
TV-Tipp für den 10. Mai: Tatort: Passion
Mai 9, 2022
BR, 20.15
Tatort: Passion (Deutschland/Österreich 2000)
Regie: Ilse Hofmann
Drehbuch: Felix Mitterer
Eigentlich will Kommissar Moritz Eisner in Tirol nur einen zünftigen Wanderurlaub verbringen. Aber als der Jesus-Darsteller eines Passionsspiel ans Kreuz genagelt wird, lässt er – widerwillig – Urlaub Urlaub sein und sucht mit seiner Kollegin Aschenwald den Mörder.
Erster Eisner-Tatort von Felix Mitterer und gleich ein voller Erfolg. Denn lustvoller und treffender wurde sich selten im prallen Provinzleben gesuhlt.
mit Harald Krassnitzer, Sophie Rois, Dietmar Schönherr, Nina Proll, Simon Schwarz, Reinhard Simonischek
Hinweise
Tatort-Fundus über Kommissar Moritz Eisner
Wikipedia über „Tatort: Passion“ und über Felix Mitterer
DVD-Kritik: Abel Ferrara erzählt von „Zeros and Ones“
Mai 9, 2022
Seitdem Abel Ferrara wieder regelmäßig Spielfilme dreht, kümmert er sich noch weniger als früher um eine einfach nachvollziehbare Geschichte. Der New Yorker begann mit in New York spielenden harten Thrillern. Zu seinen bekanntesten Werken aus dieser Zeit gehören „King of New York“ und „Bad Lieutenant“. Danach versuchte Hollywood ihn einzukaufen. Erfolglos. Seit 2005 lebt er in Rom und die italienische Hauptstadt ist auch dieses Mal der leicht erkennbare Handlungsort. Gedreht wurde während der Coronavirus-Pandemie Ende 2020 in den menschenleeren Straßen der Stadt und in anonymen Innenräumen. Wahrscheinlich wurden die nächtlichen Außenaufnahmen auch ohne Drehgenehminung im Guerilla-Stil gedreht.
Kameramann Sean Price Williams („Good Times“) begleitet Ethan Hawke durch ein dystopisches Rom. Immer in klaustrophobisch dunklen, farbentsättigten und verwackelt-unscharfen Bildern, die selbstverständlich den Gemütszustand von JJ und wohl auch Abel Ferrara spiegelt. Denn seine letzten Filme – „Tommaso“ und „Siberia“, die bei uns sogar im Kino liefen – waren radikal persönliche Werke, die sich nicht darum kümmerten, ob sie irgendjemand versteht oder ob irgendjemand sie so versteht, wie Ferrara es sich vielleicht gedacht hat.
Die Story von „Zeros and Ones“ ist bestenfalls kryptisch. JJ arbeitet für eine Organisation. Er ist eine unklare Art Soldat/Söldner. Es soll einen Anschlag auf den Vatikan geben. Die oder eine andere Organisation hat JJs Zwillingsbruder Justin entführt und foltert ihn. Sie will bestimmte Informationen von ihm haben. JJ wird dazu erpresst, ein Attentat zu verüben. Es scheint auch noch eine andere Organisation zu geben, die ihn und seine Vertratuen jagt und tötet.
Ferrara liefert ab und an Bilder und Motive, die wir aus Polit- und Action-Thrillern kennen. Es sind Chiffren, die dazu dienen, eine rudimentäre Geschichte zu erahnen. Sie bieten eine Hilfe beim Entschlüsseln der Bilder, ohne dass Ferrara es darauf anlegt, nur eine kohärente Lesart zu ermöglichen. Dafür ist alles zu mysteriös, kryptisch und widersprüchlich.
Das erinnert von seiner Stimmung und der Optik (trotz erkannbarer Unterschiede) an seine William-Gibson-Verfilmung „New Rose Hotel“. Der Science-Fiction-Thriller beschäftigte sich auch mit Paranoia und der fundamentalen Verunsicherung des Protagonisten, der keinen Überblick mehr über die Welt hat, in der er lebt und in der die ihm bis dahin bekannten Ordnungsprinzipien nicht mehr gelten. Das gesamte Leben und die Regeln sind nur noch einzige Grauzone, in der die alten Gewissheiten irgendwie wahrscheinlich nicht mehr gelten.
Insofern ist der Cyperpunk-Noir „Zeros and Ones“, der seine Premiere im August 2021 auf dem Locarno Film Festival hatte, auch und vor allem Ferraras intuitive Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie. Mit einem Hoffnungsschimmer und einem kryptischem Schlusswort von Ethan Hawke am Ende.

Zeros and Ones (Zeros and Ones, Deutschland/Italien/Großbritannien/USA 2021)
Regie: Abel Ferrara
Drehbuch: Abel Ferrara
mit Ethan Hawke, Cristina Chiriac, Babak Karimi, Valerio Mastandrea, Stephen Gurewitz
–
Blu-ray
Bild: HD 1080/24 (2,39:1)
Ton: Deutsch, Englisch (DTS-HD MA 5.1)
Untertitel: –
Bonusmaterial: –
Länge: 86 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
DVD identisch
–
Hinweise
Moviepilot über „Zeros and Ones“
Metacritic über „Zeros and Ones“
Rotten Tomatoes über „Zeros and Ones“
Wikipedia über „Zeros and Ones“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Abel Ferraras “King of New York” (King of New York, USA 1989)
Meine Besprechung von Abel Ferraras „Siberia“ (Siberia, Italien/Deutschland/Mexiko 2020)
Abel Ferrara in der Kriminalakte
TV-Tipp für den 9. Mai: Menschen am Sonntag
Mai 8, 2022
Arte, 00.55
Menschen am Sonntag (Deutschland 1930)
Regie: Robert Siodmak, Edgar G. Ulmer, Rochus Gliese
Drehbuch: Billie Wilder (später Billy Wilder), Curt Siodmak, Robet Siodmak (ungenannt) (nach einer Reportage von Robert Siodmak)
Kamera: Eugen Schüfftan, Fred Zinnemann (Kamera-Assistenz)
„Siodmaks wahrscheinlich berühmtester Film steht als Solitär am Anfang einer langen internationalen Karriere. (…) ‚Menschen am Sonntag‘ erzählt von vier jungen, gewöhnlichen, von Laien verkörperten Menschen, die einen Sonntagsausflug ins Grüne, an den Wannsee unternehmen. Sie fahren mit dem Tretboot, gehen spazieren, necken und lieben sich, ehe sie wieder auseinandergehen. Eine Allerweltsgeschichte und doch unvergesslich.“ (Deutsches Historisches Museum Hrsg.: Robert Siodmak, 2015)
Gedreht wurde „Menschen am Sonntag“ wie ein Independent-Film mit wenig Geld, aber viel Enthusiasmus von einigen Männern, die danach aus Deutschland nach Hollywood flüchteten und dort Karriere machten.
Außerdem ist der Film wegen seiner Bilder von Berlin vor gut hundert Jahren sehenswert.
mit Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers
Hinweise
Filmportal über „Menschen am Sonntag“
Rotten Tomatoes über „Menschen am Sonntag“
Wikipedia über „Menschen am Sonntag“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Zeuge gesucht” (Phantom Lady, USA 1943)
Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Unter Verdacht“ (The Suspect, USA 1944)
Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Rächer der Unterwelt“ (The Killers, 1946)
Meine Besprechung von Robert Siodmaks “Der schwarze Spiegel” (The dark mirror, USA 1946)
Meine Besprechung von Robert Siodmaks „Die Killer“ (The Killers, USA 1946)
Meine Besprechung von Deutsches Historisches Museum (Hrsg.) „Robert Siodmak“ (2015)
Meine Besprechung von Edgar G. Ulmers „Detour – Umleitung“ (Detour, USA 1945)
Meine Besprechung von Edgar G. Ulmers „Santiago, der Verdammte“ (The Naked Dawn, USA 1954)
Die Krimibestenliste Mai 2022
Mai 7, 2022Auf der von Deutschlandfunk Kultur präsentierten Liste der, uh, besten Krimis des Monats stehen im Mai:
1 (1) Riku Onda: Die Aosawa-Morde
Aus dem Japanischen von Nora Bartels
Atrium, 368 Seiten, 22 Euro
–
2 (2) Dror Mishani: Vertrauen
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke
Diogenes, 351 Seiten, 22 Euro
–
3 (5) Åsa Larsson: Wer ohne Sünde ist
Aus dem Schwedischen von Lotta Rüegger, Holger Wolandt
C. Bertelsmann, 590 Seiten, 22 Euro
–
4 (3) Jan Costin Wagner: Am roten Strand
Galiani Berlin, 303 Seiten, 22 Euro
–
Hoffmann und Campe, 288 Seiten, 24 Euro
–
6 (–) Jacob Ross: Die Knochenleser
Aus dem Englischen von Karin Diemerling
Suhrkamp, 376 Seiten, 15,95 Euro
–
7 (–) Mary Paulson-Ellis: Die andere Mrs. Walker
Aus dem Englischen von Kathrin Bielfeldt
Ariadne/Argument, 442 Seiten, 23 Euro
–
8 (–) Jérôme Leroy, Max Annas: Terminus Leipzig
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Edition Nautilus, 127 Seiten, 16 Euro
–
9 (–) David Heska Wanbli Weiden: Winter Counts
Aus dem Englischen von Harriet Fricke
Polar, 459 Seiten, 16 Euro
–
10 (–) Kerstin Ruhkieck: In deinen Augen der Tod
Emons, 400 Seiten, 16 Euro
–
In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
TV-Tipp für den 7. Mai: Töte Amigo
Mai 6, 2022
RBB, 23.30
Töte Amigo (Quien Sabe?, Italien 1966)
Regie: Damiano Damiani
Drehbuch: Salvatore Laurani, Franco Solinas
Während der Revolution in Mexiko kämpfen ein Gringo, ein Banditenanführer und ein General mit- und gegeneinander um, nun, verschiedene Dinge.
Der Italowestern (und Politthriller) „Töte Amigo“ ist kraftvoll, kurzweilig, mit burlesken Übertreibungen, sehr unterhaltsam und brutal. Dass die Geschichte eher grob gestrickt ist, stört dabei kaum.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Gian Maria Volonté, Lou Castel, Klaus Kinski, Martine Beswick, Jaime Fernadez, Andrea Checchi
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Töte Amigo“
Wikipedia über „Töte Amigo“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Damiano Damianis „Töte Amigo“ (Quien Sabe?, Italien 1966)
Mein Nachruf auf Damiano Damiani (23. Juli 1922 – 7. März 2013)
Damiano Damiani in der Kriminalakte
Unverzichtbar: Das „Lexikon des internationalen Films“ blickt auf das Filmjahr 2021 zurück
Mai 6, 2022
Die neue Ausgabe des Lexikon des internationalen Films ist draußen. Am bewährten Aufbau haben die Herausgeber, der Filmdienst und die Katholische Filmkommission für Deutschland nichts geändert. Es gibt kundige Kurzkritiken zu allen Filmen, die 2021 in Deutschland im Kino gelaufen oder anderweitig veröffentlicht wurden. Neben Spielfilmen und längeren Dokumentarfilmen gibt es auch Besprechungen von TV-Spielfilmen, wie dem „Tatort“. Es gibt einen inzwischen über zweihundertseitigen Teil, der aus mehrseitigen Berichten, Analysen, Interviews und Nachrufen besteht. In diesen Texten geht es um die Filmbranche (die während der Coronavirus-Pandemie immer noch vor großen Herausforderungen und Umbrüchen steht), um das junge französische Genrekino, eine Fassbinder-Austellung, James Bond, Indiana Jones, Denis Villeneuve, Kelly Reichardt, Maren Eggert und Simone Signoret. Es gibt Interviews mit Dominik Graf, Alexander Kluge, Maria Speth (Herr Bachmann und seine Klasse), Ildikó Enyedi (Die Geschichte meiner Frau) und Thomas Vinterberg (Der Rausch). Es gibt Nachrufe auf Jean-Paul Belmondo (danach wollte ich wieder einen seiner Filme sehen), Richard Donner und Monte Hellman.
Und es gibt, mit ausführlichen Besprechungen, die Liste der fünfzehn besten Serien und der zwanzig besten Kinofilme des letzten Jahres. Diese sind nach Ansicht der Filmdienst-Autoren:
Fabian oder Der Gang vor die Hunde
Herr Bachmann und seine Klasse
The Power of the Dog
Der Rausch
The Father
The Trouble with being born
Die Zähmung der Bäume
Wie in den vergangenen Jahren schreibe ich jetzt wieder, dass ich nicht jeden Film kenne und einige nicht so grandios fand. Das ändert aber nichts daran, dass diese zwanzig Filme wichtige und sehenswerte Filme sind. Wer also am Wochenende überlegt, was er sich ansehen soll, hat hier eine gute Liste um seine cineastische Bildung auszubauen.
Und wer noch mehr Anregungen braucht, kann dann ja auf seiner Couch durch das Filmlexikon blättern, einen Blick auf die Liste der im Filmdienst mit „sehenswert“ ausgezeichneten Filme oder die Silberlinge (das sind jetzt, weil es sich um besonders gelungene DVD/Blu-ray-Ausgaben von meist älteren Filmen handelt, eher Geschenkideen) werfen und, nach dem Lesen eines der Porträts oder Nachrufe, Lust vespüren, einen ihrer Filme anzusehen.
Ein feines Buch.
Und jetzt freue ich mich schon auf die nächste, selbstverständlich unverzichtbare Ausgabe des Lexikons des internationalen Films. Denn, wie Markus Leniger, der Vorsitzende der Katholischen Filmkommission für Deutschland, im Vorwort schreibt: „vieles verschwindet zu schnell aus unserer Timeline. Das Jahrbuch (…) ist so etwas wie eine Insel, ein sicherer Hafen im stetigen Fluss der Nachrichten. Hier kann man in Ruhe nachlesen, was aus dem Blick geraten ist, hier finden sich Beiträge, die man in der Hektik des Tages auf den digitalen Endgeräten als flüchtige Schatten hat vorüberrauschen sehen.“
P. S.: Weil ich es in der Vergangenheit immer wieder monierte: es gibt auch Listen der besucherstärksten Filme 2021 (das war James Bond, der behauptete, „Keine Zeit zu sterben“ zu haben), der besucherstärksten Arthaus-, Dokumentar-, deutschen Kinderfilme und deutschen Filme. Dieses Publikumsvotum ist eine gute Ergänzung zum Kritikervotum.
P. P. S.: Der Filmdienst wird dieses Jahr 75. Da sage ich nur: Auf die nächsten 75 Jahre!
–
Filmdienst.de/Katholische Filmkommission für Deutschland (Redaktion: Jörg Gerle, Felicitas Kleiner, Josef Lederle, Marius Nobach): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2021/2022
Schüren, 2022
544 Seiten
28,00 Euro
(als E-Book 14,99 Euro)
–
Hinweise
Homepage der Zeitschrift „Filmdienst“
Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“
Meine Besprechung von “Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2010″
Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2011“
Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2012“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2013“
Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2014“
Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2015“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2016“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2017“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2019/2020“
Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2020/2021“
TV-Tipp für den 6. Mai: Der einzige Zeuge
Mai 5, 2022
Bayern, 22.35
Der einzige Zeuge (Witness, USA 1985)
Regie Peter Weir
Drehbuch: Earl W. Wallace, William Kelley (nach einer Geschichte von William Kelley, Pamela Wallace und Earl W. Wallace)
In Philadelphia beobachtet ein achtjähriger Amish-Junge einen Polizistenmord. Auf dem Polizeirevier kann der Junge die Mörder identifizieren: es sind Kollegen des ermittelnden Detective John Book. Book muss mit dem Zeugen und seiner Mutter bei den Amish untertauchen. Dort entdeckt er eine Welt, die absolut nichts mit seiner Welt zu tun hat.
Polizeifilmklassiker, der im Genrekostüm die Geschichte eines Culture Clash erzählt.
„Weir hat einen überaus spannenden (Kriminal-)Film geschaffen, der auf Action – mit Ausnahme der gewalttätigen Schlusssequenz, die sich aber aus der Fabel völlig motiviert – weitgehend verzichten kann, weil er von Menschen handelt, die von sich aus faszinierend genug sind.“ (Fischer Film Almanach 1986)
Das Drehbuch erhielt den Edgar Allan Poe Award, den Writers Guild of America Award (WGA Award) und den Drehbuchoscar. Peter Weir und Harrison Ford waren für Oscars nominiert und als bester Film war „Der einzige Zeuge“ ebenfalls nominiert. Die Schmonzette „Jenseits von Afrika“ erhielt dann den Oscar als bester Film.
mit Harrison Ford, Kelly McGillis, Jan Rubes, Josef Sommer, Lukas Haas, Alexander Godunov, Danny Glover, Viggo Mortensen (Debüt)
Hinweise
Metacritic über “Der einzige Zeuge”
Rotten Tomatoes über “Der einzige Zeuge”
Wikipedia über „Der einzige Zeuge“ (deutsch, englisch) und über Peter Weir (deutsch, englisch)
Senses of Cinema über Peter Weir
Neu im Kino/Filmkritik: Wer ist Alexei „Nawalny“?
Mai 5, 2022
Heute sitzt Alexei Nawalny in einem russischen Gefängnis. Als Daniel Roher ihn kennen lernte, lebte er im Schwarzwald. In dem Dorf St. Blasien erholte er sich von einem Giftanschlag, der am 20. August 2020 in Tomsk auf ihn verübt wurde. Auf dem Rückflug nach Moskau erkrankte er in der Linienmaschine. Der Pilot änderte seine Route und landete in Omsk. Während die Ärzte um Nawalnys Leben kämpften, wird seine Frau Yulia von Wachleuten, wie Handy-Aufnahmen in „Nawalny“ zeigen, rabiat daran gehindert, ihn zu sehen. Yulia und Nawalnys Team fürchten um sein Leben. Sie verlangen, ihn sofort in ein westliches Krankenhaus zu verlegen. Nach einigem Hin und Her wird er nach Berlin in die Charité verlegt.
Im Schwarzwald will er sich von dem Anschlag erholen und dann wieder nach Russland zurückkehren und weiter gegen Putin und sein Regime kämpfen. Seine Frau, seine Kinder, sein Team und Christo Grozev vom Recherchenetzwerk Bellingcat sind bei ihm. Denn Nawalny will außerdem herausfinden, wer ihn ermorden wollte.
Roher, der vorher den Dokumentarfilm „Once Were Brothers: Robbie Robertson and the Band“ (2019) inszenierte, beobachtet sie bei ihrer Arbeit. Über Mobilfunkdaten und andere Daten finden sie die acht FSB-Agenten, die Nawalny verfolgten und wahrscheinlich vergifteten. Der unverhoffte, aus einer Schnapsidee geborene Höhepunkt der Ermittlungen sind Nawalnys Anrufe bei diesen Männern. Die meisten Agenten legen selbstverständlich sofort auf. Aber einer von ihnen lässt sich von Nawalny in ein Gespräch verwickeln. Er enthüllt den gesamten Plan. Nawalny und Grozev können ihr Glück nicht fassen.
Nawalny veröffentlicht diese Recherchen auf seinen Social-Media-Kanälen. Der Spiegel, CNN und The Insider, die ebenfalls in die Recherche involviert sind, veröffentlichen sie ebenfalls. Sie weisen auch auf einen Punkt hin, den Roher in seinem Film ebenfalls immer wieder thematisiert: Nawalny kontrolliert sein Image genau. Er ist ein charismatischer Medienstar mit vielen Followern, die ihn auch bei seiner Rückkehr nach Moskau im Flughafen wie einen Volkshelden erwarten. Falls sie nicht vorher rabiat von der Polizei abgeführt werden.
Die sehenswerte Doku ist eine Chronik dieser Recherche, angereichert um einige Hintergrundinformationen über Nawalny. Sie endet mit Nawalnys Rückkehr nach Russland am 17. Januar 2021. Er wird, wie wir im Film sehen können, am Flugplatz bei der Einreise verhaftet und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Amnesty International hat ihn in ihre Liste der Prisoners of Conscience aufgenommen.
Über Nawalnys Privatleben erfahren wir nichts. Über seine politischen Ansichten und was er in Russland verändern will, erfahren wir ebenfalls nichts substantielles. Er kämpft gegen Putin und die Korruption. Und das ist ein Problem von „Nawalny“. Er konzentriert sich nur auf den Kriminalfall. Den erzählt er sehr spannend und, weil Nawalnys Leben gut dokumentiert ist, immer mit entsprechenden Filmaufnahmen. Wir bekommen also nicht erzählt, wie beunruhigt Yulia in Omsk war oder wie Nawalny im Flugzeug mit einer Standing Ovation empfangen wird oder wie er im Flughafen bei der Einreise verhaftet wird, sondern wir sehen es wie in einem Spielfilm.
Gleichzeitig zeigt „Nawalny“ auch, wie weit Russland von einer Demokratie entfernt ist. Das ist selbstverständlich keine Neuigkeit. Aber es kann nicht oft genug gesagt werden. Roher zeigt deutlich, dass Putins Russland eine die Meinungsfreiheit unterdrückende Diktatur ist, die Gegner tötet (der Anschlag auf Alexei Nawalny ist nur einer in einer langen Reihe von Anschlägen auf Dissidenten) oder, mit lachhaften Anschuldigungen einsperrt. Teils in Hausarrest. Teils in Gefängnisse.

Nawalny (Nawalny, USA 2022)
Regie: Daniel Roher
Drehbuch: Daniel Roher
mit Alexei Nawalny, Yulia Nawalny, Dasha Nawalny, Zahar Nawalny, Maria Pevchikh, Christo Grozev, Leonid Volkov, Kira Yarmysh, Georgy Alburov, Fidelius Schmid, Tim Lister, Clarissa Ward
Länge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
–
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Nawalny“
Wikipedia über „Nawalny“ und Alexei Nawalny (deutsch, englisch)
TV-Tipp für den 5. Mai: Neruda
Mai 4, 2022Toller Film zu untoller Uhrzeit
RBB, 00.15
Neruda (Neruda, Chile/Argentinien/Frankreich/Spanien 2016)
Regie: Pablo Larraín
Drehbuch: Guillermo Calderón
Chile, 1948: Pablo Neruda, geachteter Dichter, Lebemann und Kommunist (beides mit großer Überzeugung) und wortgewaltiger Senator, muss aufgrund der politischen Lage untertauchen. Ein Polizist, der direkt aus einem Noir-Roman entsprungen ist, sucht ihn – und doch ist es nicht ganz so einfach.
Man muss absolut nichts über Pablo Neruda wissen, um Pablo Larraíns Film über den Dichter zu genießen, der zu einem kleinen Teil ein konventionelles Biopic und zu einem großen Teil eine erfundene Geschichte ist, die dann doch wieder viel mit Pablo Neruda und dem Zusammenhang von Fakt und Fiktion zu tun hat.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung des „Anti-Biopics“ (Larrain).
mit Luis Gnecco, Gael García Bernal, Mercedes Morán, Diego Munoz, Pablo Derqui, Michael Silva
Hinweise
Wikipedia über „Neruda“ und Pablo Neruda (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Pablo Larrains „El Club“ (El Club, Chile 2015)
Meine Besprechung von Pablo Larraíns „Jackie: Die First Lady“ (Jackie, USA 2016)
Meine Besprechung von Pablo Larrains „Neruda“ (Neruda, Chile/Argentinien/Frankreich/Spanien 2016)
Meine Besprechung von Pablo Larrins „Spencer“ (Spencer, Deutschland/Großbritannien 2021)
TV-Tipp für den 4. Mai: Fight Club
Mai 3, 2022
Nitro, 22.45
Fight Club (Fight Club, USA 1999)
Regie: David Fincher
Drehbuch: Jim Uhls
LV: Chuck Palahniuk: Fight Club, 1996 (Fight Club)
Yuppie Jack findet das Leben unglaublich öde. Kurzzeitige Kicks verschafft er sich mit dem Besuch von x-beliebigen Selbsthilfegruppen. Da trifft er Tyler Durden, der seinem Leben mit der Idee des „Fight Club“ (in dem Männer sich die Fresse polieren) den nötigen Kick verschafft. Bald nimmt der „Fight Club“ größere Dimensionen an.
Inzwischen ein Klassiker, der mir schon damals im Kino verdammt gut gefiel. Naja, das Ende fand ich etwas schwach. Aber die zwei Stunden davor: Wow!
In seinem Roman enthüllt Palahniuk die Pointe früher.
„Handwerklich lässt Fincher keine Wünsche offen: Er hält ein rasantes Tempo, setzt virtuos visuelle Effekte ein und schafft so einen atemberaubenden Alptraum der ausklingenden 90er. Gewiss kann über dieses bemerkenswerte Werk trefflich gestritten werden, doch eines muss ihm jeder attestieren: ‘Fight Club’ ist keine lauwarme Kommerzproduktion, sondern einer der mutigsten, irritierendsten, gleichzeitig aber auch interessantesten Filme der letzten Jahre.“ (W. O. P. Kistner, AZ, 11. November 1999)
Die andere Meinung: „Denn im Grunde ist diese manieristisch heruntergefilmte Möchtegern-Satire von Regisseur David Fincher (‘Sieben’) nicht mehr als grober Unfug: eine große, in die Länge gezogene Luftblase.“ (Albert Baer, Rheinische Post, 12. November 1999)
Mit Brad Pitt, Edward Norton, Helen Bonham Carter, Meat Loaf, Jared Leto, George Maguire
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Fight Club“
Wikipedia über „Fight Club“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Chuck Palahniuks “Diva” (Tell-All, 2010)
Meine Besprechung von Clark Greggs Chuck-Palahniuk-Verfilmung „Choke“ (Choke, USA 2008)
Meine Besprechung von David Finchers „Verblendung“ (The Girl with the Dragon Tatoo, USA 2011)
Meine Besprechung von David Finchers „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ (Gone Girl, USA 2014)
TV-Tipp für den 3. Mai: Diva
Mai 2, 2022
HR, 23.30
Diva (Diva, Frankreich 1981)
Regie: Jean-Jacques Beineix
Drehbuch: Jean-Jacques Beineix, Jean van Hamme
LV: Delacorta (Pseudonym von Daniel Odier): Diva, 1979 (Diva)
Postbote Jules gerät in Teufels Küche nachdem er heimlich das Konzert einer Operndiva mitschneidet und an ein Tonband mit dem Geständnis eines Callgirls gerät. Denn einige Menschen sind bereit ihn umzubringen, um an die Bänder zu gelangen.
Beinix bildgewaltiger, zitatenreicher Debütfilm war in den USA ein Überraschungserfolg und wurde danach auch in Europa zu einem Kultfilm.
„Diva ist ein aufregendes Werk, eine Mischung aus Märchen, Romanze und Thriller: Oper, Pop und schräge Typen in einem höchst stilisierten Kriminalfilm.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)
Mit Frédéric Andrei, Wilhelmenia Wiggins Fernandez, Richard Bohringer
Hinweise
Homepage von Daniel Odier (aka Delacorta)
Wikipedia über „Diva“ (deutsch, englisch, französisch) und Daniel Odier (deutsch, englisch, französisch)
Die Edgar-Gewinner 2022
Mai 2, 2022
Die ehrenwerten Mystery Writers of America haben ihre diesjährigen Edgar Allan Poe Awards verliehen und wer sich nicht die gesamte Veranstaltung ansehen will, kann weiterlesen.
Folgende Kriminalgeschichten wurden ausgezeichnet:
Best Novel

Five Decembers, von James Kestrel (Hard Case Crime)
nominiert
The Venice Sketchbook, von Rhys Bowen (Lake Union)
Razorblade Tears, von S.A. Cosby (Flatiron)
How Lucky, von Will Leitch (Harper)
No One Will Miss Her, von Kat Rosenfield (Morrow)
–
Best First Novel by an American Author
Deer Season, von Erin Flanagan (University of Nebraska Press)
nominiert
Never Saw Me Coming, von Vera Kurian (Park Row)
Suburban Dicks, von Fabian Nicieza (Putnam)
What Comes After, von JoAnne Tompkins (Riverhead)
The Damage, von Caitlin Wahrer (Viking/Pamela Dorman)
–
Best Paperback Original
Bobby March Will Live Forever, von Alan Parks (World Noir) (deutsche Ausgabe: Bobby March forever, Heyne Hardcore)
nominiert
Kill All Your Darlings, von David Bell (Berkley)
The Lighthouse Witches, von C.J. Cooke (Berkley)
The Album of Dr. Moreau, von Daryl Gregory (Tor)
Starr Sign, von C.S. O’Cinneide (Dundurn Press)
The Shape of Darkness, von Laura Purcell (Penguin)
–
Best Short Story
The Road to Hana, von R.T. Lawton (Alfred Hitchcock Mystery Magazine [AHMM], May/June 2021)
nominiert
Blindsided, von Michael Bracken und James A. Hearn (AHMM, September/October 2021)
The Vermeer Conspiracy, von V.M. Burns (from Midnight Hour, edited by Abby L. Vandiver; Crooked Lane)
Lucky Thirteen, von Tracy Clark (from Midnight Hour)
The Locked Room Library, von Gigi Pandian (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], July/August 2021)
The Dark Oblivion, von Cornell Woolrich (EQMM, January/February 2021)
–
Best Fact Crime
Last Call: A True Story of Love, Lust, and Murder in Queer New York, von Elon Green (Celadon)
nominiert
The Confidence Men: How Two Prisoners of War Engineered the Most Remarkable Escape in History, von Margalit Fox (Random House)
Sleeper Agent: The Atomic Spy in America Who Got Away, von Ann Hagedorn (Simon & Schuster)
Two Truths and a Lie: A Murder, a Private Investigator, and Her Search for Justice, von Ellen McGarrahan (Random House)
The Dope: The Real History of the Mexican Drug Trade, von Benjamin T. Smith (Norton)
When Evil Lived in Laurel: The “White Knights” and the Murder of Vernon Dahmer, von Curtis Wilkie (Norton)
–
Best Critical/Biographical
The Twelve Lives of Alfred Hitchcock: An Anatomy of the Master of Suspense, von Edward White (Norton)
nominiert
Agatha Christie’s Poirot: The Greatest Detective in the World, von Mark Aldridge (Harper360)
The Unquiet Englishman: A Life of Graham Greene, von Richard Greene (Norton)
Tony Hillerman: A Life, von James McGrath Morris (University of Oklahoma Press)
The Reason for the Darkness of the Night: Edgar Allan Poe and the Forging of American Science, von John Tresch (Farrar, Straus and Giroux)
–
Best Young Adult
Firekeeper’s Daughter, by Angeline Boulley (Henry Holt)
nominiert
Ace of Spades, von Faridah Àbíké-Íyímídé (Feiwel & Friends)
When You Look Like Us, von Pamela N. Harris (Quill Tree)
The Forest of Stolen Girls, von June Hur (Feiwel & Friends)
The Girls I’ve Been, von Tess Sharpe (Putnam)
–
Best Juvenile
Concealed, by Christina Diaz Gonzalez (Scholastic Press)
nominiert
Cold-Blooded Myrtle, von Elizabeth C. Bunce (Algonquin Young Readers)
Aggie Morton Mystery Queen: The Dead Man in the Garden, von Marthe Jocelyn (Tundra)
Kidnap on the California Comet: Adventures on Trains #2, von M.G. Leonard and Sam Sedgman (Feiwel & Friends)
Rescue, von Jennifer A. Nielsen (Scholastic Press)
–
Best Television Episode Teleplay
“Boots on the Ground,” Narcos: Mexico, written by Iturri Sosa (Netflix)
nominiert
“Dog Day Morning,” The Brokenwood Mysteries, written by Tim Balme (Acorn TV)
“Episode 1,” The Beast Must Die, written by Gaby Chiappe (AMC+)
“The Men Are Wretched Things,” The North Water, written by Andrew Haigh (AMC+)
“Happy Families,” Midsomer Murders, written by Nicholas Hicks-Beach (Acorn TV)
–
Grand Master: Laurie R. King
–
Raven Award: Lesa Holstine, librarian, blogger, and book reviewer
–
Ellery Queen Award: Juliet Grames, associate publisher at Soho Press
–
Robert L. Fish Memorial Award
“Analogue,” von Rob Osler (Ellery Queen Mystery Magazine, January/February 2021)
–
The G.P. Putnam’s Sons Sue Grafton Memorial Award
Runner, von Tracy Clark (Kensington)
nominiert
Double Take, von Elizabeth Breck (Crooked Lane)
Shadow Hill, von Thomas Kies (Poisoned Pen Press)
Sleep Well, My Lady, von Kwei Quartey (Soho Crime)
Family Business, von S.J. Rozan (Pegasus Crime)
–
The Simon & Schuster Mary Higgins Clark Award
Clark and Division, von Naomi Hirahara (Soho Crime)
nominiert
The Secret Life of Miss Mary Bennet, von Katherine Cowley (Tule Mystery)
Ruby Red Herring, von Tracy Gardner (Crooked Lane)
The Sign of Death, von Callie Hutton (Crooked Lane)
Chapter and Curse, von Elizabeth Penney (St. Martin’s Paperbacks)
–
TV-Tipp für den 2. Mai: Carmen
Mai 1, 2022
Arte, 22.00
Carmen (Carmen, Spanien 1983)
Regie: Carlos Saura
Drehbuch: Carlos Saura, Antonio Gadès
Ein Choreograph will Georges Bizets Oper „Carmen“ als Ballett mit Flamenco-Musik inszenieren. Während der Proben vermischen sich die Geschichte des Stücks mit der Realität.
Damals war der Tanzfilm Teil einer kleinen „Carmen“-Wiederentdeckung im Kino und für Carlos Saura der internationale Durchbruch. Damals drehte der Spanier schon seit über zwanzig Jahren von der Kritik gelobte, vom Publikum weitgehend ignorierte Filme. „Carmen“ lief seit Ewigkeiten nicht mehr im TV.
Die Musik ist von Georges Bizet und Paco de Lucia.
mit Antonio Gadès, Laura Del Sol, Paco de Lucia, Christina Hoyos, Juan Antonio Jimenez
Hinweise
TV-Tipp für den 1. Mai: Two Lovers
April 30, 2022Und gleich noch ein Film mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle
Servus TV, 20.15
Two Lovers (Two Lovers, USA 2008)
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray, Rick Menello
Nicht der Plot (eigentlich ein 08/15-Liebedrama: Leonard lebt, nach mehreren Selbstmordversuchen, wieder in seinem Jugendzimmer. Seine Eltern wollen ihn mit Sandra verkuppeln. Aber er ist in Michelle verliebt.), sondern die Machart ist entscheidend. Und die stimmt bei „Two Lovers“.
Denn „Two Lovers“ ist wie Grays vorherige Filme „Little Odessa“, The Yards – Im Hinterhof der Macht“ und „Helden der Nacht“ hochkarätig besetztes Schauspielerkino ohne einen falschen Ton. Weder im Spiel, noch in der Kameraführung, dem Schnitt, der Ausstattung oder der Musikauswahl. Und keines dieser Elemente drängt in den Vordergrund. Sie alle dienen der Geschichte. Wieder einmal ist Grays Blick für die Details bemerkenswert. Teilweise fallen sie beim ersten Sehen nicht auf, aber alle zusammen machen die Geschichte glaubwürdig. Es sind Kleinigkeiten, wie die Fotowand in der Wohnung der Kraditors, Leonards Jugendzimmer, die kleinen Gesten und Blicke, die in Sekundenbruchteilen alles erklären und Entscheidungen, wie Joaquin Phoenix während eines Geständnisses mit dem Rücken zur Kamera spielen zu lassen, auf einen Schnitt zu verzichten, das Licht in einer besonderen Art zu setzen und eine – teilweise unsichtbare – Zeitlupe einzusetzen.
Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.
mit Joaquin Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Moni Moshonov, Isabella Rossellini, Elias Koteas
Wiederholung: Montag, 2. Mai, 01.50 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Rotten Tomatoes über „Two Lovers“
Wikipedia über “Two Lovers” (deutsch, englisch)
IFC: Interview mit James Gray über „Two Lovers“
Spout Blog: Interview mit James Gray über „Two Lovers“
Coming Soon: Interview mit James Gray über “Two Lovers”
Collider: Interview mit James Gray über “Two Lovers”
IndieWire: Interview mit James Gray über “Two Lovers”
Meine Besprechung von James Grays „Two Lovers“ (Two Lovers, USA 2008)
Meine Besprechung von James Grays „Die versunkene Stadt Z“ (The lost City of Z, USA 2016)
Meine Besprechung von James Grays „Ad Astra: Zu den Sternen“ (Ad Astra, USA 2019)
Veröffentlicht von AxelB 




