TV-Tipp für den 16. September: Mad Max: Fury Road

September 15, 2022

Pro7, 22.20

Mad Max: Fury Road (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nico Lathouris

Mad Max (Tom Hardy) flüchtet mit Imperator Furiosa (Charlize Theron) und einigen Frauen vor Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) durch die Wüste.

Action satt in einer zweistündigen Leistungsschau der Stuntmänner, der Kameraleute und der CGI-Leute. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern war ich nicht so wahnsinnig begeistert von diesem vierten „Mad Max“-Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Nathan Jones, Zoe Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abby Lee, Courtney Eaton

Wiederholung: Samstag, 17. September, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Mad Max: Fury Road“

Metacritic über „Mad Max: Fury Road“

Rotten Tomatoes über „Mad Max: Fury Road“

Wikipedia über „Mad Max: Fury Road“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von George Millers „Three Thousand Years of Longing“ (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Meine Besprechung von George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchiellis „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2; Mad Max: Fury Road – Furiosa 1; Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1, 2015) (Comic-Vorgeschichte zum Film)


Neu im Kino/Filmkritik: David Bowie hat einen „Moonage Daydream“

September 15, 2022

Moonage Daydream“ ist kein konventioneller Dokumentarfilm, der in zwei Stunden chronologisch das Leben eines Künstlers zusammenfasst, sondern ein über zweistündiges gigantisces David-Bowie-Mash-Up, das rudimentär seiner Lebensgeschichte folgt. Es gibt also, ziemlich chronologisch präsentiert, seine Hits. Dazu plündert Brett Morgen („Cobain: Montage of Heck“), mit Erlaubnis vn Bowies Erben, das David-Bowie-Archiv. Er präsentiert neben bekannten Aufnahmen auch bislang unbekannte oder verschollen geglaubte Aufnahmen. Es gibt Konzertmitschnitte, Musikvideos, Privataufnahmen, Talkshowauftritte und Auschnitte aus den Filmen, in denen Bowie mitspielte. Diese Bilder schneidet Morgen munter unter die Songs, was dazu führt, dass auch bei Live-Auftritten Bowies Lippen sich nicht synchron zum Liedtext bewegen. Gleichzeitig wechselt Bowie seine Kostüme und er wird auch mal zwanzig, dreißig Jahre älter oder jünger. Der Erkenntnisgewinn von diesen Bilderschnipseln ist gering. Außer dass Bowie auf der Bühne immer gut aussah.

Dazwischen werden Statements von Bowie als kluge Sätze in den Film hineingeschnitten, ohne dass ersichtlich wird, wann und welchem Zusammenhang sie gesagt wurden. Andere Musiker und Künstler, mit denen Bowie zusammen arbeitete, kommen nicht vor. In „Moonage Daydream“ dreht sich alles um David Bowie. Das geht so weit, dass sogar bei den vielen Konzertschnipseln immer nur Bowie im Bild ist.

So entsteht das Bild eines einsamen, von der Welt isolierten Künstlers. Bowie ist hier wieder der Mann, der vom Himmel fiel. Aus diesem Science-Fiction-Film gibt es mehrere Ausschnitte. Aus anderen Bowie-Filmen, wie „Begierde“ oder „Die Reise ins Labyrinth“, nur einen sekundenlangen Ausschnitt, quasi ein längeres Standbild. Länger ist er allein in einem Boot auf einem Fluss in Asien oder allein beim Malen zu sehen. Einmal geht er, ebenfalls allein, einen Gang hinunter und betritt einen Fahrstuhl.

Ergänzt werden die vielen Bilder von David Bowie von einigen Ausschnitten aus sattsam bekannten Filmklassikern, wie „Metropolis“.

Dieser Bilderbrei ist wie ein YouTube-Abend mit Zufallsauswahl, bei dem jemand einem eine Pistole an die Stirn hält und zum Ansehen von jedem einzelnem Bild zwingt.

Das ist sogar für einen Bowie-Fan eine Tortur. Jedenfalls wenn er mehr als einen ermüdenden David-Bowie-Mash-Up will.

Moonage Daydream (Moonage Daydream, USA 2022)

Regie: Brett Morgen

Drehbuch: Brett Morgen

mit David Bowie

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Moonage Daydream“

Metacritic über „Moonage Daydream“

Rotten Tomatoes über „Moonage Daydream“

Wikipedia über „Moonage Daydream“ und David Bowie (deutsch, englisch).

Homepage von David Bowie

AllMusic über David Bowie

Mein Nachruf auf David Bowie

Meine Besprechung von Brett Morgens „Cobain: Montage Of Heck“ (Kurt Cobain: Montage Of Heck, USA 2015)

Bonus

One! Two! Three! Let’s Rock! Mit David Bowies ungeliebtem, nichtsdestotrotz grandiosem Projekt „Tin Machine“, das auch in „Moonage Daydream“ ignoriert wird. Play it loud.


Neu im Kino/Filmkritik: Gerard Butler begibt sich auf eine „Chase“

September 15, 2022

Als sie auf der Fahrt zu ihren Eltern an einer Tankstelle anhalten, geht Lisa Spann kurz auf die Toilette. Ihr Mann Will, ein mit ihr in Manchester, New Hampshire lebender, gut verdienender Immobilienentwickler, bezahlt nach dem Tanken – und muss entsetzt feststellen, dass Lisa spurlos verschwunden ist. Er informiert die Polizei. Die nimmt sich des Falls mit überschaubarem Engagement auf. Der die Ermittlung leitende Detective Patterson verdächtigt ihn sogar, etwas mit Lisas Verschwinden zu tun zu haben.

Um seine Unschuld zu beweisen und weil er über das träge Ermittlungstempo der Polizei verärgert ist, beginnt Will sie auf eigene Faust zu suchen. Denn trotz Ehekrise liebt er Lisa immer noch und er hat nichts mit ihrem Verschwinden zu tun.

Chase“ ist ein 08/15-Thriller, der eine bekannte Geschichte noch einmal erzählt. Große Überraschungen gibt es nicht, wenn Gerard Butler sich durch das US-amerikanische Hinterland kloppt und ballert.

