Neu im Kino/Filmkritik: Die Bestseller-Verfilmung „Kind 44“

Juni 4, 2015

Wer den Roman „Kind 44“ von Tom Rob Smith kennt, ist in den ersten Minuten von „Kind 44“ positiv überrascht. Drehbuchautor Richard Price raffte und veränderte den Anfang so, dass die Geschichte schneller beginnt und, wer den Roman gelesen hat, sieht die ersten Minuten als eine kluge Vorschau auf die kommenden Ereignisse, bis hin zum Motiv des Mörders.
Zuerst erfahren wir einiges über Leo Demidow (Tom Hardy), das später wichtig wird: wie er aus seinem Elternhaus flüchtet, in einem Waisenhaus aufwächst, im Zweiten Weltkrieg kämpft und in Berlin für das bekannte Russischer-Soldat-hält-auf-einem Gebäude-vor-der-zerstörten-Stadt-die-Fahne-hoch-Bild poussieren muss. Seine Kampfgefährten sind Wassili (Joel Kinnaman) und Alexei Andrejew (Fares Fares). Jetzt, acht Jahre nach dem Kriegsende, sind sie seine Kollegen beim Staatssicherheitsdienst,
Auch das fröhliche Abendessen mit seinen Kollegen und ihren Frauen zeigt, dass die Ehe zwischen Leo und Raisa Demidow (Noomi Rapace) nicht glücklich ist. Er unterdrückt sie und sie lächelt notgedrungen schweigend zu seinen Ausführungen über ihre erste Begegnung. Sein Balzen war, und das zeigt diese Szene ohne dass sie es sagen muss, für sie eine Bedrohung ihres Lebens. Sie heiratete ihn, weil sie Angst vor ihm hatte und immer noch hat.
Aber dann scheitert der Film an seiner eigenen Unentschlossenheit und die Bedeutung der ersten Szenen erschließt sich eigentlich nur den Menschen, die den Roman kennen. Für alle anderen ist es vor allem eine okaye und sogar etwas längliche Einführung des Helden. Denn für die sich im folgenden eher nebenbei entwickelnde Serienkillerjagd sind seine Jugendjahre und seine Kriegserlebnisse unwichtig. Da hätte die Verfolgung eines Mannes, der der Spionage verdächtig ist, gereicht, um den Protagonisten, seine Fähigkeiten als Ermittler (sehr groß) und seine Wertesystem (sehr akzeptabel) zu etablieren. Außerdem lernen wir in diesen Minuten auch Wassili kennen. Wassili ist ein Antagonist von Demidow; er ist der Mann, der Demidow aus verschiedenen Gründen, vernichten will, indem er das System für seine Interessen benutzt. Der zweite Gegner von Demidow ist natürlich der Mörder, der fast fünfzig Kinder ermordete. Im Film ist, wie im Buch, allerdings unklar, wer der Hauptgegner von Demidow ist. Im Film führt das dazu, dass die Geschichte nicht mehr funktioniert. Storytechnisch blockieren sich die beiden Gegner. Die Geschichte wird nicht spannender, sondern langweiliger.
Dabei folgen Price, ein geachteter Roman- („The Wanderers“) und Drehbuchautor („Die Farbe des Geldes“, „Clockers“), und Daniel Espinosa („Easy Money“, „Safe House“) weitgehend der Romanhandlung: Geheimdienstoffizier Leo Demidow soll seinen Untergebenen Andrejew und dessen Familie vom Unfalltod ihres Sohnes überzeugen. Demidow erhält zwar Hinweise, dass es, wie Andrejew behauptet, ein Mord war. Er sieht sich sogar die Leiche an. Aber er verfolgt die Spuren nicht weiter. Denn im kommunistischen Paradies gibt es keine Verbrechen und damit auch keine Morde.
Nach diesem Auftakt wird der Serienmörderplot auch im Film erst einmal lange Zeit nicht weiter verfolgt. Stattdessen nimmt Demidows Privatleben einen beträchtlichen Raum ein. Denn er soll herausfinden, ob seine Frau eine feindliche Agentin ist. Als er dies nach umfangreichen Ermittlungen vor seinen Vorgesetzten verneint, werden beide nach Wualsk, einer abgelegenen Industriestadt, versetzt. Dort ist General Nesterow (Gary Oldman) sein Vorgesetzter. Ein guter Polizist, der allerdings bei weitem nicht so brillant wie Demidow ist. Deshalb wird er später auch zu Demidows Dr. Watson.
In Wualsk stößt Demidow auf einen weiteren Mord an einem Kind. Jetzt packt ihn das schlechte Gewissen. Er und Nesterow beginnen mit ihren Ermittlungen, die sie im Geheimen durchführen müssen, weil in der Sowjetunion der totalitären Stalinära reine Willkür herrschte und ihr erste Fehler sie in das nächste Gulag befördern könnte.
Diesen Serienkillerplot schleift der Film, wie der Roman, eher mit, weshalb der gesamte Mittelteil des Films über weite Strecken auf der Stelle tritt.
Anstatt kluger Verdichtungen, Verkürzungen, Dramatisierungen und einer Konzentration auf einen Hauptplot (und damit einen klar konturierten Konflikt) geht der Film in die Breite, ohne dass wir etwas substantiell neues über die Charaktere erfahren oder sich die Handlung erkennbar voranbewegen würde. Es wirkt, als habe Richard Price die Lust an seiner Geschichte verloren und sich nicht mehr darum gekümmert, ob sie in sich schlüssig ist.
Dazu kommt die im Film psychologisch kaum begründete Beziehung zwischen Leo und Raisa Demidowa. Für sie ist es eine Zwangsehe. Das gesteht sie ihm auch während der Zugfahrt nach Wualsk. Er ist natürlich entsetzt darüber, dass sie ihn nicht als galanten Liebhaber, sondern als Monster wahrnimmt. Vor allem, nachdem er jetzt sogar für sie seine Karriere geopfert hat. Aber dann wird sie, weil das Drehbuch es so will, zu seiner Verbündeten, hilft ihm bei der Aufklärung der Mordserie und begibt sich mehrmals freiwillig für ihn, den Mann, den sie hasst, der ihr Leben verpfuschte und der sie unterdrückt, in Lebensgefahr. Die Demidowas sind halt ein echtes Powerpaar.
Daniel Espinosa nimmt sich fast hundertvierzig Minuten Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Und dennoch wirkt der Film in seiner eigentümlichen Mischung aus Plot-Stillstand und kryptischer Erzählweise (Warum hilft Raisa ihrem Ehemann?) doch wie ein auf Kinolänge zusammengeschnittener TV-Mehrteiler, bei dem die falschen Szenen entfernt wurden.
Wenn es am Ende zur Konfrontation zwischen Demidow und dem Serienmörder kommt, wird der Kampf von einem Kellerzimmer in eine Schlammgrube im Wald verlegt; was kein großes Problem wäre, wenn dadurch nicht das Set-Up der ersten Minuten vollkommen verschenkt wäre. Ein Kreis, der sich auch optisch hätte schließen können, schließt sich nicht. Dafür gibt es eine Runde Schlammcatchen zwischen dem Mörder und dem Ehepaar Demidow.
Spontan fällt mir kein anderer hochkarätig besetzter und produzierter Mainstreamfilm ein, der sein Potential so grundlos und umfassend verschenkt.

Kind 44 - Plakat

Kind 44 (Child 44, CZ/GB/RO/USA 2015)
Regie: Daniel Espinosa
Drehbuch: Richard Price
LV: Tom Rob Smith: Child 44, 2008 (Kind 44)
mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Paddy Considine, Jason Clarke, Vincent Cassel, Fares Fares, Charles Dance, Josef Altin
Länge: 138 Mnuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Die Vorlage

Smith - Kind 44 - TB 2Smith - Kind 44 - Movie-Tie-In - 2
Tom Rob Smith: Kind 44
(übersetzt von Armin Gontermann)
Goldmann, 2015 (Movie Tie-In)
512 Seiten
9,99 Euro
–
Taschenbuchausgabe
Goldmann, 2010
–
Deutsche Erstausgabe
Dumont, 2008
–
Originalausgabe
Child 44
Simon & Schster UK Ltd., 2008
–

Hinweise

Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kind 44“

Moviepilot über „Kind 44“

Metacritic über „Kind 44“

Rotten Tomatoes über „Kind 44“

Wikipedia über „Kind 44“ (deutsch, englisch) und Tom Rob Smith (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Tom Rob Smiths „Kind 44“ (Child 44, 2008)

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Sebastian Bergman – Spuren des Todes 1“

Meine Besprechung von Daniel Espinosas „Safe House“ (Safe House, USA 2012)

Richard Price in der Kriminalakte

 


Die KrimiZeit-Bestenliste Juni 2015

Juni 4, 2015

Summertime – und das sollte man nach Ansicht der KrimiZeit-Bestenliste-Jury mit in den Biergarten nehmen:
1 (-) Merle Kröger: Havarie
2 (10) Dominique Manotti: Abpfiff
3 (-) Sara Gran: Dope
4 (1) James Lee Burke: Sturm über New Orleans
5 (-) Gary Victor: Soro
6 (-) Mukoma wa Ngugi: Black Star Nairobi
7 (-) Davide Longo: Der Fall Bramard
8 (3) James Ellroy: Perfidia
9 (9) Benjamin Black: Die Blonde mit den schwarzen Augen
10 (2) Zoë Beck: Schwarzblende
–
In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
–
Eine sehr reisefreudige Liste. Benjamin Blacks Marlowe-Roman finde ich vollkommen uninteressant. Dafür wird Dominique Manottis „Abpfiff“ die Tage abgefeiert.


TV-Tipp für den 4. Juni: Gran Torino

Juni 4, 2015

Kabel 1, 20.15

Gran Torino (USA 2008, Regie: Clint Eastwood)

Drehbuch: Nick Schenk (nach einer Geschichte von Dave Johannson und Nick Schenk)

Das Leben des verbitterten, rassistischen Korea-Veteranen Walt Kowalski gerät aus den gewohnten Bahnen, als er einen Hmong-Nachbarjungen gegen eine Straßengang verteidigt (sie hatten den Fehler begangen ihren Streit auf Kowalskis Rasen austragen zu wollen). Kowalski wird zum Helden der asiatischen Gemeinschaft und die Straßengang will die erlittene Schmach vergelten.

Der bislang vorletzte Leinwandauftritt von Clint Eastwood. Danach drehte er noch fünf weitere Filme. Zuletzt “Der Scharfschütze” über einen Navy-SEAL-Scharfschützen. Der Film soll am 15. Januar 2015 in Deutschland starten. Denn Eastwood zaudert nicht lange, wenn ihm das Buch gefällt. Oft verfilmt er sogar die erste Fassung (in Hollywood bekannt als die Fassung, mit der die Gespräche beginnen, die aber vor dem Dreh noch mehrmals überarbeitet werden muss). Auch bei „Gran Torino“ änderte Eastwood nichts am Drehbuch.

Gedreht wird auch schnell. „Million Dollar Baby“ war vor der geplanten Drehzeit fertig (und die war mit 39 Tagen auch nicht gerade üppig) und kostete deutlich weniger, als zuerst von den Produzenten zuerst gesagt wurde (normalerweise dürfte es umgekehrt sein; Oh, und auch die zuerst genannten Kosten waren gar nicht so hoch.). Bei „Gran Torino“ waren 35 Drehtage angesetzt. Nach 33 Tagen war der Film im Kasten.

Tja, und, wie schon bei „Million Dollar Baby“ und „Erbarmungslos“ war die Kritik begeistert und wurde nicht müde, über „Gran Torino“ als Alterswerk das ein gutes Vermächtnis wäre, zu fabulieren. Dabei erzählt der Film doch einfach nur eine gute Geschichte.

Trotzdem hat „Gran Torino“ den Dagger als „best big-screen crime thriller story“, den César als bester ausländischer Film und die ganzen anderen Preise verdient.

Danach, um 22.40 Uhr, schlägt das „Million Dollar Baby“ Hillary Swank unter der Anleitung von Clint Eastwood (auch Regie) zu. Ebenfalls sehenswert.

Als nächstes dreht Clint Eastwood ein Biopic über Sully Sullenberger, den Piloten, der ein Passagierflugzeug auf dem Hudson River notlandete. Da bin ich auf die Story gespannt.

Mit Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley, Geraldine Hughes, Dreama Walker, Brian Howe

Wiederholung: Freitag, 5. Juni, 01.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gran Torino“

Wikipedia über “Gran Torino” (deutsch, englisch)

CTV.ca: AP-Artikel über Nick Schenk

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “American Sniper” (American Sniper, USA 2014)

Clint Eastwood in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Nick Schenks “Der Richter – Recht oder Ehre” (The Judge, USA 2014)


Ein Abend über Ed McBain und das 87. Polizeirevier – in Hamburg

Juni 3, 2015

McBain - Die Greifer

Das klingt vielversprechend: am Samstag, den 27. Juni 2015, gibt es ab 21.00 Uhr in Hamburg im Birdland (Gärtnerstr. 122; Busline 20 und 25, Haltestelle Gärtnerstraße) einen musikalisch umrahmten Abend zu Ehren von Ed McBain und seiner stilprägenden Romanserie über das 87. Polizeirevier.
Bei der eBook-Release-Party stellen Alf Mayer und Frank Göhre ihr bei Culturbooks demnächst erscheinendes Buch „Cops in the City. Ed McBain und das 87. Polizeirevier. Ein Report.“ vor.
Gustav Peter Wöhler liest einige Ausschnitte aus dem umfangreichen Werk von Ed McBain, das bei uns derzeit nur antiquarisch erhältlich ist.
Und die Musik ist vom Buggy Braune Trio (Buggy Braune, p, Oliver Karstens, b, und Konrad Ullrich, dr). Von Braune habe ich eine alte CD, auf der er grandiosen Modern-Jazz spielte.
Eine Platzreservierung wird empfohlen bei Jan Karsten 040 31108081 oder per eMail Jan.Karsten@Culturbooks.de

Über den Abend und das Buch schreibt der Veranstalter (was mir einige Arbeit erspart):

Ed McBain ist der unumstrittene Großmeister des Polizeiromans.
Ab 1956 veröffentlichte er fünf Jahrzehnte lang insgesamt 55 Romane über das fiktive 87. US-Polizeirevier.
Ed McBain wurde 1926 als Salvatore Albert Lombino in New York geboren.
Um seine ersten Stories besser vermarkten zu können, nahm er 1952 offiziell den Namen Evan Hunter an. Mit seinem Debütroman „Die Saat der Gewalt“ und der Verfilmung wurde er international bekannt. Der Titelsong von Bill Haley „Rock Around The Clock“ wurde zum Megahit und Hymne einer ganzen Generation.
Alfred Hitchcock engagierte ihn als Drehbuchautor für „Die Vögel“. Viele von Ed McBains Polizeiromanen wurden verfilmt, u.a. von Claude Chabrol und Akira Kurosawa.
Evan Hunter/Ed McBain starb am 6. Juli 2005.
Aus Anlass seines 10. Todestages haben die Autoren Frank Göhre und Alf Mayer einen umfangreichen erzählenden Essay geschrieben:
Frank Göhre/Alf Mayer: Cops in the City. Ed McBain und das 87. Polizeirevier. Ein Report.
Digitales Original. CulturBooks Longplayer, Juni 2015. 210 Seiten.
Es ist eine Reise durch fünf Jahrzehnte auf den Spuren der Detectives vom 87. Revier.
Die Ermittler und ihre Fälle werden vorgestellt, die Veränderung einer Stadt und ihre Kriminalität aufgezeigt. Polizistenmorde, Bandenkriege und Heckenschützen sind Thema, wie auch die klassischen „7 Todsünden“ Eitelkeit, Habgier, Wollust, Rachsucht, Maßlosigkeit, Eifersucht und Ignoranz. Ein vielschichtiges Sittenbild entsteht. Der rote Faden dieses assoziativen Trips ist das Leben des Autors mit all seinen weiteren Facetten, seinen Arbeiten für Film und Fernsehen, seiner nie klischeehaft werdenden Routine und seinem unermüdlichen Schaffen.

P. S.: Und das Pseudonym „Ed McBain“ nahm Evan Hunter an, weil er dachte, dass McBain so richtig irisch und damit so richtig nach einem harten Polizisten klinge.

P. P. S.: Besprechung des Essays nach der Lektüre, auf die ich mich schon freue.

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Hinweise

Homepage von Ed McBain

Meine Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)

Meine Besprechung von Ed McBains „Die Gosse und das Grab“ (The Gutter and the Grave, 2005, Originalausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der letzte Freier“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Zappas letzter Hit“ (2006)

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Frank Göhre in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 3. Juni: Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord

Juni 2, 2015

ZDFneo, 21.45

Einsatz in Hamburg: Bei Liebe Mord (D 2004, Regie: Lars Becker)

Drehbuch: Dirk Salomon, Thomas Wesskamp

Zwei Zivilfahnder erschießen einen Verbrecher und präsentieren ihn als Mörder einer Prostituierten. Kommissarin Jenny Berlin bezweifelt deren Version und ermittelt gegen die Kollegen und den Kiezpaten Drago.

Gewohnt gute Kost von Lars Becker.

Mit Aglaia Szyszkowitz, Hannes Hellmann, Rainer Strecker, Cosma Shiva Hagen, Hanno Koffler, Martin Brambach, Hilmi Sözer, Ulli Kinalzik, Felix Vörtler, Bülent Sharif

Hinweise

Wikipedia über „Einsatz in Hamburg“ 

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Lars Becker

Lars Becker in der Kriminalakte


Cover der Woche

Juni 2, 2015

Burke - A stained white radiance


TV-Tipp für den 2. Juni: Erbarmungslos

Juni 1, 2015

Kabel 1, 20.15

Erbarmungslos (USA 1992, Regie: Clint Eastwood)

Drehbuch: David Webb Peoples

Wyoming, 1880: Als der ehemalige Revolverheld William Munny erfährt, dass die Huren von Big Whiskey ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys aussetzten, die eine von ihnen verstümmelte, schnallt er wieder seinen Colt um. Denn er braucht das Geld für sich und seine beiden Kinder; – auch wenn er es mit zwei Gefährten teilen muss.

„‘Erbarmungslos’ ist offensichtlich ein feinfühlig gemachter und ausbalancierter Film, und, wenn man seine Einsichten in die menschliche Natur bedenkt, so düster, wie ein Genrefilm überhaupt nur sein kann. Aber er präsentiert sich nicht finster, was er teilweise seinen Autoren verdankt. (…) Abgesehen von ‘revisionistisch’ , war das von den Kritikern am häufigsten verwendete Wort ‘Meisterstück’.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)

„ein vorzüglicher Spätwestern, der wie seit Peckinpahs ‘The Wild Bunch’ nicht mehr verstört.“ (Fischer Film Almanach 1993)

„Erbarmungslos“ erhielt vier Oscars, unter anderem als bester Film. Clint Eastwood erhielt für seine Regie und sein Spiel zahlreiche Preise und Nominierungen.

Das Drehbuch war für den Edgar, Oscar, Golden Globe und WGA Award nominiert und erhielt von den Western Writers of America den Spur Award als bestes Western-Drehbuch.

Außerdem erhielt „Erbarmungslos“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards.

Bei Rotten Tomatoes liegt der Frischegrad für diesen Western bei 96 Prozent.

Auf einer 2008 veröffentlichten Liste der zehn besten Western setzte das American Film Institute „Erbarmunglos“ auf den vierten Platz.

Danach, um 22.55 Uhr läuft „Rookie – Der Anfänger“ (USA 1990) (nicht so toll) und um 01.15 Uhr „Flucht von Alcatraz“ (USA 1979) (Klassiker von Don Siegel).

mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Francis Fisher, Jeremy Ratchford

Wiederholung: Mittwoch, 3. Juni, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Erbarmungslos”

Wikipedia über „Erbarmungslos“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Unforgiven“ von David Webb Peoples (Production Draft Sript, 23. April 1984)

epd Film: Rudolf Worschech über Clint Eastwood (2010)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “American Sniper” (American Sniper, USA 2014)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


Verfilmte Bücher: „Kind 44“ ist „Kind 44“

Juni 1, 2015

Als 2008 Tom Rob Smiths Debütroman „Kind 44“ (Child 44) erschien, war es ein Bestseller, der gleich auf einigen Nominierungslisten landete und Preise, wie den International Thriller Writer Award für Best First Novel, den CWA Ian Fleming Steel Dagger Award und den Barry Award für Best First Novel, erhielt. Es war ein Überraschungserfolg – immerhin war, aus dem Hinterkopf, seit Martin Cruz Smiths „Gorki Park“ (Gorky Park, 1981), kein in der Sowjetunion spielender Thriller mehr international erfolgreich gewesen. Rückblickend verwundert der Erfolg nicht. Immerhin verbindet Tom Rob Smith einen historischen Rückblick (die Geschichte spielt 1953 in den letzten Tagen der Stalin-Ära) mit einer Serienkillergeschichte. Denn das titelgebende „Kind 44“ ist das vierundvierzigste Opfer eines Serienmörders, der in verschiedenen Orten in der Sowjetunion Kinder tötete. Die Verbrechen wurden von der Staatsmacht ignoriert, weil es in der UdSSR keine Morde gibt. Und erst recht keine Serienmörder. Das gibt es nur im Kapitalismus.
Als in Moskau der Sohn seines Kollegen Fjodor Andrejew tot aufgefunden wird, soll Leo Stepanowitsch Demidow, ein Kriegsheld und MGB-Geheimdienstoffizier, die Sache in Ordnung bringen. Denn Andrejew behauptet, dass sein Kind ermordet wurde. Aber im Bericht steht eindeutig, dass es ein Zugunfall, ein bedauerliches Unglück, war.
Kurz darauf soll Demidow herausfinden, ob seine Frau Raisa eine feindliche Agentin ist. Ein von ihm kürzlich verhafteter Tierarzt hat das behauptet. Demidow glaubt hingegen, dass der Tierarzt kein Spion war und dass der Name von seinem Kollegen Wassili auf die Liste geschrieben wurde, weil dieser sich an ihm rächen will. Denn unmittelbar nach der Verhaftung des Tierarztes hinderte er ihn daran, auch die Kinder einer Familie umzubringen, bei der der Arzt kurzzeitig untergetaucht war. Weil Demidow den feigen Mord seines Kollegen an deren Eltern nicht verhindern konnte, fühlt er sich schuldig. Demidow ist halt doch ein Guter. Und selbstverständlich ein guter Polizist. Das bewies er bei der Verfolgung des flüchtigen Arztes und das soll er jetzt bei der Enttarnung seiner Frau als feindliche Agentin beweisen.
Gegenüber seinen Vorgesetzten sagt Demidow am Ende seiner Ermittlungen, dass er keine Beweise für eine Spionagetätigkeit seiner Frau gefunden habe.
Zur Strafe werden beide nach Wualsk versetzt und in ihren Positionen nach unten degradiert. In dieser Industriestadt am Ende der Bahngleise entdeckt Demidow einen weiteren Mord an einem Kind. Jetzt glaubt er, dass Andrejew recht hatte.
Und ihr werdet euch jetzt fragen, warum ich euch so viel von diesem sicher ganz interessantem, aber für die Serienmordgeschichte unwichtigen Plot mit vermeintlichen Agenten und echten Intrigen in der Polizei erzähle.
Nun, weil Tom Rob Smith es genauso macht. Bis zur Buchmitte ist der Serienmörderplot vollkommen unwichtig und auch danach, wenn Demidow und sein neuer Vorgesetzter in Wualsk (der später zu seinem willigen Gehilfen wird) im Geheimen Informationen über die möglichen Kindstötungen zusammen tragen (die natürlich alle fein säuberlich aufgeklärt wurden, indem irgendein Strohmann verurteilt wurde), beschäftigt sich der Roman eher mit den Eheproblemen von Leo Demidow und seiner Frau Raisa, die ihn heiratete, weil sie befürchtete, sonst mit irgendeiner Phantasiebeschuldigung in ein Straflager gesteckt zu werden. Jetzt ist sie in Wualsk, was nicht viel besser ist.
Insgesamt dürfte der Serienmörderplot höchstens ein Fünftel des fünfhundertseitigen Romans ausmachen und es ist, trotz des Motivs des Mörders, das erst im Finale enthüllt wird, der schwache Teil von „Kind 44“.
Die zeitlose, oft ins absurde überhöhte Beschreibung einer totalitären Gesellschaft, in der jeder jedem misstraut und reine Willkür herrscht, ist allerdings gelungen. Denn irgendeine Kontrolle scheint es damals nicht gegeben zu haben. Jeder log und es gab nur eine allumfassende Gewissheit: dass nichts sicher war in diesem auf Lug und Trug aufgebautem Terrorregime.
Seit dem Erscheinen von „Kind 44“ hat Tom Rob Smith mit „Kolyma“ (The Secret Speech, 2009) und „Agent 6“ (Agent 6, 2011) seine Leo-Demidov-Trilogie vollendet und den Einzelroman „Ohne jeden Zweifel“ (The Farm, 2014) veröffentlicht. Alle Romane sind bei Goldmann erhältlich.
Für die am Donnerstag startende Verfilmung boten sich zwei Möglichkeiten an, den Roman gewinnbringend in einen Film zu übertragen: entweder man stärkt den Krimiplot oder man rückt den Konflikt zwischen Leo Demidow und Wassili, der ihn aus reiner Rachsucht vernichten will, in den Mittelpunkt. In jedem Fall müsste dafür die Romangeschichte stark verändert werden. Womit ich kein großes Problem habe. Es wurde sich dann für einen dritten Weg entschieden, der dazu führt, dass im Film andere Fehler gemacht werden, die ich zum Filmstart ausführlicher besprechen werde.

Smith - Kind 44 - Movie-Tie-In - 2Smith - Kind 44 - TB 2

Tom Rob Smith: Kind 44
(übersetzt von Armin Gontermann)
Goldmann, 2015 (Movie Tie-In)
512 Seiten
9,99 Euro
–
Taschenbuchausgabe
Goldmann, 2010
–
Deutsche Erstausgabe
Dumont, 2008
–
Originalausgabe
Child 44
Simon & Schster UK Ltd., 2008
–
Verfilmung

Kind 44 (Child 44, CZ/GB/RO/USA 2015)
Regie: Daniel Espinosa
Drehbuch: Richard Price
LV: Tom Rob Smith: Child 44, 2008 (Kind 44)
mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Paddy Considine, Jason Clarke, Vincent Cassel, Fares Fares, Charles Dance, Josef Altin
Länge: 138 Mnuten
FSK: ab 16 Jahre
Kinostart: 4. Juni 2015
–
Hinweise

Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage von Tom Rob Smith

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Kind 44“

Moviepilot über „Kind 44“

Metacritic über „Kind 44“

Rotten Tomatoes über „Kind 44“

Wikipedia über „Kind 44“ (deutsch, englisch) und Tom Rob Smith (deutsch, englisch)

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Und zwei Interviews mit Tom Rob Smith zu seinem neuesten Roman „Ohne jeden Zweifel“ (The Farm, 2014)


James Lee Burke, Dave Robicheaux und der „Sturm über New Orleans“

Juni 1, 2015

Burke - Sturm über New Orleans - 2

Ein bisschen unheimlich ist die derzeitige kollektive Begeisterung für James Lee Burke schon. Da wurde, nachdem seine Bücher bei Ullstein und Goldmann erschienen waren, zwölf Jahre kein neues Buch von ihm übersetzt. Einige Burke-Fans jammerten darüber, wiesen darauf hin, wie großartig er sei, welche wichtigen Preise er gewann, was für grandiose Romane er schrieb und wünschten sich zu Weihnachten, dass endlich seine neuen Romane übersetzt würden. Denn in seiner Heimat veröffentlichte Burke ungefähr im Jahrestakt einen neuen Bestseller. In Deutschland wurde dagegen jeder Skandinavier zum Schreiben von Kriminalromane verpflichtet.

Jetzt, nachdem James Lee Burkes Hackberry-Holland-Roman „Regengötter“ im Herbst 2014 bei Heyne Hardcore veröffentlicht wurde und der Pendragon Verlag den sechzehnten David-Robicheaux-Roman „Sturm über New Orleans“ veröffentlichte, ist die Begeisterung groß. Derzeit ist „Sturm über New Orleans“ auf dem ersten Platz der KrimiZeit-Bestenliste und bis auf wenige Ausnahmen gibt es nur begeisterte Kritiken, denen ich nicht ganz folgen kann. Denn „Sturm über New Orleans“ ist nicht so gut wie sein Frühwerk.

Das liegt an einigen Burke-Manierismen, die er seit Jahren liebevoll pflegt. So mischt er munter die Ich-Perspektive (Dave Robicheaux ist der Erzähler) mit einer auktorialen Perspektive, die den größten Teil des Romans mit Episoden füllt, in denen Robicheaux nicht dabei ist und von denen er auch nie etwas erfährt. Robicheaux wird also zum Nebencharakter in seinem eigenen Roman. Mich stört diese Schlampigkeit gewaltig. Den meisten Kritikern scheint dieser Perspektivenwechsel egal zu sein.

Dann wechselt Burke einfach so das Tempus. Die ersten vierundvierzig Seiten sind im Präsens (das in Erzählungen fast nie funktioniert) geschrieben. Danach wechselt er ins Präteritum. Einen erkennbaren Grund für diesen Wechsel gibt es nicht. Es ist eher so, als habe er in der Überarbeitung vergessen, die ganze Geschichte in einer grammatikalischen Zeitform zu schreiben.

Und dann gibt es immer wieder mehr oder weniger große Zeitsprünge, die eher verwirren, weil sie wirken, als ob ihm während des Schreibens eingefallen sei, dass er zwar eine Information (z. B. ein Charakter ist tot) geliefert hat, aber noch nicht erzählt hat, wie dieser Charakter gestorben ist. Diese Szene fügt er dann ein, nachdem die Leiche gerade abtransportiert wird. Diese unmotivierten Rückblenden nerven mich ungemein, weil die Szene am falschen Ort steht. Man hätte die Szene mit Ermordung des Charakters einige Seiten früher präsentieren sollen. So entsteht das Gefühl, dass man eine Information zweimal erhält. Denn wir wissen ja bereits, dass der Charakter tot ist.

Eine Zeitlang tauchten in Burkes Romanen auch Geister auf, die einfach so in der Geschichte herumhingen, weil Burke Gespenster wohl irgendwie sympathisch fand. In „Sturm über New Orleans“ fehlen sie, obwohl der Hurrikan Katrina und die damit verbundene Zerstörung von New Orleans dazu eingeladen hätten.

Die Story selbst ist, wieder einmal, eher chaotisch als komplex und, angesichts des realen Hintergrunds und der Aussage von Burke, dass „Sturm über New Orleans“ sein wütendstes Buch sei, ist die Kriminalgeschichte erschreckend beliebig. Denn der Hurrikan ist nur ein für die eigentliche Kriminalgeschichte weitgehend austauschbares Vorspiel, das bis Seite 126 dauert. In dem Moment wird Dave Robicheaux von New Orleans wieder zurück nach New Iberia, seinem Heimatort, versetzt. So dicht die Beschreibungen der Plünderungen und des Chaos bei den Aufräumarbeiten auch sind, so sehr erinnern sie an umformulierte, von einer gerechten Empörung getragene, nicht-analytische Zeitungsberichte und so vernachlässigbar sind sie für die beiden Kriminalfälle.

In dem einen Fall steht Otis Baylor im Verdacht, einen der Vergewaltiger seiner Tochter erschossen zu haben. Der Tote war mit einigen Freunden auf einer Plünderungstour, bei der sie auch in die Villa von Sidney Kovick einbrachen und dort beträchtliche Wertgegenstände entdeckten, die der Eigentümer ohne die Hilfe der Polizei zurückhaben will.

Gleichzeitig sucht Robicheaux, in einem mitgeschleiften Nebenplot, nach dem spurlos verschwundenem, drogenabhängigem Priester Jude LeBlanc.

Langjährige Burke- und Robicheaux-Leser finden in „Sturm über New Orleans“ viele bekannte Elemente wieder, die eben weil man sie zum wiederholten Mal ohne große Variation liest, langweilt. Wie oft muss man noch die gewalt- und alkoholgeschwängerten Halbstarken-Eskapaden von Robicheauxs Freund Clete Purcel, das Auftauchen von durchgeknallten Killern und Mafiosi vor Robicheaux‘ Haustür, die Macho-Sprüche, die inzwischen nur noch anachronistisch sind, die Anschläge auf Robicheaux (so als müsste mindestens einmal pro Roman der Killer versuchen Robicheaux und seine Familie zu töten) lesen?

Das alles hat nicht mehr den Esprit und die Innovation der ersten Robicheaux-Romane, sondern ist inzwischen eine Mischung aus Stillstand und auch Rückschritt. Seine früheren Robicheaux-Romanen sind einfach besser. Und dennoch habe ich die ganzen gut sechshundert Seiten gelesen und, trotz aller Kritik, empfehle ich die Lektüre von James Lee Burke. Er ist einer der großen der US-Kriminalliteratur und mit „Neonregen“ (The Neon Rain, 1987), dem ersten Robicheaux-Roman, und den folgenden Robicheaux-Romanen trug er zu einer Neuausrichtung des Polizeiromans bei.

Nächstes Jahr will Pendragon einen weiteren Roman von James Lee Burke veröffentlichen. Bereits im September erscheint bei Heyne Hardcore „Glut und Asche“ (Feat Day of Fools, 2011), ein weiterer Hackberry-Holland-Roman.

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James Lee Burke: Sturm über New Orleans

(übersetzt von Georg Schmidt)

Pendragon, 2015

576 Seiten

17,99 Euro

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Originalausgabe

The Tin Roof Blowdown

Simn & Schuster, 2007

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Hinweise

Homepage von James Lee Burke

Wikipedia über James Lee Burke (deutsch, englisch)

Mein Porträt von James Lee Burke

James Lee Burke in der Kriminalakte

„In the Electric Mist“ in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Bertrand Taverniers James-Lee-Burke-Verfilmung „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ (In the Electric Mist, USA 2009)

Meine Besprechung von James Lee Burkes „Regengötter“ (Rain Gods, 2009)


TV-Tipp für den 1. Juni: Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal

Juni 1, 2015

Arte, 20.15/21.55
Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal (Deutschland/Frankreich/Italien 1959, Regie: Fritz Lang)
Drehbuch: Fritz Lang, Werner Jörg Lüddecke
LV: Thea von Harbou: Das indische Grabmal, 1918
Ingenieur Berger soll den Palast des Maharadschas von Eschnapur modernisieren. Als er sich in eine Tempeltänzerin verliebt, ist es vorbei mit der orientalischen Gastfreundschaft.
„Soirée Fritz Lang“ nennt Arte den Abend. Andere sagen „Double Feature“. Und wieder andere sagen „Beide Teile werden gezeigt“. Und alle haben sie recht. Mit diesem Zweiteiler kehrte Fritz Lang aus den USA nach Deutschland zurück. Danach drehte er „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“, seinen letzten Film.
Naiver Abenteuerfilm, der niemals auch nur im Ansatz die Qualität von Fritz Langs besseren Filmen erreicht.
Der Kolportagefilm ist gleichzeitig das Remake eines Stummfilms von 1921, für den Fritz Lang und Thea von Harbou damals das Drehbuch schrieben. Joe May, der auch produzierte, übernahm damals die Regie.
„In den Reaktionen des heutigen Publikums, das die Filme unbelastet sieht von den Erwartungen, die sich in den Fünfzigerjahren an die Rückkehr der emigrierten Regisseure knüpften, ist nicht mehr zu unterscheiden: der Spaß am primitiven Kino, die Belustigung über schauspielerisches Untalent und die Heiterkeit, die aus dem Unausgeführten, Skizzenhafen der Inszenierung rührt.“ (Enno Patalas: Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal, in Fritz Lang, Hanser Reihe Film 1976/1987)
Danach war der deutsche Kinobesucher reif für die Karl-May-Filme.
Mit Debra Paget, Paul Hubschmid, Walther Reyer, Claus Holm, Sabine Bethmann, Inkijinoff, René Deltgen
Wiederholung: Dienstag, 2. Juni, 13.45 Uhr (Der Tiger von Eschnapur) und 15.25 Uhr (Das indische Grabmal)

Hinweise

Arte über den Film

Filmportal über „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“

Wikipedia über „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ und über Fritz Lang (deutsch, englisch)

Senses of Cinema: Dan Shaw über Fritz Lang

BFI über Fritz Lang

MovieMaker: Interview von 1972 mit Fritz Lang

Manhola Dargis: Making Hollywood Films Was Brutal, Even for Fritz Lang (New York Times, 21. Januar 2011)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Du und ich” (You and me, USA 1938)

Meine Besprechung von Fritz Langs “Auch Henker sterben” (Hangman also die, USA 1943)

Meine Besprechung von Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Fritz Lang – Eine Retrospektive der Viennale und des Österreichischen Filmmuseums (2012 – Sehr empfehlenswert!)

Fritz Lang in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 31. Mai: Baal

Mai 30, 2015

BR, 22.10
Baal (Deutschland 1970, Regie: Volker Schlöndorff)
Drehbuch: Volker Schlöndorff
LV: Bertolt Brecht: Baal, 1918 (erste Fassung; 1919, 1936 und 1954 folgten weitere Fassungen)
Rainer Werner Fassbinder ist Baal, ein egozentrischer, trunksüchtiger Poet, der alles Bürgerliche ablehnt und rücksichtslos nur seinen eigenen Bedürfnissen folgt.
Volker Schlöndorff modernisierte Brechts Theaterstück, Rainer Werner Fassbinder verkörperte ihn – und die Brecht-Witwe Helene Weigel untersagte, nachdem der Film zweimal im Fernsehen lief (am 7. Januar 1970 in den koproduzierenden Dritten Programmen, die damals nur eine regionale Verbreitung hatten, und am 21. April 1970 in der ARD), jede weitere Vorführung. Es sei keine werkgetreue Interpretation.
Erst 2014 konnte „Baal“ (nachdem man schon glaubte, der Film würde zu den verlorenen Kunstwerken gehören) auf der Berlinale wiederaufgeführt werden. Danach lief er im Kino, kaum auf DVD heraus – und läuft jetzt, nach 45 Jahren, wieder im Fernsehen.
Die Musik ist von Klaus Doldinger. Kameramann war Dietrich Lohmann.
mit Rainer Werner Fassbinder, Sigfried Graue, Margarethe von Trotta, Günther Neutze, Miriam Spoerri, Hanna Schygulla, Irm Hermann, Walter Sedlmayr

Hinweise

Berlinale über „Baal“

Wikipedia über „Baal“ und Rainer Werner Fassbinder

Meine Besprechung von Annekatrin Hendels Dokumentarfilm „Fassbinder“ (Deutschland 2015)

Homepage der Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte

Homepage von Volker Schlöndorff

Deutsches Filminstitut über Volker Schlöndorff und „Baal“ (viel Stoff) und über die Sammlung Volker Schlöndorff

Kriminalakte über Volker Schlönforff

Kriminalakte gratuliert Volker Schlöndorff zum 75. Geburtstag


TV-Tipp für den 30. Mai: Im Auftrag des Drachen

Mai 30, 2015

Weil der am 31. Mai 1930 geborene Clint Eastwood sehr bald einen runden Geburtstag feiert, zeigen alle Sender in den nächsten Tagen viele Clint-Eastwood-Filme; mit einer Konzentration auf sein Spätwerk. Heute beginnen die Bayern um 20.15 Uhr mit „Die Brücken am Fluss“. Um 22.35 Uhr folgt „Im Auftrag des Drachen“ und um 00.30 Uhr „Betrogen“.

BR, 22.35

Im Auftrag des Drachen (USA 1975, Regie: Clint Eastwood)

Drehbuch: Hal Dresner, Warren Murphy (als Warren B. Murphy), Rod Whitaker

LV: Trevanian (Pseudonym von Rod Whitaker): The Eiger Sanction, 1972 (Im Auftrag des Drachen)

Jonathan Hemlock soll im Auftrag einer Geheimorganisation zwei Killer töten. Von einem ist nur bekannt, dass er an einer Besteigung der Eiger-Nordwand teilnimmt. Hemlock schließt sich den Bergsteigern an.

Thriller, bei dem die Landschaftsaufnahmen (Monument Valley, Schweizer Alpen) mehr beeindrucken als die Story. Was auch Clint Eastwood zugibt. Trevanians Debüt mit dem Superspion Hemlock war ein weltweiter Bestseller.

Mit Clint Eastwood, George Kennedy, Heidi Brühl, Reiner Schöne

Hinweise

Homepage von Trevanian

Wikipedia über Trevanian

L. A. Times: Nachruf auf Rod Whitaker (19. Dezember 2005)

Meine Besprechung von Trevanians “Im Auftrag des Drachen” (The Eiger Sanction, 1972)

Meine Besprechung von Trevanians „Der Experte“ (The Loo Sanction, 1973)

Meine Besprechung von Trevanians “Shibumi” (Shibumi, 1979)

Meine Besprechung von Pierre-Henri Verlhacs (Herausgeber) „Clint Eastwood – Bilder eines Lebens“ (2008)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „Hereafter – Das Leben danach“ (Hereafter, USA 2010)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods “Jersey Boys” (Jersey Boys, USA 2014)

Meine Besprechung von Clint Eastwoods „American Sniper“ (American Sniper, USA 2014)

Clint Eastwood in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Die „Gangs of Wasseypur“ sind jetzt der „Asian Godfather“

Mai 29, 2015

Neues Cover, neuer Titel, ein Zwei in Eins und schon wird aus den „Gangs of Wasseypur“, die ursprünglich in zwei Teilen erschienen, der „Asian Godfather“.
Damals schrieb ich über das Epos:
Ursprünglich sollte „Gangs of Wasseypur“ als ein Film gezeigt werden. Aber dreihundert Minuten war dann, sogar für Bollywood-Verhältnisse, etwas lang. Auch weil „Gangs of Wasseypur“ kein Musical (obwohl es genug Musik gibt), sondern ein Gangsterepos ist, das – anscheinend ziemlich nah an der Realität – die Geschichte des Verbrechertums in der nordostindischen Kohle- und Bergbaustadt Wasseypur erzählt.
Regisseur Anurag Kashyap konzentriert sich dabei auf die miteinander verfeindeten Verbrecherclans von Shahid Khan und Ramadhir Singh und ihren jahrzehntelangen Kampf von den vierziger Jahren, kurz vor dem Ende der Kolonialzeit, bis in die Gegenwart. Allein schon der zeitliche Umfang, sowohl in Erzählzeit als auch in Filmzeit, weckt Erinnerungen an Francis Ford Coppolas „Der Pate“-Saga oder Sergio Leones „Es war einmal in Amerika“, aber Anurag Kashyap erzählt konventioneller, indem er chronologisch die Geschichte erzählt und mit viel Musik, vor allem im zweiten Teil, garniert. Der zweite Teil, der nach der Jahrtausendwende, nach der Ermordung von Shahid Khan auf offener Straße beginnt, erzählt, wie sein drogensüchtige Enkel Faizal die Macht übernimmt und der Kampf zwischen den beiden Familien zu einem Krieg eskaliert, Dieser Teil ist poppiger geraten, weil sich optisch und erzählerisch an neuen westlichen Gangsterfilmen orientiert und die Geschichte mit viel Bollywood-Musik unterlegt wird, der indischen Variante von Ethno-Euro-Disco, was für meine Ohren eine ziemlich gruselige Musik ist und weshalb ich auch kein Bollywood-Fan bin.
In der zweiten Hälfte fällt auch auf, wie lange Wasseypur von der westlichen Kultur verschont blieb. Bis vor wenigen Jahren schien dort seit den Dreißigern die Zeit stehen geblieben zu sein.
Die Teilung des dreihundert minütigen Films in zwei gleich lange Teile ist sinnvoll, denn jeder Teil erzählt eine durchaus eigenständige, stilistisch klar unterscheidbare Geschichte. Aber seine volle Pracht entfaltet „Gangs of Wasseypur“ nur, wenn man beide Teile sieht, die sich auch gar nicht wie fünf Stunden anfühlen.
Für uns Genrejunkies ist das Epos ein feiner Blick in eine fremde Verbrecherwelt. Denn es muss ja nicht immer die italienische Mafia in God’s own Country sein.
Jetzt also in einer Box zu einem günstigen Preis.

Asian Godfather - DVD-Cover - 4

Asian Godfather
Polyband
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Hindi (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bonusmaterial: Trailer, Wendecover
Länge: 308 Minuten (2DVDs)
FSK: ab 18 Jahre
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enthält:
Gangs of Wasseypur – Teil 1 (Gangs of Wasseypur, Indien 2012)
Regie: Anurag Kashyap
Drehbuch: Akhilesh Jaiswal, Anurag Kashyap, Sachin K. Ladia, Zeishan Quadri
mit Manoj Bajpayee, Tigmanshu Dhulia, Piyush Mishra, Rhicha Chadda
Länge: 154 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Gangs of Wasseypur – Teil 2 (Gangs of Wasseypur, Indien 2012)
Regie: Anurag Kashyap
Drehbuch: Akhilesh Jaiswal, Anurag Kashyap, Sachin K. Ladia, Zeishan Quadri
mit Manoj Bajpayee, Tigmanshu Dhulia, Piyush Mishra, Rhicha Chadda
Länge: 154 Minuten
FSK: ab 18 Jahre
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Hinweise

Englische Homepage zum Film 

Moviepilot über „Gangs of Wasseypur“

Rotten Tomatoes über „Gangs of Wasseypur“

Wikipedia über „Gangs of Wasseypur“ (Teil 1, Teil 2)

BFI über “Gangs of Wasseypur” (Film der Woche)

Meine Besprechung von Anurag Kashyaps „Gangs of Wasseypur“ (Gangs of Wasseypur, Indien 2012)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Ryan Goslings Regiedebüt „Lost River“

Mai 29, 2015

Eines kann man Ryan Gosling bei seinem Regiedebüt „Lost River“ nicht vorwerfen: dass er den einfachen Weg geht. Stattdessen drehte er einen bildgewältigen surrealen Alptraum irgendwo zwischen David Lynchs „Twin Peaks“ und Nicolas Winding Refns „Only God Forgives“, mit Terrence-Malick-Referenzen, bei dem die Bilder und die Stimmung bedeutungsschwanger die nicht vorhandene Story übertünchen sollen. Wobei Gosling sich in seinem Regiebdebüt auch überhaupt nicht für eine herkömmliche Narration interessiert.
In der herunterkommenen Ruinenstadt Lost River (gedreht wurde in Detroit), auf der ein Fluch lasten soll, lebt eine Restfamilie, bestehend aus der Mutter Billy (Christina Hendricks) und ihren beiden Söhnen Franky und Bones, in ihrem abbruchreifen Haus und ohne irgendeine ökonomische Perspektive. Ihre Nachbarn haben das Viertel schon lange verlassen.
Bones (Iain De Caestecker) sucht in verlassenen Häusern nach Schrott, den er einem Händler verkaufen kann. Dabei legt er sich mit dem Gang-Leader Bully (Matt Smith) an. Zur gleichen Zeit geht seine Mutter auf ein Angebot ihres Bankmanagers Dave (Ben Mendelsohn) zur Tilgung des Kredits ein. In einem von Miss Kitty Cat (Eva Mendes) geführtem Nachtclub, das seinen Gästen eine spezielle Show bietet (die etwas mit Sex, Blut und Gewalt zu tun hat), könne sie gutes Geld verdienen. Billy nimmt die Arbeit an.
Währenddessen verliebt Bones sich in das Nachbarmädchen Ratte (Saoirse Ronan), deren Großmutter Belladonna (Barbara Steele) dumpf auf den Fernseher und die dort laufenden alten Filme starrt. Weil Bones mit ihr die Stadt verlassen will, begibt er sich auf den Weg zum See, in dem es eine versunkene Stadt gibt.
Bis zum Ende kann man keinen Plot erkennen. Ryan Gosling geht es in seinem dunklem Märchen um ein Gefühl, das Porträt einer verlassenen Gegend und einiger Mythen, die für alles und nichts stehen. Wer will, kann daher „Lost River“ als Allegorie auf den amerikanischen Traum sehen. Oder sich von den Bildern und Stimmungen, wie bei einem Traum, einfach mitreisen lassen. Oder, wie ich, zunehmend gelangweilt und genervt gegen den Schlaf kämpfen.
Denn die einprägsamen Bilder, die Schauspieler, die Idee und was daraus hätte entstehen können, sind so unglaublich vielversprechend. Der Film selbst ist nur noch prätentiös.

Lost River - Plakat

Lost River (Lost River, USA 2014)
Regie: Ryan Gosling
Drehbuch: Ryan Gosling
mit Christina Hendricks, Saoirse Ronan, Iain De Caestecker, Matt Smith, Reda Kateb, Barbara Steele, Eva Mendes, Ben Mendelsohn
Länge: 95 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Facebookseite zum Film
Film-Zeit über „Lost River“
Moviepilot über „Lost River“
Metacritic über „Lost River“
Rotten Tomatoes über „Lost River“
Wikipedia über „Lost River“ (deutsch, englisch)

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Ein Filmgespräch mit Ryan Gosling über „Lost River“


Neu im Kino/Filmkritik: „Kiss the Cook“ und iss das Essen

Mai 28, 2015

Wer möchte kann „Kiss the Cook – So schmeckt das Leben“ von Jon Favreau (Regie, Drehbuch, Hauptrolle) als Metapher auf seine Hollywood-Erfahrungen sehen. Er begann mit kleinen Independent-Filmen, wie „Swingers“ und „Made“, stieg dann mit seinen beiden „Iron Man“-Filmen und dem Science-Fiction-Western „Cowboys & Aliens“ in die Blockbuster-Regie auf und dreht jetzt wieder einen kleinen Film, der von der ersten bis zur letzten Sekunde den Geist des unabhängigen Independent-Kinos atmet.
Favreau erzählt die Geschichte von Carl Casper, der vor zehn Jahren zum Chefkoch eines Nobelrestaurants aufstieg. Aber anstatt seine eigenen Mahlzeiten zu kreieren, muss er den konservativen Kochplan seines Chefs ausführen. Immerhin lieben die Gäste seit Jahrzehnten genau diese Gerichte, die immer auf die gleiche Art zubereitet werden. Also bitte keine Experimente.
Nach einer missgünstigen Kritik eines Restaurantkritikers, der Carl vorwirft, dass er seinen Esprit verloren habe, flippt Carl aus. Der Streit zwischen ihnen führt letztendlich zu seiner Entlassung.
Mit etwas Hilfe von seiner Ex-Frau entschließt Carl sich zu einem Zurück-zu-den-Wurzeln-Programm. In Florida organisiert er sich einen Imbisswagen, bringt ihn, mit seinem elfjährigem Sohn Percy und seinem Sous-Chef Martin, wieder in Schuss. Gemeinsam machen sie sich von Miami aus auf den Weg quer durch die USA zurück nach Los Angeles.
Auf dem Weg durch die Südstaaten wird, auch dank der sozialen Medien, aus der Schnapsidee, mit der Carl seinem Sohn die regionale amerikanische Küche näher bringen will, ein Triumphzug. Denn überall stehen die Leute Schlange, um seine Variationen südamerikanischer und kubanischer Leckerbissen zu essen.
„Kiss the Cook“ ist ein sympathisches Feelgood-Movie, in dem etliche Stars kurze, oft prägnante Auftritte haben und man mit den drei Männern im Imbisswagen „El Jefe“ gerne seine Zeit verbringt. Da verzeiht man auch, dass diese Reise gänzliche konfliktfrei abläuft und das präsentierte Essen nicht sonderlich gesund ist.
Beim Tribeca-Filmfestival erhielt „Kiss the Cook“ den Publikumspreis.

Kiss the Cook - Plakat

Kiss the Cook – So schmeckt das Leben (Chef, USA 2014)
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jon Favreau
mit Jon Favreau, Emjay Anthony, Sofia Vergara, John Leguizamo, Scarlett Johansson, Oliver Platt, Bobby Cannavale, Amy Sedaris, Dustin Hoffman, Robert Downey jr.
Länge: 114 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Hinweise
Englische Facebookseite zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Kiss the Cook“
Moviepilot über „Kiss the Cook“
Metacritic über „Kiss the Cook“
Rotten Tomatoes über „Kiss the Cook“
Wikipedia über „Kiss the Cook“
Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)


TV-Tipp für den 29. Mai: Cowboys & Aliens

Mai 28, 2015

Vor „Kiss the Cook“ war „Cowboys & Aliens“

Pro 7, 20.15

Cowboys & Aliens (USA 2011, Regie: Jon Favreau)

Drehbuch: Roberto Orci, Alex Kurtzman, Damon Lindelof, Mark Fergus, Hawk Ostby (nach einer Geschichte von Mark Fergus, Hawk Ostby und Steve Oedekerk [klingt nach einer sehr langen Entwicklung])

LV: Scott Mitchell Rosenberg: Cowboys & Aliens, 2006 (Cowboys & Aliens)

Buch zum Film: Joan D. Vinge: Cowboys & Aliens, 2011

Wilder Westen: Aliens versuchten schon damals, die Erde zu besetzen. Aber dieses Mal legen sie sich mit „James Bond“ und „Indiana Jones“ an. Klarer Fall, wer die besseren Karten hat.

Vergnüglicher, starbesetzter, etwas unterschätzter Western, der gerade in seinen traditionellen Teilen gefällt, und viel besser als die Box-Office-Bombe „Lone Ranger“ ist.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des Films und der Vorlage.

mit Daniel Craig, Harrison Ford, Abigail Spencer, Buck Taylor, Olivia Wilde, Sam Rockwell, Clancy Brown, Paul Dano, Adam Beach, Noah Ringer, Keith Carradine, Walton Goggins

Wiederholung: Samstag, 30. Mai, 22.35 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

You Tube: der Kanal zum Film und der Kanal mit den Interviews (Jon Favreau unterhält sich mit den Beteiligten)

Film-Zeit über „Cowboys & Aliens“

Metacritic über “Cowboys & Aliens”

Rotten Tomatoes über “Cowboys & Aliens”

Wikipedia über “Cowboys & Aliens” (deutsch, englisch) und über die Vorlage (deutsch, englisch)

Go into the Story: Interview mit den Drehbuchautoren Roberto Orci und Alex Kurtzman über “Cowboys & Aliens”

Platinum Studios: Homepage zum Comic

Meine Besprechung von Jon Favreaus „Cowboys & Aliens“ (Cowboys & Aliens, USA 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: „Tracers“ – viel Parkour bei mediokrer Geschichte

Mai 28, 2015

Wie sieht das Leben nach einer Hauptrolle in einer erfolgreichen Serie aus? Schwierig. Sehr schwierig, wie auch „Tracers“ mit Taylor Lautner zeigt. Lautner, für alle die um Young-Adult-Hits einen großen Bogen mache, spielte in den „Twilight“-Filmen mit und jetzt versucht er sich wohl als Action-Star zu etablieren. Dabei ist das Drehbuch von Matt Johnson („Into the Blue“) so dünn ist, dass man nichts über seine schauspielererischen Qualitäten sagen kann. Seine Star-Qualitäten, die uns dazu bringen, den Film nur wegen ihm anzusehen und zu mögen, sind jedenfalls deutlich geringer als die seiner „Twilight“-Co-Stars.
Taylor Lautner spielt in „Tracers“ Cam, einen netten, bei den falschen Leuten hoch verschuldeten, New Yorker Fahrradkurier. Bei einer seiner Touren stößt er mit Nikki zusammen. Von seiner Seite ist es Liebe auf den ersten Blick. Außerdem ist er von ihren sportlichen Fähigkeiten fasziniert. Sie hüpft scheinbar schwerelos durch die Stadt.
Nach längerem Suchen findet er sie und sie verschafft ihm Zugang zu ihrer Clique: eine Gruppe junger Menschen, die Parkour, also das sportliche Laufen und Springen durch die Stadt ohne auf Hindernisse zu achten, praktizieren. Ihr Anführer ist Miller. Er plant die Überfälle, in denen sie ihre Parkour-Fähigkeiten als Verbrecher ausnutzen.
Cam will mitmachen. Wegen der Liebe. Wegen dem Sport. Wegen des Geldes. Denn der Geldeintreiber der chinesischen Mafia will unbedingt sein Geld zurückhaben. Mit dem üblichen unverschämten Zinsaufschlag.
Die Story ist die übliche Ansammlung von Klischees, die noch nicht einmal eine halbe Gehirnzelle Aufmerksamkeit beansprucht.
Dafür ist die Action äußerst überzeugend geraten. Für den Dreh wurden auch echte Parkourläufer verpflichtet. Bei den Stunts wird selten geschnitten und oft wird das Geschehen – wenn sie scheinbar schwerelos über ihr Trainingsgelände (ein Schiffswrack) oder über Häuserdächer springen – in der Totale gezeigt, die die große Leinwand rechtfertigt.
Der Film als Ganzes ist nur Direct-to-DVD-Standardware.

Tracers - Plakat

Tracers – It’s not a crime if they can’t catch you (Tracers, USA 2015)
Regie: Daniel Benmayor
Drehbuch: Matt Johnson
mit Taylor Lautner, Marie Avgeropoulos, Adam Rayner, Rafi Gavron, Josh Yadon, Luciano Acuna jr.
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Tracers“
Moviepilot über „Tracers“
Metacritic über „Tracers“
Rotten Tomatoes über „Tracers“
Wikipedia über „Tracers“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Der „Poltergeist“ poltert wieder

Mai 28, 2015

Wenn wir das „Das Original ist besser“-Gerede links liegen lassen, hat „Poltergeist“, Gil Kenans Remake des gleichnamigen Horrorfilms von Tobe Hooper (mit Steven-Spielberg-Vibe), zwei aktuelle Probleme: „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Der Babadook“ – zwei neue Horrorfilme, in denen in einem Haus die Hölle los ist, und die verdammt gut sind. Dagegen ist „Poltergeist“ nur ein laues Lüftchen, das vorhersehbar das Haunted-House-Horrorfilmgenre bedient. Denn die von Steven Spielberg erfundene Geschichte war schon beim 1982er Film altbekannt.
Die Familie Bowen zieht in ein wunderschönes Vorstadthaus, das direkt neben einer Grünanlage liegt. Schon bei der Besichtigung gibt es seltsame Ereignisse, die in den nächsten Tagen immer größere Dimensionen annehmen, bis – als vorläufiger Höhepunkt – die jüngste Tochter Maddy in eine andere Dimension verschwindet. Ihre beiden Geschwister Griffin und Kendra, Vater Eric (Sam Rockwell) und Mutter Amy (Rosemarie DeWitt, beide unterfordert), ein Team von universitären Forschern und ein professioneller Geisterjäger mit einer TV-Sendung versuchen jetzt das Kind zu retten.
Der Kontakt erfolgt dabei – und das war schon im Original der originelle Moment, der für das bekannte Plakatmotiv sorgte – über den Fernseher.
Der originale „Poltergeist“-Film überzeugte als altmodischer Geisterfilm, der die bekannte Geschichte mit guten Tricks noch einmal schlüssig in zwei Stunden erzählte. Er war die düstere Variante von „E. T.“, dem Film, den Steven Spielberg drehte, während er „Poltergeist“ produzierte und Tobe Hooper den Regiestuhl überließ. Schon während des Drehs gab es Diskussionen darüber, wie sehr Spielberg dann doch die Regie und den Schnitt übernahm. Der Film war ein Hit. In zwei Fortsetzungen durfte der Poltergeist weiter poltern.
Bei dem Remake übernahm Gil Kenan die Regie. Sein Regiedebüt war der Oscar-nominierten Animationsfilm „Monster House“ über ein sehr lebendiges Horrorhaus. „Tanz der Teufel“ Sam Raimi produzierte und selbstverständlich wird jetzt in 3D gepoltert. Es wurde – obwohl es eher nach einer Konvertierung aussieht – sogar in 3D gedreht. Trotzdem wirken die räumlichen Dimensionen auf eine ärgerliche Art immer etwas falsch. Denn, im Gegensatz zu einem Film Noir oder einem expressionistischem Horrorfilm, ist eine eindeutige künstlerische Aussage nie erkennbar. Immerhin gibt es keine Wackelkamera, kein Found-Footage-Gedöns und keine Splatter- und Folterorgien. Vor allem letzteres wäre in einem Geisterhausfilm auch etwas unpassend.
Im Gegensatz zu „Der Babadook“ ist „Poltergeist“ nur eine Geisterbahnfahrt: es gibt die erwartbaren Schocks und Überraschungen, aber die Seele, das Thema, das, was den Film zu mehr als einer Horrorshow machen könnte, fehlt. Die bösen Poltergeister sind einfach nur Tote, die stinkig sind, dass jemand ihre Grabsteine versetzt hat.

Poltergeist 2015 - Plakat

Poltergeist (Poltergeist, USA 2015)
Regie: Gil Kenan
Drehbuch: David Lindsay-Abaire (nach einer Geschichte von Steven Spielberg)
mit Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Saxon Sharbino, Kyle Catlett, Kennedi Clements, Jared Harris, Jane Adams, Susan Heyward, Nicholas Braun
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Film-Zeit über „Poltergeist“
Moviepilot über „Poltergeist“
Metacritic über „Poltergeist“
Rotten Tomatoes über „Poltergeist“
Wikipedia über „Poltergeist“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „San Andreas“ rockt, Dwayne Johnson rettet

Mai 28, 2015

Obwohl dieses Mal gleich die ganze San-Andreas-Verwerfung rockt, ist „San Andreas“ ein fast schon kleiner, intimer Film über eine Familienzusammenführung. Denn während die halbe Westküste von gigantischen Erdbebenstößen heimgesucht wird, will Ray Gaines (Dwayne Johnson) nur seine Tochter Blake (Alexandra Daddario) retten.
Ray ist Rettungspilot der Feuerwehr von Los Angeles und damit, wie wir in den ersten Filmminuten bei einem Einsatz in einer sehr engen Schlucht sehen, prädestiniert für eine solche Rettungsmission. Trotzdem nimmt er seine Ex-Frau Emma (Carla Gugino) mit. Immerhin ist sie die Mutter von Blake und er hat sie gerade in einer selbstmörderischen Rettungsaktion vom Dach eines Hochhauses gerettet. Danach waren das Hochhaus und die Innenstadt von Los Angeles erdbebenbedingt platt. Sein Berufsethos opfert er der geplanten Familienzusammenführung.
Währenddessen kämpft ihre Tochter in San Francisco ums Überleben. Zum Glück hat ihr Vater ihr alles beigebracht, was man zum Überleben während einer Katastrophe benötigt.
Die Katastrophenfilme der vergangenen Jahrzehnte überzeugten nie mit einer besonders komplexen Geschichte oder glaubwürdig-dreidimensionalen Charakteren. Normalerweise, wie in „Erdbeben“ (USA 1974), das ebenfalls in Los Angeles spielt, ein Kassenhit war und in jeder Beziehung wie ein Vorläufer für „San Andreas“ wirkt, darf ein imposantes Staraufgebot in vorhersehbaren Geschichten voller Klischees grenzdebile Sätze sagen, während sich, die unfreiwilligen Helden und die Feiglinge fein säuberlich auseinanderdividieren und die Tricks überzeugen.
Auch „San Andreas“ wäre als weitere Episode in „Erdbeben“ nicht weiter aufgefallen. Denn Dwayne Johnson ist der einzige Star. Paul Giamatti glänzt in einer Nebenrolle als Erdbebenforscher, der mit seinem Modell die nächsten Erdbebenstöße voraussagen kann. Die anderen Schauspieler sind eher unbekannt.
Die Tricks sind gut, aber inzwischen hat man schon viel zu oft im Computer fotogen zusammenfallende Gebäude gesehen. Im Gegensatz zu früher, ist die Qualität der Tricks zwischen einem billigem und einem teuerem Film und einem Computerspiel nicht mehr so groß wie früher. Vor allem wenn man den teueren Film nicht auf einer großen Leinwand sieht. Auffallend bei den zahlreichen Katastrophenszenen in „San Andreas“ ist der fast vollständige Verzicht auf die Zeitlupe, weshalb man die Zerstörung während der Beben kaum genießen kann. Und das alles geschieht äußerst unblutig. Immerhin sterben in dem Film tausende Menschen oder sie taumeln nach den Erdbebenstößen verletzt durch die Stadt.
Für den Film spricht eine insgesamt schlüssige Geschichte (eigentlich wird nur erzählt, wie Ray und Emma von Los Angeles nach San Francisco in wechselnden Fortbewegungsmitteln fahren und wie Blake in San Francisco zum vereinbarten Treffpunkt gehen will – und natürlich geschicht immer wieder etwas Unvorhergesehenes, das alle Pläne über den Haufen wirft), sympathische Schauspieler (Dwayne Johnson ist einfach immer sympathisch und Paul Giamatti ist immer ein Gewinn. Auch in einer vollkommen undankbaren Rolle.) und die durchaus ansehnlichen Zerstörungsorgien.
Es ist allerdings auch ein Katastrophenfilm, der sich nie bemüht mehr als ein weiterer Katastrophenfilm zu sein. Immerhin passiert ständig etwas, das die Handlung vorantreibt, und die Spannungs- und Kitschmomente sind so übersteigert, dass sie auch schon fast die eigene Parodie mitliefern.

San Andreas - Plakat

San Andreas (San Andreas, USA 2015)
Regie: Brad Peyton
Drehbuch: Carlton Cuse (nach einer Geschichte von Andre Fabrizio und Jeremy Passmore)
mit Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Ioan Gruffudd, Archie Panjabi, Paul Giamatti, Hugo Johnstone-Burt, Art Parkinson, Will Yun Lee, Kylie Minogue, Colton Haynes, Todd Williams, Matt Gerald
Länge: 115 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „San Andreas“
Moviepilot über „San Andreas“
Metacritic über „San Andreas“
Rotten Tomatoes über „San Andreas“
Wikipedia über „San Andreas“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 28. Mai: Night Moves

Mai 28, 2015

WDR, 23.30
Night Moves (Night Moves, USA 2013)
Regie: Kelly Reichardt
Drehbuch: Jon Raymond, Kelly Reichardt
Drei junge Öko-Aktivisten wollen einen Staudamm sprengen.
Insgesamt sehenswerter Arthaus-Thriller, der gelungen die gängigen Thrillerkonventionen unterläuft und ein Nicht-Hollywood-Bild von den USA zeichnet.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning, Peter Sarsgaard, Alia Shawkat, Logan Miller, Kai Lennox, Katherine Waterston, James Le Gros

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Night Moves“

Moviepilot über „Night Moves“

Metacritic über „Night Moves“

Rotten Tomatoes über „Night Moves“

Wikipedia über „Night Moves“ 

Meine Besprechung von Kelly Reichardts “Night Moves” (Night Moves, USA 2013 – mit zahlreichen O-Tönen von Kelly Reichardt und den Schauspielern)

Meine Besprechung von Kelly Reichardts „Night Moves“ (Night Moves, USA 2013 – zur DVD-Veröffentlichung)