(Wieder) Neu im Kino/Filmkritik: „Tokyo Drifter“, ein kultiger japanischer Gangsterfilm

September 28, 2024

Nachdem sein Yakuza-Boss offiziell seine Bande aufgelöst hat, ist „Phoenix“ Tetsu Watari arbeitslos. Aber die anderen Yakuza-Banden glauben nicht an die Auflösung von Kuratas Bande und von Tetsus Ruhestand. Sie versuchen ihn umzubringen. Eine Odyssee durch Japan und in die verschneiten Berge beginnt, in der Regisseur Seijun Suzuki eindeutig Stil über Story stellt. Diese besteht vor allem aus schon damals gut abgehangenen Gangsterfilmklischees. Die Kämpfe sind im damaligen, heute amateurhaft anmutendem Stil choreografiert. Das geringe Budget wird mit Ideenreichtum und teils extremen Stilisierungen ausgeglichen.

In seinem nächsten Film „Branded to Kill“ (1967; deutsche Premiere war 1994 als „Beruf Mörder“ in West 3) trieb er den Bruch mit Konventionen noch weiter und verlor seinen Job bei Nikkatsu. Bis zu seinem nächsten Spielfilm vergingen zehn Jahre.

Seijun Suzuki’s sense-defying spectacle is 81 minutes of colour-saturated delirium“ (Lloyd Hughes: The Rough Guide to Gangster Movies, 2005)

Grellbunte Farben, eine ausgefeilte Lichtsymbolik, gespreizte Dialoge und sentimentale Lieder machen aus der elegischen Krimi-Ballade eine Art japanischen Großstadtwestern mit parodistischem Touch“ (Fischer Film Almanach 1991)

Aus heutiger Sicht kann „Tokyo Drifter“ als eine Mischung aus Jean-Piere Melvilles hochgradig stilisierten Gangsterfilmen, in diesem Fall vor allem „Der eiskalte Engel“, und Quentin Tarantinos „Kill Bill“ (vor allem natürlich der Ausflug der Braut nach Japan) beschrieben werden. Dazu gibt es wild hineinkopierte Musiknummern.

Seine deutsche Premiere hatte Suzukis Film 1990 als „Tokyo Drifter – Der Mann aus Tokio“ im Kino. 1995 strahlte das ZDF unter dem Titel „Abrechnung in Tokio“ eine synchronisierte Fassung aus.

Jetzt bringt der Filmverleih Rapid Eye Movies im Rahmen seiner monatlichen Zeitlos-Reihe, die sich obskuren, unbekannten und vergessenen, aber dennoch sehenswerten Werken widmet, den Gangsterfilm wieder ins Kino. Und das ist gut so.

Tokyo Drifter (Tōkyō nagaremono, Japan 1966)

Regie: Seijun Suzuki

Drehbuch: Yasunori Kawauchi

mit Tetsuya Watari, Chieko Matsubara, Hideaki Nitani, Tamio Kawachi, Tomoko Hamakawa

Länge: 82 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

auch bekannt als „Tokyo Drifter – Der Mann aus Tokio“ (Kinotitel 1990) und „Abrechnung in Tokio“ (TV-Titel)

Hinweise

Rapid Eye Movies über den Film

Moviepilot über „Tokyo Drifter“

Rotten Tomatoes über „Tokyo Drifter“

Wikipedia über „Tokyo Drifter“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. September: Border

September 27, 2024

One, 22.00

Border (Gräns, Schweden/Dänemark 2018)

Regie: Ali Abbasi

Drehbuch: Ali Abbasi, Isabella Eklöf, John Ajvide Lindqvist (nach der Erzählung „Gräns“ von John Ajvide Lindqvist)

Zollbeamtin Tina kann Gefühle erschnüffeln. Bei der Jagd auf Verbrecher ist dieses Talent ein Vorteil. Als sie bei einer Zollkontrolle Vore trifft, versagt ihr Geruchssinn. Aber sie weiß, dass er etwas verbirgt und dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt.

Zu Recht hochgelobtes genreüberschreitendes Drama. „Das grandiose Drama verwebt sozialen Realismus, Fantasy und skandinavische Mythologie zu einem zwitterhaften Werk, in dem aktuelle gesellschaftliche Debatten um Identitat, Ausgrenzung und Rassismus anklingen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitender Ausnahmefilm.“ (Lexikon des internationalen Films; dort auch in der Liste der 20 besten Kinofilme des Jahres 2019)

mit Eva Melander, Eero Milonoff, Jörgen Thorsson

Wiederholung: Dienstag, 1. Oktober, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Border“

Rotten Tomatoes über „Border“

Wikipedia über „Border“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Never let go – Lass niemals los“, dann holen dich die Monster

September 27, 2024

In einer post-apokalyptischen Welt – dass „Never let go – Lass niemals los“ nicht in der Vergangenheit spielt, ahnen wir anhand der Kleidung und wissen wir aufgrund der vorhandenen Smartphones – leben eine Mutter (Halle Berry) und ihre beiden Kinder Samuel (Anthony B. Jenkins) und Nolan (Percy Daggs IV) im Süden von Tennessee im Wald. Ihr Bewegungsradios wird eingeschränkt durch die dicken Seile, die sie sich umbinden, sobald sie das Haus verlassen. Die mit dem Haus verbundenen Seile beschützten sie vor den im Wald lebenden bösen Geistern. Das behauptet jedenfalls ihre Mutter.

Als Samuel und Nolan älter werden, fragen sie sich, ob ihre Mutter ihnen die Wahrheit über die Monster im Wald und die Welt hinter dem Ende des Seils erzählt.

Horrorfilm-Regisseur Alexandre Aja („High Tension“, „The Hills have eyes“, „Crawl“) malt diese Situation in dichten Bildern und mit einem kleinem Ensemble aus. Die Geschichte selbst ist so abstrakt, dass sie für verschiedene, sich teils diametral gegenüberstehende Interpretationen offen ist. Also konkret: beschützt Momma ihre Kinder oder hält sie sie gefangen? Gibt es die im Wald lebenden Monster oder sind sie ein Fantasiegebilde der Mutter? Für welche Bedrohung stehen die Monster?

Es gibt nur wenige Andeutungen, wie es dazu kam, dass Momma und ihre beiden Kinder im Wald vom Wald leben und Angst vor den im Wald lebenden Monstern haben. Diese sehen, wenn sie auftauchen, wie gut erhaltene Zombies oder Wasserleichen aus. Es wird überhaupt nicht erklärt, wie die drei über zehn Jahre in dem Haus im Wald überleben konnten.