Eigentlich ist „Chase“ kein Film fürs Kinos, sondern für den gemütlichen Heimkinoabend des genügsamen Actionfans, der sich nicht noch einmal eine der vielen besseren Versionen dieser Geschichte ansehen will. „R. I. F. – Ich werde dich finden!“ (der am Sonntag, den 17. September, um 22.00 Uhr, am Dienstag, den 20. September, um 23.10 Uhr und am Samstag, den 23. September, um 00.25 Uhr von dem TV-Sender One gezeigt wird) wäre hier zu nennen; vor allem weil ich beim Lesen der Synopse spontan dachte, „Chase“ sei ein Remake von „R. I. F. – Ich werde dich finden!“. Ist es nicht. „Chase“ ist eine eigenständige Geschichte. „Breakdown“, „Spurlos verschwunden“ und das fünf Jahre später entstandene US-Remake „Spurlos“ könnten ebenso genannt werden. Neben mindestens einem Dutzend weiterer Filme, die die Geschichte der spurlos verschwundenen Ehefrau packender erzählen und in denen zwischem ihrem Verschwinden und der Erklärung für ihr Verschwinden nur wenige Stunden vergehen.

Chase (Last seen alive, USA 2022)

Regie: Brian Goodman

Drehbuch: Marc Frydman

mit Gerard Butler, Jaimie Alexander, Russell Hornsby, Ethan Embry, Michael Irby, Cindy Hogan, Bruce Altman

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Chase“

Rotten Tomatoes über „Chase“

Wikipedia über „Chase“ 


TV-Tipp für den 15. September: Lösegeld

September 14, 2022

Servus TV, 20.15

Lösegeld (Rapt, Frankreich/Belgien 2009)

Regie: Lucas Belvaux

Drehbuch: Lucas Belvaux

Ein Industrieller wird entführt – und noch ehe das Lösegeld bezahlt wird, werden immer mehr schmutzige Details über ihn bekannt. Das beeinflusst selbstverständlich auch die Verhandlungen.

„Spannender, gut gespielter Thriller“ (Lexikon des internationalen Films), der für vier Césars nominiert war (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin).

mit Yvan Attal, Anne Consigny, André Marcon, Francoise Fabian, Alex Descas

Wiederholung: Freitag, 16. September, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Lösegeld“

Rotten Tomatoes über „Lösegeld“

Wikipedia über „Lösegeld“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Lucas Belvaux‘ „Das ist unser Land!“ (Chez nous, Frankreich/Belgien 2017) und der DVD


Neu im Kino/Filmkritik: Julia Roberts und George Clooney nehmen ein „Ticket ins Paradies“

September 14, 2022

David und Georgia Cotton sind bereits seit Jahren geschieden, aber ihre gemeinsame Tochter bringt sie immer wieder zusammen. Zum Beispiel bei ihrer Abschlussfeier oder zur Hochzeit. Denn nach dem Abschluss ihres Jurastudiums flog Lily mit ihrer besten Freundin und einem Stapel Bücher (die fortan im Film keine Rolle mehr spielen) nach Bali. Dort verliebt sie sich sofort unsterblich in Gede, einen Algenbauern.

Einige Tage später lädt sie ihre Eltern zur Hochzeit ein. Schon auf dem Hinflug beschließen David und Georgia alles zu tun, damit ihre Tochter nicht den gleichen Fehler begeht, den sie ihrer Heirat begingen. Sie wollen die Hochzeit verhindern. Auch mit schmutzigen Tricks. Spätestens jetzt kann man sich die weitere Story dieser RomCom ausmalen.

Diese Vorhersehbarkeit ist nicht das größte Problem des Film. Schließlich sollen Menschen genau wegen dieser RomCom-Story ins Kino gehen, einige Male lachen und viele Taschentücher verbrauchen bis das Liebespaar sich am Ende in die Arme fällt. Dann ist eine weitere Packung Tempo-Taschentücher fällig. Wenn das gut gemacht ist, entsteht ein Film wie „Pretty Woman“.

Außerdem hat Ol Parker („Mamma Mia! Here we go again“) einige sympathische Schauspieler und einen fotogenen Drehort. Gedreht wurde allerdings nicht in Bali, sondern in Australien in Queensland. Nur ein Drehbuch hat Parker nicht, oder, wenn doch, wurde es während des Drehs ignoriert zugunsten von Improvisationen und viel Spaß am Set.

Besonders Julia Roberts und George Clooney amüsieren sich glänzend. Sie sind miteinander befreundet und spielten bereits in mehreren Filmen zusammen. Zuletzt 2016 in dem Thriller „Money Monster“.Roberts ist sympathisch wie immer. Clooney grimassiert sich dagegen erstaunlich unsubtil durch den Film.

Die Story selbst besteht aus läppischen Sabotageakten von David und Georgia, uralten Südsee-Klischees über sympathische Einheimische, fotogene Strände und gefährliche Tempel, verkorksten Witzen und lieblos behandelten Nebenfiguren.

Schnell und erstaunlich zielsicher steuert diese RomCom in Richtung Totalkatastrophe.

Ticket ins Paradies (Ticket to Paradise, USA 2022)

Regie: Ol Parker

Drehbuch: Ol Parker, Daniel Pipski

mit George Clooney, Julia Roberts, Kaitlyn Dever, Maxime Bouttier, Lucas Bravo, Billie Lourd

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Ticket ins Paradies“

Metacritic über „Ticket ins Paradies“

Rotten Tomatoes über „Ticket ins Paradies“

Wikipedia über „Ticket ins Paradies“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 14. September: Flightplan – Ohne jede Spur

September 13, 2022

Kabel Eins, 20.15

Flightplan – Ohne jede Spur (Flightplan, USA 2005)

Regie: Robert Schwentke

Drehbuch: Peter A. Dowling, Billy Ray

Kyle fliegt mit ihrer sechsjährigen Tochter von Deutschland in die USA. Als sie im Flugzeug nach einem Nickerchen aufwacht, ist ihre Tochter verschwunden und alle behaupten, ihre Tochter niemals gesehen zu haben. Kyle beginnt sie in dem riesigen Flugzeug zu suchen.

