TV-Tipp für den 15. Januar: Suburra – 7 Tage bis zur Apokalypse

Januar 14, 2022

3sat, 23.35

Suburra (Suburra, Frankreich/Italien 2015)

Regie: Stefano Sollima

Drehbuch: Carlo Bonini, Giancarlo de Cataldo, Sandro Petraglia, Stefano Rulli

LV: Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra, 2013 (Suburra)

Rom, November 2011: der konservative Abgeordnete Malgradi (laut Roman „ein Musterbeispiel christlicher Lebensführung“) will für Roms Mafiapaten ein Gesetz durchbringen, das ihm ein großes Bauprojekt in Ostia ermöglicht. Dummerweise hat der Politiker gerade Probleme mit einer Prostituierten, die starb, während er in einem Hotelzimmer Sex mit ihr hatte.

Ein großartiges Sittenporträt der italienischen Gesellschaft, ein Gangsterthriller und ein Polit-Thriller in schönster italienischer Tradition.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Pierfrancesco Favino, Elio Germano, Claudio Amendola, Alessandro Borghi, Greta Scarano, Giuila Elettra Gorietti, Antonello Fassari, Jean-Hugues Anglade

Die DVD

Koch Media

Bild: 2.35:1

Ton: Deutsch, Italienisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Hinter den Kulissen, Bildergalerie, mehrere Trailer

Länge: 125 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Die Vorlage

Giancarlo de Cataldo/Carlo Bonini: Suburra

(übersetzt von Karin Fleischanderl)

Heyne, 2016

416 Seiten

9,99 Euro

Deutsche Erstausgabe

Folio Verlag, Wien/Bozen, 2015

Originalausgabe

Suburra

Giulio Einaudi editore, Turin, 2013

Hinweise

Moviepilot über „Suburra“

Rotten Tomatoes über „Suburra“

Wikipedia über „Suburra“ (deutsch, englisch, italienisch [mit den Tagen bis zur Apokalypse])

Perlentaucher über den Roman „Suburra“

Meine Besprechung von „Romanzo Criminale – Staffel 1“

Meine Besprechung von „Romanzo Criminale – Staffel 2“

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Suburra“ (Suburra, Frankreich/Italien 2015) und der DVD

Meine Besprechung von Stefano Sollimas „Sicario 2“ (Sicario: Day of the Soldado, USA/Italien 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: Lady Diana „Spencer“ goes nuts

Januar 14, 2022

Für historische Faktentreue interessiert Pablo Larraín sich in seinem neuen Film nicht sonderlich. Das macht er schon mit einem entsprechendem Hinweis am Filmanfang deutlich. Außerdem ist die Königsfamilie notorisch verschwiegen, wenn es um Dinge geht, die hinter den Schloßmauern stattfinden. Halt, wie man so sagt: Nichts genaues weiß man nicht.

Deshalb konnte und musste Larraín sich bei der Schilderung der Weihnachtstage 1991 in Norfolk im Sandringham House künstlerische Freiheiten nehmen.

Es war das letzte Weihnachten, das Charles und Diana gemeinsam und im Kreis der königlichen Familie verbrachten. In dem Moment wusste Diana schon, dass ihr Mann eine Affäre mit Camilla Parker Bowles hatte. Aber sie überlegte noch, wie sie damit umgehen sollte.

Diesen Prozess zeigt Larraín in seinem Film, der sich wenig für die Konventionen eines Biopics und überhaupt nicht für die Befindlichkeiten der Fans des britischen Königshauses und der Lady-Diana-Fans interessiert. Er fantasiert, nach einem Drehbuch von Steven Knight, fröhlich vor sich hin und schildert die Horrortage aus Dianas Perspektive.

Daher zeigt er in jedem Bild, wie sehr Diana mit ihrer Rolle als Frau von Prinz Charles, dem Thronfolger, fremdelt. Sie lehnt die Rolle der Ehefrau ab. Sie lehnt die starren Rituale der Königsfamilie ab. Sie lehnt auch die damit verbundenen Verpflichtungen ab. Es sind Regeln, die ein Weihnachtsfest im engsten Familienkreis zu einem monatelang vorbereiteten, militärischen Kommandounternehmen machen. Das beginnt mit der Inbesitznahme des menschenleeren Anwesens durch das Militär und das Personal. Im Stechschritt werden in Metallkisten Tonnen erlesenster Lebensmittel ins Sandringham House getragen. Die Uhrzeiten der Mahlzeiten sind auf die Sekunde festgelegt. Die Kleidung ebenso. Für jede Mahlzeit muss Diana ein anderes Kostüm tragen. Und darüber, dass jede Falte akkurat sitzt, wacht das Personal. Die beim Essen von einem Streicherensemble gespielte Musik zerrt an den Nerven.

Die Königsfamilie erscheint vollkommen unnahbar. Prinz Charles, der damals noch ihr Mann ist, wirkt wie ein superfieser Bösewicht. Die Königin ist genauso unnahbar. Es ist eine Familie, die einem Horrorkabinett oder einem Alptraum entsprungen sein könnte.

Für Diana, die vollkommen desorientiert durch das Haus und die Landschaft stolpert, sind diese Tage ein Alptraum.

Dadurch wird Diana, großartig gespielt von Kristen Stewart, allerdings nicht zur Sympathieträgerin. Denn Larraín bemüht sich erfolgreich, das Gefühl der Fremdheit, das Diana gegenüber der Königsfamilie hat, auf das Verhältnis des Publikums zu Diana zu übertragen. Er unternimmt alles, um eine möglichst große Distanz zwischen ihr und dem Publikum schaffen. Sie ist nicht das Opfer einer kontrollversessenen Königsfamilie, sondern selbst eine höchst psychotische Person, die ständig kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht.

Spencer“ ist ein Film in dem und bei dem sich niemand wohlfühlt. Daher ist das Ende, wenn sie mit ihren Kindern William und Harry aus dem Horrorhaus und von der Horrorfamilie flüchtet, so übertrieben fröhlich inszeniert, dass jeder, auch wenn er nicht wüsste, wie Dianas Geschichte weitergeht, die Falscheit und Verlogenheit dieses Happy Ends erkennt.

Pablo Larraín inszenierte seine Mär von Selbstfindung und Befreiung wie einen Horrorfilm. Damit ist „Spencer“ für Diana-Hasser sicherlich geeigneter als für Diana-Fans. Und Faktenhuber werden verzweifeln.

Dennoch, oder gerade deswegen: ein großartiger Film!

Spencer (Spencer, Deutschland/Großbritannien 2021)

Regie: Pablo Larraín

Drehbuch: Steven Knight

mit Kristen Stewart, Timothy Spall, Sally Hawkins, Kack Farthing, Sean Harris, Stella Gonet, Jack Nielen, Freddie Spry, Jack Farthing, Sean Harris, Stella Gonet, Richard Sammel, Elizabeth Berrington, Lore Stefanek, Amy Manson

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Spencer“

Moviepilot über „Spencer“

Metacritic über „Spencer“

Rotten Tomatoes über „Spencer“

Wikipedia über „Spencer“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood konstatiert einen weitgehenden Sieg der künstlerischen Freiheit

Meine Besprechung von Pablo Larrains „El Club“ (El Club, Chile 2015)

Meine Besprechung von Pablo Larraíns „Jackie: Die First Lady“ (Jackie, USA 2016)

Meine Besprechung von Pablo Larrains „Neruda“ (Neruda, Chile/Argentinien/Frankreich/Spanien 2016)


TV-Tipp für den 14. Januar: Persischstunden

Januar 13, 2022

ZDF, 23.15

Persischstunden (Deutschland/Russland 2020)

Regie: Vadim Perelman

Drehbuch: Ilya Zofin

LV: Wolfgang Kohlhaase: Die Erfindung einer Sprache (Kurzgeschichte)

SS-Hauptsturmführer Koch will unbedingt persisch lernen. Gilles, einer seiner Gefangenen, der ein auf persisch geschriebenes Buch besitzt, soll es ihm beibringen. Weil er die Sprache ebenfalls nicht spricht, aber unbedingt den Krieg überleben will, erfindet er eine orientalisch klingende Fantasiesprache.

TV-Premiere zu einer unverdient ungünstigen Uhrzeit. Gut gemachtes, aber auch etwas dröges Drama.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Alexander Beyer, David Schütter, Luisa-Céline Gaffron, Giuseppe Schillaci, Antonin Chalon, Mehdi Rahim-Silvioli

Hinweise

Filmportal über „Persischstunden“

Moviepilot über „Persischstunden“

Rotten Tomatoes über „Persischstunden“

Wikipedia über „Persischstunden“

Meine Besprechung von Vadim Perelmans „Persischstunden“ (Deutschland/Russland 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: „Scream“ – in der Version von 2022

Januar 13, 2022

Und wieder klingelt in einem Vorstadthaus das Telefon. Und wieder nimmt ein gutaussehender Teenager den Anruf an. Und wieder fragt der unbekannte Anrufer, ob sie mit ihm ein Frage-und-Antwort-Spiel über Horrorfilme spielen möchte.