Nach dem Set-up entwickelt sich die Geschichte, mit einigen überraschenden Wendungen, in vertrauten Bahnen zu einem Ende, das mich nicht überraschte. Auch wenn Aja mit seiner Schlusspointe ein eindeutiges Ende vermeidet. Der Weg dorthin gestaltet sich trotzdem, dank der Schauspieler, der atmosphärischen Inszenierung und der Offenheit für verschiedene Interpretationen, ziemlich unterhaltsam.

P. S.: Aktuell denken die Macher schon darüber nach, die Geschichte weiter zu erzählen und auch die Vorgeschichte zu erzählen. Ich frage mich, ob das eine gute Idee ist. Denn dann würde vieles, was hier noch offen für sehr verschiedene Interpretationen ist, beantwortet werden.

Never let go – Lass niemals los (Never let go, USA 2024)

Regie: Alexandre Aja

Drehbuch: KC Coughlin, Ryan Grassby

mit Halle Berry, Percy Daggs IV, Anthony B. Jenkins

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Never let go“

Metacritic über „Never let go“

Rotten Tomatoes über „Never let go“

Wikipedia über „Never let go“

Meine Besprechung von Alexandre Ajas „Crawl“ (Crawl, USA 2019)


TV-Tipp für den 27. September: Kingsman: The Golden Circle

September 26, 2024

Pro 7, 20.15

Kingsman: The Golden Circle (Kingsman: The Golden Circle, USA 2017)

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Jane Goldman, Matthew Vaughn

LV: Mark Millar/Dave Gibbons: The Secret Service, 2012/2013 (Secret Service) (naja, eigentlich „Inspiration“)

Nachdem Bösewichter die Zentrale der Kingsman zerstörten, müssen die distinguierten britischen Agenten Eggsy und Merlin sich mit ihrer US-amerikanischen Partnerorganisation, den Statesman, deren Zentrale in Kentucky einer Whiskey-Destillerie ist, zusammentun.

Witzge, mit hundertvierzig Minuten zu lang geratene Agentenkomödie, mit einer chaotischen Story und viel Action, die um 20.15 Uhr wahrscheinlich in einer gekürzten Version gezeigt wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Taron Egerton, Julianne Moore, Colin Firth, Mark Strong, Channing Tatum, Halle Berry, Jeff Bridges, Pedro Pascal, Edward Holcroft, Elton John, Hanna Alström, Tom Benedict Knight, Michael Gambon, Sophie Cookson, Björn Granath, Lena Endre, Poppy Delevingne, Bruce Greenwood, Emily Watson

Wiederholung: Samstag, 28. September, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Kingsman: The Golden Circle“

Metacritic über „Kingsman: The Golden Circle“

Rotten Tomatoes über „Kingsman: The Golden Circle“

Wikipedia über „Kingsman: The Golden Circle“ (deutsch, englisch)

zu Matthew Vaughn

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „Kingsman: The Golden Circle“ (Kingsman: The Golden Circle, USA 2017)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „The King’s Man – The Beginning“ (The King’s Man, USA/Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „Argylle“ (Argylle, USA 2024)

zu Mark Millar

Homepage von Mark Millar

Meine Besprechung von Mark Millar/J. G. Jones‘ „Wanted (Mark Millar Collection 1)“ (Wanted # 1 – 6, Dezember 2003 – Februar 2005)

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Nemesis“ (Nemesis, 2010/2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/Grant Morrisons “Vampirella: Heiliger Krieg (Master Series 1)”

Meine Besprechung von Mark Millar/Steve McNivens „Wolverine: Old Man Logan“ (Old Man Logan, 2008/2009)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 1)“ (Kick-Ass 2 – Issue 1 – 4, Dezember 2010 – November 2011)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Kick-Ass 2 (Band 2)“ (Kick-Ass 2 – Issue 5 – 7, Januar – Mai 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita, Jr. „Hit-Girl – Kick-Ass 2: Die Vorgeschichte“ (Hit-Girl, Issue 1 – 5, August 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yus „Superior – Band 2“ (Superior, Issue 5 – 7, Dezember 2011 – März 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Gibbons‘ „Secret Service“ (Secret Service # 1- 6, Juni 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 1“ (Kick-Ass 3, # 1 – 5, Juli 2013 – Januar 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita jr. „Kick-Ass 3 – Band 2“ (Kick-Ass 3 – # 6 – 7, April – August 2014)

Meine Besprechung von Mark Millar/Leinil Yu/Nacho Vigalondos (Co-Autor/Drehbuch) „Super Croocks – Band 1: Der Coup“ (Super Crooks # 1 – 4, 2012)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Johnson/Kilian Plunketts „Genosse Superman (Mark Millar Collection 4)“ (Superman: Red Son # 1 – 3, 2003)

Meine Besprechung von Mark Millar/Rafael Albuquerque/Dave McCaigs „Huck – Held wider Willen“ (Huck # 1 – 6, November 2015 – April 2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Stuart Immonens „Empress“ (Empress # 1 – 7, Juni 2016 – Januar 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Greg Capullos „Reborn“ (Reborn # 1 – 6, Oktober 2016 – Juni 2017)

Meine Besprechung von Mark Millar/Olivier Coipels „The Magic Order“ (The Magic Order # 1 – 6, 2018/2019)

Mein Besprechung von Mark Millar/Wilfredo Torres‘ „Jupiter’s Circle“ (Jupiter’s Circle # 1 – 6, 2015; Jupiter’s Circle 2 # 1 – 6, 2015/2016)

Meine Besprechung von Mark Millar/Ricardo Lopez Ortiz‘ „Hit-Girl in Kolumbien“ (Hit-Girl (2018) # 1 – 4, 2018)

Meine Besprechung von Mark Millar/John Romita Jr. „Kick-Ass: Frauenpower“ (Kick-Ass (2018) # 1 – 6, 2018)

Meine Besprechung von Mark Millar/Rafael Albuquerques „Prodigy: Die böse Erde“ (Prodigy: The evil earth # 1 – 6, 2019)

Meine Besprechung von Mark Millar/Simone Bianchis „Sharkey the Bounty Hunter – Krawall im All“ (Sharkey the Bounty Hunter # 1 – 6, 2020)

Verfilmungen

Meine Besprechung von Jeff Wadlows Mark-Millar-Verfilmung „Kick-Ass 2“ (Kick-Ass 2, USA 2013)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „Kingsman: The Golden Circle“ (Kingsman: The Golden Circle, USA 2017)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „The King’s Man – The Beginning“ (The King’s Man, USA/Großbritannien 2021)

