TV-Tipp für den 27. Mai: Die Vögel

Mai 26, 2023

Sat.1 Gold, 22.00

Die Vögel (The Birds, USA 1963)

Regie: Alfred Hitchcock

Drehbuch: Evan Hunter

LV: Daphne du Maurier: The birds, 1952 (Die Vögel)

In Bodega Bay attackieren Vögel Menschen.

Nicht direkt ein Krimi, aber ein Klassiker.

„‘The Birds’ war ein Avantgarde-Hitchcock, haarsträubend und voll verschlagenem Witz. Der Held krümmt sich, und das Publikum kreischt.“ (Robert A. Harris/Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme)

Alfred Hitchcock verwandte von du Mauriers Kurzgeschichte nur den Grundgedanken (rätselhafte Attacken von Vögel auf Menschen). Evan Hunter kennen wir auch als Ed McBain (87. Polizeirevier).

Sat.1 Gold zeigt heute zwei weitere sehenswerte Hitchcock-Filme: um 16.45 Uhr „Über den Dächern von Nizza“ und um 00.15 Uhr (also nach „Die Vögel) „Marnie“.

Mit Rod Taylor, Tippi Hedren, Jessica Tandy, Suzanne Pleshette, Veronica Cartwright, Ethel Griffies, Charles McGraw, Ruth McDevitt

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Vögel“

Wikipedia über „Die Vögel“ (deutsch, englisch) und Alfred Hitchcock (deutsch, englisch)

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock präsentiert – Teil 2“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 1“

Meine Besprechung von „Alfred Hitchcock zeigt – Teil 2″

Meine Besprechung von Alfred Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (Mr. and Mrs. Smith, USA 1941)

Meine Besprechung von Thilo Wydras “Alfred Hitchcock” (2010)

Meine Besprechung von Robert V. Galluzzos “Psycho Legacy” (The Psycho Legacy, USA 2010 – eine sehenswerte Doku über die “Psycho”-Filme mit Anthony Perkins, mit vielen Stunden informativem Bonusmaterial)

Meine Besprechung von Stephen Rebellos “Hitchcock und die Geschichte von ‘Psycho’” (Alfred Hitchcock and the Making of ‘Psycho’, 1990)

Meine Besprechung von Sacha Gervasis Biopic “Hitchcock” (Hitchcock, USA 2012)

Meine Besprechung von Henry Keazors (Hrsg.) “Hitchcock und die Künste” (2013)

Alfred Hitchcock in der Kriminalakte

Homepage von Ed McBain

Meine ausführliche Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions)

Meine Besprechung von Ed McBains „Die Gosse und das Grab“ (The Gutter and the Grave, 2005, Originalausgabe: Curt Cannon: I’m Cannon – For Hire, 1958)


Neu im Kino/Filmkritik: Über Laura Poitras‘ Nan-Goldin-Doku „All the Beauty and the Bloodshed“

Mai 26, 2023

Hier mache ich es eher kurz, weil ich keine Lust habe, Nan Goldins Leben zusammenzufassen, nicht über die Opioid-Epidemie in den USA und nicht über die Milliardärsfamilie Sackler schreiben will. Denn Laura Poitras erzählt in ihrem neuen Dokumentarfilm „All the Beauty and the Bloodshed“ das alles viel besser. Ihr Film erhielt 2022 in Vendig beim Filmfestival den Goldenen Löwen und war für den diesjährigen Dokumentarfilm-Oscar nominiert.

Poitras erzählt in ihrem neuesten Film gleichzeitig drei Filme. Einen über Nan Goldins Leben. Einen über ihr Tabus und Konventionen sprengendes Werk. Einen über ihren Kampf gegen die Famillie Sackler. Während der Dreharbeiten war unklar, wer diesen Kampf gewinnt.

Den Sacklers gehörte das Unternehmen Purdue Pharma. Purdue Pharma vertrieb mit äußerst aggressiven Verkaufsmethoden das schnell süchtig machende Schmerzmittel OxyContin, das die Opioid-Epidemie ursächlich mitverantwortete. Inzwischen verursachen Opioide, also normal erhältliche Medikamente, in den USA für mehr Tote als Heroin.

Die Sacklers verdienen damit ein Vermögen. Sie wurden die „most evil family in America“ und „the worst drug dealers in history“ genannt.

Gleichzeitig präsentieren sie sich als Kunstmäzenen.

Die 1953 geborene Nan Goldin hatte in den Achtzigern ihren Durchbruch als Künstlerin mit Fotografien, in denen sie ihr Leben in New York in der LGBT-Subkultur und der No-Wave-Bewegung dokumentiert. Die heute international geachtete Fotografin erhält nach einer Operation das starke Schmerzmittel OxyContin. Sie nimmt es wie vom Arzt verschrieben ein, wird abhängig von dem Schmerzmittel, kann ihre Sucht überwinden und kämpft seit 2017, zusammen mit anderen Betroffenen, in der Aktivisten-Grupp P. A. I. N. (Prescription Addiction Intervention Now) gegen die Milliardärsfamilie Sackler.

Poitras verfolgt Goldin und die Aktivisten bei ihren Aktionen in Museen gegen das Mäzenentum der Sacklers. Sie dokumentiert die Zweifel und Ängste der Gruppe und wie es gelingt, dass sich in der Kunstwelt der Blick auf die Sacklers radikal wandelt. Denn bis dahin war die Rolle der Sacklers bei der Opioid-Epidemie kaum bekannt. Inzwischen haben sie in der Kunstwelt ihr Ansehen verloren.

„All the Beauty and the Bloodshed“ ist ein sehenswerter angenehm nüchtern und ruhig erzählter Dokumentarfilm über eine Künstlerin, ihr Werk und ihren Kampf gegen eine stinkreiche Familie, die mit dem Verkauf von süchtig machenden Medikamenten viel Geld verdiente.

All the Beauty and the Bloodshed (All the Beauty and the Bloodshed, USA 2022)

Regie: Laura Poitras

Drehbuch: Laura Poitras

mit Nan Goldin, David Velasco, Patrick Radden Keefe und viele Archivaufnahmen

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „All the Beauty and the Bloodshed“

Metacritic über „All the Beauty and the Bloodshed“

Rotten Tomatoes über „All the Beauty and the Bloodshed“

Wikipedia über „All the Beauty and the Bloodshed“ (deutsch, englisch) und Nan Goldin (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Laura Poitras’ „Citzenfour“ (Citizenfour, USA/Deutschland 2014) (mit weiteren Video-Interviews) und der DVD (ebenfalls mit Bonusmaterial)


Neu im Kino/Filmkritik: „Renfield“, eine Horrorkomödie für die Mitternachtsvorstellung

Mai 26, 2023

Wenn R. M. Renfield doch nur wüsste, wie er sich aus seiner aktuellen Beziehung befreien könnte, würde er es wahrscheinlich gerne tun. Doch bis dahin besucht er eine Selbsthilfegruppe und baut sich am verständnisvollem Zuspruch der anderen Gruppenmitglieder moralisch auf. Dass sie ihm nicht helfen können und ihn falsch verstehen, ignoriert er. Denn er ist nicht in irgendeiner toxischen Beziehung mit irgendeinem Narzissten, sondern er ist der servile Diener von Graf Dracula und Graf Dracula ist, nun, kein normaler Chef. Auch die Arbeiten, die Renfield für Dracula erledigt, sind nicht normal. Denn er muss im Moment Blut, das der Vampir Dracula zum Überleben braucht, besorgen.

Auf einem seiner Streifzüge durch das nächtliche New Orleans trifft Renfield auf Rebecca. Sie ist eine resolute Verkehrspolizistin, die sich ständig verbal mit ihrem Chef anlegt und eine äußerst skrupellose, brutale, die Stadt beherrschende Gangsterbande zur Strecke bringen will. Deshalb wollen die von ihr gejagten Lobos sie umbringen. Als Renfield einen Anschlag der Gangster auf Rebecca beobachtet, greift er ein und verhindert den Plan der Lobos. Dabei verliebt er sich in die Polizistin. Plötzlich glaubt er, er könne sich mit ihrer Hilfe aus seiner Beziehung zu Dracula befreien. Bis dahin will er zunächst die Blutbeschaffung für seinen Herrn ändern, indem er einfach Mitglieder der Lobo-Familie als Blutlieferanten nimmt.

Und schon wird New Orleans zu einem blutigen Spielfeld.

„Renfield“, inszeniert von Chris McKay, nach einem Drehbuch von Ryan Ridley und einer Idee von „The Walking Dead“-Erfinder Robert Kirkman richtet sich primär an gestandene Horrorfilmfans, die ihren Dracula kennen, nichts gegen Humor haben und eine ordentliche Portion Splatter wollen. Dieser wird in diesem Fall leider mit zu viel schlechter CGI präsentiert.

Die dürfen sich über viele mehr oder weniger offensichtliche Anspielungen auf ältere Interpretationen von Bram Stokers Roman freuen. Vor allem Tod Brownings 1931er „Dracula“ stand Pate. Der Anfang von „Renfield“ ist ohne Brownings Film überhaupt nicht denktbar. In ihrem Spiel zitieren Nicolas Cage als Dracula und Nicholas Hoult als Renfield lustvoll ältere Versionen von Dracula und Renfield.

Awkwafina, als dritte im Bunde, ist die toughe, humorbefreite Polizistin der Dirty-Harry/Axel-Foley-Schule. Ständig ist die wortgewaltige Verkehrspolizistin im verbalen Kleinkrieg mit ihrem Chef. Und irgendwann auch im Krieg mit den Lobos, die anscheinend die gesamte Polizei von New Orleans geschmiert haben.

Die in großen Schritten in Richtung Slapstick gehenden Splatter- und Actionszenen sind hoffnungslos übertrieben und deshalb, vor allem wenn Menschen sterben, immer gut für einen Lacher.

McKays Horrorkomödie ist allerdings nie so gut, wie sie gerne wäre und sein könnte. Aber für den Horrorfan, der sich gerne in deutlich erkennbaren Zitate suhlt, sich über das Erkennen versteckterer Anspielungen freut, Klischeefiguren und Klischeedialoge als ironische Doppeldekodierung interpretiert und nicht allzu genau über den arg luftigen Plot nachdenkt, ist „Renfield“ ein kurzweiliger und blutiger Spaß, der vor allem von dem Paar Nicolas Cage/Nicholas Hoult lebt.

Renfield (Renfield, USA 2023)

Regie: Chris McKay

Drehbuch: Ryan Ridley (nach einer Idee von Robert Kirkman)

mit Nicholas Hoult, Nicolas Cage, Awkwafina, Shohreh Aghdashloo, Ben Schwartz, Adrian Martinez, Brandon Scott Jones

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Renfield“

Metacritic über „Renfield“

Rotten Tomatoes über „Renfield“

Wikipedia über „Renfield“ (deutsch, englisch)

–

Aus Gründen der Vollständigkeit

Wikipedia über Robert Kirkman (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 11: Jäger und Gejagte“ (The Walking Dead Vol. 11: Fear the hunters)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 12: Schöne neue Welt“ (The Walking Dead Vol. 12: Life among them)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 13: Kein Zurück“ (The Walking Dead Vol. 13: Too far gone, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead 14: In der Falle“ (The Walking Dead Vol. 14: No way out, 2011)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns “The Walking Dead 15: Dein Wille geschehe” (The Walking Dead Vol. 15: We find ourselves, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Eine größere Welt (Band 16)“ (The Walking Dead, Vol. 16: A larger world, 2012)

 Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Fürchte dich nicht (Band 17)“ (The Walking Dead, Vol. 17: Something to Fear, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Grenzen (Band 18)“ (The Walking Dead, Vol. 18: What comes after, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Auf dem Kriegspfad (Band 19)“ (The Walking Dead, Vol. 19: March to War, 2013)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Charlie Adlard/Stefano Gaudiano/Cliff Rathburns „The Walking Dead: Krieg – Teil 1 (Band 20)“ (The Walking Dead, Vol. 20: All Out War, Part One, 2014)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Tony Moore/Charlie Adlard/Cliff Rathburns „The Walking Dead – Die Cover, Volume 1“ (The Walking Dead: The Covers, Vol. 1, 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 1“ (USA 2010)

Meine Besprechung der TV-Serie „The Walking Dead – Staffel 2“ (USA 2011/2012)

Meine Besprechung der TV-Serie “The Walking Dead – Staffel 3″ (USA 2013)

Kriminalakte: das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

“The Walking Dead” in der Kriminalakte 

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Nick Spencer (Autoren)/Shawn Martinbroughs (Zeichner) „Dieb der Diebe: „Ich steige aus“ (Band 1)“ (Thief of Thieves # 1 – 7, 2012)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Phil Hester/Cory Walker/Khary Randolphs „Ant-Man Megaband “ (The Irredeemable Ant-Man, 2006/2007)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Scott M. Gimple/Chris Burnham/Nathan Fairbairns „Die!Die!Die! (Band 1)“ (Die!Die!Die! – Volume 1, 2019)

Meine Besprechung von Robert Kirkman/Scott M. Gimple/Chris Burnham/Nathan Fairbairns „Die!Die!Die! (Band 2)“ (Die!Die!Die! – Volume 2, 2021)

und dann gibt es noch einige andere Manifestationen von Graf Dracula, die ich ausführlicher besprochen habe

Meine Besprechung von Dario Argentos „Dario Argentos Dracula“ (Dracula 3D, Italien 2012)

Meine Besprechung von Gary Shores „Dracula Untold“ (Dracula Untold, USA 2014)

Meine Besprechung von Jonny Campbell/Damon Thomas/Paul McGuigans „Dracula“ (Dracula, Großbritannien 2020 – TV-Serie nach einem Buch von Mark Gatiss und Steven Moffat)

Meine Besprechung von Roy Thomas/Mike Mignolas „Bram Stoker’s Dracula“ (Bram Stoker’s Dracula 1-4, 1993)


Neu im Kino/Filmkritik: „Arielle, die Meerjungfrau“, jetzt als Disney-Realverfilmung

Mai 26, 2023

Lange vor dem Filmstart erscholl im Internet der Klagechor über die Besetzung von Arielle. Denn Disney besetzte im Realfilmremake ihres gleichnamigen Trickfilms von 1989 die Rolle der Meerjungfrau mit einer Schwarzen. Zugegeben, eine hellhäutige Schwarze, aber nichtsdestotrotz eine Schwarze und für einige Fans der 1989er Version von „Arielle, die Meerjungfrau“ (The little Mermaid) war das zu viel.

Dabei ist es doch vollkommen egal, welche Hautfarbe oder auch Geschlecht eine Meerjungfrau hat. Wir wissen es nicht. Ihre Haut könnte auch Gelb, Grün, Braun oder Silbern sein. Sie könnte weiblich, männlich, bi-, trans- oder asexuell sein; – wobei in der Literaturwissenschaft die Theorie verfochten wird, dass in dem Märchen „Die kleine Meerjungfrau“, der Vorlage für diese beiden Disney-Filme, Hans Christian Andersen seine Homosexualität und seine zum Scheitern verurteilte Liebe zu Edvard Collins verarbeitete. Uups.

Die Hautfarbe der Hauptdarstellerin sagt auch nichts über die Qualität eines Films aus. Regie, Drehbuch und, immerhin ist „Arielle, die Meerjungfrau“ ein Musical, die Musik sind wichtiger.

Und weil „Arielle, die Meerjungfrau“ die neueste Disney-Realverfilmung ist, hat sie die gleichen Probleme, wie die vorherigen Disney-Realverfilmungen. Wieder einmal wurde ein alter, erfolgreicher und immer noch beliebter Trickfilm genommen und die Geschichte, mit all ihrem ideologischem Ballast, 1-zu-1 neu verfilmt. Nur dieses Mal mit Schauspielern und CGI-Tricks. Einige dieser Realverfilmungen, wie „Der König der Löwen“, sind letztendlich hundertfünfzigprozentige CGI-Filme. Deshalb ist die Rede von Realverfilmung etwas irreführend, aber etabliert. Auch in „Arielle, die Meerjungfrau“ sind die meisten Bilder am Computer entstanden und wahrscheinlich wurden nach dem Dreh alle Bilder umfangreich nachbearbeitet.

Die Meerjungfrau Arielle lebt mit ihren Schwestern in einem von ihrem Vater König Triton gutmütig regiertem Unterwasserreich. Im Gegensatz zu ihren Schwestern ist Arielle von den Menschen fasziniert. Bei einem ihrer Ausflüge entdeckt sie auf einem Segelschiff Prinz Eric. Sofort verliebt sie sich in den jungen Mann, der gut aussieht und ein echter Traumprinz ist. Aber ihre Liebe kann nicht erwidert werden. Sie leben in verschiedenen Welten und können in der anderen Welt nicht leben. Er kann unter Wasser nicht atmen. Sie kann sich mit ihrem Schwanz an Land nicht voran bewegen.

Da bietet die Meerhexe Ursula ihr eine Verwandlung an. Im Tausch für ihre wunderschöne Stimme bekommt sie Beine und kann die Welt der Menschen erkunden. Wenn sie innerhalb von drei Tagen geküsst wird, kann sie ein Mensch bleiben. Wenn nicht, wird sie bis in alle Ewigkeit eine von Ursulas Sklavinnen sein. Arielle willigt ein und kann danach die Insel betreten, auf der Eric lebt. Jetzt muss der Traumprinz sie nur noch wahrhaft lieben und küssen.

Für den Film wurden neben R&B-Sängerin Halle Bailey, die Arielle spielt, Jonah Hauer-King als Prinz Eric, Javier Bardem als König Triton und Melissa McCarthy als Meerhexe Ursula gecastet. Bardem ist blass wie noch nie. McCarthy ist bis zum Ende, wo sie endlich durchdrehen darf, vollkommen und sträflich unterfordert.

Die erstaunlich altmodisch klingende Musik ist wieder Alan Menken. Die bekannten Songs aus der Trickfilmversion, wie „Under the Sea“, „Kiss the Girl“, „Part of your World“ und „Poor unfortunate Souls“ werden wieder, teils mit aktualisierten Texten, gesungen. Für drei neue Songs und eine Reprise schrieb „Hamilton“ Lin-Manuel Miranda die Texte.

Die CGI-Effekte sind gelungen, aber auch ein großes Manko des Films. Während bei einem Zeichentrickfilm immer offensichtlich ist, dass das Gezeigte nicht real, sondern bestenfalls nur eine abstrakte Version der Realität ist, suggeriert eine Realverfilmung das Gegenteil. Tiere sehen wie Tiere aus. Sie bewegen sich wie die gezeigten Tiere. Und dann fällt auf, dass die Proportionen der Meereslebewesen immer etwas falsch sind; dass sprechende Krabben, Fische und Basstölpel als Sidekicks seltsam sind, dass die durchgehend wohlproportionierten Meerjungfrauen einerseits keinen Kontakt zur Menschheit haben, andererseits immer züchtig ein Bikini-Oberteil anhaben und, dieser Punkt nervte mich am meisten, dass die Haare der Meerjungfrauen und von König Triton im Wasser immer schweben und offensichtlich trocken sind, während sie sich an Land, auf der windumtosten Karibik-Insel, nicht mehr bewegen. Auch nicht bei einer wilden Fahrt in einer Kutsche.

Mit über 135 Minuten ist das Musical eindeutig zu lang geraten. Der gelungenere Trickfilm erzählt seine Geschichte in 85 Minuten.

Arielle, die Meerjungfrau (The little Mermaid, USA 2023)

Regie: Rob Marshall

Drehbuch: David Magee

LV: Hans Christian Andersen: Den lille Havfrue, 1837 (Die kleine Meerjungfrau)

mit Halle Bailey, Daveed Diggs, Jacob Tremblay, Awkwafina, Jonah Hauer-King, Art Malik, Noma Dumezweni, Javier Bardem, Melissa McCarthy

Länge: 136 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Arielle, die Meerjungfrau“

Metacritic über „Arielle, die Meerjungfrau“

Rotten Tomatoes über „Arielle, die Meerjungfrau“

Wikipedia über „Arielle, die Meerjungfrau“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rob Marshalls „Mary Poppins‘ Rückkehr“ (Mary Poppins return, USA 2018)


TV-Tipp für den 26. Mai: Der Stern des Gesetzes

Mai 25, 2023

3sat, 22.25

Der Stern des Gesetzes (The Tin Star, USA 1957)

Regie: Anthony Mann

Drehbuch: Dudley Nichols (basierend auf einer Geschichte von Barney Slater und Joel Kane)

Früher arbeitete Morg Hickman als Sheriff. Inzwischen ist er ein Kopfgeldjäger. In einem Dorf hilft er dem jungen und unerfahrenen Ortsheriff Ben Owens bei einer Festnahme. Anschließend bittet dieser ihn um Hilfe und Morg wird Bens Lehrer.

Extrem selten gezeigter Western-Klassiker

Das Drehbuch war für einen Oscar nominiert. Der Film für einen BAFTA.

mit Henry Fonda, Anthony Perkins, Betsy Palmer, Michael Ray, Neville Brand, Lee Van Cleef

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Stern des Gesetzes“

Wikipedia über „Der Stern des Gesetzes“ (deutsch, englisc


Neu im Kino/Filmkritik: „Und dann kam Dad“ und er sah aus wie Robert De Niro

Mai 25, 2023

Bevor am 19. Oktober Martin Scorseses historischer Thriller „Killers of the Flower Moon“ startet, gibt es einen weiteren der inzwischen zahlreichen vergessenswerten Filme mit Robert De Niro. Dieses Mal spielt er Salvo Maniscalco, den herrischen Vater von Sebastian Maniscalco. Der Stand-up-Komiker spielt sich hier mehr oder weniger selbst in einem Film der mehr oder weniger auf eigenen Erlebnissen und seiner Beziehung zu seinem Vater basiert.

Der Film-Sebastian ist glücklich verliebt in die aus einer vermögenden Familie stammenden Malerin Ellie Colllins. Jetzt ist er zur Collins‘ Familienfeier am Wochenende um den 4. Juli eingeladen. Für Sebastian ist das die Gelegenheit, endlich um ihre Hand anzuhalten.

Dummerweise will sein verwitweter Vater diese Tage nicht allein verbringen. Er will sie, wie immer, mit seinem Sohn verbringen. Zähneknirschend ist Sebastian einverstanden. Denn er befürchtet das Schlimmste, wenn sein Vater und Ellies Familie aufeinandertreffen. Salvo Maniscalco ist ein in Italien geborener Friseur. Als Kind kam er mit seinen Eltern in die USA. Täglich bedient er in seinem Salon die Damen des Viertels. Er ist sparsam, hat zu allem eine dezidierte Meinung und hat seinen Sohn Sebastian mit harter Hand erzogen. Ellies Eltern kamen einige Jahrhunderte früher, auf der „Mayflower“, in die USA. Inzwischen sind sie äußerst vermögend. Ellies Vater ist der CEO einer Luxushotelgruppe. Ihre Mutter ist Senatorin. Ihre beiden Brüder stolpern ziellos durch das Leben. Der eine gibt dabei großkotzig ein Vermögen aus. Der andere befindet sich, seelisch äußerst empfindsam, auf einem spirituellem Trip.

Kurz gesagt trifft hier US-amerikanischer, snobistischer Geldadel auf zupackendes italienisches Proletariertum.

Damit ist die Ausgangslage für eine ordentliche Portion Chaos gelegt. Aber dieser Clash zweier Kulturen ist – und will es auch nicht sein – keine Gesellschaftssatire, in der die Klassen und die gegenseitigen Vorurteile aufeinanderprallen, und er ist keine Boulevardkomödie, in der die unterschiedlichen Befindlichkeiten lautstark zum Ausdruck kommen. Laura Terrusos Komödie verschenkt grundlos das durchaus vorhandene Potential der Prämisse und des Themas. Nie ist sie an irgendeiner thematischen Vertiefung interessiert.

Am Ende ist „Und dann kam Dad“ eine lahme Ansammlung vorhersehbarer Mini-Konflikte und unlustiger Witzeleien über tote Tiere, einen Haarschnitt und einen Besuch im Stammrestaurant der Gastgeber. Das alles ist erschreckend belanglos.

Die besten dieser mauen Witze sind fast alle im Trailer zu sehen. Und die vulgären Witze sind hier sogar die besser funktionierenden Witze. Wobei sie noch nicht einmal besonders zotig oder gut sind. Ich meine, wie oft müssen wir den noch nie witzigen Gag über den Mann, der nicht bemerkt, dass ihm die Hose runtergerutscht ist und er der Welt seinen Penis präsentiert, noch ertragen? Wie oft sollen wir noch glauben, dass Erwachsene beim Anblick eines männliches Geschlechtsteils eine Panikattacke bekommen, weil sie so etwas schreckliches noch nie gesehen haben? Aus dem Alter war ich schon lange vor der Pubertät herausgewachsen.

„Und dann kam Dad“ ist nicht so grottenschlecht wie „Dirty Grandpa“, aber auch wieder nur ein Film für die Robert-De-Niro-Hardcore-Komplettisten.

Und dann kam Dad (About my father, USA 2023)

Regie: Laura Terruso

Drehbuch: Sebastian Maniscalco, Austen Earl

mit Sebastian Maniscalco, Robert De Niro, Leslie Bibb, Anders Holm, David Rasche, Kim Cattrall, Brett Dier

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 0 Jahre („vereinzelt kommt es zu rüder Sprache, die aber auch die jüngsten Zuschauer:innen nicht überfordert oder beeinträchtigt.“; In den USA ist der Film PG-13)

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Hinweise

Moviepilot über „Und dann kam Dad“

Metacritic über „Und dann kam Dad“

Rotten Tomatoes über „Und dann kam Dad“

Wikipedia über „Und dann kam Dad“


TV-Tipp für den 25. Mai: Polizeiruf 110: Mit anderen Augen

Mai 24, 2023

RBB, 23.00

Polizeiruf 110: Mit anderen Augen (Deutschland 2006)

Regie: Buddy Giovinazzo

Drehbuch: Christian Limmer

Ein Serienkiller geht in München um. Ein Profiler aus den Vereinigten Staaten soll den Kommissaren Tauber und Obermaier helfen.

„Mit anderen Augen“ ist eine ziemlich durchgeknallte Thriller-Groteske. Köstlich!

Mit Edgar Selge, Michaela May, Udo Kier, Tayfun Bademsoy

Hinweise

Das Erste über den „Polizeiruf 110“

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch),  den „Polizeiruf 110“,  die Kommissare Tauber und Obermaier und diesen Polizeiruf

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo und Christian Limmer

Meine Besprechung von Buddy Giovinazzos “Cracktown” (Life is hot in Cracktown, 1993)

Meine Besprechung von Buddy Giovinazzos “Piss in den Wind” (Caution to the winds, 2009)

Buddy Giovinazzo in der Kriminalakte

Meine Besprechung von „Polizeiruf 110: Die Folgen des BR 2000 – 2003 (Box 2)“ (mit weiteren Fällen des Teams Tauber/Obermaier)


Das „Lexikon des Internationalen Films“ blickt auf das „Filmjahr 2022/2023“

Mai 24, 2023

Natürlich blickt das „Lexikon des Internationalen Films“ nicht, wie der Titel „Filmjahr 2022/2023“ auf den ersten Blick suggeriert, auf das aktuelle Filmjahr zurück. Denn einige für dieses Jahr wichtige Filme, wie die aktuell in Cannes laufenden Filme, sind noch nicht in den deutschen Kinos gestartet. In dem jährlich erscheinenden Filmlexikon wird auf das letzte Jahr zurückgeblickt. Und zwar in der seit einigen Jahren etablierten Form.

Das Lexikon besteht aus Kurzkritiken von fast 1400 mindestens einstündigen Spiel-, TV- und Dokumentarfilmen, die in Deutschland 2022 im Kino liefen, gestreamt, im TV ausgestrahlt oder auf DVD veröffentlichet wurden, und aus einem Berichteteil. Dieser nimmt seit einigen Jahren gut die Hälfte des Lexikons ein. Mit seinen zahlreichen bestimmte Aspekte des vergangenen Kinojahres vertiefenden Texten ist dieser Teil ein weiterer Grund, das Lexikon zu kaufen. Es geht in der aktuellen Ausgabe um Perspektiven des ukrainischen Kinos, subversive Filme, die Darstellung von Demenz in aktuellen Spielfilmen, Nordische Mythen und Filme und Serien zur Pandemie. Es gibt Porträts von Filmschaffenden, wie Andrew Dominik, Alex Garland, Bruno Dumont, Céline Sciamma und der immer sehenswerten Tilda Swinton. Es gibt Interviews mit, unter anderem, Aelrun Goette („In einem Land, das es nicht mehr gibt“), Kenneth Branagh („Belfast“), Jacques Audiard („Wo in Paris die Sonne aufgeht“) und Carla Simón („Alcarràs – Die letzte Ernte“). Es gibt kürzere und länger Nachrufe. Unter anderem auf den zu früh verstorbenen Gaspard Ulliel, Alain Tanner, Klaus Lemke und Jean-Luc Godard, der nach seinem Debüt „Außer Atem“ keinen weiteren Film mehr hätte drehen müssen, um eine Legende zu sein. Es gbt, wie in den vorrherigen Jahren, einige Preislisten, von den Oscars über die Gewinner der Festivals in Cannes, Locarno, Venedig und Berlin bis hin zum Deutschen Filmpreis.

Es gibt, von der Redaktion des „filmdienst“ ausgewählt, fünfzehn Serien und zwanzig Kinofilme, die die wichtigsten Filme und Serien des lezten Jahres sind. Sie werden ausführlicher vorgestellt. Bei den in jedem Fall sehens- und diskussionswürdigen Spielfilmen handelt es sich um

Licorice Pizza

Der schlimmste Mensch der Welt (in ihrer ganzen Pracht, fast wie „Lola rennt“, ist Renate Reinsve auf dem Buchcover abgebildet und mit einem sehr freundlichen Blick läuft ‚der schlimmste Mensch der Welt‘ auf den Käufer zu)

Everything Everywhere all at once (der Oscar-Liebling und Everybody’s Darling)

Nope

The Card Counter

Come on, come on

Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

Petite Maman

Corsage

The Batman

Triangle of Sadness

Vortex

Bones and All

Memoria

Belle

Inu-Oh

Crimes of the Future

Guillermo del Torors Pinocchio

EO

Ambulance (Uh, der kommt etwas überraschend.)

Die jährliche Ausgabe des Lexikons des Internationalen Films ist ein Buch, das als gedrucktes Buch in jeden gut ausgestatteten cineastischen Haushalt gehört. Und das jedes Jahr wertvoller wird. Denn während man im Internet immer nur eine spezielle Filmkritik sucht, erschließt sich beim Blättern im „Lexikon des Internationalen Film“ das Filmjahr wieder, inclusive der Erkenntnis, welche gruseligen Filme in dem Kinojahr neben Klassikern anliefen und, manchmal, wie sich im Lauf der Zeit die Bewertung bei einem Film grundlegend ändert.

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Filmdienst.de/Katholische Filmkommission für Deutschland (Redaktion: Jörg Gerle, Felicitas Kleiner, Josef Lederle, Marius Nobach): Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2022/2023

Schüren, 2023

528 Seiten

28,00 Euro

(als E-Book 14,99 Euro)

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Hinweise

Homepage der Zeitschrift „Filmdienst“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung von „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“

Meine Besprechung von “Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2010″

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2011“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2012“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2013“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2014“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2015“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2016“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2017“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2019/2020“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2020/2021“

Meine Besprechung von „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2021/2022“


TV-Tipp für den 24. Mai: Le Mans 66 – Gegen jede Chance

Mai 23, 2023

ZDF, 20.15

Le Mans 66: Gegen jede Chance (Ford v Ferrari, USA 2019)

Regie: James Mangold

Drehbuch: Jez Butterworth, John-Henry Butterworth, Jason Keller

In den frühen sechziger Jahren hatte Ferrari mit seinen Siegen bei Autorennen ein cooles Image. Der langweilige Familienkutschenhersteller Ford wollte von diesem Image profitieren. Aber Ferrari wehrte sich erfolgreich gegen die Firmenübernahme. Also engagierte Henry Ford II den Ex-Rennfahrer Carroll Shelby (Matt Damon). Er sollte in kürzester Zeit einen Ford-Rennwagen entwickeln, der bei dem prestigeträchtigen 24-Stunden-Rennen von Le Mans Ferrari schlägt. Shelby engagiert dafür Ken Miles (Christian Bale), einen nicht teamfähigen, genialen Tüflter, Autonarr und Rennfahrer. Gemeinsam könnte ihnen das Unmögliche gelingen.

Tolles, auf einer wahren Geschichte beruhendes Rennfahrerdrama und ein zukünftiger Klassiker.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

James Mangolds neuer Film, der neue Indiana-Jones-Film, in dem Harrison Ford wieder die Peitsche schwingt, läuft am 29. Juni in den deutschen Kinos an. Die Kritiken aus Cannes sind gemischt.

mit Matt Damon, Christian Bale, Jon Bernthal, Caitrano Balfe, Tracy Letts, Josh Lucas, Noah Jupe, Remo Girone, Ray McKinnon, JJ Field, Jack McMullen

Hinweise

Moviepilot über „Le Mans 66: Gegen jede Chance“

Metacritic über „Le Mans 66: Gegen jede Chance“

Rotten Tomatoes über „Le Mans 66: Gegen jede Chance“

Wikipedia über „Le Mans 66: Gegen jede Chance“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood über „Le Mans 66: Gegen jede Chance“

Meine Besprechung von James Mangolds “Wolverine – Weg des Kriegers” (The Wolverine, USA 2013)

Meine Besprechung von James Mangolds „Logan – The Wolverine“ (Logan, USA 2017)

Meine Besprechung von James Mangolds „Le Mans 66: Gegen jede Chance“ (Ford v Ferrari, USA 2019)


Cover der Woche

Mai 23, 2023

Martin Amis (25. August 1949, Oxford, England – 19. Mai 2023, Lake Worth Beach, Florida, USA)

„Gierig“ (Money) ist einer seiner besten Romane und eine unbedingte Leseempfehlung. Das kann ich nicht über alle seine Romane sagen.


TV-Tipp für den 23. Mai: Bel Antonio

Mai 22, 2023

HR, 23.55

Bel Antonio (Il Bell‘ Antonio/Le Bel Antonio, Italien/Frankreich 1960)

Regie: Mauro Bolognini

Drehbuch: Pier Paolo Pasolini, Gino Visentini, Mauro Bolognini

LV: Vitaliano Brancati: Il bell’Antonio, 1949 (Schöner Antonio)

Dem titelgebenden ‚Schönen Antonio‘ eilt der Ruf eines Frauenhelden voraus. Doch bei der Notarstochter Barbara, mit der ihn seine wohlhabenden Eltern verheirateten, versagt seine legendäre Libido.

Vor seinem Regiedebüt „Accatone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß“ (1961) arbeitete Pasolini als Drehbuchautor. Mehrere seiner Bücher wurden von Mauro Bolognini verfilmt, unter anderem „Bel Antonio“.

Die Kritik war über den selten gezeigten Film nicht so begeistert: „filmisch uneinheitliche Romanverfilmung“ (Lexikon des internationalen Films)

mit Marcello Mastroianni, Claudia Cardinale, Pierre Brasseur, Rina Morelli, Tomás Milián

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Bel Antonio“ (aktuell keine Besprechungen)

Wikipedia über „Bel Antonio“ (deutsch, englisch, italienisch)


TV-Tipp für den 22. Mai: Die Frau nebenan

Mai 21, 2023

Arte, 22.30

Die Frau nebenan (La Femme d’à côté, Frankreich 1981)

Regie: François Truffaut

Drehbuch: François Truffaut, Suzanne Schiffman, Jean Aurel

Acht Jahre nach dem Ende ihrer Affäre treffen sich Bernard (Gérard Depardieu) und Mathilde (Fanny Ardant) wieder. Als Nachbarn. Sie sind inzwischen verheiratet. Aber das hindert sie nicht daran, ihre zerstörische Affäre wieder aufleben zu lassen.

Der vorletzte Film von François Truffaut ist ein selten gezeigtes, selbstverständlich sehenswertes Liebesdrama.

mit Gérard Depardieu, Fanny Ardant, Henri Garcin, Michèle Baumgartner, Véronique Silver

Hinweise

AlloCine über „Die Frau nebenan“

Rotten Tomatoes über „Die Frau nebenan“

Wikipedia über „Die Frau nebenan“ (deutsch, englisch, französisch) und Francois Truffaut (deutsch, englisch, französisch)

Erster Teil meines Francois-Truffaut-Porträts (mit einer Besprechung von Emmanuel Laurents “Godard trifft Truffaut”)

Zweiter Teil meines Francois-Truffaut-Porträts: Die Antoine-Doinel-Filme

Kriminalakte über Francois Truffaut


Neu im Kino/Filmkritik: Über A. V. Rockwells „A Thousand and One“

Mai 21, 2023

Zwischen Gefängnis und Arbeit als schlecht bezahlte Friseuse empfiehlt sich die impulsive Inez De La Paz nicht als Mutter des Jahres. Deshalb ist es schon auf den ersten Blick verständlich, dass das Sozialamt ihren inzwischen sechsjährigem Sohn Terry in eine Pflegefamilie gab und die Zweiundzwanzigjährige ihn nicht sehen darf. Trotzdem spricht sie ihn auf der der belebten New Yorker Straße an und als er im Krankenhaus ist, entführt sie ihn kurzerhand. Mit seinem Einverständnis, aber es bleibt immer noch eine Entführung.

Danach erzählt A. V. Rockwell in ihrem Spielfilmdebüt die Geschichte von Inez und Terry über zwölf Jahre. Sie ziehen einige Häuserblocks weiter nach Harlem, haben eine gute Beziehung. Er akzeptiert ihren neuen Freund Lucky. Lucky akzeptiert Terry als Quasi-Sohn. Sie werden eine Familien. Terry ist ein guter Schüler und kommt auf bessere Schulen. Wirklich problematisch wird es für sie, als Terry kurz vor seinem achtzehnten Geburtstag eine Empfehlung für das College erhält und einige Dokumente vorlegen muss, die er nicht hat.

„A Thousand and One“ ist ein frustrierender Film. Einerseits zeichnet Rockwell ein gelungenes, ihren Figuren zugeneigtes Porträt vom harten Leben in den USA am Rand der Gesellschaft. Die Schauspieler, R&B-Sängerin Teyana Taylor als Inez und Aaron Kingsley Adetola, Aven Courtney und Josiah Cross, die ihren Sohn Terry als sechs-, dreizehn- und siebzehnjährigen Jungen spielen, überzeugen.

Andererseits mäandert die chronologisch erzählte Geschichte vor sich hin. Nachdem Inez Terry entführt hat, scheint sich niemand für das spurlos verschwundene Kind zu interessieren. Entsprechend spannungsfrei plätschert die Geschichte als Sozialdrama (ohne Drama) bis kurz vor dem Schluss, nämlich dem Moment, als Terry für die Anmeldung zum College seine Geburtsurkunde vorzeigen muss, vor sich hin. Auch andere, die Beziehung zwischen Inez und Terry bedrohende Konflikte gibt es nicht.

Die Geschichte von Inez und Terry spielt sich vor der immer wieder plakativ eingeflochteten Stadtpolitik ab. 1994, als Inez aus der Rikers Island Correctional Facility entlassen wird, wird Rudy Giuliani Bürgermeister. Er erklärte dem Verbrechen den Krieg und forcierte die „Broken Windows“-Theorie. 2001 wurde die in ihrer Anwendung rassistische Stop-and-Frisk-Politik eingeführt. Sie ermögliches es der Polizei, jeden ohne einen besonderen Grund anzuhalten und zu durchsuchen. 2005 wurde Michael Bloomberg Bürgermeister von New York. Er forcierte die Gentrifizierung. Diese politischen Entscheidungen werden in O-Tönen angesprochen. Für die Geschichte bleiben diese Soundbites unwichtig.

„A Thousand and One“ wird im Kino in der Originalfassung und einer untertitelten Fassung gezeigt.

A Thousand and One (A Thousand and One, USA 2023)

Regie: A. V. Rockwell

Drehbuch: A. V. Rockwell

mit Teyana Taylor, Josiah Cross, Will Catlett, Aaron Kingsley Adetola, Aven Courtney

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „A Thousand and One“

Metacritic über „A Thousand and One“

Rotten Tomatoes über „A Thousand and One“

Wikipedia über „A Thousand and One“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 21. Mai: Der Marshal

Mai 20, 2023

3sat, 22.20

Der Marshal (True Grit, USA 1969)

Regie: Henry Hathaway

Drehbuch: Marguerite Roberts

LV: Charles Portis: True Grit, 1968 (Die mutige Matti, Der Marshal und die mutige Mattie, True Grit)

Arkansas, 1880: Die 14-jährige Mattie will den Mörder ihres Vaters zur Strecke bringen. Weil sie das allein nicht schafft, überzeugt sie den einäugigen, dem Alkohol verfallenen Marshal Rooster Cogburn dazu, ihr zu helfen.

Der Western-Klassiker mit einem humoristischen Einschlag ist eine gelungene Abhandlung zum Thema Tapferkeit.

Ansonsten hat Joe Hembus alles gesagt: „Das glorreiche Denkmal von Hollywoods Western-Tradition, ein enorm junges, frisches, allumfassendes Werk von drei fetten alten Männern, dem Produzenten Hal B. Wallis, im Western-Geschäft seit 1922, dem Regisseur Henry Hathaway, der seine Karriere 1933 mit Zane-Grey-Verfilmungen begann, und Star John Wayne, der 1930 in The Big Trail debütierte. Die Summe dieser Erfahrungen wird mit einem Elan mobilisiert, den man sonst nur bei Debütfilmen sieht, zugleich mit dem gelassenen Humor, der weiß, dass man nur noch gewinnen kann.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

John Wayne erhielt für diese Rolle seinen einzigen Oscar, einen Golden Globe und einen Laurel Award.

2010 verfilmten die Coen-Brüder den Roman. Ihre Version von „True Grit“ ist ebenfalls sehenswert.

mit John Wayne, Kim Darby, Glen Campbell, Robert Duvall, Jeff Corey, Dennis Hopper, Strother Martin

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Der Marshal“

Wikipedia über Charles Portis, den Roman und die Verfilmung

Meine Besprechung von Charles Portis‘ „True Grit“ (True Grit, 1968)


Neu im Kino/Filmkritik: „Living – Einmal wirklich leben“, aber wie geht das? Und was ist das?

Mai 20, 2023

Mr. Williams ist, auch wenn er von seinen Untergebenen geachtet und auch gefürchtet wird, im Nachkriegslondon ein unbedeutender Beamter in der für die Vergabe öffentlicher Bauaufträge zuständigen Abteilung. Sein Leben scheint er der Erfüllung von Paragraphen, die er in- und auswendig kennt, gewidmet zu haben. Als sein Arzt ihm sagt, dass er tödlich erkrankt ist und in wenigen Wochen tot ist, bricht er erstmals aus der Routine aus. Er kommt nicht zur Arbeit und fragt sich, was der Sinn seines Lebens sein soll.

„Living – Einmal wirklich leben“ von Regisseur Oliver Hermanus und Autor Kazuo Ishiguro (der bekannteste Roman des Nobelpreisträgers ist „Was vom Tage übrigblieb“) ist eine Neuinterpretation von Akira Kurosawas „Einmal wirklich leben“ (Ikiru, 1952). Unter Cineasten gilt „Ikiru“ als einer von Kurosawas wichtigsten Filmen. Beim breiten Publikum ist der Film fast unbekannt. Ishiguro und Hermanus verlegen die Handlung von Japan nach England und erzählen sie in knapp über hundert Minuten. Kurosawa erzählte die Geschichte des Beamten in 143 Minuten. Die deutsche Kinofassung wurde auf 120 Minuten gekürzt.

Ishiguro schrieb, nach einem zufälligem Gespräch mit Produzent Stephen Woolley und Bill Nighy, das Drehbuch als ein Starvehikel für Bill Nighy, der die perfekte Verkörperung des steifen britischen Beamten ist.

Hermanus inszenierte die Geschichte als angenehm altmodisches Schauspielerkino, das gleichzeitig eine milde Satire auf das Beamtentum und eine Liebeserklärung an dieses ist.

Der verdiente Lohn waren viel Kritikerlob, Preise und Nominierungen. So waren Ishiguro für sein Drehbuch und Nighy für sein Spiel für jeweils einen Oscar nominiert.

Living – Einmal wirklich leben (Living, Großbritannien 2022)

Regie: Oliver Hermanus

Drehbuch: Kazuo Ishiguro (nach dem Drehbuch „Ikiru“ von Akira Kurosawa, Shinobu Hashimoto und Hideo Oguni)

mit Bill Nighy, Aimee Lou Wood, Alex Sharp, Tom Burke, Adrian Rawlins, Hubert Burton, Oliver Chris, Michael Cochrane

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Living“

Metacritic über „Living“

Rotten Tomatoes über „Living“

Wikipedia über „Living“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 20. Mai: The Man who wasn’t there – Der unauffällige Mr. Crane

Mai 19, 2023

One, 21.45

The Man who wasn’t there – Der unauffällige Mr. Crane (The Man who wasn’t there, USA 2001)

Regie: Joel Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

Die Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there” (Kinotitel)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „The Man who wasn’t there“

Wikipedia über „The Man who wasn’t there“ (deutsch, englisch) und die Coen-Brüder (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bill Green/Ben Peskoe/Will Russell/Scott Shuffitts „Ich bin ein Lebowski, du bist ein Lebowski – Die ganze Welt des Big Lebowski“ (I’m a Lebowski, you’re a Lebowski, 2007)

Meine Besprechung des Coen-Films „Blood Simple – Director’s Cut“ (Blood Simple, USA 1984/2000)

Meine Besprechung von Michael Hoffmans “Gambit – Der Masterplan” (Gambit, USA 2012 – nach einem Drehbuch von Joel und Ethan Coen)

Meine Besprechung des Coen-Films “Inside Llewyn Davis” (Inside Llewyn Davis, USA/Frankreich  2013)

Meine Besprechung des Coen-Films „Hail, Caesar!“ (Hail, Caesar!, USA/Großbritannien 2016)

Meine Besprechung von Joel Coens „Macbeth“ (The Tragedy of Macbeth, USA 2021)

Die Coen-Brüder in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Mai: Toubab

Mai 18, 2023

Arte, 20.15

Toubab (Deutschland 2021)

Regie: Florian Dietrich

Drehbuch: Florian Dietrich, Arne Dechow

Kaum aus dem Knast entlassen, gerät Babtou schon wieder in Schwierigkeiten. Dieses Mal will die Ausländerbehörde den in Deutschland geborenen Senegalesen abschieben. Eine Heirat könnte das verhindern. Dummerweise will keine seiner ehemaligen Freundinnen ihn heiraten. Da fragt er seinen besten Kumpel Dennis.

TV-Premiere. Köstliches Buddy-Movie, das sehr unterhaltsam und witzig viele ernste Themen anspricht und durchaus tiefgründig behandelt.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Farba Dieng, Julius Nitschkoff, Seyneb Saleh, Michael Maertens, Valerie Koch, Paul Wollin, Burak Yiğit, Nina Gummich, Uwe Preuss, Ibrahima Sanogo, Thelma Buabeng, Mehmet Ateşçi, Gerdy Zint, Julia Gräfner, Kwam.E, Tamer Arslan, Christopher Vantis

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Toubab“

Moviepilot über „Toubab“

Wikipedia über „Toubab“

Meine Besprechung von Florian Dietrichs „Toubab“ (Deutschland 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: Nicht witzig: „Asterix & Obelix im Reich der Mitte“

Mai 18, 2023

Jetzt also wieder als Realfilm und ohne Gérard Depardieu, der viermal Obelix spielte, und ohne Alain Delon, der einmal Julius Cäsar spielte.

Dafür sind Vincent Cassel (als Cäsar) und Marion Cotillard (als Kleopatra) dabei. Obelix wird von Gilles Lellouche (u. a. „Ein Becken voller Männer“) gespielt. Asterix von Guillaume Canet. Er übernahm auch die Regie; – genaugenommen übernahm er zuerst die Regie und dann die Hauptrolle. Zu seinen früheren Werken als Regisseur gehören die Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ und der Thriller „Blood Ties“. Beide Filme gefielen mir.

Das kann über „Asterix & Obellix im Reich der Mitte“ nicht gesagt werden.

Die Story könnte aus einem Asterix-Comic sein, aber es handelt sich um eine Originalstory. Und die geht so: 50 v. Chr. erreicht die tapferen Gallier ein Hilferuf. Die Kaiserin von China ist nach einem Staatsstreich in Gefangenschaft. Asterix und sein Freund Obelix (Uh, muss ich die vorstellen? Eigentlich kennt sie doch jeder.) machen sich auf den Weg nach China.

Zur gleichen Zeit macht sich Cäsar ebenfalls auf den Weg nach China. Der Feldherr ist außerdem todunglücklich, weil Kleopatra ihn gerade verlassen hat.

Aus dieser Idee kann man etwas machen.

Man kann auch, mit viel Geld, einen Film machen, der wie ein Überbleibsel aus den Achtzigern wirkt. Denn „Asterix & Obelix im Reich der Mitte“ ist ein seltsam reaktionärer Klamauk mit abgestandenen Witzen über Vegetarier und Klischees über fremde Kulturen. Das in diesem Film gezeigte China ist kein reales Land, sondern ein Best-of alter Hollywood-B-Picture-Klischees, als im Studio die Dekorateure einfach alles, was irgendwie chinesisch aussieht, zu einem pseudo-authentischem Bild von China zusammenfügen. Dazu gibt es einen beliebigen Mix schlechter alter Pop-Songs, eindimensionale Figuren (herrje, sogar die Comicfiguren sind dreidimensionaler) und eine Geschichte, bei der sich öfter die Frage stellt, warum die Macher sich das so ausgedacht haben. So reisen Asterix, Obelix und einige Mitreisende in einem Streitwagen, der an einen Citroën 2CV erinnert (der letzte 2CV, vulgo Ente, wurde 1990 produziert), nach China. Und wahrscheinlich damit sie nicht vor Cäsar, der mit seiner riesigen Streitmacht den Landweg nimmt, in China ankommen, nehmen Asterix und Obelix einen vollkommen unverständlichen Umweg durch das Mittelmeer und Nordafrika.

Auch wenn vieles, wie die bekannten Running Gags über den untalentierten Dorfsänger und die Kraft des Zaubertranks, aus den Asterix-Comics übernommen wurden und Canet sich immer um eine an Comics erinnernde Bildsprache bemüht, zum Beispiel wenn Asterix und Obelix mal wieder einige Römer verkloppen, stellt sich nie der Spaß ein, der sich beim Lesen der Comics einstellt. Jedenfalls soweit ich mich noch an die Comics erinnere.

Asterix & Obelix im Reich der Mitte ( Astérix & Obélix: L’Empire du Milieu, Frankreich 2023)

Regie: Guillaume Canet

Drehbuch: Philippe Mechelen, Julien Hervé

LV: Figuren von René Goscinny und Albert Uderzo

mit Guillaume Canet, Gilles Lellouche, Marion Cotillard, Vincent Cassel, Pierre Richard, Zlatan Ibrahimović, Jonathan Cohen, Julie Chen, Leana Chea

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

–

Hinweise

Moviepilot über „Asterix & Obelix im Reich der Mitte“

AlloCiné über „Asterix & Obelix im Reich der Mitte“

Rotten Tomatoes über „Asterix & Obellix im Reich der Mitte“

Wikipedia über „Asterix & Obelix im Reich der Mitte“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Kurzbesprechung von Guillame Canets Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ (Ne le dis à personne, Frankreich 2006)

Meine Besprechung von Guillaume Canets „Blood Ties“ (Blood Ties, Frankreich/USA 2013)

 


TV-Tipp für den 18. Mai: Annette

Mai 17, 2023

Arte, 21.50

Annette (Annette, Frankreich/Belgien/Deutschland/USA 2021)

Regie: Leos Carax

Drehbuch: Ron Mael, Russell Mael (aka die Sparks)

TV-Premiere. Eine Opernsängerin und ein Stand-up-Comedian sind überglücklich ineinander verliebt. Als ihre Tochter Annette geboren wird, wird aus der Liebesgeschichte ein Noir-Drama, überzeugend inszeniert von Leos Carax, mit der eingängigen Musik der Sparks.

Das so entstandene Art-Pop-Musical ist gleichzeitig ein traditionelles Musical und die Dekonstruktion eines Musicals. In Cannes gab es dafür Preise für die Regie und die Musik.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Marion Cotillard, Adam Driver, Devyn McDowell, Simon Helberg, Kanji Furutachi, Rebecca Sjöwall, Nino Porzio, Ron Mael, Russell Mael, Angèle

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Annette“

Moviepilot über „Annette“

AlloCiné über „Annette“

Metacritic über „Annette“

Rotten Tomatoes über „Annette“

Wikipedia über „Annette“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Leos Carax‘ „Annette“ (Annette, Frankreich/Belgien/Deutschland/USA 2021)

Meine Besprechung von Edgar Wrights Dokumentarfilm „The Sparks Brothers“ (The Sparks Brothers, USA 2021)


Neu im Kino/Filmkritik: Kreative Titelwahl: „Fast & Furious 10“

Mai 17, 2023

Das ist jetzt der Anfang vom Ende des „Fast & Furious“-Franchise. Also teilweise. Denn der jetzt startende zehnte „Fast & Furious“-Film ist nicht mehr, wie ursprünglich angekündigt, der erste Teil eines aus zwei Filmen bestehenden Finales, sondern der erste Film eines aus drei Teilen bestehenden Finales. Wobei die Macher natürlich, wie wir es von einigen anderen Filmreihen kennen, jeden Film in zwei Teile aufsplitten können. Und natürlich können die Macher einige Spin-offs produzieren. Figuren für ein gutes Dutzend solcher Actionfilme sind in der „Fast & Furious“-Welt vorhanden. Nur Vin Diesel wäre dann als Dominic ‚Dom‘ Toretto höchstens in einer Nebenrolle dabei. Jetzt spielt er nämlich die Hauptrolle.

In „Fast & Furious 10“ kämpfen Dom und seine Familie gegen Dante. Er will sie und alles, was ihnen wichtig ist, vernichten. Dante agiert, von Jason Mamoa lustvoll mit einem Hang zur größenwahnsinnigen Geste gespielt, übertriebener als ein Operettenbösewicht auf Speed und er ist der Sohn von Hernan Reyes.

Der südamerikanische Drogenhändler Reyes war in „Fast & Furious Five“ (Fast Five, 2011) der Bösewicht. In dem Film gelang den Machern die „Fast & Furious“-Mischung am überzeugensten. Der Actionfilm war stilprägend für die weiteren „Fast & Furious“-Filme. Damals sah, wie wir jetzt am Filmanfang erfahren, Dante, wie Dom und ihre Gang Reyes bestehlen, indem sie den Safe mit seinem gesamten Vermögen klauen und ihn am helllichten Tag mit zwei Autos durch Rio de Janeiro ziehen und dabei von Reyes‘ schießwütigen Schergen gejagt werden. Am Ende der wilden Hatz ist Dantes Vater tot. Jetzt will Dante, der damals für seinen Vater arbeitete und selbstverständlich dessen verbrecherischen Geschäfte kannte, sich an den Mördern seines Vaters rächen. Er will ihr Leben zerstören. Er will Doms Freunde und Familie töten. Und dann Dom töten.

Das erste Mal treffen Dante, Dom und Doms große, sehr große, mit jedem Film weiter gewachsene, alle in ihren Bund aufnehmende und sich gegenseitig helfende Familie in Rom aufeinander. Dante hat sie mit einem falschen Auftrag der Agency (so eine Art supergeheime CIA ohne Budgetprobleme) nach Rom gelockt. Er möchte einen großen Teil von Doms Familie töten, mitten in der Stadt eine Bombe zünden und die Verantwortung für den Anschlag Dom in die Schuhe schieben.

Nach einer wilden Hatz durch Rom kann Dom das Schlimmste verhindern. Er befördert die riesige Bombe, die Dante in einem Laster versteckte und die anschließend durch Rom rollte, dabei Autos und Außengastronomie zerstörte, ins Wasser. Dort explodiert sie. Sie zerstört etliche Häuser, aber weniger, als von Dante geplant. Trotzdem und als ob Rom die einzige Großstadt ohne Videokameras wäre, werden Dom und seine Familie danach als Terroristen über mehrere Kontinente gejagt.

Schnell trennen sich ihre Wege und noch schneller bewegt sich die Filmgeschichte, garniert mit vielen Actionszenen, über mehrere Kontinente. Wie dabei jemand von A nach B kommt, wie ein Plan funktioniert und warum jemand plötzlich an einem Ort ist, wird eigentlich nie erklärt. Denn vor allem waren die Macher damit beschäftigt, möglichst viele Szenen mit den aus den vorherigen Filmen bekannten Figuren, wozu Doms Frau Letty (Michelle Rodriguez), seine Schwester Mia (Jordana Brewster), sein Bruder Jakob (John Cena), Roman (Tyrese Gibson), Tej (Chris ‚Ludacris‘ Bridges), Ramsey (Nathalie Emmanuel), Han (Sung Kang), Little Nobody (Scott Eastwood), Quennie (Helen Mirren),

Shaw (Jason Statham) und Cipher (Charlize Theron) gehören, in die simple Rachegeschichte einzubauen. Auch wenn einige Figuren im Film dann nur in einer Szene oder nur sehr kurz auftauchen. Es gibt auch einige Flashbacks und viele Anspielungen auf die vorherigen Filme. Das war in den vorherigen Filmen anders.

Nach den auch bei Fans der Serie umstrittenen Exzessen in den vorherigen Filmen markiert „Fast & Furious 10“ wieder ein ‚zurück zu den Wurzeln‘. Die Action ist zwar durchgehend übertrieben, aber mit mindestens zwei zugedrückten Augen, nicht vollkommen unmöglich. Jedenfalls meistens. Von diesem realistischeren Ansatz profitiert vor allem die große Actionszene am Filmanfang in Rom. Sie weckt den Wunsch, sich wieder die Luc-Besson-Produktionen „The Transporter“ oder „Taxi“ anzusehen. Es ist auch die beste Auto-Actionszene des Films. Die Story ist letztendlich eine einfache, vollkommen aus dem Ruder laufende Rachegeschichte.

Der ursprüngliche Regisseur Justin Lin, der für die aktuelle Ausrichtung der Serie entscheidend mitverantwortlich ist, stieg kurz nach dem Start der Dreharbeiten entnervt aus. Der Grund war, so heißt es, vor allem das Verhalten von Vin Diesel.

„The Transporter“-Regisseur Louis Leterrier übernahm danach kurzfristig die Regie und er führt den Film souverän zu einem Ende, das kein wirkliches Ende ist, weil „Fast & Furious 10“ nur der Auftakt für ein großes Finale ist. Deshalb endet der Actionfilm in Spanien mitten in der Geschichte mit einer eher enttäuschenden Actionszene, die Erinnerungen an die Action am Ende vom sechsten „Fast & Furious“-Film weckt. Bis zum Abspann, der eine für den nächsten Film wichtige Mid-Credit-Szene hat, liefert Leterrier genau den „Fast & Furious“-Film, den die Fans sich wünschen. Und das ist, wenn man auf diese Art Popcorn-Kino steht, gut so.

Wie es weitergeht, erfahren wir 2025. Inzwischen wurde Louis Leterrier wieder als Regisseur verpflichtet. Und, wenn sie ihre Pläne nicht ändern, gibt es ein, zwei Jahre später das große Finale. Schließlich könnten Dom und seine Familie noch eine Ehrenrunde und danach eine Abschiedsrunde drehen.

Spätestens dann ist Doms Junge alt genug, um das Steuer zu übernehmen.

Fast & Furious 10 (Fast X, USA 2023)

Regie: Louis Leterrier

Drehbuch: Justin Lin, Dan Mazeau (basierend auf Figuren von Gary Scott Thompson)

mit Vin Diesel, Jason Momoa, Michelle Rodriguez, Charlize Theron, Tyrese Gibson, Chris „Ludacris“ Bridges, Nathalie Emmanuel, Jordana Brewster, Sung Kang, John Cena, Jason Statham, Brie Larson, Alan Ritchson, Scott Eastwood, Daniela Melchior, Helen Mirren, Rita Moreno

Länge: 141 Minuten (also Kurzstrecke)

FSK: ab 12 Jahre

–

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Fast & Furious 10“

Metacritic über „Fast & Furious 10“

Rotten Tomatoes über „Fast & Furious 10“

Wikipedia über „Fast & Furious 10“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious Five“ (Fast Five, USA 2011)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furios 6“ (Furios Six; Fast & Furious Six, USA 2013)

Meine Besprechung von James Wans „Fast & Furious 7“ (Furious 7, USA 2015)

Meine Besprechung von F. Gary Grays „Fast & Furious 8“ (The Fate of the Furious, USA 2017)

Meine Besprechung von David Leitchs „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ (Fast & Furious presents: Hobbs & Shaw, USA 2019)

Meine Besprechung von Justin Lins „Fast & Furious 9″ (F9: The Fast Saga, USA 2021) 

Meine Besprechung von Louis Letteriers „Die Unfassbaren – Now you see me“ (Now you see me, USA 2013) und der DVD

Meine Besprechung von Louis Leterriers „Der Spion und sein Bruder“ (The Brothers Grimsby, USA 2016)

–

TV-Hinweis

Am Donnerstag, den 18. Mai, zeigt ZDFneo um 20.15 Uhr „Fast & Furious – Neues Modell, Originalteile“ (USA 2009), um 22.00 Uhr „The Fast and the Furios“ (USA 2001) (damit begann alles) und um 23.35 Uhr „2 Fast 2 Furious“ (USA 2003) (damit wurde der Weg Richtung Direct-to-Video/DVD eingeschlagen).