TV-Tipp für den 17. Juni: Zeugin der Anklage

Juni 16, 2022

Servus TV, 22.05

Zeugin der Anklage (The Witness for the Prosecution, Großbritannien 2016)

Regie: Julian Jarrold

Drehbuch: Sarah Phelps

LV: Agatha Christie: The Witness for the Prosecution, 1925 (Kurzgeschichte, erschien ursprünglich als „Traitor’s Hands“ in Flynn’s, 31. Januar 1925, später unter dem heute bekannten Titel in der Kurzgeschichtensammlung „The Hound of Death and Other Stories, 1933; deutscher Titel: Zeugin der Anklage)

London, in den Zwanzigern: Kriegsheimkehrer Leonard Vole soll die vermögende Witwe Emily French ermordet haben. Er beteuert seine Unschuld. Trotzdem droht ihm die Todesstrafe. Vor allem nachdem seine Frau zur ‚Zeugin der Anklage‘ wird.

Die Geschichte kennen wir. Entweder haben wir die Kurzgeschichte gelesen (Falls nicht: Lesebefehl!) oder das Theaterstück gesehen oder Billy Wilders Klassiker „Zeugin der Anklage“ (Witnes for the Prosecution, USA 1957, mit Tyrone Power, Marlene Dietrich und Charles Laughton) gesehen. Das war, neben „Mord im Orient-Express“ (Murder on the Orient Express, Großbritannien 1974), die einzige Verfilmung eines ihrer Werke, die Agatha Christie mochte

Heute gibt es die hochgelobte und formidabel besetzte BBC-Neuverfilmung von 2016.

mit Billy Howle, Kim Cattrall, Monica Dolan, Andrea Riseborough, Toby Jones, Robert East, David Haig

Wiederholung: Samstag, 18. Juni, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Zeugin der Anklage“

Homepage von Agatha Christie

Krimi-Couch über Agatha Christie

Meine Besprechung von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, 1934)

Meine Besprechung von John Guillermins Agatha-Christie-Verfilmung “Tod auf dem Nil” (Death on the Nile, Großbritannien 1978)

Meine Besprechung von Michael Winners Agatha-Christie-Verfilmung „Rendezvous mit einer Leiche“ (Appointment with Death, USA 1988)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Orientexpress“ (Murder on the Orient Express, USA 2017)

Meine Besprechung von Gilles Paquet-Brenner Agatha-Christie-Verfilmung „Das krumme Haus“ (Crooked House, USA 2017) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Kenneth Branaghs Agatha-Christei-Verfilmung „Tod auf dem Nil“ (Death on the Nile, USA/Großbritannien 2022) (und Buchbesprechung)

Meine Besprechung von Julian Jarrolds David-Peace-Verfilmung  „Red Riding: Yorkshire Killer 1974“ (Yorkshire Killer 1974, Großbritannien 2009)

Meine Besprechung von Julian Jarrolds „A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“ (A Royal Night Out, Großbritannien 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: The unbearable weight of „Massive Talent“ des Nic(k) Cage

Juni 16, 2022

CIA-Agentin Vivian ist begeistert und sprachlos. Auf dem Provinzflughafen in Mallorca läuft ihr großes Idol Nicolas Cage an ihr vorbei. Er ist auf dem Weg zu Javier ‚Javi‘ Gutierrez, einem Millardär und Über-Nicolas-Cage-Fan, der jetzt unglaublich viel Geld ausgibt, damit sein Idol einige Tage mit verbringt. Als Stargast seiner Geburtstagsparty.

Javi ist – und das erklärt die Anwesenheit des amerikanischen Geheimdienstes – auch ein internationaler Waffenhändler der besonders sprupellosen Sorte.

Und dieser Nicolas Cage wird von Nicolas Cage gespielt, der im Film allerdings immer wieder zu Nick und nicht Nic abgekürzt wird. Das soll als Hinweis darauf genügen, dass der Film-Cage nichts mit dem realen Cage zu tun hat. Aber, und gerade das macht „Massive Talent“ (so der sinnfrei gekürzte deutsche Titel von „The unbearable weight of massive talent“) zu etwas besonderem und einem großen Spaß für Cage-Fan, der Film quillt vor Anspielungen auf die Filmographie (eine Zusammenstellung gibt es auf der IMDb) und die öffentliche Wahrnahme von Cage. Er begann als Charakterdarsteller, war damals schon etwas extremer als seine Kollegen, wurde zum Actionstar mit „The Rock“ und „Con Air“ und zuletzt zum Direct-to-Video-Schauspieler. Aufgrund von finanziellen und Steuerproblemen nahm Cage seit über zehn Jahren unzählige Rollen an, um seine Schulden zu bezahlen. Die Filme waren nicht unbedingt gut, aber – und das hatte ich in Gesprächen immer wieder gesagt – bei jedem dieser Filme entdeckte ich einen Grund, warum Cage zugesagt hatte (und es war nicht das Geld) und er engagierte sich immer schauspielerisch in dem Film. Einige nennen es ständiges Overacting, das manchmal wahnsinnig nervt. Aber er schlurfte nie mit einem Wo-ist-der-Gehaltsscheck-Blick durch das Bild.

So gibt es neben den unumstrittenen Cage-Klassikern der achtziger und neunziger Jahre auch zahlreiche neue Filme, auf die Tom Gormican in seinem Film anspielen kann.

Vom Plot her ist „Massive Talent“ eine Actionkomödie, in der ein Mann plötzlich Dinge tun muss, für die er nicht ausgebildet ist. Er gerät in zahlreiche Situationen, aus denen er sich herauslavieren muss. Es gibt, wenn Gangster und Geheimagenten aufeinandertreffen, ordentlich Action. Und selbstverständlich Humor.

Das erinnert an die eskapistischen Agentenfilme aus den sechziger Jahren, als im Fahrwasser der erfolgreichen James-Bond-Filme, unter südlicher Sonne in Operettenrepubliken Agenten und Nicht-so-richtige-Agenten („Ihr Auftritt, Al Mundy“), gefährliche Abenteuer erlebten. Das war (und ist) bunt, eskapistisch, fantastisch und, in seiner Grundstimmung, absolut fröhlich und lebensbejahend. Schließlich verfolgen wir die Abenteuer von großen Jungs, die sich lustvoll in kindische Abenteuer stürzen und ihren Spaß haben.

In diesem Rahmen wird der Film dann, sicher auch dank Nicolas Cage und Pedro Pascal (der den Millardär und Waffenhändler spielt), zu einer erstaunlich tiefgründigen Betrachtung über Freundschaft und das Leben. Diese Momente tragen dazu bei, dass die Metakomödie deutlich ruhiger und besser ist, als der klamaukige Trailer verspricht.

Massive Talent (The Unbearable Weight of Massive Talent, USA 2022)

Regie: Tom Gormican

Drehbuch: Tom Gormican, Kevin Etten

mit Nicolas Cage, Pedro Pascal, Ike Barinholtz, Neil Patrick Harris, Tiffany Haddish, Alessandra Mastronardi, Jacob Scipio, Lily Sheen, Sharon Horgan, David Gordon Green, Demi Moore

Länge: 108 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Massive Talent“

Metacritic über „Massive Talent“

Rotten Tomatoes über „Massive Talent“

Wikipedia über „Massive Talent“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Eine deutsche Partei“ beobachtet kommentarlos die AfD

Juni 16, 2022

Je länger ich über „Eine deutsche Partei“ nachdenke, umso ärgerlicher finde ich den Film. Simon Brückner war über mehrere Jahre als stiller Beobachter bei AfD-Treffen. Er begleitete während der vergangenen Legislaturperiode, genaugenommen zwischen 2019 und 2021, vor allem AfD-Politiker aus dem Berliner Abgeordnetenhaus. Dazu kommen noch zwei Vertreter aus den Bezirksverordnetenversammlungen von Neukölln und Reinickendorf und Bundestagsabgeordnete.

Diese Aufnahmen von Sitzungen und öffentlichen Auftritten fügte er jetzt zu einem Film zusammen. Er unterteilt ihn in sechs Kapitel. Die Funktion dieser Kapitel ist rätselhaft. Eigentlich erspart sie im dunklen Kinosaal nur den Blick auf die Uhr. Denn Brückner erzählt chronologisch. Auf einen Kommentar verzichtet er. Schließlich handelt es sich um eine dieser stillen Beobachtungen, in denen dem Publikum ein Blick auf die Ereignisse gewährt wird, ohne dass der Regisseur sich mit seiner Meinung oder seiner Person einmischt. Durch die Auswahl des Materials und den Schnitt tut er es doch. Außerdem führt die Anwesenheit einer Kamera normalerweise zu einem verändertem Verhalten; wobei dieser Punkt heute sicher weniger zutreffend ist. Früher, vor allem zu den Anfängen des Direct Cinema, waren Kameras größer, unhandlicher und seltener als heute. Heute nimmt jeder mit seinem Smartphone in oft beeindruckender Qualität alles auf und fast niemand stört sich daran. Auch die porträtierten AfD-Mitglieder stören sich nicht erkennbar an dem zwischen ihnen sitzendem Dokumentarfilmer.