Andere Autoren in Millarworld

Meine Besprechung von Jeff Lemire/Eduardo Rissos „Hit-Girl in Kanada“ (Hit-Girl (2018) # 5 – 8, 2018)

Meine Besprechung von Rafael Scavone/Rafael Albuquerques „Hit-Girl in Rom“ (Hit-Girl (2018) # 9 – 12, 2018/2019)

Meine Besprechung von Rafael Scavone/Rafael Albuquerques „Hit-Girl in Hollywood“ (Hit-Girl (2018) Season Two #1 – 4, Februar 2019 – Mai 2019)

Meine Besprechung von Steve Niles/Marcelo Frusins „Kick-Ass – Frauenpower (Band 2)“ (Kick-Ass (2018) # 7 – 12, September 2018 – Februar 2019)

Meine Besprechung von Steve Niles/Marcello Frusins „Kick-Ass: Frauenpower (Band 3)“ (Kick-Ass (2018) # 13 – 18, April 2019 – Oktober 2019)

Meine Besprechung von Steve Niles/Marcello Frusins „Kick-Ass: Frauenpower (Band 4)“ (Kick-Ass vs Hit-Girl # 1 – 5, November 2020 – März 2021)

Meine Besprechung von Rob Williams/Simon Frasers „Kingsman: Jagd auf Red Diamond“ (Kingsman: The Red Diamond # 1 – 6, September 2017 – Februar 2018)


Neu im Kino/Filmkritk: Über Francis Ford Coppolas „Megalopolis“

September 26, 2024

Wenn wir ehrlich sind, ist „Megalopolis“ gescheitert, aber sehenswert, wenn auch nicht sehenswert gescheitert. Außerdem ist Francis Ford Coppolas neuer Film – ich hänge mich jetzt weit aus dem Fenster (aber bei der Höhe meines Fensters ist das ein vertretbares Risiko) – auch kein Film, der in zwanzig, dreißig Jahren eine gloriose Wiederauferstehung und Neubeurteilung erfahren wird. Trotzdem ist er sehenswert.

Ich erkläre das jetzt.

Megalopolis“ könnte der letzte Spielfilm von Francis Ford Coppola sein. Er ist 85 Jahre und steckte in den vergangenen Jahren seine Energie in Restaurierungen und neue Schnittfassungen seiner alten Filme, die dann auch wieder im Kino gezeigt und von der Kritik abgefeiert wurden. In den vergangenen 25 Jahren drehte er drei Filme, die alle eine Ist-mir-egal-Einstellung gegenüber kommerziellen Erwägungen und den Erwartungen des Publikum versprühten. Auch „Megalopolis“ kümmert sich wenig um Publikumserwartungen und das zeitgenössische Kino.

Für Coppola ist „Megalopolis“ die Erfüllung eines lange gehegten, mit eigenem Geld finanzierten Wunsches. Seit über vierzig Jahren ist das Projekt immer wieder im Gespräch. Coppola sammelte Zeitungsausschnitte, machte sich Notizen und schrieb auch, mehr oder weniger präzise ausformulierte Drehbücher. Es gab mehr oder weniger weit fortgeschrittene Vorbereitungen für eine Verfilmung. Immer wieder kam etwas dazwischen und Coppola sammelte weitere Ideen, unterhielt sich über das Projekt und schrieb neue Versionen der Geschichte.

Diese lange Entwicklungszeit ist ein Problem des Films. Es ist in jeder Minute offensichtlich, dass über viele Jahre an dem Film gearbeitet wurde. Da hat sich viel angesammelt und vieles will man dann nicht einfach wegwerfen. So franst der Film in jeder nur erdenklichen Beziehung an allen Ecken und Enden aus. Einige Bilder und Ideen, die damals visionär waren, wirken heute abgeschmackt. Anderes ist immer noch atemberaubend.

Im Gegensatz zu anderen Alterswerken großer Regisseure ist „Megalopolis“ auch nicht – also jedenfalls nicht wirklich – die Zusammenfassung des bisherigen Werkes und eine damit verbundene Rückschau. Es ist ein Werk, das sich viel wagt, das keine Rücksicht nimmt und aus dem Vollen schöpft. Das ist bewundernswert und führt immer wieder zu atemberaubenden Szenen. Ein guter Film ist „Megalopolis“ nicht.

Es geht um den genialen Architekten und Erfinder Cäsar Catilina (Adam Driver), der die Metropole New Rome radikal umgestalten möchte. Er hat eine visionäre Vision von der Zukunft und wie Menschen in einer Metropole leben können. Der Bürgermeister Franklyn Cicero (Giancarlo Esposito) ist dagegen. Er will den Status Quo von New Rome aufrecht erhalten.

Nachdem Coppola diese Prämisse schnell etabliert hat, vergisst er sie atemberaubend schnell. Er driftet in Richtung Sittengemälde ab mit zahlreichen Anspielungen auf die Geschichte von New York, dem klaren Vorbild für New Rome, und dem eher prüden Feiern altrömischer Dekadenz mit halbnackten Frauen, Wagenrennen und teilweise moderner und zukünftiger Technik. Dazwischen gibt es vollkommen unzusammenhängende Episoden, die für die zu dem Zeitpunkt schon lange im Nirvana verschwundene Hauptgeschichte keinerlei Bedeutung haben. Anscheinend wichtige Figuren verschwinden aus der Filmgeschichte. Manche für immer. Interessante Ideen, wie dass Catilina die Zeit anhalten kann, haben für den Film, nach einer pompösen Einführung, keinerlei Bedeutung. Coppola verirrt sich im Dickicht seiner Ideensammlung für den Film und den verschiedenen Drehbuchskizzen und -versionen, ohne eine klare Vision der Filmgeschichte und des in ihr zu behandelnden Konflikts zu entwickeln. Denn dann hätte er gewusst, welche Ideen und Anspielungen in den Film gehören und welche nicht.

New Rome ist Coppolas Version von Gotham City und „Megalopolis“ ist „geschnittene Szenen aus ‚Batman‘-Filmen“ und Bilder aus dem Leben und Leiden der Architektenkammer von Gotham. Beides ohne Batman und Superbösewichter.

Megalopolis (Megalopolis, USA 2024)

Regie: Francis Ford Coppola

Drehbuch: Francis Ford Coppola

mit Adam Driver, Giancarlo Esposito, Nathalie Emmanuel, Shia LaBeouf, Aubrey Plaza, Jon Voight, Jason Schwartzman, Laurence Fishburne, Talia Shire, Kathryn Hunter, Grace VanderWaal, Chloe Fineman, James Remar, D.B. Sweeney, Dustin Hoffman, Balthazar Getty

Länge: 139 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Megalopolis“

Metacritic über „Megalopolis“

Rotten Tomatoes über „Megalopolis“

Wikipedia über „Megalopolis“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas “Apocalypse Now” (Apocalypse Now, USA 1979 – die “Full Disclosure”-Blu-ray)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now: The Final Cut“ (USA 1979/2019) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „The Outsiders: The complete Novel“ (The Outsiders, USA 1983/2005) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Rumble Fish“ (Rumble Fish, USA 1983)

Meine Besprechung von Francis Ford Coppolas „Twixt – Virginias Geheimnis“ (Twixt, USA 2011)

Francis Ford Coppola in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993) (der Comic-Version von Coppolas Film)


TV-Tipp für den 26. September: Ziemlich beste Freunde

September 25, 2024

RBB, 20.15

Ziemlich beste Freunde (Intouchables, Frankreich 2011)

Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache

Drehbuch: Eric Toledano, Olivier Nakache

Ein wohlhabender, körperlich schwerbehinderter Franzose engagiert einen jungen, gerade aus dem Gefängnis entlassenen Migranten als Pfleger. Dieser behandelt ihn nämlich ohne falschen Respekt.

Mit fast neun Millionen Besuchern war „Ziemlich beste Freunde“ 2012 der erfolgreichste Film in den deutschen Kinos.

„Charmantes Buddy-Movie (…) Konzipiert als schwungvoller Wohlfühlfilm, mangelt es ihm allerdings an Glaubwürdigkeit, zumal die Konflikte und Probleme recht naiv verharmlost werden.“ (Lexikon des internationalen Films)

2017 gab es ein hochkarätig besetztes, überflüssiges US-Remake, in dem aus der Komödie ein Drama wurde.

mit Francois Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny, Audrey Fleurot, Clotilde Molllet

Widerholung: Freitag, 27. September, 23.30 Uhr

Hinweise

AlloCiné über „Ziemlich beste Freunde“

Moviepilot über „Ziemlich beste Freunde“

Rotten Tomatoes über „Ziemlich beste Freunde“

Wikipedia über „Ziemlich beste Freunde“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 25. September: La Vérité – Leben und lügen lassen

September 24, 2024

Arte, 20.15

La Vérité – Leben und lügen lassen (La Vérité, Frankreich 2019)

Regie: Hirokazu Kore-eda

Drehbuch: Hirokazu Kore-eda

Filmdiva Fabienne Dangeville veröffentlicht ihre Memoiren, in denen nur die Wahrheit über ihre Berufs- und Privatleben steht. Ihre in den USA lebende Tochter Lumir erinnert sich allerdings anders an die von ihrer Mutter geschilderten Ereignisse. Als sie mit ihrer Familie ihrer Mutter besucht, möchte sie sie von ihrer Sicht der Vergangenheit überzeugen.

TV-Premiere. Kore-edas top besetzte Familienaufstellung im finanziell gut saturiertem Künstlermilieu ist gewohnt subtil, sehr kunstvoll und, in diesem Fall, sehr französisch.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Catherine Deneuve, Juliette Binoche, Ethan Hawke, Clémentine Grenier, Manon Clavel, Alain Libolt, Christian Crahay, Roger von Hool, Ludivine Sagnier

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „La Vérité“

Metacritic über „La Vérité“

Rotten Tomatoes über „La Vérité“

Wikipedia über „La Vérité“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Like Father, like Son“ (Soshite chichi ni naru, Japan 2013)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Unsere kleine Schwester“ (Umimachi Diary, Japan 2015)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Shoplifters – Familienbande“ (Manbiki Kazoku, Japan 2018)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „La Vérité – Leben und lügen lassen“ (La Vérité, Frankreich 2019)

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Broker – Familie gesucht“ (Beurokeo, Südkorea 2022) und der DVD

Meine Besprechung von Hirokazu Kore-edas „Die Unschuld“ (怪物 [Kaibutsu], Japan 2023)


TV-Tipp für den 24. September: Slow West

September 23, 2024

Tele 5, 20.15

Slow West (Slow West, England/Neuseeland 2015)

Regie: John Maclean

Drehbuch: John Maclean

Wilder Westen, 1870: der sechzehnjährige Schotte Jay Cavendish sucht seine aus Schottland geflüchtete große Liebe Rose Ross und eigentlich ist das Greenhorn zwischen Kopfgeldjägern, Indianern und allen anderen Wild-West-Gefahren zum Sterben verdammt. Wenn ihm nicht Silas Selleck, ein Revolverheld mit unklaren Absichten, helfen würde.

Schöner kleiner Western mit angenehm kurzer Laufzeit. Die Western Writers of America zeichneten den Film mit dem Spur Award als besten Western des Jahres aus.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Kodi Smit-McPhee, Michael Fassbender, Ben Mendelsohn, Caren Pistorius, Rory McCann, Andrew Robertt, Edwin Wright, Kalani Queypo

Wiederholung: Freitag, 27. September, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Slow West“

Metacritic über „Slow West“

Rotten Tomatoes über „Slow West“

Wikipedia über „Slow West“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Macleans „Slow West“ (Slow West, England/Neuseeland 2015)


TV-Tipp für den 23. September: Fatal Attraction – Eine verhängnisvolle Affäre

September 22, 2024

NDR, 23.15

Eine verhängnisvolle Affäre (Fatal Attraction, USA 1987)

Regie: Adrian Lyne

Drehbuch: James Dearden

Der New Yorker Anwalt Dan Gallagher ist glücklich verheiratet. Als seine Familie für ein Wochenende die Stadt verlässt, lernt er Alex Forrest kennen. Für ihn ist sie nur ein Seitensprung. Aber sie will mehr und drängt sich in sein Leben.

