TV-Tipp für den 19. Januar: Little Big Soldier

Januar 19, 2016

Tele 5, 20.15
Little Big Soldier (Da bing xiao jiang, China/Hongkong 2010)
Regie: Sheng Ding
Drehbuch: Jackie Chan
Ein Soldat (Jackie Chan), der mit seiner äußerst unheroischen Kampftechnik „Toter Mann“ eine Schlacht überlebt, kann danach einen gegnerischen General gefangennehmen. Er will ihn zu seinem König bringen und die Belohnung in Empfang nehmen.
In „Little Big Soldier“ gibt es, wie man es von Jackie Chan kennt, Action und Komik. Aber auch beträchtliche Schauwerte und eine zeitlose Antikriegsbotschaft.
mit Jackie Chan, Leehom Wang, Rongguang Yu, Ken Lo, Sung-jun Yoo, Peng Lin

Wiederholung: Mittwoch, 20. Januar, 00.50 Uhr (dann wahrscheinlich in der ungekürzten FKS-16-Version)

Hinweise

Homepage zum Film

Rotten Tomatoes über „Little Big Soldier“

Wikipedia über „Little Big Soldier“ (deutsch, englisch)

Berlinale: Pressekonferenz zu “Little Big Soldier” (16. Februar 2010)

Homepage von Jackie Chan

Meine Besprechung von Sheng Dings „Little Big Soldier (Da bing xiao jiang, China/Hongkong 2010)


TV-Tipp für den 18. Januar: Die Frage: Wie schlimm ist Knast?

Januar 18, 2016

BR, 22.30
Die Frage: Wie schlimm ist Knast? (Deutschland 2015)
Regie: Michael Bartlewski, Florian Meyer-Hawranek
Drehbuch: Michael Bartlewski, Florian Meyer-Hawranek
Halbstündige Reportage, die versucht, herauszufinden, wie schlimm der Strafvollzug ist und warum so viele Menschen nach verbüßter Haftstrafe rückfällig werden. Michael Bartlewski recherchiert unter anderem in der Jugendstrafanstalt Arnstadt in Thüringen.
Hinweis
BR über die Doku
BR: Michael Bartlewski über die Doku
Wikipedia über den Strafvollzug


Neu im Kino/Filmkritik: Die globale Familiengeschichte „Iraqi Odyssey“

Januar 17, 2016

Wer sind diese Flüchtlinge, die derzeit zu Tausenden in Deutschland Asyl beantragen? Eine endgültige Antwort darauf liefert „Iraqi Odyssey“ natürlich nicht. Einerseits, weil die heutigen Flüchtlinge nicht alle aus dem Irak kommen, andererseits weil Samir in dem Film nur eine handvoll Menschen porträtiert, die alle mit ihm verwandt sind, verstreut über den gesamten Globus leben und auch repräsentativ für die anderen Iraker sind, die aus dem Irak flüchteten. Derzeit leben über vier Millionen Iraker im Ausland und knapp 36 Millionen Iraker im Irak.
Auch der 1955 geborene Samir kam schon als Kind nach Europa. In die Schweiz. In seinem Film erzählt der Regisseur („Snow White“, „Forget Baghdad“ [das die Initialzündung für „Iraqi Odyssey“ war]) die Geschichte seiner gebildeten und politisch interessierten Mittelklassefamilie anhand des Lebens von einigen Familienmitgliedern, die auch ausführlich vor der Kamera über ihr abenteuerliches Leben in verschiedenen Ländern und ihre Beziehung zu ihrem Geburtsland, ihrer Heimat, reden. Deren Erinnerungen entfalten sich vor der Geschichte Iraks seit den fünfziger Jahren. Damals gab es ein modernes und tolerantes Irak. 1963 putschte sich die Baath-Partei an die Macht. Saddam Hussein wurde Herrscher. Es gab die bekannten Golfkriege. Hussein wurde entmachtet, aber ein friedliches Irak ist noch Zukunftsmusik.
Gerade diese Verknüpfung zwischen individuellen Schicksalen und der Geschichte eines Landes macht aus der Familiengeschichte auch eine universelle Geschichte, die aus einem anderem Blickwinkel erzählt wird. Denn es ist nicht die Perspektive der Aufnahmeländer oder des Westens, sondern die von durchaus privilegierten Betroffenen. Samir geht sogar noch einen Schritt weiter: „Mir wuurde als Filmemacher erst spät bewusst, dass die Geschichte unserer Familie stellvertretend für eine ganze Generation und ein Projekt steht: dem Projekt der Moderne.“
In der langen Fassung, die in einigen Kinos läuft, dauert der Film fast drei Stunden, die wie im Flug vergehen. Auf das 3D, das dem Film zusätzliche Dimensionen verleihen soll, hätte Samir verzichten können. Es ist eine Spielerei, die dem Film nichts wesentliches hinzufügt.

Iraqi Odyssey - Plakat

Iraqi Odyssey (Schweiz/Deutschland/Irak 2014)
Regie: Samir
Drehbuch: Samir
mit Samira Jamal Aldin, Sabah Jamal Aldin, Jamal Al Tahir, Tanya Uldin, Souhair Jamal Aldin, Samir
Länge: 170 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Samir erstellte auch eine neunzigminütige Fassung, die auch in Kinos gezeigt werden kann. Samir sagt zu dieser Fassung: „Darin fehlen aber zwei wichtige Charaktere, welche die Generation der Irakis in der Diaspora repräsentieren und für mich essentiell sind zum tiefer gehenden Verständnis meiner Familiengeschichte.“
–
Hinweise
Homepage zum Film
Moviepilot über „Iraqi Odyssey“
Rotten Tomatoes über „Iraqi Odyssey“
Wikipedia über „Iraqi Odyssey“
Berlinale über „Iraqi Odyssey“


TV-Tipp für den 17. Januar: Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

Januar 17, 2016

Pro7, 20.15
Das erstaunliche Leben des Walter Mitty (The Secret Life of Walter Mitty, USA 2013)
Regie: Ben Stiller
Drehbuch: Steven Conrad
LV: James Thurber: The Secret Life of Walter Mitty, 1939 (Walter Mittys Geheimleben, Kurzgeschichte, Erstveröffentlichung in „The New Yorker“)
Walter Mitty arbeitet im Fotoarchiv des „Life Magazine“ und in seiner Fantasie erlebt er die tollsten Abenteuer. Sein Leben ändert sich, als auf dem Titelbild der letzten Ausgabe des Magazins ein von dem wagemutigem Fotografen Sean O’Connell gemachtes Bild erscheinen soll. Denn dummerweise findet Mitty das Negativ nicht. Also macht er sich auf den Weg. Er sucht O’Connell und erlebt dabei die erstaunlichsten Abenteuer.
Wunderschöne, gelungen zwischen Fantasie und Realität wechselnde Komödie über Träume und ihre Erfüllung. Von James Thurbers klassischer Kurzgeschichte wurde nur die Grundidee übernommen.
mit Ben Stiller, Kirsten Wiig, Sean Penn, Shirley MacLaine, Adam Scott, Kathryn Hahn, Patton Oswalt, Adrian Martinez
Wiederholung: Montag, 18. Januar, 08.50 Uhr

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Moviepilot über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Metacritic über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Rotten Tomatoes über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“

Wikipedia über „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Ben Stillers „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ (The Secret Life of Walter Mitty, USA 2013)


Neu im Kino/Filmkritik: „Janis: Little Girl Blue“ ist Janis Joplin

Januar 16, 2016

„Bye, Bye Baby“, „Piece of my Heart“, „Try (Just a little bit harder)“, „Summertime“, „Cry Baby“, „Mercedes Benz“ und „Me and Bobby McGee“ – Songs, die hoffentlich auch heute noch bei den Jugendlichen bekannt sind. Die etwas Älteren dürften noch jede Note mitsummen können. Über die Sängerin wissen sie sicher einige Allgemeinplätze, wie Bluesröhre, Ikone der Hippie-Bewegung, Drogensüchtige und mit 27 Jahren viel zu jung verstorben. Wie damals auch Jim Morrison, der Sänger der „Doors“, und Jimi Hendrix.
Jetzt hat Amy Berg, deren „Erlöse uns von dem Bösen“ (Deliver us from Evil, 2006) über den von der katholischen Kirche jahrelang gedeckten pädophilen Priester Oliver O’Grady für den Dokumentarfilmoscar nominiert wurde, sich mit Janis Joplin beschäftigt. In ihrem Film „Janis: Little Girl Blue“ zeichnet sie ohne irgendwelche neumodischen Spielereienund ohne falsche Heldenverehrung chronologisch den Weg der Sängerin von ihrer Geburt am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas, bis zu ihrem Tod am 4. Oktober 1970 in Los Angeles nach. Das uneingeschränkt empfehlenswerte Porträt der Sängerin profitiert von Bergs guten Zugang zur Familie der Sängerin. Sie versorgten sie mit Material über Janis und Janis‘ Geschwister Michael und Laura traten vor der Kamera auf. Außerdem kommen einige ihrer musikalischen Weggefährten zu Wort, die damit auch die Dynamik in ihrer Band und ihre Beziehungen zu Männern und auch ihrem Drogenkonsum sprechen.
„Janis: Little Girl Blue“ ist informativ, kurzweilig und geizt nicht mit Konzertaufnahmen; wobei die durchaus etwas kürzer hätten ausfallen können. Aber andererseits: wer kann schon etwas gegen gute Musik einwenden?

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Janis: Little Girl Blue (Janis: Little Girl Blue, USA 2015)
Regie: Amy J. Berg
Drehbuch: Amy J. Berg
mit Janis Joplin, Peter Albin, Sam Andrew, Karleen Bennett, Dick Cavett, John Cooke, David Dalton, Cornelius ‚Snooky‘ Flowers, Country Joe McDonald, Clive Davis, Melissa Etheridge, Dave Getz, Laura Joplin, Michael Joplin, Michael Joplin, Julius Karpen, Juliette Lewis, Alecia Moore, J. Dave Moriaty, Dave Niehaus, D.A. Pennebaker, Travis Rivers, Powell St. John, Bob Weir, Jae Whitaker, Chan Marschall (Cat Power, Erzählerin in der Originalfassung)
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 0 Jahre
–
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Janis: Little Girl Blue“
Metacritic über „Janis: Little Girl Blue“
Rotten Tomatoes über „Janis: Little Girl Blue“
Wikipedia über „Janis: Little Girl Blue“ und Janis Joplin (deutsch, englisch)
AllMusic über Janis Joplin


Neu im Kino/Filmkritik: „Die 5. Welle“ der Aliens, der Beginn einer weiteren Trilogie

Januar 16, 2016

Dystopien mit jugendlichen Protagonisten sind derzeit in Hollywood beliebt. Gerne – siehe „Die Tribute von Panem“ und die „Divergent“-Serie – mit einer Heldin und meist als Trilogie, wobei der dritte Teil aus kommerziellen Erwägungen gerne auf zwei Filme aufgespaltet wird. Auch wenn nicht jede dieser Romanverfilmungen an der Kinokasse überzeugt und so in den letzten Jahren aus einigen geplanten Trilogien ein Einzelfilm wurde.
„Die 5. Welle“ schwimmt in diesem Fahrwasser mit. Als Verfilmung des gleichnamigen Romans von Rick Yancey, der ebenfalls der Auftakt für eine Trilogie war. Der dritte Band „The Last Star“ erscheint im Mai in den USA. Entsprechend vertraut sind viele Elemente. Dieses Mal sind es Außerirdische, die die Menschheit ausrotten wollen und dafür mehrere für uns bedrohliche Angriffswellen starten. Mit der titelgebenden fünften Welle wollen sie ihr Werk vollendeten.
Cassie Sullivan (Chloë Grace Moretz) ist das typische patente All-American-Girl, das einen jüngeren Bruder und nette Eltern hat und mitten im Heartland der USA lebt. Als ihre Mutter stirbt und die Anschläge der Außerirdischen immer schlimmer werden, verlassen sie zu Fuß, in Wandererausrüstung, ihr Haus. In einem nahe gelegenem, selbst organisiertem, im Wald liegendem Flüchtlingscamp kommen sie unter. Als das Militär kommt und sie zu einer nahe gelegenen Kaserne bringen will, stirbt Cassies Vater und sie wird von ihrem Bruder getrennt. Allein macht Cassie sich auf den Weg zur Kaserne, die sie am Filmende auch erreicht.
Dort werden Jugendliche, wozu auch ihr Bruder und ihre Schulhofschwärmerei zählen, zum Kampf gegen die Außerirdischen, die inzwischen in einigen menschlichen Körpern leben, ausgebildet.
Das ist, abgesehen davon, dass Cassie auf einem Highway angeschossen wird und von ihrem zukünftigen Freund in dessen abgelegenem elterlichen Haus gepflegt wird, die gesamte Geschichte von „Die 5. Welle“, die als eigenständiger Film kaum funktioniert und es auch überhaupt nicht will. Es ist der erste Teil einer größeren Geschichte. Die Prämisse, die Welt in der die Geschichte spielt und die wichtigsten Charaktere werden vorgestellt. Mehr nicht. Und das geschieht durchaus kurzweilig, aber auch vollkommen überraschungsarm bis zum Schluss, wenn die Jungs mit den Schusswaffen herumlaufen, während Cassie ihnen, ganz so, wie es sich für das Bild der hilfsbedürftig-unselbständigen Frau gehört, hinterherläuft.
Sowieso ist die politische Botschaft zu penetrant um sie zu übersehen. Sie wird zwar nie explizit angesprochen, wie in dem Antikommunistenfilm „Die rote Flut“ (USA 1984), aber es ist offensichtlich, dass die Außerirdischen, die sich in jedem Menschen verstecken können, nur die gesichtslose Metapher für konservative bis reaktionäre Bedrohungsängste sind und diese Gefahr nur aus dem immer grünen und waldreichen Hinterland, in dem jeder Junge mit der Waffe umgehen kann, bekämpft werden kann. Das ist so offensichtlich und so platt und so todernst als Pfadfinder- und Vigilantenertüchtigung inszeniert, dass es einen schon etwas irritiert zurücklässt. Gerade weil diese reaktionäre Botschaft in den anderen Jugenddystopien nicht so platt formuliert wird. Wobei J Blakeson sie, im Gegensatz zu „Die rote Flut“-Regisseur John Milius, auch nie in letzter Konsequenz ausformuliert. Jedenfalls nicht in „Die 5. Welle“. Es gibt, immerhin spielt ein großer Teil des Films in einem militärischem Ausbildungslager für Kinder und Jugendliche, auch keine Kritik am Militarismus oder der perfiden Logik, dass Kinder leichter als Erwachsene für einen Kampf manipuliert werden können. Die gab es in „Ender’s Game – Das große Spiel“ (der auf Mainstream gebügelten Verfilmung von Orson Scott Cards Science-Fiction-Klassiker) wesentlich konsequenter.
„Die 5. Welle“ ist eine weitere Jugenddystopie, die durchaus interessante Ansätze hat, aber auch nur der Beginn eines Abenteuers ist, über das erst wirklich nach den nächsten beiden Filmen etwas gesagt werden kann.

Die fünfte Welle - Plakat

Die 5. Welle (The 5th Wave, USA 2015)
Regie: J Blakeson
Drehbuch: Susannah Grant, Akiva Goldsman, Jeff Pinkner
LV: Rick Yancey: The 5th Wave, 2013 (Die 5. Welle)
mit Chloë Grace Moretz, Nick Robinson, Ron Livingston, Maggie Siff, Alex Roe, Maria Bello, Maika Monroe, Liev Schreiber
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Deutsche Homepage zum Film
Englische Homepage zum Film
Moviepilot über „Die 5. Welle“
Metacritic über „Die 5. Welle“
Rotten Tomatoes über „Die 5. Welle“
Wikipedia über „Die 5. Welle“ (deutsch, englisch)
Homepage von Rick Yancey
Meine Besprechung von J Blakesons „Spurlos – Die Entführung der Alice Creed (The Disappearance of Alice Creed, GB 2009)


TV-Tipp für den 16. Januar: Tatort: Der gelbe Unterrock

Januar 16, 2016

SWR, 23.25
Tatort: Der gelbe Unterrock (Deutschland 1980, Regie: Christian Kühn)
Drehbuch: Christian Kühn
Kommissarin Buchmüller sucht während der Mainzer Fastnacht einen Sexualmörder.
Dritter und letzter Fall von Oberkommissarin Marianne Buchmüller (Nicole Heesters), der seit seiner Erstausstrahlung nicht mehr im TV lief. Offiziell weil er zu schlecht war.
Damals gab es von allen Seiten Proteste: die Kritiker fanden ihn nicht gut, es gab zu viel Gewalt (weshalb die Erstausstrahlung auch erst nach 21.00 Uhr war), die Zuschauer protestierten (damals noch per Post) und auch die Karnevalisten beschwerten sich.
mit Nicole Heesters, Dieter Ohlendieck, Henry van Lyck, Jörg Holm, Michael Prelle, Esther Christinat, Rolf Zacher
Hinweise
SWR über „Tatort: Der gelbe Unterrock“
Tatort-Fundus über „Tatort: Der gelbe Unterrock“
Wikipedia über „Tatort: Der gelbe Unterrock“


TV-Tipp für den 15. Januar: Columbo: Lösegeld für einen Toten

Januar 15, 2016

ZDF, 00.15

Columbo: Lösegeld für einen Toten (USA 1971, Regie: Richard Irving)

Drehbuch: Dean Hargrove, Gene Thompson (ungenannt), Richard Levinson (Geschichte), William Link (Geschichte)

LV: Richard Levinson, William Link (Charakter)

Anwältin Leslie Williams entsorgt ihren Mann im Meer. Um nicht als Mörderin verdächtigt zu werden, inszeniert sie die Entführung ihres toten Gatten. Dummerweise wird Columbo mit den Ermittlungen betraut.

Der zweite Pilot-Film nach „Mord nach Rezept“ (dem verfilmten Theaterstück, das damals nur als Einzelstück geplant war) und vor dem offiziellen ersten Columbo-Film „Tödliche Trennung“ hat bereits alles, was wir an „Columbo“ lieben. Ein schöner Fall mit tollen Auftritten von Columbo. Allein schon die erste Szene – und wie er dann auf seine unbeholfene Art die schöne Staranwältin ins Visier nimmt. Großes Theater.

Mit Peter Falk, Lee Grant, John Fink, Harold Gould

Hinweise

Wikipedia über „Columbo“ (deutsch, englisch)

The Museum of Broadcast Communications über “Columbo”

Fernsehlexikon über “Columbo”

“Columbo”-Fanseite

Deutsche “Columbo”-Fanseite

Noch eine deutsche “Columbo”-Fanseite

TV Time Machine: Audiointerview mit Peter Falk und Mark Dawidziak

Mein Nachruf auf Peter Falk


Neu im Kino/Filmkritik: „Creed“ will boxen – und er hat einen prominenten Trainer

Januar 14, 2016

Gut zehn Jahre nach „Rocky Balboa“ spielt Sylvester Stallone wieder die Rolle, mit der er vor vierzig Jahren bekannt wurde und die ihm damals Oscar-Nominierungen als bester Drehbuchautor und bester Hauptdarsteller einbrachte. „Rocky“ erhielt den Oscar als bester Film des Jahres. Seitdem spielte Stallone mehrmals den Boxer und er sammelte Razzies, die Anti-Oscars für besonders schlechte Leistungen.
Jetzt, in „Creed – Rocky’s Legacy“ (so der deutsche Titel von „Creed“), hat er eine Nebenrolle und am Wochenende erhielt er den Golden Globe als bester Nebendarsteller. Für etliche weitere Preise, wie den Oscar als bester Nebendarsteller, wurde er nominiert und auch der Film wird von der US-Kritik beängstigend euphorisch abgefeiert. Nun, so gut ist Ryan Cooglers zweiter Spielfilm nach „Nächster Halt: Fruitvale Station“ nicht, aber es ist ein würdiger und würdevoller Abschluss der Geschichte von Rocky Balboa und auch ein gelungener Stabwechsel von der älteren zur jüngeren Generation. Wie damals, als Paul Newman in „Die Farbe des Geldes“ (The Color of Money, 1986) die Rolle des professionellen Billardspielers Eddie Felson aus „Haie der Großstadt“ (The Hustler, 1961) wieder aufnahm. Sein junger Bewunderer, der in seine Fußstapfen treten wollte, war Tom Cruise.
In „Creed“ ist Rocky Balboa (wie schon in dem ziemlich lahmen „Rocky Balboa“) ein alter Mann, der seinen Erinnerungen nachhängt, ein Restaurant betreibt und von seinem alten Ruhm als Boxer zehrt. Er sieht keinen Tag jünger aus, als er ist und der Siebzigjährige lässt sich nur widerwillig und nach langem Zögern auf die Bitte des jungen Afroamerikaners Adonis Johnson (Michael B. Jordan), ihn zu trainieren, ein.
Und dann läuft das übliche Programm eines Boxerfilms von Boxkämpfen im Ring, Training, einer schwierigen Herausforderungen und einem Schlusskampf im Ring, in dem es um alles geht, ab. Und dazu gibt es noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Boxer und seiner neuen Freundin, einer im gleichen Miethaus lebenden Musikerin.
All das findet sich in „Creed“, der sich mit über zwei Stunden viel Zeit nimmt, seine Geschichte zu erzählen, ohne dass man sich langweilt. Denn Ryan Coogler legt, wie Sylvester Stallone in seinem ersten „Rocky“-Film, der von John G. Avildsen („Karate Kid“) inszeniert wurde, Wert darauf, die Charaktere in einem realistischen Umfeld zu präsentieren und damit, inclusive etlicher aus „Rocky“ bekannter Orte, auch eine kleine Topographie der Arbeiterschicht von Philadelphia im Wandel (oder Nicht-Wandel) der Zeit zu zeichnen. Im Mittelpunkt des Films steht allerdings Adonis Johnson, der Sohn von Apollo Creed, der seinen Vater niemals kennen lernte und der jetzt immer noch nach einer Vaterfigur und, damit verbunden, seiner Identität sucht.
Das ist von Ryan Coogler feinfühlig inszeniert, ohne die große Szene zu scheuen. Die Boxkämpfe erhalten wegen der wenigen Schnitte eine besondere Dynamik und Dramatik. Bei dem Kampf zwischen Adonis und Pete Sporino (Ritchie Coster ist, wie die anderen Boxgegner von Adonis, ein echter Boxer) gibt es während des zweiminütigen Kampfes keinen einzigen Schnitt. Coogler zeigt allerdings nur die gute und problemfreie Seite des Boxgeschäftes. Illegale Machenschaften kommen hier nicht vor. Und das Boxen wird, im Gegensatz zu „Southpaw“, als schmerzfreie Angelegenheit präsentiert, was „Creed“ dann schon wieder märchenhafte Züge verleiht.

Creed - Plakat

Creed – Rocky’s Legacy (Creed, USA 2015)
Regie: Ryan Coogler
Drehbuch: Ryan Coogler, Aaron Covington
mit Michael B. Jordan, Sylvester Stallone, Tessa Thompson, Phylicia Rashad, Andre Ward, Anthony Bellew, Ritchie Coster
Länge: 134 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „Creed“
Metacritic über „Creed“
Rotten Tomatoes über „Creed“
Wikipedia über „Creed“ (deutsch, englisch)


Die Oscar-Nominierungen 2016

Januar 14, 2016

Die Nominierungen für die diesjährigen Oscars wurden vor wenigen Minuten in Hollywood bekannt gegeben und, so mein erster Eindruck, es gibt keine großartigen Überraschungen.

Hier die vollständige Liste:

Best Picture
The Big Short
Bridge of Spies
Brooklyn
Mad Max: Fury Road
The Martian
The Revenant
Room
Spotlight

Performance by an actor in a leading role
Bryan Cranston, Trumbo
Matt Damon, The Martian
Leonardo DiCaprio, The Revenant
Michael Fassbender, Steve Jobs
Eddie Redmayne, The Danish Girl

Performance by an actress in a leading role
Cate Blanchett, Carol
Brie Larson, Room
Jennifer Lawrence, Joy
Charlotte Rampling, 45 Years
Saoirse Ronan, Brooklyn

Best director
Adam McKay, The Big Short
George Miller, Mad Max
Alejandro Inarritu The Revenant
Lenny Abrahamson Room
Tom McCarthy Spotlight

Performance by an actor in a supporting role
Christian Bale, The Big Short
Tom Hardy, The Revenant
Mark Ruffalo, Spotlight
Mark Rylance, The Bridge of Spies
Sylvester Stallone, Creed

Performance by an actress in a supporting role
Jennifer Jason Leigh, The Hateful Eight
Rooney Mara, Carol
Rachel McAdams, Spotlight
Alicia Vikander. The Danish Girl
Kate Winslet, Steve Jobs

Best documentary feature
“Amy” Asif Kapadia and James Gay-Rees
“Cartel Land” Matthew Heineman and Tom Yellin
“The Look of Silence” Joshua Oppenheimer and Signe Byrge Sørensen
“What Happened, Miss Simone?” Liz Garbus, Amy Hobby and Justin Wilkes
“Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom” Evgeny Afineevsky and Den Tolmor

Best documentary short subject
“Body Team 12” David Darg and Bryn Mooser
“Chau, beyond the Lines” Courtney Marsh and Jerry Franck
“Claude Lanzmann: Spectres of the Shoah” Adam Benzine
“A Girl in the River: The Price of Forgiveness” Sharmeen Obaid-Chinoy
“Last Day of Freedom” Dee Hibbert-Jones and Nomi Talisman

Achievement in film editing
“The Big Short” Hank Corwin
“Mad Max: Fury Road” Margaret Sixel
“The Revenant” Stephen Mirrione
“Spotlight” Tom McArdle
“Star Wars: The Force Awakens” Maryann Brandon and Mary Jo Markey

Best foreign language film of the year
“Embrace of the Serpent” Colombia
“Mustang” France
“Son of Saul” Hungary
“Theeb” Jordan
“A War” Denmark

Achievement in makeup and hairstyling
“Mad Max: Fury Road” Lesley Vanderwalt, Elka Wardega and Damian Martin
“The 100-Year-Old Man Who Climbed out the Window and Disappeared” Love Larson and Eva von Bahr
“The Revenant” Siân Grigg, Duncan Jarman and Robert Pandini

Achievement in music written for motion pictures (Original score)
“Bridge of Spies” Thomas Newman
“Carol” Carter Burwell
“The Hateful Eight” Ennio Morricone
“Sicario” Jóhann Jóhannsson
“Star Wars: The Force Awakens” John Williams

Achievement in music written for motion pictures (Original song)
“Earned It” from “Fifty Shades of Grey”
Music and Lyric by Abel Tesfaye, Ahmad Balshe, Jason Daheala Quenneville and Stephan Moccio
“Manta Ray” from “Racing Extinction”
Music by J. Ralph and Lyric by Antony Hegarty
“Simple Song #3” from “Youth”
Music and Lyric by David Lang
“Til It Happens To You” from “The Hunting Ground”
Music and Lyric by Diane Warren and Lady Gaga
“Writing’s On The Wall” from “Spectre”
Music and Lyric by Jimmy Napes and Sam Smith

Best motion picture of the year
“The Big Short” Brad Pitt, Dede Gardner and Jeremy Kleiner, Producers
“Bridge of Spies” Steven Spielberg, Marc Platt and Kristie Macosko Krieger, Producers
“Brooklyn” Finola Dwyer and Amanda Posey, Producers
“Mad Max: Fury Road” Doug Mitchell and George Miller, Producers
“The Martian” Simon Kinberg, Ridley Scott, Michael Schaefer and Mark Huffam, Producers
“The Revenant” Arnon Milchan, Steve Golin, Alejandro G. Iñárritu, Mary Parent and Keith Redmon, Producers
“Room” Ed Guiney, Producer
“Spotlight” Michael Sugar, Steve Golin, Nicole Rocklin and Blye Pagon Faust, Producers

Achievement in production design
“Bridge of Spies” Production Design: Adam Stockhausen; Set Decoration: Rena DeAngelo and Bernhard Henrich
“The Danish Girl” Production Design: Eve Stewart; Set Decoration: Michael Standish
“Mad Max: Fury Road” Production Design: Colin Gibson; Set Decoration: Lisa Thompson
“The Martian” Production Design: Arthur Max; Set Decoration: Celia Bobak
“The Revenant” Production Design: Jack Fisk; Set Decoration: Hamish Purdy

Best animated short film
“Bear Story” Gabriel Osorio and Pato Escala
“Prologue” Richard Williams and Imogen Sutton
“Sanjay’s Super Team” Sanjay Patel and Nicole Grindle
“We Can’t Live without Cosmos” Konstantin Bronzit
“World of Tomorrow” Don Hertzfeldt

Best live action short film
“Ave Maria” Basil Khalil and Eric Dupont
“Day One” Henry Hughes
“Everything Will Be Okay (Alles Wird Gut)” Patrick Vollrath
“Shok” Jamie Donoughue
“Stutterer” Benjamin Cleary and Serena Armitage

Achievement in sound editing
“Mad Max: Fury Road” Mark Mangini and David White
“The Martian” Oliver Tarney
“The Revenant” Martin Hernandez and Lon Bender
“Sicario” Alan Robert Murray
“Star Wars: The Force Awakens” Matthew Wood and David Acord

Achievement in sound mixing
“Bridge of Spies” Andy Nelson, Gary Rydstrom and Drew Kunin
“Mad Max: Fury Road” Chris Jenkins, Gregg Rudloff and Ben Osmo
“The Martian” Paul Massey, Mark Taylor and Mac Ruth
“The Revenant” Jon Taylor, Frank A. Montaño, Randy Thom and Chris Duesterdiek
“Star Wars: The Force Awakens” Andy Nelson, Christopher Scarabosio and Stuart Wilson

Achievement in visual effects
“Ex Machina” Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Ardington and Sara Bennett
“Mad Max: Fury Road” Andrew Jackson, Tom Wood, Dan Oliver and Andy Williams
“The Martian” Richard Stammers, Anders Langlands, Chris Lawrence and Steven Warner
“The Revenant” Rich McBride, Matthew Shumway, Jason Smith and Cameron Waldbauer
“Star Wars: The Force Awakens” Roger Guyett, Patrick Tubach, Neal Scanlan and Chris Corbould

Adapted screenplay
“The Big Short” Screenplay by Charles Randolph and Adam McKay
“Brooklyn” Screenplay by Nick Hornby
“Carol” Screenplay by Phyllis Nagy
“The Martian” Screenplay by Drew Goddard
“Room” Screenplay by Emma Donoghue

Original screenplay
“Bridge of Spies” Written by Matt Charman and Ethan Coen & Joel Coen
“Ex Machina” Written by Alex Garland
“Inside Out” Screenplay by Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley; Original story by Pete Docter, Ronnie del Carmen
“Spotlight” Written by Josh Singer & Tom McCarthy
“Straight Outta Compton” Screenplay by Jonathan Herman and Andrea Berloff; Story by S. Leigh Savidge & Alan Wenkus and Andrea Berloff

(via The Hollywood Reporter)

 


TV-Tipp für den 14. Januar: Polizeiruf 110: Cassandras Warnung

Januar 14, 2016

RBB, 20.15

Polizeiruf 110: Cassandras Warnung (Deutschland 2011, Regie: Dominik Graf)

Drehbuch: Günter Schütter

Kaum beginnt Kommissar Hanns von Meuffels seinen Dienst in München, muss er auch gleich im Kreis der Kollegen ermitteln. Denn auf die Frau von Gerry Vogt wurde ein Anschlag verübt, bei dem ihre Freundin starb. Diana Vogt erhält Polizeischutz und von Meuffels und Vogt suchen die Mörderin, die wahrscheinlich eine verschmähte Verehrerin ist.

Der erste Auftritt von Matthias Brandt als Kommissar Hanns von Meuffels ist ein starkes Stück Kino, mitreisend erzählt mit kleinen Abschweifungen. Dass die Lösung, rückblickend, einige kleine Logikfehler hat, kann nach neunzig atemlosen Minuten verziehen werden.

mit Matthias Brandt, Ronald Zehrfeld, Philipp Moog, Alma Leiberg, Anna Maria Sturm, Tobias van Dieken

Hinweise

ARD über “Polizeruf 110″

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung der von Dominik Graf inszenierten TV-Serie  „Im Angesicht des Verbrechens“

Meine Besprechung von Johannes F. Sieverts Interviewbuch „Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“

Meine Besprechung von Chris Wahl/Jesko Jockenhövel/Marco Abel/Michael Wedel (Hrsg.) “Im Angesicht des Fernsehens – Der Filmemacher Dominik Graf”

Meine Besprechung von Dominik Grafs “Die geliebten Schwestern” (Deutschland/Österreich 2013/2014)

Dominik Graf in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 13. Januar: Fliegende Liebende

Januar 13, 2016

Arte, 20.15
Fliegende Liebende (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)
Regie: Pedro Almodóvar
Drehbuch: Pedro Almodóvar
Pedro Almodóvars Version von „Airport“ (USA 1970) und „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane!, USA 1980) ist nach „Die Haut, in der ich wohne“, „Zerrissene Umarmungen“, „Volver – Zurückkehren“, „La Mala Educación – Schlechte Erziehung“ und „Sprich mit ihr“ keine künstlerische Weiterentwicklung, kein neues Meisterwerk, sondern eine leichte Sommerkomödie, eine Rückkehr zu seinen überdrehten ersten Filmen, allerdings mit der lässigen Professionalität eines Altmeisters inszeniert.
Das gefällt. Mit und ohne einen Cocktail.
Danach, um 21.40 Uhr, zeigt Arte mit „Labyrinth der Leidenschaften“ (Spanien 1982) ein Frühwerk des Meisters.
mit Antonio de la Torre, Hugo Silva, Miguel Ángel Silvestre, Laya Marti, Javier Cámara, Carlos Areces, Raúl Arévale, José Maria Yazpik, Guillermo Toledo, José Louis Torrijo, Lola Duenas, Cecilia Roth, Blanca Suárez, Antonio Banderas, Penélope Cruz
Wiederholung: Samstag, 16. Januar, 00.40 Uhr (VPS 00.35, Taggenau!)

Hinweise

Spanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fliegende Liebende“

Metacritic über „Fliegende Liebende“

Rotten Tomatoes über „Fliegende Liebende“

Wikipedia über „Fliegende Liebende“ (deutsch, englisch, spanisch)

Meine Besprechung von Pedro Almodóvars „Fliegende Liebende“ (Los amates Pasajeros, Spanien 2013)

Pedro Almodóvar in der Kriminalakte

 


Cover der Woche

Januar 12, 2016

Keene - Eine Frau wie Wachs


TV-Tipp für den 12. Januar: Freier Fall: Johanna K. – Ungewöhnliche Biografie einer Transsexuellen (und noch mehr Klaus-Wildenhahn-Filme)

Januar 12, 2016

NDR, 00.00
Freier Fall: Johanna K. – Ungewöhnliche Biographie einer Transsexuellen (Deutschland 1992, Regie: Klaus Wildenhahn)
Drehbuch: Klaus Wildenhahn
Klaus Wildenhahn, einer der Großen des deutschen Dokumentarfilms, porträtiert Johanna K., die 1938 in Vlissingen als Mann geboren wurde, sich mit 35 Jahren für eine Geschlechtsumwandlung entschied, als Prostituierte und Stripperin arbeitete und, als Johanna Kamermans, das Buch „Mythos Geschlechtswandel“ (1992) über ihre Erfahrungen schrieb.
Der extrem selten gezeigte, spielfilmlange Dokumentarfilm, der auch auf der Berlinale lief, eignet sich vorzüglich als Ergänzung zu „The Danish Girl“.
Um 01.35 Uhr folgt „Noch einmal HH-4: Reeperbahn nebenan“ (Deutschland 1991), um 02.35 Uhr „Stilllegung Oberhausen/Hattingen“ (Deutschland 1987), beide Dokus sind ebenfalls von Klaus Wildenhahn, und um 04.00 Uhr gibt es die einstündige Doku „Ostende – 3 Uhr nachmittags“ (Deutschland 2008) über ihn.
Hinweise
NDR über die Doku
Filmportal über Klaus Wildenhahn
Wikipedia über Klaus Wildenhahn
Dokumentarfilm-Initiative: Interview mit Klaus Wildenhahn
Homepage von Johanna Kamermans
The Heroines: Interview mit Johanna Kamermans (April 2014; es wird, gegen Ende des Interviews, auch über „Freier Fall: Johanna K.“ gesprochen)


R. i. P. David Bowie

Januar 11, 2016

R. i. P. David Bowie (8. Januar 1947 in Brixton, London – 10. Januar 2016 in New York City)
Am Freitag veröffentlichte David Bowie seine neue CD „Blackstar“. Am Montag bestätigte sein Sohn Duncan Jones, seinen Tod und damit die Meldung auf Bowies Facebook-Seite: „David Bowie died peacefully today surrounded by his family after a courageous 18 month battle with cancer.“ Auch wenn es von Bowie so geplant war, beherrschte er die vergangenen Tage (die neue CD), heute (die Todesnachricht und die ersten Nachrufe) und die kommenden Tagen die Medien.
Was soll ich da noch originäres sagen? Außer vielleicht, dass ich ihn, wie viele andere Bowie-Fans, durch „Let’s Dance“, „China Girl“, „Modern Love“ und „Cat People“ und den Videos dazu kennen lernte und zu einem Fan wurde, weil er, wie ich beim Anhören und Kaufen seiner älteren Werke (Hey, ich habe sogar die französische Version von „Heroes“!) bemerkte, sich nicht wiederholte. Seine LPs/CDs, die er nach „Let’s Dance“ veröffentlichte, waren, nun, durchwachsen bis unhörbar („Earthling“), aber immer überraschend. Auch seine Rockband „Tin Machine“ gefiel mir. In den letzten Jahren, so ab „Hours“, verlegte er sich dann auf das Pflegen seiner Legende, was zu durchgehend gelungenen, aber auch überraschungsfreien CDs führte.
In den Achtzigern trat Bowie auch öfter als Filmschauspieler auf. Sein erste legendäre Filmrolle war 1976 die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Klassiker „Der Mann, der vom Himmel fiel“. Danach kamen „Begierde“ (The Hunger), „Furyo – Merry Christmas Mr. Lawrence“, „Kopfüber in die Nacht“ (eine Nebenrolle), „Absolute Beginners“, „Die Reise ins Labyrinth“ (beide Male war er auch am Soundtrack beteiligt) und „Die letzte Versuchung Christi“. 1992 trat er in „Twin Peaks – Der Film“ auf. Danach beendete er im wesentlichen seine Filmkarriere, in der er eine viel bessere Figur als andere Sänger machte.
Weitere Informationen über ihn gibt es auf seiner Homepage, bei Allmusic und Wikipedia (deutsch, englisch).


Die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis 2016

Januar 11, 2016

Heute wurde die Vorauswahl für den diesjährigen Deutschen Filmpreis bekannt gegeben. Wie immer sind noch nicht alle Filme angelaufen und für einige gab es noch keine Pressevorführungen, weshalb ich hier unmöglich eine wirklich vernünftige Prognose stellen kann (auch weil ich über einige Filme noch nichts sagen darf). Oder, anders gesagt: von den Filmen, die ich schon sehen konnte und die bereits im Kino laufen, würde ich den Preis an „Every thing will be fine“ (mit Bauchschmerzen, weil es, abgesehen von den Geldgebern und Wim Wenders, eigenlich kein deutscher Film ist) oder an „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (jaja, Historiendrama, basierend auf Tatsachen und Schauspielerkino und damit genau der prototypische Oscar-Gewinner) vergeben. Beim Dokumentarfilm würde ich den Preis an „Democracy“ oder „Was heißt hier Ende? Der Filmkritiker Michael Althen“ (ich meine: Dominik Graf!!!) geben, aber die Frank-Zappa-Doku kenne ich noch nicht. Bei den Kinderfilmen tippe ich, ungesehen, auf „Hördur“.
Die Vorauswahl ist die Grundlage für die Nominierungen, die am 28. April verkündet werden. Die Preisverleihung ist am 10. Juni in Berlin.
Nominierungstauglich sind:
Spielfilm
4 Könige (Regie: Theresa von Eltz, Drehbuch: Esther Bernstorff)
Agnes (Regie: Johannes Schmid, Drehbuch: Nora Lämmermann, Johannes Schmid
Babai (Regie: Visar Morina, Drehbuch: Visar Morina)
Der Bunker (Regie: Nikias Chryssos, Drehbuch: Nikias Chryssos)
California City (Regie: Bastian Günther, Drehbuch: Bastian Günther)
Coconut Hero (Regie: Florian Cossen, Drehbuch: Elena von Saucken)
Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück (Regie: Florian Gallenberger, Drehbuch: Torsten Wenzel, Florian Gallenberger)
Die dunkle Seite des Mondes (Regie: Stephan Rick, Drehbuch: Catharina Junk, Stephan Rick)
Ein Atem (Regie: Christian Zübert, Drehbuch: Christian Zübert, Ipek Zübert)
Ein Hologramm für den König (Regie: Tom Tykwer, Drehbuch: Tom Tykwer)
Er ist wieder da (Regie: David Wnendt, Drehbuch: David Wnendt, Mizzi Meyer)
Every Thing Will Be Fine (Regie: Wim Wenders, Drehbuch: Bjørn Olaf Johannessen)
Grüsse aus Fukushima (Regie: Doris Dörrie, Drehbuch: Doris Dörrie)
Hedi Schneider steckt fest (Regie: Sonja Heiss, Drehbuch: Sonja Heiss)
Herbert (Regie: Thomas Stuber, Drehbuch: Thomas Stuber, Clemens Meyer)
Honig im Kopf (Regie: Til Schweiger, Drehbuch: Hilly Martinek)
Ich bin dann mal weg (Regie: Julia von Heinz, Drehbuch: Jane Ainscough, Christoph Silber, Sandra Nettelbeck)
Ich und Kaminski (Regie: Wolfgang Becker, Drehbuch: Thomas Wendrich, Wolfgang Becker)
Junges Licht (Regie: Adolf Winkelmann, Drehbuch: Nils Beckmann, Till Beckmann, Adolf Winkelmann)
Lenalove (Regie: Florian Gaag, Drehbuch: Florian Gaag)
Die Lügen der Sieger (Regie: Christoph Hochhäusler, Drehbuch: Ulrich Peltzer, Christoph Hochhäusler)
Mängelexemplar (Regie: Laura Lackmann, Drehbuch: Laura Lackmann)
Der Nachtmahr (Regie: AKIZ, Drehbuch: AKIZ)
Schrotten! (Regie: Max Zähle, Drehbuch: Max Zähle)
Der Staat gegen Fritz Bauer (Regie: Lars Kraume, Drehbuch: Lars Kraume, Olivier Guez)
Das Tagebuch der Anne Frank (Regie: Hans Steinbichler, Drehbuch: Fred Breinersdorfer)
Vor der Morgenröte (Regie: Maria Schrader, Drehbuch: Maria Schrader, Jan Schomburg)
Das Wetter in geschlossenen Räumen (Regie: Isabelle Stever, Drehbuch: Isabelle Stever)
–
Dokumentarfilm
Above and Below (Regie: Nicolas Steiner, Drehbuch: Nicolas Steiner)
Am Kölnberg (Regie: Laurentia Genske, Robin Humboldt)
Democracy – Im Rausch der Daten (Regie: David Bernet, Drehbuch: David Bernet)
Das dunkle Gen (Regie: Miriam Jakobs, Gerhard Schick, Drehbuch: Miriam Jakobs, Gerhard Schick)
Eat That Question – Frank Zappa in His Own Words (Regie: Thorsten Schütte, Drehbuch: Thorsten Schütte)
Ein letzter Tango (Regie: German Kral, Drehbuch: German Kral)
Himmelverbot (Regie: Andrei Schwartz, Drehbuch: Andrei Schwartz)
Parchim International (Regie: Stefan Eberlein, Drehbuch: Stefan Eberlein)
Urmila (Regie: Susan Gluth, Drehbuch: Susan Gluth, Kristl Philippi, Silke Cecilia Schultz)
Was heißt hier Ende? Der Filmkritiker Michael Althen (Regie: Dominik Graf, Drehbuch: Dominik Graf)
–
Kinderfilm
Gespensterjäger (Regie: Tobi Baumann, Drehbuch: Murmel Clausen, Tobi Baumann und Martin Ritzenhoff)
Heidi (Regie: Alain Gsponer, Drehbuch: Petra Volpe)
Hördur (Regie: Ekrem Ergün, Drehbuch: Dorothea Nölle)
Ostwind 2 (Regie: Katja von Garnier, Drehbuch: Lea Schmidbauer, Kristina Magdalena Henn)
Rico, Oskar und das Herzgebreche (Regie: Wolfgang Groos, Drehbuch: Martin Gypkens)
Ritter Trenk (Regie: Anthony Power, Drehbuch: Gerrit Hermans)


Die Golden-Globe-Preisträger 2016

Januar 11, 2016

Am Sonntag, den 10. Januar, wurden von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) die diesjährigen Golden Globes verliehen:
Best Motion Picture – Drama
The Revenant
nominiert
Carol
Mad Max: Fury Road
Room
Spotlight
–
Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Drama
Leonardo DiCaprio for The Revenant
nominiert
Bryan Cranston for Trumbo
Michael Fassbender for Steve Jobs
Eddie Redmayne for The Danish Girl
Will Smith for Concussion
–
Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Drama
Brie Larson for Room
nominiert
Cate Blanchett for Carol
Rooney Mara for Carol
Saoirse Ronan for Brooklyn
Alicia Vikander for The Danish Girl
–
Best Motion Picture – Musical or Comedy
The Martian (Der Marsianer)
nominiert
The Big Short
Joy
Spy
Trainwreck
–
Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy
Jennifer Lawrence for Joy
nominiert
Melissa McCarthy for Spy
Amy Schumer for Trainwreck
Maggie Smith for The Lady in the Van
Lily Tomlin for Grandma
–
Best Performance by an Actress in a Television Series – Drama
Taraji P. Henson for Empire
nominiert
Caitriona Balfe for Outlander
Viola Davis for How to Get Away with Murder
Eva Green for Penny Dreadful
Robin Wright for House of Cards
–
Best Director – Motion Picture
Alejandro González Iñárritu for The Revenant
nominiert
Todd Haynes for Carol
Tom McCarthy for Spotlight
George Miller for Mad Max: Fury Road
Ridley Scott for The Martian
–
Best Television Series – Drama
Mr. Robot
nominiert
Empire
Game of Thrones
Narcos
Outlander
–
Best Original Song – Motion Picture
Spectre – „Writing’s On The Wall“ (Sam Smith, James Napier)
nominiert
Fifty Shades of Grey – „Love Me Like You Do“ (Max Martin, Savan Kotecha, Ali Payami, Ilya Salmanzadeh)
Furious Seven – „See You Again“ (Justin Franks, Andrew Cedar, Charlie Puth, Wiz Khalifa)
Love & Mercy – „One Kind of Love“ (Brian Wilson, Scott Montgomery Bennett)
Youth – „Simple Song #3“ (David Lang)
–
Best Performance by an Actress in a Mini-Series or a Motion Picture Made for Television
Lady Gaga for American Horror Story
nominiert
Kirsten Dunst for Fargo
Sarah Hay for Flesh and Bone
Felicity Huffman for American Crime
Queen Latifah for Bessie
–
Best Foreign Language Film
Saul fia
nominiert
El club
Le tout nouveau testament
Miekkailija
Mustang
–
Best Performance by an Actor in a Television Series – Musical or Comedy
Gael García Bernal for Mozart in the Jungle
nominiert
Aziz Ansari for Master of None
Rob Lowe for The Grinder
Patrick Stewart for Blunt Talk
Jeffrey Tambor for Transparent
–
Best Screenplay – Motion Picture
Steve Jobs (Aaron Sorkin)
nominiert
The Big Short (Charles Randolph, Adam McKay)
The Hateful Eight (Quentin Tarantino)
Room (Emma Donoghue)
Spotlight (Tom McCarthy, Josh Singer)
–
Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Motion Picture
Sylvester Stallone for Creed
nominiert
Paul Dano for Love & Mercy
Idris Elba for Beasts of No Nation
Mark Rylance for Bridge of Spies
Michael Shannon for 99 Homes
–
Best Animated Film
Inside Out (Alles steht Kopf)
nominiert
Anomalisa
The Good Dinosaur
The Peanuts Movie
Shaun the Sheep Movie
–
Best Performance by an Actor in a Motion Picture – Musical or Comedy
Matt Damon for The Martian
nominiert
Christian Bale for The Big Short
Steve Carell for The Big Short
Al Pacino for Danny Collins
Mark Ruffalo for Infinitely Polar Bear
–
Best Performance by an Actor in a Television Series – Drama
Jon Hamm for Mad Men
nominiert
Rami Malek for Mr. Robot
Wagner Moura for Narcos
Bob Odenkirk for Better Call Saul
Liev Schreiber for Ray Donovan
–
Best Original Score – Motion Picture
The Hateful Eight (Ennio Morricone)
nominiert
Carol (Carter Burwell)
The Danish Girl (Alexandre Desplat)
The Revenant (Ryuichi Sakamoto, Carsten Nicolai)
Steve Jobs (Daniel Pemberton)
–
Best Performance by an Actor in a Supporting Role in a Series, Mini-Series or Motion Picture Made for Television
Christian Slater for Mr. Robot
nominiert
Alan Cumming for The Good Wife
Damian Lewis for Wolf Hall
Ben Mendelsohn for Bloodline
Tobias Menzies for Outlander
–
Best Performance by an Actor in a Mini-Series or a Motion Picture Made for Television
Oscar Isaac for Show Me a Hero
nominiert
Idris Elba for Luther
David Oyelowo for Nightingale
Mark Rylance for Wolf Hall
Patrick Wilson for Fargo
–
Best Mini-Series or Motion Picture Made for Television
Wolf Hall
nominiert
American Crime
American Horror Story
Fargo
Flesh and Bone
–
Best Television Series – Musical or Comedy
Mozart in the Jungle
nominiert
Casual
Orange Is the New Black
Silicon Valley
Transparent
Veep
–
Best Performance by an Actress in a Television Series – Musical or Comedy
Rachel Bloom for Crazy Ex-Girlfriend
nominiert
Julia Louis-Dreyfus for Veep
Jamie Lee Curtis for Scream Queens
Gina Rodriguez for Jane the Virgin
Lily Tomlin for Grace and Frankie
–
Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Series, Mini-Series or Motion Picture Made for Television
Maura Tierney for The Affair
nominiert
Uzo Aduba for Orange Is the New Black
Joanne Froggatt for Downton Abbey
Regina King for American Crime
Judith Light for Transparent
–
Best Performance by an Actress in a Supporting Role in a Motion Picture
Kate Winslet for Steve Jobs
nominiert
Jane Fonda for Youth
Jennifer Jason Leigh for The Hateful Eight
Helen Mirren for Trumbo
Alicia Vikander for Ex Machina
(via IMDB)
–
Gut, dann meine Gedanken zu den Preisträgern und Kategorien, in denen ich die Werke kenne. Also den Spielfilmen. Für mich waren „The Revenant“ und „The Martian“ in ihren Kategorien die klaren Favoriten; auch wenn ich die Kategorie „Musical or Comedy“ nie verstehen werde. Denn egal, wie man es betrachtet: „The Martian“ ist keine Komödie, bei „The Big Short“ und „Joy“ kann man trefflich darüber streiten und dass „Spy“ und „Trainwreck“ gegen diese Filme keine Chance haben, muss wohl nicht extra erwähnt werden. „Inside Out“ als bester Animationsfilm geht ebenfalls in Ordnung. Das mit Puppen gedrehte Stop-Motion-Werk „Anomalisa“ spielt in einer anderen Kategorie.
Auch die weiteren Golden Globes für „The Revenant“ sind absolut gerechtfertigt. Ebenso der Golden Globe an Aaron Sorkin für sein Drehbuch für „Steve Jobs“.
Verlierer, wenn man so will, sind „The Big Short“ und „Spotlight“, zwei gute, auf wahren Ereignissen basierende Filme, die in ihren Kategorien gegen eine starke Konkurrenz zu kämpfen hatten.
Und Sylvester Stallone hat seinen Nebendarsteller-Golden-Globe für „Creed“ unmöglich für seine schauspielerische Leistung (im Endeffekt ist er im Film einfach nur präsent), sondern für sein Lebenswerk erhalten.


TV-Tipp für den 11. Januar: Mord im Orient-Express

Januar 11, 2016

Arte, 20.15

Mord im Orient-Express (GB 1974, Regie: Sidney Lumet)

Drehbuch: Paul Dehn

LV: Agatha Christie: Murder on the Orient Express, 1934

Millionär Ratchett wird im Orient-Express ermordet. Der Zug bleibt im Schnee stecken und der Mörder muss noch im Zug sein. Hercule Poirot befragt die Passagiere.

Starbesetzer Edelkrimi mit Albert Finney (als Hercule Poirot), Lauren Bacall, Martin Balsam, Ingrid Bergman, Jacqueline Bisset, Jean-Pierre Cassel, Sean Connery, Sir John Gielgud, Anthony Perkins, Vanessa Redgrave, Michael York, Richard Widmark (als Leiche). Wolf Donner meinte: „Kulinarisches Kino, angenehm überflüssig und verwirrend nutzlos.“ (Donner in Die Zeit)

Anschließend, um 22.15 Uhr, gibt es den „Mord im Spiegel“ und Miss Marple (Angela Lansbury) geht auf Mörderjagd. Kann man sich ansehen, man kann auch die Lars-Kepler-Verfilmung „Der Hypnotiseur“ ansehen. Ist immerhin eine TV-Premiere.

Wiederholung: Mittwoch, 13. Januar, 13.45 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Mord im Orient-Express”

Homepage von Agatha Christie

Krimi-Couch über Agatha Christie

Wikipedia über Agatha Christie

Thrilling Detective über Hercule Poirot

Mein Nachruf auf Sidney Lumet

Sidney Lumet in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 10. Januar: Le Magnifique

Januar 10, 2016

Arte, 20.15
Le Magnifique (Frankreich/Italien 1973, Regie: Philippe de Broca)
Drehbuch: Philippe de Broca, Vittorio Caprioli, Jean-Paul Rappeneau, Francis Veber (ungenannt)
Francois Merlin (Jean-Paul Belmondo) schreibt wilde Agentenromane im James-Bond-Stil und ist unsterblich in seine attraktive Nachbarin verliebt.
Bob Saint-Clair (Jean-Paul Belmondo) ist ein Geheimagent, der die absurdesten Abenteuer im James-Bond-Stil erlebt und attraktive Frauen im Dutzend hat.
Bob Saint-Clair ist die Erfindung von Francois Merlin und irgendwann geraten Realität und Fantasie durcheinander.
Anscheinend lief die damals in Frankreich enorm erfolgreiche Komödie noch nie im deutschen Fernsehen. Jedenfalls steht dieser Belmondo-Film schon seit Ewigkeiten auf meiner „zu sehen“-Liste.
„Mit dieser witzigen und clever strukturierten Agentenfilm-Parodie gelang Philippe de Broca erneut ein kleines Meisterwerk auf dem Gebiet der leichten Komödie, wo er ja (ebenfalls mit Belmondo als Hautdarsteller) bereits mit ‚Abenteuer in Rio‘ Maßstäbe gesetz hatte.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
„eine temporeiche und mit Gags gespickte Agentenfilmparodie, die sich jedoch weitgehend mit der bloßen Aneinanderreihung komischer Szenen begnügt.“ (Lexikon des internationalen Films)
mit Jean-Paul Belmondo, Jacqueline Bisset, Vittorio Caprioli, Hans Meyer, Monique Tarbès, Jean Lefebvre
Wiederholungen
Dienstag, 26. Januar, 13.50 Uhr
Freitag, 29. Januar, 00.50 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Arte über „Le Magnifique“
Wikipedia über „Le Magnifique“ (deutsch, englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Danish Girl“ ist ein Junge, der ein Mädchen ist

Januar 9, 2016

Es beginnt, wie so oft, als harmloser Spaß: Gerda Wegener (Alicia Vikander) bittet ihren Mann Einar (Eddie Redmayne) für eines ihrer Gemälde Modell zu stehen. In Frauenkleidern, weil das ursprüngliche Modell nicht gekommen ist. Einar, selbst ein erfolgreicher Landschaftsmaler, tut es – und irgendetwas lösen die Frauenkleider bei ihm aus. Er zieht sich ab jetzt öfter Frauenkleider an. Zuerst nur in ihrer großen Künstlerwohnung in Kopenhagen. Mit Gerdas Hilfe schminkt er sich und man könnte ihn für eine Frau halten.
Aus Spaß, so wie Teenager versuchen, mit Verkleidungen und verstellter Stimme andere zu narren, gehen sie kurz darauf auf einen großen Empfang in der Kunstakademie. Einar, der sich als Lili Elbe vorstellen lässt, ist zwar schüchtern und unsicher, aber es gefällt ihm auch, zu sehen, wie die Leute ihn als Frau hofieren und zu hören, was die Leute über ihn sagen. Denn Einar Wegener ist ja nicht zu dem Fest gekommen. Und, falls ihr Scherz aufgeflogen wäre, hätten sie sich auch Mitte der Zwanziger (der Film beginnt 1926) damit herausreden können, dass sie als Künstler, die eine naturgegebene Narrenfreiheit genießen, sich einen Spaß erlaubten.
Nun, niemand erkennt Einar, obwohl seine Maskierung aus heutiger Sicht gar nicht besonders gut ist.
Im folgenden erzählt „The King’s Speech“-Regisseur Tom Hooper, mit einigen Freiheiten (aber weniger Freiheiten als sich David Ebershoff in seinem Roman „Das dänische Mädchen“ nahm) diese wahre Geschichte von Einar Wegener nach. Denn Einar Wegener ist bekannter als Lili Elbe, die eine der ersten Menschen war, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. In ihrem Lebensbericht „Fra mand til kvinde“ (Ein Mensch wechselt sein Geschlecht) hielt sie diese Erfahrungen fest. Sie starb nach Komplikationen bei einer dritten Operatiom am 12. September 1931.
Im Mittelpunkt des Films steht allerdings nicht ihre Geschlechtsumwandlung, sondern die Liebe zwischen Einar, die zunehmend ihrer weiblichen Seite, ihrem wahren Geschlecht, verfällt, und Gerda Wegener, die ihrem Mann immer unterstützt, auch wenn er dadurch immer weniger der Mann ist, den sie heiratete. Ihre lesbischen Neigungen ignoriert der Film, der so in den beruhigenden Gewässern einerr normalen heterosexuellen Liebe, die vor einer Prüfung steht, bleibt.
Diese Abweichungen von der historischen Wahrheit sind allerdings nicht das Problem des Films, sondern dass die Geschichte, obwohl es eine wahre Geschichte ist, sich nie wahr anfühlt, sondern immer wie die Fantasie eines Drehbuchautors wirkt, der einige populäre Topoi (Transgender, Zwanziger Jahre, Künstlerleben) zusammenwirft. So kommt Lili Elbes sexuelles Erwachen zu schnell. Gerdas bedingungslose Liebe zu ihr und auch die mangelnde Irritation über die seltsamen Gefühle ihres Ehemannes sind zu groß, um glaubhaft zu sein. Das gesamte Umfeld bleibt erstaunlich passiv. So als fiele niemandem die Veränderung bei dem Landschaftsmaler Einar Wegener auf und auch die Ähnlichkeiten zwischen Einar, Lilli und den Porträts, die Gerda von Lilli zeichnet werden nicht wahrgenommen. Letztendlich reagieren alle auf Einars Wunsch, eine Frau zu werden, als ob er sich seine Haare anders schneiden lassen möchte. Und das ist nichts, über das man groß diskutieren muss oder man mit seinen Ansichten über Geschlechter und ihre Rollen in Frage stellen muss.
Letztendlich ist „The Danish Girl“, auch wenn die Frage, ob Einar oder Gerda das titelgebende Mädchen ist, gut gespieltes und gut inszeniertes Kino, das auf der einen Seite nichts wirklich falsch macht, aber auf der anderen Seite auch nicht wirklich begeistert oder, Gott bewahre!, verunsichert. Das würde beim Erzählen seiner großen Liebesgeschichte stören.

The Danish Girl - Plakat

The Danish Girl (The Danish Girl, Großbritannien/Deutschland/USA 2015)
Regie: Tom Hooper
Drehbuch: Lucinda Coxon
LV: David Ebershoff: The Danish Girl, 2000 (Das dänische Mädchen)
mit Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Amber Heard, Matthias Schoenaerts, Ben Whishaw, Sebastian Koch
Länge: 120 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
–
Hinweise
Englische Homepage zum Film
Deutsche Homepage zum Film
Moviepilot über „The Danish Girl“
Metacritic über „The Danish Girl“
Rotten Tomatoes über „The Danish Girl“
Wikipedia über „The Danish Girl“ (deutsch, englisch)
History vs. Hollywood über „The Danish Girl“

–

Ein Gespräch mit Tom Hooper, Eddie Redmayne und Alicia Vikander (aufgenommen beim TIFF)

Und DP/30 unterhält sich mit Tom Hooper über seinen Film und den ganzen Rest