Brückner verzichtet auch auf alle Textinserts. So wird, wenn man die AfD-Politiker nicht kennt, „Eine deutsche Partei“ einfach nur eine zweistündige Abfolge von sprechenden Köpfen, über die man nichts weiß und auch nichts erfährt. Denn wer die Sprecher (es sind eigentlich nur meist etwas ältere Männer) nicht kennt und keine Ahnung von der Berliner Lokalpolitik hat, wird sich öfter fragen, um was es denn da geht. Das Gesagte kann er, weil jegliches Vorwissen darüber fehlt, auch nicht beurteilen.

Damit ist der Film kein Beitrag zur politischen Aufklärung. Dafür brächte es Hintergrundinformationen und Einordnungen des Gesagten, die im Film erfolgen sollten. Entweder durch Nachfragen, durch einen Off-Kommentar oder durch andere Interviewpartner. Auf alles das wurde verzichtet zugunsten eines Direct-Cinema-Porträts einer Partei, das als intimes Porträt, in dem sich die Partei demaskiert, verkauft wird.

Diese „Demaskierung“ funktioniert nicht. AfD-Gegner werden ihr Bild bestätigt bekommen. AfD-Fans ihres. Und alle, die einfach nur politisch interessiert sind und mehr über die AfD erfahren wollen, bleiben hilflos zurück. Es fehlen einfach alle Informationen, mit denen irgendetwas eingeordnet werden kann. Teils, weil in Codes gesprochen wird. Teils weil der Zusammenhang, in dem etwas gesagt wird, unklar ist. Es gibt keinen Faktencheck. Es gibt auch nie eine Position dazu außerhalb der Partei-Blase.

Damit ist „Eine deutsche Partei“ einfach nur eine zweistündige Abfolge von zufällig aufgeschnappten O-Tönen ohne irgendeinen Erkenntniswert und eine gigantische Verschwendung von Zeit.

(Hinweis: Grundlage für diese Besprechung ist die auf der Berlinale präsentierte Version. Etwaige spätere Änderungen sind nicht berücksichtigt.)

Eine deutsche Partei (Deutschland 2022)

Regie: Simon Brückner

Drehbuch: Simon Brückner

Länge: 116 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Eine deutsche Partei“

Moviepilot über „Eine deutsche Partei“

Rotten Tomatoes über „Eine deutsche Partei“ (aktuell keine Besprechungen und Kommentare zum Film)

Wikipedia über „Eine deutsche Partei“

Berlinale über „Eine deutsche Partei“


TV-Tipp für den 16. Juni: Money Monster

Juni 15, 2022

Super RTL, 20.15

Money Monster (Money Monster, USA 2016)

Regie: Jodie Foster

Drehbuch: Jamie Linden, Alan DiFiore, Jim Kouf (nach einer Geschichte von Alan DiFiore und Jim Kouf)

Kyle Budwell will wissen, warum der ihm von Lee Gates im TV als todsicher versprochenen Aktie ein desaströser Flop sind. In Gates‘ Live-TV-Sendung nimmt der einfache Arbeiter den aalglatten Moderator als Geisel. Kyle will Antworten und sein mühsam zusammengespartes Geld zurück.

Spannender, viel zu unbekannter, schwarzhumoriger Echtzeit-Thriller, der einige wichtige Fragen anspricht und auch zum Nachdenken anregen kann.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit George Clooney, Julia Roberts, Jack O’Connell, Dominic West, Caitriona Balfe, Giancarlo Esposito, Christopher Denham, Lenny Venito, Chris Bauer, Dennis Boutsikaris, Emily Meade, Condola Rashad

Hinweise

Moviepilot über „Money Monster“

Metacritic über „Money Monster“

Rotten Tomatoes über „Money Monster“

Wikipedia über „Money Monster“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jodie Fosters „Money Monster“ (Money Monster, USA 2016)


TV-Tipp für den 15. Juni: Chinatown

Juni 14, 2022

One, 21.40

Chinatown (Chinatown, USA 1974)

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Robert Towne

Los Angeles, 1937: Evelyn Mulwray beauftragt Privatdetektiv Jake Gittes, das Verschwinden ihres Mannes, dem Chef der Wasserwerke, aufzuklären. Schnell gerät der kleine Detektiv in ein Komplott, das er nie ganz durchschaut.

Sozusagen die Essenz der Schwarzen Serie. Georg Seeßlen hält „Chinatown“ für den definitiven private eye-Film der siebziger Jahre.

Mit Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston, Perry Lopez, John Hillerman, Diane Ladd, Roman Polanski, Bruce Glover, James Hong, Burt Young

Wiederholung: Donnerstag, 16. Juni, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Chinatown“

Wikipedia über „Chinatown“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week: David N. Meyer über „Chinatown“

Meine Besprechung von Roman Polanskis “The Ghostwriter” (The Ghost Writer, Frankreich/Deutschland/Großbritannien 2010)

Meine Besprechung von Roman Polanskis “Venus im Pelz” (La Vénus á la Forrure, Frankreich/Polen 2013)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Nach einer wahren Geschichte“ (D’après une histoire vraie, Frankreich 2017)

Meine Besprechung von Roman Polanskis „Intrige“ (J’accuse, Frankreich/Italien 2019)


Cover der Woche

Juni 14, 2022


TV-Tipp für den 14. Juni: Die Affäre

Juni 13, 2022

Servus TV, 22.50

Die Affäre (Partir, Frankreich 2009)

Regie: Catherine Corsini

Drehbuch: Catherine Corsini, Gaëlle Macé

Nach fünfzehn Ehejahren und zwei Kindern verliebt sich Suzanne in einen Handwerker. Ihr Mann, ein wohlhabender Arzt, will sie ruinieren.

Drama mit packender Atmosphäre und einer genauen Figurenzeichnung.“ (Lexikon des internationalen Films)

Danach drehte Corsini „La belle saison – Eine Sommerliebe“ und „In den besten Händen“.

mit Kristin Scott Thomas, Sergi López, Yvan Attal, Bernard Blancan, Aladin Reibel

Wiederholung: Mittwoch, 15. Juni, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

AlloCiné über „Die Affäre“

Rotten Tomatoes über „Die Affäre“

Wikipedia über „Die Affäre“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Catherine Orsinis „La belle saison – Eine Sommerliebe“ (La belle saison, Frankreich/Belgien 2015) und der Blu-ray

Meine Besprechung von Catherine Corsinis „In den besten Händen“ (La Fracture, Frankreich 2021)


Jüdisches Filmfestival Berlin/Brandenburg zeigt 2022 „Jewcy Movies“

Juni 13, 2022

Am Dienstag, den 14. Juni, startet die diesjährige Ausgabe des Jüdischen Filmfestival Berlin/Brandenburg (JFBB). Es findet zum 28. Mal statt und es eines der Filmfestivals, die mich jedes Mal Filme sehen lässt, die ich sonst nicht sehen würde. Das tun andere Filmfestival natürlich auch, aber das Besondere bei diesem Filmfestival ist, dass alle Filme irgendetwas mit dem Judentum und dem jüdischen Leben in der Gegenwart und Vergangenheit zu tun haben.

Dieses Jahr werden bis zum Sonntag, den 19. Juni, 43 Dokumentar- und Spielfilme, die teilweise auch später im Kino laufen, und zwei Serien gezeigt. In Potsdam im Fimmuseum Potsdam, im Haus der Brandburgisch-Preußischen Geschichte und im Thalia-Progammkino; in Berlin im Delphi Lux, im Passage Kino, auf dem Jüdischen Theaterschiff MS Goldberg und, Open Air, im Sommerkino Kulturforum.

Thematisch beschäftigen sich viele Filme mit dem Holocaust und seinen Folgen. Und es gibt eine neun Filme umfassende Hommage an Jeanine Meerapfel. Sie wurde 1943 in Argentinien als Tochter deutsch-jüdischer Emigranten geboren. Aktuell ist sie die Präsidentin der Akademie der Künste Berlin. Seit ihrem Spielfilmdebüt „Malou“ beschäftigt sie sich immer wieder mit ihrer Familiengeschichte, dem Antisemitismus und den Folgen von Emigration. Ihr, jedenfalls vom Titel bekanntester Film, dürfte „Die Kümmeltürkin geht“ sein. Ihr neuester Film „Eine Frau“, über ihre Mutter, wird am Dienstagabend im Hans-Otto-Theater (Potsdam) als Eröffnungsfilm des Festivals gezeigt.

Die anderen Filme des Festivals werden in den Reihen „Wettbewerb Spielfilm“, „Wettbewerb Dokumentarfilm“ und Kino Fermished“ gezeigt.

Zum Beispiel Natalia Sinelnikovas beeindruckende Dystopie „Wir könnten genauso gut tot sein“ über eine Gated Community, deren Bewohner nach dem Verschwinden eines Hundes zunehmend paranoid werden. Das Spielfilmdebüt der Absolventin der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf lief auf der diesjährigen Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“.

Oder Aurélie Saadas Porträt der 78-jährigen „Rose“, die sich nach dem Tod ihres Ehemannes und einer Phase der Trauer ins Leben stürzt. Zum Entsetzen ihrer Kinder.

Oder Gabriel Matias Lichtmanns Mockumentary „The Red Star“ über Laila Salama, eine Agentin, die 1960 auch an der Entführung von Adolf Eichmann in Buenos Aires beteiligt war.

Ebenfalls auf der Berlinale lief Maggie Perens „Der Passfälscher“ über den jungen Juden Cioma Schönhaus, der sich 1942 in Berlin ins Leben stürzt, nach dem Motto „wenn mich alle sehen, kann ich kein von den Nazis verfolgter Jude sein“ und der gleichzeitig zahlreiche Pässe fälschte. Wer nicht bis zum regulären Kinostart am 13. Oktober warten will, kann sich den Film schon jetzt ansehen.

Ebenfalls im Zweiten Weltkrieg spielt Roman Shumunovs „Berenshtein“. In der Deutschlandpremiere geht es um den ukrainisch-jüdischen Partisan Leonid Berenshtein, der 1944 in Polen das Versteck der Nazis für die V2-Raketen entdeckte. Der Film, der auch Dokumentaraufnahmen enthält, soll Anfang November als „Der letzte Partisan – Die wahre Geschichte des Leonid Berenshtein“ auf DVD erscheinen.

Eine Weltpremiere ist Jan Tenhavens „Adam & Ida – Almost a Fairytale“ über Zwillinge, die sich über fünfzig Jahre nachdem sie 1942 getrennt wurden, wieder sehen und im Film ihre Lebensgeschichte erzählen.

In „We wept without tears“ erzählen im Sommer 1993 sechs der damals letzten jüdischen Überlebenden des „Sonderkommandos“ des KZ Auschwitz-Birkenau über ihre Erlebnisse. Gigeon Greif und Itai Lev montierten aus diesen Zeitzeugenaussagen jetzt diesen Film.

In seinem neuen Film „Babi Yar. Context“ montiert Sergei Loznitsa, wie man es aus seinen anderen Filmen kennt, ohne einen Sprecherkommentar, der die Bilder einsortieren könnte, historische Aufnahmen zusammen. Es geht um das Leben in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg, den Mord von 33.771 Juden und Jüdinnen in der bei Kiew gelegenen Schlucht von Babi Yar und der juristischen Behandlung nach dem Zweiten Weltkrieg.

In „Apples and Oranges“ gibt Yoav Brill einen kurzweiligen Einblick in die Geschichte der Kibbuz-Bewegung. Vor allem in den Siebzigern verbrachten Jugendliche ihren Sommerurlaub in Israel in einem Kibbuz. Neben der Arbeit auf dem Bauernhof wollten sie auch, ohne den strengen Blick ihrer Eltern, Sex, Drugs & Rock’n’Roll ausprobieren. Die Einheimischen waren zunehmend weniger begeistert.

Trish Adlesic schildert in seinem Dokumentarfilm „A Tree of Life“, und damit sind wir fast in der Gegenwart, das am 27. Oktober 2018 von einem Rechtsextremisten verübte Attentat auf die Synagoge Tree of Life Or L’Simcha in Pittsburgh. Er erschoss elf Menschen und verletzte sechs weitere. Es ist der bislang schwerste in den USA verübte antisemitischen Anschlag.

Eine Besonderheit für Stummfilm-Fans ist Deutschland-Premiere der restaurierten Fassung von Charles E. Davenports 1919 entstandenem und lange als verschollen geglaubtem Stummfilm „Broken Barriers“. Es handelt sich um die erste US-amerikanische Adaption der „Tewje, der Milchmann“-Geschichte. Beide Aufführungen des Stummfilms werden von Daniel Kahn, einem Folk-Klezmer-Punk-Singer-Songwriter, musikalisch begleitet.

Das vollständige Programm mit Informationen zu allen Filmen und Veranstaltungen gibt es hier.


TV-Tipp für den 13. Juni: Reservoir Dogs – Wilde Hunde

Juni 12, 2022

Arte, 23.10

Reservoir Dogs (Reservoir Dogs, USA 1992)

Regie: Quentin Tarantino

Drehbuch: Quentin Tarantino

Buch zum Film (Drehbuch): Quentin Tarantino: Reservoir Dogs – Das Buch zum Film/Zweisprachige Ausgabe (rororo 1997)

Einige Gangster überfallen einen Juwelier. Der Überfall geht schief. Sie flüchten in eine Garage. Mr. Orange (sie kennen sich nur unter Farb-Pseudonymen) liegt schwerverletzt auf dem Boden und kämpft um sein Leben. Die anderen Gangster versuchen währenddessen die 100.000-Dollar-Frage „Wer hat uns verraten?“ zu klären.

Der Einfluss von Quentin Tarantinos Kinodebüt auf das Kino der Neunziger Jahre kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ich sage nur nicht-chronologisches Erzählen (Bis dahin galt die eiserne Regel: Keine Rückblenden!), lustvoll zelebrierte Gewalt, coole Dialoge und oft ebenso coole Monologe.

Mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino

Hinweise

Metacritic über „Reservoir Dogs“

Rotten Tomatoes über „Reservoir Dogs“

Wikipedia über „Reservoir Dogs“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Reservoir Dogs“ von Quentin Tarantino

The Quentin Tarantino Archives (Fanseite)

Everthing Tarantino (dito)

Q-Tarantino.de (noch eine Fanseite)

Meine Besprechung von Georg Seeßlens „Quentin Tarantino gegen die Nazis – Alles über ‘Inglourious Basterds’“ (Kleine Schriften zum Film: 1, 2009)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Django Unchained“ (Django Unchained, USA 2012)

Kriminalakte über Quentin Tarantino und „Django Unchained“ (Bilder,Pressekonferenz und Comic)

Meine Bespechung von Quentin Tarantinos „The Hateful 8“ (The Hateful Eight, USA 2015)

Meine Besprechung von Quentin Tarantinos „Once upon a Time in…Hollywood“ (Once upon a Time in…Hollywood, USA 2019)

 Quentin Tarantino in der Kriminalakte


Die Krimibestenliste Juni 2022

Juni 12, 2022

Etwas verspätet (meinerseits, aus bekannten Gründen) die monatliche Krimibestenliste, präsentiert von Deutschlandfunk Kultur:

1 (–) Don Winslow: City on Fire (Aus dem Englischen von Conny Lösch)

Harper Collins, 375 Seiten, 22 Euro

2 (2) Dror Mishani: Vertrauen (Aus dem Hebräischen von Markus Lemke)

Diogenes, 351 Seiten, 22 Euro

3 (6) Jacob Ross: Die Knochenleser (Aus dem Englischen von Karin Diemerling)

Suhrkamp, 376 Seiten, 15,95 Euro

4 (–) Sybille Ruge: Davenport 160 x 90

Suhrkamp 264 Seiten, 15 Euro

5 (1) Riku Onda: Die Aosawa-Morde (Aus dem Japanischen von Nora Bartels)

Atrium, 368 Seiten, 22 Euro

6 (7) Mary Paulson-Ellis: Die andere Mrs. Walker (Aus dem Englischen von Kathrin Bielfeldt)

Ariadne/Argument, 442 Seiten, 23 Euro

7 (–) S. A. Cosby: Die Rache der Väter (Aus dem Englischen von Jürgen Bürger)

arsvivendi, 344 Seiten, 24 Euro

8 (3) Åsa Larsson: Wer ohne Sünde ist (Aus dem Schwedischen von Lotta Rüegger und Holger Woland)

C.Bertelsmann, 590 Seiten, 22 Euro

9 (–) William Boyle: Brachland (Aus dem Englischen von Andrea Stumpf)

Polar, 355 Seiten, 25 Euro

10 (–) Matthias Wittekindt: Die Schülerin – ein alter Fall von Kriminaldirektor a. D. Manz

Kampa, 363 Seiten,19,90 Euro

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

Schade, dass Wolf Haas‘ „Müll“ (der neue Brenner) und David Heska Wanbli Weidens „Winter Counts“ schon wieder aus der Liste verschwunden sind.

Meine Besprechung von Don Winslows „City on Fire“ folgt demnächst. Ich fand ihn nicht so gut.

Demnächst gibt es auch Besprechung von Horst Eckerts „Das Jahr der Gier“, Jörg Juretzkas Glauser-Gewinner „Nomade“ (oder total groovy Spaß mit Kristof Kryszinski, Deutschlands bestem Ermittler) und, wenn ich denn zum Lesen komme, vielen anderen sicherlich guten Büchern, die in den kommenden Monaten auch auf der Krimibestenliste stehen sollten. So gibt es von Ian Rankin einen neuen Rebus-Roman, James Ellroy hat einen neuen, für seine Verhältnisse sehr kurzen Roman geschrieben und der „Bullett Train“ (auch nicht mehr in der Bestenliste) wartet immer noch auf seine Abfahrt; – vielleicht etwas für die Zugfahrt am kommenden Wochenende..