Erfolgreicher Thriller über die grausamen Strafen, die auf böse Taten, wie außerehelichen Sex, folgen und wie die bürgerliche Kleinfamilie bewahrt werden kann.

mit Michael Douglas, Glenn Close, Anne Archer, Ellen Hamilton Latzen, Stuart Pankin

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Eine verhängnisvolle Affäre“

Wikipedia über „Eine verhängnisvolle Affäre“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 22. September: Reservoir Dogs

September 21, 2024

Tele 5, 22.05

Reservoir Dogs (Reservoir Dogs, USA 1992)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

Metacritic über „Reservoir Dogs“

Rotten Tomatoes über „Reservoir Dogs“

Wikipedia über „Reservoir Dogs“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 21. September: Serpico

September 20, 2024

MDR, 23.05

Serpico (Serpico, USA 1973)

Regie: Sidney Lumet

Drehbuch: Waldo Salt, Norman Wexler

LV: Peter Maas: Serpico, 1971

Serpico ist ein junger, idealistischer Polizist, der auch gegen die Korruption im System vorgehen will. Seine Kollegen und Vorgesetzten findet das nicht gut.

Grandioser, auf Tatsachen beruhender, vor Ort gedrehter, pessimistischer Cop-Thriller mit Al Pacino

„Die Karriere von Frank Serpico…erlaubt Lumet einen breiten, aber detaillierten Angriff auf die in der Stadt ausgebreitete Korruption und die frustrierenden Mechanismen der Bürokratie bei ihrer Selbstverteidigung, während die emotionalen Kräfte seines Films, dieses Mal, denen des Helden treffend angepasst sind.“ (Richard Combs in Monthly Film Bulletin)

mit Al Pacino, Tony Roberts, John Randolph, Cornelia Sharpe, M. Emmet Walsh, Judd Hirsch, F. Murray Abraham

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Serpico“

Wikipedia über Frank Serpico und „Serpico“ (deutsch, englisch)

Blog von Frank Serpico

Village Voice (Nat Hentoff): The Return of Frank Serpico (16. Juni 1998)

Die Zeit: Katja Nicodemus trifft Sidney Lumet (12. April 2008)

Mein Nachruf auf Sidney Lumet (25. Juni 1924 – 9. April 2011)


TV-Tipp für den 20. September: Sicario

September 19, 2024

Pro 7, 22.50

Sicario (Sicario, USA 2015)

Regie: Denis Villeneuve

Drehbuch: Taylor Sheridan

Nachdem bei einem Routineeinsatz mehrere Kollegen von FBI-Agentin Kate Macer durch eine Sprengfalle sterben, erhält sie das Angebot, in der Spezialeinheit von Matt Graver mitzuarbeiten. Graver und seine Männer sollen die mexikanischen Drogenkartelle bekämpfen. Mit allen Mitteln.

In jeder Hinsicht grandioser, vielschichtiger, zum Nachdenken anregender Thriller über den Drogenkrieg an der amerikanisch-mexikanischen Grenze.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Emily Blunt, Benicio Del Toro, Josh Brolin, Victor Garber, Jon Bernthal, Daniel Kaluuya, Jeffrey Donovan, Raoul Trujillo, Julio Cedillo, Hank Rogerson, Bernardo P. Saracino, Maximiliano Hernández

Wiederholung: Samstag, 21. September, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Sicario“

Metacritic über „Sicario“

Rotten Tomatoes über „Sicario“

Wikipedia über „Sicario“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Enemy“ (Enemy, Kanada/Spanien 2013)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Sicario“ (Sicario, USA 2015) und der DVD und des Soundtracks

Meine Besprechung von Denis Villeneuves „Arrival“ (Arrival, USA 2016)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune“ (Dune, USA 2021)

Meine Besprechung von Denis Villeneuves Frank-Herbert-Verfilmung „Dune: Part Two“ (Dune: Part Two, USA 2024)

Meine Besprechung von David Mackenzies „Hell or High Water“ (Hell or High Water, USA 2016) (nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan)

Meine Besprechung von Taylor Sheridans „Wind River (Wind River, USA 2017)

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Sicario 2“ (Sicario: Day of the Soldado, USA/Italien 2018) (nach einem Drehbuch von Taylor Sheridan)


Neu im Kino/Filmkritik: Zu James Watkins‘ US-Remake von „Speak no evil“

September 19, 2024

Ein Jahr nach dem Original startet jetzt das US-Remake von „Speak no evil“ im Kino und weil fast jedes Wort über das Remake auch als Spoiler über das Original interpretiert werden kann, gibt es jetzt einmal eine allgemeine, allumfassende Spoilerwarnung, die ausdrücklich auch für den Trailer gilt.

Vor einem Jahr erzählte Christian Tafdrup in seinem Horrorthriller „Speak no evil“ eine ziemlich gemeine Geschichte mit einem zugleich gemeinem, schockierendem und diskussionswürdigem Ende. Es geht, ich folge jetzt bei den Namen und Orten dem Remake, um das Ehepaar Dalton. Bei einem Toskanaurlaub lernen Ben (Scoot McNairy) und Louise Dalton (Mackenzie Davis) Paddy (James McAvoy) und Ciara Field (Aisling Franciosi) kennen. Sie verstehen sich gut. Auch ihre Kinder, Daltons elfjährige Tochter Agnes (Alix West Lefler) und Fields etwa gleichaltriger, stummer Sohn Ant (Dan Hough), verstehen sich gut. Am Ende des Urlaubs werden die Adressen ausgetauscht und das war es. Normalerweise. Aber die Fields laden die in London lebenden Daltons zu einem Wochenende auf ihrem einsam in der westenglischen Provinz liegenden Hof ein. Die Daltons nehmen die Einladung an. So ein Wochenende könnte eine schöne Abwechslung sein.

Schon kurz nach ihrem Eintreffen kommt es zu ersten Irritationen. Die Gastgeber verhalten sich immer wieder seltsam. Vor allem Paddy ist immer wieder übergriffig und schlichtweg unhöflich. Die Daltons sind immer wieder irritiert. Aber letztendlich verbuchen das Verhalten der Fields immer wieder unter ‚Missverständnis‘ und ‚kulturelle Unterschiede‘ zwischen Amerika und England, zwischen Stadt und Land.

Blumhouse sicherte sich die Rechte an Tafdrups hochgelobtem Horrorthriller. James Watkins inszenierte und schrieb auch das neue Drehbuch, das über weite Strecken einfach die Herkunft der beiden Ehepaare änderte. Im Original wird das dänische Paar von einem holländischem Paar zu sich nach Hause eingeladen. Im Remake wird aus den beiden Urlauberpaaren ein in London lebendes, aus den USA kommendes Paar und ein in der englischen Provinz lebendes Paar.