Robert Schwentkes erster Hollywood-Film: ein von der Kritik nicht so geliebter, an der Kinokasse erfolgreicher Thriller. Spannende Unterhaltung

mit Jodie Foster, Peter Sarsgaard, Sean Bean, Marlene Lawston, Erika Christensen, Michael Irby

Wiederholung: Donnerstag, 15. September, 02.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Flightplan“

Wikipedia über „Flightplan“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Robert Schwentkes „Die Bestimmung – Insurgent“ (The Divergent Series: Insurgent, USA 2015)

Meine Besprechung von Robert Schwentkes „Die Bestimmung – Allegiant“ (The Divergent Series: Allegiant, USA 2016)

Meine Besprechung von Robert Schwentkes „Der Hauptmann“ (Deutschland/Frankreich/Polen 2017 – der ist, im Vergleich zu seinen Hollywood-Werken und trotzt aller Probleme, wirklich sehenswert)

Meine Besprechung von Robert Schwentkes „Snake Eye: G.I. Joe Origins“ (Snake Eyes: G.I. Joe Origins, USA 2021)


Cover der Woche – und R. i. P. Jean-Luc Godard

September 13, 2022

R. i. P. Jean Luc Godard ( 3. Dezember 1930, Paris – 13. September 2022, Rolle/Schweiz)

Anstatt eines schnell geschriebenen länglichen biographischen Nachrufs poste ich einfach den Anfang meiner ausführlichen Besprechung von Bert Rebhandls lesenswerter Biographie über Jean-Luc Godard:

Jean-Luc Godard, geboren am 3. Dezember 1930 in Paris

Regisseur von „Außer Atem“, Begründer der Nouvelle Vague

lebt seit Jahrzehnten, zusammen mit Anne-Marie Miéville, zurückgezogen und produktiv, in der Schweiz in der Kleinstadt Rolle am Genfersees

So könnte Jean-Luc Godards Leben in drei Zeilen aussehen. Nichts davon ist falsch. Nichts davon verrät, warum Godard noch heute, sechzig Jahre nachdem „Außer Atem“ seine Premiere hatte und über fünfzig Jahre nachdem er sich vom normalen Kinobetrieb abwandte, ein immer noch weithin bekannter Name ist. Mit Godard verbindet jeder irgendetwas und hat sogar ein Bild von ihm im Kopf.

Godard gehörte in den fünfziger Jahren in Paris zu einem Kreis filmbegeisterter junger Männer, die in der Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ lautstark über ihre Liebe zum Film und zu bestimmten Regisseuren schrieben und später selbst Regisseure wurden. Zu diesem Kreis gehören, neben Godard, François Truffaut, Éric Rohmer, Claude Chabrol und Jacques Rivette.

In den Sechzigern drehte Godard nach seinem umjubeltem Spielfilmdebüt „Außer Atem“ mit einem ähnlichen Arbeitstempo wie wenig später in Deutschland Rainer Werner Fassbinder. Fast jeder dieser Godard-Filme gehört noch heute zum Godard-Kanon (ich zögere, sie Klassiker zu nennen, weil ich mit solchen Worten sparsam umgehe und weil bei einigen dieser Filme der Titel und ein Image bekannter als der ganze Film sind). Bis 1968 drehte er „Der kleine Soldat“, „Eine Frau ist eine Frau“, „Die Geschichte der Nana S.“, „Die Karabinieri“, „Die Verachtung“, „Die Außenseiterbande“, „Eine verheiratete Frau“, „Lemmy Caution gegen Alpha 60“ (Alphaville), „Elf Uhr nachts“ (Pierrot le fou), „Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola“, „Made in U.S.A.“, „Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß“, „Die Chinesin“, „Weekend“ und „Eins plus Eins“ (One plus One/Sympathy for the Devil).

Schon in diesen Jahren wurden seine Filme immer politischer und experimenteller. 1968, nach „Eins plus Eins“ verabschiedete er sich als Regisseur vom Kino. In den nächsten Jahren arbeitete er auch im Kollektiv. Teils verschwand sein Name hinter einer Gruppenidentität in der Anonymität. Dazu gehören die Flugblattfilme, die auf politischen Veranstaltungen gezeigt wurden. Er identifizierte sich mit den Anliegen der 68er. Gleichzeitig begann er mit der Videotechnik zu experimentieren. Außerdem arbeitete er für das Fernsehen. Zum Beispiel 1976 mit der 13-teiligen TV-Serie „Six fois deux, sur et sous la communication“ und, zwei Jahre später, mit der 12-teiligen TV-Serie „France, tour, détour, deux enfants“. Diese Arbeiten sind fast unbekannt.

Erst in den Achtzigern kehrte Godard wieder zurück ins Kino. „Rette sich, wer kann“, „Passion“, Vorname Carmen“ (seine sehr freie Version von Prosper Mérimées Novelle „Carmen“) , „Maria und Joseph“ (seine skandalumwitterte Interpretation der aus der Bibel bekannten Geschichte von Maria und Joseph von Nazaret), „Détective“ und „Nouvelle Vague“ sind seine bekanntesten Filme aus dieser Zeit. Teils spielten, wie schon bei seinen Filmen aus den Sechzigern, Stars mit. Eigentlich nie gab es eine nacherzählbare Geschichte. Es ging eher um die Idee einer Geschichte, die es ihm ermöglicht, seine Gedanken zu entfalten. Beides diente als vernachlässigbares Korsett und als willkommener Anlass, das zahlende Publikum ins Kino zu bringen, und es dort mit philosophischen Gedanken, Geistesblitzen, Assoziationen und Humor zu belästigen. Jean-Luc Godard inszenierte sich gleichzeitig als Narr und Klugscheißer, der munter mit seinem Wissen protzte.

In seinen letzten Filme, wie jüngst „Bildbuch“, versuchte der wie ein Eremit lebende Godard überhaupt nicht mehr, ein großes Publikum anzusprechen. Wer sich allerdings auf den assoziativen Strom von Bildern und Gedanken einlässt, wird immer ein, zwei Goldstücke finden. Nur der Spaß, den wir mit Jean-Paul Belmondo und Anna Karina in „Pierrot le fou“ oder mit der „Außenseiterbande“ hatten, ist in seinen experimentellen Essayfilmen verschwunden.

Hinweise

Rotten Tomatoes über Jean-Luc Godard

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (À bout de souffle, Frankreich 1960)

Meine Besprechung von Bert Rebhandls „Jean-Luc Godard – Der permanente Revolutionär“ (2020)

Jean-Luc Godard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. September: Rächer der Enterbten

September 12, 2022

Servus TV, 22.15

Rächer der Enterbten (The true story of Jesse James, USA 1956)

Regie: Nicholas Ray

Drehbuch: Walter Newman (nach dem Drehbuch für den Film „Jesse James“ von Nunnally Johnson)

Die Geschichte von Jesse James, der im Wilden Westen ein berüchtigter Bankräuber war. „…denn sie wissen nicht, was sie tun“-Regisseur Nicholas Ray hatte einen experimentelleren Film geplant. Das Studio verlangte eine konventionelle, chronologisch erzählte Version. Der so entstandene Western ist vor allem etwas für die Nicholas-Ray-Komplettisten.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Robert Wagner, Jeffrey Hunter, Hope Lang, Agnes Moorehead, Alan Hale, Biff Elliot, Anthony Ray, Alan Baxter, John Carradine

Wiederholung: Mittwoch, 14. September, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rächer der Enterbten“

Wikipedia über „Rächer der Enterbten“

Meine Besprechung von Nicholas Rays „Rächer der Enterbten“ (The true story of Jesse James, USA 1956)


„Kains Knochen“, kein Lesebuch, sondern ein Rätselbuch

September 12, 2022

Das ist ein Buch für die Menschen, die gerne Rätsel lösen. In diesem Fall besteht das Rätsel aus hundert Seiten bzw. Absätzen. In der richtigen Reihenfolge erzählen die Absätze eine Kriminalgeschichte, in der sechs Menschen sterben.

