Neu im Kino/Filmkritik: Moritz Bleibtreu ist „Caveman“?

Januar 27, 2023

Hinter der Bühne hat seine langjährige Freundin gerade mit ihm Schluss gemacht und der erste Witz bei seinem Stand-up-Programm – es ist sein erster Auftritt bei einem Open-Mic-Abend – wird mit peinlichem Schweigen quittiert. Also beginnt Bobby Müller (Moritz Bleibtreu) aus seinem Leben und über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu philosophieren. Diese Beichte kommt besser an.

Und zwar so gut, dass das Ein-Personen-Stück „Caveman“, auf dem Laura Lackmanns gleichnamige Verfilmung basiert, in Deutschland seit über zwanzig Jahren ständig aufgeführt wird. Seit seiner Premiere im Jahr 2000 wurden gut fünf Millionen Tickets verkauft. Es handelt sich um die deutsche Adaption von Rob Beckers Stück „Defending the Caveman“. Esther Schweins, die im Film einen Cameo-Auftritt hat, inszenierte die deutsche Fassung.

Becker schrieb das Stück. Zwischen 1988 und 1991 probierte er bei seinen Auftritten Teile aus. Seine Premiere hatte es 1991 in San Francisco. Anschließend trat Becker jahrelang mit dem Stück auf. Am Broadway wird es seit 1995 aufgeführt. Inzwischen wird seine Rolle von zahlreichen anderen Schauspielern gespielt. Es wurde in 25 Sprachen übersetzt, in über 55 Ländern aufgeführt und von über vierzehn Millionen Menschen gesehen. Irgendetwas hat Becker also richtig gemacht.

Was genau erschließt sich nicht wirklich aus der Verfilmung.

Sie ist nie besonders witzig, aber auch nie besonders peinlich, vulgär oder ärgerlich. Bobby erzählt sich durch sein Leben. Er erklärt den Unterschied zwischen Jägern und Sammlern und so, wie sich Männer von Frauen unterscheiden. Bobby glaubt, dass Männer Jäger und Frauen Sammler sind. Das war schon in der Steinzeit so – und ist heute immer noch so. Deshalb sammeln Frauen Tonnen von Kleidern und anderem Zeug, während Männer für den Kauf von einem neuen Hemd nur einige Sekunden benötigen und es dann ewig tragen. Die gewonnene Zeit verbringen sie mit ihrem besten Freund auf der Couch: schweigend, biertrinkend und irgendein Computerspiel spielend oder einen Film ansehend. Welcher echte Mann braucht da noch ein Hobby?

Einzelne Szenen kommentiert Bobby bereits im Bild. Andere sind, eher witzig gemeint als wirklich witzig, etwas übertrieben inszeniert. Und wieder andere, das gilt vor allem für Bobbys Begegnungen mit seinem imaginärem Steinzeit-Freund Caveman, könnten direkt aus einer längst vergessenen Sketch-Show stammen. Besonders witzig ist das nicht. Dafür sind die Witze insgesamt zu altbacken und zu harmlos. Alle hätten gut in eine dieser unzähligen Sketch-Shows wie „RTL Samstag Nacht“ gepasst. Die füllten bei den Privatsendern, beginnend in den neunziger Jahren, einige Jahre lang ganze Fernsehabende und ich fragte mich immer, wer so etwas witzig findet.

Für die Verfilmung wurde das Ein-Personen-Stück zum Ensemblestück ausgebaut, ohne an der Grundidee etwas zu ändern. Das ist, über dreißig Jahre nach seiner Premiere, immer noch die heile Welt, in der es Liebesärger nur zwischen Männer und Frauen gibt und gendern eine Option ist, auf die ein gestandener, in einem anonymen Reihenhaus lebender Jäger wie Bobby locker verzichten kann. Wahrscheinlich wüsste er noch nicht einmal, was das ist.

Dieser „Caveman“ ist eine dem gesellschaftlichem Diskurs mindestens zwanzig Jahre hinterherhinkende Comedy für den idealtypischen CDU-Wähler.

Im Theater – und das ist der entscheidende Unterschied zum Film – werden alle Rollen von einem Mann gespielt. Er kann spontan auf das Publikum reagieren, improvisieren und die einzelnen Beobachtungen müssen keine kohärente Filmhandlung ergeben. Sie funktionieren auch gut als reine Sammlung von zugespitzten Beobachtungen über das Verhalten von Männern und Frauen.

Caveman (Deutschland 2023)

Regie: Laura Lackmann

Drehbuch: Laura Lackmann (nach dem Solo-Theaterstück von Rob Becker)

mit Moritz Bleibtreu, Laura Tonke, Wotan Wilke Möhring, Martina Hill, Leni Riedel, Liane Forestieri, Jürgen Vogel, Thomas Hermanns, Esther Schweins, Alexandra Neldel

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Caveman“

Moviepilot über „Caveman“

Wikipedia über „Caveman“


TV-Tipp für den 27. Januar: Das Tagebuch der Anne Frank

Januar 26, 2023

3sat, 20.15

Das Tagebuch der Anne Frank (Deutschland 2016)

Regie: Hans Steinbichler

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Die Geschichte von Anne Frank, die sich mit ihrer Familie von 6. Juli 1942 bis 4. August 1944 in Amsterdam in einem Hinterhaus vor den Nazis versteckte. Bis zu ihrer Entdeckung schrieb sie ein Tagebuch, das, neben weiteren Schriftstücken aus dem Archiv des Anne Frank Fonds, die Grundlage für das berührende Drama bildete.

Nach ihrer Entdeckung werden sie nach Auschwitz gebracht. Bis auf Anne Franks Vater Otto sterben sie in verschiedenen KZs. Anne Frank stirbt an Typhus Ende Februar/Anfang März 1945 im Lager Bergen-Belsen.

Hans Steinbichlers „Das Tagebuch der Anne Frank“ ist, nach einem Drehbuch von Fred Breinersdorfer, der erste deutsche Kinofilm, der die Geschichte von Anne Frank erzählt. Es ist ein sehr sehenswerter Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Lea van Acken, Martina Gedeck, Ulrich Noethen, Stella Kunkat, André Jung, Margarita Broich, Leonard Carow, Arthur Klemt, Gerti Drassl, Stefan Merki

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Die Vorlage

Anne Frank - Gesamtausgabe TB - 4

Wer nach (oder vor) dem Film so richtig in die Schriften von Anne Frank einsteigen möchte, sollte sich die Gesamtausgabe, die auch ganz banal „Gesamtausgabe“ heißt, zulegen. In ihr sind die verschiedenen Versionen ihres Tagebuchs (es gibt das ursprüngliche Tagebuch, eine von ihr für eine Veröffentlichung schon überarbeitete Fassung, die von ihrem Vater Otto Frank für die Veröffentlichung erstellte Fassung und die von Mirjam Pressler 2001 im Auftrag des Anne Frank Fonds erstellte und autorisierte „Version d“, die die heute verbindliche Fassung ist und in der für frühere Veröffentlichungen gekürzte und weggelassene Teile wieder aufgenommen wurden), die „Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus“ (ihre Erzählungen, die teils auf selbst Erlebtem basieren und die auch teils von ihr in ihr Tagebuch übernommen wurden), weitere Erzählungen, Briefe, Einträge in Poesiealben, „Das Schöne-Sätze-Buch“ (das hauptsächlich eine Sammlung von Texten, die ihr gefielen und die sie im Versteck abschrieb, ist) und ‚Das Ägyptenbuch‘ (das ebenfalls vor allem aus anderen Texten besteht und das Anne Franks Faszination für das alte Ägypten dokumentiert) abgedruckt. Damit ist ihr schriftstellerisches Gesamtwerk in diesem Buch enthalten.
Ergänzt wird der Sammelband durch Fotos und Dokumente über sie und ihre Familie und vier Aufsätze über Anne Frank, ihre Familie, den zeitgeschichtlichen Kontext und die Rezeptionsgeschichte.
Diese umfassende Ausgabe eignet sich vor allem für das vertiefte und auch vergleichende Studium.
Für den Hausgebrauch reicht natürlich die Ausgabe ihres Tagebuchs.
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Anne Frank: Gesamtausgabe
(herausgegeben vom Anne Frank Fonds)
(übersetzt von Mirjam Pressler)
Fischer, 2015
816 Seiten
12,99 Euro
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Deutsche Erstausgabe
Fischer, 2013
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Hinweise

Filmportal über „Das Tagebuch der Anne Frank“

Moviepilot über „Das Tagebuch der Anne Frank“

Wikipedia über „Das Tagebuch der Anne Frank“ (deutsch, englisch) und Anne Frank (deutsch, englisch)
Der Anne Frank Fonds

Anne-Frank-Seite des Fischer Verlags

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Hans Steinbichlers „Das Tagebuch der Anne Frank“ (Deutschland 2016)


Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“ in Kirill Serebrennikovs Alexei-Salnikow-Verfilmung

Januar 26, 2023

Erstens: Kirill Serebrennikovs neuer Film beginnt mit dem Hinweis, in dem Film seinen Szenen, in denen geraucht und Alkohol getrunken werde. Nun, ob diese zutreffende Warnung für Sechzehnjährige (der Film ist hier „frei ab 16 Jahre“) wirklich nötig ist, bezweifle ich ernsthaft. Außerdem, wenn es schon gut gemeinte Warnungen gibt, hätten die Macher auch gleich auf die teils sehr graphisch gezeigte Gewalt, längere Nacktszenen, vulgäre Sprache und die konstante Reizüberflutung hinweisen können. Und da sind wir noch lange nicht beim Inhalt angelangt. Vor dem könnte auch noch gewarnt werden. Denn dieser ist ziemlich verstörend. Jedenfalls für alle, die glauben, Russland sei ein Paradies, in dem jeder gerne leben möchte.

Aber wahrscheinlich ist die Warnung nur ein Witz über idiotische Triggerwarnungen – oder bei russischen Filmen eine Auflage, die erfüllt werden muss, um den Film dort im Kino zeigen zu dürfen.

Zweitens: Kirill Serebrennikov ist Russe und einer der wichtigsten zeitgenössischen russischen Regisseure.

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor einem knappen Jahr wird ja darüber diskutiert, ob deswegen auch russische Künstler und Kunst boykottiert werden sollten. Wer dies etwas differenzierter tut, muss zur Kenntnis nehmen, dass Serebrennikov kein Putin-Freund, sondern schon seit Jahren ein wortstarker Putin-Kritiker ist. Mit offensichtlich fingierten Beschuldigungen wurde er angeklagt und verurteilt. Er stand jahrelang unter Hausarrest und er durfte das Land nicht verlassen. Seine Arbeiten wurden, wenig überraschend, von der Regierung als systemkritisch eingestuft.

Selbstverständlich kritisiert Serebrennikov den völkerrechswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Seit April 2022 lebt er in Berlin.

In dem Moment hatte er seinen neuen Film bereits abgedreht. In Cannes wurde „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“ bereits 2021 im Wettbewerb gezeigt.

Im Mittelpunkt der schwarzhumorigen Satire steht, naja eher taumelt und schneuzt Petrow sich in den ruhigen Tagen zwischen Weihnachten und Silvester durch Jekaterinburg. Er fährt Bus. Er trifft seinen alten Freund Igor und gemeinsam begeben sie sich in einem Leichenwagen, in dem gerade in einem Sarg eine Leiche befördert wird, auf eine ausgedehnte Sauftour.

Währenddessen schlägt sich Petrows Frau, eine Bibliothekarin, mit einem Lesekreis herum, kocht und verletzt ihren Sohn. Auch sie erkrankt und fantasiert.

Ihrem Sohn ergeht es nicht besser. Aber er will unbedingt ins Theater zum Jolkafest, dem sowjetischen und jetzt russischen Äquivalent zu einer hiesigen Weihnatsshow.

„Petrov’s Flu“ ist wie ein Fiebertraum, in dem die Figuren sich immer wieder an vergangene Ereignisse erinnern, fantasieren und durch die Stadt stolpern. Im Film und in Alexei Salnikows Roman „Petrow hat Fieber“, den Serebrennikov verfilmte, bewegen Petrow und Petrowa sich zwar ständig durch die Stadt, aber eine konventionelle Geschichte ergibt sich daraus nicht. Ihre Bewegungen sind eher ziellos und immer wieder verändern Zufälle ihren ursprünglich geplanten Weg. Es wird munter vor sich hin assoziiert. Einige Figuren und Themen tauchen öfter auf. Einige Ereignisse werden zu einem späteren Zeitpunkt aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Dabei folgt Serebrennikov Salnikows Roman ziemlich präzise. Auch wenn er einiges weglässt und einige Episoden verschiebt. Der größte Unterschied ergibt sich aus seiner Erzählweise. Der sehr russische Roman ist doch etwas langsam und fast schon langweilig realistisch erzählt. Obwohl die Geschichte in der Gegenwart spielt und es zahlreiche Anspielungen auf die US-Popkultur gibt (so werden „Matrix“ und „Fight Club“ erwähnt), könnte sie genausogut vor vierzig, fünfzig oder sogar hundert Jahren spielen. Der trinkfreudige Petrow und seine ebenso trinkfreudigen Freunde verkörpern genau das Bild, das wir von Russland haben. Die unhöfliche, die Fahrgäste beleidigende Schaffnerin und die abgeranzten Wohnungen strahlen genau den autoritätshörigen Mief aus, den wir mir der untergegangenen Sowjetunion und ihrer konstanten Mangelwirtschaft verbinden.

Im Film wird daraus eine Dystopie, die ein Land lange nach seinem Zerfall in einem Zustand hysterischer Ohnmacht zeigt. Serebrennikov zeigt diesen rasenden Stillstand in oft extrem langen Takes als eine konstante Reizüberflutung. Das gilt sogar für die wenigen ruhigen Szenen.

Das ist ein ziemlich furioser und die Sinne überwältigender Trip. Auch ohne Alkohol und Rauschwaren. Mit zweieinhalb Stunden ist diese kaum verhüllte Zustandsbeschreibung eines im Chaos vor sich hin taumelnden Reiches aber deutlich zu lang geraten. Eine halbe Stunde weniger wäre mehr gewesen.

Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber (Petrovy v grippe, Russland/Frankreich/Deutschland/Schweiz 2021)

Regie: Kirill Serebrennikov

Drehbuch: Kirill Serebrennikov

LV: Alexei Salnikow: Petrovy v grippe i vokrug nego, 2016 (Petrow hat Fieber)

mit Semyon Serzin, Chulpan Khamatova, Yulia Peresild, Yuri Kolokolnikov, Yuriy Borisov, Ivan Dorn, Aleksandr Ilyin, Sergey Dreyden, Olga Voronina, Timofey Tribuntsev, Semyon Steinberg, Georgiy Kudrenko

Länge: 152 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Die Vorlage

Alexei Salnikow: Petrow hat Fieber – Gripperoman

(übersetzt von Bettina Kaibach)

Suhrkamp, 2022

368 Seiten

25 Euro

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Originalausgabe

Petrovy v grippe i vokrug nego

AST/Redakcija Elena Subina, 2016

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Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“

Moviepilot über „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“

Metacritic über „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“

Rotten Tomatoes über „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“

Wikipedia über „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“ (deutsch, englisch)

Perlentaucher über den Roman „Petrow hat Fieber“

Meine Besprechung von Kirill Serebrennikovs „Leto“ (Leto, Russland/Frankreich 2018)


TV-Tipp für den 26. Januar: Rufmord – Jenseits der Moral

Januar 25, 2023

ServusTV, 20.15

Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender, USA/Großbritannien/Deutschland 2000)

Regie: Rod Lurie

Drehbuch: Rod Lurie

Als der US-Präsident eine Frau (damals praktisch undenkbar, heute Realität) zu seiner Stellvertreterin ernennt, beginnt ein Republikaner eine Schmutzkampagne.

Gut, das Zieren der designierten Stellvertreterin, nichts aus ihrem Privatleben der Öffentlichkeit zu verraten, weil es nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat, ist in der Politik (vor allem der US-Politik) so weltfremd, dass es den gesamten Film schwächt. Davon abgesehen bietet „Rufmord“ tolles Schauspielerkino, das auch einen guten Blick hinter die Kulissen der Macht gibt.

Inspiriert wurde „Rufmord“ von der zunehmend unappetitlichen Kampagne der Republikaner gegen Präsident Bill Clinton.

mit Gary Oldman, Joan Allen, Jeff Bridges, Christian Slater, Sam Elliott, William Petersen, Saul Rubinek, Philip Baker Hall

Wiederholung: Freitag, 27. Januar, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rufmord“

Wikipedia über „Rufmord“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rod Luries „The Outpost – Überleben ist alles“ (The Outpost, USA/Bulgarien 2020)


Mick Herron erklärt die „London Rules“

Januar 25, 2023

Ungefähr überall werden die Jackson-Lamb- oder Slough-House-Romane von Mick Herron abgefeiert und mit wichtigen Preisen, wie dem Gold Dagger und dem Steel Dagger, ausgezeichnet. Acht Romane und fünf kürzere Geschichten, die zuletzt in dem Sammelband „Standing by the Wall“ veröffentlicht wurden, hat Herron seit 2010 geschrieben. Seit April 2022 gibt es die auf den Romanen basierende Streaming-Serie „Slow Horses“ mit Gary Oldman als Jackson Lamb. Die zweite Staffel wurde vor wenigen Wochen veröffentlicht. Und die nächsten beiden Staffeln sind bereits bestellt.

Auf Deutsch erschien zuletzt „London Rules“, der fünfte Roman der Serie. Er erhielt den Capital Crime Best Thriller Award und stand auf den Nominierungslisten für den CWA Gold Dagger for Best Crime Novel, den Ian Fleming Steel Dagger Award, den Last Laugh Award, den Barry Award und den Theakston’s Old Peculier Crime Novel of the Year Award.

Herrons Held Jackson Lamb ist ein abgehalfteter MI-5-Agent, der in London im Slough House residiert. Das ist die Endstation für Geheimagenten, die irgendwann wirklich Mist gebaut haben. Sie sind alle etwas dumm und ambitioniert. Eben deswegen mischen sie sich ungefragt in Angelegenheiten ein, die dann zu Ereignissen führen, die schnell hoffnungslos aus dem Ruder laufen. So führt in „London Rules“ eine simple Überwachung zum Tod eines Politikers. Eine Terrorgruppe wird verdächtigt – und diese fragt sich, wer den Politiker so hinterhältig ermordete, während sie nur mit ihm reden wollten.

Angefangen hat die Sache mit unzusammenhängenden Anschlägen auf ein Dorf in Derbyshire und einen Zoo in London. Während die richtigen Ermittler eifrig nach den Tätern suchen, muss Lambs Team Däumchen drehen. Nur so können sie die Ermittlungen nicht gefährden.

Da erinnert J. K. Coe, einer von Lambs Untergebenen, sich an einen alten Plan zur Destabilisierung von Dritte-Welt-Staaten. Er hatte ihn, als er in einer anderen Abteilung des Geheimdienstes arbeitete, gelesen. Jetzt glaubt er, dass dieser uralte Plan möglicherweise in die falschen Hände geraten ist und von Terroristen umgesetzt wird. Roderick Ho, Lambs IT-Mann, könnte den Bösewichtern dabei unwissentlich geholfen haben. Und schon versuchen Lamb und seine Mannschaft den möglichen Schaden zu begrenzen. Für sich und für Großbritannien.

Herron wechselt, wie in einer Mini-TV-Serie, ständig und gekonnt zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und den in das Geschehen involvierten Figuren. Es handelt sich dabei um Lamb, seine Untergebenen, seine Vorgesetzten, verschiedene Gruppen von Bösewichtern und von den Bösewichtern bedrohten Figuren. Das sind eine Menge Figuren und Handlungsstränge, die dann dazu führen, dass aus einem potentiellem flotten Zweihundert-Seiten-Krimi schnell ein doch etwas bräsiger Fünfhundert-Seiten-Roman wird. Denn die in jeder Szene immer zwischen mindestens zwei Perspektiven wechselnde Geschichte entwickelt sich arg langsam, um nicht zu sagen zäh.

Der vielbeschworene Humor der Romane – „humorvollster englischsprachiger Autor von Spionage-Thrillern, vielleicht sogar von Kriminalliteratur überhaupt“ (The Times) – erschließt sich mir nicht. Sicher, die Verwicklungen und die teils chaotischen Situationen, die sich in unvorhersehbare Richtungen entwickeln, sind witzig in ihrem fatalen „was schiefgehen kann, wird schiefgehen“-Tenor. Es gibt auch einige Wortwitze. Aber allzu oft musste ich nicht lachen. Die Tiraden von Jackson Lamb sind sicher witzig gemeint, aber letztendlich sind sie nur eine Suada unflätiger, pubertärer Beleidigungen, wie: „Hat einer von euch Witzbolden ein Furzkissen auf meinen Stuhl gelegt? Nein? Na, wenn das so ist, habe ich wohl gerade gefurzt.“

Bei den Beschreibungen der Hauptfiguren geht Herron davon aus, dass seine vorherigen Spionageromane bekannt sind. Das erschwert Neueinsteigern etwas die Orientierung. Aber auch ohne längliche Hintergrundinformationen über die einzelnen Figuren sind sie plastisch und gut unterscheidbar. Das gelingt nicht jedem Autor.

Letztendlich findet Herrons neueste Agentenkomödie irgendwo zwischen „ganz okay“ und „nett“ seinen Platz. Und lässt mich rätseln, woher die überschwängliche Begeisterung für „London Rules“ und die Serie kommt.

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Mick Herron: London Rules – Ein Fall für Jackson Lamb

(übersetzt von Stefanie Schäfer)

Diogenes, 2022

496 Seiten

18 Euro

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Originalausgabe

London Rules

John Murray Publishers Ltd./Hachette UK Company, 2018

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Hinweise

Perlentaucher über „London Rules“

Book Marks über „London Rules“

Homepage von Mick Herron

Wikipedia über Mick Herron (deutsch, englisch)

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P. S.: In seinem schwarzhumorigem Thriller „Der Tag der Katze“ (Metzger’s Dog, 1983) bedient Thomas Perry sich einer ähnlichen Prämisse. In seinem Thriller wird aus einer universitären Forschungseinrichtung eine CIA-Studie zur psychologischen Kriegsführung in Lateinamerika geklaut. Die Studie darf nicht in die falschen Hände fallen. Und schon beginnt eine grandios-groteske Jagd.

Die deutsche Ausgabe des Thrillers ist nur noch antiquarisch erhältlich.


TV-Tipp für den 25. Januar: Internal Affairs – Trau ihm, er ist ein Cop

Januar 24, 2023

ZDFneo, 23.15

Internal Affairs – Trau ihm, er ist ein Cop (Internal Affairs, USA 1990)

Regie: Mike Figgis

Drehbuch: Henry Bean

Ist der allseits beliebte, hilfsbereite Polizist Dennis Peck (Richard Gere) korrupt? Der interne Ermittler Raymond Avilla (Andy Garcia) will es herausfinden.

Hübsch düsterer, in Los Angeles spielender Cop-Thriller von Mike Figgis („Stormy Monday“, „Leaving Las Vegas“) mit Richard Gere, besetzt gegen sein Image, als bad guy.

„Es gibt keine sauberen Polizisten mehr in diesem ungemein spannenden und dichten Polizeifilm, (…) der (…) vor allem durch seine atmosphärisch stimmige und dicht an den Figuren bleibenden Inszenierung besticht.“ (Fischer Film Almanach 1991)

mit Richard Gere, Andy Garcia, Nancy Travis, Laurie Metcalf, Richard Bradford, William Baldwin, Annabella Sciorra, Michael Beach, Xander Berkeley, Elijah Wood

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Internal Affairs“

Wikipedia über „Internal Affairs“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mike Figgis‘ „Ronnie Wood – Somebody up there likes me“ (Somebody up there likes me, Großbritannien 2019)


Cover der Woche

Januar 24, 2023

Könnte übersetzt werden.


Die Oscar-Nominierungen 2023

Januar 24, 2023

Heute präsentierte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Nominierungen für die diesjährigen Oscars. Die Preisverleihung ist am 12. März am gewohnten Ort.

Auf einen der 23 Filmpreise können hoffen (mit einigen Gewinnertipps und Kommentaren meinerseits – und, ja, liebe Lokalpatrioten, „Im Westen nichts Neues“ ist unter anderem als bester Film und bester fremdsprachiger Film nominiert):

Best Picture

nominiert

All Quiet on the Western Front (Malte Grunert, Producer)

Avatar: The Way of Water (James Cameron und Jon Landau, Producers)

The Banshees of Inisherin (Graham Broadbent, Pete Czernin und Martin McDonagh, Producers)

Elvis (Baz Luhrmann, Catherine Martin, Gail Berman, Patrick McCormick und Schuyler Weiss, Producers)

Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan, Daniel Scheinert und Jonathan Wang, Producers)

MEIN TIPP (auch wenn noch nicht alle Filme in Deutschland angelaufen sind, kenne ich alle nominierten Filme): The Fabelmans (Kristie Macosko Krieger, Steven Spielberg und Tony Kushner, Producers)

Tár (Todd Field, Alexandra Milchan und Scott Lambert, Producers)

Top Gun: Maverick (Tom Cruise, Christopher McQuarrie, David Ellison und Jerry Bruckheimer, Producers)

Triangle of Sadness (Erik Hemmendorff und Philippe Bober, Producers)

Women Talking (Dede Gardner, Jeremy Kleiner und Frances McDormand, Producers)

(Was für eine Liste aus Arthaus und Kommerz, die so etwas wie eine alle Geschmäcker abbildende Jahresbestenliste ist. Da steht „Avatar: The Way of Water“, einer der schon jetzt erfolgreichsten Filme weltweit, neben dem kaum gesehenen Arthaus-Drama „Women Talking“ [Die Aussprache, deutscher Kinostart: 9. Februar 2023], das letztendlich ein verfilmtes Theaterstück ist. Da gibt es europäische Kunstfilme, Biopics und der allseits beliebte, überbewertete „Everthing Everywhere All at Once“. Sehenswert sind alle nominierten Filme.

Letztendlich dürfte Steven Spielberg für seine kaum verhüllte Lebenserinnerungen „The Fabelmans“ den Preis erhalten. Und einige weitere. Denn die „Fabelmans“ sind für weitere Oscars nominiert.)

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Directing

nominiert

The Banshees of Inisherin (Martin McDonagh)

Everything Everywhere All at Once (Daniel Kwan und Daniel Scheinert)

MEIN TIPP: The Fabelmans (Steven Spielberg)

Tár (Todd Field)

Triangle of Sadness (Ruben Östlund)

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Writing (Original Screenplay)

nominiert

The Banshees of Inisherin (Written by Martin McDonagh)

Everything Everywhere All at Once (Written by Daniel Kwan & Daniel Scheinert)

MEIN TIPP (ich lasse, fast schon wider besseren Wissens, Steven Spielberg durchmarschieren, auch wenn am Ende Martin McDonagh oder Todd Field diesen Oscar erhalten könnten): The Fabelmans (Written by Steven Spielberg & Tony Kushner)

Tár (Written by Todd Field)

Triangle of Sadness (Written by Ruben Östlund )

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Writing (Adapted Screenplay)

nominiert

All Quiet on the Western Front (Screenplay – Edward Berger, Lesley Paterson & Ian Stokell)

Glass Onion: A Knives Out Mystery (Written by Rian Johnson)

Living (Written by Kazuo Ishiguro)

Top Gun: Maverick (Screenplay by Ehren Kruger und Eric Warren Singer und Christopher McQuarrie; Story by Peter Craig und Justin Marks)

MEIN TIPP (wobei ich das Akira-Kurosawa-Remake „Living“ noch nicht kenne): Women Talking (Screenplay by Sarah Polley)

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Actor in a Leading Role

nominiert

Austin Butler (Elvis)

MEIN TIPP (allerdings kenne ich „The Whale“ und „Living“ noch nicht): Colin Farrell (The Banshees of Inisherin)

Brendan Fraser (The Whale)

Paul Mescal (Aftersun)

Bill Nighy (Living)

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Actor in a Supporting Role

nominiert

MEIN TIPP: Brendan Gleeson (The Banshees of Inisherin)

Brian Tyree Henry (Causeway)

Judd Hirsch (The Fabelmans)

Barry Keoghan (The Banshees of Inisherin)

Ke Huy Quan (Everything Everywhere All at Once)

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Actress in a Leading Role

nominiert

MEIN TIPP: Cate Blanchett (Tár)

Ana de Armas (Blonde)

Andrea Riseborough (To Leslie)

Michelle Williams (The Fabelmans)

Michelle Yeoh (Everything Everywhere All at Once)

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Actress in a Supporting Role

nominiert

Angela Bassett (Black Panther: Wakanda Forever)

Hong Chau (The Whale)

MEIN TIPP (immerhin bietet sie zwei Streitköpfen die Stirn – und packt dann ihre Koffer): Kerry Condon (The Banshees of Inisherin)

Jamie Lee Curtis (Everything Everywhere All at Once)

Stephanie Hsu (Everything Everywhere All at Once)

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Cinematography

nominiert

All Quiet on the Western Front (James Friend)

MEIN TIPP (auch wenn es vor allem Überwältigungskino ist. Bei „Im Westen nichts Neues“ sind die Schlachtszenen zwar grandios, aber die Szenen von den Friedensverhandlungen in einem Zugabteil sind vor allem zweckdienlich): Bardo, False Chronicle of a Handful of Truths (Darius Khondji)

Elvis (Mandy Walker)

Empire of Light (Roger Deakins)

Tár (Florian Hoffmeister)

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Costume Design

nominiert

MEIN TIPP (weil mehr Hollywood nicht geht): Babylon (Mary Zophres)

Black Panther: Wakanda Forever (Ruth Carter)

Elvis (Catherine Martin)

Everything Everywhere All at Once (Shirley Kurata)

Mrs. Harris Goes to Paris (Jenny Beavan)

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Film Editing

nominiert

The Banshees of Inisherin (Mikkel E.G. Nielsen)

Elvis (Matt Villa und Jonathan Redmond)

Everything Everywhere All at Once (Paul Rogers)

MEIN TIPP (gerade weil es so unauffällig ist): Tár (Monika Willi)

Top Gun: Maverick (Eddie Hamilton)

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Makeup and Hairstyling

nominiert

All Quiet on the Western Front (Heike Merker und Linda Eisenhamerová)

The Batman (Naomi Donne, Mike Marino und Mike Fontaine)

Black Panther: Wakanda Forever (Camille Friend und Joel Harlow)

Elvis (Mark Coulier, Jason Baird und Aldo Signoretti)

MEIN TIPP (was man so hört): The Whale (Adrien Morot, Judy Chin und Anne Marie Bradley)

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Music (Original Score)

nominiert

All Quiet on the Western Front (Volker Bertelmann)

Babylon (Justin Hurwitz)

The Banshees of Inisherin (Carter Burwell)

Everything Everywhere All at Once (Son Lux)

The Fabelmans (John Williams)

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Music (Original Song)

nominiert

Applause (from Tell It like a Woman; Music und Lyric by Diane Warren)

Hold My Hand (from Top Gun: Maverick; Music und Lyric by Lady Gaga und BloodPop)

Lift Me Up (from Black Panther: Wakanda Forever; Music by Tems, Rihanna, Ryan Coogler und Ludwig Goransson; Lyric by Tems und Ryan Coogler)

Naatu Naatu (from RRR; Music by M.M. Keeravaani; Lyric by Chandrabose)

This Is A Life (from Everything Everywhere All at Once; Music by Ryan Lott, David Byrne und Mitski; Lyric by Ryan Lott und David Byrne)

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Production Design

nominiert

All Quiet on the Western Front (Production Design: Christian M. Goldbeck; Set Decoration: Ernestine Hipper)

Avatar: The Way of Water (Production Design: Dylan Cole und Ben Procter; Set Decoration: Vanessa Cole)

MEIN TIPP (weil Hollywood): Babylon (Production Design: Florencia Martin; Set Decoration: Anthony Carlino)

Elvis (Production Design: Catherine Martin und Karen Murphy; Set Decoration: Bev Dunn)

The Fabelmans (Production Design: Rick Carter; Set Decoration: Karen O’Hara)

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Sound

nominiert

All Quiet on the Western Front (Viktor Prášil, Frank Kruse, Markus Stemler, Lars Ginzel und Stefan Korte)

Avatar: The Way of Water (Julian Howarth, Gwendolyn Yates Whittle, Dick Bernstein, Christopher Boyes, Gary Summers und Michael Hedges)

The Batman (Stuart Wilson, William Files, Douglas Murray und Andy Nelson)

Elvis (David Lee, Wayne Pashley, Andy Nelson und Michael Keller)

Top Gun: Maverick (Mark Weingarten, James H. Mather, Al Nelson, Chris Burdon und Mark Taylor)

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Visual Effects

nominiert

All Quiet on the Western Front (Frank Petzold, Viktor Müller, Markus Frank und Kamil Jafar)

MEIN TIPP (alles andere wäre erklärungsbedürftig): Avatar: The Way of Water (Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon und Daniel Barrett)

The Batman (Dan Lemmon, Russell Earl, Anders Langlands und Dominic Tuohy)

Black Panther: Wakanda Forever (Geoffrey Baumann, Craig Hammack, R. Christopher White und Dan Sudick)

Top Gun: Maverick (Ryan Tudhope, Seth Hill, Bryan Litson und Scott R. Fisher)

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Animated Feature Film

nominiert

Guillermo del Toro’s Pinocchio (Guillermo del Toro, Mark Gustafson, Gary Ungar und Alex Bulkley)

Marcel the Shell with Shoes On (Dean Fleischer Camp, Elisabeth Holm, Andrew Goldman, Caroline Kaplan und Paul Mezey)

Puss in Boots: The Last Wish (Joel Crawford und Mark Swift)

The Sea Beast (Chris Williams und Jed Schlanger)

Turning Red (Domee Shi und Lindsey Collins)

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Documentary Feature Film

nominiert

All That Breathes (Shaunak Sen, Aman Mann und Teddy Leifer)

All the Beauty and the Bloodshed (Laura Poitras, Howard Gertler, John Lyons, Nan Goldin und Yoni Golijov)

Fire of Love (Sara Dosa, Shane Boris und Ina Fichman)

A House Made of Splinters (Simon Lereng Wilmont und Monica Hellström)

Navalny (Daniel Roher, Odessa Rae, Diane Becker, Melanie Miller und Shane Boris)

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Documentary Short Film

nominiert

The Elephant Whisperers (Kartiki Gonsalves und Guneet Monga)

Haulout (Evgenia Arbugaeva und Maxim Arbugaev)

How Do You Measure a Year? (Jay Rosenblatt)

The Martha Mitchell Effect (Anne Alvergue und Beth Levison)

Stranger at the Gate (Joshua Seftel und Conall Jones)

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Short Film (Animated)

nominiert

The Boy, the Mole, the Fox and the Horse (Charlie Mackesy und Matthew Freud)

The Flying Sailor (Amanda Forbis und Wendy Tilby)

Ice Merchants (João Gonzalez und Bruno Caetano)

My Year of Dicks (Sara Gunnarsdóttir und Pamela Ribon)

An Ostrich Told Me the World Is Fake and I Think I Believe It (Lachlan Pendragon)

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Short Film (Live Action)

nominiert

An Irish Goodbye (Tom Berkeley und Ross White)

Ivalu (Anders Walter und Rebecca Pruzan)

Le Pupille (Alice Rohrwacher und Alfonso Cuarón)

Night Ride (Eirik Tveiten und Gaute Lid Larssen)

The Red Suitcase (Cyrus Neshvad)

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International Feature Film

nominiert

All Quiet on the Western Front (Germany)

Argentina, 1985 (Argentina)

Close (Belgium)

EO (Poland)

The Quiet Girl (Ireland)

(kein Tipp, weil ich den Golden-Globe-Gewinner „Argentina, 1985“, der mir gefallen sollte, und „The Quiet Girl“ noch nicht kenne. Bei den anderen drei Filmen könnte „Close“, der am Donnerstag anläuft, einen leichten Vorteil gegenüber „Im Westen nichts Neues“ haben.)


TV-Tipp für den 24. Januar: Boulevard der Dämmerung

Januar 23, 2023

„Babylon“, anders:

HR, 23.55

Boulevard der Dämmerung (Sunset Boulevard, USA 1950)

Regie: Billy Wilder

Drehbuch: Charles Brackett, Billy Wilder, D. M. Marsham jr.

Am Filmanfang treibt Drehbuchautor Joe Gillis tot im Swimming Pool von Norma Desmond, einem Hollywood-Stummfilmstar, von dem niemand mehr etwas wissen will. Joe kommentiert aus dem Jenseits nicht nur die Arbeit der anwesenden Polizisten, sondern er erzählt uns auch, wie der finanziell notleidende Drehbuchautor die in einer Villa lebende Norma Desmond kennen lernte, ihr nicht ganz uneigennützig verfiel, starb und so für Norma Desmonds letzten großen Auftritt sorgt.

Ein Klassiker und eine grandiose Abrechnung mit der Traumfabrik Hollywood, die heute immer noch einer der besten Hollywood-Filme ist.

mit William Holden, Gloria Swanson, Erich von Stroheim, Nancy Olson, Fred Clark, Lloyd Gough, Jack Webb, Cecil B. DeMille, Buster Keaton, Hedda Hopper, Ray Evans, Anna Q. Nilsson, H.B. Warner, Jay Livingston

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Boulevard der Dämmerung“

Wikipedia über „Boulevard der Dämmerung“ (deutsch, englisch)

Noir of the Week über „Sunset Blvd.“


TV-Tipp für den 23. Januar: In der Hitze der Nacht

Januar 22, 2023

Arte, 20.15

In der Hitze der Nacht (In the Heat of the Night, USA 1967)

Regie: Norman Jewison

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhnung (etwas guter Wille und schon geht’s) und ein technisch gut gemachter Whodunit. Wie ein Blick in die USA zeigt, ist das Thema immer noch aktuell.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Anschließend, um 22.00 Uhr, zeigt Arte die brandneue einstündige Doku „Sidney Poitier“ (Deutschland 2022).

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant

Wiederholung: Mittwoch, 25. Januar, 14-15 Uhr

Hinweise

Rotten Tomatoes über „In der Hitze der Nacht“

Wikipedia über „In der Hitze der Nacht“ (deutsch, englisch)

Nick’s Flick Picks review of „In the Heat of the Night“

Culture Cartel: Tony Pellum über „In the Heat of the Night (1. August 2002)

Slate: Mark Harris über „In the Heat of the Night“ (5. Februar 2008)

The Hollywood Interview befragt Norman Jewison (15. März 2008)


TV-Tipp für den 22. Januar: Lawrence von Arabien

Januar 21, 2023

3sat, 20.15

Lawrence von Arabien (Lawrence of Arabia, Großbritannien 1962)

Regie: David Lean

Drehbuch: Robert Bolt, Michael Wilson (ursprünglich ungenannt, 1978 von der WGA wieder hergestellt)

Klassiker. Monumentalfilm über den britischen Offizier T. E. Lawrence, der während des Ersten Weltkriegs die arabischen Stämme im Kampf gegen die Türkei eint und anführt.

„kein Geschichtsbild, vielmehr eine höchst subjektive Zusammenfassung der historischen Ereignisse“ (Lexikon des internationalen Films)

Dem Erfolg bei der Kritik und an der Kasse tat das keinen Abbruch. – Und ich sollte mir das dreieinhalbstündige Werk, das höchstens alle Jubeljahre im Kino läuft, mal wieder ansehen.

Maurice Jarre schrieb die Musik.

mit Peter O’Toole, Alec Guinness, Anthony Quinn, Jack Hawkins, Omar Sharif, José Ferrer, Anthony Quayle, Claude Rains, Arthur Kennedy

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Lawrence von Arabien“

Wikipedia über „Lawrence von Arabien“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Januar: Die Taschendiebin

Januar 20, 2023

Weil am 2. Februar sein neuer Noir „Die Frau im Nebel“ bei uns anläuft:

Servus TV, 22.30

Die Taschendiebin (The Handmaiden, Südkorea 2016)

Regie: Park Chan-wook

Drehbuch: Seo-kyeong Jeong, Park Chan-wook

LV: Sarah Waters: Fingersmith, 2002 (Solange du lügst)

In dem ruhig erzählten Krimidrama „Die Taschendiebin“ mit einige erzählerischen Finessen erzählt Park Chan-wook in wunderschönen Bildern die Geschichte von dem jungen und naiven Dienstmädchen Sookee, das im Korea der dreißiger Jahre auf einem einsam gelegenem Anwesen Lady Hideko dienen soll. Sie lebt dort mit ihrem Onkel, der über eine große Bibliothek erotischer Bücher verfügt, die er in besonderen Lesungen meistbietend verkauft.

Sookee ist allerdings kein normales Dienstmädchen, sondern eine Betrügerin die alles für Graf Fujiwara vorbereiten soll. Der Graf will Lady Hideko verführen, heiraten und um ihr Vermögen bringen. Aber auch Sookee verliebt sich in die Hausherrin.

mit Kim Min-hee, Kim Tae-ri, Ha Jung-woo, Cho Jin-woong, Kim Hae-sook, Moon So-ri

Wiederholung: Sonntag, 22. Januar, 02.45 Uhr (Taggenau!“)

Hinweise

Moviepilot über „Die Taschendiebin“

Metacritic über „Die Taschendiebin“

Rotten Tomatoes über „Die Taschendiebin“

Wikipedia über „Die Taschendiebin“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Park Chan-wooks “Stoker” (Stoker, USA 2012)

Meine Besprechung von Park Chan-wooks „Die Taschendiebin“ (The Handmaiden, Südkorea 2016)


Neu im Kino/Filmkritik: Ein New Yorker Podcaster erlebt „Rache auf texanisch“

Januar 20, 2023

Für Ben Manalowitz, ein New Yorker mit vielen Kurzbeziehungen, war sie nur ein weiterer One-Night-Stand. Für Abby Shaw war er wohl die große Liebe. Jedenfalls hat sie in Texas ihrer Familie von ihm vorgeschwärmt. Deshalb ruft Abbys Bruder nach ihrem Tod bei ihm an und lädt ihn nachdrücklich zur Beerdigung ein.

Der New Yorker Journalist sieht in dieser Einladung die Gelegenheit, etwas über das moderne Amerika und der Spaltung zwischen progressiver, weltoffener Stadt und rückständigem Hinterland zu erzählen.

Als er in West Texas ankommt, wird er von Abbys Redneck-Familie herzlich begrüßt. Er muss auf ihrer Beerdigung eine Rede halten. Seine zusammenhanglos zusammengestammelten Plattitüden kommen bei den Trauergästen und Abbys Familie gut an. Und er erfährt, dass Abbys Tod – sie starb nachts auf einem Feld an einer Überdosis – kein Drogenunfall war. Ihr Bruder Ty ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Hinter allem, so behauptet er, stecke eine große Verschwörung, die er mit Ben aufklären werde. In dem Moment hat Ben die Idee für einen True-Crime-Podcast über den Tod von Abby und die vor Ort herrschenden Verschwörungstheorien. Danach war Abbys Tod keine dumme Überdosis, sondern Teil eines Komplotts, in das die Polizei, lokale Drogenhändler, die Regierung, Pharmakonzerne und alle anderen denkbaren Bösewichter und dunklen Mächte verwickelt sind.

Ben hält diese Theorie für ein Hirngespinst. Es ist eine Schutzbehauptung, um sich nicht mit der Realität auseinanderzusetzten. Und eine geniale Grundlage für einen Podcast über Abbys Tod und der Jagd nach ihrem Mörder, eingebettet in viel Lokalkolorit und O-Töne.

Wer einen schwarzhumorigen Thriller im Stil der Coen-Brüder erwartet, dürfte ziemlich enttäuscht werden. Denn für den Kriminalfall interessiert sich B. J. Novak, der auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm, in seinem Spielfilmdebüt nicht. Stattdessen zeichnet er zeichnet im Rahmen einer „Fish out of Water“-Geschichte ein letztendlich sehr liebevolles Porträt von Texas, garniert mit etwas schwarzem Humor, und einen Aufruf zur Toleranz. Denn, so die These, wenn wir uns erst kennen lernen, stellen wir fest, dass wir uns sehr ähnlich sind. Nur die herrschenden Vorurteile verhindern eine Verständigung. Dagegen kann nichts gesagt werden. Nur: muss es dann so harmlos präsentiert werden?

Denn Novak erzählt seine Komödie mit angezogener Handbremse. Jeder Witz auf Kosten der Texaner wird sofort konterkariert, entschärft, negiert mit einem weiteren Witz, der den vorherigen Witz als Vorurteilt entlarvt, und mit mindestens einem Witz auf Bens Kosten. Abbys Redneck-Familie ist vielleicht auf den ersten Blick etwas vulgär, aber nett, humorvoll, liebesbedürftig und überaus tolerant. Ein örtlicher Musikproduzent überrascht Ben mit überaus philosophischen Monologen. Gleiches gilt für einen mexikanischen Drogenhändler, der ebenfalls mit der ihm von der Gesellschaft zugeschriebenen Rolle hadert.

Das hat nichts mit der ätzenden Kleinstadtanalyse von Martin McDonaghs grandioser Satire „Three Billboards outside Ebbing, Missouri“ (Three Billboards outside Ebbing, Missouri, USA 2017) zu tun. Novaks „Rache auf texanisch“ ist dagegen ein arg harmloser, spannungsfrei vor sich hin plätschernder Familienfilm, der sich nur am Anfang und Ende für den Kriminalfall interessiert.

Rache auf texanisch (Vengeance, USA 2022)

Regie: B. J. Novak

Drehbuch: B. J. Novak

mit B. J. Novak, Boyd Holbrook, Lio Tipton, Ashton Kutcher, Isabella Amara, Dove Cameron, J. Smith-Cameron, Eli Abrams Bickel, Issa Rae, Louanne Stephens, John Mayer

Länge: 108 Jahre

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „Rache auf texanisch“

Metacritic über „Rache auf texanisch“

Rotten Tomatoes über „Rache auf texanisch“

Wikipedia über „Rache auf texanisch“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Shotgun Wedding – Ein knallhartes Team“ gegen einige Piraten

Januar 20, 2023

Ursprünglich war mit einer Shotgun Wedding eine wegen einer ungeplanten Schwangerschaft notwendige Hochzeit gemeint. Der Vater der Braut zwang, so der Volksmund, den Bräutigam mit einer Schrotflinte zum Traualtar. Jedenfalls in den USA.

Mit dieser Bedeutung hat „Shotgun Wedding – Ein knallhartes Team“ nichts zu tun. Darcy und Tom, ein gegensätzliches Paar, bei dem immer unklar bleibt, warum sie sich ineinander verliebten, wollen auf den Philippinen heiraten. Dafür haben sie eine auf einer Insel liegende noble Ferienanlage gemietet.

Vor der Hochzeit gibt es die üblichen kleineren Probleme zwischen den gegensätzlichen Familien von Braut und Bräutigam. Am Hochzeitstag eskalieren die Probleme, weil Piraten die ganze Hochzeitsgesellschaft als Geisel nehmen und vom Vater der Braut gerne einige Millionen US-Dollar Lösegeld hätten.

Nur Darcy (Jennifer Lopez), eine Anwältin, und ihr künftiger Gatte Tom (Josh Duhamel), seit einigen Tagen ein Ex-Baseballspieler, sind im Moment der Geiselnahme anderweitig beschäftigt. Als sie von der Geiselnahme erfahren, beginnen sie sofort ihren Kampf gegen die Bösewichter. Garniert mit einigen witzig gemeinten Wortgefechten und einer erstaunlichen Mißachtung vor der körperlichen Unversehrtheit und dem Leben der Geiselnehmer. Diese werden, ohne mit der Wimper zu zucken, mit Schrotflinten, Handgranaten und anderen Waffen getötet.

Aufgrund unterschiedlicher Auswertungsrechte läuft Jennifer Lopez‘ neueste Komödie bei uns im Kino. In den USA wird Jason Moores Action-RomCom in einigen Tagen ohne eine Kinoauswertung gleich auf Amazon Prime Video veröffentlicht. Und dort, also auf einen kleinen Bildschirm, gehört der vollkommen belanglose Film auch hin. Weder die Action, noch die Witze oder die Wortgefechte überzeugen.

Besser man sieht sich noch einmal „The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt“ (The Lost City, USA 2022) an. Da stimmen die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Sandra Bullock und Channing Tatum, der Humor und die Action. Außerdem ist Brad Pitt dabei.

Shotgun Wedding – Ein knallhartes Team (Shotgun Wedding, USA 2023)

Regie: Jason Moore

Drehbuch: Mark Hammer, Elizabeth Meriwether

mit Jennifer Lopez, Josh Duhamel, Lenny Kravitz, Jennifer Coolidge, Cheech Marin, Sonia Braga

Länge: 101 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „Shotgun Wedding“

Metacritic über „Shotgun Wedding“

Rotten Tomatoes über „Shotgun Wedding“

Wikipedia über „Shotgun Wedding“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Jason Moores „Sisters“ (Sisters, USA 2015)


TV-Tipp für den 20. Januar: Face/Off – Im Körper des Feindes

Januar 19, 2023

RTL II, 22.55

Face/Off – Im Körper des Feindes (Face/Off, USA 1997)

Regie: John Woo

Drehbuch: Mike Werb, Mike Colleary

FBI-Cop Sean Archer kann den Terroristen Castor Troy verhaften. Naja, fast. Denn Castor liegt jetzt im Koma und niemand weiß, wo in Los Angeles die von Castor deponierte Atombombe ist. Also lässt Archer sich auf eine gefährliche und geheime Operation ein: er nimmt das Gesicht von Troy an und schleicht sich in dessen Bande ein. Dummerweise erwacht Castor aus dem Koma und er beginnt Archer zu verfolgen. Mit der gesamten Polizei als willige Helfer. Denn für sie ist der böse Terrorist jetzt der tapfere Kollege Archer.

Grandioser Actionfilm von John Woo auf dem Höhepunkt seiner Hollywood-Karriere. Und das Spiel von John Travolta und Nicolas Cage als Feinde, die ihre Identität wechseln, ist ein großer Spaß.

„Eine faszinierende, atemberaubende Symphonie – virtuos von John Woo komponiert und dirigiert. (…) Hervorragend.“ (Fischer Film Almanach 1998)

mit John Travolta, Nicolas Cage, Alessandro Nivola, Gina Gershon, Dominique Swann, Nick Cassavetes, Colm Feore, CCH Pounder

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Face/Off – Im Körper des Feindes“

Wikipedia über „Face/Off – Im Körper des Feindes“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Hollywood „Babylon“, munter an den Fakten entlang fantasiert

Januar 19, 2023

Für Damien Chazelle war früher vielleicht nicht alles besser, aber in jedem Fall war es aufregender und, nun, in Ermangelung eines besseren Wortes, besser. Das gilt für seine Verklärungen älterer Jazzstile in „Whiplash“ und „La La Land“.

Das gilt jetzt für seine Verklärung der frühen Jahre Hollywoods, als einige Glücksritter aus der Brachlandschaft um Los Angeles Hollywood erschufen. Sein Film beginnt 1926 mit einer riesigen Party, auf der die meisten der für die nächsten drei Stunden wichtigsten Figuren vorgestellt werden. Es sind Manny Torres (Diego Calva), ein junger Mexikaner, der irgendetwas im Filmgeschäft machen will. Staunend sieht er das enthemmte Treiben der oberen Zehntausend auf dieser Party in dem einsam gelegenem Anwesen. Dort lernt Manny die lebhafte Nellie LaRoy (Margot Robbie) kennen. Noch ist sie ein No-Name. Aber das ändert sich schnell. Mit ihrer exaltierten Art und ihrem Stofffetzen von Kleid lenkt sie die Blicke und die Aufmerksamkeit auf sich. Bis sie ein Angebot für eine Rolle in einem Stummfilm erhält. Und er begegnet Jack Conrad (Brad Pitt). Conrad ist ein großer Stummfilmstar mit noch größerem Alkoholkonsum. Frauen tanzen, spärlich bekleidet, orgiastisch zur treibenden Musik der selbstverständlich nur aus schwarzen Musikern bestehenden Jazzband. Zur Band gehört der Trompeter Sidney Palmer (Jovan Adepo), der später beim Film Geld verdient und bei den Dreharbeiten für einen Song ein sehr demütigendes Erlebnis hat. Die große Sensation der Party, die im Film eine gute halbe Stunde dauert, ist ein Elefant, den Manny zu der Party transportierte. Der Vierbeiner hat seinen großen Auftritt, als er in den Saal getrieben wird und alle Blicke auf sich lenkt, während am anderen Ende des Saales die Leiche eines Starlets aus dem Haus getragen wird.

Nach der Party fährt Manny den stockbesoffenen Conrad nach Hause. Dieser verschafft ihm anschließend einen Job und schon sind wir bei dem nächsten großen Set-Piece von Damien Chazelles „Babylon – Rausch der Ekstase“: dem Studiogelände von Kinoscope Pictures. Auf einem riesigen Feld finden parallel die Dreharbeiten für mehrere, vollkommen unterschiedliche Filme statt. Es ist ein einziges organisiertes Chaos. Lärm und Umgebungsgeräusche sind – es werden ja Stummfilme gedreht – kein Problem. Jedes Set hat seine eigene Band. Die größte Band, ein dreißigköpfiges Orchester, spielt für einen Monumentalfilm, bei dem die Statisten eine Schlacht nachstellen. Ein Statist wird dabei von einem Speer durchbohrt. Unfälle passieren halt.

Und so geht es weiter. Chazelle zeigt die Stummfilmjahre als einen einzigen Exzess, in dem ohne Folgen zu befürchten, alles erlaubt und getan wurde. So ist der Tod des Starlets bei der Eröffnungsparty, für die weitere Filmgeschichte unerheblich. Gleiches gilt für den Statisten bei dem Monumentalfilm. Oder all den anderen bizarren Geschichten von Partys und Dreharbeiten. Es geht um einen in einer Toilette fest steckenden Kopf, betrunkene Mutproben mit Schlangen in der Wüste und den für alle enervierenden Dreharbeiten für den Tonfilm. Denn während sie im Stummfilm munter vor sich hin improvisieren und lärmen konnten, müssen sie jetzt alle mucksmäuschenstill sein und Nellie muss ihren Text an präzise festgelegten Punkten in einer bestimmten Lautstärke aufsagen. Da ist das Stöhnen des Kameramanns über die tropische Hitze und den Sauerstoffmangel in seiner Kabine vernachlässigbar.

„Babylon“ ist eine eine gute Stunde zu lang geratene Abfolge von zwischen 1926 und 1932 spielenden Anekdoten, die lose zusammengehalten werden durch das wiederholte Auftauchen bekannter Gesichter. Diese Figuren sind, und das fällt spätestens mit dem Beginn des Tonfilms auf, reine Platzhalter.

So berührt der Abstieg von Jake Conrad nicht weiter. Das gleiche gilt letztendlich für das Schicksal von Nellie und Manny. Er besucht 1952 im Epilog, zwanzig Jahre nach den Ereignissen von „Babylon“, wieder Hollywood.

Es gibt, nachdem während der Stummfilmzeit das Organisierte Verbrechen keine Rolle spielte, eine in den frühen Dreißigern spielende Episode um Spielschulden und den Besuch in der Kanalisation von Los Angeles in einer sich über mehrere Etagen erstreckenden Untergrund-Sex-Höhle. Die gesamte Episode wirkt wie ein Outtake aus einem Exploitation-Horrorfilm. Immerhin hat Tobey Maguire hier einen wahrhaft bizarren Auftritt als Gangster und Casinochef.

Der Film selbst ist wie das Blättern in Skandalblättern oder Skandalchroniken, wie Kenneth Angers höchst unterhaltsamer, nicht besonders faktensicherer „Hollywood Babylon“. Sie war 1959 das erste Werk dieser Art und die Blaupause für alle weiteren Skandalchroniken: etwas Klatsch über bekannte Schauspieler, warnende Geschichten über gefallene Starlets, Drogen, Sex, mehr oder weniger rätselhafte Todesfälle (zwischen dummen Zufällen und möglicherweise eiskalt geplanten Morden) und Fotos von Unfällen, verwüsteten Hotelzimmern und nackten Schönheiten.

Mehr ist Chazelles „Babylon“ auch nicht. Außer dass er behauptet, dass die Stummfilmzeit in jeder Beziehung viel besser als alles war, was danach kam.

Dabei wissen wir doch dank James Ellroy, dass es in den Vierzigern und Fünfzigern nicht besser war. Ich sage nur „L. A. Confidential“. Dank Peter Biskind und seinen seitenstarken Büchern über das Hollywoodkino der siebziger, achtziger und neunziger Jahre wissen wir, dass es später nicht schlechter wurde. Mit seinem 1969 spielendem „Once upon a Time in Hollywood“ (ebenfalls mit Margot Robbie und Brad Pitt) quetsche Quentin Tarantino sich dazwischen. Und die Coen-Brüder erzählen in ihrer Komödie „Hail, Caesar!“ von schwierigen Dreharbeiten in den Fünfzigern. Das mag, für alle, die sich nach Chazelles „Babylon“, weiter in mehr oder weniger erfundenen Hollywood-Skandalen suhlen wollen, an Tipps genügen.

Babylon – Rausch der Ekstase (Babylon, USA 2022)

Regie: Damien Chazelle

Drehbuch: Damien Chazelle

mit Brad Pitt, Margot Robbie, Diego Calva, Jean Smart, Jovan Adepo, Li Jun Li, P. J. Byrne, Lukas Haas, Olivia Hamilton, Tobey Maguire, Max Minghella, Rory Scovel, Katherine Waterston, Flea, Jeff Garlin, Eric Roberts, Ethan Suplee, Samara Weaving, Olivia Wilde, Joe Dallesandro, Marc Platt, Spike Jonze

Länge: 189 Minuten (vier Minuten kürzer als „Avatar: The Way of Water“)

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „Babylon“

Metacritic über „Babylon“

Rotten Tomatoes über „Babylon“

Wikipedia über „Babylon“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „Whiplash“ (Whiplash, USA 2014)

Meine Besprechung von Damien Chazelles „La La Land“ (La La Land, USA 2016)

Meine Besprechung von Damien Chazelle „Aufbruch zum Mond“ (First Man, USA 2018)


TV-Tipp für den 19. Januar: True Grit

Januar 18, 2023

Kein „Free Fire“ (Servus TV, 22.05 Uhr) für die „Atomic Blonde“ (Vox, 22.00 Uhr), sondern

ZDFneo, 21.35

True Grit (True Grit, USA 2010)

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Mattie; True Grit)

Die vierzehnjährige Mattie Ross will den Mörder ihres Vaters, den Feigling Tom Chaney, finden. Für die Jagd engagiert sie den versoffenen, aber furchtlosen Marschall Rooster Cogburn.

Ein zukünftiger Western-Klassiker

mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin, Barry Pepper

Wiederholung: Freitag, 20. Januar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über Charles Portis (deutsch, englisch) und „True Grit“

New York Times über Charles Portis (19. Dezember 2010)

Metacritic über “True Grit”

Rotten Tomatoes über “True Grit”

Wikipedia über „True Grit“ (Coen-Version) (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Charles Portis’ Roman „True Grit/Die mutige Mattie“ (True Grit, 1968)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Meine Besprechung von Joel Coens „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth, USA 2021)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


„Wir haben nicht genug Leichen.“ – Der Science-Fiction-Rätselthriller „Fern vom Licht des Himmels“

Januar 18, 2023

„Hier spricht Captain Michelle ‚Shell‘ Campion vom Raumschiff Ragtime. Ich habe hier einen Code 4717, wiederhole: 4717. Kontamination an Bord, mögliche Ansteckung. Passagiere befinden sich noch im Ragtime-Traumzustand. Schicken Sie keine Fähren für die Passagiere, bevor sie von mir hören. Campion Ende.“ Das ist der erste Funkspruch, den Shell nach einem zehnjährigem Tiefschlaf losschickt. In der Zeit wurde die Ragtime auf ihrem Weg von der Erde zu dem Kolonieplaneten Bloodroot von einer Künstlichen Intelligenz gelenkt. An Bord befinden sich, im Tiefschlaf, tausend Siedler.

4717 ist der Code für mehrere vorzeitige Todesfälle. Insgesamt sind 31 Passagiere tot. Shell hat sie zerstückelt in der Entsorgungsanlage des Schiffes gefunden. Die Künstliche Intelligenz, die das Schiff fliegt und die aufpassen sollte, dass nichts passiert, ist ausgefallen. Informationen über das, was während Shells Tiefschlaf geschah, sind nicht verfügbar. Obwohl alles, was auf dem Schiff geschieht, aufgezeichnet wird.

Um herauszufinden, wie es zu diesen Todesfällen kommen konnte, wird der Ermittler Rasheed Fin von Bloodroot zur Ragtime geschickt.

Er beginnt seine Ermittlungen mit dem Zusammensetzen der Leichenteile. Dabei entdeckt er, dass ungefähr zweieinhalb Menschen fehlen.

Kurz darauf taucht, entgegen aller Wahrscheinlichkeit und ohne dass die das Schiff überwachende KI sie davor warnte, ein Wolf auf dem Raumschiff auf.

Das ist nicht das erste Mal und nicht das letzte Mal, dass die KI Fins Arbeit behindert und sie möglicherweise umbringen will.

Bekannt wurde Tade Thompson bei Science-Fiction-Fan mit seiner Wormwood-Trilogie (manchmal auch „Rosewater“-Trilogie genannt). Mit „Fern vom Licht des Himmels“ legt er einen Einzelroman vor. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Romanen, die auf der Erde spielen, spielt diese Geschichte im Weltraum in einem Raumschiff, das sich in der Nähe eines weit, weit entfernten Planeten befindet. Während der Ermittlungen von Fin zeichnet Thompson eine reichhaltige Welt, über die hier nicht mehr verraten werden soll. Das würde nämlich auch allzu deutliche Hinweise auf die Lösung des Falles geben.

Zum klassischen Ermitteln kommt Fin und sein nicht-menschlicher Partner Salvo, ein Lamber, kaum. Denn immer wieder durchkreuzen lebensbedrohende Gefahren seine Ermittlungen. Sie sind auch für Shell, den später hinzu gekommenen Lawrence Biz, der früher mit Shells Vater den Weltraum erkundete, und ihre nicht-humanoiden Begleiter lebensbedrohlich.

Insofern ist „Fern vom Licht des Himmels“ formal zwar ein Locked-Room-Mystery im Weltraum, aber kein Rätselkrimi, in dem der Ermittler geduldig die Verdächtigen befragt und am Ende den Mörder präsentiert. Diese Verdächtigen gibt es auf dem Schiff nicht. Aber irgendjemand hat die Master-KI manipuliert. Wie und warum ist unklar. Ebenso ob dieses Wesen (es könnte ja auch ein Alien oder eine KI sein) noch an Bord ist.

Als Thriller mit überraschenden Wendungen und einer wunderschön skizzierten fremden Welt unterhält „Fern vom Licht des Himmels“ prächtig.

Mit Autoren wie Tade Thompson habe ich keine Angst um die Zukunft des Science-Fiction-Genres.

–

Tade Thompson: Fern vom Licht des Himmels

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Golkonda, 2022

384 Seiten

20 Euro

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Originalausgabe

Far from the Light of Heaven

Orbit/Little, Brown Book Group, London, 2021

–

Mehr von Tade Thompson

Ebenfalls bei Golkonda sind bereits die ersten beiden Bände von Tade Thompsons hochgelobter und, unter anderem, mit dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichneter Wormwood-Trilogie erschienen. In den in Nigeria in der Stadt Rosewater spielenden Science-Fiction-Romanen „Rosewater“ und „Rosewater: Der Aufstand“ geht es um die Begegnung der Menschheit mit Außerirdischen, die für die Menschheit immer bedrohlicher wird.

Der abschließende dritte Band „Rosewater: Die Erlösung“ soll im Herbst, wahrscheinlich im Oktober, erscheinen.

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Tade Thompson: Rosewater

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Golkonda, 2020

440 Seiten

20 Euro

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Tade Thompson: Rosewater: Der Aufstand

(übersetzt von Jakob Schmidt)

Golkonda, 2022

424 Seiten

22 Euro

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Hinweise

Bookmarks über „Fern vom Licht des Himmels“

Perlentaucher über „Fern vom Licht des Himmels“

Golkonda über Tade Thompson

Wikipedia über Tade Thompson


TV-Tipp für den 18. Januar: Die Erscheinung

Januar 17, 2023

Arte, 20.15

Die Erscheinung (L’Apparition, Frankreich 2018)

Regie: Xavier Giannoli

Drehbuch: Xavier Giannoli, Jacques Fieschi (Co-Autor), Marcia Romano (Co-Autor)

Eine 18-jährige Novizin behauptet, sie habe die Jungfrau Maria gesehen. Schnell wird das französische Dorf, in dem sie die Erscheinung hatte, zu einem Wallfahrtsort. Der Vatikan setzt eine Kommission ein, die prüfen soll, ob es die Marien-Erscheinung wirklich gab. Zu ihr gehört der renommierte Kriegsjournalist Jacques Mayano (Vincent Lindon).

TV-Premiere. Spannende, mit deutlich über zwei Stunden aber auch etwas lang geratene Wahrheitssuche.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Vincent Lindon, Galatéa Bellugi, Patrick d’Assumcao, Anatole Taubman, Elina Löwensohn, Claude Lévèque, Gérard Dessalles, Bruno Georis

Wiederholung: Dienstag, 24. Januar, 14.20 Uhr

Hinweise

Moviepilot über „Die Erscheinung“

AlloCiné über „Die Erscheinung“

Metacritic über „Die Erscheinung“

Rotten Tomatoes über „Die Erscheinung“

Wikipedia über „Die Erscheinung“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Xavier Giannolis „Die Erscheinung“ (L’Apparition, Frankreich 2018)

Meine Besprechung von Xavier Giannolis „Verlorene Illusionen“ (Illusions perdues, Frankreich 2021)


Cover der Woche

Januar 17, 2023

Am 26. Januar startet „Petrov’s Flu – Petrow hat Fieber“, Kirill Serebrennikovs Verfilmung von Alexei Salnikovs Roman, im Kino. Der Gripperoman (um nicht zu sagen halluzinierender Fiebertraum des galoppierenden Wahnsinns) ist vor einigen Tagen bei Suhrkamp erschienen – und kann vor oder nach dem Film gelesen werden.

Der Filmtrailer: