdenfield spielende Geschichte ein sich auf, je nach Zählung, drei bis vier Personen konzentrierendes Stück ist. Die meiste Leinwandzeit haben Peter und seine Eltern. Nachdem sie ein von ihm gezeichnetes düsteres Bild gesehen hat, versucht die Aushilfslehrerin Peter zu helfen. Und dann ist da noch das in der Wand lebende Monster, das behauptet, Peters Schwester zu sein.

Die Geschichte spielt vor allem in dem Haus, in dem Peter mit seinen Eltern lebt. Von außen sieht es wie ein normales älteres Einfamilienhaus aus. Innen ist es dann viel größer mit Räumen, die es in diesem Haus so eigentlich nicht geben kann. Diese überdimensionierten Räume tragen zur unheimlichen Atmosphäre bei.

Den Rest erledigen die etwas übertrieben spielenden Schauspieler, klug kombinierte Einstellungen (Werft einen Blick auf das Plakat.) und die praktischen Effekte, die in der Dunkelheit kaum zu erkennen sind. Das gilt auch für das eigentlich nie zu sehende Monster.

Die Geschichte selbst verströmt einen leichten, aber wohltuenden Jack-Ketchum-Vibe. Aber anstatt diesen Teil der Geschichte konsequent weiter zu verfolgen, bedient die Filmgeschichte lieber bekannte Horrortopoi von unheimlichen Dingen, die in dunklen Gebäuden passieren. Entsprechend konventionell ist der Weg zum Finale, bei dem das Monster allen Menschen, die zu dem Zeitpunkt in dem Haus sind, in Todesangst versetzt und tötet. Das Ende ist konsequent düster und hoffnungsloser als man es aus anderen Horrorfilmen kennt.

Trotzdem ist „Knock Knock Knock“ ein Horrorfilm, der mit einem konsequenteren Drehbuch ein viel besserer Horrorfilm hätte werden können.

Als Talentprobe ist Samuel Bodins erster Kinofilm durchaus gelungen. In der Vergangenheit drehte er mehrere Kurzfilme und Episoden für TV- und Streaming-Serien, wie die TV-Serie „T. A. N. K.“ und die Netflix-Serie „Marianne“.

Knock Knock Knock (Cobweb, USA 2023)

Regie: Samuel Bodin

Drehbuch: Chris Thomas Devlin

mit Lizzy Caplan, Antony Starr, Cleopatra Coleman, Woody Norman, Luke Busey

Länge: 89 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Knock Knock Knock“

Metacritic über „Knock Knock Knock“

Rotten Tomatoes über „Knock Knock Knock“

Wikipedia über „Knock Knock Knock“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 1. Mai: Drive my Car

April 30, 2024

Arte, 22.00

Drive my Car (Doraibu mai kā, Japan 2021)

Regie: Ryusuke Hamaguchi

Drehbuch: Ryusuke Hamaguchi, Oe Takamasa

LV: Haruki Murakami: Drive my Car, 2014 (Erzählung, enthalten in „Von Männern, die keine Frauen haben“)

Der verwitwete Regisseur Yusuke Kafuku soll in Hiroshima für ein Festival Anton Tschechows Theaterstück „Onkel Wanja“ inszenieren. Eine Bedingung der Organisatoren ist, dass er sich während seines Engagements von einem Chauffeur jeden Tag vom Hotel zum Theater und zurück fahren lässt. Hamaguchi zeigt, wie Kafuku und seine Fahrerin Misaki Watari sich auf den langen täglichen Autofahrten langsam näher kommen und wie die Proben zu Kafukus Tschechow-Neuinterpretation verlaufen.

TV-Premiere. Sehr ruhiges, sich langsam über drei Stunden entwickelndes Drama, das in Cannes den Drehbuchpreis und später den Oscar als bester internationaler Film erhielt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Hidetoshi Nishijima, Toko Miura, Masaki Okada, Reika Kirishima, Park Yurim, Jin Daeyeon

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Drive my Car“

Metacritic über „Drive my Car“

Rotten Tomatoes über „Drive my Car

Wikipedia über „Drive my Car“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ryūsuke Hamaguchis „Das Glücksrad“ (Guzen to Sozo, Japan 2021)

Meine Besprechung von Ryusuke Hamaguchis „Drive my Car“ (Doraibu mai kā, Japan 2021)

Meine Besprechung von Ryusuke Hamaguchis „Evil does not exist“ (Aku wa sonzai shinai, Japan 2023)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Fall Guy“, jetzt in der Kinoversion

April 30, 2024

Kommen wir zur nächsten TV-Serie, die zu einem Spielfilm verwurstet wird und mit viel Werbetamtam im Kino anläuft. Im Werbesprech heißt das dann „Neuinterpretation“ oder „zeitgemäßes Update“. Das Rezept besteht normalerweise aus einer neuen Story, die mit der Serie eher weniger als mehr zu tun hat, einigen Reminiszenzen an die Originalserie, die die mit der Serie verbundenen wohligen Erinnerungen der Menschen, die sie damals im TV gesehen haben triggern, einem Cameoauftritt der damaligen Stars am Filmende und der irrwitzigen Hoffnung der Macher auf den Start eines erfolgreichen Kino-Franchises. Das gelang, in den letzten Jahren, nur bei „The Equalizer“. „Starsky & Hutch“, „Miami Vice“, „Das A-Team“, „Baywatch“, „ChiPs“, „Codename U.N.C.L.E.“ und „Drei Engel für Charlie“ kamen und gingen.

Und jetzt ist „The Fall Guy“ an der Reihe. Bei uns lief die TV-Serie über den Stuntman und Kopfgeldjäger Colt Seavers als „Ein Colt für alle Fälle“. Produziert wurde die 113 Serienepisoden von 1981 bis 1986. Bei der Serie gefielen die Stunts, der Blick hinter die Kulissen von Hollywood (immerhin arbeitete Colt Seavers in jeder Folge auch als Stuntman auf einem Filmset) und die Auftritte der Gaststars. In den Geschichten jagten Colt Seavers und seine Freunde dann als Kopfgeldjäger flüchtige Verbrecher. Es gab etwas Humor und noch mehr Action.

Oder, in den Worten von Martin Compart in dem Standardwerk „Crime TV – Lexikon der Krimi-Serien“ (2000): „Aus hirnrissigen Drehbüchern, abgehalfterten Altstars (darunter immerhin Richard Burton) als Gästen und jeder Menge kaputter Autos bestand das Erfolgsrezept, das besonders Kinder begeisterte.“ Diese Kinder – die Serie lief in Deutschland im Vorabendprogramm – sind heute vierzig Jahre älter und können jetzt mit ihren Kindern ins Kino gehen und sich über Explosionen, Faustkämpfe, zerdepperte Autos, einige Wortgefechte und ein hirnrissiges Drehbuch freuen.

David Leitch, ein ehemaliger Stuntman, der mit „John Wick“ erfolgreich die Seiten wechselte und zuletzt „Bullet Train“ furios inszenierte, erzählt in „The Fall Guy“ so etwas wie die Vorgeschichte zur TV-Serie, ohne die Vorgeschichte zu sein. Im Film arbeitet Colt Seavers noch nicht als Kopfgeldjäger und wir erfahren auch nicht, wie er einer wird; – wobei es für diesen Job auch keinen elaborierten Grund geben muss. Es ist halt ein Job, den er macht, um Geld zu verdienen. Und für die Serie war es eine gute Prämisse, um ihn unzählige Abenteuer an verschiedenen Orten erleben zu lassen.

Im Film wird die Geschichte des Stuntmans Colt Seavers (Ryan Gosling) erzählt, der sich bei einem Set-Unfall schwer verletzt. Achtzehn Monate später wird er von der damaligen Produzentin angerufen. Er soll unbedingt nach Australien kommen und als Stuntman bei einem Film mithelfen, der anscheinend eine familientaugliche Mischung aus „Mad Max“ und „Firefly“ ist. Halt ein Science-Fiction-Film, in dem Aliens und Menschen sich am Strand kloppen, mit Autos rumfahren und ständig irgendetwas explodiert. Gedreht wird der Science-Fiction-Film „Metalstorm“ von Jody Moreno (Emily Blunt), seiner damaligen Freundin, die damals als Kamerafrau arbeitete und jetzt ihren ersten Film dreht.