Aber im Gegensatz zum ersten „Scream“-Film, wo die schon damals sehr bekannte und auf den Plakaten entsprechend herausgestellte Drew Barrymore von dem maskierten Killer getötet wurde, nimmt heute, 25 Jahre später, die hierzulande deutlich unbekanntere Jenna Ortega (u. a. die Disney-TV-Serie „Mittendrin und kein Entkommen“ [Stuck in the Middle]) den Hörer ab. Vielleicht darf sie deshalb den Angriff des Killers überleben. Denn Ghostface ist, elf Jahre nach „Scream 4“, zurück. Immer noch trägt er die ikonische, von Edvard Munchs „Der Schrei“ inspirierte Maske. Und, wieder einmal, verbirgt sich hinter der Maske ein anderer Mörder oder, wie in den meisten „Scream“-Filmen, ein Mörderpaar.

Vielleicht wollten die Macher auch einfach nur eine kleine Variation ausprobieren.

Vor 25 Jahren war diese sofortige Ermordung der potentiellen Hauptperson ein schockierender Auftakt für einen Slasher-Horrorfilm, der seine Figuren über die Regeln des Slasher-Horrorfilms philosophieren ließ. Denn Mitte der Neunziger hatten alle Teenager und Twenty-Somethings ihren Teil an Horrorfilmen gesehen und sie wussten, was passiert, wenn der Boyfriend alleine in den Keller geht oder die selbstverständlich sehr gut aussehende Jungfrau Sex vor der kirchlichen Trauung haben will. Dann schlägt die puritanische Moral sofort und unbarmherzig zu. Es gibt Schreie, ein Blutbad, Tote.

Kevin Williamson schrieb das intelligente Drehbuch. Es war sein Debüt. Danach kamen „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ (I Know What You Did Last Summer), „The Faculty“, weitere „Scream“-Drehbücher und die TV-Serie „Dawson’s Creek“.

Wes Craven, der Regisseur des ersten und der drei weiteren „Scream“-Filme, war damals schon ein bekannter Horrorfilm-Regisseur, dank Werken wie „Das letzte Haus links“ (The Last House on the Left, 1972), „Hügel der blutigen Augen“ (The Hills Have Eyes. 1977) und, selbstverständlich, „Nightmare – Mörderische Träume“ (A Nightmare on Elm Street, 1984). Er starb 2015. „Scream 4“ war sein letzter Film.

Scream“ (1996) war schon Meta, als nur die „Spex“-Schreiber sich darunter etwas vorstellen konnten. Und es war der erste Teen-Horrorfilm, der diese Idee künstlerisch und kommerziell erfolgreich umsetzte.

Scream“ (2022) ist jetzt ein Metafilm über einen Metafilm. Es wird also nicht mehr nur über die Regeln des Genres gesprochen, sondern auch darüber, dass es jetzt zunehmend Filme gibt, die an eine einstmals erfolgreiche Reihe anknüpfen und sie, meist unter Mißachtung einer oder mehrerer Vorgängerfilme, wiederbeleben wollen.

Das war zuletzt bei „Matrix Resurrection“ so. Auch da wurde über die Sinnhaftigkeit von „Matrix 4“ gesprochen, bevor einfach noch einmal „Matrix“ wiederholt wurde.

Andere jüngere Bespiele für diese Erneuerungen alter Franchises sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: „Ghostbusters“, „Halloween“, „Star Wars“ und „Terminator“ (gut, der war DOA). Bei all diesen Requels, Sequels, Reboots und Quasi-Remakes (die Unterschiede sind eher minimal) werden die alten Filmen neu inszeniert mit höherem Budget, einigen Schauspielern aus dem ersten Film der Serie (die das Herz des Fans erfreuen sollen und die den Film nicht notwendigerweise überleben), einigen jüngeren Schauspielern (die bei einem entsprechenden Kassenerfolg in den nächsten Filmen der Serie die Hauptrollen übernehmen sollen) und der altbekannten Story, die etwas abgestaubt und mit zahlreichen Verweisen auf die vorherigen Filme als neu und zugleich alt präsentiert wird.

So auch in „Scream“ (2022). Neve Cambpell, Courteney Cox und David Arquette, die Hauptdarsteller der vorherigen „Scream“-Filme, sind wieder dabei. Auch wenn einige Zeit vergeht, bis sie nacheinander im Film auftauchen. Denn nach dem ersten Anschlag, mordet Ghostface in der Kleinstadt Woodsboro munter weiter. Die wichtigste neue, allerdings ziemlich blasse Figur ist Samantha ‚Sam‘ Carpenter (Melissa Barrera). Sie verließ vor fünf Jahren ihren Geburtsort, weil sie erfuhr wer ihr Vater ist. Kleiner Hinweis: es hat etwas mit dem ersten „Scream“-Film zu tun.

Jetzt kehrt sie nach Woodsboro zurück. Begleitet wird sie von ihrem verständnisvollem Freund. Sie ist die ältere Schwester von Tara, auf die am Filmanfang der Mordanschlag verübt wurde und die jetzt schwer verletzt im Krankenhaus liegt.

Die Teenager klugscheißen über die Regeln des Horrorfilms als seien wir wieder im Jahr 1996 oder 1986, als Slasher-Filme ordentlich Geld einspielten. Sie sind auch verärgert über die Entwicklung der „Stab“-Filmreihe, die auf den Taten von Ghostface basiert und die sich zuletzt in die falsche Richtugn entwickelte. Es gibt für die Fans der vorherigen Filme etliche Easter-Eggs. Offensichtliche, wie der Vater von Figur XYZ oder dieser oder jener Schauplatz, und weniger offensichtliche.

Und mehr bietet „Scream“ (2022) dann nicht.

Das ist das filmische Äquivalent zum Revival einer bekannten Band, die einfach noch einmal ihre Hits runterspielt.

Dabei gibt es gute neue Horrorfilme, wie „The Babadook“ und „The Witch“, die auch in „Scream“ (2022) genannt werden. Das sind Filme, die alte Topoi neu interpretieren. Daran hatten die Macher von „Scream“ (2022) kein Interesse. Die Drehbuchautoren James Vanderbilt („Zodiac“, „White House Down“, „Der Moment der Wahrheit“ [Truth; auch Regie]) und Guy Busick („Ready or Not“, „Castle Rock“) und die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (das Duo inszenierte auch das kurzweilige Spektakel „Ready or Not“) gehen auf Nummer sicher, indem sie auf die Wünsche der Fans hören und letztendlich einfach „Scream“ wiederholen.

Scream (Scream, USA 2022)

Regie: Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett

Drehbuch: James Vanderbilt, Guy Busick (basierend auf den von Kevin Williamson erfundenen Figuren)

mit Melissa Barrera, Kyle Gallner, Mason Gooding, Mikey Madison, Dylan Minnette, Jenna Ortega, Jack Quaid, Marley Shelton, Jasmin Savoy Brown, Sonia Ammar, Courteney Cox, David Arquette, Neve Campbell

Länge: 115 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Scream“

Metacritic über „Scream“

Rotten Tomatoes über „Scream“

Wikipedia über „Scream“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Devil’s Due -Teufelsbrut“ (Devil’s Due, USA 2014)

Meine Besprechung von Matt Bettinelli-Olpin/Tyler Gilletts „Ready or Not – Auf die Plätze fertig tot“ (Ready or Not, USA 2019)


TV-Tipp für den 13. Januar: Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel

Januar 12, 2022

Servus TV, 21.55

Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel (Gone Baby Gone, USA 2007)

Regie: Ben Affleck

Drehbuch: Ben Affleck, Aaron Stockard

LV: Dennis Lehane: Gone, Baby, Gone, 1998 (Kein Kinderspiel; später, aufgrund des Films „Gone Baby Gone“)

In Boston suchen die Privatdetektive Patrick Kenzie und Angela Gennaro die spurlos verschwundene vierjährige Amanda.

Tolle Verfilmung eines tollen Privatdetektivkrimis. Alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris, John Ashton, Amy Ryan

Wiederholung: Freitag, 14. Januar, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Metacritic über „Gone Baby Gone“

Rotten Tomatoes über „Gone Baby Gone“

Wikipedia über “Gone Baby Gone” (deutsch, englisch)

Homepage von Dennis Lehane

Thrilling Detective über Patrick Kenzie und Angela Gennaro

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Coronado“ (Coronado, 2006)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Moonlight Mile“ (Moonlight Mile, 2010)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „Shutter Island“ (Shutter Island, 2003)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes “In der Nacht” (Live by Night, 2012)

Meine Besprechung von Dennis Lehanes „The Drop“ (The Drop, 2014) (Buch und Film)

Meine Besprechung von Ben Afflecks Dennis-Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ (Gone Baby Gone, USA 2007)

Meine Besprechung von Ben Afflecks Dennis-Lehane-Verfilmung „Live by Night“ (Live by Night, USA 2016)

Meine Besprechung von Christian De Metters Comicversion von Dennis Lehanes „Shutter Island“ (Shutter Island, 2008 [Comic])

Dennis Lehane in der Kriminalakte

Meine Besprechung von Ben Afflecks Dennis-Lehane-Verfilmung „Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ (Gone Baby Gone, USA 2007)

Meine Besprechung von Ben Afflecks „Argo“ (Argo, USA 2012)

Meine Besprechung von Ben Afflecks Dennis-Lehane-Verfilmung „Live by Night“ (Live by Night, USA 2016)


Frank Göhre schreibt über Hamburg, „Die Stadt, das Geld und der Tod“

Januar 12, 2022

Das hat jetzt länger gedauert, als ursprünglich geplant. Und zwar weil ich Frank Göhres neuen Roman „Die Stadt, das Geld und der Tod“ in einem Rutsch lesen wollte. Immerhin ist es mit hundertsechzig Seiten kein sonderlich dickes Buch und da sollte die Lektüre doch an einem ruhigen Tag mühelos gelingen. Also verschob ich die Lektüre von einem meiner Lieblingsautoren immer wieder. Mal las ich gerade ein anderes Buch, mal musste ich etwas erledigen, mal hätte ich es nur in kleinen Abschnitten (zehn Seiten beim Frühstück, drei Seiten in der U-Bahn, umsteigen, vier Seiten in der S-Bahn,…) lesen können.

Aber jetzt habe ich endlich die nötige ungestörte Lesezeit gefunden. Und, um jetzt die offensichtliche Frage gleich zu beantworten: ja, das Warten hat sich gelohnt. Es ist ein guter Noir.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod des sechzehnjährigen David Wójcik und der Entlassung von seinem neununddreißigjährigem Vater Ivo Jasari. Der gebürtige Rumäne saß wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge im Zusammenhang mit dem Schmuggel von Luxusartikeln über fünf Jahre in Haft. Ivo kehrt schnell in sein altes Leben als Partner von Nicolai Radu zurück. Sie verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Nicolai und er eroberten in den Neunzigern, mehr oder weniger legal, den Kiez. Nicolai kaufte Immobilien, ging eine Beziehung mit der Tochter eines angesehenen Kaffeeimporteurs ein und wurde so ein ehrenwerter Geschäftsmann, dem man nie etwas Illegales nachweisen konnte. Aber es gab immer Gerüchte, der Radu-Clan bilde den Kopf der Organisierten Kriminalität in Hamburg.

Ivo will zwar auch wissen, warum sein Sohn David an einer größeren Dosis Amphetaminen starb und wer dafür verantwortlich ist, aber allzu engagiert hört er sich nicht um.

Auch Frank Göhre interessiert sich kaum für diese potentielle Rachegeschichte. Er interessiert sich viel mehr dafür, wie zu Beginn dieses Jahrhunderts das Organisierte Verbrechen in Hamburg agierte. Es ist nicht mehr das Organisierte Verbrechen der alten Kiezkönige, die er ab den Achtzigern in seinen Kiez-Romanen beschrieb.

Jetzt sind es Auswanderer aus Rumänien. In den achtziger und neunziger Jahren waren sie Kleinkriminelle. Sie betrieben Diskotheken und Clubs, kauften Immobilien. Einige Jahre später, in den Nullerjahren, sind sie mittelalte Männer, die immer noch mit dem kriminellen Milieu und ihrer vermutlich kriminellen Vergangenheit (es gab Gerüchte, aber keine Gerichtsurteile) assoziiert werden, aber legalen Geschäften nachgehen. Mehr oder weniger.

Göhre beschäftigt sich in „Die Stadt, das Geld und der Tod“, dem neuesten Teil seiner Hamburger Sittengeschichte, wieder einmal, mit den Verbindungen zwischen Verbrechen, Wirtschaft und Politik und den damit verbundenen fließenden Grenzen zwischen legalen, halblegalen und schlichtweg illegalen Geschäften.

Der von Göhre gewählte Titel „Die Stadt, das Geld und der Tod“ ist selbstverständlich eine Anspielung auf Rainer Werner Fassbinders sehr umstrittenes Theaterstück „Der Müll, die Stadt und der Tod“.

Frank Göhre: Die Stadt, das Geld und der Tod

Culturbooks, 2021

168 Seiten

15 Euro

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Frank Göhre

Wikipedia über Frank Göhre

Meine Besprechung von Frank Göhres „St. Pauli Nacht“ (2007, überarbeitete Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „An einem heißen Sommertag“ (2008)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Abwärts“ (2009, Neuausgabe)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Seelenlandschaften – Annäherungen, Rückblicke“ (2009)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Der Auserwählte“ (2010)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Die Kiez-Trilogie” (2011)

Meine Besprechung von Frank Göhres „I and I – Stories und Reportagen“ (2012)

Meine Besprechung von Frank Göhres “Geile Meile” (2013)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Gut leben – früh sterben: Stories von unterwegs“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Du fährst nach Hamburg, ich schwör’s dir – Ein Heimatfilm“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Die Härte, der Reichtum und die Weite – Ein Heimatfilm, Teil II“ (2014)

Meine Besprechung von Frank Göhre/Alf Mayers „King of Cool – Die Elmore-Leonard-Story“ (2019)

Meine Besprechung von Frank Göhres „Verdammte Liebe Amsterdam“ (2020) (ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis 2020 und dem Stuttgarter Krimipreis 2021)

Frank Göhre in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 12. Januar: Air Force One/Einsame Entscheidung

Januar 11, 2022

So eine Flugreise…

Kabel 1, 20.15

Air Force One (Air Force One, USA 1997)

Regie: Wolfgang Petersen

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood. Jedenfalls damals. Denn inzwischen ist er anscheinend im Ruhestand.

Andrew W. Marlowe erfand später die TV-Serie „Castle“.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Donnerstag, 13. Januar, 01.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Air Force One“

Wikipedia über „Air Force One“ (deutsch, englisch)

Homepage von Max Allan Collins

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ “Der erste Quarry” (The first Quarry, 2008)

Meine Besprechung von „Der letzte Quarry“ (The last Quarry, 2006)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI – Das Dämonenhaus“ (Demon House, 2004)

Meine Besprechung von Max Allan Collins’ „CSI: Crime Scene Investigation – Die Last der Beweise“ (CSI: Crime Scene Investigation – Body of Evidence, 2003)

Max Allan Collins in der Kriminalakte

Kabel 1, 22.50

Einsame Entscheidung (Executive Decision, USA 1996)

Regie: Stuart Baird

Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas

Terroristen entführen eine Boing 747. Das Militär schleust eine Spezialeinheit, die von dem Antiterrorexperten Dr. David Grant (Kurt Russell) begleitet wird, in das Flugzeug. Dummerweise stirbt dabei deren Chef (Steven Seagal!) und der Zivilist Grant muss jetzt, bevor der Jumbo abgeschossen wird, im Alleingang die Terroristen besiegen und die Passagiere retten.

Der flotte Thriller ist das Regiedebüt von Stuart Baird, der vor allem als Editor bekannt ist. Zum Beispiel für die James-Bond-Filme „Casino Royale“ und „Skyfall“.

mit Kurt Russell, Steven Seagal, Halle Berry, John Leguizamo, Oliver Platt, David Suchet, Joe Morton, BD Wong, J. T. Walsh, Jon Huertas (sein Spielfilmdebüt, als Terrorist)

Wiederholung: Donnerstag, 13. Januar, 03.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Einsame Entscheidung“

Wikipedia über „Einsame Entscheidung“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Ein „Kaiserscharrndrama“ auf der Couch – und im Saustall

Januar 11, 2022

Zum Kinostart schrieb ich:

Wer „Dampfnudelblues“ oder eine der darauf folgenden Franz-Eberhofer-Krimikomödien gesehen hat, wird im neuen Franz-Eberhofer-Krimi „Kaiserscharrndrama“ die gewohnte Kost bekommen.

Der Kriminalfall war schon immer nebensächlich.

Dieses Mal wird in dem niederbayerischen Dorf Niederkaltenkirchen eine Joggerin erschlagen. Sie ist das dorfbekannte Webcam-Girl Simone. Dorfpolizist Franz Eberhofer muss den Mörder suchen. Sein penetranter Kumpel und Co-Ermittler (ohne Dienstmarke) Rudi Birkenberger sitzt derweil, nach einem von Eberhofer verursachtem Autounfall, im Rollstuhl.

Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, richtet er sich häuslich auf dem Eberhofer-Hof ein. Dort lebt im Moment auch Franz‘ verhasster, weil biederer Bruder Leopold. Der Spießer möchte auf dem Hof ein Familienhaus für sich und seinen Bruder erbauen. Gegen den Widerstand von Franz, der niemals in das neue Haus einziehen möchte, und ihres Vaters, der sich gegen diese Verschandelung seines Hofes wehrt.

Selbstverständlich sind im neuen Eberhofer-Krimi auch die aus den vorherigen Eberhofer-Krimis bekannten trinkfreudigen Kumpels von Franz Eberhofer dabei. Dieses Mal sind sie sogar etwas in den Mordfall verwickelt.

Nach dem zweiten Mord übernimmt die Münchner Über-Ermittlerin Thin Lizzy den Fall. Eberhofer-Fans kennen sie bereits aus den vorherigen Filmen und sie wissen, dass jetzt der Ermittler-Ehrgeiz von Eberhofer geweckt ist. Denn er will unbedingt vor ihr den Fall lösen.

Kaiserschmarrndrama“ ist der siebte Eberhofer-Film. Die Krimikomödie sollte bereits vor einem Jahr im Kino laufen. Wegen der Coronavirus-Pandemie wurde der Starttermin mehrmals verschoben.

Für die Fans hat sich das Warten gelohnt. Es sind alle aus den vorherigen Komödien vertrauten und beliebten Figuren mit ihren Schrullen wieder dabei. Und wie immer verändern sich einige Kleinigkeiten. Einerseits weil Franz Eberhofers Dauerfreundin seit Kindertagen, die Susi, mehr von ihm will als er geben möchte. Eigentlich möchte er – immer noch – nur mit seinen Kumpels abhängen und in seiner Junggesellenbude, einem riesigen Zimmer in der Scheune des elterlichen Hofes, versacken. Susi findet das weniger toll. Und ihr gemeinsames Kind, der Paul, wird auch mit jedem neuen Eberhofer-Krimi größer.

Auch hinter der Kamera veränderte sich nichts. Ed Herzog ist weiterhin der Regisseur der Serie. Stefan Betz schrieb wieder das Drehbuch. Das weitere Team, Kamera, Schnitt undsoweiter, war ebenfalls bei den vorherigen Filmen dabei. Die Schauspieler übernahmen wieder, mit offensichtlichem Vergnügen, ihre vertrauten Rollen.

An dem Erfolgsrezept – die Filme wurden zuerst nur in Bayern im Kino gezeigt und, wegen des überragenden und überraschenden Erfolgs, später in ganz Deutschland – änderten sie nichts. Für die zahlreichen Fans ist das eine sehr gute Nachricht.

 

Und die strömten im Sommer auch eifrig ins Kino. Über 1,1 Millionen Eintrittskarten wurden verkauft. Damit steht das „Kaiserschmarrndrama“, noch vor „Venom: Let There Be Carnage“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“, auf dem siebten Platz der deutschen Kinojahrescharts 2021.

Beim zweiten Ansehen fällt noch mehr auf, wie unwichtig den Machern der Kriminalfall ist. Eigentlich geht es nur noch um das gemeinsame Abhängen mit Eberhofer und seinen Kumpels. Das ist vergnüglich; vor allem wenn man die Figuren und ihre Schrullen aus den vorherigen Filmen bereits kennt. Aber auf lange Sicht dürfte die Konzentration auf persönliche Probleme und das intensive Pflegen von Schrullen, Freund- und Feindschaften in eine erzählerische Sackgasse führen.

Schließlich handelt es sich bei den Eberhofer-Filmen doch irgendwie um Krimikomödien und da sollte es einen nennenswerten Kriminalfall geben, der, wenn er schon nicht im Mittelpunkt des Films steht, für die Filmgeschichte wichtig ist. Im neuesten Eberhofer-Film könnte man die wenigen Szenen mit dem Kriminalfall ohne Probleme aus dem Film herausschneiden. Er wäre nur wenige Minuten kürzer und niemand würde etwas vermissen.

Das Bonusmaterial ist mit über vierzig Minuten quantitativ umfangreich, vergnüglich und kurzweilig, aber wenig informativ. Es handelt sich um „Kaiserschmarrndrama – Making of“ (21:51 Minuten), die Mini-Featurettes „Rudis Rezeptereigen – Leckereien leicht gemacht“ (2:02 Minuten), „Richtig protestieren mit Papa Eberhofer“ (1:43 Minuten) und „Equipment Check mit Max Simmerl“ (2:13 Minuten), Interviews mit, in der Reihenfolge ihrer Kurzstatements den Hauptdarstellern Sebastian Bezzel, Enzi Fuchs, Christine Neubauer, Simon Schwarz und Gerhard Wittmann (insgesamt 5:07 Minuten), B-Roll (8:15 Minuten) und dem Trailer (2:33 Minuten).

Kaiserschmarrndrama (Deutschland 2021)

Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog

LV: Rita Falk: Kaiserscharrndrama, 2018

mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Enzi Fuchs, Eisi Gulp, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Sigi Zimmerschied, Nora Waldstätten, Michael Ostrowski, Thomas Kügel, Maria Hofstätter, Matthias Egersdörfer, Rüdiger Klink, Thomas Mraz, Ferdinand Hofer, Mai Le, Theresa Walter, Marek Fis, Christine Neubauer, Willy Astor, Olivia Pascal, Sarah Viktoria Frick

DVD

Eurovideo

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch Dolby Digital 5.1; Audiodeskription

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Kaiserschmarrndrama – Making of, Rudis Rezeptereigen – Leckereien leicht gemacht, Richtig protestieren mit Papa Eberhofer, Equipment Check mit Max Simmerl, Interviews, Trailer, B-Roll

Länge: 93 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Kaiserschmarrndrama“

Moviepilot über „Kaiserschmarrndrama“

Wikipedia über „Kaiserschmarrndrama“

Homepage von Franz Eberhofer

dtv über Rita Falk

Meine Besprechung von Rita Falks „Dampfnudelblues – Ein Provinzkrimi“ (2011)

Meine Besprechung von Rita Falks „Sauerkrautkoma – Ein Provinzkrimi“ (2012)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Sauerkrautkoma“ (Deutschland 2018)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung  „Leberkäsjunkie“ (Deutschland 2019)

Meine Besprechung von Ed Herzogs Rita-Falk-Verfilmung „Kaiserschmarrndrama“ (Deutschland 2021)


Cover der Woche

Januar 11, 2022

weil am Donnerstag der fünfte „Scream“-Film anläuft. Dann erscheint auch meine Filmkritik.

Das 496-seitige, 2000 erschienene Werk dürfte so ungefähr jede Frage zu den ersten drei „Scream“-Filmen beantworten. Der vierte „Scream“-Film, gleichzeitig der letzte Film von Wes Craven, erschien 2011. Und jetzt, ungefähr zehn Jahre später, schlägt der Ghostface-Killer wieder zu.

 


TV-Tipp für den 11. Januar: Tatort: Gebrochene Blüten

Januar 10, 2022

WDR, 23.40

Tatort: Gebrochene Blüten (Deutschland 1988)

Regie: Hajo Gies

Drehbuch: Martin Gies

Scheinbar im Affekt wird in einem Linienbus der Besitzer eines Tanzstudios erstochen. Die Kommissare Schimanski und Thanner stoßen bei ihren Ermittlungen auf eine Mädchenhändlerbande.

Und weiter geht’s in der WDR-Programmierung „Dienstag ist Schimanski-Tag“.

Mit Götz George, Eberhard Feik, Chiem van Houweninge, Ulrich Matschoss, Renate Krößner, Miroslav Nemec, Ralf Möller

Hinweise

Horst-Schimanski-Fanseite

Wikipedia über Horst Schimanski

Meine Besprechung von Martin Schüllers Schimanski-Roman „Moltke“ (2010)


Neu im Kino/Filmkritik: „Bad Tales – Es war einmal ein Traum“ aus dem sommerlichen Italien

Januar 10, 2022

Nachdem der Erzähler im Müll ein Buch findet, das sich als Tagebuch eines Mädchens mit vielen leeren Seiten herausstellt, beschließt er, die leeren Seiten zu füllen mit Einträgen, die vom Leben in einem Vorort von Rom während der drückend heißen Sommermonate erzählen.

Dabei interessieren die Zwillingsbrüder Damiano und Fabio D’Innocenzo sich in ihrem zweiten Spielfilm nach „Boys Cry“ (2018) nicht für eine herkömmliche Dramaturgie.

Stattdessen reihen sie Episoden aneinander, die nur durch das Auftauchen der immergleichen Personen lose miteinander verknüpft sind. Aber eine Geschichte, also eine Verkettung von Ereignissen, die notwendigerweise zu weiteren Ereignissen führen, gibt es nicht. Es gibt nur zufällige Ereignisse, die auch nicht immer chronologisch präsentiert werden.

So müssen zwei Kinder bei einem Abendessen den Freunden des herrischen Vaters ihre Zeugnisnoten vorlesen. Dass diese Noten durchgehend außergewöhnlich gut sind, macht die Szene noch seltsamer und peinlicher; auch weil sie für den Vater nicht gut genug sind. In einer anderen Tagebuchnotiz geht es um den Kauf einer Stereoanlage auf einem improvisiertem Flohmarkt, bei dem die hochschwangere junge, betont desinteressierte Verkäuferin den kaufwilligen Teenager reizt. Später schlitzt ein Vater in der Nacht seinen aufblasbaren und mit Wasser gefüllten Swimmingpool auf. Dazwischen lehrt ein Vater seinen Sohn auf einem Feld Auto fahren und er ist überirdisch begeistert von den Fahrkünsten seines Sohnes. In einer anderen Miniatur bereitet er sich auf ein Rendezvous vor. Viel später verrät ein Lehrer seinen Schülern Möglichkeiten sich und andere umzubringen. Ein Vater entdeckt frühmorgens nach dem Aufstehen im Wohnzimmer etwas Schreckliches. Er schleicht sich zurück ins Bett und wartet, starr vor Entsetzen, bis seine Frau aufsteht und ins Wohnzimmer geht. Währenddessen entdecken die pubertierenden Kinder in dieser Vorstadthölle den Sex mit dem anderen Geschlecht.

Das alles – wir ahnen es bei dem Titel „Bad Tales“ – endet nicht gut. Daher kann man den Reigen deprimierender Episoden nachträglcih für einige der öfter auftauchenden Figuren als das Vorspiel zu ihrem Tod sehen, weil der Tod dann doch erträglicher als ein Weiterleben in diesem Purgatorium-Italien ist.

Das hat in seinen besten Momenten, auch durch den Handlungsort und einige zum Subproletariat gehörende Figuren, ein leichtes Pasolini-Feeling. Aber letztendlich sind bei den D’Innocenzo-Brüdern die durchgehend unsympathischen Figuren zu plakativ und eindimensional gezeichnet, um ein nachhaltiges Interesse oder auch Empathie aufkommen zu lassen. Sie und ihre Probleme sind uns egal.

Das ist das Problem des Films. Nicht, dass die D’Innocenzo-Brüder oder, genauer gesagt, ihr namenloser Erzähler, der die Seiten des Tagebuchs mit mehr oder weniger erfundenen Beobachtungen füllt, einen zutiefst pessimistischen Blick auf die Menschen haben.

Damit ist „Bad Tales“ vor allem eine monotone Feel-Bad-Zustandsbeschreibung, deren Agenda sich darin erschöpft, alles gleichermaßen schlecht zu finden.

Bei der Berlinale 202 gab es dafür den Silbernen Bären für das beste Drehbuch.

Bad Tales – Es war einmal ein Traum (Favolacce, Italien/Schweiz 2020)

Regie: Damiano D’Innocenzo, Fabio D’Innocenzo

Drehbuch: Damiano D’Innocenzo, Fabio D’Innocenzo

mit Elio Germano, Barbara Chichiarelli, Lino Musella, Gabriel Montesi, Max Malatesta, Tommaso di Cola, Giulietta Rebeggiani, Justin Korovkin, Giulia Melilio, Laura Borgioli

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Bad Tales“

Metacritic über „Bad Tales“

Rotten Tomatoes über „Bad Tales“

Wikipedia über „Bad Tales“ (deutsch, englisch, italienisch)

Berlinale über „Bad Tales“


TV-Tipp für den 10. Januar: Krieg in Europa – Das Ukraine-Drama

Januar 9, 2022

ARD, 23.35

Krieg in Europa – Das Ukraine-Drama (Deutschland 2022)

Regie: Claire Walding

Drehbuch: Claire Walding

Brandneue spielfilmlange Doku über den Krieg in der Ukraine: wie es dazu kam, wie die Lage ist und wie es weitergehen kann.

Die Doku kann anschließend ein Jahr lang in der Mediathek angesehen werden. Auch um 20.15 Uhr.

Hinweis

ARD über die Doku


TV-Tipp für den 9. Januar: 12 Years a Slave

Januar 8, 2022

Arte, 20.15

12 Years a Slave (12 Years a Slave, USA 2013)

Regie: Steve McQueen

Drehbuch: John Ridley

LV: Solomon Northup: Twelve Years a Slave, 1853

New York, 1841: Solomon Northup wird von Sklavenhändlern entführt und in die Südstaaten verkauft.

Steve McQueens grandioser Film schildert die wahre Geschichte von Solomon Northup. Der vielfach ausgezeichnete und hochgelobte Film erhielt, unter anderem, den Oscar als Bester Film.

Mehr über den Film gibt es in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Lupita Nyong’o, Benedict Cumberbatch, Brad Pitt, Paul Dano, Paul Giamatti, Sarah Paulson, Alfre Woodard

Hinweise

Moviepilot über „12 Years a Slave“

Metacritic über „12 Years a Slave“

Rotten Tomatoes über „12 Years a Slave“

Wikipedia über „12 Years a Slave“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Shame“ (Shame, Großbritannien 2011)

Meine Besprechung von Steve McQueens „12 Years a Slave“ (12 Years a Slave, USA 2013)

Meine Besprechung von Steve McQueens „Widows – Tödliche Witwen“ (Widows, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Lamb“ – Wir haben ein Kind.

Januar 8, 2022

Maria und Ingvar leben auf Island abgeschieden auf einem Bauernhof. Sie haben keine Kinder und auch keine Angestellten. Und weil sie schon lange zusammen leben, müssen sie nicht viel miteinander reden. Sie verstehen sich auch so. Und sie züchten Schafe.

Eines Tages gebärt eines ihrer Schafe ein wohl etwas seltsames Lamm. Denn anstatt es bei ihrer Mutter im Stall zu lassen, nehmen sie es mit in ihr Haus, nennen es Ada und behandeln es fortan wie ein menschliches Baby.

Als Ingvars halbseidener Bruder Pétur auftaucht und er Ada entsetzt anstarrt, sehen wir, ungefähr in der Filmmitte, nach fünfzig Minuten, Ada zum ersten Mal in ihrer ganzen Pracht.

Valdimar Jóhannsson schrieb das Drehbuch für sein Regiedebüt zusammen mit Sjón. Sjón ist Romanautor. Er schrieb Songs für Björk und war darüber auch in Lars von Triers „Dancer in the Dark“ involviert. Außerdem schreibt er Drehbücher. Unter anderem für Robert Eggers „The Northman“ (demnächst im Kino) und „Reykjavik Whale Watching Massacre“ (was für ein Titel!). Ihr gemeinsamer Film „Lamb“ ist von isländischen Volksmärchen inspiriert. Er erzählt, so Jóhannsson, „eine Geschichte, die sich mit der Natur der Menschen und dem Menschen in der Natur beschäftigt“.

Diese Geschichte erzählt er, indem er sich auf wenige Personen konzentriert, als Quasi-Stummfilm. Er gibt dabei keine eindeutige Interpretation vor. Er deutet verschiedene Lesarten eher an als sie auszuführen. Deshalb interessiert er sich auch nie für ein konsequentes Zuspitzen von Konflikten. Eigentlich ist die Geschichte von Maria, Ingvar und Ada sogar erstaunlich konfliktfrei. Jóhannsson lässt sich auch extrem viel Zeit beim Erzählen.

Das ist dann, je nach Standpunkt, unglaublich poetisch oder prätentiös langweilig. Mich ließ der sanfte Horrorfilm eher ratlos zurück.

P. S.: Tele 5 zeig am Sonntag, den 9. Januar 2022, um 20.15 Uhr als TV-Premiere „Angel of Mine“ (USA/Australien 2019, Regie: Kim Farrant). Ebenfalls mit Noomi Rapace in der Hauptrolle. In dem Psychothriller glaubt sie, dass die Nachbarstochter ihre vor sieben Jahre in der Klinik angeblich nach der Geburt verbrannte Tochter ist. Der Thriller soll gut sein.

Lamb (Dýrið, Island/Schweden/Polen 2021)

Regie: Valdimar Jóhannsson

Drehbuch: Sjón, Valdimar Jóhannsson

mit Noomi Rapace, Hilmir Snær Guðnason, Björn Hlynur Haraldsson

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Lamb“

Metacritic über „Lamb“

Rotten Tomatoes über „Lamb“

Wikipedia über „Lamb“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 8. Januar: Snatch – Schweine und Diamanten

Januar 7, 2022

ZDFneo, 22.20

Snatch – Schweine und Diamanten (Snatch, Großbritannien/USA 2000)

Regie: Guy Ritchie

Drehbuch: Guy Ritchie

Franky Four Fingers klaut in Antwerpen einen wertvollen Diamanten. Zurück in London kriegt er Ärger mit einem Russengangster, alle wollen den Stein haben, Gangster werden verletzt und sterben, die Gypsies spielen mit und dann gibt es noch einen Boxkampf, bei dem jeder jeden betrügt.

Wie schon in seinem Debüt „Bube, Dame, König, GrAs“ ist die Handlung ein einziges Chaos aus größeren und kleineren Katastrophen, die meisten Gangster sind geistig eher minderbemittelt und latschen, zu unserem Vergnügen, von einem Missgeschick in das nächste, meist ebenso blutige, Missgeschick.

Mit Benicio Del Toro, Dennis Farina, Vinnie Jones, Brad Pitt, Rade Sherbedzija, Jason Statham, Alan Ford, Goldie

Wiederholung: Sonntag, 9. Januar, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über “Snatch – Schweine und Diamanten”

Wikipedia über „Snatch – Schweine und Diamanten“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ (Sherlock Holmes: A Game of Shadows, USA 2011)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „King Arthur: Legend of the Sword“ (King Arthur: Legend of the Sword, USA/Australien 2017)

Meine Besprechung von Guy Ritchies „Aladdin“ (Aladdin, USA 2019)

Meine Bepsrechung von Guy Ritchies „The Gentlemen“ (The Gentlemen, Großbritannien/USA 2019)

Meine Kurzbesprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)

Meine ausführliche Besprechung von Guy Ritchies „Cash Truck“ (Wrath of Man, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: „The King’s Man – The Beginning“ erzählt von Anfängen während des Ersten Weltkriegs

Januar 7, 2022

Kurz gesagt: Wem „Kingsman: The Secret Service“ und „Kingsman: The Golden Circle“ gefallen hat, wird „The King’s Man – The Beginning“ gefallen.

Denn jetzt erzählt Matthew Vaughn, der Regisseur der beiden „Kingsman“-Filme, die Vorgeschichte, also wie die Kingsman-Organisation entstand.

Diese Organisation ist ein über allen Nationen stehender, keiner Regierung und keiner anderen Instanz Rechenschaft schuldender geheimer Geheimdienst. Sie kann daher, ohne den Einfluss von Regierungen und staatlichen Interessen für das Gute kämpfen.

Die Anfänge liegen über hundert Jahre zurück. 1903 besucht Orlando Oxford, der Duke of Oxford (Ralph Fiennes), im Auftrag des Roten Kreuzes in Südafrika ein während des Zweiten Burenkriegs errichtetes britisches Konzentrationslager. Oxfords Frau wird während des Besuchs aus dem Hinterhalt erschossen. Oxfords Sohn muss ihren Tod mitansehen.

In den nächsten Jahren erzieht der gramgebeugte Witwer auf seinem Anwesen seinen Sohn. Bei der Erziehung helfen ihm sein Leibwächter Shola (Djimon Hounsou) und die Haushälterin Polly (Gemma Arterton). Beide verfügen über einige erstaunliche Talente.

Auch als andere junge Männer sich während des Ersten Weltkriegs bereitwillig zum Dienst an der Waffe melden, tut Oxford alles, damit sein inzwischen 17-jähriger kriegsbegeisterter Sohn Conrad (Harris Dickinson) nicht eingezogen wird. Er will ihn unter allen Umständen beschützen. Seine Devise ist: Es ist besser, ein lebendiger Feigling als ein toter Held zu sein. Was er Conrad nur zögernd verrät, ist, dass sein Image als zurückgezogen lebender, sich aus allem heraushaltender Adliger nur eine Tarnung ist. Im Keller seines Anwesens ist die noch sehr provisorische Zentrale eines von ihm aufgebauten weltweiten Netzes von Informanten. Sie sind Kindermädchen, Butler und Angestellte in Herrschaftshäusern. Von ihren Arbeitgebern werden sie nicht beachtet und so können sie ungestört alle Gespräche mitverfolgen, während sie das aus mehreren Gängen bestehende Abendmenüs auftragen, abräumen und Wein nachschenken. So erfahren sie von Komplotten, ehe die Geheimdienste sie auch nur erahnen. Aufgrund dieses Wissens versucht Oxford, ebenfalls im Hintergrund bleibend und seine Beziehungen ausnutzend, das Weltgeschehen zu beeinflussen. Zum Beispiel in dem sie versuchen, Attentate zu verhindern oder den offensichtlich wahnsinnigen Einflüsterer des russischen Zaren, Grigori Jefimowitsch Rasputin (Rhys Ifans in herrlich übertriebenem Overacting-Modus), zu töten.

Dabei stoßen Oxford und seine beiden Vertrauten Shola und Polly auf eine Gruppe von Verschwörern, die die Welt in einen Krieg stürzen möchte.

Vaughns Film endet, nach zahlreichen haarsträubenden Abenteuern für Oxford und seine treuen Begleiter, mit der Gründung der Kingsman-Organisation. Die Zentrale ist, nachdem das Zimmer bereits mehrfach für solche Treffen benutzt wurde, im Hinterzimmer eines noblen Herrenschneiders, der dafür sorgt, dass die Agenten immer gut gekleidet und ausgestattet sind.

Im Gegensatz zu den ersten beiden „Kingsman“-Filmen (ein dritter ist in Arbeit) und der Comicvorlage von Mark Millar und Dave Gibbons spielt „The King’s Man – The Beginning“ nicht mehr in der Gegenwart und einer damit verknüpften Fantasiewelt, in der es, wie in einem James-Bond-Film, Superschurken, Gadgets und immer gut gekleidete, britisch höfliche Agenten gibt.

The King’s Man – The Beginning“ spielt in einer historisch genau verorteten Periode und er nimmt die historischen Ereignisse ernst. Nur bei den Erklärungen, also der Schilderung der Hintergründe, nimmt er sich Freiheiten. Zum Problem wird dies vor allem in einer Abspannszene. Bis dahin, immerhin dürften die wenigstens ohne die Hilfe einschlägiger Lexika und Geschichtsbücher wissen, welche Verflechtungen zwischen den europäischen Ländern damals herrschten und wie genau es zum Ersten Weltkrieg gekommen ist, ist das kein Problem. Letztendlich benutzt Vaughn in seinem Film wahre Ereignisse, um sie wild fortzuspinnen.

Im Film gibt es zwei zu diesem Zeitpunkt erstaunliche Todesfälle. Jeder dieser Tode hätte dazu führen können, dass der Film in sich zusammenfällt. Trotzdem kriegt Vaughn beide Male die Kurve. Und in den ersten beiden „Kingsman“-Filmen gab es ähnliche Überraschungen.

Angenehm ist, dass der Protagonist des Films, Orlando Oxford, ein Pazifist ist. Er ist ein ehemaliger, hochdekorierter Kriegsheld, der inzwischen seine Ziele erreichen möchte, ohne dass Menschen dabei sterben. Doch die Welt ist nicht so und dann muss er doch kämpfen und töten. Damit verbreitet „The King’s Man – The Beginning“ letztendlich doch die sattsam bekannte Botschaft. Aber Vaughn weist dieses Mal deutlicher als in seinen anderen Filmen (wozu auch „Kick-Ass“ gehört) auf andere Methoden der Konfliktlösung und auf die Auswirkungen von Gewalt und Verlusten hin. Das führt dazu, dass in „The King’s Man – The Beginning“ der Weg bis zur Gewaltanwendung und den exzessiven Actionszenen länger als gewohnt ist.

Damit schlägt Matthew Vaughn in seinem neuen Actionfilm einige neue, durchaus ernstere und nachdenklichere Töne an. Das und weil in epischer Breite erzählt wird, wie es zur Gründung der Kingsman kommt, verläuft die Handlung immer wieder etwas schleppend. Es gibt viel Zeitkolorit und peppig verpackte historische Informationen. Wobei sich hier das Nachprüfen empfiehlt.

Es gibt auch reichlich Humor und viel haarsträubende und oft blutige Action. So, wie wir es von den „Kingsman“- und „Kick-Ass“-Filmen (die auch auf einem Comic von Mark Millar basieren) kennen.

The King’s Man – The Beginning (The King’s Man, USA/Großbritannien 2021)

Regie: Matthew Vaughn

Drehbuch: Matthew Vaughn, Karl Gajdusek (nach einer Geschichte von Matthew Vaughn) (basierend auf dem Comic „The Secret Service“ von Mark Millar und Dave Gibbons)

mit Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Rhys Ifans, Matthew Goode, Tom Hollander, Harris Dickinson, Daniel Brühl, Djimon Hounsou, Charles Dance, Alexandra Maria Lara, Alexander Shaw, Joel Basman, August Diehl, Aaron Taylor-Johnson, Stanley Tucci, David Kross

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Filmportal über „The King’s Man – The Beginning“

Moviepilot über „The King’s Man – The Beginning“

Metacritic über „The King’s Man – The Beginning“

Rotten Tomatoes über „The King’s Man – The Beginning“

Wikipedia über „The King’s Man – The Beginning“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Mark Millar/Dave Gibbons‘ „Secret Service“ (Secret Service # 1- 6, Juni 2012 – April 2013)

Meine Besprechung von Rob Williams/Simon Frasers „Kingsman: Jagd auf Red Diamond“ (Kingsman: The Red Diamond # 1 – 6, September 2017 – Februar 2018)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns Mark-Millar-Verfilmung „Kingsman: The Secret Service“ (Kingsman: The Secret Service, USA/Großbritannien 2015)

Meine Besprechung von Matthew Vaughns „Kingsman: The Golden Circle“ (Kingsman: The Golden Circle, USA 2017)


TV-Tipp für den 7. Januar: 72 Stunden – The next three Days

Januar 6, 2022

RTL II, 20.15

72 Stunden – The next three days (The next three days, USA 2010)

Regie: Paul Haggis

Drehbuch: Paul Haggis (nach dem Drehbuch von Fred Cavayé und Guillaume Lemans für den Spielfilm „Pour Elle“)

Ein Lehrer will seine unschuldig als Mörderin im Knast sitzende Frau befreien.

Paul Haggis („L. A. Crash“, aber auch „Ein Mountie in Chicago“ und „Walker, Texas Ranger“) braucht 133 Minuten für seine Geschichte. Das Original, der französische Thriller „Pour elle“ (Ohne Schuld) von Fred Cavayé mit Vincent Lindon und Diane Kruger braucht nur 96 Minuten.

Trotzdem ist „72 Stunden“, dank Russell Crowe als verliebter und treusorgender Ehemann und Papa, ein unterhaltsamer Thriller für Zwischendurch. Das ist nicht immer logisch und bis dann endlich die Befreiung (vulgo Action nach der schier endlosen Planung und Vorbereitung) beginnt, vergeht viel zu viel Zeit, die einen zwar mit herzigen Bildern aus dem Familienleben des Lehrers erfreut, aber auch ein auffälliges Desinteresse an dem Mordfall zeigt. Und die Wandlung von dem leicht tapsigen Lehrer zu dem eiskalten Planer, der bedenkenlos gegen Gesetze verstößt, geht auch überraschend schnell.

Mit Russell Crowe, Elizabeth Banks, Olivia Wilde, Brian Dennehy, Liam Neeson (nur eine Szene)

Wiederholung: Samstag, 8. Januar, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „72 Stunden“

Wikipedia über „72 Stunden“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Paul Haggis‘ „Dritte Person“ (Third Person, Großbritannien/USA/Deutschland/Belgien 2013)

Paul Haggis in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: „The 355“ – Agentinnen auf Bösewichterjagd

Januar 6, 2022

Wirklich schlecht, also so SchleFaZ-Schlecht, ist „The 355“ nicht. Dafür sind die Schauspielerinnen – Jessica Chastain, Penélope Cruz, Bingbing Fan, Diane Kruger und Lupita Nyong’o – einfach zu gut. Auch die anderen Schauspieler – Édgar Ramirez, Sebastian Stan und für uns Deutsche Sylvester Groth – sind gut. Ebenso die Stuntmen, Kamera undsoweiter. Da ist immer ein bestimmtes Niveau vorhanden. Es wurde, wenigstens teilweise, vor Ort gedreht und dafür wurde einmal um die Welt geflogen. Trotzdem entstanden die meisten Szenen, unabhängig vom Handlungsort, an verschiedenen Orten in Großbritannien. Das Budget ist unbekannt. Aber es werden Zahlen zwischen 40 Millionen US-Dollar und über 75 Millionen US-Dollar genannt. 

Aber gut ist „The 355“ nicht. Es ist ein weiterer, angesichts des Talents, grotesk misslungener Versuch, eine Actionserie mit Frauen als den Heldinnen zu etablieren. Jessica Chastain hatte die Idee für eine Agentenserie im Stil von James Bond und Mission: Impossible. Sie präsentierte Simon Kinberg diese Idee während des Drehs für „X-Men: Dark Phoenix“. Dieser Film war Kinbergs ziemlich misslungenes Spielfilmdebüt. Ich nannte es ein Totaldesaster. Die meisten anderen Kritiken waren ähnlich vernichtend. Bekannter ist er als Produzent und diese Arbeiten sind wesentlich gelungener. Dazu gehören die TV-Serien „The Twilight Zone“ und „Designated Survivor“, die Kinofilme „Mord im Orientexpress“, „Der Marsianer“, „Elysium“, die „Deadpool“- und die „X-Men“-Filmen.

Zusammen mit Theresa Rebeck schrieb er jetzt das Drehbuch für „The 355“. Rebeck ist vor allem bekannt für ihre Bücher und Produzentätigkeit für die Top-TV-Serien „NYPD Blue“ und „Law & Order: Criminal Intent“.

Die von den beiden erfundene Geschichte bedient die gängigen Agentenserien-Versatzstücke und setzt sie erstaunlich konfus zusammen. Letztendlich ergibt die Geschichte keinerlei Sinn.

Es geht, knapp zusammengefasst, um eine aus fünf Frauen bestehende Truppe – vier Agentinnen, eine Psychologin, die eher zufällig in die Geschichte hineinschlittert –, die eine externe Festplatte finden müssen, bevor sie in die falschen Hände gerät. Auf der Festplatte ist ein Computerprogramm, das alle elektronischen Systeme zielgenau angreifen und das Internet, wie wir es kennen, vernichten kann. Bevor die fünf Frauen gemeinsam gegen die Bösewichter kämpfen, müssen sie sich erst einmal als Team finden. Initiiert wird die Zusammenarbeit, nachdem in Paris ein Versuch, an die Festplatte zu gelangen, schiefging, von der CIA-Agentin ‚Mace‘ Mason Browne (Jessica Chastain). Sie bittet ihre alte Freundin Khadijah Adiyeme (Lupita Nyong’o), Technikspezialistin, britische MI6-Agentin und nicht mehr im Außendienst, um Hilfe. Später stoßen die einzelgängerische deutsche BND-Agentin Marie Schmidt (Diane Kruger), die kolumbianische Psychologin Graciela Rivera (Penélope Cruz), keine wirkliche Agentin, aber wahrscheinlich sollte sie für den (nicht vorhandenen) komischen Teil zuständig sein, und die chinesische Agentin und Computerexpertin Lin Mi Sheng (Bingbing Fan) dazu. Sie alle sind natürlich auch erfahrene Nahkampfexpertinnen, Schützinnen und immer gutaussehnd; halt wie die männlichen Vorbilder. Nur dass sie auch ein Abendkleid anziehen können.

Die wilde Hatz geht dann von Paris weiter nach Marrakesch und Shanghai.

Auf dem Papier klingt das doch, wie gesagt, ganz gut: namhafte Besetzung, fotogene Drehorte und das Versprechen auf eine ordentliche Portion Action, zusammengehalten von einem sattsam bekannten und bewährten Plot. Daraus könnte eine feministische „Mission: Impossible“-Version entstehen. Und wenn das dann vergnüglich und flott erzählt wäre, gerne mit einem Schuss Selbstironie, könnte daraus ein zumindest unterhaltsames, eskapistisches Kinoabenteuer entstehen.

Aber Selbstironie geht diesem Film vollkommen ab. Und flott erzählt ist die hahnebüchene Geschichte auch nicht. Eher wird von Schauplatz zu Schauplatz gesprungen.

Das Drehbuch und die Inszenierung erheben sich nie über das Niveau eines banalen, vollkommen generischen B-Actionfilm, in dem Frauen die Rollen von Männern übernehmen. Sie sind sozusagen die „Expendables“, nur ohne die Filmographien der Hauptdarsteller als Ikonen des 80er-Jahre-Actionfilms und deren offensiv vorgetragene Selbstironie, die die Filme ansehbar machte. Ein Vergleich mit James Bond, Ethan Hunt oder Jason Bourne – alles Namen, die von den „The 355“-Machern als Inspiration für ihren Film genannt werden – verbietet sich. Zu groß und offensichtlich ist das Gefälle zwischen dem Einzelgänger Bourne und dieser Frauencombo.

In „The 355“ sind die Dialoge banal. Die Handlung ist absurd. Die Motive der Figuren sind meistens unklar. Entsprechend unterfordert ist das gesamte Ensemble. Und die Action bewegt sich nicht über dem Niveau, das wir aus TV-Serien wie „24“ kennen. Auch wenn die Kämpfe etwas länger sind.

Kinbergs Langweiler ist der neueste gescheiterte Versuch, eine Agentenserie mit einer Heldin zu etablieren. Dabei liegt das Problem, wieder einmal, nicht an den Schauspielerinnen, sondern an dem schlechten Drehbuch.

The 355 (The 355, USA/China 2022)

Regie: Simon Kinberg

Drehbuch: Theresa Rebeck, Simon Kinberg (nach einer Idee von Theresa Rebeck)

mit Jessica Chastain, Penélope Cruz, Bingbing Fan, Diane Kruger, Lupita Nyong’o, Édgar Ramirez, Sebastian Stan, Jason Flemying, Sylvester Groth, John Douglas Thompson

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „The 355“

Metacritic über „The 355“

Rotten Tomatoes über „The 355“

Wikipedia über „The 355“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Simon Kinbergs „X-Men: Dark Phoenix“ (Dark Phoenix, USA 2019)


TV-Tipp für den 6. Januar: Sturm auf das Kapitol – Der Angriff auf die US-Demokratie

Januar 5, 2022

ARD, 22.15

Sturm auf das Kapitol – Der Angriff auf die US-Demokratie (Four Hours at the Capitol, Großbritannien/USA/Deutschland 2021)

Regie: Jamie Roberts

Drehbuch: Jamie Roberts

TV-Premiere. Neunzigminütige, auf kommentierende Einordnungen verzichtende Doku mit teils unveröffentlichtem Material über den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol, um dort die Verlesung und Bestätigung des Wahlergebnis zu verhindern.

Es war, und neuere Dokumente belegen das immer eindeutiger, ein versuchter Staatsstreich von Oben. Bis jetzt gibt es keine ernstzunehmende Distanzierung oder Auseinandersetzung der Republikaner damit. Stattdessen arbeiten sie weiter an der Aushöhlung der US-Demokratie mit Wahlrechtsänderungen (die ihnen als Minderheit die Mehrheit sichern sollen) und Lügen.

Jamie Roberts: „Mein Fazit, nachdem ich die vielen unterschiedlichen Filmaufnahmen gesehen und meine Interviews geführt hatte, ist die Erkenntnis, wie zerbrechlich die Demokratie doch ist. Der Film zeigt, wie an diesem Tag die Demokratie beinahe gekippt wurde. Dieser Tag hat gezeigt, dass die Demokratie geschützt werden muss. Es gibt auch unabhängig vom Sturm auf das Kapitol bei Donald Trump und in bestimmten Teilen der Republikanischen Partei Strategien, die antidemokratisch sind. Das ist wirklich besorgniserregend für jeden, der wirklich an die Demokratie glaubt und sie schätzt.“

Hinweise

Das Erste über die Doku (nach der Ausstrahlung in der Mediathek)

Wikipedia über den Sturm auf das Kapitol (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Der Berlinale-Gewinner „Bad Luck Banging or Loony Porn“

Januar 5, 2022

Der Anfang des letzten Berlinale-Gewinners „Bad Luck Banging or Loony Porn“ sorgte für Diskussionen und erwartbare Probleme beim Verkauf des Films in bestimmte Länder. So darf der Film in Russland wegen der „Verbreitung von Pornographie“ nicht aufgeführt werden. In den USA verlangte die MPAA für eine NC-17-Freigabe Schnitte. Wahrscheinlich wollten sie vor allem, dass die ersten Minuten entfernt werden. Diese Minuten dürften auch in anderen Ländern auf den nachvollziehbaren Widerstand die Sittenwächter gestoßen sein.

Über mehrere Minuten sehen wir ein explizites Amateurvideo, in dem ein Mann und eine Frau hemmungslosen Sex miteinander haben und das so auf irgendeiner dieser beliebten Pornowebseiten stehen könnte (die natürlich nie jemand anklickt, wie auch vor fünfzig Jahren sich niemand diese „Schulmädchenreport“-Filme im Kino ansah). Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wurde das Video, das die Lehrerin Emilia ‚Emi‘ Colibiu und ihren Mann, der auch die Kamera bediente, auf einer Porno-Homepage veröffentlicht. Als Emi davon erfuhr, veranlasste sie die Löschung. Aber es ist schon zu spät. Das Video wurde weiter verbreitet und auch ihre Schülerinnen und deren Eltern erfuhren davon.

In einigen Stunden muss Emi, Lehrerin an einer renommierten Schule, sich bei einem Elternabend vor den aufgebrachten Eltern rechtfertigen. Einige Eltern wollen, dass sie wegen des unsittlichen Videos entlassen wird.

Radu Jude unterteilt den Film, den er bescheiden „Skizze für einen populären Film“ und „Skizze für einen Heimatfilm“ nennt, in drei Kapitel. Schon damit betont er die Offenheit seines Films. Es ist eine Skizze und kein in sich geschlossenes Werk. Es gibt lose Enden, Gedanken und, am Ende, mehrere mögliche Enden. Und „populär“ ist der Film, weil er ein Thema behandelt, über das viele Menschen, auch er und seine Freunde, immer wieder stritten.

Im ersten Teil geht Emi mit energischen Schritten durch Bukarest. Sie erledigt einige Dinge. Trifft einige Menschen. Aber meistens geht sie schnell, fast schon rennend, durch die Stadt. Dabei fallen immer wieder die auf der Straße sichtbare Werbung und bei Emis alltäglichen Begegnungen die oft sehr deutlichen und eindeutigen pornographischen Anspielungen auf. Dieser von einem ständigem sexuellem Hintergrundrauschen begleitete Marsch wurde im Sommer 2020 im Stil des Cinéma vérité gedreht. Oft sehen die Bilder so aus, als habe niemand die Kamera bemerkt oder als habe die Kamera Emi nur zufällig aufgenommen.

Den zweiten Teil überschreibt Jude mit „Ein kompaktes Lexikon mit Anekdoten, Zeichen und Wundern“ und er ist genau das. Es handelt sich um eine 25-minütige Abfolge kurzer Filme unterschiedlicher Herkunft mit mehr oder weniger erkenntnisreichen Erklärungen und Pointen.

Im dritten Teil muss Emi sich dann vor den aufgebrachten Eltern rechtfertigen. Aufgrund der Corona-Pandemie findet das Treffen im griechisch-römisch wirkendem Innenhof der Schule statt. Ursprünglich, so Radu Jude im Bonusmaterial, wollt er diese Szene in einem Schulraum drehen. Aber die Pandemie zwang ihn dazu, die Konfrontation nach draußen zu verlegen und die Schauspieler mussten Masken tragen. Beide, durch die äußeren Umstände erzwungenen Veränderungen, verbessern die Szene. Sie wird vielschichtiger und der Innenhof sieht eindeutig besser als ein anonymes Klassenzimmer aus.

In diesem Teil treffen die unterschiedlichen Meinungen satirisch überspitzt aufeinander. Schnell wird aus der geplanten Abrechnung etlicher Eltern mit der Lehrerin eine fulminante Abrechnung mit einer bigotten Moral, die es für unerträglich hält, wenn eine Lehrerin nackt zu sehen ist. Dass es sich herbei um Bilder handelt, die niemals für irgendeine Öffentlichkeit bestimmt waren und die nicht von ihr oder ihrem Mann veröffentlicht wurden, ist egal. Sie muss dafür entlassen werden. Gleichzeitig sehen sie sich das Video aufmerksam an.

Diess Filmkapitel erinnert an satirische Gesellschaftskritiken aus den Siebzigern, die die bürgerliche Gesellschaft und ihre Doppelmoral kritisierten.

Das Bonusmaterial besteht aus einem 19-minütigem Interview mit Radu Jude, der sehr ausführlich, informativ und auch selbstironisch über sich und seinen Film spricht.

Bad Luck Banging or Loony Porn (Babardeala cu bucluc sau porno balamuc, Rumänien/Luxemburg/Tschechische Republik/Kroatien 2021)

Regie: Radu Jude

Drehbuch: Radu Jude

mit Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Malai, Nicodim Ungureanu, Alexandru Potocean, Andi Vasluianu, Oana Maria Zaharia, Gabriel Spahiu, Florin Petrescu, Stefan Steel

DVD

good!movies/Neue Visionen

Bild: 2,35:1 in 16:9

Ton: Deutsch, Rumänisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interview mit Radu Jude, Trailer

Länge: 102 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

Hinweise

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Moviepilot über „Bad Luck Banging or Loony Porn“

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Rotten Tomatoes über „Bad Luck Banging or Loony Porn“

Wikipedia über „Bad Luck Banging or Loony Porn“ (deutsch, englisch)

Berlinale über „Bad Luck Banging or Loony Porn“