Bis zum dritten Akt sind die Unterschiede zwischen Original und Remake marginal und oft eher Geschmacksache. Einiges fällt bei James Watkins auch kürzer aus, weil sein Finale länger und konventioneller ist. Er macht aus einem Horrorthriller, der mit seinem Ende Diskussionen anregt, einen 08/15-Actionthriller, der als Update von Sam Peckinpahs „Wer Gewalt sät“ (Straw Dogs) oder Watkins‘ Horrorthriller „Eden Lake“ gesehen werden kann. In allen drei Filmen geht es um den Zusammenprall von linksliberalen, gebildeten, Gewalt ablehnenden Städtern und zurückgebliebenen, gewalttätigen und sexuell freizügigen Landbewohnern. Ratio trifft auf Trieb. Missverstädnisse, Vorurteile und die Unfähigkeit darüber zu sprechen, treiben den Konflikt weiter an.

Und jedes Mal antworten die Städter am Ende mit brachialer Gewalt auf Gewalt. „Speak no evil“ endet in einem Blutbad, das alles außer kathartisch ist. Dieses Ende ist das Gegenteil des überaus beunruhigenden Ende des Originals. In ihm bleiben die Gäste bis nach dem bitteren Ende duldsam. Nie ergreifen sie eine Chance zur Flucht. Nie wehren sie sich. Und genau dieses Ende führt nach dem Abspann zu erregten Diskussionen über den Film. Christian Tafdrup stellt die Frage, wie sehr man sich unterdrücken lässt. Und er gibt eine provozierende Antwort. Watkins beantwortt die Frage mit einem zu keiner Diskussion anregendem Finale. Wie in unzähligen anderen Filmen wird Gewalt einfach mit Gewalt beantwortet.

So ist Watkins „Speak no evil“ als straff inszenierter, gut besetzter 08/15-Thriller mit vorhersehbarem Ende durchaus gelungen. Aber nicht mehr.

Speak no evil (Speak no evil, USA 2024)

Regie: James Watkins

Drehbuch: James Watkins (nach dem Drehbuch „Gæsterne“ von Christian Tafdrup und Mads Tafdrup)

mit James McAvoy, Mackenzie Davis, Aisling Fanciosi, Alix West Lefler, Dan Hough, Scoot McNairy, Kris Hitchen, Motaz Malhees

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Speak no evil“

Metacritic über „Speak no evil“

Rotten Tomatoes über „Speak no evil“

Wikipedia über „Speak no evil“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von James Watkins‘ „Bastille Day“ (Bastille Day, USA/Frankreich/Großbritannien 2016)

Meine Besprechung von James Watkins‘ „McMafia – Staffel 1“ (McMafia, Großbritannien 2018)

Meine Besprechung von Christian Tafdrups „Speak no evil“ (Gæsterne, Dänemark/Niederlande 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Coralie Fargeat verabreicht eine Überdosis „The Substance“

September 19, 2024

Coralie Fargeat hätte keine bessere Schauspielerin als Demi Moore für die Hauptrolle in ihrem neuen Horrorfilm engagieren können.

Mit Kassenhits, wie „Ghost – Nachricht von Sam“ (1990), „Eine Frage der Ehre“ (1992), „Ein unmoralisches Angebot“ (1993) und „Enthüllung“ (1994), wurde sie in Hollywood zur bestbezahlten Schauspielerin. Dabei beruhten ihre hohen Gagen auf dem Irrtum, dass die Leute wegen ihr ins Kino gehen und nicht wegen anderer Stars oder wegen des Films. „Striptease“ (1996, in der mit sechs Razzies ausgezeichneten Satire präsentierte sie ihren neuen Busen) und „Die Akte Jane“ (1997) floppten.

Davor, 1991, zierte sie hochschwanger und ziemlich nackt das Cover der Zeitschrift „Vanity Fair“. Seit 1987 war sie mit Bruce Willis verheiratet. 1998 trennten sie sich. 2003 begann sie eine Beziehung mit dem 16 Jahre jüngeren Ashton Kutcher. Die Regenbogenpresse berichtete ausführlich darüber.

Seit den späten neunziger Jahren ist Moores Filmkarriere nichtexistent. Sie spielt regelmäßig in Filmen mit, aber nur wenige Filme, wie „Mr. Brooks – Der Mörder in Dir“ (2007, mit und wegen Kevin Costner als Serienmörder), wurden von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen. 2019 veröffentlichte sie ihre Autobiographie „Inside Out“. Ein New-York-Times-Bestseller.

Die 1962 geborene Schauspielerin ist ein Star, deren Filmkarriere schon lange vorbei ist und die immer noch atemberaubend jung aussieht. In „The Substance“ spielt sie mit vollem Körpereinsatz Elizabeth Sparkle. Früher war Elizabeth ein großer Star. Jetzt tanzt sie in der nach ihr benannten Fitness-TV-Show. Zufälllig erfährt sie, dass der aasige Senderchef Harvey (Dennis Quaid) sie durch eine jüngere Vortänzerin ersetzen will. Sie ist einfach zu alt.

Aber mit der neuen Droge The Substance könnte sich ihr Leben ändern. The Substance ist eine der Öffentlichkeit noch unbekannte und wahrscheinlich nirgendwo getestete Droge, die eine radikale Verjüngung verspricht. Durch eine Injektion wird aus der alten Elizabeth die wunderschöne Mittzwanzigerin Sue (Margaret Qualley). Nach einer Woche wird aus Sue wieder Elizabeth. Es ist eine perfekte Balance mit eigentlich nur einer Regel, die genau eingehalten werden muss: nach genau einer Woche findet der Körpertausch statt.

Gut, diese Idee ist vollkommen gaga – und knüpft an ältere, irgendwo zwischen Horror und Science-Fictiion spielende Geschichten an, die vor allem ätzende Satiren über das Thema der Geschichte sind. Über die Hintergründe der Organisation, die The Substance zur Verfügung stellt, erfahren wir nichts. Über den Schönheitswahn, vor allem in Hollywood und den Druck, immer gut auszusehen, erfahren wir deutlich mehr. „The Substance“ ist eine verdammt gut aussehende Satire, die Schönheitswahn und Sexismus anklagt und gleichzeitig ausstellt und Elizabeth und Sue in einen gnadenlosen Kampf gegeneinander verwickelt. Denn alles was Sue sich nimmt, beginnend mit der Rolle der Vortänzerin in Elizabeths TV-Show, nimmt sie in einem Nullsummenspiel Elizabeth weg. Jede Minute länger in Sues Körper zerstört die perfekte Balance und lässt Elizabeth, zunehmend grotesk, altern.

Coralie Fargeat inszeniert diese Geschichte mit der gleichen Konsequenz, mit der sie 2017 auch ihr Spielfilmdebüt „Revenge“ inszenierte. Der stylishe feminstische Rachethriller war ultrabrutal und sehr blutig.

Ihr zweiter Spielfilm knüpft in punkto Stilbewusstsein, Gore und satirischer Zuspitzung nahtlos daran an. „The Substance“ ist trotz der epischen Laufzeit von 141 Minuten als zitatreiche, wenig subtile, äußerst intensive und kurzweilige Over-the-Top-Satire grandios, die vor allem Fans von ultrabrutalen französischen Horrorfilmen und Fans von David Cronenbergs frühen Body-Horror-Exzessen anspricht.

Mir gefiel der Body-Horror so gut, dass ich ihn in den vergangenen Wochen allen empfahl, denen solche Filme gefallen. Alle anderen werden spätestens bei der ersten, sehr explizit gezeigten Verwandlung von Elizabeth zu Sue, die aus Elizabeths nacktem, im Bad liegendem Körper schlüpft, den Kinosaal verlassen.

Allen, die in dem Moment sitzen bleiben, kann ich versichern, dass es, nachdem Elizabeth/Sue gegen die einzige wichtige Regel verstoßen, noch ‚ekliger‘ wird.

Der feministische Body-Horrorfilm „The Substance“ ist ein großer Spaß und, ja, zugegeben, hundertfünfzigprozentig Style over Substance, bei dem der eigene Blick auf den nackten weiblichen Körper vorgeführt, bedient und kritisiert wird.

In Cannes gab es dafür den Preis für das beste Drehbuch.

P. S.: Der Trailer gibt einen guten Eindruck vom Film.

The Substance (The Substance, Großbritannien/USA 2024)

Regie: Coralie Fargeat

Drehbuch: Coralie Fargeat

mit Demi Moore, Margaret Qualley, Dennis Quaid, Hugo Diego Garcia, Gore Abrams, Matthew Géczy, Daniel Knight, Philip Schurer, Olivier Raynal

Länge: 141 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Substance“

Metacritic über „The Substance“

Rotten Tomatoes über „The Substance“

Wikipedia über „The Substance“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 19. September: Heist – Der letzte Coup

September 18, 2024

Tele 5, 20.15

Heist – Der letzte Coup (Heist, USA 2001)

Regie: David Mamet

Drehbuch: David Mamet

Nachdem Meisterdieb Joe Moore bei einem Diebstahl von einer Überwachungskamera gefilmt wird, will er aussteigen. Aber sein Hehler Mickey Bergman erpresst ihn zu einem letzten großen Coup. Ab diesem Moment kämpfen sie gegeneinander.

Dank der guten Schauspieler und des wendungsreichen Drehbuchs von Regisseur David Mamet ist dieser Film vom letzten großen, perfekt ausgeführten Coup und den sich gegenseitig betrügenden Gaunern ein einziges Vergnügen. Denn „Heist – Der letzte Coup“ ist gutes Genrekino, präsentiert von einem Meister, der hier tief in seiner Trickkiste wühlt.

Mit Gene Hackman, Danny DeVito, Delroy Lindo, Sam Rockwell, Rebecca Pidgeon, Ricky Jay

Hinweise

Drehbuch von David Mamet

Moviepilot über „Heist“

Metacritic über „Heist“

Rotten Tomatoes über „Heist“

Wikipedia über „Heist“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Mamets „Bambi vs. Gorilla – Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness“ (Bambi vs. Gorilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business, 2007)

David Mamet in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Über Tony Goldwyns „Ezra – Eine Familiengeschichte“

September 18, 2024

Ezra (William A. Fitzgerald, Debüt) ist ein elfjähriger Junge mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Nachdem er wieder den gesamten Schulbetrieb stört, soll er auf eine spezielle Förderschule geschickt werden. Seine Mutter ist einverstanden. Sein Vater, der finanziell klamme New Yorker Stand-up-Komiker Max Brandel (Bobby Cannavale), lehnt das vehement ab. Bislang kümmert er sich nicht um seinen Sohn und in Zukunft hat er das auch nicht wirklich vor. Schließlich arbeitet er als Komiker und hofft immer noch auf den Durchbruch. Bis es soweit ist, lebt er seit der Scheidung bei seinem sturen Vater Stan (Robert De Niro).

Als seine Managerin ihm einen Auftritt in der TV-Show von Jimmy Kimmel besorgt, könnte das für ihn ein großer Schritt in seiner Karriere sein. Die Kimmel-Show wird in Los Angeles aufgezeichnet. Er lebt auf der anderen Seite des Kontinents.

In einer Verzweiflungstat entführt er seinen Sohn und macht sich mit ihm auf einen Roadtrip nach Los Angeles.

Tony Goldwyn erzählt eine herzige Vater-Sohn-Geschichte, wobei Max sich noch kindischer und unverantwortlicher verhält als sein Sohn. Das von Tony Spiridakis auf eigenen Erfahrungen mit seinem autistischen Sohn basierende Drehbuch erzählt die Vater-Sohn-Geschichte humorvoll in den erwartbaren Bahnen mit den erwartbaren, weidlich ausgenutzten Taschentuch-Momenten.

Die Besetzung ist mit Bobby Cannavale, Rose Byrne, Vera Farmiga, Rainn Wilson, Whoopi Goldberg (telefonierend), Robert De Niro (deutlich mehr als ein Cameo)und, nur kurz, Jimmy Kimmel für einen so kleinen Film erstaunlich hochkarätig. Das liegt teilweise an der persönlichen Betroffenheit der Beteiligten und ihrem Wunsch, Verständnis für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen zu wecken. Gleichzeitig sagen sie den betroffenen Eltern, dass sie nicht allein sind.

Ezra – Eine Familiengeschichte“ ist ein Feelgood-Movie, das als Road Movie erstaunlich wenig ‚on the road‘ ist.

Ezra – Eine Familiengeschichte (Ezra, USA 2023)

Regie: Tony Goldwyn

Drehbuch: Tony Spiridakis

mit Bobby Cannavale, William A. Fitzgerald, Rose Byrne, Whoopi Goldberg, Rainn Wilson, Tony Goldwyn, Vera Farmiga, Robert De Niro, Jimmy Kimmel

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Ezra – Eine Familiengeschichte“

Metacritic über „Ezra – Eine Familiengeschichte“

Rotten Tomatoes über „Ezra – Eine Familiengeschichte“

Wikipedia über „Ezra – Eine Familiengeschichte“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 18. September: Don’t worry, weglaufen geht nicht

September 17, 2024

Arte, 20.15

Don’t worry, weglaufen geht nicht (Don’t worry, he won’t get far on foot, USA 2018)

Regie: Gus Van Sant

Drehbuch: Gus Van Sant (nach einer Geschichte von John Callahan und Gus Van Sant & Jack Gibson & William Andrew Eatman)

LV: John Callahan: Don’t worry, he won’t get far on foot, 1989 (Don’t worry, weglaufen geht nicht)

Nach einem Autounfall ist John Callahan fast vollständig gelähmt. Zurück in seiner Heimatstadt Portland, Oregon, säuft er weiter, bis er mit seinem Rollstuhl in ein Treffen der Anonymen Alkoholiker fährt und zu zeichnen beginnt. Seine schwarzhumorigen Cartoons machen ihn weltweit bekannt.

TV-Premiere. Mit etwas Indie-Feeling erzählt Gus Van Sant in seinem konventionellem Biopic, wie John Callahan vom Trinker zum trockenen Alkoholiker wird.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black, Mark Webber, Udo Kier, Carrie Brownstein, Beth Ditto, Kim Gordon

Hinweise

Moviepilot über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Metacritic über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Rotten Tomatoes über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Wikipedia über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Don’t worry, weglaufen geht nicht“

Meine Besprechung von Gus Van Sants „The Sea of Trees – Liebe wird dich nach Hause führen“ (The Sea of Trees, USA 2015)

Meine Besprechung von Gus Van Sants „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ (Don’t worry, he won’t get far on foot, USA 2018)


TV-Tipp für den 17. September: Der Anruf

September 16, 2024

Tele 5, 22,30

Der Anruf (All the old knives, USA 2022)

Regie: Janus Metz

Drehbuch: Olen Steinhauer

LV: Olen Steinhauer: All the old knives, 2015 (Der Anruf)

Vor acht Jahren endete in Wien eine Flugzeugentführung mit dem Tod von allen hundertzwanzig Passagieren. Jetzt soll CIA-Agent Henry Pelham herausfinden, ob seine damalige Kollegin und Freundin Celia Harrison (im Buch Favreau) den Entführern entscheidende Informationen gab. Sie treffen sich in einem Restaurant zu einem Abendessen.

TV-Premiere. Dialoglastiger Agententhriller

mit Chris Pine, Thandiwe Newton, Laurence Fishburne, Jonathan Pryce, Corey Johnson

Wiederholung: Mittwoch, 18. September, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Die Vorlage

 

Olen Steinhauer: Der Anruf

(übersetzt von Friedrich Mader)

Blessing, 2016

272 Seiten

9,99 Euro (E-Book)

Originalausgabe

All the old knives

Minotaur Books, New York, 2015

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Anruf“

Wikipedia über „Der Anruf“

Meine Besprechung von Janus Metz‘ „Borg/McEnroe“ (Borg/McEnroe, Dänemark/Finnland/Schweden 2017)

Meine Besprechung von Olen Steinhauers „Der Anruf“ (All the old knives, 2015)


TV-Tipp für den 16. September: Tote schlafen fest

September 15, 2024

Lief laut meiner nicht hundertprozentig zuverlässigen Buchführung zuletzt 2015:

Arte, 20.15

Tote schlafen fest (The Big Sleep, USA 1946)

Regie: Howard Hawks

Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman

LV: Raymond Chandler: The big sleep, 1939 (Der große Schlaf)

Privatdetektiv Philip Marlowe soll einen Erpresser finden. Zuerst findet er zwei schöne Töchter und viele Leichen.

Unbestritten – neben „Der Malteser Falke“ (der nach meiner Buchführung zuletzt 2010 im TV lief) – der Klassiker unter den Privatdetektiv-Krimis und eines der Meisterwerke des Film Noir.

Im Anschluss, um 22.05 Uhr, läuft „Lauren Bacall – Die diskrete Verführerin“ (Frankreich 2017).

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Elisha Cook Jr., John Ridgely, Martha Vickers, Dorothy Malone, Charles Waldron, Regis Toomey

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Tote schlafen fest“

Wikipedia über „Tote schlafen fest“ (deutsch, englisch), Philip Marlowe (deutsch, englisch) und Raymond Chandler (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Philip Marlowe

Thrilling Detective über Raymond Chandler

Krimi-Couch über Raymond Chandler

Mordlust über Raymond Chandler

Mein Hinweis auf Raymond Chandlers „Das hohe Fenster“ (The High Window, 1942)

Meine Besprechung von Raymond Chandlers „Die Lady im See“ (The Lady in the Lake, 1943)

Meine Besprechung von Leigh Bracketts „Das lange Morgen“ (The Long Tomorrow, 1955)


TV-Tipp für den 15. September: BlacKkKlansman

September 14, 2024

RTL II, 22.30

BlacKkKlansman (BlacKkKlansman, USA 2018)

Regie: Spike Lee

Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott, Spike Lee

LV: Ron Stallworth: Black Klansman, 2014

Ron Stallworth ist in den Siebzigern der erste schwarze Polizist in Colorado Springs. Als er eine Anzeige des Ku Klux Klans entdeckt ruft er dort an und wird auch gleich zu einem Treffen eingeladen. Aufgrund seiner Hautfarbe kann er nicht hingehen. Aber sein jüdischer Kollege Flip Zimmerman kann es. Gemeinsam beginnen sie gegen die weißen Rassisten zu ermitteln.

Spike Lee in Höchstform: er erzählt eine unglaubliche, aber wahre Geschichte mit viel Verve, Wut, satirischen Überspitzungen viel Zeitkolorit.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit John David Washington, Adam Driver, Topher Grace, Laura Harrier, Ryan Eggold, Jasper Pääkkönen, Corey Hawkins, Paul Walter Hauser, Alec Baldwin, Harry Belafone

Hinweise

Moviepilot über „BlacKkKlansman“

Metacritic über „BlacKkKlansman“

Rotten Tomatoes über „BlacKkKlansman“

Wikipedia über „BlacKkKlansman“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „BlacKkKlansman“ (Im Zweifel für die Geschichte!)

Meine Besprechung von Spike Lees „Buffalo Solders ’44 – Das Wunder von St. Anna“ (Miracle at St. Anna, USA/Italien 2008)

Meine Besprechung von Spike Lees “Oldboy” (Oldboy, USA 2013)

Meine Besprechung von Spike Lees „BlacKkKlansman“ (BlacKkKlansman, USA 2018)