Kurz nachdem er am Set angekommen ist, erfährt er von Gail Meyer (Hannah Waddingham), der Produzentin des Films, dass Tom Ryder (Aaron Taylor-Johnson), der Star des Films, spurlos verschwunden ist. Sie bittet Colt, der Ryders Stuntdouble war, den verschwundenen Star zu suchen und innerhalb weniger Stunden, bevor die Presse und die anderen Produzenten davon erfahren, zu finden.

Er beginnt ihn zu suchen und gerät in ein Komplott, das sogar für eine Episode einer TV-Serie eine dünne Suppe wäre. Gleichzeitig kabbeln sich Colt und Jody, die sich seit Colts Unfall nicht mehr gesehen haben und die immer noch ineinander verliebt sind. Und Colt hat, als ob die Liebesgeschichte nicht schon genug Ablenkung vom Krimiplot wäre, noch genug Zeit für zeitaufwändige Filmstunts.

Nach „John Wick“ (wo David Leitch die ungenannte Co-Regie führte), „Atomic Blonde“, Deadpool 2“ und „Bullet Train“ ist der garantiert jugendfreie „The Fall Guy“ eine ziemliche Enttäuschung. Anstatt dem Hauptplot – der Suche nach dem verschwundenem Filmstar – zu folgen, verzettelt der Film sich in Nebengeschichten, Episoden, Episödchen und ziemlich altbackene Insider-Gags über egomanische Stars und skrupellose Produzenten. Das alles ist nie so witzig, wie es gerne wäre.

Es gibt nur wenige Actionszenen, die immer erstaunlich lieblos und fahrig wirken. Öfters sehen sie sogar wie im Studio gedrehte und mit schlechten CGI-Effekten aufgepeppte Szenen aus. Im Abspann werden dann Aufnahmen von den Dreharbeiten gezeigt, die zeigen, dass viele der Actionszenen vor Ort gedreht wurde. Aber an dem ersten desaströsen Eindruck aus dem Film ändert sich nichts mehr. Außerdem hatte Leitch es bei seinen vorherigen Filmen nicht nötig, solche Bilder von den Dreharbeiten zu zeigen. Die Bilder im Film zeigten schon, dass vor Ort gedreht wurde.

Zwischen den wenig beeindruckenden Actionszenen und dem noch weniger vorhandenem Krimiplot nehmen die endlos langen Kabbeleien zwischen Ryan Gosling und Emily Blunt so viel Zeit in Anspruch, dass „The Fall Guy“ über weite Strecken eine ziemlich nervige RomCom ist. Gosling und Blunt verstehen sich zwar gut vor der Kamera, aber ihre sich schnell wiederholenden Streitereien ziehen sich viel zu lang hin.

Am Ende ist „The Fall Guy“ ein Film, der aus den umfangreichen Resten einer RomCom-Improvisation, einem 80er Jahre B-Science-Fiction-Actionkracher, einer läppischen Actionkomödie und einer Synopse für einen banalen TV-Krimi zusammengeklebt und mit einem Retro-Soundtrack garniert wurde.

Das hat mich nie begeistert und über weite Strecken sogar gelangweilt.

Vielleicht hätten die Macher einfach beim Serienkonzept bleiben sollen. Dann hätten sie erzählt, wie ein Stuntman, der als Kopfgeldjäger arbeitet, einen flüchtigen Verbrecher jagt und die Story mit reichlich Action und Anspielungen auf Hollywood garniert. Hätte eine schöne Actionkomödie werden können.

P. S.: Es gibt eine Abspannszene.

The Fall Guy (The Fall Guy, USA 2024)

Regie: David Leitch

Drehbuch: Drew Pearce (nach der TV-Serie von Glen A. Larson)

mit Ryan Gosling, Emily Blunt, Aaron Taylor-Johnson, Hannah Waddingham, Teresa Palmer, Stephanie Hsu, Winston Duke, Lee Majors (Cameo am erwartbaren Ort)

Länge: 127 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „The Fall Guy“

Metacritic über „The Fall Guy“

Rotten Tomatoes über „The Fall Guy“

Wikipedia über „The Fall Guy“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Leitchs „Atomic Blonde“ (Atomic Blonde, USA 2017)

Meine Besprehung von David Leitchs „Deadpool 2“ (Deadpool 2, USA 2018)

Meine Besprechung von David Leitchs „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ (Fast & Furious presents: Hobbs & Shaw, USA 2019)

Meine Besprechung von David Leitchs „Bullet Train“ (Bullet Train, USA 2022)


Cover der Woche

April 30, 2024


TV-Tipp für den 30. April: Cold in July

April 29, 2024

Tele 5, 22.25

Cold in July (Cold in July, USA/Frankreich 2014)

Regie: Jim Mickle

Drehbuch: Jim Mickle, Nick Damici

LV: Joe R. Lansdale: Cold in July, 1989 (Kalt brennt die Sonne über Texas, Die Kälte im Juli)

Osttexas, 1989: Mitten in der Nacht überrascht und erschießt der glücklich verheiratete Vater Richard Dane einen Einbrecher. Kurz darauf möchte Ben Russell, der Vater des erschossenen Einbrechers, seinen Sohn rächen. Als die Polizei Russell auf die Bahngleise legt, rettet Dane ihn vor dem sicheren Tod. Und das ist noch nicht die letzte überraschende Wendung.

Eine gelungene Lansdale-Verfilmung mit lakonischen Dialogen, lakonischen Schauspielern und ordentlichen Portionen Suspense und Gewalt. Düsterer Thriller

mit Michael C. Hall, Don Johnson, Sam Shepard, Vanessa Shaw, Nick Damici, Wyatt Russell

Wiederholung: Donnerstag, 2. Mai, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Die verdammt lesenswerte Vorlage (und in dieser Ausgabe mit Nachworten von Joe R. Lansdale und Jim Mickle, der in dem Moment die Postproduktion von „Cold in July“ machte)

Joe R. Lansdale: Die Kälte im Juli

(übersetzt von Teja Schwaner)

Heyne, 2015

272 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Kalt brennt die Sonne über Texas

(übersetzt von Kim Schwaner)

rororo, 1997

Originalausgabe

Cold in July

Bantam Books,1989

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Cold in July“

Wikipedia über „Cold in July“ (deutsch, englisch)

Homepage von Joe R. Lansdale

Stuttgarter Zeitung: Thomas Klingenmaier hat Joe R. Lansdale getroffen (25. März 2013)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Gott der Klinge” (The God of the Razor, 2007)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Der Teufelskeiler” (The Boar, 1998)

Meine Besprechung  von Joe R. Lansdales „Akt der Liebe“ (Act of Love, 1981)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Die Wälder am Fluss“ (The Bottoms, 2000)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Kahlschlag” (Sunset and Sawdust, 2004)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Gauklersommer” (Leather Maiden, 2008)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales “Ein feiner dunkler Riss” (A fine dark Line, 2003)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“ (Edge of Dark Water, 2012)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Straße der Toten“ (Deadman’s Road, 2010)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Machos und Moneten“ (Captains Outrageous, 2001)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Mein Interview mit Joe R. Lansdale zu „Das Dickicht“ (The Thicket, 2013)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Mucho Mojo“ (ursprünglich „Texas Blues“) (Mucho Mojo, 1994)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Bissige Biester! (Rusty Puppy, 2017)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Hap & Leonard – Die Storys“ (Hap and Leonard, 2016)

Meine Besprechung von Joe R. Lansdales „Moon Lake“ (Moon Lake, 2021)


TV-Tipp für den 29. April: Der Sträfling und die Witwe

April 28, 2024

Arte, 20.15

Der Sträfling und die Witwe (La Veuve Couderc, Frankreich/Italien 1971)

Regie: Pierre Granier-Deferre

Drehbuch: Pierre Granier-Deferre, Pascal Jardin

LV: Georges Simenon: La Veuve Couderc, 1940 (Die Witwe Couderc)

1934 auf einem abgelegenen Hof spielende Liebesgeschichte zwischen einem entflohenen Sträfling (Alain Delon) und einer deutlich älteren Witwe (Simone Signoret).

Krimidrama mit zwei Ikonen des französischen Kinos in den Hauptrollen.

„Trotz der guten Darsteller eine langweilige Romanverfilmung mit aufgesetzt werkenden politischen Bezügen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Anschließend einfach dranbleiben: um 21.40 Uhr zeigt Arte die Doku „Brainwashed – Sexismus in Kino“ (USA 2022) und um 23.25 Uhr, als TV-Premiere, den Stummfilmkrimi „Filibus“ (Italien 1915).

mit Alain Delon, Simone Signoret, Ottavia Piccolo, Jean Tissier, Monique Chaumette

Hinweise

AlloCiné über „Der Sträfling und die Witwe“

Rotten Tomatoes über „Der Sträfling und die Witwe“

Wikipedia über „Der Sträfling und die Witwe“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 28. April: Im Jahr des Drachen

April 27, 2024

Arte, 20.15

Im Jahr des Drachen (Year of the Dragon, USA 1985)

Regie: Michael Cimino

Drehbuch: Oliver Stone, Michael Cimino

LV: Robert Daley: Year of the dragon, 1981 (Im Jahr des Drachen)

Äußerst gewalttätiger, realistischer Krimi über einen Polizisten, der gegen die Drogenmafia kämpft und, als ehemaliger Vietnam-Veteran, den Vietnam-Krieg in den Straßen von New Yorks Chinatown gewinnen will. Damals gab es Proteste von chinesischen Gemeinden (wegen Rassismus) und Robert Daley (wegen Gewalt); – trotzdem einer der besten Cop-Thriller der Achtziger.

Mit Mickey Rourke, John Lone, Ariane, Leonard Termo, Ray Barry, Caroline Kava, Eddie Jones

Auch bekannt unter den eher nichtssagenden Titeln „Manhattan-Massaker“ und „Chinatown-Mafia“

Wiederholung: Freitag, 3. Mai, 00.50 Uhr (Taggenau! – Und dann mit Sicherheit ungekürzt. Denn der Film ist FSK 16.)

Hinweise

City on Fire (Ziemlich umfangreiche Fanseite zum Film)

Rotten Tomatoes über “Im Jahr des Drachen”

Wikipedia über Robert Daley und über „Im Jahr des Drachen“ (deutsch, englisch)

 


TV-Tipp für den 27. April: Last Action Hero

April 26, 2024

ZDFneo, 20.15

Last Action Hero (Last Action Hero, USA 1993)

Regie: John McTiernan

Drehbuch: Shane Black, David Arnott (nach einer Geschichte von Zak Penn und Adam Leff)

Jack Slade ist ein Superbulle wie es ihn nur im Film gibt. Und das ist er auch: ein fiktionaler Polizist. Als er durch eine Verkettung unglücklicher Umstände – der junge Danny und eine magische Eintrittskarte haben etwas damit zu tun – in der realen Welt landet, bemerkt er schmerzhaft den Unterschied zwischen Fiktion und Fakt. Daneben muss er immer noch einen fiesen Filmganoven jagen.

Actionkomödie, die damals beim Publikum und der Kritik nicht so gut ankam. Inzwischen sieht das anders aus.

mit Arnold Schwarzenegger, Austin O’Brien, Charles Dance, Robert Prosky, Tom Noonan, Frank McRae, Anthony Quinn, F. Murray Abraham, Mercedes Ruehl, Art Carney

auch bekannt als „Der letzte Action-Held“ (Kinotitel)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Last Action Hero“

Wikipedia über „Last Action Hero“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John McTiernans „Nomads – Tod aus dem Nichts“ (Nomads, USA 1985)