TV-Tipp für den 12. Juni: Der Stadtneurotiker

Juni 11, 2022

ARD, 00.05

Der Stadtneurotiker (Annie Hall, USA 1977)

Regie: Woody Allen

Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman

Der vierzigjährige, neurotische Komiker Alvy Singer erzählt von seinem Leben und seiner Beziehung zu Annie Hall.

Woody Allens bekanntester Film. Hier ist für uns Zuschauer kein Unterschied zwischen Woody Allen und dem von ihm erfundenen Alvy Singer zu spüren – und dabei ist letztendlich doch alles erfunden. Jedenfalls irgendwie.

„Annie Hall“ erhielt die Oscars für den besten Film, Regie, Drehbuch und Hauptdarstellerin (Diane Keaton) und zahlreiche weitere Preise.

Mit Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Carol Kane, Paul Simon, Janet Margolin, Shelley Duvall, Christopher Walken, Marshall McLuhan (als er selbst), Jeff Goldblum (Partygast), Walter Bernstein (Annies Date vor dem Theater), Sigourney Weaver (Alvys Date vor dem Theater), Truman Capote (Capote Look-Alike)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Stadtneurotiker“

Wikipedia über „Der Stadtneurotiker“ (deutsch, englisch)

Homepage von Woody Allen

Deutsche Woody-Allen-Seite

Meine Besprechung von Robert B. Weides „Woody Allen: A Documentary“ (Woody Allen: A Documentary, USA 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “To Rome with Love” (To Rome with Love, USA/Italien 2012)

Meine Besprechung von Woody Allens “Blue Jasmine” (Blue Jasmine, USA 2013)

Meine Besprechung von Woody Allens “Magic in the Moonlight” (Magic in the Moonlight, USA 2014)

Meine Besprechung von John Turturros “Plötzlich Gigolo” (Fading Gigolo, USA 2013 – mit Woody Allen)

Meine Besprechung von Woody Allens „Irrational Man“ (Irrational Man, USA 2015)

Meine Besprechung von Woody Allens „Café Society“ (Café Society, USA 2016)

Meine Besprechung von Woody Allens „Wonder Wheel“ (Wonder Wheel, USA 2017)

Meine Besprechung von Woody Allens „A rainy Day in New York“ (A rainy Day in New York, USA 2019)

Woody Allen in der Kriminalakte  


Neu im Kino/Filmkritik: „Belle“ und das Biest im Cyberspace

Juni 11, 2022

‚Die Schöne und das Biest‘ für die Generation TikTok“ lautet der Werbespruch für „Belle“. Das klingt jetzt zuerst einmal abschreckend. Allerdings ist „Belle“ ein Animationsfilm, der vom japanischen Animationsstudio Chizu produziert wurde, das einen ausgezeichneten Ruf hat. Sozusagen, im Werbesprech, das japanische Pixar.

Die von „Belle“-Regisseur Mamoru Hosoda („Miral – Das Mädchen aus der Zukunft“, „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“) erfundene Geschichte interpretiert die bekannte Geschichte von der Schönen und dem Biest neu.

Die Schöne ist die schüchterne siebzehnjährige Suzu. Sie lebt zurückgezogen mit ihrem Vater in einem kleinen Dorf. Seit dem Tod ihrer Mutter vermeidet sie, so gut es geht, jeden Kontakt zu anderen Menschen. Und sie kann nicht mehr singen.

Als sie sich auf „U“ anmeldet, ändert sich ihr Leben. „U“ ist eine virtuelle Welt mit fünf Milliarden Nutzern (bei aktuell acht Millliarden Menschen weltweit ist das eine beachtliche Nutzerzahl). Die Avatare werden in dieser Welt nicht von den Benutzern ausgewählt, sondern aufgrund der biometrischen Daten und der wahren Persönlichkeit der Anmeldenden errechnet. In U wird das Mauerblümchen zu Belle. Als sie beginnt zu singen, begeistert sie sofort die anderen User. In U wird sie immer bekannter. Alle lieben sie.

Da taucht das Biest auf. Es ist ein böser Avatar, der alles zerstört und für Chaos sorgt. Trotzdem sieht Suzu in ihm eine ähnlich verletzte Seele. Sie will ihm helfen. In U und, mit ihren Freunden, in der realen Welt.

Diese beiden Welten sind in „Belle“ auch optisch getrennt. Die reale Welt besteht aus handgemalten japanischen Landschaften. Die virtuelle Welt ist computeranimiert. Sie ist kälter, technischer und hat andere Farben. Diese Welt erinnert an virtuelle Welten, wie wir sie aus Cyberpunkt-Filmen, wie den „Matrix“-Filmen, und Science-Fiction-Animes, wie „Ghost in the Shell“ kennen. Wobei Hosoda die positiven Möglichkeiten des Cyberspace betont. Daher sind seine Bilder von U sehr bunt und freundlich.Das Erzähltempo und die Schnittgeschwindigkeit sind, im Gegensatz zu dem TikTok-Werbespruch, gemächlich und mit zwei Stunden ist der Film ziemlich lang geraten.

Die Story selbst folgt gelungen den Konventionen eines Liebesfilms und Popmärchens, ohne dies bis zum letzten Detail zu kopieren. Das wird besonders deutlich am Filmende, wenn es darum geht, die Identität vom Biest zu enthüllen.

Vor allem pubertierende Mädchen dürften begeistert sein.

Belle (Ryū to Sobakasu no Hime, Japan 2021)

Regie: Mamoru Hosoda

Drehbuch: Mamoru Hosoda

mit (im Original den Stimmen von) Kaho Nakamura, Ryō Narita, Shōta Sometani, Tina Tamashiro, Lilas Ikuta, Ryōko Moriyama

mit (in der deutschen Fassung den Stimmen von) Lara „Loft“ Trautmann, nico Sablik, Tim Schwarzmaier, Laura Oettel, Lea Kalbhenn, Patrick Baehr, Julia Biedermann

Länge: 121 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Japanische Homepage zum Film

Moviepilot über „Belle“

Metacritic über „Belle“

Rotten Tomatoes über „Belle“

Wikipedia über „Belle“ 


TV-Tipp für den 11. Juni: A most wanted man

Juni 10, 2022

RBB, 23.30

A most wanted man (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014)

Regie: Anton Corbijn

Drehbuch: Andrew Bovell

LV: John le Carré: A most wanted man, 2008 (Marionetten)

Als der militante Tschetschene und Islamist Issa Karpov in Hamburg auftaucht, ist Geheimagent Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman) alarmiert. Mit seinem Team und anderen Geheimdiensten heftet er sich an Karpovs Fersen. Der behauptet, nur ein Flüchtling zu sein.

Sehr gelungene, top besetzte John-le-Carré-Verfilmung und einer der letzten Leinwandauftritte des viel zu früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman.

Eine kleine Episode aus dem unglamourösen Agentenleben, die in erster Linie ein intellektuelles Vergnügen ist, bei der wir beobachten, wie die Dienste, unter ständiger Berücksichtigung ihrer Eigeninteressen, zusammenarbeiten und im entscheidenden Moment eiskalt ihre Chance nutzen. Da ist der Einzelne, wie man es auch aus den anderen Romanen von John le Carré kennt, nur ein von anderen benutzter Spielball.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Philip Seymour Hoffman, Rachel McAdams, Grigoriy Dobrygin, Willem Dafoe, Robin Wright, Homayoun Ershadi, Nina Hoss, Franz Hartwig, Daniel Brühl, Kostja Ullmann, Vicky Krieps, Rainer Bock, Herbert Grönemeyer, Charlotte Schwab, Martin Wuttke

Hinweise

Moviepilot über „A most wanted man“

Metacritic über „A most wanted man“

Rotten Tomatoes über „A most wanted man“

Wikipedia über „A most wanted man“ (deutsch, englisch)

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Schatten von gestern“ (Call for the Dead, 1961)

Meine Besprechung von John le Carrés „Ein Mord erster Klasse“ (A Murder of Quality, 1962)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten“ (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung von John le Carrés “Empfindliche Wahrheit” (A delicate truth, 2013)

Meine Besprechung von John le Carrés „Das Vermächtnis der Spione“ (A Legacy of Spies, 2017)

Meine Besprechung von John le Carrés „Federball“ (Agent running in the Field, 2019)

Meine Besprechung von John le Carrés „Silverview“ (Silverview, 2021)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “Bube, Dame, König, Spion” (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung “A most wanted man” (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) und der DVD

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ (Our Kind of Traitor, Großbritannien 2016)

Meine Besprechung der ersten beiden Episoden von Susanne Biers „The Night Manager“ (The Night Manager, Großbritannien/USA 2016) und der gesamten Miniserie

Mein Nachruf auf John le Carré

John le Carré in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Anton Corbijns John-le-Carré-Verfilmung „A most wanted man“ (A most wanted man, Deutschland/Großbritannien 2014) (DVD-Kritik)

Meine Besprechung von Anton Corbiijns „Life“ (Life, Kanada/Deutschland/Österreich 2015)


Neu im Kino/Filmkritik: „Sundown – Geheimnisse in Acapulco“, am Ende aufgeklärt

Juni 10, 2022

Neil Bennett (Tim Roth) und seine Familie hängen entspannt in einem noblen Hotel in Acapulco ab. Sie sind im Urlaub, trinken viel Alkohol, lassen sich manchmal ins Wasser gleiten, aber insgesamt achten sie darauf, sich möglichst wenig zu bewegen. Es ist ein Bild des Stillstands, das Regisseur Michel Franco (zuletzt „New Order – Die neue Weltordnung“) in den ersten Minuten seines neuen Films „Sundown – Geheimnisse in Acapulco“ zeichnet. Und im Gegensatz zum Titel, der zu einem generischen Thriller passt, ist Francos Film kein Krimi, sondern eine Stillstandsbeschreibung und ein psychologisches Drama.

Unterbrochen wird der Urlaub durch die Nachricht, dass seine Mutter gestorben ist. Seine Schwester Alice (Charlotte Gainsbourg) organisiert sofort die Rückreise und die Beerdigung. Am Flughafen sagt Neil, er habe seinen Pass im Hotel vergessen. Er werde mit dem nächsten Flug nachkommen.

Das tut er aber nicht. Stattdessen wirft er seinen Pass in die nächste Mülltonne, mietet sich in einem billigem Hotel ein und duselt, betäubt von Unmengen Bier, am Strand vor sich hin. Er will nur seine Ruhe haben, sich möglichst wenig bewegen und mit niemandem reden. Später lernt er eine jüngere Kioskverkäuferin kennen. Sie reißt ihn ein wenig aus seiner Lethargie.

Und wir fragen uns, warum er nicht zur Beerdigung fahren will, warum er sich nicht um sein Millionenerbe kümmern will und was die verschiedenen Verbrechen und Morde mit ihm und seiner Familie zu tun haben.

Am Ende, das hier nicht verraten wird, wird Neils Verhalten erklärt. Dadurch wird sein Verhalten nachvollziehbar und, hätten wir das von Anfang an gewusst, hätten wir eine sehr interessante Fallstudie gesehen. Andererseits wird der Film dadurch gleichzeitig schwächer. Denn jetzt gibt es eine Erklärung, die alle anderen Interpretationen ausschließt.

Dabei ist genau dieses Anbieten von vielen möglichen, teils widersprüchlichen Interpretationen die Stärke von „Sundown“; wenn man sich auf solche Filme einlassen möchte. Denn, wie bei einem abstraktem Gemälde, kann bis zur letzten Minute jeder irgendetwas in das Drama hineinintrepretieren oder sich einfach von der Atmosphäre gefangen nehmen lassen.

Gleichzeitig zeigt Franco die dunklen Seiten des Urlaubsparadieses, das seit Jahren im Verbrechen versinkt. Das heutige Acapulco hat nichts mehr mit der Stadt zu tun, in der 1979 geborene Franco als Kind seine Ferien verbrachte, und noch weniger mit dem Urlaubsparadies der sechziger Jahre für US-Amerikaner.

Tim Roth als passiver Protagonist ist fantastisch. Er redet fast nichts und er bewegt sich kaum. Es gibt auch kein erklärendes Voice-over. Und trotzdem verstehen wir, wie Neil sich fühlt.

Michel Franco schrieb das Drehbuch für ihn. Es handelt sich dabei, nach den Filmen „Chronic“ und „600 Miles“ (den er nur produzierte), um die dritte Zusammenarbeit zwischen ihnen.

Sundown – Geheimnisse in Acapulco (Sundown, Mexiko/Frankreich/Schweden 2021)

Regie: Michel Franco

Drehbuch: Michel Franco

mit Tim Roth, Charlotte Gainsbourg, Iazua Larios, Henry Goodman, Albertine Kotting McMillan, Samuel Bottomley

Länge: 82 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „Sundown“

Metacritic über „Sundown“

Rotten Tomatoes über „Sundown“

Wikipedia über „Sundown“ (deutsch, englisch)

Und so sieht es aus, wenn Elvis Presley Acapulco besucht:


TV-Tipp für den 10. Juni: Taxi Driver

Juni 9, 2022

ZDFneo, 22.10

Taxi Driver (Taxi Driver, USA 1976)

Regie: Martin Scorsese

Drehbuch: Paul Schrader

Taxifahrer Travis Bickle nimmt das Gesetz in die eigene Hand.

Das bekannteste Werk des Teams Scorsese/Schrader, einer von De Niros bekanntesten Filmen und die letzte Arbeit von Hitchcock-Komponist Bernard Herrmann. „Taxi Driver“ ist die eindrucksvolle Studie eines soziopathischen Einzelgängers und eine Liebeserklärung an New York. Ein unumstrittener Klassiker

mit Robert De Niro, Jodie Foster, Cybill Shepherd, Peter Boyle, Harvey Keitel, Leonard Harris, Albert Brooks, Martin Scorsese (Mann im Taxi am Filmende)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Taxi Driver“

Wikipedia über „Taxi Driver“ (deutsch, englisch)

Martin-Scorses-Fanseite

Meine Besprechung von Martin Scorseses “Hugo Cabret” (Hugo, USA 2011)

Meine Besprechung von Martin Scorseses „The Wolf of Wall Street“ (The Wolf of Wall Street, USA 2013) und ein Infodump dazu

Meine Besprechung von Martin Scorseses „Silence“ (Silence, USA 2016)

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „France“ de Meurs, Ich-Ich-Ich-Journalistin

Juni 9, 2022

France de Meurs (Léa Seydoux) hat bei einem Privatsender eine erfolgreiche TV-Talksendung. Gleichzeitig macht sie in Kriegsgebieten Vor-Ort-Reportagen. Sie ist der Liebling der Nation. Für Autogramme und Selfies warten ihre Fans stundenlang devot vor dem Gebäude des Senders. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Beide sind für sie Statussymbole.

Bruno Dumont zeichnet France de Meurs Leben in der Medienblase in kurzen, mehr komödiantisch als satirisch überspitzten Szenen. Denn für eine Satire bräuchte es ein eindeutiges Ziel, eine Haltung und eine intellektuelle Durchdringung des Themas. Eine Geschichte wäre auch hilfreich. In „France“ entsteht der Humor aus einem vollkommen pubertärem Verhalten von France de Meurs und ihrer Produzentin während einer Pressekonferenz von Präsident Emmanuel Macron. Oder aus ihrem Verhalten während ihrer zahlreichen Reportagen. Als sie Flüchtlinge über das Mittelmeer begleitet, verbringt sie nur wenige Minuten im Boot der Flüchtlinge. Als sie durch Kriegsgebiete stolpert, hat sie keine Ahnung von dem Geschehen. Die Reportagen macht sie auch nicht, weil sie sich für die Konflikte im Kriegsgebiet interessiert, sondern weil sie eine gute Quote bringen. In ihrer Heimat ist sie dann die vom Leben abgehobene Society-Dame, die vor allem auf ihr perfektes Make-up achtet.

Dumont erzählt das in einer Abfolge unverbundener Szenen, in denen keine Entwicklung erkennbar ist. So hat keine ihrer Kriegsreportagen eine Auswirkung auf ihr Leben und Denken. Als während einer Sendung ihre Mikrophone durch einen dummen Zufall eingeschaltet bleiben und alle ihre defätistischen Kommentare hören, ist das schon zwei Minuten später vergessen. Als ihr Mann und ihr Sohn bei einem Autounfall sterben, hat auch das keine Auswirkung auf ihr Leben. Sie waren vorher unwichtig und sind danach nicht wichtiger.

Schnell begreift man, dass „France“ keine Mediensatire, sondern das Porträt einer quotenversessene Celebrity-Reporterin ist, die innerlich leer ist, sich fremd in ihrem Leben fühlt, keinerlei Interessen hat und höchstens über das Gefühl des Selbstmitleids verfügt; falls sie überhaupt intelligent genug ist, um Gefühle zu haben. Das hat man allerdings schon nach wenigen Minuten verstanden. Die dann folgenden gut zwei Stunden wird einem diese Erkenntnis immer wieder ohne nennenswerte Variation präsentiert. Entsprechend länglich fühlt sich diese Zustandsbeschreibung einer dummen, eitlen, zu keiner Selbstreflektion fähigen und damit schichtweg uninteressanten Person an. Sie ist einfach nur ein großes egozentrisches Nichts.

France (France, Frankreich/Deutschland/Italien/Belgien, 2021)

Regie: Bruno Dumont

Drehbuch: Bruno Dumont

mit Léa Seydoux, Juliane Köhler, Benjamin Biolay, Blanche Gardin

Länge: 130 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Filmportal über „France“

Moviepilot über „France“

AlloCiné über „France“

Metacritic über „France“

Rotten Tomatoes über „France“

Wikipedia über „France“ (deutsch, englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Total Thrash – The Teutonic Story“, erzählt von sympathischen älteren Männern

Juni 9, 2022

Für Heavy-Metal-, Thrash-Metal- und auch Rockmusikfans ist „Total Thrash – The Teutonic Story“ selbstverständlich ein Pflichtfilm, der einige Lücken im Musikwissen füllen oder wohlige Erinnerungen wecken kann.

Trotzdem hat Daniel Hofmanns Musikdoku unübersehbare Schwächen. Er zeichnet die Geschichte des deutschen Thrash Metals von seinen Anfängen, die vor allem im Ruhrgebiet in Essen lagen, bis in die Gegenwart nach. Und das ist schon ein Problem des Films. Er presst vierzig Jahre in zwei Stunden. Mit einem kurzen Ausflug in die DDR (das wäre ein Thema für eine eigene Doku), einigen Statements zu den Neunzigern (als die Fans unzufrieden mit den musikalischen Weiterentwicklungen der Bands waren und sowieso mit Grunge und Alternative nichts anfangen konnten), einigen Splittern zum aktuellen Thrash Metal und wenig erkenntnisreichen Frage-Spielen (so in Richtung „Welche Kleider hat ein Thrash-Metal-Fan an?“, „Was tut er?“ und „Was ist Thrash Metal?“). Hier wäre eine Konzentration auf einen Aspekt besser gewesen.

Gerade die bislang filmisch nicht erkundeten Anfänge des deutschen Thrash Metals mit Bands wie Tyrant (später Kreator), Sodom, Vortex, Knight of Demon, Kreator, Tankard und Destruction sind hochinteressant. Unter anderem Jürgen „Ventor“ Reil (Kreator), Thomas „Angelripper“ Such (Sodom), Peppi Dominik (Sodom), Andreas „Gerre“ Geremia (Tankard), Schmier (Destruction), Sabina Classen (Holy Moses, eine der wenigen für den Film interviewten Frauen), Andreas „Stoney“ Stein (Manager, u. a. von Kreator), Bogdan Kopec (Drakkar Entertainment), Holger Stratmann (Journalist und Mitgründer des Rock Hard Magazin) und Tamara Frankenberger und Willy Overbeck, die zu den Initiatoren der für die Bands wichtigen Zeche Carl in Essen gehören, – um nur einige wenige der vielen für den Film Interviewten zu nennen -, geben einen Einblick in die damalige Zeit, als Bands noch Musikkassetten verschickten, Plakate in Handarbeit hergestellt wurden und Auftritte am Telefon der Eltern verabredet wurden. Sowieso waren die Musiker noch sehr jung, teilweise noch nicht einmal volljährig.

Dieses erste Jahrzehnt des deutschen Thrash Metals wird in der ersten Hälfte der Dokumentation behandelt. Trotzdem hätte Hofmann noch mehr in die Tiefe gehen können. Seine Interviewpartner, teils Musiker, teils anderweitig in der Metal-Szene aktive Macher, teils Fans, wären dazu sicher bereit gewesen.

Historisch bedingt ist die weitgehende Abwesenheit von Fotos, Film- und Tonaufnahmen. Trotzdem hat Hofmann einige Bilder gefunden. Das änderte sich langsam in den Neunzigern und inzwischen dürfte es auch von der letzten Amateurband unzählige Aufnahmen geben. Auch in „Total Thrash“ sind die längeren Konzertaufnahmen neueren Datums.

Gut wäre eine stärkere Gewichtung gewesen. So wird in knapp zwei Stunden über zu viele Bands gesprochen, die teilweise nur in den Fankreisen bekannt sind. Es ist daher auch weitgehend unklar, wie wichtig sie waren und welchen Einfluss sie hatten.

Es wird auch zu vieles angesprochen, aber nie besteht die Zeit, es zu vertiefen. So geht es, immer nur wenige Minuten, auch um die Herkunft der Musiker, die politische Meinung der Bands und das Musikgeschäft. Wobei verschiedene Aspekte des Musikbusiness‘ im ersten Teil gut und auch differenziert dargestellt werden. Erst in der zweiten Hälfte kommt es zu verzichtbaren Allgemeinplätzen. Der kurze Abschnitt zu den politischen Ansichten der Bands fühlt sich wie ein Fremdkörper an. Immerhin wird hier auch auf die Plattencover verwiesen, die zuverlässig in ihrer Mischung aus hoffnungslos übertriebener Gewalt, Sex und Mittelaltermystik Eltern und Sittenwächter schockierten, und gesagt, dass es mehr um Provokation als um politische Statements ging.

Daniel Hofmann hätte sich bei den Ausschnitten aus den Interviews, die fast nur mit inzwischen schon älteren Männern geführt wurden, mehr Zeit lassen können. Gerade am Anfang gibt es eine Abfolge von Kürzeststatements, die vorbei sind, ehe man den Namen des Sprechenden und seine ‚Funktion‘ lesen kann. Das wird später besser, aber es bleibt durchgehend, wie man es aus zahlreichen US-Dokus kennt, bei kurzen Zitatschnipseln.

Trotzdem ist „Total Thrash“ ein spannender Blick in die bundesdeutsche Vergangenheit (vor allem wenn man ein gewisses Alter hat und bestimmte Orte besucht hat) und ein Stück Oral-Music-History.

Total Thrash – The Teutonic Story (Deutschland 2022)

Regie: Daniel Hofmann

Drehbuch: Daniel Hofmann

mit Jürgen „Ventor“ Reil, Thomas „Angelripper“ Such, Andreas „Gerre“ Geremia, Schmier, Andreas „Stoney“ Stein, Bogdan Kopec, Holger Stratmann, Sabina Classen, Tamara Frankenberger, Willy Overbeck

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Total Thrash“

Moviepilot über „Total Thrash“

Die Kinotour läuft weiter:

Fr. 10.06.22 | Schleswig | Capitol | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night in der Rockpalette mit Filmemacher Daniel Hofmann & Rezet

Sa. 11.06.22 | Schwerin | Filmpalast Capitol inklusive Thrash Metal Night bei The Scotsman Pub mit Filmemacher Daniel Hofmann

So. 12.06.22 | Greifswald | CineStar | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Klex mit Filmemacher Daniel Hofmann

Mo. 13.06.22 | Berlin | Intimes | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Brutz & Brakel mit Filmemacher Daniel Hofmann, Reactory, Exa, Spacechaser, Postmortem u.v.m.

Di. 14.06.22 | Cottbus | Obenkino | 18:30 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Muggefug mit Filmemacher Daniel Hofmann & Tormentor

Mi. 15.06.22 | Dresden | Programmkino Ost | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Skullcrusher Vereinsheim mit Filmemacher Daniel Hofmann

Do. 16.06.22 | Leipzig | Passage Kinos | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Hellraiser mit Filmemacher Daniel Hofmann & M.A.D.

Fr. 17.06.22 | Kassel | Filmladen | 18:30 Uhr inklusive Thrash Metal Night in der Goldgrube mit Filmemacher Daniel Hofmann & Mortal Terror

Sa. 18.06.22 | Ludwigsburg | Scala inklusive Thrash Metal Night im Sounds Rock Café mit DJ

So. 19.06.22 | Erfurt | Cinestar | 19 Uhr inklusive Thrash Party im From Hell mit Filmemacher Daniel Hofmann und Macbeth

Mo. 20.06.22 | Schweinfurt | KuK-Filmtheater | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Party im Stattbahnhof mit Filmemacher Daniel Hofmann, Vendetta & Spellbound

Di. 21.06.22 | Bamberg | Lichtspiel | 18:30 Uhr inklusive Thrash Metal Night in Fässla Stub’n mit Filmemacher Daniel Hofmann & Band Wulfpäck

Mi. 22.06.22 | Nürnberg | Cinecitta | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Party im Brown Sugar mit Filmemacher Daniel Hofmann & Mechanix

Do. 23.06.22 | München | Arena | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Flex mit Filmemacher Daniel Hofmann, Antipeewee, Hateful Agony u.v.m.

Fr. 24.06.22 | Neu-Ulm | Dietrich-Theater | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Hexenhaus Ulm mit Filmemacher Daniel Hofmann

Sa. 25.06.22 | Freiburg | Friedrichsbau Lichtspiele | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night mit Filmemacher Daniel Hofmann im Crash

So. 26.06.22 | Saarbrücken | Filmhaus | 18:30 Uhr mit Filmemacher Daniel Hofmann & Thrash Metal Night im kleiner Club Garage

Mo. 27.06.22 | Frankfurt am Main | Mal Sehn Kino | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Speak Easy mit Filmemacher Daniel Hofmann, Tankard & Odium

Di. 28.06.22 | Mannheim | Atlantis | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night im 7er Club mit Filmemacher Daniel Hofmann

Mi. 29.06.22 | Koblenz | Apollo | 18 Uhr Apollo/Odeon inklusive Thrash Metal Night im Florinsmarkt mit Filmemacher Daniel Hofmann & Fabulous Desaster

Do. 30.06.22 | Aachen | Apollo Kino | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Schlüsselloch mit Filmemacher Daniel Hofmann & Holy Moses

Fr. 01.07.22 | Köln | Filmpalast | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Redrum mit dem Filmteam & Pripjat im Rahmen der 14. Kölner Kino Nächte

Sa. 02.07.22 | Siegen | Cinestar | 18 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Vortex mit dem Filmteam & Accuser

So. 03.07.22 | Brilon | Cineplex | 19 Uhr inklusive Thrash Metal Night im Kump mit dem Filmteam & Eradicator

Mo. 04.07.22 | Marburg | Cineplex | 19:30 Uhr Sondervorstellung in Anwesenheit von Regisseur Daniel Hofmann

Di. 19.07.22 | Bochum | Metropolis | 20:30 Uhr Sondervorstellung in Anwesenheit von Regisseur Daniel Hofmann

Mi. 20.07.22 | Gelsenkirchen | Schauburg | 20:30 Uhr Sondervorstellung in Anwesenheit von Regisseur Daniel Hofmann

Fr. 29.07.22 | Luzern (CH) | Bourbaki Kino inklusive Sonderveranstaltung im Rahmen 25 Jahre Thrasher Production/ Thrash Metal Night mit Filmemacher Daniel Hofmann, Gartenplausch und mehr


Die Thriller Awards 2022

Juni 9, 2022

An Pfingsten verliehen die International Thriller Writers (ITW) in New York ihre Thriller Awards:

Best Hardcover Novel:

Razorblade Tears, von S. A. Cosby (Flatiron)

nominiert

The Turnout, von Megan Abbott (Putnam)

Rock Paper Scissors, von Alice Feeney (Flatiron)

These Toxic Things, von Rachel Howzell Hall (Thomas & Mercer)

Red Widow, von Alma Katsu (Putnam)

I Am Not Who You Think I Am, von Eric Rickstad (Blackstone)

Best Audiobook:

Razorblade Tears, von S.A. Cosby, erzählt von Adam Lazarre-White (Macmillan)

nominiert

Sleeping Dogs Lie, von Samantha Downing, erzählt von Melanie Nicholls-King und Lindsey Dorcus (Audible Originals)

How It Ends, von Rachel Howzell Hall, erzählt von Joniece Abbott-Pratt (Audible Originals)

Prodigal Son, von Gregg Hurwitz, erzählt von Scott Brick (Macmillan)

The Jigsaw Man, von Nadine Matheson, erzählt von Davine Henry (HarperCollins)

Best First Novel:

My Sweet Girl, by Amanda Jayatissa (Berkley)

nominiert

Girl A, von Abigail Dean (HarperCollins)

Repentance, von Eloísa Díaz (Agora)

Damascus Station, von David McCloskey (Norton)

Bones of Hilo, von Eric Redman (Crooked Lane)

Best Paperback Original Novel:

Bloodline, von Jess Lourey (Thomas & Mercer)

nominiert

Flight Risk, von Joy Castro (Lake Union)

Under Color of Law, von Aaron Philip Clark (Thomas & Mercer)

The Lighthouse Witches, von C. J. Cooke (Berkley)

My Mistress’ Eyes Are Raven Black, von Terry Roberts (Turner)

Best Short Story:

The Lemonade Stand” von Scott Loring Sanders (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], January/February 2021)

nominiert

Not My Cross to Bear” von S.A. Cosby (aus Trouble No More: Crime Fiction Inspired by Southern Rock and the Blues, edited by Mark Westmoreland; Down & Out)

Demon in the Depths” von William Burton McCormick (EQMM, September/October 2021)

The Interpreter and the Killer” von Jeff Soloway (EQMM, January/February 2021)

Bad Chemistry” von John Wimer (EQMM, July/August 2021)

Best Young Adult Novel:

The Project, von Courtney Summers (Wednesday)

nominiert

The Box in the Woods, von Maureen Johnson (HarperCollins)

Calculated, von Nova McBee (Wolfpack)

Dark and Shallow Lies, von Ginny Myers Sain (Penguin Young Readers)

House of Hollow, von Krystal Sutherland (Penguin Young Readers)

Best E-Book Original Novel:

Blood Parish, von E.J. Findorff (Neutral Ground)

nominiert

The Dark Side: Alex Hunter 9, von Greig Beck (Pan Macmillan)

Where the Wicked Tread, von John A. Connell (Nailhead)

Little Girl Taken, von Wendy Dranfield (Bookouture)

Mother May I, von S.E. Green (SEG)

Blue Madagascar, von Andrew Kaplan (Smugglers Lane Press)

Last One Alive, von Karin Nordin (HarperCollins)

ThrillerMaster Lifetime Achievement Awards

Frederick Forsyth

Diana Gabaldon

(via The Rap Sheet)


Neu im Kino/Filmkritik: „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ soll das Ende sein

Juni 9, 2022

Es gibt viele Dinosaurier; also wirklich sehr viele. Nämlich insgesamt 27 verschiedene Dinosaurierarten. Zehn davon sind neu. Das dürfte die eingefleischten Dinosaurier-Fans des „Jurassic Park“-Franchises begeistern. Alle anderen fragen sich natürlich, ob es außer Dinosaurier noch andere Gründe für einen Kinobesuch gibt.

Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ ist angekündigt als der Abschluss der aktuellen „Jurassic World“-Trilogie und, indem er die „Jurassic World“-Trilogie eindeutig mit der vorherigen „Jurassic Park“-Trilogie verbindet, ist dieser Dinosaurierfilm auch der Abschluss der „Jurassic Park/Jurassic World“-Filmreihe. So wurde der Film jedenfalls in den vergangenen Monaten angekündigt.

Abgesehen von den Dinosauriern vereinigt Colin Trevorrow in seinem neuesten „Jurassic World“-Film ungefähr alles, was aktuell an Blockbuster-Filmen so nervig und schlecht ist.

Beginnen wir mit der Story, in der eigentlich alle bekannten Hauptfiguren und wichtige Nebenfiguren aus den vorherigen fünf „Jurassic Park“/“Jurassic World“-Filmen wieder auftauchen.

Inzwischen sind die Dinosaurier überall und nirgends. Es gibt auch einen florierenden Schwarzmarkt mit Dinosauriern und irgendwie können sie sich fortpflanzen und doch nicht. Das Verhältnis zwischen Dinosauriern und Menschen ist unklar.

Owen Grady (Chris Pratt) und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard), die Hauptdarsteller der „Jurassic World“-Filme, leben inzwischen seit Jahren mit der inzwischen pubertierenden Maisie Lockwood (Isabella Sermon) abseits der Zivilisation in den amerikanischen Wäldern. Lockwood ist, wie wir in „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ erfahren haben, ein genetischer Klon von Sir Benjamin Lockwoods Tochter. Sie wird von Männern des Biotech-Konzerns Biosyn gesucht – und gefunden. Sie entführen das Mädchen und flüchten, über Umwege, in die Dolomiten.

Grady und Dearing verfolgen die Entführer.

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort in den USA entdeckt Paläobotanikerin Dr. Ellie Sattler (Laura Dern), dass Dinosaurier-Heuschrecken an diesem Ort die gesamte Ernte gefressen haben. Also einerseits nur die Ernte, die nicht mit einem bestimmten Saatgut behandelt wurde, andererseits würden diese Heuschrecken innerhalb kürzester Zeit alle Ernten vernichten (Hatte ich schon gesagt, dass Logik nicht die große Stärke des Films ist? Anyway…).

Sattler trifft den Paläontologen Dr. Alan Grant (Sam Neill) an seiner aktuellen Dinosaurier-Ausgrabungsstätte. Gemeinsam machen die beiden alten Bekannten sich auf den Weg in die Dolomiten. Dort hat der Biotech-Konzern Biosyn in einem Tal ein neues Dinosaurier-Forschungszentrum mit universitärem Lehrbetrieb eingerichtet. Dr. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) arbeitet dort (Keine Ahnung warum; wahrscheinlich weil es so im Drehbuch steht.). Er ist der firmeninterne Philosoph und er hat seine alten Freunde Sattler und Grant eingeladen. Denn – Überraschung! – in dem Forschunglabor wird mit Dinosaurier-DNA experimentiert. Biosyn, verkörpert von ihrem CEO Lewis Dodgson (Campbell Scott als Bösewicht des Films), und ihre Top-Forscher, unter anderem der ebenfalls aus den vorherigen Filme bekannte Dr. Henry Wu (BD Wong), benötigen für ihre Experimente Lockwood.

Kurz nach der entführten Lockwood treffen auch Grady und Dearing in den Dolomiten ein. Bruchlandend in einem eisbedecktem Staudamm des Firmengeländes. Die Temperaturen in dem restlichen Gelände scheinen dagegen eher tropisch zu sein. Geflogen wurden die Schrottmaschine, und damit ist die Combo unserer furchtlosen Helden endlich komplett, von der Cargopilotin Kayle Watts (DeWanda Wise).

Ab diesem Moment müssen sie in dem Gelände gegen frei herumlaufende Dinosaurier und Biosyn-Wachleute kämpfen und sie müssen herausfinden, was Biosyn plant.

Die Story wirkt wie die Visualisierung eines Brainstormings. Da werden alle Figuren, die einem einfallen, aufgeschrieben. Sattler, Grant, Malcolm und Wu aus dem ersten „Jurassic-Park“-Film. Malcolm hatte bereits in „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ ein Cameo, das beim Publikum gut ankam. Wu ist auch in den beiden vorherigen „Jurassic World“-Filmen dabei. Selbstverständlich werden die aus den aktuellen „Jurassic World“-Filmen bekannten Figuren genannt. Also sind auch Dearing und Grady dabei; um nur die wichtigsten Figuren zu nennen.

Einer erinnert sich an Lewis Dodgson. Der wollte in „Jurassic Park“ Dino-Embryonen aus dem noch nicht eröffnetem Vergnügungspark schmuggeln. Jetzt ist er der CEO von Biosyn und damit der Bösewicht des Films. Weil der Originaldarsteller Cameron Thor eine mehrjährige Haftstrafe wegen sexueller Übergriffe bei einer Dreizehnjährigen verbüßt, übernahm Campbell Scott die Rolle. In allen anderen Fällen übernahmen die Schauspieler wieder die Rollen, die sie bereits in früheren Filmen des Franchises gespielt hatten. Und ihr werdet überrascht sein, wer von den Hauptpersonen alles nicht stirbt.

Über die Altersdifferenz zwischen ‚Indiana Jones‘ Grant und Sattler, die sich jetzt ihre Liebe gestehen, schweigen wir; wie der Film.

Dann werden einige Plot-Points aufgeschrieben. Und Handlungsorte. Die Orte, die schon einmal gezeigt wurde, werden dann wieder entfernt. Also keine Dinos auf einer Insel und auch keine Dinos, die eine Großstadt verwüsten. Das geschah schon in „Vergessene Welt: Jurassic Park“ mit San Diego. Aber Dinos in der Prärie und den Bergen gab es noch nicht. Irgendjemand im Meeting liebt die Dolomiten. Also spielt der gesamte dritte und auch der größte Teil des zweiten Aktes dort. Im ersten Akt werden die Figuren vorgestellt, die irgendwo in Amerika sind. Die Zahl der Orte erinnert an die Produktionsorte eines deutschen Films, der von mehreren Bundesländern Gelder erhielt und jetzt deshalb dort Geld ausgeben muss. Die Vorstellung der Figuren und ihre Charakterisierungen geraten arg dünn. Die Macher gehen einfach davon aus, dass wir die vorherigen Filme noch kennen, aber sie nicht gut genug kennen, um über Veränderungen in ihrem Charakter kundig reden zu können. Bei neuen Figuren muss dann eine knappe Beschreibung, wie eiskalte Killerin, taffe Pilotin und böser Firmenchef, alles erklären.

Sowieso wird die Motivation der Figuren von der Bruchpilotin Watts, nachdem sie Grady und Dearing vor einer Trupp Killer und mordgieriger Dinosaurier rettete, treffend mit einem ‚fragen Sie nicht‘ auf den Punkt gebracht.

Das gilt auch für die gesamte Filmgeschichte. Die Story, soweit sie überhaupt erkennbar ist, setzt vor allem den ersten „Jurassic Park“-Film fort und ergänzt sie um einige Handlungselemente und Figuren aus den späteren Filmen. „Jurassic World“ wird dabei weitgehend bis vollständig ignoriert. Das ist der beste Film der aktuellen Trilogie und eigentlich ein Reboot des ersten „Jurassic Park“-Films, nur dass der Dinosaurier-Vergnügungspark inzwischen eröffnet ist und die Dinosaurier dann durchdrehen.

Absolut störend, vor allem nach dem Realismus von „Top Gun: Maverick“, ist, dass in „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ mal wieder so gut wie alles vor Green Screens in Studiohallen gedreht wurden. Da gibt es keine Verbindung zwischen den CGI-Dinosauriern, den Menschen und ihrer Umwelt. So laufen sie durch den Schnee, aber wir sehen niemals ihren Atem und frieren tun sie auch nicht. Sie reiten ohne wehende Haare. Sie rasen auf einem Motorrad durch enge Gassen und drehen sich ständig nach ihren Verfolgern um. Sie können, immer wieder, schneller als ein Dinosaurier laufen. Und ihn, müheloser als ein wildes Pferd, mit einem handelsüblichem Lasso und etwas gutem Willen fangen. Das hat dann noch nicht einmal den Realismus einer alten Hollywood-Studioproduktion.

Was für ein Desaster; oder, anders gesagt: „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ ist die konsequente Fortsetzung des ebenfalls misslungenen zweiten Teils „Jurassic World: Das gefallene Königreich“.

Ach ja: Das dürfte niemanden überraschen: inzwischen reden die Macher schon über weitere mögliche „Jurassic Park“-Filme.

Jurassic World: Ein neues Zeitalter (Jurassic World: Dominion, USA 2022)

Regie: Colin Trevorrow

Drehbuch: Emily Carmichael, Colin Trevorrow (nach einer Geschichte von Derek Connolly und Colin Trevorrow, basierend auf Charakteren von Michael Crichton)

mit Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Laura Dern, Jeff Goldblum, Sam Neill, DeWanda Wise, Mamoudou Athie, BD Wong, Omar Sy, Isabella Sermon, Campbell Scott, Justice Smith, Scott Haze, Dichen Lachman, Daniella Pineda

Länge: 147 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“

Metacritic über „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“

Rotten Tomatoes über „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“

Wikipedia über „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „Jurassic World“ (Jurassic World, USA 2015)

Meine Besprechung von J. A. Bayonas „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ (Jurassic World: Fallen Kingdom, USA 2018)

Meine Besprechung von Colin Trevorrows „The Book of Henry“ (The Book of Henry, USA 2017)


TV-Tipp für den 9. Juni: Fassbinder

Juni 8, 2022

Anlässlich des vierzigsten Todestages von Rainer Werner Fassbinder zeigen die TV-Sender keinen seiner Filme, aber einen Film über ihn:

SWR, 23.45

Fassbinder (Deutschland 2015)

Regie: Annekatrin Hendel

Drehbuch: Annekatrin Hendel (nach einer Idee von Juliane Maria Lorenz)

Insgesamt sehenswerte Doku über Rainer Werner Fassbinder, die vor allem als Einführung in sein Werk taugt und sich zu sehr seinem Privatleben widmet.

Mehr dazu in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Margit Carstensen, Irm Hermann, Juliane Lorenz, Hanna Schygulla, Harry Baer, Hark Bohm, Hubert Gilli, Wolf Gremm, Günter Rohrbach, Fritz Müller-Scherz, Volker Schlöndorff, Thomas Schühly, Rainer Werner Fassbinder (Archivaufnahmen)

Bonushinweis

Wer danach einige der in der Doku vorgestellten Filme sehen will, wird bei LaCinetek fündig.

Zum vierzigsten Todestag von Rainer Werner Fassbinder – er starb am 10. Juni 1982 mit 37 Jahren – präsentiert LaCinetek zehn seiner Filme. Das Besondere bei dieser Auswahl ist, dass die Filme von anderen Regisseuren ausgewählt wurden. Es sind:

Händler der vier Jahreszeiten, 1971 (u. a. empfohlen von Martin Scorsese, Jutta Brückner, Wim Wenders)

Die bitteren Tränen der Petra von Kant, 1972 (u. a. empfohlen von Ira Sachs, Lodge Kerrigan, Abel Ferrara)

Martha, 1973 (empfohlen von Catherine Corsini)

Angst essen Seele auf, 1974 (u. a. empfohlen von Nadav Lapid, François Ozon, Robert Guédiguian)

Faustrecht der Freiheit, 1974 (empfohlen von Patricia Mazuy, Alain Guiraudie, Robert Guédiguian)

Die Ehe der Maria Braun, 1978 (empfohlen von Agnès Varda, Marjane Satrapi, Elia Suleiman)

In einem Jahr mit 13 Monden, 1978 (u. a. empfohlen von Thomas Arslan, Chantal Akerman, Atom Egoyan)

Berlin Alexanderplatz, 1979 (empfohlen von Martin Scorsese, Leos Carax)

Lola, 1981 (empfohlen von Todd Haynes)

Die Sehnsucht der Veronika Voss, 1982 (empfohlen von Bertrand Bonello, Ira Sachs)

Eine schöne Liste, auch wenn sie vor allem aus den allseits bekannten Klassikern besteht und aufgrund der Beschränkung auf zehn Filme (inclusive einer Serie) natürlich einige Filme fehlen.

Hinweise

Filmportal über „Fassbinder“

Moviepilot über „Fassbinder“

Wikipedia über „Fassbinder“ und Rainer Werner Fassbinder

Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation

Meine Besprechung von Annekatrin Hendels Doku „Fassbinder“ (Deutschland 2015)

Meine Besprechung von Werner C. Barg/Michael Tötebergs (Hrsg.) „Rainer Werner Fassbinder Transmedial“ (2020)

Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte