Drehbuch: Gillian Flynn, Steve McQueen (basierend auf der gleichnamigen TV-Serie von Lynda La Plante)
Was ihre Männer könne, können Veronica, Linda und Alice auch. Vor allem weil sie tot sind und ihre Witwen Geldprobleme haben. Also ruft Veronica die anderen Witwen zusammen und sie beschließen, den nächsten Einbruch, den ihre Männer geplant hatten, durchzuführen. Mit weiblicher Finesse.
Schnörkellose, top besetzte Genre-Kost von Steve McQueen, der vorher „Hunger“, „Shame“ und „12 Years a Slave“ inszenierte. „Widows – Tödliche Witwen“ ist sein „Inside Man“.
mit Viola Davis, Michelle Rodriguez, Elizabeth Debicki, Cynthia Erivo, Colin Farrell, Daniel Kaluuya, Jackie Weaver, Robert Duvall, Liam Neeson, Brian Tyree Henry, Garrett Dillahunt, Carrie Coon, Jon Bernthal, Manuel Garcia-Rulfo, Lukas Haas
Ein Fest für Berliner und Berlin-Freunde: Andreas Dresen verfolgt in seinem wahrscheinlich leichtesten Film die beiden Mittdreißigerinnen Nike und Katrin. Beide sind aus dem Leben gegriffene Charaktere, die ihre alltäglichen Probleme auch mit viel Humor kaum bewältigen können. Dank des liebevoll-melancholisch-humorvollen Tonfalls schwebt ein sehr angenehmer Hauch von Nouvelle Vague durch den skizzenhaften Film. Da fällt die dünne Story kaum auf.
Mit Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Stefanie Schönfeld
Der Schneider von Panama (The Tailor of Panama, USA/Irland/Großbritannien 2001)
Regie: John Boorman
Drehbuch: John le Carré, John Boorman, Andrew Davis
LV: John le Carré: The Tailor of Panama, 1996 (Der Schneider von Panama)
Für den britischen Geheimagenten Osnard ist Panama die Endstation, bis er den Nobelschneider Pendel kennen lernt und von ihm – gegen Geld – brisante Regierungsgeheimnisse (die vollkommen erfunden sind) anvertraut bekommt.
Köstliche und sehr britische Demontage der Spionagewelt. Mit Sicherheit viel näher an der Realität, als die Bond-Abenteuer. Brosnan zieht hier als Geheimagent sein Image durch den Kakao.
Mit Pierce Brosnan, Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Harold Pinter, Brendan Gleeson, Martin Ferrero, Mark Margolis, Dylan Baker, Daniel Radcliffe
Am 30. Oktober 1969 entdecken zwei spielende Jungen im Marschland die Leiche von Chase Andrews. Trotz einer dünnen Beweislage wird Kya Clark angeklagt, ihn heimtückisch ermordet zu haben.
Im Dorf ist sie als das Marschmädchen bekannt. Diesen Spitznamen hat sie bekommen, weil sie seit ihrer Geburt in North Carolina im Marschland, dem lebendigem Teil des Sumpfes, lebt. Zunächst mit ihrer Familie, später allein.
Delia Owens erzählt in ihrem Romandebüt „Der Gesang der Flusskrebse“ Kyas Geschichte. Owens ist eine 1949 geborene Zoologin, die mit ihrem Mann Jahrzehnte in Botswana uns Sambia in der Wildnis forschte. Wegen damaliger, nie restlos aufgeklärter Aktionen gegen Wilderer soll sie in Sambia vor Gericht aussagen. Sie weigert sich. Wer will, kann kann ihr Romandebüt als ein kaum verklausuliertes Geständnis oder eine vollkommen fiktive Bearbeitung dieses Mordvorwurfs lesen. Oder einfach als eine unterhaltsame Geschichte.
Owens erzählt in „Der Gesang der Flusskrebse“ die Geschichte von Kya als eine gut zu lesende Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte, Naturbetrachtung und Gerichtsdrama; wobei die Kriminalgeschichte der enttäuschendste Teil des Romans ist.
Der Roman wurde sofort ein Bestseller. In den USA wurden bis jetzt über 15 Millionen Exemplare verkauft. Damit gehört „Der Gesang der Flusskrebse“ dort zu den größten Bestsellern. In Deutschland stand das Werk 2020 jede Woche auf einem der ersten zwanzig Plätze der Spiegel-Bestsellerliste.
Hollywood, in diesem Fall Reese Witherspoon und ihre Firma, kaufte die Verfilmungsrechte. Und jetzt startet die Verfilmung in unseren Kinos. Olivia Newman übernahm die Regie. Lucy Alibar schrieb das Drehbuch. Sie ist eine der beiden Autorinnen von „Beasts of the Southern Wild“. Und Daisy Edgar-Jones übernahm die Hauptrolle. Sie spielt Kya als junge Frau.
Der Film folgt, wie wir es von Bestseller-Verfilmungen gewohnt sind, weitgehend der Vorlage. Wer also den Roman kennt, wird hier und da eine andere Nuance entdecken, und den Täter kennen. Größere Veränderungen, die allerdings nichts an der Struktur der Geschichte und dem Ablauf der Handlung ändern, gibt es eigentlich nur im Vorfeld bei den Ermittlungen der Polizei und in der Gerichtsverhandlung. Beide Male nimmt sie viel Erzählzeit in Anspruch. Trotzdem ist der Krimiplot im Buch und im Film der wirklich ärgerliche Teil. Sie wird mitgeschleppt und teilweise episch ausgebreitet. Beide Male, ohne jetzt ins Detail zu gehen, überzeugt die Planung und Durchführung der Tat nicht. Im Roman wirken die Ermittlungen der Polizei immer so, als habe Owens ihr Wissen aus dem Ansehen von „C. S. I.“-Folgen in die Vergangenheit übertragen.
Erzählt wird Kyas Geschichte mit zahlreichen Zeitsprüngen.
Im Jahr 1969 wird vor allem das Gerichsverfahren geschildert. Ihr Verteidiger ist Tom Milton (David Strathairn im James-Stewart-Modus). Er ist ein pensionierter Kleinstadtanwalt, der Kya helfen will und sich deshalb freiwillig meldete. Und obwohl viele Szenen im Gerichtssaal spielen, erfahren wir erst in Miltons Schlussplädoyer, warum Kya verdächtigt wird und wie sie den Mord begangen haben soll.
In der Vergangenheit, also ab 1952, erfahren wir, wie Kyas Familie im Marschland lebt, wie die einzelnen Familienmitglieder, beginnend mit der Mutter, die von ihrem Mann nicht mehr geschlagen werden will, das Haus verlassen. Damals ist Kya sechs Jahre alt und sie ist das jüngste Kind der Familie. Vier Jahre später verschwindet Kyas gewalttätiger und trunksüchtiger Vater. Die in dem Moment zehnjährige Kya bleibt allein in der im Sumpf stehenden Bretterbude zurück. Sie versorgt sich allein und erzählt niemand davon. Denn sie will unter keinen Umständen in eine Pflegefamilie kommen. Sie lernt Tate Walker kennen. Er interessiert sich ebenfalls für die Tiere und Pflanzen im Marschland. Der feinfühlige Junge bringt ihr Lesen und Schreiben bei. Und er respektiert sie so, wie sie ist. Er will ihr nicht seinen Willen aufzwingen oder sie in seinem Sinn verändern. Sie verlieben sich ineinander. Aber dann geht er an die Universität.
Kyas zweite große Liebe ist Chase Andrews, ein arroganter und latent gewaltätiger Schönling, Footballstar und Sohn vermögender Eltern. Obwohl er Kya umwirbt, ist es eine aussichtslose Liebe. Denn er plant eine Heirat mit einem der Mädchen aus der Kleinstadt Barkley Cove.
Der Film erzählt Kyas Geschichte als eine typische Nicholas-Sparks-Liebesgeschichte im Setting eines Fünfziger-Jahre-Hollywood-Dramas. Es gibt etwas Verbrechen, etwas Liebe, etwas Coming of Age, einige Naturbetrachtungen, Kleinstadtfolklore und einige sanft angedeutete Konflikte zwischen den Menschen und Rassen. Alles ist zu sauber. Es gibt ein schlecht entwickeltes Südstaaten-Gerichtsdrama mit einem netten Anwalt und vielen Szenen im Gerichtssaal. Es gibt eine Frau zwischen zwei Männern. Das ist der Stoff, der in den Nicholas-Sparks-Verfilmungen, die alle vorhersehbare Schmonzetten sind, besser präsentiert wird.
In „Der Gesang der Flusskrebse“ finden die Macher nie eine eigene Haltung zur Geschichte. Also illustrieren sie nur die Vorlage und verwässern sie. Das gilt vor allem für Kya, deren Lebensphilosophie die des Marschlandes und damit der dort lebenden Tiere, die sich gegenseitig fressen, ist.
Kyas Geschichte ist kompetent inszeniert und gespielt. „Der Gesang der Flusskrebse“ gehört zu den Filmen, die nie wirklich schlecht, aber auch nie gut sind. Er bedient lediglich die Erwartungen der unzähligen Leser des Romans, die die Geschichte des Romans möglichst ohne irgendwelche Reibungsverluste als Film sehen wollen.
Der Gesang der Flusskrebse (Where the Crawdads sing, USA 2022)
Regie: Olivia Newman
Drehbuch: Lucy Alibar
LV: Delia Owens: Where the Crawdads sing, 2018 (Der Gesang der Flusskrebse)
mit Daisy Edgar-Jones, Taylor John Smith, Harris Dickinson, Michael Hyatt, Sterling Macer Jr., David Strathairn, Garret Dillahunt, Jojo Regina
James Bond: GoldenEye (GoldenEye, Großbritannien 1995)
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: Michael France, Jeffrey Caine
LV: Charakter von Ian Fleming
Buch zum Film: John Gardner: GoldenEye, 1995 (GoldenEye)
General Ourumov (Gottfried John) und Xenia (Famke Janssen), die zur Geheimorganisation „Janus“ gehören, haben sich den Zugang zu Weltraumsatelliten verschafft und damit können sie alles kontrollieren. James Bond soll das Schlimmste verhindern und bei seiner Hatz nach den Verbrechern trifft er auch auf einen alten Bekannten.
Erster Auftritt von Pierce Brosnan als Agent mit der Lizenz zum Töten. Für Bond-Fans eine etwas lang geratene, aber unterhaltsame Tour durch die bisherigen Bond-Filme. Finanziell war der Actionfilm unglaublich erfolgreich, – obwohl Brosnan der (wir reden Prä-Daniel-Craig!) in diesem Film der stilloseste Bond aller Zeiten war: unrasiert (!!) und schwitzend (!!!). DAS wäre den anderen niemals passiert.
Thriller-Autor John Gardner (u. a. schrieb er einen Gegententwurf zu Bond: die Boysie-Oakes-Serie über einen sehr unheldischen Geheimagenten) schrieb ab 1981 auf Wunsch der Fleming-Erben die Abenteuer von James Bond fort und hier das Buch zum Film.
Anschließend, um 23.00 Uhr, lässt Vox Roger Moore als James Bond „Leben und sterben lassen“.
mit Pierce Brosnan, Sean Bean, Izabella Scorupco, Famke Janssen (die Bond in die Zange nimmt), Judi Dench (als M nennt sie 007 ein „Relikt aus dem Kalten Krieg“), Gottfried John, Joe Don Baker (mal wieder dabei, inzwischen auf der Seite der Guten), Robbie Coltrane, Samantha Bond, Desmond Llewelyn, Tcheky Karyo, Michael Kitchen
Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra, USA 2013)
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Richard LaGravenese
LV: Scott Thorson, Alex Thorleifson: Behind the Candelabra, 1988
Grandioses, mit Preisen überschüttetes Biopic über den klavierspielenden, stockschwulen Las-Vegas-Entertainer Liberace, der jeden verklagte, der behauptete, er sei schwul.
Soderbergh erzählt pointiert, mit einem scharfen Blick auf die damalige Bigotterie und die Schauwerte, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Männern, in der der ältere Mann den anderen verführt, ausnutzt und letztendlich verstößt. Es ist auch ein Blick auf die Schattenseiten des Showgeschäfts, in denen ein Star wie ein kleiner König herrschen kann.
Walter lädt mehrere alte Freunde, die er in der Schule und Universität kennen lernte und die sich teilweise von früher kennen, zu einer Woche in einem an einem See in Wisconsin gelegenem Haus ein. Es soll, so schreibt er ihnen, eine Woche mit seinen besten Freunden werden. Die Einladung angenommen haben ‚Künstler‘ Ryan Cane, ‚Autor‘ Norah Jakobs, ‚Comedian‘ David Daye, ‚Buchhalter‘ Molly Reynolds, ‚Wissenschaftler‘ Veronica Wright, ‚Reporter‘ Sam Nguyen, ‚Akupunkteur‘ Arturo Pérez, ‚Berater‘ Sarah Radnitz, ‚Arzt‘ Naya Radia und ‚Pianist‘ Rick MacEwan.
Als sie in dem Haus eintreffen, sind sie begeistert. Das Haus ist ein wahres Traumhaus, in dem fünfzehn Menschen bequem einige Tage miteinander verbringen können. Es gibt eine riesige Bibliothek und ein Kino. Der Blick auf den See ist malerisch. Und es gibt keine störenden Nachbarn.
Schon am ersten Abend wird aus dem Traumurlaub ein Alptraum. Sie erfahren aus den Nachrichten, dass sie die letzten Überlebenden sind. Dieses Glück verdanken sie Walter. Er ist einer der Außerirdischen, die gerade die gesamte Menschheit vernichten.
Aber ist das wirklich passiert? Immerhin haben die Gäste keinen Kontakt zur Außenwelt. Sie können nicht mit ihren Freunden telefonieren oder ihnen eine E-Mail schicken. Sie können das Gelände nicht verlassen. Es ist von einer unsichtbaren Wand umgeben. Jemand versorgt sie mit Lebensmitteln und anderen Dingen, die sie gerne hätten. Und es gibt Regeln und Zeichen, die ihnen anscheinend am ersten Tag verraten wurden. Allerdings dauert es einige Tage, bis sie das verstehen und versuchen, die Zeichen zu enträtseln.
Dazu gehören Skulpturen und ein anderes Haus, das anscheinend keinen Eingang hat. Trotzdem können sie es öffnen und sie werden von ‚Maler‘ Reginald Madison begrüßt. Er ist ein weiterer von Walters Freunden. Er behauptet, sie könnten die Welt noch retten.
„Das Haus am See – Band 1“ ist der vielversprechende Auftakt von Paninis neuer Reihe DC-Schocker, in der Horrorgeschichten erscheinen sollen. Sie ergänzt damit die von Joe Hill herausgegebene Reihe mit Horrorgeschichten. Gemeinsam ist beiden Reihen, dass es sich um neue, für sich selbst stehende Horrorgeschichten handelt. Wobei die von Autor James Tynion IV, Zeichner Àlvaro Martìnez Bueno (die auch die Schöpfer der Geschichte sind) und Kolorist Jordie Bellaire erfundene Geschichte über „Das Haus am See“ eine längere Geschichte, eine sogenannte Miniserie, ist, die bei Panini in zwei Bänden erscheint. Im jetzt erschienenem ersten Band sind die ersten sechs Hefte und damit die erste Hälfte der Miniserie gesammelt. Sie machen uns mit den elf Gästen bekannt. Mit einigen mehr, mit anderen weniger. Und wie sie mit der Frage umgehen, dass sie die letzten Menschen sind und in diesem Luxusgefängnis eingesperrt sind. Die Hefte bauen die Spannung auf. Sie präsentieren Rätsel, die im ersten Band noch nicht gelöst werden. Dazu gehört auch, dass wir nicht wissen, warum Walter diese Menschen auswählte und ob die Menschheit wirklich ausgelöscht wurde.
Das wird im zweiten Band geschehen. Aber, wie ein Blick in die USA zeigt, dürfte bis zur Veröffentlichung des zweiten, ebenfalls aus sechs Heften bestehenden, Sammelbands noch einige Monate vergehen. Dort ist kürzlich erst das neunte Heft erschienen.
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James Tynion IV/Álvaro Martínez Bueno/Jordie Bellaire: Das Haus am See – Band 1
Die Vierzehnjährigen Uwe Schiedrowsky (Uwe Enkelmann, heute bekannter als Uwe Bohm und am 8. April 2022 viel zu früh verstorben) und Dschingis Ulanow (Dschingis Bowakow) leben in einem Sozialen Wohnungsbau auf der Elbinsel Hamburg-Wilhelmsburg. Zuerst streiten sie sich. Später fahren sie auf einem selbst gebauten Schiff Richtung Nordsee.
Ein Klassiker des deutschen Films und des Jugendfilms, der damals für Kontroversen sorgte und ein Kinohit war.
Heute ist der Jugendfilm fast vergessen. Deshalb könnte die heutige Ausstrahlung, nachdem der Film seit Ewigkeiten nicht mehr im Fernsehen lief und er auch nicht mehr auf DVD erhältlich ist, für einige eine Wiederentdeckung, für andere eine Neuentdeckung sein.
Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ (verfilmt von Fatih Akin) verdankt Bohms Film einiges.
Einen ganz anderen Killer als in „Bullet Train“ (seit einigen Tagen im Kino) spielt Brad Pitt in
RTL II, 00.35
Killing them softly(Killing them softly, USA 2012)
Regie: Andrew Dominik
Drehbuch: Andrew Dominik
LV: George V. Higgins: Cogan’s Trade, 1974 (Neuauflage als „Killing them softly“, deutsche Übersetzung als „Ich töte lieber sanft“)
Zwei Kleingangster überfallen ein illegales Pokerturnier. Dummerweise ist es von einem Mafiosi organisiert und der sinnt auf Vergeltung. Sein Troubleshooter Cogan (Brad Pitt) soll das Problem lösen.
Düsteres, top besetztes Gangsterdrama, das von seinen Dialogen lebt. Das ist nicht wirklich schlecht, aber der Roman ist besser. Denn dort stört es nicht, wenn die Geschichte vor allem über die Gespräche der Gangster erzählt wird.
„Ich denke nicht, dass mein Film Nadjas Verhalten entschuldigen oder verstehen will. Er schafft den Raum, diese Verbindung ohne moralische Wertung zu betrachten. Dieser Raum kann zu weiteren Gedanken persönlicher und individueller Natur führen.“
Isabelle Stever, Regie
Das hätte eine Provokation, über die alle reden, werden können: eine Mutter geht eine sexuelle Beziehung mit ihrem Sohn ein. Es wurde ein Film, der einen ratlos zurücklässt. Denn Regisseurin Isabelle Stever lässt uns über die Motive ihrer Figuren weitgehend im Dunkeln. Sie ignoriert alle Konflikte, die aus so einer, von der Gesellschaft abgelehnten, Liebesbeziehung entstehen könnten. Bei ihr scheint niemand sich an der Beziehung zwischen der Mutter und ihrem Sohn zu stören.
Als Teenager bekam Nadja ihren Sohn. Sie gab ihn zu ihrer Mutter und scheint ihn seitdem selten bis nie gesehen zu haben. Sie konzentrierte sich auf ihre Karriere als Ballettänzerin. Inzwischen arbeitet sie als reichlich unnahbare Ballettlehrerin.
Als sie ihre Mutter besucht, trift sie auch ihren gerade so erwachsenen Sohn Mario. Sie fühlen sich voneinander angezogen und haben in der kleinen Mietwohnung von Nadjas Mutter Geschlechtsverkehr miteinander. Nadjas Mutter scheint das nicht zu stören. Auch die anderen Nachbarn im Mietshaus, die wir nicht sehen, scheint diese gesellschaftliche geächtete Beziehung nicht zu stören.
Später zieht Mario bei Nadja ein. Sie haben weiterhin Sex miteinander und sie stürzen sich in das Nachtleben. Nirgendwo verheimlichen sie ihre Beziehung. Und jeder akzeptiert dieses Mutter/Sohn-Gespann. Auch ihre Schwangerschaft sorgt nicht für irgendwelche Diskussionen oder erkennbaren Konflikte zwischen ihnen oder zwischen ihnen und den wenigen anderen Menschen, denen sie begegnen.
„Grand Jeté“ wirkt wie ein elliptisch erzähltes Gedankenexperiment im luftleerem Raum und ohne eine These, um die die Filmgeschichte und an den Film anschließende Diskussionen sich drehen könnten.
Entsprechend zufällig reihen sich die meist langen Szenen aneinander. Oft sind die Bilder unscharf und die Farben blass. Oft zeigt Stever minutenlange Nahaufnahmen von beispielsweise einem Schulterblatt. Oft nimmt sie ihre Figuren von schräg oben auf. So als sähe jemand auf sie herab. Diese gegen die Sehgewohnheiten verstoßenden Aufnahmen vergrößern die Distanz zum Publikum, das schon mit den rätselhaften Figuren zu kämpfen hat, weiter.
Und so wird aus dem potentiellem Skandalfilm „Grand Jeté“ schnell ein frustrierender Langweiler ohne Erkenntnisgewinn.
Grand Jeté (Deutschland 2022)
Regie: Isabelle Stever
Drehbuch: Anna Melikova
LV:: Anke Stelling: Fürsorge, 2017
mit Sarah Nevada Grether, Emil von Schönfels, Susanne Bredehöft, Stefan Rudolf, Maya Kornev, Carl Hegemann, Jule Böwe
Gleich am Filmanfang wird der Familie Solé mitgeteilt, dass sie am Ende des Sommers den Hof verlassen müssen. Dort bauen sie, inzwischen schon seit mehreren Generationen, Pfirsische an. Der Eigentümer des Landes will dort Solaranlagen aufstellen. Das bringt mehr Geld. Und die Solés können ja die Anlagen warten.
In den folgenden knapp zwei Stunden erzählt Carla Simón, was in diesem Sommer passiert. Dabei interessiert sie sich nicht für den Kampf der Familie Solé um ihre Existenz. Der findet nämlich, bis auf ein, zwei Alibi-Aktionen, nicht statt. Sie macht aus ihrer Prämisse auch keinen den Kapitalismus laut anklagenden Ken-Loach-Film. Das alles interessiert sie nicht. Angesichts dieses Desinteresses an dem unmittelbar erkennbarem Konfliktpotential der Prämisse stellt sich daher schon die Frage, warum Simón diese Prämisse wählte.
Sie interessiert sich nämlich nur für die Familie Solé. Voller Empathie und unter dem Verzicht auf traditionelle Hollywood-Spannungsbögen erzählt sie einen Sommer aus dem Leben der Familie Solé. Und wüssten wir nicht, dass es deren letzter Sommer auf ihrem Land ist, würden wir diesen Sommer für einen ganz normalen Sommer halten, in dem sie arbeiten, lieben und es Konflikte zwischen dem Vater und dem Sohn über die Fortentwicklung des Betriebs gibt.
Simón zeigt auch, am Beispiel einer Familie, wie die Gesellschaft und die Wirtschaft sich im Lauf eines guten Jahrhunderts veränderten. Drei Generationen, – die jüngsten noch Kinder, der älteste kurz vor dem Tod -, leben in dem Haus, das in Katalonien in Alcarràs steht. Sie arbeiten alle auf der Pfirsichplantage. Das Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Es ist eine harte Arbeit, die wenig Gewinn abwirft. Helfen tun ihnen aus Afrika kommende Arbeiter.
Der Großvater ist für die aktuelle Malaise verantwortlich. Denn er verließ sich darauf, dass der vor achtzig Jahren per Handschlag geschlossene Vertrag bis in alle Ewigkeit gilt. Er ist auch zunehmend gebrechlich und hilft deshalb bei der Ernte nicht mehr mit. .
Die Plantage wird von seinem Sohn Quimet geführt. Er kann sich kein anderes Leben vorstellen. Seine Kinder und die anderen Familienmitglieder arbeiten mit. Dabei können sich die Kinder ein anderes Leben gut vorstellen. Für die jüngsten Kinder, die auch vom Alter her noch Kinder sind, ist die Farm ein riesiger Abenteuerspielplatz.
Das erzählt Carla Simón mit einem aus nicht professionellen Schauspielern bestehendem Ensemble. Vor dem Dreh probte die Regisseurin über drei Monate intensiv mit ihnen. In der Zeit wurden sie zu der Familie, die sie im Film spielen. Sie sprechen, was den wenigsten auffallen dürfte, den regionalen Dialekt. Sie kennen die spezifischen Handgriffe und Bewegungen, mit denen die Arbeit gemacht wird. Dieser fast schon dokumentarische Realismus fällt angenehm auf; auch wenn man selbst noch keine Pfirsische gepflügt hat und einen Traktor nur aus dem Fernsehen kennt.
So entsteht ein feinfühliges Porträt einer Grofamilie, die von der Landwirtschaft lebt.
Das genügt in diesem Fall für einen guten Film.
Die dramaturgische Klammer mit dem drohenden Verlust der Existenz hätte es, wie gesagt, nicht gebraucht. Sie stört sogar mehr als dass sie nutzt. Denn natürlich stellt sich irgendwann die Frage, warum sie ihr Schicksal so klaglos ertragen.
Alcarràs – Die letzte Ernte (Alcarràs, Spanien/Italien 2022)
Regie: Carla Simón
Drehbuch: Carla Simón, Arnau Vilaró (Co-Autor)
mit Josep Abad, Jordi Pujol Dolcet, Anna Otin, Albert Bosch, Xénia Roset, Ainet Jounou, Montse Oró, Carles Cabós
Eine Frau mit berauschenden Talenten (La daronne, Frankreich 2020)
Regie: Jean-Paul Salomé
Drehbuch: Hannelore Cayre, Jean-Paul Salomé, Antoine Salomé (Zusammenarbeit)
LV: Hannelore Cayre: La daronne, 2017 (Die Alte)
Patience Portefeux (Isabelle Huppert) kommt als schlecht bezahlte Übersetzerin für das Pariser Drogendezernat gerade so über die Runden. Als sie bei einem Telefonat von einem großen Drogendeal erfährt, in den der Sohn einer Pflegerin ihrer Mutter involviert ist, hat sie eine Idee. Kurz darauf hat sie anderthalb Tonnen Haschich im Keller eines Mietshauses gelagert und sie beginnt die Drogen an die richtigen Männer zu verkaufen. Während die Polizei unbedingt die neue Drogengroßhändlerin schnappen will.
Wundervollen Krimikomödie zu einer berauschenden Uhrzeit.
LV: William Goldman: Marathon Man, 1974 (Der Marathonmann)
Ein Student kommt, durch seinen ermordeten Bruder, einer Nazi-Organisation auf die Spur.
Spannender Thriller mit hochkarätiger Besetzung und einer – immer noch – schrecklichen Zahnarzt-Szene. Ursprünglich sollte sie länger sein, aber Testvorführungen ergaben, dass das zuviel Grauen war.
William Goldmans Drehbuch war für einen Edgar und WGA-Award (für „Die Unbestechlichen“ erhielt er den Preis der Writers Guild of America) nominiert.
Mit Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider, Marthe Keller, William Devane, Fritz Weaver
Ein Teil meiner Enttäuschung hängt sicher mit den Erwartungen zusammen. Die Trailer versprachen viel und verrieten wenig. Die offizielle Synopse ebenso: „Emerald ‚Em‘ (Keke Palmer) und OJ (Daniel Kaluuya) sind die Eigentümer einer Farm für Hollywood-Filmpferde. Ihre kalifornische Haywood-Ranch, weitab von den ersten Anzeichen menschlicher Zivilisation, ist bereits seit Jahrzehnten in Familienbesitz. Eines Nachts beobachten sie auf ihrem Land schockierende Phänomene, für die es keinerlei Erklärung zu geben scheint. Dabei ahnen sie nicht, dass es sich nur um die Vorboten eines grauenerregenden Geheimnisses handelt…“
Die Kritiken und Publikumsmeinungen aus den USA sind überaus positiv. Alle, die den Film vor mir gesehen hatten, wollten mit mir über das Ende reden. Das war der Moment, in dem ich immer sagte: „Darüber reden wir, wenn ich ihn gesehen habe.“
Also erwartete ich einen besonderen Film mit einem Shyamalan-Twist am Ende. Außerdem gefielen mir Jordan Peeles vorherige Filme, „Get Out“ gefiel mir sehr gut. „Wir“ weniger. An der Kinokasse waren beide Filme äußerst erfolgreich – und „Nope“ ist das Ergebnis. Der Regisseur erhält ein größeres Budget und freie Hand.
Das benutzt er für eine gewöhnliche Alien-Invasionsgeschichte mit vielen losen Enden, die dazu führen, dass im Internet inzwischen munter spekuliert wird, was was bedeutet und wie das alles miteinander zusammenhängt. Also wer der Motorradfahrer ist, der aus dem Nichts auftaucht als die Geschwister die Aliens anlocken wollen, warum wir so viel über eine 90er-Jahre-Sitcom erfahren und was das damalige Unglück mit den Ereignissen in der Gegenwart zu tun hat. Außer dass Ricky ‚Jupe‘ Park (Steven Yeun) damals als Kinderdarsteller zum Ensemble der Sitcom gehörte und er heute, immer noch von seinem Hollywood-Ruhm zehrend, in der Nähe der Farm der beiden Haywood-Geschwister einen Wilder-Westen-Goldrausch-Themenpark betreibt. Wie der Zusammenhang zwischen Menschen die in oder mit Hollywood Geld verdienen mit den Aliens ist. Undsoweiterundsofort.
Die Story selbst ist ein aufgeblasenes Nichts. In der ersten Hälfte wird angedeutet, dass die Aliens in einer sich nicht bewegenden Wolke am Himmel über der Pferdefarm sind. Ihren Angriffen scheint man, wie schon der Trailer andeutet, entkommen zu können, wenn man sie bei Angriffen nicht ansieht. In der zweiten Hälfte kämpfen dann die Farmbesitzer OJ und seine Schwester Emerald gegen die Aliens. Ihnen helfen der Computerfreak, Slacker und Angestellte der Elektronikkette Fry’s Electronics, Angel Torres (Brandon Perea), der ihre Videoüberwachungsanlage auf den neuesten Stand brachte (was ihnen bei den Angriffen nicht hilft), und der etwas durchgeknallte Dokumentarfilm-Kameramann Antlers Holst (Michael Wincott). Holst ist dabei, weil echte Aufnahmen von Aliens eine Sensation wären.
Das sieht in jedem Moment, auch das zeigt der Trailer, gut aus. Allerdings zieht sich die Story wie Kaugummi. Vieles wird angedeutet. Vieles wird angesprochen, aber fast nichts wird konsequent zu Ende geführt. Das weckt natürlich durchgehend Erwartungen auf eine große Auflösung am Ende. Diese Überraschung gibt es nicht. Und das ist dann auch eine Art von Überraschung. Wie ein Witz ohne Pointe.
So ist „Nope“ ein bildgewaltiger lahmer Schocker, der ein Manifest der Hybris des Regisseurs ist. Hoffentlich fällt Jordan Peeles nächster Film wieder überzeugender aus.
Nope(Nope, USA 2022)
Regie: Jordan Peele
Drehbuch: Jordan Peele
mit Keke Palmer, Daniel Kaluuya, Brandon Perea, Steven Yeun, Michael Wincott, Devon Graye, Keith David, Eddie Jemison, Osgood Perkins, Wrenn Schmidt
Mit dem 9-Euro-Ticket (Bitte unbedingt verlängern! Auch wenn ich es kaum benutze, schätze ich die Möglichkeit es benutzen zu können.); – also mit dem 9-Euro-Ticket probieren wir hier in Deutschland gerade etwas aus, wofür Tom Harper sehr alt werden musste: nämlich das fast kostenlose Reisen mit Nahverkehrsverbindungen. Der Pensionär hat einen Seniorenpass, mit dem er kostenlos Nahverkehrsbusse benutzen kann. Mit diesem Pass will der inzwischen Neunzigjährige, nach dem Tod von seiner Frau Mary, von John o‘ Groats, dem nördlichsten Punkt Schottlands, nach Land’s End, dem südlichsten Punkt Englands, fahren.
Es ist eine Reise, die der Senior 1952 Jahren mit seiner Frau in umgekehrter Richtung unternommen hat. Damals fuhren sie mit diesen Bussen von Land’s End nach John o‘ Groats. Jetzt unternimmt Tom diese Reise in umgekehrter Richtung. Er besucht dabei die Orte, die er auf der Hinfahrt mit seiner Frau besucht hat. Es ist eine Erinnerungsreise. Deshalb und nicht weil er zu wenig Geld für eine Zugfahrkarte hat, fährt Tom Bus. Denn allein die Verpflegungs- und Übernachtungskosten kosten ihn mehr als eine Zugfahrkarte. Es ist außerdem seine letzte Reise.
Diese verläuft, mit einigen Abweichungen von der streng geplanten Route, in dem erwartbaren Fahrplan.
Es gibt zwei Punkte, die eindeutig für den Film sprechen, eine ärgerliche Ankunft am Filmende und einige verpasste Chancen, die aus „Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr“ mehr als einen guten Feelgood-Film gemacht hätten.
Für Gilles MacKinnons Roadmovie sprechen eindeutig die fotogenen Landschaftsaufnahmen und Timothy Spall, der den meist grummeligen und abweisenden Tom spielt. Spall ist zwar erst Mitte sechzig, aber er sah schon immer alt aus und hier, mit etwas Make-up, Mimik und Körperhaltung sieht er wirklich wie ein alter Mann aus, der dickköpfig seine letzte Mission erfüllt und sich dabei von nichts länger als nötig ablenken lässt. Deshalb sind seine Begegnungen, bis auf eine Übernachtung bei einer Familie, auch alle kurz und oberflächlich. So entsteht bei Toms Reise durch Großbritannien kein Bild des Landes und seiner Brüche (wie in „Easy Rider“ für die USA), sondern es bleibt bei einer Aneinderreihung von Postkartenbildern und Toms Erinnerungen an sein Leben mit Mary, die immer wieder eingestreut werden. Hier verpassen MacKinnon und Drehbuchautor Joe Ainsworth die auf der Hand liegende Chance einer Post-Brexit-Bestandsaufnahme des Landes, seiner Verwerfungen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten. „Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr“ hätte uns etwas über das heutige Großbritannien verraten können. Es bleibt dann bei einer sentimentalen Reise vom einen Ende des Landes zum anderen Ende des Landes.
Schon während des Films fällt auf, dass auffallend oft Handy-Aufnahmen von Tom gemacht werden. Im Film werden sie nicht weiter erwähnt. Im Abspann werden sie gezeigt und durch den Hashtag #BusHero wird angedeutet, dass Toms Reise im Internet von einer zunehmenden Zahl Menschen wohlwollend verfolgt wurde. Das führt zu dem ärgerlichen Ende. Als Tom in Land’s End ankommt, wird er von einer Menschenmasse wie der wiedergeborene Heiland begrüßt. Warum sie seine Reise verfolgt haben, wird nicht erklärt. Warum sie von ihm irgendeinen klugen Satz erwarten, wird noch weniger erklärt.Tom will – zu recht – mit diesen Menschen nichts zu tun haben. Wie schon Brian (in „Das Leben des Brian“) flüchtet er vor ihnen.
So ist „Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr“ ein unter seinen Möglichkeiten bleibendes Feelgood-Movie mit einem gewohnt grandiosen Timothy Spall.
P. S.: Der Film basiert auf keiner wahren Geschichte, sondern auf einer Gedankenspielerei von Drehbuchautor Joe Ainsworth. Bei einem Familientreffen überlegten sie, wohin sie mit einem Seniorenpass reisen könnten. So ein Pass ist zwar für Strecken in der näheren Umgebung gedacht, aber mit etwas Zeit und Planung sind auch weitere Strecken möglich.
Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr (The last bus, Großbritannien 2021)
Regie: Gillies MacKinnon
Drehbuch: Joe Ainsworth
mit Timothy Spall, Phyllis Logan, Natalie Mitson, Ben Ewing, Patricia Panther, JS Duffy, Saskia Ashdown, Scott Campbell, Anne Kidd, Aila Gavin, Matt Costello
James Bond: Lizenz zum Töten (Licence to Kill, Großbritannien 1989)
Regie: John Glen
Drehbuch: Richard Maibaum, Michael G. Wilson
LV: Figur von Ian Fleming
Nachdem Drogenbaron Sanchez seinen Freund Felix Leiter während der Hochzeit schwer verletzt und dessen Künftige umbringt, sieht Bond rot. Im Alleingang bringt er Sanchez um seine Existenzgrundlage.
Der zweite Einsatz von Timothy Dalton war realistischer und härter als die vorherigen Bonds. An der Kasse war er damit nicht so erfolgreich – und die Bond-Macher legten eine mehrjährige Pause ein. Pierce Brosnan beendete die Produktionspause 1995 mit dem kommerziell äußerst erfolgreichen „GoldenEye“.
In „Lizenz zum Töten“ ist die Mischung aus klassischem Bond und modernem us-amerkanischen Action-Kino nicht vollkommen überzeugend. In Erinnerung bleibt vor allem, dass alles viel brutaler als gewohnt ist. Der nächste Versuch eines härteren Bonds gelang mit „Casino Royale“ wesentlich besser.
Als ich ihn mir, wegen Ähnlichkeiten in der Story, in Zusammenhang mit dem letzten Craig-Bond „Keine Zeit zu sterben“ wieder ansah, fand ich ihn nicht so schlecht und viel, viel besser als „Keine Zeit zu sterben“.
Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.
Mit Timothy Dalton, Robert Davi, Talisa Soto, Benicio Del Toro, Anthony Zerbe, Desmond Llewelyn, Robert Brown, Caroline Bliss