TV-Tipp für den 29. August: Air Force One

August 28, 2022

R. i. P. Wolfgang Petersen (14. März 1941 in Emden – 12. August 2022 in Los Angeles, Kalifornien)

Heute läuft wieder einer seiner vielen guten Filme

Kabel 1, 20.15

Air Force One (Air Force One, USA 1997)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Dienstag, 30. August, 22.50 Uhr (davor, ab 20.15 Uhr, kämpft Harrison Ford gegen „Cowboys & Aliens“)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von Max Allan Collins‘ „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Wolfgang Petersens „Die Konsequenz“ (Deutschland 1977)


TV-Tipp für den 28. August: Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene

August 27, 2022

Tele 5, 20.15

Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene (Breach, USA 2007)

Regie: Billy Ray

Drehbuch: Adam Mazer & William Rotko und Billy Ray (nach einer Geschichte von Adam Mazer & Billy Rotko)

Der junge, ehrgeizige, katholische FBI-Mitarbeiter Eric O’Neill soll seinen Vorgesetzten, den streng gläubigen Sicherheitsexperten und Bürokraten Robert Hanssen bespitzeln. Wegen seiner sexuellen Vorlieben, wird ihm gesagt. Erst viel später erfährt er den wahren Grund für seinen Auftrag.

„Enttarnt“ ist ein feiner Polit-Thriller der John-le-Carré-Schule: ein spannendes, ruhig erzähltes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Schauspieler im Mittelpunkt der wahren, bei uns eher unbekannten Geschichte stehen. Der gewohnt grandiose Chris Cooper spielt Robert Hanssen, der von 1979 bis 2001 für den KGB spionierte und zahlreiche US-Agenten verriet.

Der echte O’Neill beriet die Filmemacher.

mit Chris Cooper, Ryan Phillippe, Laura Linney, Dennis Haysbert, Caroline Dhavernas, Gary Cole, Kathleen Quinlan, Bruce Davison

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene“

Wikipedia über „Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Billy Rays „Vor ihren Augen“ (Secret in their Eyes, USA 2015)


TV-Tipp für den 27. August: Die zwei Gesichter des Januars

August 26, 2022

ZDFneo, 21.40

Die zwei Gesichter des Januars (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Regie: Hossein Amini

Drehbuch: Hossein Amini

LV: Patricia Highsmith: The two Faces of January, 1964 (Unfall auf Kreta, Die zwei Gesichter des Januars)

Athen, 1962: Der kleine Betrüger Rydal (Oscar Isaac) schlägt sich als Fremdenführer durch, trifft das amerikanische Ehepaar Chester MacFarland (Viggo Mortensen) und Colette (Kirsten Dunst) und wird in einem Mordfall verwickelt. Denn auch Chester ist in betrügerische Geschäfte verwickelt.

Sehr stilbewusste Highsmith-Verfilmung.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Kirsten Dunst, Oscar Isaac, Daisy Bevan, Omiros Poulakis, David Warshofsky

Wiederholung: Sonntag, 28. August, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Die zwei Gesichter des Januars“

Metacritic über „Die zwei Gesichter des Januars“

Rotten Tomatoes über „Die zwei Gesichter des Januars“

Wikipedia über „Die zwei Gesichter des Januars“ (deutsch, englisch) und über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988)

Meine Besprechung von Hossein Aminis Patricia-Highsmith-Verfilmung “Die zwei Gesichter des Januars” (The two Faces of January, Großbritannien/USA/Frankreich 2014)

Meine Besprechung von Todd Haynes‘ Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ (Carol, USA/Großbritannien/Frankreich 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Märzengrund“, die Sucht nach Freiheit

August 26, 2022

Schon als Kind vergräbt Elias seine Nase lieber in ein Buch als in einen Misthaufen. Weil er in den Sechzigern in Tirol im Zillertal aufwächst, führt das zu Problemen mit seinem Vater. Er ist Großbauer und er möchte, dass Elias später den Hof übernimmt. Damit wäre Elias im Tal ein gemachter Mann.

Aber Elias will dieses Leben nicht. Und dann verliebt er sich kurz vor dem Ende seiner Schulzeit, auch noch in die falsche Frau. Sie ist älter als er und geschieden. Das sind schon zwei gute Gründe, die 1968 auf dem Land, wo die 68er Bewegung höchstens in den Fernsehnachrichten erwähnt wurde, gegen so eine Beziehung sprechen. Außerdem ist sie überaus lebenslustig. Sie vergnügt sich tanzend in der Dorf-Disco und schwimmt nackt im See. Mit Elias.

Um seinen Sohn zur Vernunft zu bringen, schickt er ihn für mehrere Monate auf die ihm gehörende Hochalm Märzengrund. Dort soll er allein das Vieh hüten. Elias, der auch psychische Probleme hat, genießt dieses einsame Leben. Hier hat er endlich die Ruhe, die er im Tal vermisst. Hier kann er so leben, wie er möchte. Dieses Leben in der zuerst aufgezwungenen, schnell selbstgewählten Einsamkeit will er nicht mehr aufgeben. Nach dem Winter kommt es darüber zum endgültigen Bruch zwischen Elias und seinem Vater.

In den folgenden Monaten steigt Elias in den Alpen so weit es geht nach oben. In einer Gegend über der Baumgrenze, in die normalerweise kein Mensch kommt, baut er sich eine Hütte.

Jahrzehnte später wird Elias mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Er ist inzwischen ein älterer Mann, der von dem Leben in den Bergen gezeichnet ist und viel älter aussieht als er ist. Er muss behandelt werden. Nachdem er nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, kommt er in ein Altersheim. Zunächst, so wird ihm gesagt, zur Genesung.

Dieser dritte, fast in der Gegenwart spielende Akt ist der große Schwachpunkt von Adrian Gogingers zweitem, mit vielen Zeitsprüngen erzähltem Spielfilm.

Sein Debüt war vor fünf Jahren das überzeugende Drogendrama „Die beste aller Welten“. Sein zweiter Kinofilm „Märzengrund“ basiert ebenfalls auf einer wahren Geschichte. Felix Mitterer verarbeitete sie 2016 als Auftragsarbeit für das in Stumm stattfindete Festival Stummer Schrei zu einem Theaterstück. Das Stück bildet die Grundlage für den Film. Die Geschichte wird konsequent von der Theaterbühne in die freie Natur und in die Berge verlegt. Regisseur Goiginger, der nach einem Treatment von Mitterer das Drehbuch schrieb, zeigt ausführlich das anstrengende Leben von Elias in den Bergen. Er muss sich eine Hütte bauen, in der er, während die Hütte im Schnee versinkt, den Winter überleben kann. Und er muss sein Essen jagen. Das ist leichter gesagt, als getan. Goiginger findet dafür Bilder, die an Terrence Malicks Naturverklärung erinnern.

In Rückblenden erzählt Goiginger dann, wie Elias zur Entscheidung kommt, ab 1968 sein Leben in dieser Hütte abseits der anderen Menschen und den Zwängen der Gesellschaft zu führen. In einer finalen, den zweiten Akt beendenden Konfrontation mit seinem Vater verzichtet Elias auf den Hof, das damit verbundene erkleckliche Erbe und den Einfluss im Tal. In dem Moment wissen und verstehen wir, warum Elias sein erimitäres Leben wählte.

Dieser, aus dem ersten und zweiten Akt bestehende Teil des Films ist überaus gelungen.

Der dritte, Jahrzehnte später spielende Akt ist dann nur noch ein überflüssiger Nachschlag, in dem Elias sich mit dem Krankenhaus, seiner Krankheit und seiner Familie arrangieren muss. In dem Moment besteht sie aus seiner Mutter, die ihn als Kind mit Lesestoff versorgte und immer wieder vor dem Vater beschützte, und seiner Schwester. Elias steht jetzt nicht mehr vor der Frage, wie er Leben möchte, sondern wie sein Leben war. Johannes Krisch, der den älteren Elias spielt, darf hier groß aufspielen. Ohne diesen Szenen hätte Krisch, seit 1989 Mitglied des Wiener Burgtheaters, nur einen kurzen Auftritt. Der jüngere Elias wird von Jakob Mader in seiner ersten nennenswerten Filmrolle gespielt und er trägt den insgesamt sehenswerten Film.

Märzengrund (Österreich/Deutschland 2022)

Regie: Adrian Goiginger

Drehbuch: Adrian Goiginger, Felix Mitterer (Co-Autor)

mit Jakob Mader, Johannes Krisch, Gerti Drassl, Harald Windisch, Verena Altenberger, Iris Unterberger, Carmen Gratl

Länge: 110 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Märzengrund“

Moviepilot über „Märzengrund“

Wikipedia über „Märzengrund“

Meine Besprechung von Adrian Goigingers „Die beste aller Welten“ (Österreich/Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 26. August: Das fliegende Auge

August 25, 2022

ZDFneo, 21.35

Das fliegende Auge (Blue Thunder, USA 1982)

Regie: John Badham

Drehbuch: Dan O’Bannon, Don Jakoby

Los Angeles: Als ein Hubschrauberpilot entdeckt, dass der von ihm gesteuerte Wunderhubschrauber (leise und ausgestattet mit der modernsten Technik, um Menschen optisch und akustisch zu überwachen) für die Bekämpfung von vorher provozierten Aufständen eingesetzt wird, entdeckt er sein Gewissen und flüchtet mit dem Hubschrauber. Seine Vorgesetzten findet das gar nicht lustig.

Damals eine Negativ-Utopie, heute ein SF-Klassiker und, in jeder Beziehung, brennend aktuell. Das kann wahrlich nicht über jeden Film gesagt werden.

Mit Roy Scheider, Malcolm McDowell, Warren Oates, Candy Clark, Daniel Stern, Joe Santos

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Das fliegende Auge“

Wikipedia über „Das fliegende Auge“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Die Känguru-Verschwörung“ bestätigt die richtige Weltsicht

August 25, 2022

Nach einem gescheiterten romantischen Abendessen im Dunkelrestaurant – Marc-Uwe war etwas unbeholfen und sein Mitbewohner, der ohne eine Einladung dabei war, kommentierte alles süffisant und schaltete im Restaurant das Licht an – hofft Marc-Uwe auf eine zweite Chance bei seiner großen Liebe Maria. Er wettet mit ihr, dass er ihre Mutter aus ihrem verschwörungstheoretischem Wahn wieder in die reale Welt zurückholt. Dabei soll ihm sein Mitbewohner, das Känguru, helfen. Es ist ein echtes Känguru, das bei ihm wohnt, redet, politisiert, klugscheißt und sich durchschnorrt. Die Geschichte ihrer ersten Begegnung wird in „Die Känguru-Chroniken“ erzählt.

Das von Marc-Uwe Kling erfundene Känguru hatte seinen ersten Auftritt 2008 in dem wöchentlichen Podcast „Neues vom Känguru“ beim RBB-Radiosender „Fritz“. Die kurzen Geschichten kamen gut an. Später wurden sie als Bücher veröffentlicht und zu Bestsellern. 2020 kam mit „Die Känguru-Chroniken“ die Verfilmung in die Kinos. Die Komödie war das erste prominenten Opfer der Covid-Pandemie. Denn kurz nach dem erfolgreichen Kinostart schlossen die Kinos. Trotzdem sahen über 800.000 Zuschauer den Film in den Kinos. Er steht auf dem neunten Platz der besucherstärksten Filme des Jahres 2020 in den deutschen Kinos. Da war eine Fortsetzung unvermeidlich. „Die Känguru-Verschwörung“ heißt sie und sie läuft jetzt in den Kinos an.

Wenn der schluffige Kleinkünstler Marc-Uwe die Wette gewinnt, muss Maria ihn zu einem Essen in Paris einladen. Wenn er verliert, muss er Maria und ihrem Sohn seine günstige, große Kreuzberger Mietwohnung überlassen.

Das Känguru kommentiert die Wette durchaus prophetisch mit der rhetorischen Frage: „Bist du wahnsinnig?“

Im folgenden erzählt „Die Känguru-Verschwörung“, wie Marc-Uwe und das Känguru versuchen, Marias Mutter ‚Diesel-Liesel‘ Lisbeth Schlabotnik von ihrem verschwörungstheoretischem Denken abzubringen. Dummerweise ist sie von den verschiedenen Verschwörungstheorien hundertfünfzig Prozent überzeugt und in der Szene der aufstrebende Star. Entsprechend desaströs verläuft für unsere beiden Helden die erste Begegnung mit Diesel-Liesel in Köpenick bei einer Diskussionsveranstaltung über die Klimalüge.

Als nächstes soll sie in Bielefeld auf der „Conspiracy Convention“ vor Adam Krieger, dem großen Star der Szene, auftreten. Das ist für Marc-Uwe und das Känguru die zweite Chance, die Wette zu gewinnen.

Die Story dient Marc-Uwe Kling, der hier neben dem Drehbuch (zusammen mit Jan Cronauer) auch die Regie übernahm, natürlich nur als grober Rahmen für eine enttäuschende Nummernrevue. Die Hauptstory wird immer wieder von Episoden unterbrochen, die mit ihr nichts zu tun haben. Sie bringen sie in keinster Weise voran und könnten ohne einen Verlust aus dem Film herausgeschnitten werden. Das sind ein Kampf mit dem Hauptmann von Köpenick, eine Auseinandersetzung mit einem BVG-Busfahrer, ein Drogentrip und ein Reenactment der Varusschlacht, in das unsere beiden Helden kurz vor Bielefeld hineinstolpern. Die beiden Hauptfiguren variieren teils aus den Känguru-Geschichten altbekannte Gags. Die Witze über Verschwörungstheorien und deren Verfechter sind nicht besonders gelungen. Viel zu oft wiederholen sie nur naheliegende und altbekannte Gags über Verschwörungstheoretiker und ihre abstrusen Theorien. Dazwischen gibt es, an den unpassendsten Stellen, das Alternative-Zitate-Spiel (in dem Zitate verändert oder den falschen Personen zugeordnet werden), und immer wieder, immer in Zeitlupe, Schnick Schnack Schnuck (bzw. Schere, Stein, Papier). Mit diesem Spiel treffen Marc-Uwe und dem Känguru Entscheidungen; wobei Marc-Uwe immer verliert.

Kling führte hier erstmals, durchaus gelungen Regie. Er hat viele Ideen. Er denkt in Filmbildern und es gibt etliche Nebenbei-Gags, die für mich zu den gelungensten Witzen des Films zählen. Allerdings nervt die immergleiche Präsentation von Schnick Schnack Schnuck, das im Film viel zu oft gespielt wird. Die Dialoge sind eher ambitionslos auf dem Niveau einer schlechteren TV-Sketch-Comedy inszeniert. Das Timing ist entsprechend. Und die Schauspieler spielen alle zu ausdruckslos. Das ist zwar angenehmer als ein permanentes Overacting, aber es ist hier einfach zu emotionslos.

Am Ende ist „Die Känguru-Verschwörung“ linksalternatives Wohlfühlkino, das niemanden überfordern oder verunsichern will. Das könnte zum Nachdenken führen.

Zum Filmstart erschien „Der Storyboard-Comic zum Film“. Dafür wurde das Storyboard, also die von Axel Eichhorst vor den Dreharbeiten gezeichnete Visualisierung des Films, die einen genauen Eindruck von dem späteren Film vermittelt, genommen und von Michael Holtschulte (Text), Ralf Marczinczik und Jan Thüring (Layout) für die Buchveröffentlichung bearbeitet. Das jetzt veröffentlichte Storyboard vermittelt einen guten, aber auch eigenständig lesbaren Eindruck von dem Film. Die Zeichnungen wirken immer wie Skizzen, die in erster Linie Anweisungen sind, die den Mitarbeitern am Set die Vision des Regisseurs vermitteln sollen. Die Dialoge und Abläufe sind aus dem Drehbuch und dem Film entnommen.

Die Känguru-Verschwörung (Deutschland 2022)

Regie: Marc-Uwe Kling

Drehbuch: Marc-Uwe Kling, Jan Cronauer

Buch zum Film: Marc-Uwe Kling/Jan Cronauer/Axel Eichhorst: Die Känguru-Verschwörung, 2022

mit Dimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Petra Kleinert, Michael Ostrowski, Benno Fürmann, Volker Zack, Adnan Maral, Tim Seyfi, Carmen-Maja Antoni, Melanie Straub, Daniel Zillmann, Nils Hohenhövel

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Das Buch zum Film

Marc-Uwe Kling/Jan Cronauer/Axel Eichhorst: Die Känguru-Verschwörung

Ullstein, 2022

296 Seiten

20 Euro

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Känguru-Verschwörung“

Moviepilot über „Die Känguru-Verschwörung

Wikipedia über „Die Känguru-Verschwörung“ und über Marc-Uwe Kling

Homepage von Marc-Uwe Kling

Meine Besprechung von Dani Levys Marc-Uwe-Kling-Verfilmung „Die Känguru-Chroniken“ (Deutschland 2020) und der Vorlage(n)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland“ (2017)

Meine Besprechung von Marc-Uwe Klings „Qualityland 2.0 – Kikis Geheimnis“ (2020)


TV-Tipp für den 25. August: Jurassic World

August 24, 2022

ZDF, 20.15

Jurassic World (Jurassic World, USA 2015)

Regie: Colin Trevorrow

Drehbuch: Rick Jaffa, Amanda Silver, Derek Connolly, Colin Trevorrow

LV: Charaktere von Michael Crichton

Jedes Jahr besuchen Tausende die Insel Isla Nublar, um dort lebendige Dinosaurier zu bestaunen. Eines Tages ergänzen die Urviecher ihren Speiseplan um die Inselbesucher und, nun, drücken wir es mal so aus: die Urlauber erleben einen unvergesslichen Urlaub. Wenn sie ihn überleben.

Unterhaltsamer, an der Kinokasse sehr erfolgreicher Dino-Thriller, der die Geschichte von „Jurassic Park“ weiter erzählt. Die nächsten beiden „Jurassic World“-Filme sind deutlich schlechter und weil der neueste „Jurassic World“-Film „Ein neues Zeitalter“ an der Kinokasse so erfolgreich ist, wird es mit Hollywood-Sicherheit weitere Dinosaurier-Filme geben.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Ty Simpkins, Nick Robinson, Vincent D’Onofrio, Judy Greer, BD Wong, Omar Sy, Jake Johnson, Irrfan Khan, Katie McGrath

Hinweise

Moviepilot über „Jurassic World“

Metacritic über „Jurassic World“

Rotten Tomatoes über „Jurassic World“

Wikipedia über „Jurassic World“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „The Book of Henry“ (The Book of Henry, USA 2017)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (Jurassic World: Dominion, USA 2022)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Baltasar Kormakurs „Beast – Jäger ohne Gnade“

August 24, 2022

Dr. Nate Samuels (Idris Elba) will mit seinen beiden Töchtern, der achtzehnjährigen Meredith (Iyana Halley) und der dreizehnjährigen Norah (Leah Jeffries), einige Tage bei seinem alten Freund Martin Battles (Sharlto Copley) in der südafrikanischen Savanne verbringen. Er ist Biologe und Manager eines Wildreservats.

Nate will mit diesem gemeinsamen Urlaub die Beziehung zu seinen Töchtern kitten. Vor allem Meredith wirft ihm immer noch vor, er habe sich zu wenig um ihre vor kurzem nach langer Krankheit verstorbene Mutter gekümmert.

Diese Familientherapie wird schnell zur Nebensache. Denn in der Savanne treffen sie auf einen riesigen Löwen, der auf einem Rachefeldzug ist und dabei alle Menschen, denen er begegnet, tötet.

Baltasar Kormákurs neuer Film „Beast – Jäger ohne Gnade“ ist genau das, was er verspricht: ein mit neunzig Minuten angenehm schlankes Horror-B-Picture, das unerbittlich an der Spannungsschraube dreht. Dazu gibt es einige in Südafrika gedrehte Cinemascope-Landschaftsaufnahmen. Sowieso wurde der gesamte Film vor Ort gedreht. Es gibt eine gute Besetzung. Einen angenehm furchterregendem Löwen (natürlich CGI) und ein straffes Drehbuch, in dem alles, was irgendwann erklärt oder gezeigt wird, später wieder wichtig wird.

Das ist genau der Thriller, den ich von Baltasar Kormákur erwartet habe. Und ich meine das lobend.

Beast – Jäger ohne Gnade (Beast, USA 2022)

Regie: Baltasar Kormákur

Drehbuch: Ryan Engle (nach einer Vorlage von Jaime Primak Sullivan)

mit Idris Elba, Sharlto Copley, Iyana Halley, Leah Jeffries, Martin Munro

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Beast“

Metacritic über „Beast“

Rotten Tomatoes über „Beast“

Wikipedia über „Beast“

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “Contraband” (Contraband, USA 2012)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs “2 Guns” (2 Guns, USA 2013)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Everest“ (Everest,USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Der Eid“ (Eidurinn, Island 2016)

Meine Besprechung von Baltasar Kormákurs „Die Farbe des Horizonts“ (Adrift, USA 2018)


TV-Tipp für den 24. August: Terminal

August 23, 2022

Pro7, 20.15

Terminal (The Terminal, USA 2004)

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Sacha Gervasi, Jeff Nathanson (nach einer Geschichte von Andrew Niccol und Sacha Gervasi)

Viktor Navorski (Tom Hanks) hat Pech bei der Einreise in die USA. Weil in seiner Heimat Krakosien geputscht wurde, ist er jetzt staatenlos. Zurückfliegen kann er nicht. Und er darf, wie ihm der leitende Grenzschutzbeamte erklärt, die USA nicht betreten. Und zurückfliegen kann er auch nicht. Also richtet er sich, ganz gesetzestreuer Bürger, im Transitbereich des JFK-Airports häuslich ein.

Herziges, sehr komödiantisches, sehr lose auf einem wahren Fall basierendes Drama im Frank-Capra-Stil mit einem über jede Kritik erhabenem Ensemble.

mit Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Zoë Saldana, Eddie Jones, Jude Ciccolella, Michael Nouri, Benny Golson (sein, ähem, Schauspieldebüt als Benny Golson)

Wiederholung: Donnerstag, 25. August, 02.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Terminal“

Wikipedia über „Terminal“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” (Indiana Jones and the kingdom of the skull, USA 2008)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Gefährten” (War Horse, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs “Lincoln” (Lincoln, USA 2012)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ (Bridge of Spies, USA 2015)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „BFG – Big Friendly Giant (The BFG, USA 2016)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Die Verlegerin“ (The Post, USA 2017)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „Ready Player One“ (Ready Player One, USA 2018)

Meine Besprechung von Steven Spielbergs „West Side Story“ (West Side Story, USA 2021)

Steven Spielberg in der Kriminalakte


Cover der Woche

August 23, 2022

Der erste Spenser-Roman, 1973 erschienen, ein Klassiker und immer noch ein Lesevergnügen. Bis zu seinem Tod schrieb Robert B. Parker vierzig Spenser-Romane. Seitdem erzählt Ace Atkins weitere Geschichten mit dem normalerweise in Boston arbeitendem Privatdetektiv. Diese inzwischen zehn Krimis sind noch nicht ins Deutsche übersetzt.


TV-Tipp für den 23. August: Liebe

August 22, 2022

HR, 00.15

Liebe (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Regie: Michael Haneke

Drehbuch: Michael Haneke

Georges pflegt seine Frau Anne, mit der er seit Jahrzehnten verheiratet ist – und Michael Haneke beobachtet diesen Weg in den Tod mit der ihm eigenen Präzision.

Der grandiose Film erhielt unter anderem die Goldene Palme (kurz nach seiner Weltpremiere), den Oscar als bester ausländischer Film (er war auch nominiert als bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und beste Hauptdarstellerin), mehrere Césars und viele weitere Preise.

Warum ich den Film so gut finde, obwohl er nicht unproblematisch ist, erkläre ich in meiner ausführlichen Kritik.

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud, William Shimell, Ramón Agirre, Rita Blanco

Hinweise

Metacritic über „Liebe“

Rotten Tomatoes über „Liebe“

Wikipedia über „Liebe“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Thomas Assheuers Interviewbuch “Nahaufnahme: Michael Haneke” (2010)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Liebe“ (Amour, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012)

Meine Besprechung von Michael Hanekes „Happy End“ (Happy End, Frankreich/Deutschland/Österreich 2017)

Mein Kurzhinweis auf Michael Hanekes „Die Drehbücher“ (2019)

Michael Haneke in der Kriminalakte


Verlosung: Wer will als Jahresbegleiter den „Schüren Filmkalender 2023“?

August 22, 2022

Lohnen sich heutzutage überhaupt noch gedruckte Kalender? Schließlich hat jeder seinen Kalender auf dem Computer (bis zum Stromausfall). Dort kann man sich auch Notizen bis zum Abwinken machen und sich mit der Erinnerungsfunktion an wichtige Termine, wie die Geburtstage der Kinder, erinnern lassen.

Und trotzdem sind Kalender, wie ein Blick in die nächste Buchhandlung zeigt, immer noch beliebt. Schließlich haben sie etwas haptisches, die dort aufgeschriebenen Termine gehen nicht verloren und, jetzt komme ich zum „Schüren Filmkalender 2023“, oft stehen bei den einzelnen Tagen wichtige allgemeine Informationen. In einem Filmkalender sind das vor allem Geburtstage und Todestage von wichtigen Filmschaffenden. Natürlich gibt es die Daten auch in der IMDb. Aber wer will wirklich jeden Tag hunderte, wenn nicht sogar tausende Namen durchscrollen, um zu erfahren, dass Tom Hanks am 9. Mai 1956, Johnny Depp am 9. Juni 1963 und Doris Fuhrmeister, die erste ausgebildete Filmvorführerin in Deutschland (jetzt habt ihr etwas gelernt) am 7. November 1889 geboren sind und Federico Fellini und River Phoenix am 31. Oktober 1993 starben.

Es gibt teils ausführliche Texte zu bekannten Filmschaffenden, wie Roman Polanski, Fatih Akin, Kathleen Kennedy, Greta Gerwig und Michael Mann, die alle 2023 runde Geburtstage feiern, und Themen, Phänomenen und bestimmten Filmen, die in einen größeren Kontext gestellt werden, wie Jim Sheridans 1993er Nordirlanddrama „Im Namen des Vaters“. Über den Zombiefilm geht es ausgehend von dem 1943er Horrrofilm „Ich folgte einem Zombie“ (I walked with a Zombie). Der Caper-Film wird mit der 1973er Gaunerkomödie „Der Clou“ (The Sting) gewürdigt.

Außerdem enthält der „Schüren Filmkalender 2023“, teils mit Erklärungen, die Adressen von wichtigen Institutionen und Festivals.

Damit kann der Kalender für Filmfans mühelos zu einem wichtigen Begleiter durch das Jahr werden.

Auf dem Buchcover ist Catherine Deneuve in „Die Regenschirme von Cherbourg“ abgebildet. Sie hat am 22. Oktober einen runden Geburtstag und sieht immer noch so verführerisch aus wie zu Zeiten von „Belle de Jour“.

Teilnahmebedingungen für die Verlosung

Der Schüren Verlag hat der Kriminalakte für eine Verlosung zwei druckfrische Exemplare vom „Filmkalender 2023“ überlassen.

Die Verlosung endet am kommenden Montag, den 29. August, um Mitternacht (also um 23.59 Uhr).

In den Betreff müsst ihr „Verlosung Filmkalender“ schreiben und in der Mail an info@axelbussmer.de muss eine deutsche Postadresse stehen.

Nils Bothmann (Redaktion): Schüren Filmkalender 2023

Schüren, 2022

208 Seiten

12 Euro

Hinweise

Schüren über den „Filmkalender 2023“

Meine Besprechung von „Schüren Filmkalender 2013“


TV-Tipp für den 22. August: Der Nachtmahr

August 21, 2022

NDR, 23.50

Der Nachtmahr (Deutschland 2015)

Regie: AKIZ (aka Achim Bornhak)

Drehbuch: AKIZ

Auf einer Techno-Party entdeckt die partysüchtige siebzehnjährige Berlinerin Tina im Gebüsch ein missgestaltetes Wesen, das aus einem Alptraum kommen könnte. Dieser Nachtmahr wird ihr ständiger, nur für sie sichtbarer Begleiter und er bringt ihr Leben durcheinander.

TV-Premiere. Eigenständiger deutscher Horrorfilm und Coming-of-Age-Film, gedreht ohne Fördergelder und TV-Sender mit einem Mini-Budget. So konnte AKIZ den Film schnell und ohne Kompromisse drehen. Und das Ergebnis ist ein in jedem Fall sehenswerter und ziemlich einzigartiger Trip.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Carolyn Genzkow, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Sina Tkotsch, Alexander Scheer, Kim Gordon

Hinweise

Filmportal über „Der Nachtmahr“

Moviepilot über „Der Nachtmahr“

Rotten Tomatoes über „Der Nachtmahr“

Wikipedia über Achim Bornhak und über „Der Nachtmahr“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von AKIZ‘ „Der Nachtmahr“ (Deutschland 2015)


TV-Tipp für den 21. August: Widows – Tödliche Witwen

August 20, 2022

Sat.1, 20.15

Widows – Tödliche Witwen (Widows, USA 2018)

Regie: Steve McQueen

Drehbuch: Gillian Flynn, Steve McQueen (basierend auf der gleichnamigen TV-Serie von Lynda La Plante)

Was ihre Männer könne, können Veronica, Linda und Alice auch. Vor allem weil sie tot sind und ihre Witwen Geldprobleme haben. Also ruft Veronica die anderen Witwen zusammen und sie beschließen, den nächsten Einbruch, den ihre Männer geplant hatten, durchzuführen. Mit weiblicher Finesse.

Schnörkellose, top besetzte Genre-Kost von Steve McQueen, der vorher „Hunger“, „Shame“ und „12 Years a Slave“ inszenierte. „Widows – Tödliche Witwen“ ist sein „Inside Man“.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, Jackie Weaver, Robert Duvall, Liam Neeson, Brian Tyree Henry, Garrett Dillahunt, Carrie Coon, Jon Bernthal, Manuel Garcia-Rulfo, Lukas Haas

Wiederholung: Montag, 22. August, 01.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Widows“

Metacritic über „Widows“

Rotten Tomatoes über „Widows“

Wikipedia über „Widows“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Steve McQueens „12 Years a Slave“ (12 Years a Slave, USA 2013)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Widows – Tödliche Witwen“ (Widows, USA 2018)

Meine Besprechung von David Finchers Gillian-Flynn-Verfilmung „Gone Girl – Das perfekte Opfer (Gone Girl, USA 2014) (Buch- und Filmkritik)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenners Gillian-Flynn-Verfilmung „Dark Places – Gefährliche Erinnerung“ (Dark Places, USA/Frankreich 2015)


TV-Tipp für den 20. August: Sommer vorm Balkon

August 19, 2022

RBB, 23.30

Sommer vorm Balkon (Deutschland 2005)

Regie: Andreas Dresen

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Ein Fest für Berliner und Berlin-Freunde: Andreas Dresen verfolgt in seinem wahrscheinlich leichtesten Film die beiden Mittdreißigerinnen Nike und Katrin. Beide sind aus dem Leben gegriffene Charaktere, die ihre alltäglichen Probleme auch mit viel Humor kaum bewältigen können. Dank des liebevoll-melancholisch-humorvollen Tonfalls schwebt ein sehr angenehmer Hauch von Nouvelle Vague durch den skizzenhaften Film. Da fällt die dünne Story kaum auf.

Mit Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Stefanie Schönfeld

Hinweise

Filmportal über „Sommer vorm Balkon“

Wikipedia über „Sommer vorm Balkon“

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)

Meine Besprechung von Andreas Dresens James-Krüss-Verfilmung „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ (Deutschland 2017)

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Andreas Dresens „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (Deutschland/Frankreich 2022)


Impressionen aus Berlin: Tram im Bau

August 19, 2022

Berlin, Moabit, Nähe U-Bahnhof Turmstraße: hier wird eine Tram gebaut. Danach geht’s schneller zum Hauptbahnhof.


TV-Tipp für den 19. August: Der Schneider von Panama

August 18, 2022

3sat, 22.25

Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama, USA/Irland/Großbritannien 2001)

Regie: John Boorman

Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis

LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)

Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.

Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.

Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter, Brendan Gleeson, Martin Ferrero, Mark Margolis, Dylan Baker, Daniel Radcliffe

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Schneider von Panama“

Wikipedia über „Der Schneider von Panama“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von John Boormans „Zardoz“ (Zardoz, USA 1973 – Kult mit Sean Connery)

Homepage von John le Carré

seine Romane

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

neuere le-Carré-Verfilmungen

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Delia Owens‘ „Der Gesang der Flusskrebse“ im Sparks-Land

August 18, 2022

Am 30. Oktober 1969 entdecken zwei spielende Jungen im Marschland die Leiche von Chase Andrews. Trotz einer dünnen Beweislage wird Kya Clark angeklagt, ihn heimtückisch ermordet zu haben.

Im Dorf ist sie als das Marschmädchen bekannt. Diesen Spitznamen hat sie bekommen, weil sie seit ihrer Geburt in North Carolina im Marschland, dem lebendigem Teil des Sumpfes, lebt. Zunächst mit ihrer Familie, später allein.

Delia Owens erzählt in ihrem Romandebüt „Der Gesang der Flusskrebse“ Kyas Geschichte. Owens ist eine 1949 geborene Zoologin, die mit ihrem Mann Jahrzehnte in Botswana uns Sambia in der Wildnis forschte. Wegen damaliger, nie restlos aufgeklärter Aktionen gegen Wilderer soll sie in Sambia vor Gericht aussagen. Sie weigert sich. Wer will, kann kann ihr Romandebüt als ein kaum verklausuliertes Geständnis oder eine vollkommen fiktive Bearbeitung dieses Mordvorwurfs lesen. Oder einfach als eine unterhaltsame Geschichte.

Owens erzählt in „Der Gesang der Flusskrebse“ die Geschichte von Kya als eine gut zu lesende Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, Naturbetrachtung und Gerichtsdrama; wobei die Kriminalgeschichte der enttäuschendste Teil des Romans ist.

Der Roman wurde sofort ein Bestseller. In den USA wurden bis jetzt über 15 Millionen Exemplare verkauft. Damit gehört „Der Gesang der Flusskrebse“ dort zu den größten Bestsellern. In Deutschland stand das Werk 2020 jede Woche auf einem der ersten zwanzig Plätze der Spiegel-Bestsellerliste.

Hollywood, in diesem Fall Reese Witherspoon und ihre Firma, kaufte die Verfilmungsrechte. Und jetzt startet die Verfilmung in unseren Kinos. Olivia Newman übernahm die Regie. Lucy Alibar schrieb das Drehbuch. Sie ist eine der beiden Autorinnen von „Beasts of the Southern Wild“. Und Daisy Edgar-Jones übernahm die Hauptrolle. Sie spielt Kya als junge Frau.

Der Film folgt, wie wir es von Bestseller-Verfilmungen gewohnt sind, weitgehend der Vorlage. Wer also den Roman kennt, wird hier und da eine andere Nuance entdecken, und den Täter kennen. Größere Veränderungen, die allerdings nichts an der Struktur der Geschichte und dem Ablauf der Handlung ändern, gibt es eigentlich nur im Vorfeld bei den Ermittlungen der Polizei und in der Gerichtsverhandlung. Beide Male nimmt sie viel Erzählzeit in Anspruch. Trotzdem ist der Krimiplot im Buch und im Film der wirklich ärgerliche Teil. Sie wird mitgeschleppt und teilweise episch ausgebreitet. Beide Male, ohne jetzt ins Detail zu gehen, überzeugt die Planung und Durchführung der Tat nicht. Im Roman wirken die Ermittlungen der Polizei immer so, als habe Owens ihr Wissen aus dem Ansehen von „C. S. I.“-Folgen in die Vergangenheit übertragen.

Erzählt wird Kyas Geschichte mit zahlreichen Zeitsprüngen.

Im Jahr 1969 wird vor allem das Gerichsverfahren geschildert. Ihr Verteidiger ist Tom Milton (David Strathairn im James-Stewart-Modus). Er ist ein pensionierter Kleinstadtanwalt, der Kya helfen will und sich deshalb freiwillig meldete. Und obwohl viele Szenen im Gerichtssaal spielen, erfahren wir erst in Miltons Schlussplädoyer, warum Kya verdächtigt wird und wie sie den Mord begangen haben soll.

In der Vergangenheit, also ab 1952, erfahren wir, wie Kyas Familie im Marschland lebt, wie die einzelnen Familienmitglieder, beginnend mit der Mutter, die von ihrem Mann nicht mehr geschlagen werden will, das Haus verlassen. Damals ist Kya sechs Jahre alt und sie ist das jüngste Kind der Familie. Vier Jahre später verschwindet Kyas gewalttätiger und trunksüchtiger Vater. Die in dem Moment zehnjährige Kya bleibt allein in der im Sumpf stehenden Bretterbude zurück. Sie versorgt sich allein und erzählt niemand davon. Denn sie will unter keinen Umständen in eine Pflegefamilie kommen. Sie lernt Tate Walker kennen. Er interessiert sich ebenfalls für die Tiere und Pflanzen im Marschland. Der feinfühlige Junge bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Und er respektiert sie so, wie sie ist. Er will ihr nicht seinen Willen aufzwingen oder sie in seinem Sinn verändern. Sie verlieben sich ineinander. Aber dann geht er an die Universität.

Kyas zweite große Liebe ist Chase Andrews, ein arroganter und latent gewaltätiger Schönling, Footballstar und Sohn vermögender Eltern. Obwohl er Kya umwirbt, ist es eine aussichtslose Liebe. Denn er plant eine Heirat mit einem der Mädchen aus der Kleinstadt Barkley Cove.

Der Film erzählt Kyas Geschichte als eine typische Nicholas-Sparks-Liebesgeschichte im Setting eines Fünfziger-Jahre-Hollywood-Dramas. Es gibt etwas Verbrechen, etwas Liebe, etwas Coming of Age, einige Naturbetrachtungen, Kleinstadtfolklore und einige sanft angedeutete Konflikte zwischen den Menschen und Rassen. Alles ist zu sauber. Es gibt ein schlecht entwickeltes Südstaaten-Gerichtsdrama mit einem netten Anwalt und vielen Szenen im Gerichtssaal. Es gibt eine Frau zwischen zwei Männern. Das ist der Stoff, der in den Nicholas-Sparks-Verfilmungen, die alle vorhersehbare Schmonzetten sind, besser präsentiert wird.

In „Der Gesang der Flusskrebse“ finden die Macher nie eine eigene Haltung zur Geschichte. Also illustrieren sie nur die Vorlage und verwässern sie. Das gilt vor allem für Kya, deren Lebensphilosophie die des Marschlandes und damit der dort lebenden Tiere, die sich gegenseitig fressen, ist.

Kyas Geschichte ist kompetent inszeniert und gespielt. „Der Gesang der Flusskrebse“ gehört zu den Filmen, die nie wirklich schlecht, aber auch nie gut sind. Er bedient lediglich die Erwartungen der unzähligen Leser des Romans, die die Geschichte des Romans möglichst ohne irgendwelche Reibungsverluste als Film sehen wollen.

Der Gesang der Flusskrebse (Where the Crawdads sing, USA 2022)

Regie: Olivia Newman

Drehbuch: Lucy Alibar

LV: Delia Owens: Where the Crawdads sing, 2018 (Der Gesang der Flusskrebse)

mit Daisy Edgar-Jones, Taylor John Smith, Harris Dickinson, Michael Hyatt, Sterling Macer Jr., David Strathairn, Garret Dillahunt, Jojo Regina

Länge: 126 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

(übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann)

Heyne, 2021

464 Seiten

11,99 Euro

Originalausgabe

Where the Crawdads sing

G. P. Putnam’s Sons, 2018

Deutsche Erstausgabe

hanserblau, 2019

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Der Gesang der Flusskrebse“

Metacritic über „Der Gesang der Flusskrebse“

Rotten Tomatoes über „Der Gesang der Flusskrebse“

Wikipedia über „Der Gesang der Flusskrebse“ (Film) (deutsch, englisch), „Der Gesang der Flusskrebse“ (Roman) (deutsch, englisch) und Delia Owens (deutsch, englisch)

Perlentaucher über „Der Gesang der Flusskrebse“

Bookmarks über „Der Gesang der Flusskrebse“


TV-Tipp für den 18. August: James Bond 007: GoldenEye

August 17, 2022

Vox, 20.15

James Bond: GoldenEye (GoldenEye, Großbritannien 1995)

Regie: Martin Campbell

Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine

LV: Charakter von Ian Fleming

Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)

General Ourumov (Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.

Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.

Thriller-Autor John Gardner (u. a. schrieb er einen Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.

Anschließend, um 23.00 Uhr, lässt Vox Roger Moore als James Bond „Leben und sterben lassen“.

mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M nennt sie 007 ein „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen

Wiederholung: Samstag, 20. August, 22.50 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „GoldenEye“

Wikipedia über „GoldenEye“ (deutsch, englisch)

Homepage von Ian Fleming

Meine Besprechung von Ian Flemings ersten drei James-Bond-Romane “Casino Royale”, “Leben und sterben lassen” und “Moonraker”

Meine Besprechung von John Gardners “James Bond – Kernschmelze” (James Bond – Licence Renewed, 1981; alter deutscher Titel “Countdown für die Ewigkeit”)

Meine Besprechung von John Gardners „James Bond – Der Mann von Barbarossa“ (James Bond – The Man from Barbarossa, 1991)

Meine Besprechung von Sebastian Faulks’ James-Bond-Roman „Der Tod ist nur der Anfang“ (Devil may care, 2008)

Meine Besprechung von Jeffery Deavers James-Bond-Roman “Carte Blanche” (Carte Blanche, 2011)

Meine Besprechung von William Boyds James-Bond-Roman “Solo” (Solo, 2013)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz’ “James Bond: Trigger Mortis – Der Finger Gottes” (James Bond: Trigger Mortis, 2015)

Meine Besprechung von Anthony Horowitz‘ „James Bond – Ewig und ein Tag“ (James Bond – Forever and a day, 2018)

Meine Besprechung der TV-Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ (Fleming, Großbritannien 2014)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Films „Skyfall“ (Skyfall, GB/USA 2012)

Meine Besprechung von Sam Mendes’ James-Bond-Film “Spectre” (Spectre, USA/GB 2015)

Meine Besprechung von Cary Joji Fukunaga James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ (No time to die, Großbritannien 2021)

Meine Besprechung von Danny Morgensterns „Unnützes James Bond Wissen“ (2020)

Kriminalakte: Mein Gespräch mit Danny Morgenstern über „Keine Zeit zu sterben“ und sein Buch „Das ultimative James-Bond-Quizbuch“ (1. Oktober 2021) (Sehbefehl?)

James Bond in der Kriminalakte

Ian Fleming in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Martin Campbells TV-Serie “Am Rande der Finsternis” (Edge of Darkness, GB 1985 – DIE Vorlage für “Auftrag Mord”)

Meine Besprechung von Martin Campbells „Green Lantern” (Green Lantern, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Campbells „The Foreigner“ (The Foreigner, Großbritannien/China 2017) (mit Jackie Chan und Pierce Brosnan)


Die Shortlist für den Crime Cologne Award 2022

August 17, 2022

Die Jury für den Crime Cologne Award hat ihre Shortlist für den besten deutschsprachigen Kriminalroman diese Werke gesetzt:

Martin von Arndt: »Wie wir töten, wie wir sterben« (ars vivendi)

Horst Eckert: »Das Jahr der Gier« (Heyne Verlag)

Linus Geschke: »Das Loft« (Piper)

Tommie Goerz: »Frenzel« (ars vivendi)

Petra Ivanov: »Stumme Schreie« (Unionsverlag)

Jan Costin Wagner: »Am roten Strand« (Galiani Berlin)

Die Preisverleihung ist am 30. September um 19.30 Uhr im Clouth 104 in Nippes.

Das Krimifestival Crime Cologne ist vom 25. September bis zum 4. Oktober 2022 in Köln.