Das Problem ist, die Seiten und damit die Morde in die richtige Reihenfolge zu bringen.

Es gibt nämlich unglaublich viele Möglichkeiten, die Seiten hintereinander anzuordnen. Aber nur eine Reihenfolge ist die richtige Reihenfolge.

Ersonnen wurde das Rätsel von Edward Powys Mathers, dem Kreuzworträtselschreiber des Observer. Er führte in England die Kreuzworträtsel ein, bei denen um die Ecke gedacht werden muss. Sein Pseudonym war Torquemada. Unter diesem Namen veröffentlichte er 1934 „The Torquemada Puzzle Book“, eine Auswahl seiner Rätsel und „Kains Knochen“.

Damals wurden 15 Pfund Sterling ausgeschrieben für die erste Person, die die Lösung kennt. 2019 wurde das Rätsel wieder veröffentlicht und ein Preisgeld von 1.000 Pfund ausgelobt.

Insgesamt wurde das Rätsel bis jetzt nur von drei Menschen gelöst. Zwei als der Preis 1934 ausgelobt wurde, einer 2019. Und keiner hat die Lösung verraten.

Jetzt veröffentlichte der Suhrkamp Verlag das Rätsel auf Deutsch und lobte ein Preisgeld von 1000 Euro aus. Der Wettbewerb endet am 30. September 2023. Gewinner ist, so der Suhrkamp Verlag, analog zu den englischen Wettbewerbsbedingungen, wer als Erster „die vollständigen Namen der Ermordeten, ihre jeweiligen Mörder und die richtige Reihenfolge der Seiten mitgeteilt und uns erläutert hat, wie sie oder er zu der Lösung gekommen ist.“

Tja, nun, dann: fröhliches Rätseln!

Der letzte Gewinner hat zum Lösen des Rätsels vier Monate und einen Coronavirus-Lockdown gebraucht.

Torquemada: Kains Knochen – Das schwerste kriminalistische Rätsel der Welt

(übersetzt von Henry McGuffin)

Suhrkamp, 2022

210 Seiten

13 Euro

Originalausgabe/Neuausgabe

Cain’s Jawbone

Unbound, London, 2019

Erstausgabe

Victor Gollancz Ltd., 1934

Hinweise

Suhrkamp über „Kains Knochen“

Wikipedia über „Kains Knochen“ und Edward Powys Mathers


TV-Tipp für den 12. September: Stavisky

September 11, 2022

Arte, 21.30

Stavisky (Stavisky, Frankreich/Italien 1974)

Regie: Alain Resnais

Drehbuch: Jorge Semprún

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter, fast unbekannter Belmondo-Film aus seiner kommerziellen Phase. Zwischen all die sicheren Kassenhits schob er einen Film, der eigentlich auch ein Kassenhit hätte werden können. Nämlich ein 1933/34 spielendes, auf einem wahren Skandal basierendes Politdrama. Im Zentrum steht der titelgebende Finanzjongleur und Hochstapler Alexandre Stavisky (Jean-Paul Belmondo). Mit seinen Finanzmanipulationen gefährtet er die französische Regierung gefährdet und stirbt unter ungeklärten Umständen.

Stavisky“ war der erste Film von Belmondos Produktionsfirma. Und ein ziemlicher Flop an der Kinokasse. Der Grund dafür war, wenn die Kritiken stimmen, nicht die mangelnde Qualität des Films oder dass er ’schlecht‘ ist, sondern dass er zu gut, zu komplex, zu anspruchsvoll ist. Also dass es sich um einen wirklich gelungenen Film handelt.

Anschließend zeigt Arte um 23.25 Uhr die brandneue, einstündige Doku „Alain Resnais: Ein neues Kino wagen“.

Zu Alain Resnais‘ weiteren Filmen gehören „Hiroshima, mon amour“, „Letztes Jahr in Marienbad“ (L’Année dernière à Marienbad) und „Das Leben ist ein Chanson“ (On connaît la chanson).

mit Jean-Paul Belmondo, François Périer, Anny Duperey, Michael Lonsdale, Claude Rich, Charles Boyer, Gérard Depardieu

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Stavisky“

Wikipedia über „Stavisky“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 11. September: I, Tonya

September 10, 2022

RTL II, 22.25

I, Tonya (I, Tonya, USA 2017)

Regie: Craig Gillespie

Drehbuch: Steven Rogers

Schön schwarzhumorige, auf wahren Ereignissen basierende Satire auf den American Way of Life: White-Trash-Eiskunstläuferin Tonya Harding kämpft um ihren Platz auf dem Siegerpodest. Nicht immer mit legalen Mitteln.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney, Julianne Nicholson, Paul Walter Hauser, Bobby Cannavale, Bojana Novakovic, Caitlin Carver, Maizie Smith, Mckenna Grace

Hinweise

Moviepilot über „I, Tonya“

Metacritic über „I, Tonya“

Rotten Tomatoes über „I, Tonya“

Wikipedia über „I, Tonya“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „I, Tonya“

Meine Besprechung von Craig Gillespies „Fright Night“ (Fright Night, USA 2011)

Meine Besprechung von Craig Gillespies „I, Tonya“ (I, Tonya, USA 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: Für Cédric Klapisch ist „Das Leben ein Tanz“ voller Möglichkeiten

September 10, 2022

Elise Gautier ist jung. Sie tanzt durch das Leben. Als Balletttänzerin. Und sie steht kurz vor dem großen Durchbruch. Da sieht sie während einer Aufführung von „La Bayadère“ (Die Tempeltänzerin), wie ihr Freund sie mit einer anderen Tänzerin betrügt. Kurz darauf stürzt sie auf der Bühne unglücklich. Sie verletzt sich am Knöchel.

Ihre Ärztin empfiehlt ihr eine zweijährige Auszeit. In dieser Zeit kann die Verletzung am Knöchel vollständig heilen. Elise will diesen Ratschlag nicht akzeptieren. Sie ist jetzt 26 Jahre. Sie muss jetzt tanzen. In zwei Jahren, mit dann fast dreißig Jahren, ist sie zu alt.

Trotzdem und notgedrungen, weil sie im Moment kaum gehen, geschweige denn Tanzen kann, nimmt sie eine Auszeit. Der Koch Loïc und seine Freundin nehmen sie mit zu einem in der Bretagne liegendem Künstlerwohnheim. Dort hilft sie ihnen etwas beim Kochen und beobachtet die anderen Künstler, die in der Herberge einige Zeit verbringen. Unter anderem ein Tanzensemble, das nicht klassisches Ballett, sondern modernes Ballett tanzt.

Es ist die renommierte (real existierende) Hofesh Shechter Dance Company. Sie probt ihr Stück „Political Mother: The Choreographer’s Cut“. Hofesh Shechter bietet Elise an, mit ihnen zu tanzen.

1961. Das ist wahrscheinlich die erstaunlichste Zahl bei Cédric Klapischs neuem Film „Das Leben ein Tanz“. 1961 wurde Klapisch geboren. Er ist jetz in dem Alter, in dem andere Regisseure Filme über Eltern und ihre Probleme mit ihren erwachsenen Kindern oder über den Tod des geliebten Partners und die darauf folgende Trauer oder über das Ende des Arbeitslebens und den Ruhestand erzählen. Es sind Filme für Gleichaltrige, die die Jahre bis zu ihrer Beerdigung zählen und in denen sie sich wehmütig an ihre Jugend erinnern.

Nicht so bei Cédric Klapisch. Sein Film ist durch und durch jugendlich. Er versprüht die Kraft und den Optimismus der Jugend. Es geht darum, Chancen zu ergreifen und seinem Leben eine neue Richtung geben.

Gleichzeitig ist „Das Leben ein Tanz“ ein fulminanter Ballettfilm. Zuerst porträtiert Klapisch ausführlich die Welt des klassischen Balletts. Mit vielen Balletttänzern. Auch Elise wird von einer Tänzerin gespielt. Marion Barbeau ist seit 2018 ist Erste Tänzerin des

Balletts der Opéra National de Paris. „Das Leben ein Tanz“ ist ihr Schauspieldebüt. Danach, in dem Künstlerhotel, zeigt Klapisch eine ganz andere, von ihm ebenfalls geliebte Art des Balletts. Elise, die auf das klassische Ballett schwört, lehnt das moderne Ballett als mindere Tanzform zunächst heftig ab. Dann beobachtet sie das Ensemble, wird zum Mittanzen eingeladen und tanzt, zunächst zögernd, mit. Klapisch verlässt sich in den Szenen darauf, dass das Zeigen des modernen Tanzes auch beim Zuschauer ausreicht, um zu verstehen, wie Elise ihre Meinung ändert und was sie im modernen Ballett entdeckt. Außer der Freude, sich wieder bewegen zu können. Mit Mehdi, in den sie sich auch verliebt.

Neben den ausführlich gezeigten Tanzszenen, umgibt Klapisch Elise von einem Ensemble sympathischer Figuren. Das sind, vor allem, Loïc, der sie bekocht, sich immer wieder heftig mit seiner Freundin streitet und versöhnt, die Herbergsmutter Josiane, deren Talent darin besteht, Künstlern einen Ort für Kreativität zu geben, Elises verständnisvoller New-Age-Psychotherapeut Yann, der unsterblich in Elise verliebt ist und die seine Gefühle ignoriert, und Elises Vater, der als Witwer mit drei erwachsenen Töchtern, immer noch an erster Stelle Anwalt und Büchernarr ist.

Das macht „Das Leben ein Tanz“ zu einer wunderschönen Liebeserklärung an das Ballett und einem lebensbejahendem und witzigem Musical.

Das Leben ein Tanz (En Corps, Frankreich 2022)

Regie: Cédric Klapisch

Drehbuch: Cédric Klapisch, Santiago Amigorena

mit Marion Barbeau, Hofesh Shechter, Denis Podalydès, Muriel Robin, Pio Marmaï, François Civil, Souheila Yacoub, Mehdi Baki

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Das Leben ein Tanz“

AlloCiné über „Das Leben ein Tanz“

Rotten Tomatoes über „Das Leben ein Tanz“ (aktuell noch keine Kritiken)

Wikipedia über „Das Leben ein Tanz“

Meine Besprechung von Cédric Klapischs „Einsam Zweisam“ (Deux moi, Frankreich 2019)


TV-Tipp für den 10. September: Tatort: Taxi nach Leipzig

September 9, 2022

NDR, 23.15

TATORT: Taxi nach Leipzig (Deutschland 1970)

Regie: Peter Schulze-Rohr

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig, 1970

An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.

Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war.

Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.

Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht

Hinweise

Wikipedia über „Tatort: Taxi nach Leipzig“

Das Erste über den „Tatort“

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“ (2009)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Yuri Ancaranis „Atlantide“

September 9, 2022

Sie rasen im selbstmörderischen Tempo in hochgetunten Motorbooten durch die Lagune von Venedig. Zwischen diesen Jungen gibt es einen Wettbewerb, wer am schnellsten Fahren kann. Der aktuelle Rekord mit einen Barchini, das offiziell keine zehn Stundenkilometer fahren darf, liegt bei über achtzig Stundenkilometern. Daniele will noch schneller fahren.

Wenn die spärlich bekleideten Jungs nicht gerade durch die Lagune brettern, fahren sie durch die Kanäle von Venedig. Tags. Nachts. Oder sie veranstalten in einer Ruine mit Blick auf das Wasser eine Techno-Disco.

Yuri Ancarani beobachtet das eher lethargische Treiben der Jungen und ihrer Mädchen. Er ist ein Videokünstler, der bereits mehrere dokumentarische Kurzfilme und den längeren Dokumentarfilm „Die Herausforderung“ (The Challenge, 2016), über die in Katar von vermögenden Scheichs ausgeübte Falkenjagd, drehte.

In seinem neuen Film „Atlantide“ interessiert er sich für eine andere Gemeinschaft. Nämlich die der in der Lagune von Venedig Barchini fahrenden Jugendlichen. Über mehrere Jahre begleitete Ancarani sie und ließ dabei die Kamera laufen. Der so entstandene Film ist dann ein nicht erzählender, eher dokumentarischer als fiktionaler Film.

Ancanari inszeniert die jungen Italiener, die von ihrem Habitus an das von Pier Paolo Pasolini vor Jahrzehnten porträtierte Subproletariat erinnern, vor allem als Körper. Er beobachtet sie, wenn sie sich in der Sonne langweilen. Er lässt sie reden. Er sitzt im Boot, wenn sie endlos durch Venedig und die Lagune fahren und dabei Eurotechno hören. Dabei bleiben sie Gesichter, über die wir nichts erfahren. Auch weil sie, wenn sie reden, sich nur über Banalitäten unterhalten und genausogut schweigend in ihren Booten sitzen könnten.

Atlantide“ beschreibt einen unklaren Zustand, ohne Vergangenheit und Zukunft. Es ist eine Momentaufnahme; meist mit videoclipartig überhöhten Bildern. Wer sich darauf einlassen kann, wird einen sogartigen Musikclip sehen. Wer sich, auch weil ihn die Musik nicht anspricht, nicht darauf einlassen kann, wird sich elendig langweilen über diese gut zweistündige Präsentation von Oberfläche, die in einem Museum als Installation nicht fehlplatziert wäre.

Atlantide (Atlantide, Italien/Frankreich/USA/Katar 2021)

Regie: Yuri Ancarani

Drehbuch: Yuri Ancarani

mit Daniele Barison, Bianka Berényi, Maila Dabalà, Alberto Tedesco, Jacopo Torcellan

Länge: 104 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Atlantide“

Metacritic über „Atlantide“

Rotten Tomatoes über „Atlantide“

Wikipedia über „Atlantide“ (deutsch, italienisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Hive“, eine wahre Geschichte aus dem Kosovo

September 9, 2022

In ihrem Spielfilmdebüt erzählt Blerta Basholli die Geschichte von Fahrije Hoti, einer im Kosovo lebenden Frau. 1999, nach dem Ende des Kosovo-Krieges, ist ihr Mann vermisst; wahrscheinlich ist er tot. In jedem Fall muss die zweifache Mutter ihre Familie versorgen. Und dafür wird sie Unternehmerin. Sie beginnt den hausgemachten Ajvar, eine Paprikapaste, in einem Supermarkt zu verkaufen. In der patricharchlischen Dorfgemeinschaft stößt das vor allem bei den Männern auf erbitterten, auch gewalttätigen Widerstand. Die Frauen des Dorfes, die vor ähnlichen Problemen wie Fahrije stehen, sehen in Fahrijes Unternehmen schnell die Chance, dringend für ihre Familien benötigtes Geld zu verdienen.

Und so wird, gegen zahlreiche Widerstände, schnell aus einem Ein-Frau-Betrieb ein expandierendes Gewerbe.

Hive“ endet mit mehreren Bildern von Fahrije Hoti und den anderen Frauen aus dem Dorf, die mit ihr die Paprikaste herstellten. In dem Moment dachte ich, dass ich lieber einen Dokumentarfilm gesehen hätte über Fahrije Hoti, wie sie ihre Frauengenossenschaft gegen Widerstände aufbaute, expandierte und zu einer im Land bekannten Kämpferin für Frauenrechte wurde. Heute beschäftigt sie fünfzig Frauen und die Genossenschaft stellt über vierzig verschiedene Produkte her.

Basholli erzählt Fahrijes Geschichte nah an den Fakten, chronologisch, etwas bieder, sehr ernsthaft und immer nah an den Figuren, vor allem an Fahrije. Der zeitgeschichtliche Hintergrund, der Kosovo-Krieg, wird nicht vertieft. Er ist für alle präsent. Die Frauen sind Witwen oder ihre Männer gelten als vermisst.

Stattdessen werden die gesellschaftlichen Strukturen, gegen die Fahrije sich wehrt, ständig thematisiert. Es ist eine patriarchalische Gesellschaft, die immer noch an überkommenen Traditionen, wie dem Mann als Ernährer der Familie, festhält. Bis die Frauen nicht mehr mitmachen.

Hive (Hive, Kosovo/Albanien/Nordmazedonien/Schweiz 2021)

Regie: Blerta Basholli

Drehbuch: Blerta Basholli

mit Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha

Länge: 84 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Hive“

Metacritic über „Hive“

Rotten Tomatoes über „Hive“

Wikipedia über „Hive“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 9. September: James Bond 007: Stirb an einem anderen Tag

September 8, 2022

Vox, 22.15

James Bond: Stirb an einem anderen Tag (Die another day, USA/Großbritannien 2002)

Regie: Lee Tamahori

Drehbuch: Neal Purvis, Robert Wade

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: Raymond Benson: Die Another Day, 2002

Nachdem James Bond kurzzeitig von M gefeuert wird, darf er wieder die Welt retten. Aktuelle Schauplätze sind Nordkorea, Hongkong, Kuba, London und Island.

Vierter und letzter Bond-Film mit Pierce Brosnan, der sich nicht sonderlich von den vorherigen unterscheidet: kurzweiliges Popcornkino für die ganze Familie.

Mit Pierce Brosnan, Halle Berry, Rick Yune, Judi Dench, John Cleese, Toby Stephens, Michael Madsen, Rosamund Pike, Michael G. Wilson, Madonna

Hinweise

Rotten Tomatoes über “James Bond: Stirb an einem anderen Tag”

Wikipedia über “James Bond: Stirb an einem anderen Tag” (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Lee Tamahoris „Mahana – Eine Maori-Saga“ (Mahana, Neuseeland/Australien 2016)


Impressionen aus Berlin: François Ozon in Berlin

September 8, 2022

François Ozon, hier zusammen mit Stefan Crepon (der im Film Karl spielt), eröffnete am 8. September 2022 im Delphi Kino das diesjährige Queer Film Festival mit seinem Film „Peter von Kant“, seiner freien Bearbeitung von Rainer Werner Fassbinders „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“.

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Orphan: First Kill“ als Esther Albright

September 8, 2022

Der Titel lässt es schon erahnen: „Orphan: First Kill“ erzählt eine Vorgeschichte und damit ist auch klar, wer überlebt.

Das titelgebende Waisenkind ist Esther und im Gegensatz zum ersten Film, in dem ihre Identität erst gegen Ende als große Überraschung enthüllt wird, wird uns das hier gleich in den ersten Minuten, die 2007 in Estland im Saarne Institut spielen, verraten. Esther, die in diesem Moment unter ihrem Geburtsnamen Leena Klammer in der Anstalt lebt, sieht aus wie ein Kind, ist aber eine 31-jährige Frau, die ihre Umgebung manipuliert und wegen schlimmer Verbrechen in der Anstalt sitzt.

Ihr gelingt der Ausbruch.

In einer Vermisstenanzeige bemerkt sie eine gewisse Ähnlichkeit zwischen ihr und der vor vier Jahren in den USA spurlos verschwundenen Esther Albright. Sogar das Alter würde passen. Also nimmt sie Esthers Identität an und kommt nach Darien, Connecticut, wo Esthers Familie sie herzlich aufnimmt.

Kurz darauf bemerkt sie, dass sie sich nicht in eine harmlose, begüterte Heile-Welt-Familie eingeschlichen hat.

Wie misslungen „Orphan: First Kill“ ist, liegt daran, ob man den Horrorthriller mit dem Original oder Willam Brent Bells vorherigen Filmen vergleicht.

Jaume Collet-Serra inszenierte 2009 das Original „Orphan – Das Waisenkind“. Damals spielten Vera Farmiga und Peter Sarsgaard das Ehepaar, das die neunjährige Waise Esther adoptiert und sich den Teufel ins Haus holt. Isabelle Fuhrman spielte damals und jetzt im Prequel Esther.

Nach dem Horrorthriller inszenierte Collet-Serra mehrere gelungene Actionthriller mit Liam Neeson. Sein neuester Film ist, mit Dwayne Johnson, der Ende Oktober startende DC-Superheldenfilm „Black Adam“.

Orphan – Das Waisenkind“ war als Einzelfilm gedacht. Und, obwohl er inzwischen Kultstatus hat, hat eigentlich niemand eine Fortsetzung erwartet. Einmal weil Esther am Ende des Films tot ist (wobei gestandene Horrorfilmfans wissen, dass das kein Hindernis für weitere Filme ist); einmal weil seit dem Originalfilm über zehn Jahre vergangen sind.

Verglichen mit „Orphan – Das Waisenkind“ ist „Orphan: First Kill“ dann eine ziemlich läppische Wiederholung des Originals in einer anderen Familie – Julia Stiles und Rossif Sutherland spielen die Eltern, Matthew Finlan ihren gerade so erwachsenen Sohn – und einem vorhersehbarem Ende. Schließlich ist Esther in dem chronologisch danach spielendem Film noch quicklebendig.

Aber Collet-Serra hat mit „Orphan: First Kill“ nichts zu tun.

Deshalb sollte „Orphan: First Kill“ vielleicht besser mit den vorherigen Filmen von William Brent Bell verglichen werden. Das sind unter anderem die Horrorfilme „The Boy“ und „Brahms: The Boy II“. Beides sind keine besonders gruseligen Filme. „Orphan: First Kill“ schließt sich nahtlos daran an. Nur dass es sich dieses Mal um einen vergessenswerten, erstaunlich schlecht aussehenden Horrorthriller handelt.

Dabei hätte man aus den Geheimnissen der Familie Albright und wie sie sie beschützen wollen, durchaus einen spannenden Thriller und ein bis zum letzten Moment spannendes Duell irgendwo zwischen Psychoduell und Gewaltexzess machen können.

Blöderweise wird „Orphan: First Kill“ genug Geld einspielen, um uns irgendwann demnächst die Geschichte von Esthers Morden als Leena Klammer und wie sie in das Saarne Institut gekommen ist, zu erzählen.

P. S.: Tele 5 zeigt am Samstag, den 10. September, um 22.25 Uhr und am Montag, den 12. September, um 23.20 Uhr das von Jaume Collet-Serra inszenierte Original „Orphan – Das Waisenkind“.

Orphan: First Kill (Orphan: First Kill, USA 2022)

Regie: William Brent Bell

Drehbuch: David Coggeshall, David Leslie Johnson-McGoldrick (nach einer Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick und Alex Mace)

mit Isabelle Fuhrmann, Julia Stiles, Rossif Sutherland, Hiro Kanagawa, Matthew Finlan, Samantha Walkes, Dave Brown

Länge: 99 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Orphan: First Kill“

Metacritic über „Orphan: First Kill“

Rotten Tomatoes über „Orphan: First Kill“

Wikipedia über „Orphan: First Kill“

Meine Besprechung von William Brent Bells „The Boy“ (The Boy, USA 2016)

Meine Besprechung von William Brent Bells „Brahms: The Boy II“ (Brahms: The Boy II, USA 2020)


TV-Tipp für den 8. September: Die geliebten Schwestern

September 7, 2022

RBB 23.45

Die geliebten Schwestern (Deutschland/Österreich 2014)

Regie: Dominik Graf

Drehbuch: Dominik Graf

Dominik Grafs wunderschöner Film über die Beziehung von Friedrich Schiller zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld.

Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung.

Der RBB zeigt die Lang- bzw. Berlinale-Fassung.

mit Hannah Herzsprung, Florian Stetter, Henriette Confurius, Claudia Messner, Ronald Zehrfeld, Maja Maranow, Anne Schäfer, Andreas Pietschmann, Michael Wittenborn

Hinweise

Filmportal über „Die geliebten Schwestern“

Moviepilot über „Die geliebten Schwestern“

Metacritic über „Die geliebten Schwestern“

Rotten Tomatoes über „Die geliebten Schwestern“

Wikipedia über Friedrich Schiller und über „Die geliebten Schwestern“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“ (2009)

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“ (2010)

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (2010)

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf” (2012)

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2014)

Meine Besprechung von Dominik Grafs Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ (Deutschland 2021)

Dominik Graf in der Kriminalakte


„The Scumbag“ hat einen „Kokainfinger“ und die „Deadly Class“ wartet immer noch auf ihre Abschlussprüfung

September 7, 2022

Natürlich wird es Superheldengeschichten auch noch in zehn, zwanzig, dreißig Jahren geben und wahrscheinlich werden Batman, Superman und die X-Men weiterhin Bösewichter jagen. Im Comic in jedem Fall. Im Kino und TV müssen wir mal sehen.

Neben diesen letztendlich heldenhaften Superhelden gibt es zunehmend Serien mit Superhelden, die bis auf ihre Superheldenfähigkeit nichts Superheldenhaftes haben. Deadpool dürfte einem hier spontan einfallen.

Auch Rick Remender hat jetzt einen Superhelden erfunden, der vor seinem Superheldentum eindeutig zu den Männern gehörte, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Danach immer noch.

Dieser Ernie Ray Clementine ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Er ist mental ein Späthippie; de facto ein abgehalfteter, prolliger, entsprechend nerviger Drogensüchtiger, der von einem Kampf zwischen einem Kobold und einer Medusa nicht weiter irritiert ist. Schließlich sieht er als Junkie ständig seltsame Dinge, die es nur in seiner Fantasie gibt. Die Spritze, die zwischen den beiden Kämpfenden liegt, sieht er sofort und er macht das, was jeder Junkie in dem Moment tun würde: er schnappt sich die Spritze und spritzt sich, ohne auch nur eine Zehntelsekunde darüber nachzudenken, den Inhalt in seine Venen – und er wird Teil eines großen Konflikts zwischen Gut und Böse.

Mit dem Serum „Formula Maxima“ in sich, kann er, wie ihm Mutter Erde, die Kommandantin der Zentralbehörde, erklärt, zum Retter des Universums werden. Denn: „Die Welt steht vor dem Zusammenbruch, Mr. Clementine. Externe Polarisierung, Klimawandel, Rassismus, Faschismus… Scorpionus wird nicht ruhen, bis die Welt ihrer idealisierten Version vom Amerika der 1950er entspricht.“

An der Rettung der Welt hat Clementine allerdings zunächst kein Interesse. Viel lieber würde er seine Superkräfte für seine eigenen niederen Triebe und Ziele ausnutzen. Dummerweise verleiht im die Formula Maxima nur dann Superkräfte, wenn er bei seinen Handlungen noble Absichten hat. Dass er dabei immer noch ein drogensüchtiger Hippie ist, sorgt für einige nette Sprüche, Situationen und einen Gegner, der ihm das Gutsein leicht macht Schließlich stehen die fünfziger Jahre für alles, was ein ehrbarer Hippie verabscheut.

Dieser Gegner und die Bedingung für die Wirksamkeit des ihm Superkräfte verleihendem Serums macht Clementine schnell zu einem gewöhnlichem Superhelden, der sich rüpelhaft benimmt und, wenigstens im ersten „The Scumbag“-Sammelband noch lernen muss, bevor er sich in die Schlacht stürzt, seine Absichten zu Prüfen.

Für Fans von Superhelden-Geschichten ist „Deadly Class“-Erfinder Rick Remender ein bekannter Name. Er schrieb bereits Geschichten für Venom, Captain America und die Avengers

Bei „The Scumbag“, und das macht die Serie zu einem interessantem Experiment in stilistischer Vielfalt, arbeitet er für jedes Heft mit einem anderen Zeichner zusammen. In dem jetzt erschienenem Sammelband „Kokainfinger“ sind die ersten fünf von inzwischen vierzehn Heften enthalten. Gezeichnet wurden sie von Lewis Larosa, Andrew Robinson, Eric Powell, Roland Boschi und Wes Craig.

Rick Remenders „Deadly Class“ geht langsam in die Endrunde. Das erste Heft erschien im Januar 2014. Seit 2019 erscheinen die Sammelbände bei Cross Cult. Dort erschien unlängst auch der zehnte Band, in dem die Geschichte von Marcus Lopez und seinen Klassenkameraden weitererzählt wird. Sie alle waren am King’s Dominion Atelier of the Deadly Arts, einer von Master Lin geleiteten Schule in San Francisco, die ihre Schüler zu perfekten Killern ausbildet. Dieses Mal lief die Ausbildung, dank Marcus, etwas aus dem Ruder. Das wurde in den ersten neun „Deadly Class“-Sammelbänden, die zwischn 1987 und 1989 spielen, mit einer ordentlichen Portion brutaler Morde und popkultureller Anspielungen erzählt.

Der zehnte „Deadly Class“-Sammelband von Autor Rick Remender, Zeichner Wes Craig und Kolorist Lee Loughridge bereitet in erster Linie das Finale vor, das die Hefte 49 bis 56 und damit die nächsten beiden Sammelbände umfasst.

Eine eigenständige Geschichte ist in diesem Sammelband nicht erkennbar. Es sind 1991, 1997, 1999 und 2001 spielende Episoden, in denen Marcus slackerhaft abhängt und ein Leben ohne das King’s Dominion Atelier führen möchte. Aber er weiß, dass die Schule ihn und die anderen Abweichler jagt. Und sie sich einem letztem Kampf stellen müssen.

Der wird, wie gesagt, in den nächsten beiden Sammelbänden erzählt. Der elfte „Deadly Class“-Sammelband „Ein Abschied von Herzen – Teil 1“ ist für Anfang Dezember angekündigt.

Rick Remender/Lewil Larosa/Andrew Robinson/Eric Powell/Roland Boschi/Wes Craig/Moreno Dinisio: The Scumbag – Kokainfinger

(übersetzt von Katrin Aust)

Panini, 2022

156 Seiten

18 Euro

(Leseempfehlung des Verlags: ab 18 Jahre)

Originalausgabe

The Scumbag # 1 – 5

Image, 2021

Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridge: Deadly Class: Rettet eure Generation (Band 10)

(übersetzt von Silvano Loureiro Pinto)

Cross Cult, 2022

152 Seiten

16,80 Euro

Originalausgabe

Deadly Class 10: Save your generation

Image Comics, 2021

enthält

Deadly Class # 45 – 48

Hinweise

Homepage von Rick Remender

Wikipedia über Rick Remender und „Deadly Class“ (Comic) (TV-Serie: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rick Remenders „Punisher 4: Frankencastle 2“ (FrankenCastle # 17 – 19, 2010)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1987 – Die Akademie der tödlichen Künste (Band 1)“ (Deadly Class Volume 1: Reagan Youth, 2014)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Kinder ohne Heimat (Band 2)“ (Deadly Class Volume 2: Kids of the Black Hole, 2015)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Lee Loughridges „Deadly Class: 1988 – Die Schlangengrube (Band 3)“ (Deadly Class Volume 3: The Snake Pit, 2019)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Stirb für mich (Band 4)“ (Deadly Class Volume 4: Die for me, 2020)

Meine Besprechung von Rick Remder/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Karussell (Band 5)“ (Deadly Class Volume 5: Carousel, 2017)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: 1988 – Nicht das Ende (Band 6)“ (Deadly Class Volume 6: This is not the end, 2017)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Blutige Liebe – 1988 (Band 7)“ (Deadly Class – Volume 7: Love like blood (# 32 – 35), 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Kein Zurück – 1988 (Band 8)“ (Deadly Class – Volume 8: Never go back ( # 36 – 39), 2019)

Meine Besprechung von Rick Remender/Wes Craig/Jordan Boyds „Deadly Class: Knochenmaschine – 1989 (Band 9)“ (Deadly Class – Volume 9: Bone Machine (# 40 – 44), 2020)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Jerome Opeñas „Fear Agent – Band 1“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 1, 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Jerome Opeñas „Fear Agent – Band 2“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 2, 2018)

Meine Besprechung von Rick Remender/Tony Moore/Mike Hawthornes „Fear Agent – Band 3“ (Fear Agent: Final Edition, Volume 3, 2018)